Kläranlage in Dorsten bietet Blick hinter die Kulissen
Lippeverband lädt am 26. April anlässlich seines 100-jährigen Bestehens zum „Tag der offenen Tür“ – auch das Pumpwerk Dorsten-Hammbach kann dann besichtigt werden Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Lippeverbandes öffnet der Wasserwirtschaftsverband die Pforten seiner Kläranlage Dorsten-Holsterhausen und bietet spannende Einblicke hinter die Kulissen der Abwasserreinigung – und zwar am Sonntag, 26. April, beim „Tag der offenen Tür“ an der Baldurstraße. Von 11 bis 16 Uhr erfahren interessierte Gäste alles Wissenswerte über das Klärwerk und welch immens wichtigen Beitrag es für die Gewässerqualität in der Lippe leistet. Darüber hinaus besteht am 26. April auch die Möglichkeit, das Pumpwerk Dorsten-Hammbach zu besuchen. Es ist das leistungsstärkste Pumpwerk des Lippeverbandes im Stadtgebiet.
Das Klärwerk in Dorsten-Holsterhausen stammt aus dem Jahr 1977 (zuletzt 2001 ausgebaut), es ist ausgelegt für 137.000 Einwohnerwerte (Menschen plus Industrieunternehmen). In der Anlage werden jährlich mehr als 10 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Im Durchschnitt strömen dem Werk pro Sekunde mehr als 250 Liter zu.
Ein großes Fest rund ums Wasser: Tag der offenen Tür in der Kläranlage Hetlingen
Mehrere tausend Gäste haben am Samstag die Gelegenheit genutzt und sind zum Tag der offenen Tür in die Kläranlage Hetlingen gekommen. Hier konnten sie erleben, was sonst nicht öffentlich zu sehen ist: Was passiert mit unserem Abwasser? Von Abwasserbehandlung bis Umweltbildung präsentierten der Abwasser-Zweckverband Südholstein und seine Partner eine große Bandbreite spannender Einblicke. Für einen schönen Tag sorgten zudem Spiel, Spaß und Foodtrucks. Der Anlass war das 60. Verbandsjubiläum.
Riesiger Andrang herrschte bei den Kläranlagenbesichtigungen, die mit einer elektrischen Bimmelbahn oder in Gruppen zu Fuß im Angebot waren: Der ursprüngliche Zeitplan wurde bald enger getaktet, um möglichst vielen Interessierten einen Rundgang zu ermöglichen.
Die Arbeitsbereiche des AZV hatten ordentlich aufgefahren, um ihre Aufgaben anschaulich vorzustellen: Mithilfe eines gläsernen Kanals und dem imposanten blauen Spül- und Saugwagen demonstrierten Mitarbeitende aus dem Bereich Kanalnetze, wie Rohre gesäubert werden. Ein eigens gebautes Modellhaus veranschaulichte, wie eine Dichtheitsprüfung für Grundstücksentwässerungsanlagen funktioniert.
Wie Mikroorganismen das Abwasser biologisch reinigen und was sonst noch passiert, um „von Klo zu klar“ zu kommen, zeigten Fachkräfte der Abwassertechnik und aus dem Labor unter anderem am Mikroskop. Die Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung bot ein Ratespiel zum Weg des Abwassers und verdeutlichte per Rühr-Vergleich im Eimer, warum es keine gute Idee ist, Feuchttücher in der Toilette zu entsorgen – sie lösen sich nicht auf. Mitarbeitende des Bereichs Planung und Bau erklärten, was alles passieren muss, um Abwasseranlagen zu errichten oder flott zu machen. An weiteren Infoständen konnten sich Besucherinnen und Besucher über das Arbeiten und die Ausbildung beim AZV informieren und sich sogar sofort bewerben. Die Verwaltung klärte über die Verbandsstruktur und Hintergründe zu den Abwassergebühren auf.
Verschiedene Partner waren ebenfalls dabei: Die Leitstelle Klimaschutz des Kreises Pinneberg sowie die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung (GAB) boten Mitmachaktionen wie Glücksrad, Kresse säen und ein Ratespiel zur Abfallzersetzung an. Die Feuerwehr Hetlingen brachte ein großes Fahrzeug zum Anschauen mit und das Start-up Planeteers – zurzeit mit einer Versuchsanlage vor Ort in der Kläranlage – erläuterte sein innovatives Verfahren, um klimaschädliches Kohlendioxid mithilfe von Kalkstein zu binden.
Spaß und Spiel kamen natürlich vor allem bei den kleinen Gästen gut an: An Hüpfburg, Surfsimulator, Wasserbaustelle, Kinderschminken und Bungee-Trampolin war die ganze Zeit über viel Bewegung angesagt. Für die Versorgung mit Essen und Trinken sorgten Foodtrucks, die Burger, Crepes und mehr boten.
Dass der AZV seine Arbeit immer dann besonders gut macht, wenn man ihn überhaupt nicht bemerkt, hoben mehrere Redner beim Festempfang hervor, der im großen Zelt mit geladenen Gästen aus Politik, verbundenen Verbänden und Institutionen sowie Verbandsmitgliedern stattfand. Der Samstag war jedenfalls eine große Ausnahme von der Unsichtbarkeit: „Ziel erreicht: Eine richtig große, schöne Feier zum 60. Verbandsjubiläum! Wir konnten den uns verbundenen Menschen und vielen weiteren interessierten Gästen vorstellen, was für eine Bedeutung unsere vielfältige und sinnstiftende Arbeit für Mensch und Umwelt hat“, so AZV-Verbandsvorsteherin Christine Mesek.
Sielarbeiten an Fruchtallee gehen in nächsten Bauabschnitt
Nachdem der erste Bauabschnitt der Sielarbeiten in der Fruchtallee früher als geplant abgeschlossen werden konnte, setzen sich die Arbeiten planmäßig fort. Ab dem 11. August repariert HAMBURG WASSER abschnittsweise in der Fruchtallee und dem Eppendorfer Weg die dortigen Schmutzwassersiele. Die Arbeiten erfolgen in geschlossener Bauweise, um die Auswirkungen auf den Straßenverkehr gering zu halten. Nach aktuellem Planungsstand werden die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt voraussichtlich zum November 2025 abgeschlossen sein.
Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit stehen beim städtischen Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES) ganz oben auf der Agenda. Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit stehen beim städtischen Eigenbetrieb Stadtentwässerung Stuttgart (SES) seit jeher ganz oben auf der Agenda. Nun geht die SES den nächsten Schritt in Richtung Klimaneutralität und Energieautarkie: Das Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen erhält ein riesiges Solar-Faltdach. Abwasserreinigung benötigt viel Energie
Die Klärwerke sind mit die größten Stromverbraucher der Landeshauptstadt – im Hauptklärwerk Mühlhausen werden pro Tag rund 190.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt und dessen Rückstände entsorgt. Dazu wird viel Energie benötigt. Bereits heute kann ein großer Teil davon wieder zurückgewonnen werden, z. B. aus der Abhitze der Klärschlammverbrennung und durch das bei der Schlammfaulung entstehende Klärgas. Damit wird der gesamte Wärmebedarf des Hauptklärwerks bis auf einen kleinen Rest von etwa 1,3 Prozent selbst erzeugt. Und rund 23 Prozent des Strombedarfs werden derzeit durch die Eigenstromerzeugung gedeckt.
Umweltfreundliche Heizwärme aus dem Abwasser: Die Planungen für die Großwärmepumpe im Klärwerk 1 schreiten voran. Bis voraussichtlich Mitte 2028 wird auf dem Gelände des Klärwerks eine Großwärmepumpe errichtet. Sie entzieht dem Klarwasser vor der Einleitung in die Pegnitz die Wärmeenergie und speist diese aufbereitet in das Fernwärmenetz ein. Die Großwärmepumpe im Klärwerk ist ein gemeinsames Projekt von Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) und dem Energieversorger N-Ergie.
Die geplante Großwärmepumpe hat nach aktueller Entwurfsplanung eine thermische Leistung von 15 bis 20 Megawatt (MW) bei einem Stromeinsatz von rund sieben MW. Hiermit lassen sich pro Jahr bis zu 150 Gigawattstunden Wärme in das Fernwärmenetz einspeisen. Die Großwärmepumpe kann künftig – abhängig von Betriebsstunden und Wärmenachfrage – durchschnittlich rund 5.000 Haushalte mit Wärme versorgen.
Als verantwortungsbewusstes Unternehmen nehmen wir die Problematik der Rattenpopulation in unserer Stadt sehr ernst. Gemäß §11 Abs.1 Nr. 8 e) des Tierschutzgesetzes (TierSchG) verfügen wir über die erforderliche Erlaubnis der Kreisverwaltung Südwestpfalz zur Bekämpfung von Wirbeltieren, insbesondere von Ratten, die als Schädlinge in der Kanalisation und anderen Zuständigkeitsbereichen des Umwelt- und Servicebetriebes (UBZ) auftreten.
Das Faltblatt zum Thema „Kein Abfall in die Toilette“ wurde überarbeitet und bekam ein neues Erscheinungsbild Wasser ist ein wertvolles Gut von immenser Bedeutung. 125 Liter Wasser werden täglich pro Person benutzt. Um die Ableitung und Reinigung des gebrauchten Wassers zu gewährleisten ist eine umfangreiche Infrastruktur notwendig. Um diese möglichst störungsarm am Laufen zu halten und die Umwelt zu schonen, ist es notwendig, darauf zu achten, welche Stoffe nicht in das Abwasser gehören.
Bis 2025 sollen rund 300.000 Kubikmeter unterirdischer Stauraum für Mischwasser in den Innenbezirken geschaffen werden. Dafür investieren das Land Berlin (60%) und wir (40%) rund 140 Millionen Euro. 253.000 Kubikmeter sind schon geschafft. Hinter den Zahlen verbergen sich über 80 spannende Bauprojekte, Anlagen und Technik, die allesamt ein Ziel haben: die Qualität unserer Gewässer, der Flüsse und Seen zu verbessern. Warum, wie und wo wir bauen, erfahren Sie hier.
Hamburg: Ausbau der Klärschlammverbrennungsanlage erreicht Halbzeit und entscheidende Montagephase
Die Erweiterung der Klärschlammverbrennungsanlage auf dem Klärwerk Hamburg hat die Halbzeitmarke der Bauzeit erreicht. Mit der Errichtung der mehr als 25 Meter hohen Schlammsilos so-wie dem Einbau der Turbine zur künftigen Energiegewinnung tritt das Investitionsprojekt in die entscheidende Montagephase ein. Am heutigen Mittwoch haben die Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin Hamburgs Katharina Fegebank und HAMBURG WASSER Geschäftsführer Dr. Michael Beckereit den Baufortschritt besichtigt und eine Zwischenbilanz gezogen. Nach Abschluss der Montagearbeiten ist ab 2027 die schrittweise Inbetriebsetzung vorgesehen.
„Die Erweiterung der Klärschlammverbrennung VERA zur größten Klärschlammverbrennungsanlage in Deutschland ist ein notwendiges und wichtiges Projekt für Hamburg. Sie schafft Entsorgungssicherheit für unsere Stadt und die ganze Metropolregion. Mit diesem innovativen Projekt erfüllt HAMBURG WASSER in herausfordernden Zeiten nicht nur frühzeitig neue gesetzliche Anforderungen, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz sowie zur nachhaltigen Abfallwirtschaft. Bei den Aufgaben von HAMBURG WASSER sind Vertrauen und Verlässlichkeit besonders wichtig. Ich freue mich daher, dass die neue Geschäftsleitung – auch mit dem heutigen Termin – Transparenz schafft und Ruhe ins Unternehmen bringt“, sagt Katharina Fegebank, Zweite Bürgermeisterin und Umweltsenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg.
Berlin: Rekord-Ausgaben für resiliente Versorgung und Infrastruktur
Die Berliner Wasserbetriebe stellten bei nahezu konstanten Wasser- und Abwassermengen sowie stabilen Gebühren 2024 erneut einen Investitionsrekord auf. Damit wappnet sich das Unternehmen für anhaltendes regionale Wachstum und die mit der Klimakrise einhergehende Trockenheit.
Im zurückliegenden Jahr investierten die Berliner Wasserbetriebe mehr als 250 Millionen Euro in den Netzausbau. Die eigenfinanzierten Investitionen lagen mit 539,1 Mio. Euro (2023: 474,2 Mio. Euro) erneut deutlich über dem Vorjahresniveau und übersteigen erstmals in der Geschichte des Unternehmens die Summe von einer halben Milliarde Euro. Daran hatten Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der inzwischen insgesamt rund 19.000 Kilometer langen Rohr- und Kanalnetze mit 251,4 Mio. Euro den Löwenanteil, dicht gefolgt von 245,5 Mio. Euro, die in den Ausbau und die Erneuerung von Klär-, Pump- und Wasserwerken flossen. Dabei setzt das Unternehmen wesentlich auf neue Technologien, etwa bei zusätzlichen Reinigungsstufen für die Klärwerke, bei weitergehenden Automatisierungen oder bei der KI-gestützten Zustandsanalyse seiner Ver- und Entsorgungsnetze.
Geplante Anpassung der Abwassergebühren ab 2026 – Stadtentwässerung investiert in zukunftsfähige Infrastruktur Bürgermeisterin Eva Jähnigen (Umwelt und Klima, Recht und Ordnung) und Ralf Strothteicher, Leiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Dresden, informierten im Rahmen einer Pressekonferenz über die geplante Anpassung der Abwassergebühren ab dem 1. Januar 2026. Warum werden die Abwassergebühren angepasst?
Die Gebühren für die Abwasserentsorgung in Dresden blieben seit dem Jahr 2021 konstant. Inzwischen machen jedoch steigende Kosten und ein erheblicher Investitionsbedarf eine Anpassung notwendig. Dies betrifft sowohl die Schmutzwasser- als auch die Niederschlagswassergebühr.
Die digitalen Möglichkeiten nutzen – das haben wir uns auf die Fahne geschrieben. In mehreren, ganz unterschiedlichen Projekten arbeiten wir daran, den verschiedenen Herausforderungen zu begegnen.
Wir forschen in unseren Aufgabenfeldern: Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung sowie Niederschlagswasserableitung und -speicherung. Und das ressourcenschonend und smart. Künstliche Intelligenz, vernetzte Systeme und Automatisierung sind bei uns nicht nur Schlagwörter: Wir forschen daran und nutzen sie!
Die Herausforderungen, vor denen die Wasserwirtschaft steht, sind immens. Mit dem Vorantreiben von Innovationen und Kooperationen gehen wir diese an und gestalten die Zukunft der Ressource Wasser aktiv.
Die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung befinden sich im Wandel. Die Auswirkungen des Klimawandels fordern ebenso eine Anpassung, wie politische, wirtschaftliche und gesundheitliche Krisen. Dürrephasen, zunehmende Stark- oder Dauerregenereignisse, veränderte Wassernutzung durch private Haushalte, Industrie und Landwirtschaft – all dies wirkt sich auf die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung aus.
Was tun gegen Medikamenten-Reste? Zusammen mit Forschenden der HAW und Fachleuten des UKE haben wir Abwasser der Uni-Klinik unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse helfen jetzt unter anderem bei der Umsetzung der EU-Abwasserrichtlinie KARL. Ein Besuch zum Projektabschluss.
Ruhrverband: Es sind noch Plätze frei: „Ferienspatz“ auf der Spur des Abwassers
Ruhrverband lädt in den Sommerferien zur Besichtigung der Kläranlage Essen-Kupferdreh ein Wir alle brauchen Wasser – zum Trinken, zum Kochen, zum Baden, zum Wäschewaschen und für die Toilettenspülung. Zwischen 120 und 130 Litern kommen so jeden Tag pro Person zusammen, die zum großen Teil als Abwasser in der Kanalisation verschwinden. Doch wohin führen die Kanalisationsrohre eigentlich, und was geschieht dort mit diesem schmutzigen Wasser? Antworten darauf gibt’s bei der Essener Ferienaktion „Ferienspatz“.
In Köln-Ehrenfeld informiert sich NRW-Wirtschafts- und Klimaministerin Mona Neubaur über das Energiekonzept des Quartiers LÜCK. Das von der wvm Gruppe und der naturstrom AG realisierte Wohnviertel nutzt Abwasserwärme als Energiequelle für seine Großwärmepumpe. Zusätzlich macht sich eine unterstützende Power-to-Heat-Anlage niedrige Börsenstrompreise für eine kosteneffiziente Wärmebereitstellung zunutze.
Nordrhein-Westfalens Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur erklärt: „Die Wärmewende wird vor Ort gemacht – mit modernster Technologie, klugen Lösungen und vor allem: gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern. Hier im Quartier LÜCK in Köln-Ehrenfeld zeigt sich, wie von einer nachhaltigen Wärmeversorgung alle profitieren – natürlich auch unser Klima. Abwasser als klimaneutrale Wärmequelle bietet dabei besonders in Ballungsgebieten großes Potenzial. Mit unserer Initiative Abwasserwärme NRW bringen wir Kommunen und Unternehmen zusammen und ebnen den Weg für mehr solcher Vorzeigeprojekte in ganz Nordrhein-Westfalen. So wird Energie bezahlbar und sicher.“
Interessante Einblicke in die Projekte der Stadtentwässerung Stuttgart
Mitglieder des neuen Stuttgarter Gemeinderats besuchten das Hauptklärwerk Stuttgart-Mühlhausen Die Ausschussmitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Technik folgten der Einladung des Ersten Betriebsleiters Jürgen Mutz bei schönstem Wetter Ende April.
Schon während der Busfahrt ins Hauptklärwerk wurden wichtige Projekte wie Abwasserwärmenutzung und die Sanierung des Nesenbachkanals erläutert. Angekommen im BesucherInformationsZentrum des Hauptklärwerks erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Organisation der SES, die Finanzen sowie regionale Kooperationen und erfuhren, wie wichtig uns das Thema Gemeinwohl ist.
Startschuss in eine saubere Zukunft in Irschenberg Der Bau der neuen Kläranlage in Irschenberg ist für die Gemeinde eines der größten Bauvorhaben in den letzten Jahren. Lange wurde um die beste Lösung für den notwendigen Neubau des in die Jahre gekommenen Klärwerks aus dem Jahr 1980 gerungen – unter technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Nun fand am 28. Mai 2025 der symbolische Spatenstich zum Neubau am alten Standort statt.
Dazu begrüßte Bürgermeister Klaus Meixner die Gäste, darunter Vertreter des Landratsamts Miesbach, der Planungsgemeinschaft Dünser-Aigner und ENWACON Engineering, der PFEIFFER Baugesellschaft sowie vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und Wasserwirtschaftsamt Rosenheim und erinnerte an die Anfänge: „Seit 2016 beschäftigen wir uns mit der Erneuerung der Abwasserentsorgungsanlage. Nun bauen wir eine mechanisch-biologische Kläranlage mit SBR-Stufe (Sequencing Batch Reactor) und nachgeschaltetem Bodenfiltersystem. Das Anlagenkonzept hat Vorbildcharakter und wurde 2020 mit dem Bayerischen Abwasserinnovationspreis des Bayerischen Umweltministerium ausgezeichnet und mit 500.000 Euro für die Gemeinde dotiert.“
Köln: Jetzt interaktiv in 3D: StEB Köln zeigen, wo Starkregen zur Gefahr werden kann
Köln war 2017 die erste deutsche Großstadt, für die Starkregengefahrenkarten erstellt und veröffentlicht wurden. Nun treiben die StEB Köln die Innovation in diesem Bereich weiter voran und veröffentlichen eine neue Generation ihrer Starkregengefahrenkarten – mit eindrucksvollen 3D-Darstellungen des Kölner Stadtgebiets. Diese zeigen die Gefahren durch Überflutungen aufgrund von Starkregen in bisher nicht gekannter Detailtiefe. Damit können Kölnerinnen und Kölner jetzt genau nachvollziehen, welche Auswirkungen Starkregenereignisse in ihrer direkten Umgebung haben können. Die Darstellungen basieren auf einer hydrodynamischen Simulation mit hoher räumlicher Auflösung, die die Folgen ausgewählter Starkregenszenarien innerhalb weniger Sekunden visualisiert. Die Nutzung ist kostenfrei und erfordert lediglich einen Internetzugang.
Starkregen sowie Trockenheit als akute Ausprägungen des Klimawandels, die wachsende Stadt, Digitalisierung in nahezu allen Bereichen des Lebens und wachsende gesellschaftliche Anforderungen an uns – die vergangenen Jahre und insbesondere auch das Jahr 2020 haben uns deutlich vor Augen geführt, dass die Welt von rasanten Veränderungen geprägt ist. Dass diese Entwicklungen auch eine Vielzahl von Herausforderungen für die Wasser- und Energiewirtschaft und damit auch für unsere Zukunft mit sich bringen, ist für jeden spürbar geworden. Unsere Antwort ist die Zukunftsstrategie 2030 – Ressourcen fürs Leben Wasser, Abwasser und Energie für Berlin – das ist unser Auftrag. Diesen heute und in Zukunft, unter sich verändernden Bedingungen und mit Blick auf künftige Generationen erfolgreich erfüllen zu können, ist unser erklärtes Ziel. Unserer Vision eines nachhaltigen und klimaresilienten Berlins folgend, ist die Zukunftsstrategie Quelle für Inspiration und Motivation.
HAMBURG WASSER legt Bilanz vor, baut Wasserwerke aus und fordert Rechtssicherheit für die öffentliche Wasserversorgung
Trinkwasserverkauf in Hamburg erstmals seit 2020 leicht gestiegen +++ Grundwasser dank nassem Vorjahr im Normalbereich +++ HAMBURG WASSER mit 106,2 Millionen Gewinn +++ tägliche Spitzenabgabe der Wasserwerke soll auf 500.000 Kubikmeter ausgebaut werden +++ HAMBURG WASSER wünscht mehr Koordination im Tiefbau und schnellere Baugenehmigungen
Die öffentliche Wasserversorgung steht vor wachsenden Herausforderungen: Klimawandel, steigende Baukosten, neue gesetzliche Anforderungen und begrenzte Ressourcen erfordern eine vorausschauende Planung und verlässliche Rahmenbedingungen. HAMBURG WASSER hat anlässlich seiner heutigen Jahrespressekonferenz auf zentrale Handlungsfelder hingewiesen.
Rekord-Ausgaben für resiliente Versorgung und Infrastruktur
Wasserbetriebe-Bilanz: 539 Mio. Euro investiert/Wasserverkauf auf Vorjahresniveau Die Berliner Wasserbetriebe stellten bei nahezu konstanten Wasser- und Abwassermengen sowie stabilen Gebühren 2024 erneut einen Investitionsrekord auf. Damit wappnet sich das Unternehmen für anhaltendes regionale Wachstum und die mit der Klimakrise einhergehende Trockenheit.
Die Finanzierung ist gesichert. Machbarkeit und rechtliche Fragen sind geklärt und die Politik hat grünes Licht gegeben. Der Weg für die vierte Reinigungsstufe des Mainzer Klärwerks ist klar vorgezeichnet. 2026 soll die Anlage in Betrieb gehen.
Nächste Phase für den Generalentwässerungsplan für Südbrookmerland
Südbrookmerland. Zwei Starkregenereignisse haben in den Jahren 2021 und 2024 in Moordorf für Überflutungen gesorgt und die Herausforderungen aufgezeigt, die gerade in diesem Ortsteil bei den Entwässerungssystemen bestehen. Vor diesen Hintergrund schlossen OOWV und Gemeinde eine Kooperation zur Erstellung eines gemeinsamen Generalentwässerungsplanes (GEP), für den der OOWV die Beauftragung eines Ingenieurbüros übernahm.
Im Jahr 2022 wurde der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV), der in der Gemeinde Südbrookmerland bereits für die Schmutzwasserentsorgung zuständig ist, mit der Entwicklung des GEP beauftragt. In zwei Teilen sollen die Regenwasserkanäle in Moordorf sowie die Schmutzwasserkanäle im gesamten Gemeindegebiet untersucht werden.
Ruhrverband verabschiedet Prof. Norbert Jardin in den Ruhestand
Neuer Vorstandsvorsitzender Prof. Christoph Donner kommt von den Berliner Wasserbetrieben Der Vorstandsvorsitzende des Ruhrverbands, Prof. Norbert Jardin, ist am 30. April 2025 nach 30-jähriger Tätigkeit für das Essener Wasserwirtschaftsunternehmen in den Ruhestand getreten. Seine Nachfolge als Vorstandsvorsitzender sowie als Vorstand Technik und Flussgebietsmanagement tritt zum 1. Mai 2025 Prof. Christoph Donner an, der bis November 2024 Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe war. Der Ruhrverband hat damit innerhalb eines Jahres ein komplett neues Vorstandsteam erhalten, denn die Vorständin für Personal, Verwaltung und Soziales, Carolin-Beate Fieback, ist seit dem 1. Mai 2024 und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Vorstand Finanzen, Christoph Gerbersmann, seit dem 1. Oktober 2024 im Amt.
Ruhrverband führt den Betrieb der Werkskläranlage in Hagen-Kabel seit dem 1. Juni 2025 fort
Nach der Insolvenz der Papierfabrik Kabel Premium Pulp & Paper (KPPP) muss der Ruhrverband diese Aufgabe übernehmen. Die Bezirksregierung Arnsberg entzog der KPPP mit Bescheid vom 30. Mai 2025 die Pflicht zur Beseitigung des kommunalen Abwassers aus Hagen-Boele und verpflichtete damit den Ruhrverband, diese Aufgabe im Rahmen der Gefahrenabwehr zu übernehmen. Diese Entscheidung erfolgte, um Beeinträchtigungen der Gewässerqualität und daraus resultierende negative Auswirkungen auf das Allgemeinwohl zu verhindern. Nach Einschätzung der Bezirksregierung ist der Ruhrverband am besten in der Lage, den Betrieb der Anlage fachgerecht sicherzustellen.
Der Jahresbericht liegt vor und kann hier runtergeladen werden! Er gibt einen Überblick über die großen Themen und Aufgaben des Erftverbandes im Jahr 2024. Dazu gehören die Umsetzung des Masterplans Abwasser, der für eine zukunftsfähige Abwasserinfrastruktur sorgt; der frühzeitige Braunkohlenausstieg, der schon in wenigen Jahren die wasserwirtschaftlichen Randbedingungen grundlegend verändert; die Klärschlammkooperation, die für eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Entsorgung des Klärschlamms und die Phosphorrückgewinnung steht. https://www.erftverband.de/jahresbericht/
Spatenstich in Schkopau: Phosphorgewinnung mit dem Ash2Phos-Verfahren
Neue Phosphorrückgewinnungsanlage in Schkopau soll Europas Selbstversorgung stärken Die Phosphorgewinnung Schkopau GmbH (PGS) baut in Schkopau die weltweit erste Phosphorrückgewinnungsanlage mit dem Ash2Phos-Verfahren. Der Standort ist auf dem Gelände des DOW ValueParks, wo in den nächsten zwei Jahren eine Rückgewinnungsanlage mit einer Kapazität von 30.000 t Klärschlammasche entsteht. Die Anlage soll 2027 in Betrieb gehen.
Auch Prof. Dr. Armin Willingmann, Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt in Sachsen-Anhalt, war beim Spatenstich dabei: „Die innovative Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor wird beispielhaft aufzeigen, dass sich Umwelt- und Ressourcenschutz auch wirtschaftlich auszahlen“, erklärte Willingmann. „Ich freue mich, dass Gelsenwasser und EasyMining bei uns in Sachsen-Anhalt in diese nachhaltige Technologie investieren. Sachsen-Anhalt kann sich damit einmal mehr als attraktiver Wirtschaftsstandort und als Land der Zukunftstechnologien profilieren. Als Land mit starker Landwirtschaft wird Sachsen-Anhalt zugleich davon profitieren, wenn dank eigener Recyclingkapazitäten künftig weniger Phosphor aus dem Ausland importiert werden muss.“
Spatenstich für Erweiterung und Neubau des Klärwerks im Rosental
Die Leipziger Wasserwerke setzen eines der größten und wichtigsten Investitionsvorhaben in der Unternehmensgeschichte um: In Leipzigs Hauptklärwerk Rosental haben am 19. Mai 2025 die Arbeiten für den Ausbau der Anlage begonnen. In den kommenden sieben Jahren werden im laufenden Betrieb Erweiterungen in der Biologischen Reinigungsstufe sowie den kompletten Neubau der Mechanischen Reinigung realisiert. „Wir setzen auch in Zukunft auf den historisch bewährten Standort im Rosental. Das seit über 130 Jahren erprobte Areal und neueste technische Innovationen ermöglichen es uns, die dringend benötigten Erweiterungsanlagen innerhalb des bestehenden Klärwerksgeländes zu bauen“, sagt der Technische Geschäftsführer der Wasserwerke, Dr. Ulrich Meyer.
BRW bietet Führungen an Am 28. Juni öffnet der BRW die Tore seines Klärwerks Ohligs für Besucher/innen. Um 10:30 und 12:15 Uhr bieten die Expert/innen für Abwasserreinigung Führungen über das Klärwerk Ohligs an. Wohin verschwindet eigentlich das Abwasser und was passiert dann damit? Im Klärwerk Ohligs erleben Interessierte ganz praxisnah, wie das schmutzige Abwasser in mehreren Schritten gereinigt wird, bevor es wieder in die Itter fließen darf.
Daneben erfahren die Besucher/innen an einem Infostand viel Wissenswertes über den Wasserverband: z. B. seine Aufgaben, seine Ausbildungsberufe, aktuelle Jobangebote etc.
Ruhrverband startet mit Bauarbeiten am Staukanal in Hattingen
Regenrückhaltebecken in Niedersprockhövel wird ebenfalls umgebaut Der Ruhrverband hat in der 18. Kalenderwoche mit der Einrichtung der Baustelle für umfangreiche Sanierungsarbeiten am Staukanal an der Bredenscheider Straße in Hattingen begonnen. Auch das Regenrückhaltebecken (RRB) Niedersprockhövel soll umgebaut werden. Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich fünf bis sechs Monate dauern – witterungsabhängig kann sich dieser Zeitraum leicht verschieben.
Geplante Anpassung der Abwassergebühren ab 2026 – Stadtentwässerung investiert in zukunftsfähige Infrastruktur Am Freitag, dem 11. April 2025, informieren Bürgermeisterin Eva Jähnigen (Umwelt und Klima, Recht und Ordnung) und Ralf Strothteicher, Leiter des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Dresden, im Rahmen einer Pressekonferenz über die geplante Anpassung der Abwassergebühren ab dem 1. Januar 2026.
Warum werden die Abwassergebühren angepasst? Die Gebühren für die Abwasserentsorgung in Dresden blieben seit dem Jahr 2021 konstant. Inzwischen machen jedoch steigende Kosten und ein erheblicher Investitionsbedarf eine Anpassung notwendig. Dies betrifft sowohl die Schmutzwasser- als auch die Niederschlagswassergebühr.
Neue Photovoltaikanlage auf der Kläranlage Wirbelau
Auf der Kläranlage Wirbelau wurde eine Photovoltaikanlage (29,8 kWhpeak) mit Batteriespeicher (27,6 kWh) realisiert. Mit dieser Anlage können voraussichtlich 80 Prozent der gewonnenen Energie selbst verbraucht werden. Die Investition wird vom Land Hessen mit rund 70 Prozent gefördert. Sie wird sich innerhalb weniger Jahre amortisieren und einen weiteren Beitrag zur Nutzung regenerativer Energie im KBV leisten.
Über die Kanäle wird das anfallende Abwasser den insgesamt 11 Kläranlagen zugeleitet. Dort wird dann das Schmutzwasser gereinigt und geklärt und sauber dem Wasserkreislauf wieder zugeführt.
120 Liter Abwasser pro Einwohner und Tag werden durchschnittlich in Richtung Kläranlagen abgeleitet. Hinzu kommt noch das Regenwasser, das auf versiegelte Flächen fällt und teilweise ebenfalls auf den Kläranlagen ankommt. Zusammen sind das Jahr für Jahr rund 11 bis 12 Mio. m³ Abwasser für die Kläranlagen. Konzipiert sind die Kläranlagen für rund 164.000 Einwohnerwerte.
Zu den rund 150 km Kanälen der beteiligten Abwasserverbände gehören außerdem etwa 140 so genannte unterirdische Entlastungsanlagen, in denen bei Regenwetter das ankommende Mischwasser in Richtung Kläranlagen bzw. Vorfluter aufgeteilt wird. Die beteiligten Städte und Gemeinden verfügen darüber hinaus über eigene Kanäle innerorts, die das Abwasser zu den Verbandsanlagen transportieren.
Zentrallabor der SES liefert Daten zum Cannabis-Konsum
Ein Jahr nach der Cannabis-Legalisierung zeigen Abwasseranalysen: Konsum in Stuttgart rund 13 Prozent gestiegen Die Stadtverwaltung hat in der Sitzung des Sozial‐ und Gesundheitsausschusses am 7. April 2025 die Ergebnisse aktueller Abwasseranalysen vorgestellt. Gleichzeitig bestätigen Daten aus Suchthilfe und Gesundheitswesen sowie der Polizei, dass die Legalisierung bislang nicht zu einem sprunghaften Anstieg der Nutzung geführt hat.
„Abwasserproben bieten wertvolle Einblicke in den Drogenkonsum einer Stadt oder Region,“ erklärt Peter Schilling, der Leiter des Zentrallabors der Stadtentwässerung Stuttgart. „Die Analyse der Tagesmischproben im Zulauf des Hauptklärwerks Stuttgart-Mühlhausen ermöglicht uns, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie verbreitet der Konsum von Cannabis und anderen Drogen ist. Vor allem die Häufigkeit unserer Untersuchungen, nämlich ein Wochengang pro Monat, ergibt eine sehr sichere Datengrundlage für die Beurteilung der Situation.“
Forschungsprojekt DISCO soll Kommunen mit digitalen Tools klimafit machen
Oldenburg. Digitale Tools von der VR-Brille bis zum Sensorhandschuh selbst testen und Ideen zur Klimaanpassung auf kommunaler Ebene diskutieren: Diese spannende Mischung haben in den vergangenen Tagen knapp 30 Fachleute aus fünf Ländern der Nordseeregion beim Treffen des neuen Forschungsprojekts DISCO (Digital Solutions for Climate Adaptation) in Oldenburg erlebt. Gemeinsam mit der Jade Hochschule begrüßte der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) die Gäste aus insgesamt elf Institutionen. Kommunen waren ebenso vertreten wie Forschungseinrichtungen und Wasserverbände. Ihr gemeinsames Anliegen: Gemeinden, Städte, Landkreise und kommunale Unternehmen mit digitalen Lösungen fit machen für die Herausforderungen des Klimawandels. Gefördert wird das bis Mai 2028 angesetzte Projekt mit einem Gesamtbudget von rund fünf Millionen Euro durch das Interreg-Nordseeprogramm der EU.
Vorreiter in Baden-Württemberg: Die neue Ozonungsanlage im Klärwerk Eriskirch
Um Spurenstoffe aus Medikamentenresten, Hormonen, Röntgenkontrastmittel, Haushalts- und Industriechemikalien sowie aus Bioziden und Pestiziden zuverlässig aus dem Abwasser zu eliminieren und damit auch die Wasserqualität an den beiden benachbarten Strandbädern Eriskirch und Langenargen nachhaltig zu verbessern, beschloss der Abwasserverband Unteres Schussental im Januar 2018 die Erweiterung der Kläranlage Eriskirch um eine vierte Reinigungsstufe mittels Ozonung.
Entscheidend dafür waren die positiven Ergebnisse aus der Langzeitstudie „SchussenAktivplus“, bei welcher durch das Ozonungsverfahren bis zu 90 % der Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser des Abwasserverbandes eliminiert werden konnten. Die Ozonungsanlage auf der Kläranlage Eriskirch ist die erste ihrer Art in Baden-Württemberg und bildet damit ein Pilotprojekt für zukunftsorientierte Abwasseraufbereitung im Südwesten.
In unserem Klärwerk entsteht die erste Abwasser-Großwärmepumpe Deutschlands – mit klimafreundlicher Fernwärme für bis zu 39.000 Haushalte Heizen mit Abwasser oder Kühlen mit Grundwasser – was wie eine wenig glaubwürdige Science Fiction-Geschichte klingt, ist längst hanseatische Realität. Seit Jahren beschäftigt sich HAMBURG WASSER mit Technologien, welche die energetischen Potenziale des Wassers optimal ausschöpfen sollen. Und die haben es ganz schön in sich.
Aus Abwasser wird Fernwärme Rund 450.000 Kubikmeter Abwasser landen täglich in Deutschlands größtem kommunalen Klärwerk im Hamburger Hafen. Dort wird es nicht nur umweltgerecht gereinigt, aus dem Klärschlamm gewinnen wir noch Rohstoffe wie Phosphor und wertvolle Energie in Form von Faulgas. Eine bisher weitgehend ungenutzte Ressource wollen wir jetzt gemeinsam mit den Hamburger Energiewerken nutzen: Denn das Abwasser, das unser Klärwerk verlässt, verfügt mit 12 bis 22 Grad Celsius noch über jede Menge Restwärme.
HAMBURG WASSER nutzt Abwasser zur Wärme- und Kälteproduktion im Hauptpumpwerk auf St. Pauli
Meilenstein im Bauprojekt Hafenstraße erreicht: Zur Nutzung von Abwasserenergie hat HAMBURG WASSER die Druckleitung im Hauptpumpwerk Hafenstraße mit sechs speziell konzipierten Wärmetauschern belegt. Die Druckleitung, die das Abwasser von 550.000 Hamburgerinnen und Hamburgern unter der Elbe zum Klärwerk führt, nimmt heute nach acht Wochen Bauzeit ihren Betrieb auf. Voraussichtlich ab Ende des Jahres startet der Pilotbetrieb der Wärmetauscher. Bis 2027 testet HAMBURG WASSER die Leistung der Anlage bei unterschiedlichen Temperaturbedingungen im Sommer und Winter. Erwartet wird, dass die Abwasserenergie zukünftig den Wärmebedarf des Pumpwerks und anderer Anlagen auf dem Gelände in der Hafenstraße in Höhe von etwa 200 MWh/a deckt und den Einsatz von fossilem Gas ersetzt. Außerdem wird die notwendige Kühlleistung für die Klimatisierung der Maschinenhalle und Schalträume durch die Wärmepumpe zur Verfügung gestellt. Der für das Pumpwerk und die Wärmepumpe benötigte Strom wird heute schon aus regenerativen Quellen des Klärwerks erzeugt und über ein separates Stromkabel zum Pumpwerk Hafenstraße geliefert.
Phosphor-Recycling aus Klärschlammasche: Demonstrationsanlage ist in Betrieb
Wichtiger Rohstoff wird nun aus dem Abwasser zurückgewonnen Die großtechnische Demonstrationsanlage zur Phosphorrückgewinnung aus der Asche von Klärschlämmen hat in dieser Woche ihren offiziellen Betrieb aufgenommen. Die Anlage wurde im Rahmen des AMPHORE-Projekts nach dem PARFORCE®-Verfahren auf der Kläranlage Bottrop der Emschergenossenschaft gebaut und wird von der PhosRec Posphor-Recycling GmbH betrieben. Die NRW-Wasserwirtschaftsverbänden Ruhrverband, Wupperverband, Linksniederrheinische Entwässerungsgenossenschaft (LINEG), Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) hatten die PhosRec Phosphor-Recycling GmbH im März 2020 neu gegründet, um sich auf die ab 2029 in Deutschland geltende Pflicht zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm vorzubereiten.
Erneuerung der Schaltanlagen der Kläranlage Steeden
Die gesamten Schaltanlagen (Elektrotechnik, Mess-, Steuer- und Regeltechnik) der Kläranlage Steeden wurden vollständig erneuert. Die Anlagen waren zum großen Teil Erstausrüstung und seit dem Bau der Kläranlage im Jahr 1988 in Betrieb. Trotz laufender Wartung, Reparatur und Instandhaltung waren die Schaltanlagen und damit die Steuerung der Biologischen Reinigungsstufe in einem abgängigen Zustand.
Im Zuge der umfangreichen und schwierigen Bestandsanalyse und Entwurfsplanung hatte sich herausgestellt, dass der Aufwand doch deutlich größer war als erwartet. Im Zuge der Baumaßnahme wurde daher auch das vorhandene Kabelzugsystem erneuert, um die Betriebs- bzw. Entsorgungssicherheit zu gewährleisten. Nach mehrmonatigen Baumaßnahmen konnten die neuen Anlagen nun in Betrieb genommen werden.
Gemeinde Sande überlässt OOWV geklärtes Abwasser für Brauchwasserwerk
Sande. Geklärtes Abwasser nutzen, um für industrielle Zwecke kein Trinkwasser aufwenden zu müssen: Auf dieses umweltfreundliche und nachhaltige Vorgehen haben sich jetzt die Gemeinde Sande und der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) geeinigt. In einer am Freitag unterzeichneten Vereinbarung legen die friesische Kommune und der Wasserversorger fest, dass der OOWV gereinigtes Abwasser aus dem Ablauf der kommunalen Kläranlage Sande-Altenhof erhält. Dieses soll dann in einem neuen Brauchwasserwerk – die ersten dieser Art baut der OOWV gerade in Brake und Nordenham im Landkreis Wesermarsch – für die industrielle Nutzung technisch aufbereitet werden. Genauer gesagt soll Brauchwasser in der Qualität erzeugt werden, die der nur wenige Kilometer weiter von der Friesen Elektra Green Energy AG geplante Wasserstoffpark Friesland benötigt.
Spatenstich für den Abwasseranschlusskanal Abtsküche
Wichtiger Schritt für eine moderne und nachhaltige Abwasserentsorgung Mit dem heutigen Spatenstich beginnt der zweite Bauabschnitt des Abwasseranschlusskanals von der Kläranlage Abtsküche zur Kläranlage Essen-Kettwig. Das rund 40 Millionen Euro teure Projekt ist ein bedeutender Schritt zur Optimierung der regionalen Abwasserentsorgung. „Dieses Vorhaben bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Der Rinderbach wird von gereinigtem Abwasser befreit und renaturiert, die kostenintensive Sanierung der Kläranlage Abtsküche entfällt, und die Abtskücher Teiche können künftig als Hochwasserschutzraum genutzt werden“, erläutert Professor Norbert Jardin, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands. Zudem reduzieren sich die Betriebskosten, und die Mitbehandlung des Abwassers in einer größeren Anlage spart Energie sowie Betriebsmittel.
30-Jährige Partnerschaft zur Klärschlamm-Verwertung vereinbart
Erftverband, Wasserverband Eifel-Rur und RWE Power unterzeichnen Verträge zur Betriebsführung und zur Entsorgung Langfristige Zusammenarbeit bis mindestens Ende 2058 gesichert
Der Erftverband, der Wasserverband Eifel-Rur und RWE Power haben ihre Kooperation zur Entsorgung von Klärschlamm in Hürth-Knapsack weiter konkretisiert. Die Partner haben vor einem Jahr bereits das gemeinsame Tochterunternehmen Klärschlamm-Verwertung Rheinland GmbH gegründet, die eine der zwei von RWE zu errichtenden Anlagenlinien zur Klärschlamm-Verwertung übernimmt. Vereinbart ist, dass RWE Power die Klärschlamm-Verwertungsanlage plant, errichtet und technisch betreibt, die Wasserverbände sind für die kaufmännische Geschäftsführung verantwortlich.
HAMBURG WASSER fordert ein starkes Verursacherprinzip und setzt auf Kooperationen für nachhaltige Landwirtschaft
Am vergangenen Donnerstag hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ihre Maßnahmen gegen die Nitratbelastung des Grundwassers im Emsgebiet überarbeiten müssen. Das Gericht in Leipzig bestätigte damit das vorherige Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, das bereits forderte, den EU-Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter im Grundwasser schnellstmöglich einzuhalten.
„Grundwasser ist vielerorts die Hauptquelle für Trinkwasser; in Hamburg decken wir sogar den gesamten Trinkwasserbedarf aus dieser Ressource. Ihr Schutz vor anthropogenen Einflüssen ist elementar. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes gegen die Nitratbelastung des Grundwassers im Emsgebiet ist damit wegweisend für unser Lebensmittel Nr. 1. Es unterstreicht das Verschlechterungsverbot für EU-Gewässer und stärkt das Vorsorge- sowie Verursacherprinzip“; sagt Ingo Hannemann, Sprecher der Geschäftsführung von HAMBURG WASSER.
Beteiligung am Aktionstag im Naturschutzzentrum Erkrath
Am 23. März lädt das Naturschutzzentrum Bruchhausen von 11 bis 17 Uhr zu einem Aktionstag anlässlich des Tags des Wassers ein. Ein buntes Programm für Groß und Klein wird dort rund um das Thema Wasser und im Speziellen zum Schutz der Gletscher angeboten.
Der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) bereichert das Programm mit Einblicken in die lokale Welt des Wassers:
Am Infostand des Wasserverbands gibt es für die kleinen Besucher einen künstlichen Bachlauf. An der Mikroskopier-Station können sie einen erstaunlichen Blick auf die Kleinstlebewesen werfen, die in den heimischen Gewässern leben.
Für interessierte Anwohner werden geführte Touren über die nahegelegene Verbandsdeponie und zu einem Gewässerabschnitt, an dem aktuell ein naturnaher Ausbau (Ausgleichsmaßnahme) realisiert wird, angeboten.
Erftverband technisch und organisatorisch gut aufgestellt
DWA überreicht Qualitätssiegel für einwandfreies Management Der Erftverband ist erneut von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) mit dem Qualitätssiegel Technisches Sicherheitsmanagement (TSM) in den Bereichen Abwasser und Gewässer ausgezeichnet worden. Die Bestätigung wurde dem Vorstand Prof. Heinrich Schäfer und den technischen Führungskräften Dr. Dietmar Jansen (Gewässer) und René Düppen (Abwasser) am 10. März am Verwaltungsstandort in Bergheim überreicht.
Infozentrum am Neckartor geöffnet! Mit Führung Hauptsammler Nesenbach
Führung durch die Kanalisation Das Informationszentrum der Stadtentwässerung Stuttgart am Neckartor von März bis Oktober an jedem ersten Mittwoch geöffnet (außer im August). Bei schönem Wetter können Sie sich bei einer Kanalführung durch den Hauptsammler Nesenbach selbst ein Bild von der Arbeit im Kanal machen.
Aus Sicherheitsgründen ist es erforderlich, dass sich die Teilnehmer eigenständig und sicheren Fußes (ohne Gehhilfe) bewegen können. Dieses Angebot ist für körperlich beeinträchtigte Personen leider nicht geeignet. Vor dem Einstieg in den Kanal erhalten Sie eine sicherheitstechnische Kurzeinweisung und werden mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet (Einmalanzug, Helm, Handschuhe, Gummistiefel, Sicherheitsgurt, Lampe).
Anschluss Kläranlage Abtsküche: halbseitige Sperrung der Abtskücher Straße
Gesamtmaßnahme dient der Verbesserung der Gewässerqualität des Rinderbachs
Die Abtskücher Straße wird im Bereich zwischen der Einmündung Flurweg und dem Parkplatz oberhalb des Teiches aufgrund von Bauarbeiten halbseitig gesperrt. Die Sperrung erfolgt vom 18. März 2025 bis voraussichtlich 11. Mai 2025.
Baltrum. In einem der zwei Belebungsbecken der Kläranlage des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) auf der Nordseeinsel Baltrum sind auf dem Grund nur wenige Pfützen zu sehen. Das Becken selbst: leergepumpt. Der Grund: Beide Becken, in denen normalerweise Abermillionen Bakterien damit beschäftigt sind, Abwasser zu klären, werden nacheinander mit neuer Belüftungstechnik ausgestattet. „Wir ersetzen die über 25 Jahre alten Rohrmembranbelüfter durch moderne Plattenbelüfter“, erzählt OOWV-Projektingenieur Gerold Eiben. „Die sind deutlich effizienter und wir rechnen mit Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent. Da die Belüftung der energieintensivste Schritt im gesamten Klärprozess ist, ist das ein signifikanter Teil.“
Erneuerung der Schaltanlagen der Kläranlage Steeden
Die gesamten Schaltanlagen (Elektrotechnik, Mess-, Steuer- und Regeltechnik) der Kläranlage Steeden wurden vollständig erneuert. Die Anlagen waren zum großen Teil Erstausrüstung und seit dem Bau der Kläranlage im Jahr 1988 in Betrieb. Trotz laufender Wartung, Reparatur und Instandhaltung waren die Schaltanlagen und damit die Steuerung der Biologischen Reinigungsstufe in einem abgängigen Zustand.
Im Zuge der umfangreichen und schwierigen Bestandsanalyse und Entwurfsplanung hatte sich herausgestellt, dass der Aufwand doch deutlich größer war als erwartet. Im Zuge der Baumaßnahme wurde daher auch das vorhandene Kabelzugsystem erneuert, um die Betriebs- bzw. Entsorgungssicherheit zu gewährleisten. Nach mehrmonatigen Baumaßnahmen konnten die neuen Anlagen nun in Betrieb genommen werden.
Der Abwasserverband Flörsheim reagiert mit der Kapazitätserweiterung seiner Kläranlage zum einen auf weiter steigende Anforderungen an die Abwasserbehandlung und zum anderen auf die prognostizierte Bevölkerungszunahme im Ballungsraum Rhein-Main.
Aufgrund des sehr knappen Flächenangebots innerhalb des bestehenden Kläranlagengeländes wird die Erweiterung hauptsächlich auf der benachbarten Fläche des ehemaligen Städtischen Bauhofs errichtet.
Um den laufenden Betrieb der Kläranlage zu gewährleisten und das knappe Flächenangebot zu berücksichtigen, erfolgt der Ausbau der Kläranlage in drei aufeinander abgestimmten Ausbauschritten:
Hamberge: Am Donnerstag kamen der Bürgermeister der Hansestadt Lübeck, Jan Lindenau, der Bürgermeister der Gemeinde Hamberge, Albert Iken, Leiter der Stadtentwässerung der Entsorgungsbetriebe Lübeck, Enno Thyen und der Direktor der Entsorgungsbetriebe Lübeck, Mathias Mucha an der Kläranlage Hamberge, Buurredder zusammen, um einen Vertrag zur Übernahme des Abwassers der Gemeinde Hamberge durch die Hansestadt Lübeck zu unterzeichnen. Beginnen soll die Abwasserübernahme ab 2027.
„Dieser Schritt ist ein großartiges Beispiel für das Gelingen von interkommunaler Kooperation“, betont Bürgermeister Jan Lindenau. „Wir haben eine Vereinbarung getroffen, von der alle Beteiligten profitieren. Ich freue mich, dass wir in der Region so gut zusammenarbeiten.“
Von Montag, 10. März bis Mittwoch, 19. März 2025, findet in Burgdorf eine Rattenbekämpfung im gesamten Stadtgebiet, einschließlich der dazugehörigen Ortschaften, statt. Die Bekämpfung umfasst das Kanalisationsnetz, die stehenden und fließenden Gewässer, den Stadtpark, die Umgebung der Kläranlage sowie die Regenrückhaltebecken.
Köln: Neues Jahr, neues Tool – Der Wasser-Risiko-Check 2.0 ist da
Mit Beginn des neuen Jahres präsentiert sich der Wasser-Risiko-Check in einer verbesserten Version 2.0: intuitiver, informativer und übersichtlicher. Das interaktive Online-Tool unterstützt Hauseigentümerinnen, Bauherrinnen sowie Architektinnen und Handwerkerinnen dabei, die Gefährdungssituation der einzelnen Immobilien durch Starkregen, Hochwasser und Grundhochwasser (letzteres nur in Köln) zu ermitteln. Außerdem werden konkrete, an den Gebäudetyp abgestimmte Schutzmaßnahmen vorgeschlagen.
Preisgekröntes Kanalalterungsmodell wurde vervollkommnet und besteht in der Praxis Angenommen, wir würden unseren Apparat stur darauf ausrichten, in jedem Jahr rund ein Prozent des Kanalnetzes anzufassen und dabei gut 21 Kilometer auszuwechseln, 55 Kilometer zu renovieren – was meistens linern bedeutet – und weitere 18 Kilometer zu reparieren, dann wäre das bis 2060 eine feine Sache. Der Zustand unseres Gesamtnetzes würde bis dahin immer besser, obwohl es unter diesen Annahmen stetig weiter altern würde. Aber danach würde unser rüstiger Rentner, so könnte man das Netz dann umschreiben, schnell immer klappriger.
Hamburg: Meilensteine für eine nachhaltige Abwasserentsorgung
Das Hamburger Klärwerk hat sich längst von einer reinen Abwasserreinigungsanlage zu einem innovativen Zentrum für nachhaltige Energieproduktion und Ressourcennutzung entwickelt. Hier wird nicht nur Abwasser gereinigt, sondern auch Energie gewonnen, Rohstoffe recycelt und die städtische Wärmeversorgung unterstützt.
Aktuell laufen spannende Projekte, die das Klärwerk fit für die Zukunft machen: Unsere Klärschlammverwertung VERA wird aktuell zur größten Anlage Deutschlands ausgebaut. Die Anlage HPHOR läuft mit innovativem Verfahren zur Rückgewinnung von Phosphor im Probebetrieb. Mit dem Bau von vier Großwärmepumpen am Ablauf unserer Kläranlage liefern wir bald klimafreundliche Wärme für bis zu 39.000 Haushalte und unterstützen damit die Hamburgische Wärmewende.
Modernisierung der Regenwasserbehandlung in Steinbach (Lebach)
Im Januar beginnt der Entsorgungsverband Saar in der Höchstener Straße in Steinbach (Lebach) mit der Modernisierung der Regenwasserbehandlung. Dafür wird der alte Regenüberlauf, der zur Abwasseranlage Bubach-Calmesweiler gehört, und bereits durch einen neuen, modernen Regenüberlauf ersetzt wurde, abgebrochen.
Die vorhandene Entlastungsleitung wird im Bereich des Steinbachs vollständig entfernt, sodass die natürlichen Verhältnisse wiederhergestellt werden. In das Projekt, mit dem die Strabag AG beauftragt wurde, investiert der EVS rund 180.000 Euro.
Rinteln: Innovative Grundwassersanierung auf Areal der Stadtwerke Rinteln erzielt erste Erfolge
Die Stadtwerke Rinteln sanieren mit einem nachhaltigen, biologischen Verfahren seit Januar 2022 das Grundwasser auf ihrem Stadtwerke-Areal und haben damit einen ersten Erfolg erzielt. Wie aus einer Mitteilung der Stadtwerke hervorgeht, wurde am Standort früher Gas aus Kohle und Koks produziert, wobei Schadstoffe in den Boden und geringe Teile davon über die Jahre auch ins Grundwasser unter dem Gelände gelangt sind.
Moorenweis: Neue Abwasserentsorgung in Moorenweis wird teuer
Das Moorenweiser Rathaus nimmt ein Großprojekt im Bereich der Abwasserentsorgung in Angriff. Die Teichkläranlagen in Dünzelbach und Steinbach werden geschlossen und das Abwasser aus den beiden Ortsteilen künftig in die Kläranlage im Hauptort gepumpt.
Auslöser für die Neuerung im Bereich der Abwasserentsorgung ist das sich wandelnde Klima mit langen Trockenphasen und Starkregenereignissen. Beide Extreme belasten die Teichkläranlagen. Regnet es zu viel, reichen die Kapazitäten nicht. Bei längerer Dürre führen die Vorfluter – der Steinbach und der Dünzelbach – zu wenig Wasser, sodass das geklärte Abwasser nicht ausreichend verdünnt wird.
Irschenberg: Das ist im neuen Jahr das zentrale Projekt – und viele müssen mitzahlen
Nach jahrelanger Vorbereitung startet in der Gemeinde Irschenberg 2025 der Bau der neuen Kläranlage. Die angeschlossenen Bürger müssen mit Extrabeiträgen kräftig mitfinanzieren – die genauen Summen entscheidet der Gemeinderat in Kürze. Die große Herausforderung ist der Neubau der Irschenberger Kläranlage bei Aufham. Seit 2018 steht das Werk auf der gemeindlichen Agenda. Anfangs war noch unklar, ob es auf einen Neubau, einen Umbau oder einen Anschluss an Bruckmühl hinauslaufen wird. Doch seit 2020 ist klar: Es läuft auf einen Neubau hinaus, und die an die Abwasserversorgung der Gemeinde angeschlossenen Haushalte müssen einen Extrabeitrag leisten.
Preisgekröntes Kanalalterungsmodell wurde vervollkommnet und besteht in der Praxis Angenommen, wir würden unseren Apparat stur darauf ausrichten, in jedem Jahr rund ein Prozent des Kanalnetzes anzufassen und dabei gut 21 Kilometer auszuwechseln, 55 Kilometer zu renovieren – was meistens linern bedeutet – und weitere 18 Kilometer zu reparieren, dann wäre das bis 2060 eine feine Sache. Der Zustand unseres Gesamtnetzes würde bis dahin immer besser, obwohl es unter diesen Annahmen stetig weiter altern würde. Aber danach würde unser rüstiger Rentner, so könnte man das Netz dann umschreiben, schnell immer klappriger.
Bis 2120, also in hundert Jahren, hätte sich die Verbesserung der ersten Jahrzehnte aber regelrecht umgekehrt und die Zahl der Kanäle, denen es richtig schlecht geht, wäre wahrscheinlich mehr als doppelt so groß wie heute. Das will natürlich niemand.
StEB Köln nutzen KI zur Berechnung von Abwassergebühren
Die Stadtentwässerungsbetriebe können damit den hohen Aufwand der meist manuellen Gebührenermittlung erheblich reduzieren. In der Stadt Köln lassen sich Quellwasserleitungen und Abwasserkanäle bis ins 1. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie wurden im Römischen Reich in der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (später Köln) angelegt. Zwei Jahrtausende später nutzt die Stadt nun Künstliche Intelligenz (KI) als Teil ihres Abwassermanagements. Konkret wird die Technologie eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Grundstückseigentümer eine gerechte Bemessung der Abwassergebühren im Rahmen der gesplitteten Abwassergebührenordnung erhalten, also der getrennten Erhebung von Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser.
Kiel: Phosphor-Rückgewinnung: Kiel wird Pilotregion
Ab 2029 müssen große Kläranlagen ein Verfahren für Phosphorrecyling haben. Die Zeit drängt also, zumal viele technische Fragen offen sind. Das Kieler Projekt hat jetzt ein hohe Förderung erhalten. Die Klärschlammverordnung schreibt ab 2029 schrittweise die Phosphor-Rückgewinnung vor. Für alle Kläranlagen mit einer Anschlussgröße von mehr als 100.000 Einwohnern gilt die Verpflichtung schon ab 2029, bei mehr als 50.000 Einwohnern ist ab 2032 keine landwirtschaftliche Verwertung mehr möglich.
Forschende aus Kaiserslautern wollen Abwasser besser filtern
Stoffe aus Kosmetika, Medikamenten und Co. reichern sich immer weiter in Gewässern an. Wie sich diese doch aus Abwasser entfernen lassen, erforscht ein Team der Uni Kaiserslautern.
„Wir beobachten: Die Konzentration der Süßstoffe ist deutlich gestiegen“, sagt Franziska Ehrhardt aus dem Forschungsteam. Wie so oft in den vergangenen Wochen steht sie in einem Container auf dem Gelände der Kläranlage Landstuhl (Kreis Kaiserslautern).
Stuttgart: Abwassergebühren der Stadtentwässerung steigen ab 2025 nur moderat
Rund um die Uhr, sieben Tage die Woche sorgt die Stadtentwässerung Stuttgart für die reibungslose Ableitung und Reinigung der Stuttgarter Abwässer und die Instandhaltung des rund 1.700 km langen Kanalnetzes. 2025 steigen die Gebühren dafür nur um moderate 3,2 %.
Textiler Kaskadenfilter gegen Mikroplastik im Abwasser
Mikroplastik findet sich inzwischen nahezu überall bis in entlegene Gebiete der Antarktis. Über die Nahrungskette gelangt es in den menschlichen Körper. Studien deuten darauf hin, dass Mikroplastik die Gesundheit des Menschen schädigen kann. Beim Waschen von Textilien aus synthetischen Fasern gelangen bedeutende Mengen von Mikroplastik ins Abwasser und damit in das aquatische Ökosystem. Die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) haben dafür einen textilbasierten Kaskadenfilter entwickelt.
Die Menge der pro Waschgang und pro Kilogramm Textilien freigesetzten Mikrofasern wird auf 12 bis 1400 Milligramm geschätzt. Kläranlagen können bereits einen großen Teil der Mikroplastikpartikel aus dem Abwasser entfernen, wodurch der Mikroplastikgehalt um bis zu 99 Prozent reduziert wird. Durch die große Menge Abwasser, die Kläranlagen täglich in umliegende Gewässer einleiten, können Kläranlagen trotzdem noch beträchtlich zur Belastung der aquatischen Lebensräume mit Mikroplastik beitragen.
Bisher werden bei der Abwasserreinigung verschiedene mechanische und chemische Technologien eingesetzt. Filterkaskaden hingegen werden bisher hauptsächlich für Analysen und Spezifizierung von Mikroplastikpartikeln verwendet. In ihrer Studie haben die DITF gezeigt, dass spezielle textilbasierte Filterkaskaden auch in der Lage sind, in industriellen Wäschereien effektiv Mikroplastik aus dem Wasch- und Spülwasser zu entfernen. Dies gelingt auch bei niedrigem Wasserdruck. Darüber hinaus zeichnet das System ein einfacher Aufbau sowie ein geringer Wartungsaufwand aus.
Von der Forschung zur Anwendung: KI in der realen Welt
Unter dem Motto „Beyond the Paper: Real-World in Action” zeigte die diesjährige Social Artificial Intelligence Night (SAINT) der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten, wie Künstliche Intelligenz den Weg von der Forschung in reale Anwendungen findet. Die Fachtagung des Departments Informatik und Security brachte Wissenschaft, Industrie und KI-Enthusiast*innen zusammen, um aktuelle Projekte, praktische Einsatzmöglichkeiten und gesellschaftliche Fragen rund um KI zu diskutieren. Damit bietet die SAINT eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und KI-Community in Österreich.
Ein Highlight der diesjährigen SAINT war die Keynote von Loubna Ben Allal, Machine Learning Engineer bei Hugging Face, der führenden Plattform für den freien Austausch von KI-Sprachmodellen. In ihrem Vortrag zum Thema „SmoILM Training Playbook“ gab sie spannende Einblicke in die neuesten Entwicklungen beim effizienten Training großer Sprachmodelle (LLMs) und teilte exklusive Erkenntnisse aus der Konzeption und dem Training von SmolLM 3 – einem kompakten, ressourcenschonenden Sprachmodell, welches trotz seiner geringen Größe leistungsstarke KI-Anwendungen ermöglicht.
Wege zur großflächigen Renaturierung: Wie Europas Flüsse wieder lebendiger werden
Flüsse, Moore und Auen stehen unter Druck – und mit ihnen zentrale Lebensgrundlagen für Mensch und Natur. Doch wie lassen sich zerstörte Ökosysteme nicht nur lokal, sondern europaweit wirksam wiederherstellen? Ein Team um Daniel Hering von der Universität Duisburg-Essen hat darauf nun eine Antwort gefunden: mit fünf zentralen „Bausteinen“, die den Weg für eine umfassende Renaturierung ebnen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Conservation veröffentlicht.
Flüsse, Auen und Feuchtgebiete übernehmen essenzielle Funktionen wie Wasserreinigung, Hochwasserschutz und Lebensraum für zahlreiche Arten. Dennoch sind sie durch menschliche Eingriffe wie Verschmutzung, Flussregulierungen und Landnutzungsänderungen massiv beeinträchtigt. Obwohl sogenannte naturbasierte Lösungen (Nature-based Solutions, NbS) als vielversprechender Ansatz gelten, bleibt ihre Umsetzung bislang oft lokal begrenzt und fragmentiert, mit entsprechend begrenzter Wirkung.
• Geologische Formationen könnten bis zu 25,2 Terawattstunden Wasserstoff speichern
Speicherstätten sind elementar für die Energiewende
Projekt SpeicherCHeck im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums läuft bis 2027
Südbayerns geologische Formationen bieten ein bislang unterschätztes Potenzial zur Speicherung großer Mengen Wasserstoff. Damit könnten sie eine Alternative zu norddeutschen Salzkavernen sein und somit zu einer besseren geografischen Verteilung der Speicherkapazitäten beitragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität München (TUM) in Kooperation mit der Montanuniversität Leoben (MUL) im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums.
Damit erneuerbare Energien effektiv und nachhaltig genutzt werden können, muss es möglich sein, die erzeugte Energie zu speichern. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist die Umwandlung in Wasserstoff, der jedoch in großen Mengen gespeichert und dem saisonalen Bedarf entsprechend zur Verfügung gestellt werden muss. Die geologische Speicherung an geeigneten Orten im Erdboden bietet sich hierfür besonders an und kann eine Schlüsselrolle in der Energiewende einnehmen. Die Studie SpeicherCHeck soll herausfinden, ob es auch in Bayern potenzielle geologische Formationen gibt, die für eine sichere Lagerung geeignet sind. Im Fokus stehen dabei ehemalige Öl- und Gaslagerstätten sowie aktive Erdgas-Porenspeicher. Der nun veröffentlichte Zwischenbericht des bis 2027 laufenden Projekts liefert erste Ergebnisse.
Unsichtbarer Strom: Wie unser digitales Leben Energie frisst – und wie wir damit umgehen können
Scrollen, streamen, Musik hören – digitale Anwendungen gehören zum Alltag. Doch im Hintergrund läuft eine Infrastruktur, die viel Energie benötigt.
Matthias Hillebrand, Absolvent des Bachelorstudiengangs Energie-Ingenieurwesen an der Hochschule Biberach, hat in seiner Abschlussarbeit untersucht, wie hoch der externe Stromverbrauch durch digitale Dienste tatsächlich ist. Das Ergebnis: Je nach Nutzungsverhalten können bis zu 141 kWh pro Person und Jahr entstehen.
Wir tippen, klicken, streamen – und merken kaum, dass jede digitale Handlung Strom verbraucht. Sei es das Scrollen durch Social Media, das Streamen einer Serie auf Netflix, das Anhören einer Spotify-Playlist oder die schnelle Antwort einer KI: Für uns unsichtbar, doch im Hintergrund laufen Server, Netzwerke und Cloud-Systeme rund um die Uhr – und verbrauchen Energie.
Seit 100 Jahren im Einsatz für sauberes Wasser – Tagung in Kiel rückt „Ewigkeitschemikalien“ ins Zentrum
Die Wasserchemische Gesellschaft, eine Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), feiert ihr hundertjähriges Bestehen mit der Jahrestagung „Wasser 2026″. Vom 11. bis 13. Mai 2026 treffen sich Fachleute aus Wissenschaft, Forschung und Praxis in Kiel – dem Gründungsort der Fachgruppe. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen aktuelle Herausforderungen der Wasserchemie, darunter sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS), die in der Umwelt und im Trinkwasser vorkommen und sich nur schwer zu entfernen lassen.
„Die Wasserchemische Gesellschaft blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück und ist zugleich mitten in den aktuellen Herausforderungen der Wasserforschung involviert“, sagt Professor Dr. Thomas Ternes, Vorsitzender der Wasserchemischen Gesellschaft und Leiter der Abteilung Qualitative Gewässerkunde der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). „Aus der im Jahr 1926 gegründeten Fachgruppe für Wasserchemie hat sich schon früh eine interdisziplinäre Gemeinschaft entwickelt, die sich mit großer fachlicher Breite den drängenden Fragen rund um Gewässer und Trinkwasser wie den Anpassungen an den Klimawandel widmet. Diese Breite ist ihr zentrales Markenzeichen und macht sie stark im Umgang mit Herausforderungen wie Klimawandel oder PFAS. Die Wasserchemische Gesellschaft wird auch in Zukunft ein wichtiger Motor sein, um Forschung, Praxis und Nachwuchs zusammenzubringen und Lösungen für die Wasserfragen von morgen zu entwickeln.“
Warum Baumgrenzen nicht einfach mit der Klimaerwärmung steigen
Eine globale Studie der Universität Basel zeigt ein überraschendes Bild: Während 42 Prozent der Baumgrenzen weltweit bergauf wandern, gehen 25 Prozent sogar zurück. Hinter dieser gegensätzlichen Entwicklung steckt mehr als nur die Erwärmung – Klimawandel und menschliche Landnutzung wirken zusammen.
Die Klimakrise verschiebt Baumgrenzen nach oben. So zumindest die verbreitete Annahme. Doch eine neue globale Studie zeichnet ein deutlich komplexeres Bild: Zwar sind 42 Prozent der Baumgrenzen zwischen 2000 und 2020 bergauf gewandert, gleichzeitig hat sich ein Viertel jedoch hangabwärts verschoben.
Die Forschung macht deutlich: Temperatur allein erklärt diese Veränderungen nicht. Menschliche Eingriffe in die Landschaft – etwa veränderte Landnutzung – beeinflussen massgeblich, wie sich Baumgrenzen entwickeln. Die Ergebnisse der Studie «Global elevational shifts and drivers of alpine treelines» sind kürzlich in der Fachzeitschrift «International Journal of Applied Earth Observation and Geoinformation» erschienen.
Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt – Ergebnisse aus dem Projekt TRUST vorgestellt
Wie kann der Wandel zur klimaneutralen Stadt gelingen und welche Rolle spielen dabei der Wissensaustausch und das Zusammenwirken vieler Akteure aus diversen stadtgesellschaftlichen Bereichen? Vier Jahre hat das Projekt TRUST diese Frage in der Stadt Görlitz bearbeitet. Unter Federführung des Interdisziplinären Zentrums für transformativen Stadtumbau (IZS) haben in dem Projekt zahlreiche Görlitzer*innen intensiv zusammengearbeitet, um die Stadt zukunftsfähig zu gestalten. Die Erfahrungen sind in verschiedenen Publikationen dokumentiert. Sie sollen dabei unterstützen, den Weg gemeinsam und erfolgreich weiter zu beschreiten. Ende März hat das IZS die Ergebnisse im Rathaus Görlitz präsentiert.
Klimaneutralität ist nur zu erreichen, wenn Wissen zusammengeführt und Kräfte gebündelt werden. Dieser Gedanke lag dem Projekt TRUST zugrunde. Die Abkürzung steht für den Projekttitel „Transfer von Wissen zu urbanen Nachhaltigkeitstransformationen: Auf dem Weg zu klimaneutralen Städten 2030 – Görlitz als Pilotvorhaben“. Kern des Projektes war es, engagierte und interessierte Menschen aus Görlitz zusammenzubringen, den Austausch zu fördern, ausgewählte Maßnahmen testweise umzusetzen und mit Information und Kommunikation in die Stadtgesellschaft zu wirken. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Prozess sind in eine „Agenda für Görlitz. Kräfte bündeln für eine zukunftsfähige und klimaneutrale Stadtentwicklung“ eingeflossen. Sie soll als Richtschnur dienen für den weiteren Weg der Stadt Görlitz hin zur Klimaneutralität. Denn mit Ende des Projektes ist dieser Weg noch lange nicht abgeschlossen.
Mülltrennung: Infos über Sinn & Zweck erhöhen die Sortier-Bereitschaft
Aufklären statt Belehren: Eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim zeigt, dass dieser Ansatz die Fehler bei der Mülltrennung um 70% senken kann.
Motivation entsteht, wenn Menschen wissen, warum sie etwas tun sollen. Mit diesem Ansatz gelang es einem Forschungsteam der Universität Hohenheim in Stuttgart, die Fehlerquote bei der Mülltrennung um 70 Prozent zu reduzieren. In der aktuellen Studie erhielten zufällig ausgewählte Haushalte einen Informationsflyer zur Abfalltrennung. Dieser enthielt bewusst keine Anleitung zum korrekten Sortieren, sondern erklärte verständlich, welche Auswirkungen falsch getrennte Abfälle auf die Umwelt haben. Die Ergebnisse wurden Mitte März 2026 im Fachjournal Journal of Environmental Management veröffentlicht. https://doi.org/10.1016/j.jenvman.2026.129111
Jedes Jahr entstehen mehr als zwei Milliarden Tonnen Müll weltweit – so das United Nations Environmental Programme. Und die Zahl wird voraussichtlich noch weiter wachsen. Umso wichtiger ist es, so viel als möglich davon effektiv zu recyclen.
Wasserstoff: Meta-Faktencheck liefert Antworten auf zentrale Fragen
In einer Meta-Analyse im Projekt »H2 Companion« werteten Forschende des Fraunhofer ISI über 100 Faktenchecks zu Wasserstoff aus. Die Ergebnisse sind auf 77 interaktiven Karten festgehalten und liefern grundsätzliches Wasserstoff-Wissen und Erkenntnisse zu Themen wie Markthochlauf, Infrastruktur oder Kosten: Sie zeigen etwa, in welchen Bereichen Wasserstoff künftig unverzichtbar sein könnte und wo es möglicherweise effizientere Alternativen gibt. Der Meta-Faktencheck bietet ein fundiertes Orientierungswissen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um den künftigen Wasserstoffeinsatz langfristig zu planen und auszurichten.
Wasserstoff gilt als Hoffnungsträger der Energiewende – und ist zugleich Gegenstand vieler kontrovers geführter Diskussionen mit teilweise widersprüchlichen Aussagen. Ein neuer Meta-Faktencheck des Fraunhofer ISI trägt in diesem Kontext Erkenntnisse rund um das Thema Wasserstoff zusammen, die aus einer Analyse von über 100 öffentlich zugänglichen nationalen und internationalen Faktenchecks stammt.
Überdüngung in der Landwirtschaft schwächt Nutzpflanzen, gefährdet die Trinkwasserqualität, schadet dem Boden. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB entwickeln nun ein alternatives Düngemittel, das vollständig biologisch abbaubar ist, Pflanzen ausschließlich mit notwendigen Nährstoffen versorgt und Überdüngung vermeidet.
Jahr für Jahr werden in Deutschland etwa 1,5 Millionen Tonnen reaktiver Stickstoff frei- gesetzt. Hauptverursacher für die überhöhten Werte ist die Landwirtschaft. Folgen der Stickstoffüberschüsse aus Gülle und Mineraldünger sind eine hohe Nitratbelastung im Grundwasser, Bodenversauerung sowie ein massives Algenwachstum in Seen und Meeren. Überdüngung schadet zudem Nutzpflanzen und schwächt die Biodiversität. Lachgas, das bei der Düngung entweicht, fördert die Erderwärmung. Ein Forscherteam des Fraunhofer IGB in Straubing arbeitet an einer Lösung: »Im Projekt HanAkku entwickeln wir ein biobasiertes Düngemittel, das biologisch abbaubar ist und sich ressourcenschonend herstellen lässt«, erklärt Chemikerin Dr. Melanie Iwanow. »Unser maßgeschneiderter Dünger versorgt die Pflanze ausschließlich mit den notwenigen Nähr- stoffen und in den Mengen, die sie tatsächlich benötigt.«
Smartphone-Schnelltest erkennt mikrobiell verunreinigtes Wasser in weniger als einer Minute
Mikrobiell belastetes Wasser stellt weltweit ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar – vor allem dort, wo Labore fehlen und schnelle Untersuchungen wichtig sind. Forschende der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben einen tragbaren Schnelltest entwickelt, der das Molekül Urobilin in äußerst geringen Konzentrationen nachweisen kann. Urobilin entsteht beim Abbau des Blutfarbstoffs, wird ausgeschieden und dient als natürlicher Hinweis dafür, dass Rückstände menschlicher oder tierischer Exkremente im Wasser vorhanden sind. Der neue Test liefert in unter einer Minute ein zuverlässiges Ergebnis und erleichtert so die Einschätzung der Wasserqualität vor Ort.
Weltweit nutzen Milliarden Menschen Wasserquellen, deren hygienische Qualität unklar oder schwer zu überwachen ist. Klassische mikrobiologische Verfahren für die Analyse benötigen bis zu 24 Stunden, sind kostenintensiv und erfordern spezialisierte Labore für die Auswertung. Diese Verzögerungen erschweren eine sichere Trinkwasserversorgung, Entscheidungen bei Hochwasserereignissen oder in Regionen mit unzureichender Laborinfrastruktur. Genau hier setzt der neue BAM-Schnelltest an. Das Forschungsteam hat ein hochsensitives Nachweisverfahren entwickelt, das das Indikatormolekül Urobilin – ein von allen Säugetieren ausgeschiedenes Stoffwechselprodukt – innerhalb weniger Sekunden sichtbar macht. Die Methode arbeitet mit einem speziellen Teststreifen, der beim Kontakt mit mikrobiell verunreinigtem Wasser leuchtet. Das Besondere: Der Test lässt sich direkt mit einem Smartphone kombinieren. Eine kleine LED Lampe in einem 3D gedruckten Aufsatz des Testsets wird über das Handy mit Strom versorgt und die Smartphone Kamera misst das Leuchten des Teststreifens. Zusätzliche Laborgeräte oder weitere Chemikalien sind nicht erforderlich.
Nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen: Neues Verfahren FlashPhos macht aus Klärschlamm Phosphor für die Industrie
Abfall aus Kläranlagen entsorgen und gleichzeitig weißen Phosphor gewinnen: Wie das funktioniert, zeigt das neue thermochemische Verfahren FlashPhos. Es ist derzeit die einzige Technologie in Europa, die es ermöglicht, diesen wichtigen Rohstoff umweltfreundlich, effizient und kostengünstig für industrielle Anwendungen herzustellen. Ein europaweites Konsortium hat unter Koordination der Universität Stuttgart die FlashPhos-Technologie erforscht und entwickelt.
Unverzichtbarer Rohstoff Weißer Phosphor (P₄) ist für die Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Elektronikindustrie ein unverzichtbarer Rohstoff. „Wir wollen eine nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen sicherstellen, die für die Wirtschaft wichtig, aber schwer zugänglich sind und nur noch begrenzt zur Verfügung stehen“, sagt Prof. Markus Reinmöller, Leiter des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Dynamik in Energiesystemen (IED) der Universität Stuttgart. „Das gelingt aber nur, wenn wir diese kritischen Rohstoffe in einer Kreislaufwirtschaft herstellen – so wie mit dem neuen FlashPhos-Verfahren. Herkömmliche Methoden gewinnen Phosphor aus Klärschlamm zurück, um damit Düngemittel herzustellen. FlashPhos produziert mit P₄ einen Grundstoff für eine Vielzahl industrieller Anwendungen, unter anderem für die Herstellung von Autobatterien, Flammschutzmitteln, Katalysatoren und Computerchips. Die Abhängigkeit von diesem Ausgangsstoff ist hoch, da der globale P4-Bedarf aktuell von nur vier produzierenden Ländern gedeckt wird.
Klärschlamm entsorgen und Kreislaufwirtschaft stärken Wirtschaftlich abbaubare Phosphatvorkommen sind global ungleich verteilt. In ganz Europa gibt es, bis auf kleinere Vorkommen in Finnland, keine aktuell abbaubaren Vorkommen. Auch bekannte Vorkommen in Norwegen sind nur schwer zu erschließen. Seit 2012 der letzte P4-produzierende Ofen geschlossen wurde, ist die Europäische Union (EU) vollkommen von Importen abhängig. Wegen seiner hohen wirtschaftlichen Bedeutung, der Abhängigkeit von Importen und der begrenzten Ressourcen, stuft die EU weißen Phosphor als kritischen Rohstoff ein. Gleichzeitig sind die phosphorhaltigen Klärschlämme, die bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen anfallen, ein wachsendes Umwelt- und Entsorgungsproblem. Deswegen ist in Deutschland ab 2029 eine Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm verpflichtend vorgeschrieben.
Wie Europa auch CO₂-Entnahmen in seinem Emissionshandel steuern kann
Der von der Europäischen Union im Jahr 2005 gestartete Handel mit Rechten zum Ausstoß von CO₂ könnte eines Tages auch im großen Stil für dessen Zurückholen aus der Atmosphäre sorgen. Eine neue Modellstudie beziffert das Potenzial – und skizziert eine schrittweise Integration der CO₂-Entnahmen in das Handelssystem als den richtigen Weg, um Fehlanreize zu vermeiden. Die Industrie bekäme Planungssicherheit für unvermeidbare Rest-Emissionen. Die Studie dockt an Diskussionen in Brüssel zur künftigen Regulierung an. Sie wurde geleitet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und publiziert in Joule.
Demnach könnte allein der bestehende EU-Emissionshandel für Energiewirtschaft und energieintensive Industrie die Anreize so setzen, dass die Firmen bis 2050 zwischen 68 und 86 Millionen Tonnen CO₂ jährlich aus der Atmosphäre zurückholen, je nach Kostenentwicklung. Das Forschungsteam nutzt das am PIK entwickelte Rechenmodell LIMES-EU, das Investitionsentscheidungen optimiert. Die Analyse bezieht sich auf die EU plus das Vereinigte Königreich und Norwegen. Und sie beschränkt sich auf zwei neuartige, aussichtsreiche Entnahme-Methoden: über Luftfilter-Systeme („Direct Air Capture“) und über das Verfeuern von Biomasse mit CO₂-Abscheidung („Bioenergy with Carbon Capture“).
ndustrieabwässer aus der Stahl- oder Zementproduktion sind bestens geeignet, um Kohlendioxid langfristig und sicher chemisch zu binden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Helmholtz-Zentrum Hereon durchgeführt hat. Bislang werden die Abwässer ungenutzt in Flüsse eingeleitet. Künftig könnten sie Millionen Tonnen von CO2 neutralisieren – eine interessante und anwendbare Option zur Minderung des Klimawandels. Die Studie wurde jüngst im Journal Environment, Science & Technology Letters veröffentlicht.
Trotz des Pariser Klimaabkommens und aller Energiesparmaßnahmen nimmt der Kohlendioxidausstoß weltweit zu. Die bisherigen Klimaschutzbemühungen wie der Ausbau der Photovoltaik und des Windstroms reichen bislang nicht aus, um diesen Trend zu stoppen. Seit mehreren Jahren drängen Klimaexperten deshalb darauf, das CO2 direkt zu bekämpfen, es aus der Atmosphäre zu holen und für lange Zeit unschädlich zu machen.
Stärkung der Kommunen als Anker für vernetzte Versorgungsstrukturen
Die Vorständin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, Dr. Alexia Zurkuhlen, betonte mit Blick auf die Studie „Armut in der häuslichen Pflege“ die Notwendigkeit, die Pflegeversorgung und -finanzierung grundlegend zu reformieren. „Zentral ist dabei die Stärkung der Kommunen als Anker vernetzter Sorgestrukturen, in denen Prävention, Rehabilitation, ambulante Pflege und Kümmerer organisiert sind.“ Die Studie des Paritätischen Gesamtverbandes und Prof. Dr. Thomas Klie, Rechts- und Sozialwissenschaftler sowie Kurator des KDA, macht deutlich, dass Hunderttausende Menschen und ihre Angehörigen infolge von Pflegebedarfen an der Armutsgrenze leben, und dass die „Hilfe zur Pflege“ nicht ankommt.
Der Paritätische Gesamtverband hat gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Klie, Sozial- und Rechtswissenschaftler sowie Mitglied im Kuratorium des KDA, die Studie „Armut in der häuslichen Pflege“ vorgelegt. Die zentralen Ergebnisse: Hunderttausende pflegebedürftiger Menschen leben am Existenzminimum. Verdeckte Pflegearmut ist weiter verbreitet, als bisher bekannt. Und ein erheblicher Teil der Anspruchsberechtigten erhält keine finanzielle Unterstützung durch die „Hilfe zur Pflege“ – insbesondere gilt das für Menschen in der häuslichen Pflege. Rund 5 Millionen Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt. Etwa 390.000 von ihnen haben Anspruch auf die Sozialleistung „Hilfe zur Pflege“. Das heißt, ihr Einkommen und Vermögen reicht zusammen mit den Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, um ihre Bedarfe zu decken. Aber nur 76.000 Berechtigte erhalten diese Hilfe tatsächlich, das sind nur rund 20 Prozent der Berechtigten.
Energie als Treibstoff von Geschichte und Konflikten
Energie ist mehr als eine Ressource – sie prägt Lebensräume, verschiebt geopolitische Machtverhältnisse und steht im Zentrum sozialer Konflikte. Die neue Forschungsgruppe „Energien der Vernetzung. Akteure, Räume und Narrative in Osteuropa“ am Osteuropa-Institut an der Freien Universität Berlin untersucht diese Verflechtungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit insgesamt rund 3,5 Millionen Euro für zunächst vier Jahre. Ab Sommer 2026 wird der Verbund unter Leitung der FU-Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Strätling die komplexe Energiegeschichte Osteuropas untersuchen.
An dem Verbund beteiligt sind Literatur-, Kultur- und Politikwissenschaftlerinnen, Ökonominnen, Soziologinnen und Historikerinnen von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Centre Marc Bloch und Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung. Konkret geht darum, wie die Produktion und Nutzung von verschiedenen Energieformen sowie die damit verbundenen sozialen, politischen und kulturellen Dynamiken die Region Osteuropa entscheidend prägen. Energie wird dabei nicht nur als ökonomische Ressource, sondern als zentraler Faktor gesellschaftlicher und kultureller Prozesse verstanden. Im Mittelpunkt stehen Aushandlungsprozesse rund um Gewinnung, Transport und Nutzung von Energie, die oft tiefgreifende Veränderungen von Umwelt, Lebensräumen und sozialen Strukturen bewirken. Die Forschungsgruppe beleuchtet vor allem drei wichtige Perspektiven: die Folgen von Ressourcifizierung für räumliche Ordnungen, die Rolle menschlicher und nicht-menschlicher Akteure für die Gestaltung von Energieumwelten sowie die Narrative mit denen Energieherausforderungen gesellschaftlich verhandelbar gemacht werden.
Energie aus dem Untergrund für die Gebäudetechnik der Zukunft
Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff lehrt seit 1998 im Studiengang Energie-Ingenieurwesen an der Hochschule Biberach (HBC). Sein Lehrgebiet Thermodynamik und Simulationstechnik verbindet ingenieurwissenschaftliche Grundlagen mit anwendungsnaher Energietechnik. Im Zentrum stehen Energiesysteme für Gebäude und Quartiere: von Wärmepumpen und Wärme und Kältetechnik bis hin zu ganzheitlichen Energiekonzepten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von oberflächennaher Geothermie und mitteltiefen Thermalwässern in Oberschwaben sowie auf Fragestellungen der tiefen Geothermie – immer mit dem Blick darauf, wie die gewonnene Energie effizient in gebäudetechnische Systeme integriert werden kann.
Koenigsdorffs Weg – er selbst studierte Maschinenbau – führte von der Solarthermie über das Bauwesen hin zur ganzheitlichen Energietechnik und Geothermie. Heute untersucht er, wie Gebäude, Bauteile und der Untergrund als zusammenhängendes Energiesystem funktionieren: Betondecken werden zu thermischen Speichern, Erdreich und Gewässer zu langfristig verfügbaren Quellen und Speichern für Wärme und Kälte. So lassen sich Gebäude im Sommer über aktivierte Betondecken mit 12 bis 13 Grad kühlem Erdreich temperieren und der Untergrund zugleich regenerieren, auch in der Region Oberschwaben. Beispielhaft nennt der Experte die Gebhard-Müller-Schule in Biberach, die auf einem Niedrigenergie-Standard von Prof. Koenigsdorff wissenschaftlich begleitet wurde und über eine geothermische Wärmepumpe mit Grundwasserbrunnen geheizt und gekühlt wird.
Ohne Systemwandel keine Klimaneutralität: Studie stellt Fortschrittsmessung infrage
Viele Länder haben sich ehrgeizige Klimaschutz-Ziele gesetzt. Wie gut sie dabei vorankommen, bewerten sie häufig anhand der Reduktion von Emissionen und des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Diese Zahlen sind laut einem Forschungsteam um Germán Bersalli vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit jedoch nur begrenzt aufschlussreich. Die Forscher stellen in der Zeitschrift „Current Research in Environmental Sustainability“ eine Methode vor, die tiefere Einblicke in die Ursachen der Veränderungen gibt, und wenden diese auf vier europäische Länder an. Die Ergebnisse zeigen: In allen Ländern fehlt die umfassende systemische Transformation, die für ein CO₂-freies Energiesystem erforderlich ist.
„Wenn die Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität bewertet werden, werden häufig der Rückgang der CO₂-Emissionen oder der Einsatz von Technologien genannt. Diese Kennzahlen sind zwar wichtig, aber nicht ausreichend, weil die Daten nicht offenlegen, ob Emissionen zum Beispiel aufgrund von strukturellen Veränderungen oder aber nur kurzfristigen Effekten wie einem wirtschaftlichen Abschwung gesunken sind. Der Rahmen, den wir entwickelt haben, legt auch die Ursachen für Veränderungen offen und nicht nur die Symptome“, erläutert Bersalli. Er könne daher Hinweise geben, wo zusätzliche politische Maßnahmen erforderlich sind.
Erwärmung von Küstengewässern treibt großflächige schwüle Hitzewellen an
Steigende Meeresoberflächentemperaturen in Küstengewässern sind laut einer neuen Studie für 50 bis 64 Prozent des Anstiegs großflächig auftretender schwüler Hitzewellen verantwortlich. Die Studie von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Princeton University und der Sun Yat-sen University deutet darauf hin, dass die Meeresoberflächentemperaturen an den Küsten ein Frühwarnindikator für großflächige schwüle Hitzeextreme sein könnten.
Hitzewellen mit hoher Luftfeuchtigkeit haben in den vergangenen Jahrzehnten stark an Intensität zugenommen und werden voraussichtlich weiter zunehmen, wodurch sich auch das Risiko hitzebedingter Todesfälle erhöht. Frühere Untersuchungen legen nahe, dass selbst gesunde Menschen bei Feuchtkugeltemperaturen – ein Maß für die Kombination von Hitze und Feuchtigkeit – über 31,5 °C zusammenbrechen können, da sich der Körper dann nicht mehr durch Schwitzen abkühlen kann. Das weitverbreitete und großflächige Auftreten schwüler Hitzewellen, wie 2023 in Asien, ist bislang jedoch kaum verstanden.
Im Forschungsprojekt „Hy²Cycle“ entwickelt die HTWD gemeinsam mit sächsischen Partnern recyclinggerechte Elektrolyse- und Brennstoffzellen – von der Materialauswahl über digitale Zwillinge bis zum Prototyp. Eine neue energieeffiziente Servopresse stärkt zudem die nachhaltige Produktionstechnologie.
Grüner Wasserstoff gilt als ein Energieträger der Zukunft. Gewonnen wird das Gas durch Elektrolyse, bei der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt wird. So lässt sich überschüssige Energie aus Windkraft oder Solaranlagen für eine spätere Nutzung speichern. In der Brennstoffzelle läuft der Prozess in umgekehrter Richtung, Wasserstoff wird wieder in Strom verwandelt. Während Effizienz und Leistungsfähigkeit beider Technologien kontinuierlich verbessert wurden, blieb die Wiederverwertbarkeit der Bauteile und Werkstoffe bisher weitgehend unbeachtet, kritische und wertvolle Rohstoffe gehen verloren.
GUARDIAN: Auftakttreffen markiert Startschuss für die interdisziplinäre Zusammenarbeit gegen Antibiotikaresistenzen
Am DZIF-Standort Gießen fiel im Rahmen eines feierlichen Auftakttreffens der Startschuss für das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 3,5 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt GUARDIAN. Drei Jahre lang arbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Keywan Sohrabi Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Humanmedizin, Veterinärmedizin, Medizinischer Informatik, Mikrobiologie, Bioinformatik, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und Gesundheitswesen gemeinsam daran, die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien besser zu verstehen und präventiv einzudämmen.
Am DZIF-Standort Gießen fiel im Rahmen eines feierlichen Auftakttreffens der Startschuss für das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 3,5 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt GUARDIAN. Drei Jahre lang arbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Keywan Sohrabi Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Humanmedizin, Veterinärmedizin, Medizinischer Informatik, Mikrobiologie, Bioinformatik, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und Gesundheitswesen gemeinsam daran, die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien besser zu verstehen und präventiv einzudämmen.
Weltwassertag: Satellitendaten zeigen dramatische Veränderungen der globalen Wasserspeicherung
Die Satellitenmissionen GRACE und GRACE-FO zeigen global eine drastische Zunahme der von Trockenheit betroffenen Flächen, insbesondere in Europa. Für Deutschland bedeutet das einen anhaltenden Abwärtstrend in der Wasserspeicherung: Zum Jahresende 2025 gab es ein Defizit von rund 25 Milliarden Tonnen Wasser im Vergleich zum Mittel seit 2002. Das haben aktuelle Datenauswertungen von Forschenden des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Potsdam ergeben.
Die Satellitenmissionen GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment, 2002–2017) und GRACE-FO (GRACE-Follow-On, seit 2018) vermessen das Schwerefeld der Erde. Hieraus wird mit monatlicher Auflösung die globale Wasserspeicherung ermittelt. Mit nunmehr 24 Jahren an Daten können langfristige Veränderungen analysiert werden. Zum Weltwassertag 2025 haben Forschende des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung um Dr. Eva Boergens und Dr. Julian Haas die aktuellen Daten ausgewertet und ordnen sie in die langfristige Entwicklung ein – weltweit, für Europa und für Deutschland.
Forschende haben aus Sägemehl und einem Mineral ein Material geschaffen, das feuerfest ist und im Innenausbau eingesetzt werden kann.
Erste Schätzungen zeigen, dass das Material die gleiche Brandschutzklasse erreichen könnte, wie herkömmliche zementgebundene Spanplatten.
Die Bestandteile des Kompositmaterials lassen sich im Gegensatz zu anderen feuerfesten Baumaterialien wiederverwenden.
Bei jedem Baumstamm, der zugesägt wird, entsteht Sägemehl. Jährlich fallen weltweit Millionen von Tonnen davon an, die meistens verbrannt werden. Dabei gelangt das im Holz gespeicherte Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre – was aus Klimaschutzgründen besser vermieden würde. Ein Forschungsteam in der Professur für holzbasierte Materialien an der ETH Zürich und der Empa hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem Sägemehl zu einem umweltschonenden und rezyklierbaren Komposit verarbeitet werden kann. Dadurch kann das Sägemehl länger im Materialkreislauf gehalten werden. Die Forschenden nutzen dafür das Mineral Struvit, ein kristallines, farbloses Ammoniummagnesiumphosphat.
Neue Gaskraftwerke: (Über-)Erfüllt der »Südbonus« seinen Zweck?
Die Bundesregierung plant, den Bau von bis zu 20 Gigawatt Gaskraftwerkskapazitäten bis zum Jahr 2030 anzureizen. Besonders der »netztechnische Süden« soll profitieren, wo fossile Kraftwerke oft kurzfristig die Netzstabilität stützen. Fraunhofer IEG analysiert die Wirkung eines solchen »Südbonus« und zeigt auf, dass Südstandorte aufgrund bestehender Maßnahmen auch ohne »Südbonus« bereits einen wirtschaftlichen Vorteil besitzen. Die Forschenden untersuchten auch, warum Standortwahl, Netzengpässe und Fördermechanismen für die Versorgungssicherheit entscheidend sind und wie mögliche Fehlanreize vermieden werden können. Die vollständige Analyse steht nun online bereit.
»Die Studie liefert eine wichtige Grundlage, um die Kraftwerksstrategie volkswirtschaftlich optimal auszurichten. Wir wollen sicherstellen, dass neue Kapazitäten dort entstehen, wo sie das Energiesystem wirklich stärken«, sagt Prof. Mario Ragwitz, Institutsleiter des Fraunhofer IEG, und unterstreicht die Bedeutung von wissenschaftlichen Analysen für eine zielgerichtete Transformation der Energieinfrastruktur. »Bei der Ausgestaltung der Ausschreibung sollte darauf geachtet werden, ungewollte Fehlanreize zu vermeiden.«
Grundwasser – in der Stadt, in der Landwirtschaft, im Wald und im Studium
Information der Fachsektion Hydrogeologie anlässlich des Tags des Wassers am 22.03.2026 Grundwasser ist eine verborgene Ressource, begleitet aber dennoch unseren Alltag, denn über 70 % des Trinkwassers in Deutschland stammen aus dem Grundwasser und werden aus Brunnen oder gefassten Quellen gewonnen. Grundwasser ist auch für die Landwirtschaft und die natürlichen Ökosysteme unverzichtbar. Durch den Klimawandel und die sich verändernde Landnutzung werden die damit verbundenen Herausforderungen und Unsicherheiten rund um die Ressource Grundwasser immer größer. Die Hydrogeologie entwickelt Ansätze zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der wertvollen Grundwasserressourcen und wird daher als Fachdisziplin immer wichtiger. Besonders sichtbar werden die Herausforderungen in der Stadt, in der Landwirtschaft und im Wald.
In Städten ist das Grundwasser oft eine technische Herausforderung bei Bauvorhaben, gewinnt zunehmend aber an Bedeutung bei der umweltfreundlichen Klimatisierung (Heizung, Kühlung) von Gebäuden. Um Hochwasserspitzen abzudämpfen und Trockenzeiten zu überbrücken, wird die Speicherung von Wasser immer wichtiger – Stichwort Schwammstadt. Die wichtigsten natürlichen Wasserspeicher sind die Grundwasserleiter im Untergrund.
Küstenchemie der Weltmeere: Menschen hinterlassen überall chemische Spuren
Studie der Universität Tübingen mit achtzehn Forschungseinrichtungen und Universitäten weltweit zeigt: keine untersuchte Stelle in Weltmeeren frei von menschlichen chemischen Einflüssen
Vom Menschen hergestellte Chemikalien durchdringen die Küstenmeere in bislang unbekanntem Ausmaß. Das zeigt eine internationale Studie, geleitet von den Biochemikern Jarmo-Charles Kalinski und Daniel Petras an der University of California, Riverside, der zudem eine Nachwuchsgruppe an der Universität Tübingen leitet. Das Forschungsteam analysierte dazu mehr als 2.300 Meerwasserproben aus mehr als 20 Feldstudien, die mehr als ein Jahrzehnt lang im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean gesammelt wurden. Die Ergebnisse wurden in Nature Geoscience veröffentlicht.
„Selbst an Orten, die wir für unberührt halten, fanden wir eindeutige chemische Fingerabdrücke menschlicher Aktivität. Obwohl die chemische Verschmutzung der Meere lange bekannt ist, hat uns das Ausmaß doch überrascht“, sagt Daniel Petras, Assistenzprofessor an der University of California und Nachwuchsgruppenleiter im Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) an der Universität Tübingen. Selbst entlegene Korallenriffsysteme, oft als besonders ursprüngliche Meeresumgebungen betrachtet, tragen laut Petras deutliche chemische Signaturen menschlicher Aktivität – von Landwirtschaft und Küstenentwicklung bis zum Tourismus. „Es gab praktisch keinen Ort, an dem wir Proben nahmen, der keinerlei chemischen Einfluss des Menschen zeigte“, sagt Jarmo-Charles Kalinski, ehemaliger Postdoktorand in Petras‘ Gruppe an der UC Riverside und Erstautor der Studie.
PFAS flächendeckend in Schweizer Böden nachgewiesen
PFAS kommen in der Schweiz flächendeckend vor, erhöhte Belastungen finden sich jedoch nur an spezifischen Standorten. Eine neue Auswertung bündelt über tausend Messungen zur Belastung der Schweizer Böden mit PFAS und zeigt damit ein genaueres Bild der Belastungssituation.
Für die Übersicht haben Forschende der ZHAW und der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU 1070 PFAS-Bodenmessungen zusammengetragen und ausgewertet. Die Auswertung zeigt, dass PFAS in über 99 Prozent der Bodenproben nachweisbar sind. Erhöhte Belastungen finden sich auf Flächen mit vermutetem Einsatz von Löschschaum oder Klärschlamm. Die Messungen stam-men aus kantonalen Untersuchungen und der Nationalen Bodenbeobachtung.
Der mittlere PFAS-Gehalt (Median) liegt bei 2,4 Mikrogramm pro Kilogramm und damit über dem Me-dian von 1,4 Mikrogramm pro Kilogramm der ZHAW-Studie aus dem Jahr 2022. Der Unterschied lässt sich methodisch erklären: Während die Studie von 2022 die Grundbelastung Schweizer Böden abbil-dete, enthält die neue Auswertung auch Messungen aus kantonalen Untersuchungen zu Siedlungsbö-den oder Verdachtsflächen. «Die Auswertung zeichnet ein umfassenderes Bild der Belastungssitua-tion der Schweizer Böden und unterstreicht, dass PFAS flächendeckend in den Böden vorhanden sind», sagt ZHAW-Experte Basilius Thalmann, Mitautor der Studie.
Forschungsprojekt „OPERA“ zur Weiterentwicklung antiviraler Wirkstoffe gestartet
Ein interdisziplinäres Konsortium, bestehend aus dem TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, der Universität zu Lübeck und der Medizinischen Hochschule Hannover, erhält von der VolkswagenStiftung eine Förderung in Höhe von rund 999.000 Euro. Unter der Leitung von Prof. Thomas Pietschmann will das Team in den kommenden zwei Jahren Wirkstoffe gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) optimieren.
RSV verursacht Atemwegsinfektionen, die vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen schwere Verläufe haben können. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jährlich rund 3,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen RSV-Infektionen im Krankenhaus behandelt, 100.000 von ihnen sterben an den Folgen der Infektion. Als Therapie stehen derzeit nur unterstützende Maßnahmen wie die Gabe von Sauerstoff zur Verfügung. Das Konsortium möchte deshalb im Rahmen des Projekts „OPERA“ (optimising pan-entry RSV antivirals) neue Behandlungsoptionen entwickeln.
Modulare Leitsysteme für die Energiewende: Open-Source-Plattform OpenEnergyTwin
Offene Plattform vereint Mittel- und Niederspannung – offen für Hersteller, Netzbetreiber und Forschungseinrichtungen.
Ende Februar 2026 präsentierte das OFFIS – Institut für Informatik gemeinsam mit den Projektpartnern Fraunhofer FIT und RWTH Aachen die Abschlussdemonstration des Projekts OpenEnergyTwin (OET). Die Plattform vereint Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz auf einer einzigen Oberfläche und macht die Niederspannungsebene – bisher weitgehend eine Black Box im Netzbetrieb – transparent und steuerbar.
Klassische Netzleitsysteme stoßen angesichts der Energiewende an strukturelle Grenzen: Sie sind monolithisch, proprietär und nur mit erheblichem Aufwand erweiterbar. OpenEnergyTwin setzt dem einen offenen, modularen Plattformansatz entgegen, der auf einem digitalen Zwilling basiert. Dienste lassen sich modular ergänzen, austauschen oder entfernen, ohne den Plattformkern zu verändern. Als semantisches Datenmodell dient das etablierte Common Information Model (CIM).
Forschungsprojekt: der Wald im Kunststoff-Zeitalter
Die Hochschule Coburg startet gemeinsam mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg ein wegweisendes Forschungsprojekt zu Kunststoffeinträgen in deutschen Wäldern.
Bernd Lauterbach kennt sich gut aus mit Wuchshüllen, die junge Bäume im Wald vor Wildverbiss schützen. Als Revierleiter der Staatsforsten in Hassenberg und Bausenberg nahe Coburg weiß er: Als Wuchshüllen sind Kunststoffe aktuell insbesondere in der Region unverzichtbar, um den Wald wieder aufzuforsten. Bei der wegen der aktuellen Borkenkäferproblematik verwendeten Masse sind sie aber kaum wieder rückstandslos entfernbar. „Ich sehe es als sehr sinnvoll an, dass wir diese Einzelschützer nachhaltig wieder aus dem Wald bekommen“, sagt Lauterbach. Kunststoffe im Wald sind ein sehr relevantes Thema mit bisher relativ geringen Forschungsergebnissen. Hier ist es nun der Hochschule Coburg (HSCo) gelungen in enger Kooperation mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) das bundesweit erste umfassende Forschungsprojekt zu starten, das die Vielfalt, Menge und Wirkung von Kunststoffen in Waldökosystemen systematisch untersucht. Das Vorhaben Forest Health & Plastics (ForestHP) setzt an einer bislang kaum erforschten umweltrelevanten Fragestellung an: Wie stark sind Waldökosysteme durch Kunststoffeinträge belastet – und welche Folgen ergeben sich für Bodenfunktionen, Mikroorganismen und Waldgesundheit?
Neue Wege gegen Mikroschadstoffe im Abwasser: TH Lübeck startet Spurenstoffzentrum
Wasser ist Leben. Und gleichzeitig ein Spiegel unserer modernen Gesellschaft. Denn mit jedem Waschgang, jeder Medikamenteneinnahme und vielen industriellen Prozessen gelangen Spurenstoffe in das Abwasser, die durch die herkömmlichen Reinigungsstufen von Kläranlagen nur bedingt herausgefiltert werden können. Zusammen mit dem Land Schleswig-Holstein startet die TH Lübeck jetzt ein dreijähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Aufbau und Betrieb eines landeseigenen Spurenstoffzentrums, um Antworten auf die drängenden Fragen im Gewässerschutz zu finden.
Spurenstoffe stellen kommunale Kläranlagen zunehmend vor große Herausforderungen. Die gesetzlichen Anforderungen steigen, nicht zuletzt durch die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), die den Ausbau bestimmter kommunaler Kläranlagen mit einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe vorgibt.
Um eben diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, soll das neue Spurenstoffzentrum nach Lösungen suchen – möglichst individuell und auf die Anforderungen der unterschiedlichen Anlagen im Land Schleswig-Holstein angepasst. Seit zwei Jahrzehnten befassen sich die Mitarbeiter*innen des Labors für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der TH Lübeck bereits mit Maßnahmen zum Schutz der Gewässer.
Kreislaufwirtschaft für flexible Materialien: EU-Projekt »FlexCycle« setzt auf KI und flexible Robotik
Das automatisierte Recycling von flexiblen Materialien aus Batterien stellt die moderne Abfallwirtschaft vor große Herausforderungen. Das neue europäische Forschungsprojekt »FlexCycle« setzt auf die Entwicklung innovativer Robotik- und KI-Lösungen. Mit einem Budget von 7,5 Millionen Euro und 12 Partnern aus sechs Ländern verfolgt das Projekt das Ziel, Recyclingprozesse für die Wiederverwertung flexibler Materialien industrietauglich zu machen. In den kommenden vier Jahren sollen autonome Systeme entwickelt werden, die in der Lage sind, komplexe Strukturen wie Kleidungsstücke, elektrische Kabel und Batterien zu demontieren und wertvolle Komponenten zurückzugewinnen.
Während das automatisierte Handling von starren Objekten in der Industrie bereits weit fortgeschritten ist, lassen sich weiche und verformbare Materialien aufgrund ihrer flexiblen Struktur nur schwer mit herkömmlichen Robotern verarbeiten. FlexCycle (Flexible Robotic Automation Techniques for Soft Materials Recycling) entwickelt daher autonome Systeme, die in der Lage sind, flexible Strukturen zu identifizieren, zu handhaben und zu demontieren.
Infektionsausbrüche besser vorhersagen: 1,5 Millionen Euro für Forschungsprojekt VaSequIs
Mit Künstlicher Intelligenz und der Analyse von Patienten-, Trink- und Abwasserproben entwickeln Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen ein Frühwarnsystem: Es soll Infektionsausbrüche in Krankenhäusern schneller erkennen und die Sicherheit von Patient:innen erhöhen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das im Februar gestartete Projekt VaSequIs* für 14 Monate mit über 1,5 Millionen Euro.
Um Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen und besser zu verstehen, entwickelt das interdisziplinäre Forschungsteam im Projekt VaSequIs ein System für vergleichende Untersuchungen von Proben aus der Patientenversorgung sowie solchen, die sie an den kritischen Stellen zwischen öffentlicher Wasserversorgung, Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und dem Abwassernetz gewinnen. So wollen sie nachvollziehen, welche und wie viele Krankheitserreger vorherrschen, um mögliche Infektionsausbrüche zu erkennen und zu verhindern. Prof. Dr. Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, und Prof. Dr. Martin Exner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, leiten das Projekt. Beteiligte Wissenschaftler der UDE sind zudem aus dem Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (Prof. Dr. Folker Meyer), aus der Krankenhaushygiene (Dr. Robin Otchwemah) sowie dem Institut für Medizinische Mikrobiologie (PD Dr. Jan Kehrmann).
Umfrage des Forschungsprojekts MoKITUL zeigt: 90 Prozent der Studierenden und Lehrenden nutzen KI-Tools im Studium und in der Lehre – vor allem für Textverarbeitung, Recherche und Verständnisfragen. Doch fehlendes Vertrauen und rechtliche Unsicherheiten bleiben Hürden.
Im Rahmen des Forschungsprojekts MoKITUL – „Moderne KI-basierte Tools zur Unterstützung der Lehre an Hochschulen“ – der Fachhochschule Erfurt wurden 102 Studierende und Lehrende an Thüringer Hochschulen im Jahr 2025 zu ihren Erfahrungen mit KI-gestützten Werkzeugen im Studien- und Lehralltag befragt. Die Ergebnisse zeigen: Künstliche Intelligenz ist bereits im Hochschulalltag angekommen und wird von einer großen Mehrheit genutzt – zugleich begegnen viele dieser Technologie noch mit Zurückhaltung.
Rund 90 Prozent der Befragten nutzen KI-Tools im Studium oder in der Lehre. Studierende greifen dabei etwas häufiger zu den digitalen Helfern als Lehrende. Eingesetzt werden die Anwendungen vor allem für Textverarbeitung, zur Recherche und um Verständnisfragen zu klären. Zugleich bringt die Mehrheit den Antworten der KI kein uneingeschränktes Vertrauen entgegen.
Signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung seit 2015
Die globale Erwärmung hat sich seit 2015 deutlich beschleunigt, zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Das Forschungsteam berücksichtigt in der Untersuchung bekannte natürliche Einflüsse auf die globale Temperatur und weist die Beschleunigung des Erwärmungstrends erstmals statistisch signifikant nach. Die ermittelte Erwärmungsrate lag in den vergangenen zehn Jahren je nach Datensatz um rund 0,35°C pro Jahrzehnt, verglichen mit knapp 0,2°C pro Jahrzehnt im Durchschnitt der Jahre 1970 bis 2015. Damit ist das jüngste Erwärmungstempo höher als in jedem vorherigen Jahrzehnt seit Beginn der Messungen im Jahr 1880.
„Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen,“ sagt Grant Foster, ein US-Statistikexperte und Co-Autor der Studie, die heute in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde. „Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige ‚Rauschen‘ geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt.“
Über 40 Prozent der großen Süßwassertierarten in fremde Gewässer eingeführt – fast jede zweite Art bringt auch Schaden
Über 40 Prozent der heute lebenden großen Süßwassertiere (Megafauna), zu denen unter anderem Karpfen, Welse, Krokodile, Schildkröten, Biber und Flusspferde zählen, wurden bewusst außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets angesiedelt. Diese gebietsfremden Arten können in den Einführungsregionen zwar wirtschaftliche Vorteile bringen, bergen jedoch zugleich erhebliche und oft unterschätzte Risiken für die einheimische Biodiversität und die lokale Bevölkerung. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und des Instituts für Geographie und Agrarökologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.
Der Nilbarsch im Viktoriasee ist ein prominentes Beispiel für die komplexen ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen, die durch gebietsfremde Süßwasser-Megafauna verursacht werden. Die gezielte Ansiedlung dieser großen Fischart im Viktoriasee sollte die Fischerei eigentlich verbessern – doch sie hatte gravierende, unterschätzte Folgen: Die Bestände einheimischer Fische gingen zurück, lokale Fischer verloren ihre Lebensgrundlage, und in den umliegenden Gemeinden nahm die chronische Unterernährung bei Kindern und Müttern zu.
Starkregen und seine Folgen für die Smart City Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetterereignisse
Überflutete Keller, überlastete Kanalisation, Überschwemmungen: Starkregen kann enorme Schäden verursachen und Menschenleben gefährden. Bundesweit entstanden im Jahr 2024 durch Starkregen und Überschwemmungen 2,6 Milliarden Euro Schaden. Das Modellprojekt Smart City der Technischen Universität Dresden (TUD) und der Landeshauptstadt Dresden veröffentlicht erstmals den Prototyp einer digitalen 3D-Anwendung, mit deren Hilfe Unwetter und ihre Auswirkungen besser eingeschätzt werden können.
Der digitale Zwilling Dresdens bildet ein reales Modell der Stadt ab. Er simuliert die Folgen bei Starkregen von rund 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter und Stunde und zeigt mögliche Schäden an Wohngebäuden im Stadtgebiet auf. Zusätzlich sind Messdaten zum Niederschlag, zu Wasserständen an Gewässern und der Lufttemperatur abrufbar. Die damit errechneten Szenarien verdeutlichen Zusammenhänge und liefern wertvolle Impulse für die Stadtplanung.
Entwickelt wird der digitale Starkregenzwilling am Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TUD: „Komplexe Stadtdaten in einer Plattform zu bündeln und für die Starkregenvorsorge nutzbar zu machen, ist eine spannende Herausforderung“, erklärt Entwickler Lars Backhaus. „So integrieren wir vormals abstrakte Informationen in ein leistungsfähiges Werkzeug, das Verwaltung und Bürgern eine klare Orientierung bietet.“ Ein derart anspruchsvolles System erfordere weitere Fachexpertisen: „Wir sind sehr glücklich, dass in diesem Projekt mehrere Dresdner Partnerinstitutionen aus Verwaltung und Wissenschaft engagiert zusammenarbeiten“, so Projektleiterin Dr. Katja Maerker vom Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden.
Abwasser als Energie- und Rohstoffquelle: Wie Technologie mit Mikroben es möglich macht
Aus Abwasser nicht nur sauberes Wasser, sondern auch Strom und Nährstoffe gewinnen – mit Technologien, die elektrochemisch aktive Mikroorganismen nutzen, ist das möglich. Ein unter Federführung der Universität Greifswald in Frontiers in Science erschienenes internationales Forschungsreview zeigt das enorme umwelt- und ressourcenschonende Potenzial mikrobieller elektrochemischer Technologien (METs).
Weltweit produzieren wir jährlich rund 359 Milliarden Kubikmeter Abwasser – viermal so viel wie der Genfersee fasst. „Darin stecken über 800 000 GWh chemische Energie, vergleichbar mit der Jahresproduktion von 100 Kernkraftwerken“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Uwe Schröder von der Universität Greifswald. „Abwasser enthält außerdem reichlich Nährstoffe, die wir bislang verkommen lassen.“
Die richtigen Mikroben machen’s: Elektrizität aus Abwasser METs setzen genau hier an: Spezielle Mikroorganismen, die natürlich im Abwasser vorkommen, wandeln die darin enthaltene chemische Energie in elektrische Energie um, während gleichzeitig das Wasser gereinigt wird. Im Labor konnten bereits bis zu 35 Prozent der im Abwasser gebundenen Energie in Strom umgewandelt werden. Dass die Technologie auch in der Anwendung funktioniert, beweisen Pilotanlagen wie „Pee Power®“: 2015 versorgte sie mit Strom aus Urin die Toilettenbeleuchtung auf dem Glastonbury Festival. Langzeitstudien in Uganda, Kenia und Südafrika zeigten, dass solche Systeme auch größere Urinmengen zuverlässig aufbereiten – und durch beleuchtete Sanitäranlagen einen Beitrag zu mehr Sicherheit in Regionen mit unzureichender Infrastruktur schaffen.
Übernahmen kosten Mitarbeiter Jobs und Einkommen, die Firmen verlieren Umsatz
Firmenübernahmen sind weder gut für die Arbeitsplätze oder die Einkommen der Mitarbeiter noch für den Umsatz der beteiligten Unternehmen. Das geht hervor aus einer neuen Untersuchung des Ökonomen Jakob Beuschlein von der ROCKWOOL Foundation Berlin (RFBerlin). „Viele Übernahmen gehen mit Entlassungen und daher geringeren Einkommen für die Arbeitnehmer einher. Und selbst diejenigen, die ihren Arbeitsplatz behalten, müssen oft geringere Lohnerhöhungen hinnehmen“, sagt Beuschlein.
Nach fünf Jahren waren die Arbeitseinkommen der Beschäftigten rund 9 Prozent niedriger, als wenn sie in ähnlichen Unternehmen gearbeitet hätten, die nicht an Übernahmen beteiligt waren. Der größte Teil der Einkommensnachteile kommt aus Entlassungen, denn 30 Prozent der Arbeitsplätze der kombinierten Firmen werden durchschnittlich gestrichen. Die Arbeitnehmer erleben dann entweder Arbeitslosigkeit oder gehen in andere Firmen, wo sie ebenfalls weniger verdienen. Aber auch bei den weiterbeschäftigten Arbeitnehmern waren die Löhne nach fünf Jahren 1,5 Prozent niedriger als in vergleichbaren Unternehmen. Ursächlich hierfür war vor allem ein geringeres Lohnwachstum bei Ihnen.
Abholzung führt zu mehr Extremwetterereignissen im Amazonasgebiet
Wenn der Amazonas-Regenwald komplett abgeholzt würde, gäbe es dort mehr Extremniederschläge, Hitzestress und hohe Windgeschwindigkeiten. Das zeigt eine aktuelle Studie, die auf Simulationen mit einem Klimamodell auf der Kilometerskala beruht.
Aus der Vogelperspektive zeigt sich der Amazonas-Regenwald als sattgrünes Mosaik aus Baumkronen, so weit das Auge reicht. Hier sind unzählige Tier- und Pflanzenarten zu Hause – viele endemisch –, und als Kohlenstoffspeicher spielt der Wald eine wichtige Rolle für das globale Klima. Doch durch Rodung droht dieses einzigartige Ökosystem seine wichtigen Funktionen zu verlieren. Ein Fünftel des Gebiets wurde bereits abgeholzt, und ein Ende dieser intensiven Nutzung ist nicht in Sicht. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Biodiversität und das globale und regionale Klima. Mithilfe einer neuartigen Klimasimulation auf der Kilometerskala zeigt eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M), der Universität Hamburg und des Institute of Science and Technology Austria: Extremniederschläge, Hitzestress und Windgeschwindigkeit nehmen in einem Szenario mit kompletter Abholzung deutlich zu und erschweren eine mögliche Erholung des Waldes.
Wie eine große prospektive Kohortenstudie zeigte, könnte der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee das Demenzrisiko senken. Dafür waren nur 2,5-4,5 Tassen Kaffee täglich erforderlich. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Neurologie gibt es durchaus plausible Erklärungen für diesen beobachteten Effekt, allerdings hebt die Fachgesellschaft auch hervor, dass es sich nicht um kontrolliert randomisierte Daten, sondern um eine Beobachtungstudie handelt.
Die zugrundeliegende Hypothese der aktuellen Studie [1] war, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee mit einem geringeren Demenzrisiko und einer besseren kognitiven Funktion einhergeht. Ausgewertet wurden Daten der „Nurses’ Health Study“ (NHS) und der „Health Professionals Follow-up Study“ (HPFS), in denen prospektiv die Teilnehmenden bislang über 43 Jahre nachbeobachtet wurden. In diesem Zeitraum fanden wiederholt Erhebungen der Ernährungsgewohnheiten und des kognitiven Status (subjektiv und objektiv) statt, auch Untersuchungen auf Demenz. „Allein schon dadurch hebt sich die neue Studie positiv von anderen ab, in denen die Ernährungsgewohnheiten nur zu Beginn erhoben wurden und die oft nur einen kurzen Nachbeobachtungszeitraum hatten“, erklärt DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit. Auch die Patientenselektion erfolgte mit der notwendigen Sorgfalt: es wurden nicht nur vorerkrankte Personen mit Tumorleiden, Parkinson oder Demenz ausgeschlossen, sondern auch diejenigen, die unplausible Angaben zu ihrer täglichen Kalorienzufuhr machten und sich somit als nicht zuverlässig bei der Dokumentation ihrer Ernährungsgewohnheiten auf den Fragebögen erwiesen.
Öffentliche Unterstützung für CO₂-Bepreisung bleibt stabil
Langzeitstudie zeigt stabile Zustimmung zu CO₂-Preisen trotz steigender Energiepreise. Trotz Energiekrise und stark gestiegener Preise bleibt die öffentliche Unterstützung für die CO₂-Bepreisung in Deutschland stabil. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Studie eines Teams um Prof. Dr. Stephan Sommer, Professor und Nachhaltigkeitsbeauftragter im Fachbereich Wirtschaft an der Hochschule Bochum. Bei der CO₂-Bepreisung handelt es sich um ein klimapolitisches Instrument, bei dem für den Ausstoß von Kohlendioxid ein Preis pro Tonne erhoben wird, um Anreize zur Emissionsminderung zu schaffen; ob und in welcher Form dieses Instrument eingesetzt wird, hängt in vielen Ländern maßgeblich von der öffentlichen Unterstützung ab und ist international sehr unterschiedlich geregelt.
Die Forschenden analysieren auf Basis eines Längsschnittdatensatzes, wie sich die öffentliche Unterstützung für CO₂-Preise und die Präferenzen für die Verwendung der daraus erzielten Einnahmen zwischen 2019 und 2022 in Deutschland entwickelt haben. Der Untersuchungszeitraum umfasst sowohl die Einführung und Erhöhung des nationalen CO₂-Preises im Verkehrs- und Wärmesektor als auch die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Insgesamt wurden etwa 4.000 Personen befragt, die jeweils an drei Zeitpunkten einen Fragebogen zu ihrer Einstellung zu CO₂-Bepreisung ausgefüllt haben.
Acetylsalicylsäure (ASS) schützt wahrscheinlich nicht vor Darmkrebs, erhöht aber das Blutungsrisiko
Chengdu/Freiburg, 26.2.2026. In Fachkreisen wird kontrovers diskutiert, ob Acetylsalicylsäure (ASS, beispielsweise Aspirin) möglicherweise vor Darmkrebs schützen kann. Ein neuer Cochrane Review zeigt jetzt: Täglich ASS einzunehmen, bietet Menschen ohne besonderes Darmkrebsrisiko wahrscheinlich keinen Schutz vor Darmkrebs, geht aber mit einem erhöhten Risiko schwerer Blutungen einher.
„Eine breite Anwendung von ASS in der Allgemeinbevölkerung zur Darmkrebsprävention wird durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt“, sagt Dan Cao von der Sichuan-Universität im chinesischen Chengdu, einer der Seniorautoren des Reviews. Die Vorstellung, ASS könne langfristig vor Darmkrebs schützen, sei zwar interessant, ergänzt Zhaolun Cai, ebenfalls von der Sichuan-Universität und einer der beiden Erstautoren des Reviews. „Unsere Analyse zeigt jedoch, dass ein solcher Nutzen nicht gesichert ist – und mit nachgewiesenen Risiken einhergeht.“
ASS wird nicht nur seit mehr als 100 Jahren als Schmerzmittel eingesetzt, sondern langfristig auch als Blutverdünner. Aspirin ist die bekannteste Marke, unter der dieser Wirkstoff vertrieben wird. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen ASS oft über einen längeren Zeitraum ein, um Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu vermeiden. Studien mit solchen Patient*innen haben Hinweise geliefert, dass ASS möglicherweise einen gewissen Schutz vor Darmkrebs bieten könnte.
Ambitionierte Klimapolitik sorgt für Reduzierung von CO2-Emissionen
Globale Anstrengungen gegen den Klimawandel in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben dazu beigetragen, CO2-Emissionen in einem erheblichen Umfang zu reduzieren. Das zeigt eine neue Studie, die Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien federführend durchgeführt haben. Die Forscherinnen und Forscher haben dabei untersucht, welche klimapolitischen Ansätze besonders effektiv waren. Eine ambitionierte staatliche Klimapolitik, charakterisiert durch eine höhere Anzahl sowie striktere Klimaschutzmaßnahmen, führte in der Regel zu einer Emissionsminderung. Besonders erfolgreich waren zudem Staaten, die ihre Maßnahmen zielgerichtet auf die größten Emissionsquellen ausgerichtet haben, so die Experten der Universität Heidelberg, die maßgeblich an der Untersuchung mitgewirkt haben.
Manche Bakterien sind winzige Meister der Navigation: Mit einem eingebauten «Kompass» aus magnetischen Nanopartikeln finden sie zielsicher den optimalen Lebensraum. Forschende der Universität Basel haben nun die magnetischen Eigenschaften einzelner Bakterien entschlüsselt – ein wichtiger Schritt, um ihr Potenzial für Technik, Umweltforschung und medizinische Anwendungen zu nutzen.
Einige Bakterienarten besitzen eine erstaunliche Fähigkeit: Sie nutzen das Erdmagnetfeld um sich daran zu orientieren. Um diesen Mechanismus besser zu verstehen hat das Team um Argovia-Professor Dr. Martino Poggio vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel das «magnetotaktische» Bakterium Magnetospirillum gryphiswaldense genauer untersucht.
In seinem Inneren bildet dieses Bakterium eine Kette aus magnetischen Nanopartikeln – den sogenannten Magnetosomen. Diese wirken wie ein biologischer Kompass und ermöglichen dem Bakterium, sich am Erdmagnetfeld auszurichten.
Fahrplan für ein europaweites Biodiversitäts-Monitoring
Neue Studie zeigt wie digitale und molekulare Technologien sowie koordinierte Lenkung das europaweite Monitoring der biologischen Vielfalt transformieren und globale Naturschutzziele unterstützen können
Die Biodiversität verändert sich, doch den Regierungen fehlen gute Daten, um den Wandel zu verfolgen und wirksame Naturschutzmaßnahmen abzuleiten. Eine neue Studie unter der Leitung der Universität Amsterdam (UvA), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) schlägt nun einen umfassenden Fahrplan für den Aufbau eines modernen europäischen Netzwerks für Biodiversitätsbeobachtung (BON) vor – eines Netzwerks, das zu einem globalen Vorbild für das Monitoring biologischer Vielfalt werden könnte. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Reviews Biodiversity veröffentlicht.
„Unser Vorschlag enthält einen Plan für Europa, seine chaotischen und unzusammenhängenden Monitoringsysteme zu verbessern“, sagt der Erstautor Dr. Daniel Kissling, außerordentlicher Professor an der UvA. „Wir wollen ein einheitliches europaweites Netzwerk schaffen, das den Wandel bei Arten und Ökosystemen verfolgen kann – von der DNA von Pflanzen und Tieren bis hin zu ganzen Wäldern, Flüssen und Ozeanen.
Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit
Blutwerte in der Schwangerschaft liefern Hinweise auf spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen / Sprechstunde für betroffene Frauen am Universitätsklinikum Freiburg eingerichtet / Studie am 18. Februar in JAMA Cardiology erschienen
Eine Schwangerschaft stellt für den Körper von Frauen eine besondere Belastung dar – und kann damit frühe Hinweise auf die spätere Herz-Kreislauf-Gesundheit liefern. Das zeigen Forschende des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit dänischen Kolleg*innen in einer aktuellen Studie. Sie untersuchten das Blut von über 2.000 schwangeren Frauen und verknüpften die Ergebnisse mit Gesundheitsdaten aus rund zwölf Jahren Nachbeobachtung. Dabei zeigte sich: Frauen mit erhöhten Werten eines bestimmten Blutmarkers entwickelten später häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzschwäche – auch dann, wenn sie zuvor als herzgesund galten. Die Ergebnisse der Langzeitstudie wurden am 18. Februar 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlicht. Als Konsequenz dieser Ergebnisse wurde am Universitätsklinikum Freiburg eine spezielle Sprechstunde für betroffene Frauen eingerichtet.
Pazifik-Rätsel: Neue Generation von Klimamodellen bringt erstmals Licht ins Dunkel
Seit langem rätseln Forschende darüber, warum sich der östliche tropische Pazifik und der Südliche Ozean parallel zur globalen Erwärmung abkühlen. Existierende Klimamodelle erfassen dieses Muster nicht. Am Max-Planck-Institut für Meteorologie sind Wissenschaftler*innen der Antwort nun einen bedeutenden Schritt nähergekommen: Mit einer neuen Generation physikalisch besser fundierter Klimamodelle haben sie den beobachteten Trend erstmals erfolgreich in einer Simulation dargestellt und die zugrunde liegenden Mechanismen erklärt.
Ein Phänomen im Pazifik beschäftigt Klimaforschende weltweit: Während die globale Erwärmung voranschreitet und die Temperaturen fast überall auf der Welt steigen, haben sich der östliche tropische Pazifik und der pazifische Teil des Südlichen Ozeans in den vergangenen 45 Jahren abgekühlt. Dieses Merkmal wird von traditionellen Klimamodellen, wie sie in der internationalen Vergleichsstudie „Coupled Model Intercomparison Project (CMIP)“ verwendet werden, und deren Ergebnisse in die Berichte des Weltklimarates IPCC einfließen, nicht erfasst. Obwohl die Klimaforschungsgemeinschaft eine Reihe von Hypothesen aufgestellt hat, fehlte bislang eine stichhaltige Erklärung für das beobachtete Muster.
Neues Forschungsprojekt AGRIC an der Hochschule Landshut bringt Agri-Photovoltaik in Deutschland, Bulgarien, Litauen, Polen und Serbien voran. Ziel ist es, Landwirte und weitere Akteure zu unterstützen, die Technologie besser zu verstehen und anzuwenden.
Agri Photovoltaik (Agri-PV) gilt als ein zentraler Baustein der Energiewende, da sie landwirtschaftliche Flächen doppelt nutzbar macht – für Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung. Dennoch gibt es beim Einsatz von Agri-PV viele Unsicherheiten, wie sich beispielsweise die Anlagen auf Erträge auswirken, ob sich die Investition lohnt und welche Genehmigungen nötig sind. Gleichzeitig fehlt es häufig Behörden, Energieagenturen und landwirtschaftlichen Beratungsstellen an verständlichem Informationsmaterial oder an konkreten Beispielen. Hier setzt das neue Forschungsprojekt AGRIC – Advancing Agri PV Readiness and Cooperation an der Hochschule an: Es soll Fachkräfte in der Landwirtschaft sowie regionale Verwaltungen und weitere Akteure dabei unterstützen, Agri PV besser zu verstehen und praktisch anzuwenden. Das Projekt wird vom Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut koordiniert. Beteiligte Partner kommen aus Bulgarien, Polen, Litauen und Serbien. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben im Rahmen der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) mit insgesamt über 912.000 Euro.
Wälder helfen im Klimaschutz vor allem als naturnahe Ökosysteme
Naturwald Akademie veröffentlicht Policy Brief zur Bedeutung alter Wälder als Kohlenstoffspeicher und gibt Handlungsempfehlungen für Politik und Forstwirtschaft. Zentrales Ergebnis der analysierten Studien: Die Bedeutung junger Wälder als Kohlenstoffsenke wird überschätzt. Wissenschaftlicher Leiter Dr. Torsten Welle: „Alte Wälder sind keine überalterten Systeme, sondern dynamische, sich selbst regulierende Ökosysteme mit hoher struktureller Stabilität.“
Die CO₂-Senkenleistung der Wälder geht zurück, ihr Beitrag zum Klimaschutz sinkt. Europaweit hat sich die CO₂-Aufnahme von Wäldern und anderen Ökosystemen in den vergangenen zehn Jahren um nahezu ein Drittel verringert. „Das ist ein deutliches Warnsignal für eine fehlgeleitete Landnutzungspolitik“, sagt Dr. Torsten Welle, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der Naturwald Akademie Lübeck. Doch alte Wälder durch Aufforstungen zu ersetzen, wird den Klimaschutz nicht voranbringen. „Alte Wälder enthalten zwei- bis dreimal mehr Kohlenstoff als junge Bestände“, sagt Welle.
Erstmals sichtbar gemacht: DNA-Transport zwischen Zellen
Zellen tauschen verschiedene Moleküle über kleine extrazelluläre Vesikel aus, unter anderem DNA. Wie der DNA-Transport im Zellinneren genau verläuft, blieb bislang jedoch unklar. Die mikroskopischen Untersuchungstechniken scheiterten an zu geringen Auflösungen und ungeeigneten Fluoreszenzfarbstoffen.
Nun konnten Forschende des Universitätsklinikums Essen, der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (Arbeitsgruppe von PD Dr. Basant Kumar Thakur) und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz (Arbeitsgruppe von Dr. Xiaomin Liu) erstmals sichtbar machen, wie DNA von kleinen extrazellulären Vesikeln zwischen menschlichen Zellen transportiert wird. Die neu entwickelte Bildgebung bietet eine wichtige Grundlage, um die Rolle vesikulärer DNA in Gesundheit und Krankheit weiter zu erforschen.Die kürzlich im „Journal of Translational Medicine“ vorgestellten Aufnahmen zeigen, dass die Vesikel-assoziierte DNA in winzigen Clustern organisiert ist und nur selten mit klassischen Vesikel-Markern zusammen auftritt.
Warum sich die überdüngte Ostsee so schwer erholt – Neue IOW-Übersichtsarbeit zeigt zentrale Prozesse und Ursachen
Die Ostsee steht seit Jahrzehnten unter Druck: Zwar wurden die Einträge von Phosphor und Stickstoff aus Flüssen – Ursache der Überdüngung des Binnenmeeres – merklich reduziert. Doch Folgeerscheinungen wie Algenblüten und Sauerstoffmangel treten nach wie vor massiv auf und ziehen weitere ökologische Folgen nach sich. Forschende des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) zeigen nun in einer umfassenden Zusammenschau, wie Nährstoffaltlasten, interne Stoffkreisläufe und Klimaerwärmung zusammenwirken, so dass Schutzmaßnahmen nur verzögert greifen. Gleichzeitig sehen sie Ansatzpunkte für ein wirksames Ostsee-Management. Die Arbeit erschien jüngst im Annual Review of Marine Science.
Dass die Ostsee unter Überdüngung leidet, ist seit mehr als einem halben Jahrhundert bekannt. Schutzprogramme wie der „Baltic Sea Action Plan“ der Helsinki-Kommission zum Schutz der Ostsee (HELCOM) haben durch Implementierung auf EU- und nationaler Ebene dazu geführt, dass die Nährstoffbelastung aus menschlichen Quellen merklich zurückging: Die Phosphorfrachten der Flüsse sanken seit den 1980er-Jahren um etwa 50 %, die Stickstofffrachten um rund 30 %. Auch neuere Belastungszahlen zeigen diesen Trend: Während 1995 die Phosphor-Gesamteinträge in die zentrale Ostsee noch über 20.000 Tonnen pro Jahr betrugen, lagen sie 2017 bei rund 12.400 Tonnen; beim Stickstoff gingen sie in der selben Zeit von rund 520.000 Tonnen auf knapp 400.000 Tonnen zurück.
Neues Legierungsdesign überwindet Korrosion und Wasserstoffversprödung
Auf den Punkt gebracht:
Herausforderung: Bis jetzt ist Edelstahl anfällig für Korrosion und Versprödung beim Transport und der Speicherung von Wasserstoff
Strategie: Atomare Passivierung von Korngrenzen mit Stickstoff
Ergebnis: neuer Edelstahl mit 3,8-fach höherer Korrosionsbeständigkeit und 1,35-fach höherer Beständigkeit gegen Wasserstoffversprödung im Vergleich zu 316L Stahl
Relevanz: Neuer Edelstahl ist kosteneffizient und mit etablierten Prozessen herstellbar und ermöglicht den sicheren Transport und die Speicherung von Wasserstoff
Wasserstoff ist ein zentraler Baustein zukünftiger klimaneutraler Energiesysteme. Doch die sichere Speicherung und der Transport von Wasserstoff stellen weiterhin eine große materialwissenschaftliche Herausforderung dar. Edelstähle gelten als vielversprechende Werkstoffe, da sie robust, kostengünstig und weit verbreitet sind. Jedoch sind selbst moderne Edelstahlsorten anfällig für Korrosion und Wasserstoffversprödung – ein Prozess, bei dem Wasserstoff in das Metall eindringt, innere Bindungen schwächt und im Extremfall zu plötzlichem Materialversagen führt.
KI-Agenten, Robotik, Verantwortung: Diese Zukunftsideen der Studierenden überzeugen bei der Digital Future Challenge
Am 12.02.25 wurden in Berlin die Gewinnerteams der diesjährigen Digital Future Challenge (DFC) ausgezeichnet. Der erste Preis ging an das vierköpfige Team Calvin Friedrich, Samantha Geller, Duc Kieu und Tim Sellemann von „Ankommen“.
„Unsere Idee unterstützt Menschen bei der Beantragung eines Aufenthaltstitels – also genau diejenigen, die in unserer Gesellschaft oft nicht ausreichend begleitet werden. Wir sind überglücklich, dass sich gerade in diesem engen und hochkarätigen Finale unser Team mit dem Fokus auf Integration und Diversität durchgesetzt hat. Das zeigt sehr deutlich, wofür die Digital Future Challenge steht: für Zusammenhalt und gemeinsames Gestalten der Zukunft“, sagt Samantha Geller aus dem Gewinnerteam. Der von der Initiative D21 und der Deloitte-Stiftung, mit Unterstützung der Giesecke + Devrient Stiftung und der Bertelsmann Stiftung, ausgerichtete Studierendenwettbewerb „Digital Future Challenge“ sucht innovative Lösungen für verantwortungsvolle digitale Zukünfte. Unter dem diesjährigen Leitthema „Zukunft digital gestalten“ lag der Schwerpunkt auf KI-Agenten und Robotik. Der Wettbewerb wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Bei der DFC wurden in diesem Jahr 89 Ideen von 285 Studierenden von 30 verschiedenen Hochschulen und Universitäten aus 12 Bundesländern in Deutschland eingereicht. Eine interdisziplinäre Jury wählte daraus die fünf besten Teams aus, die ihre Projekte über mehrere Runden weiterentwickelten und beim Finale am 12. Februar 2026 präsentierten:
Weniger Mikroplastik aus Reifenabrieb durch neuen Sensor und KI-Auswertung
Durch Reifenabrieb erzeugte Mikroplastikpartikel sind eine erhebliche Belastung unserer Umwelt. Verbesserte Lösungen für die Abriebfestigkeit können zur Reduzierung dieser Emissionen beitragen. Im Projekt »KI-RAM« haben Fraunhofer IMWS, Rösler Tyre Innovators GmbH & Co. KG, DENKweit GmbH, iMes Solutions GmbH und die Universität Paderborn dafür Lösungen entwickelt. Sie kombinieren einen neuartigen Sensor im Reifen mit KI-Methoden zur Datenauswertung. Das kann beispielsweise Speditionen bei der Auswahl der richtigen Reifen und der Taktung von Serviceintervallen unterstützen. Ihre Ergebnisse haben die Projektpartner heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vorgestellt.
Jährlich entstehen allein in Deutschland durch Reifenabrieb rund 100.000 Tonnen Mikroplastik. Die Reduzierung dieses Reifenabriebs ist – ebenso wie die Vermeidung von CO2-Emissionen – ein Nachhaltigkeitsaspekt, der bei der Optimierung von Reifen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist. Neben den umweltpolitischen Vorgaben liegt das auch an den erhöhten Anforderungen an die Abriebfestigkeit von Reifen bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen.
Nur schnelle Kurskorrekur kann “Treibhaus-Erde” verhindern
Internationales Team veröffentlicht Appell in Fachjournal Durch verschiedene Faktoren haben sich in den vergangenen Tausenden und Millionen von Jahren Warm- und Eiszeiten auf der Erde abgewechselt. Dieses System könnte durch menschlichen Einfluss ins Wanken geraten, davor warnen Forschende bereits seit Jahrzehnten. Die Stimmen werden nun aber lauter. Ein Team um Forschende der Oregon State University (USA), an dem auch Thomas Westerhold vom MARUM beteiligt ist, fordern nun in einem Kommentar deutliche Kurskorrekturen in der Klimapolitik.
Der heute in der Fachzeitschrift One Earth veröffentlichte Artikel „The risk of a hothouse Earth trajectory” (Das Risiko einer Entwicklung zur Treibhauserde) ist die Analyse einer internationalen Zusammenarbeit unter der Leitung von William Ripple von der Oregon State University, die wissenschaftliche Erkenntnisse über Klimarückkopplungsschleifen und 16 Kippelemente – Subsysteme der Erde, die bei Überschreiten kritischer Temperaturschwellen an Stabilität verlieren können – zusammenfasst. Ihr Fazit: Mehrere Komponenten des Erdsystems sind näher an einer Destabilisierung als bisher angenommen. Dadurch ist der Planet einem erhöhten Risiko einer „Treibhaus“-Entwicklung ausgesetzt, die durch Rückkopplungsschleifen angetrieben wird. Diese könnten die Folgen der globalen Erwärmung verstärken, heißt es in dem Artikel.
Wasserstoff in NRW auf Kurs: IN4climate.NRW zeigt, was jetzt zählt
Während sich die internationale Energiebranche aktuell auf der Messe E-world energy & water in Essen über den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft austauscht, wird dieser in Nordrhein-Westfalen bereits sichtbar: Große Elektrolyseurprojekte laufen an, die Infrastruktur befindet sich im Aufbau, internationale Importpartnerschaften entstehen und erste Industrieunternehmen stellen ihre Prozesse auf Wasserstoff um. Gleichzeitig ist jetzt entscheidend, das Tempo weiter zu beschleunigen. Das aktuelle Diskussionspapier der Initiative IN4climate.NRW „Wasserstoff auf Kurs bringen“ analysiert die aktuellen Entwicklungen und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für bestehende Herausforderungen.
Nordrhein-Westfalen hat gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Wasserstoffhochlauf: Eine energieintensive Industrie mit hoher Nachfrage, die vorteilhafte geografische Lage innerhalb des European Hydrogen Backbone, die zentrale Anbindung an das sich im Aufbau befindliche Wasserstoffkernnetz sowie lokale geologische Wasserstoffspeicherpotenziale und relevante Hafenanbindungen. Bereits 50 Megawatt Elektrolyseleistung sind inzwischen in NRW in Betrieb, weitere über 200 Megawatt genehmigt oder bereits im Bau. Erste Leuchtturmprojekte in der Industrie sowie geschlossene Lieferverträge für Tankstellen in der Rhein-Ruhr-Region zeigen, dass auch die industrielle Bereitschaft zur Transformation vorhanden ist.
Streusalz Knappheit: Digitale Lösung soll Winterdienste unterstützen
Der Winter stellt Kommunen und Straßenbetriebe in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen: Streusalz ist vielerorts knapp und teuer geworden. Lieferengpässe, gestiegene Energiekosten und eine hohe Nachfrage haben die Vorräte stark belastet. Gleichzeitig muss die Ver-kehrssicherheit auf Straßen, Radwegen und Gehwegen weiterhin gewährleistet werden. Genau an diesem Punkt setzt ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts in Lemgo an.
In einem vom Land NRW und der EU geförderten Forschungsprojekt arbeiten Fraunhofer, Okeanos Smart Data Solutions GmbH und das Institut für Abfall, Abwasser, Site und Facility Management e.V. mit dem ASP Paderborn, dem Eigenbetrieb Straßen des Kreises Lippe und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) daran, den Winterdienst künftig noch gezielter, präziser und nachhaltiger zu gestalten. Ein Messnetzwerk im Projekt „NachWinD“ aus präzisen Sensoren liefert ein fein abgestimmtes Bild der lokalen Straßenverhältnisse, stationär an Messvorrichtungen an der Straße oder mit einer Sensorvorrichtung, die direkt auf einem Räumfahrzeug montiert ist. Darüber hinaus ist vorhandenes Wissen und Erfahrung gefragt:
Historisch niedriger Wasserstand in der Ostsee – Steht eine großer Salzwassereinbruch aus der Nordsee bevor?
Seit Anfang Januar hat eine außergewöhnlich langanhaltende Ostwindlage den mittleren Wasserstand der Ostsee auf einen historischen Tiefstand sinken lassen. Messungen am schwedischen Pegel Landsort-Norra zeigen Werte, die so niedrig sind wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1886. Forschende des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) verfolgen diese Entwicklung derzeit sehr genau, da sie eine seltene ozeanographische Ausgangssituation für einen möglichen großen Salzwassereinstrom aus der Nordsee in die Ostsee darstellt. Ein solcher Einstrom könnte die physikalischen und chemischen Bedingungen in den tiefen Becken der zentralen Ostsee deutlich verändern.
Die seit Anfang Januar über weite Teile der Ostsee vorherrschenden, oft starken Ostwinde haben dazu geführt, dass große Wassermengen aus dem Binnenmeer durch die Meerengen der Beltsee zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden in Richtung Nordsee hinausgedrückt wurden. In Folge ist der mittlere Wasserstand der Ostsee deutlich abgesunken. Am Pegel Landsort-Norra vor der schwedischen Küste wurde am 5. Februar ein Tagesmittelwert von mehr als 67 Zentimetern unter dem langjährigen mittleren Wasserstand gemessen. Damit wurde der niedrigste Wert registriert, der seit Beginn der kontinuierlichen Pegelbeobachtungen im Jahr 1886 dokumentiert ist.
Analyse belegt: Grabenlose Kanalsanierung ist deutlich umweltfreundlicher
Fraunhofer UMSICHT analysierte für die Firmen RelineEurope GmbH und Impreg GmbH die Umweltwirkungen, die bei der Sanierung von Abwasserohren entstehen. Dazu verglich das Institut mittels Ökobilanzierung die Sanierung von Abwasserrohren durch das Liner-Verfahren (CIPP: Cure-in-Place-Pipe) mit dem Austausch der Rohre durch neue Betonrohre.
In Deutschland gibt es rund 600 000 Kilometer Abwasserrohre. 35 Prozent sind älter als 65 Jahre, sodass zahlreiche Reparaturen und Sanierungen jetzt bzw. in naher Zukunft notwendig sind. Das Liner-Verfahren ermöglicht eine grabenlose Sanierung der Abwasserrohre. Dazu werden die noch nicht ausgehärteten und somit noch flexiblen Liner wie Schläuche durch die bestehenden Kanalschächte in das beschädigte Rohr eingebracht, dann von innen mithilfe von Druckluft an die alte Rohrwandung angepresst und mit UV-Licht vor Ort ausgehärtet. Das Wandmaterial ist ein glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) bestehend aus ungesättigtem Polyester-Harz und Glasfasern, das für Transport und Montage in thermoplastische Kunststofffolien (z.B. PE, PE oder PVC) eingeschlossen wird.
Zunehmende ausgebrachte Toxizität von Pestiziden gefährdet UN-Ziel eines weltweiten Biodiversitätsschutzes bis 2030
Bis 2030 die Risiken von Pestiziden, die in der Landwirtschaft ausgebracht werden, um 50 Prozent zu reduzieren, das hatten sich die Länder der Erde 2022 auf der 15. UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) in Kanada zum Ziel gesetzt. Ein Forschungsteam der RPTU Kaiserslautern-Landau hat die Entwicklung der Giftigkeit von den in der Landwirtschaft angewendeten Pestiziden mit einem neuen Verfahren analysiert und nachgewiesen, dass diese UN-Zielerreichung gefährdet ist. In der Studie, die im Fachmagazin Science erschienen ist, folgern die Autoren, dass nahezu alle Länder weltweit umgehend starke Anstrengungen unternehmen müssen, um das UN-Ziel noch erreichen zu können.
Für die Studie haben die Wissenschaftler Daten über die weltweite Anwendung von Pestiziden ausgewertet und die eingesetzten Mengen jedes Wirkstoffs in Bezug zu dessen Giftigkeit gesetzt. Mit der Berechnung dieser so genannten ausgebrachten Toxizität, welche die Giftigkeit der in der Landwirtschaft eines Landes pro Jahr angewendeten Pestizide umfasst, hat ein Team um die Umweltwissenschaftler Ralf Schulz und Jakob Wolfram ein Verfahren entwickelt, mit dem nun die möglichen globalen Folgen abgeschätzt werden können, die landwirtschaftliche Pestizide auf die Biodiversität haben. „Dadurch erhalten wir einen ganz neuen Blick auf die möglichen Risiken für Umwelt und Biodiversität, die von der Ausbringung von Pestiziden ausgehen“, unterstreicht Ralf Schulz.
Kostenfreies Online-Seminar zur Umsetzung kommunaler Wärmepläne
Wie gelingt die Umsetzung kommunaler Wärmepläne? Neue Leitfäden der Stiftung Umweltenergierecht und ihrer Projektpartner zeigen anhand konkreter Handlungsempfehlungen und Beispielen, wie Kommunen, Energieversorger sowie Bürgerinnen und Bürger den Umsetzungsprozess effektiv organisieren und (mit)gestalten können. Die wichtigsten Punkte werden nun in einem kostenfreien Online-Seminar am 12. Februar erläutert.
Seit Anfang 2024 sind (in der Regel) Kommunen durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet, kommunale Wärmepläne zu erstellen. Für Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen diese spätestens Mitte 2026 vorliegen. Doch wie lässt sich der Übergang von der Planung in die praktische Umsetzung erfolgreich gestalten? Die Stiftung Umweltenergierecht veranstaltet hierfür ein kostenfreies Online-Seminar am Donnerstag, 12. Februar 2025, von 9:30 bis 11:00 Uhr.
Warum Teilzeit Unternehmen und Gesellschaft hilft: Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Dr. Christoph Desjardins sieht positive Effekte für die Produktivität
Die in der aktuellen Debatte um das Thema Teilzeit implizierte Behauptung, dass Teilzeittätige durch ihre „Verweigerung“ von Vollzeitarbeit ihren Unternehmen schaden, lässt sich nicht belegen. Darauf verweist der Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Dr. Christoph Desjardins. Im Gegenteil: Unternehmen und die Gesellschaft können sogar von Teilzeitarbeit profitieren, sagt der Experte für Human Resource Management (HRM) und Leadership der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). In seiner Analyse beleuchtet er wichtige Aspekte, die bisher nicht ausreichend thematisiert werden.
Vielfältige Gründe für Reduzierung der Arbeitszeit Die von der Politik – nicht von der Wirtschaft – angestoßene Diskussion um Teilzeitarbeit als Lifestyle-Element stellt diese Form der Arbeitstätigkeit als bloße Willensentscheidung hin, die je nach Ausmaß der gewünschten Work-Life-Balance getroffen werden kann. Dies bezieht sich auf einen fortschreitenden Wertewandel, der Aktivitäten und soziale Beziehungen im Nicht-Arbeitsbereich priorisiert und dazu führt, dass sich die Bindung der Mitarbeitenden zu ihren Unternehmen verringert. Dass Deutschland ein „kollektiver Freizeitpark“ ist, hat aber schon der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Regierungserklärung von 1993 beklagt, ohne dass sich die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik in den Jahrzehnten danach entsprechend kontinuierlich negativ entwickelt hat.
CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land
Wie lässt sich Kohlendioxid (CO2) dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen? Welches Vorgehen ist dabei realistisch, sinnvoll und verantwortbar? Antworten darauf liefert ab sofort der Carbon Removal Atlas (CDRatlas). Die frei zugängliche Online-Plattform wurde unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel entwickelt und bündelt wissenschaftlich fundierte Informationen zu Methoden der Kohlendioxid-Entnahme. Ziel ist es, fundiertes Wissen für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit, übersichtlich und verständlich aufbereitet, zur Verfügung zu stellen und damit eine verlässliche Grundlage für den Umgang mit schwer vermeidbaren Emissionen zu bieten.
Ob bei der Zementherstellung, in der Stahlindustrie oder der Landwirtschaft – einige Treibhausgasemissionen lassen sich auch bei ehrgeizigem Klimaschutz kaum vollständig vermeiden. Um dennoch die Klimaziele zu erreichen und die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, wird neben der schnellen und drastischen Reduktion der CO2-Emissionen auch die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre eine wichtige Rolle spielen.
Ziel der aktuellen Wirtschaftspolitik ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland zu stärken. Dazu gehört nach Untersuchungen des IfM Bonn auch, die gesetzlichen Vorgaben im Zuge der Dekarbonisierung so zu gestalten, dass der Mittelstand seine originären Stärken – Flexibilität, Kreativität – ausspielen kann.
Überwiegend herrscht in den Familienunternehmen in Deutschland Konsens darüber, dass es der ökologischen Transformation bedarf. Aktuell stellt sich jedoch aus Sicht des Mittelstands die Frage, wie die Unternehmen den klimafreundlichen Umbau erreichen – und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben können.
„Der Mittelstand wird die ökologische Transformation umso erfolgreicher umsetzen, je besser die Politik diese ganzheitlich durchdenkt. Nur so können die Familienunternehmen ihre spezifischen Vorteile wie Flexibilität und Kreativität einbringen, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Derzeit gibt es jedoch ein Sammelsurium von unterschiedlichen und nicht aufeinander abgestimmten Maßnahmen: Neben umweltökonomischen Elementen wie dem CO2-Zertifikatehandel gibt es eine Vielzahl an ordnungsrechtlichen Vorgaben, Berichtspflichten und Förderungen“, erläutert IfM-Projektleiter Hans-Jürgen Wolter.
Landintensive CO₂-Entnahme muss zum Schutz der biologischen Vielfalt besser geplant werden
Eine heute veröffentlichte Studie zum Thema CO₂-Entnahme – bei der CO₂ aus der Atmosphäre entnommen und gespeichert wird – zeigt: Der Einsatz von großflächigen landbasierten Methoden wie Aufforstung oder Bioenergie zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) kann Biodiversität durch vermiedene Klimaschäden schützen, könnte aber auch Gebiete betreffen, die für den Schutz der biologischen Vielfalt besonders wichtig sind. Es gilt, die Kriterien für die Standortwahl besser auszuarbeiten.
Die Studie, die in Nature Climate Change veröffentlicht und von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) geleitet wurde, analysiert Zukunftsoptionen aus fünf groß angelegten Modellierungsprojekten und berücksichtigt zudem 135.000 Arten und 70 für die biologische Vielfalt besonders wertvolle Regionen, sogenannte Biodiversitäts-Hotspots. Im Ergebnis wird räumlich dargestellt, wo landbasierte CO₂-Entnahme künftig stattfinden könnte.
Politikwissenschaftler Christoph Knill hat mit einem internationalen Team die Wirkung unterschiedlicher Klimaschutzmaßnahmen untersucht. Eine Maßnahmenkombination – von CO₂-Preis und Mineralölsteuer bis zu Forschung und Investition in erneuerbare Energien – ist am wirksamsten für den Klimaschutz. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die Regierungsmaßnahmen in 40 Ländern über Jahrzehnte verglichen hat und aktuell in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Climate Policy veröffentlicht ist. Das Forschungsteam, dem Expertinnen und Experten der LMU sowie der Universitäten Barcelona, Lausanne und Oslo angehören, untersuchte darin politische Maßnahmen und ihre Effekte auf das Klima in einem Zeitraum von 32 Jahren.
„Regierungen weiten ihre politischen Bemühungen um den Klimaschutz aus – doch zu bewerten, was die einzelnen Maßnahmen bewirken, ist durch die wachsende Zahl parallel bestehender Instrumente sehr anspruchsvoll“, erklärt Professor Christoph Knill, Leiter des Lehrstuhls für Empirische Theorien der Politik an der LMU und Co-Autor der Studie. Insbesondere ließen sich die Wirkungen einzelner politischer Instrumente kaum isoliert betrachten, weil die Effekte zahlreicher anderer Maßnahmen hineinspielten. „Ziel unserer Studie war eine länderspezifische Bewertung, um herauszufinden, welche Klimaschutzmaßnahmen den größten Nutzen bringen können.“
Wirksamer Umweltschutz in Norwegen und Schweden Das internationale Team analysierte politische Maßnahmen und ihre Wirkungen in der Zeit von 1990 bis 2022. Mit einer neuartigen statistischen Methode, die es erlaubt, mehrere Parameter der einzelnen Instrumente zugleich zu modellieren, konnten die Forschenden die Wirksamkeit 1.737 einzelner Regeln zum Klimaschutz evaluieren. Dabei stellten sie im Modell sicher, dass nur Initiativen mit ausreichender empirischer Evidenz berücksichtigt wurden.
KRITIS-Dachgesetz: Kompetenzaufbau zur Stärkung der Cybersicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen
Durch das heute verabschiedete KRITIS-Dachgesetz stehen Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) vor weitreichenden neuen Anforderungen. Cybersicherheit und physische Resilienz werden erstmals gleichwertig und verbindlich geregelt. Für Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung bedeutet dies ein umfassendes Maßnahmenpaket, das technische, organisatorische und personelle Instrumente gleichermaßen umfasst. Das Fraunhofer IOSB-AST unterstützt dabei mit einem maßgeschneiderten Schulungsprogramm.
Neben der NIS2 Richtlinie, die bereits seit Ende 2025 in deutsches Recht umgesetzt wurde und betroffene Organisationen zu einem systematischen und dokumentierten Cyber-Risikomanagement verpflichtet, rückt mit dem KRITIS Dachgesetz der Blick auf den sogenannten All Gefahren Ansatz: Es verpflichtet Betreiber Kritischer Anlagen, digitale und physische Schutzmaßnahmen gemeinsam zu betrachten. Neben Cyberangriffen werden damit auch Risiken wie Sabotage, Naturereignisse, technische Störungen oder operative Unterbrechungen adressiert. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen in zentralen Sektoren wie Energie, Verkehr oder Gesundheit zu Registrierung, Risikoanalysen und Resilienzplänen. Als kritisch gelten Anlagen, die mindestens 500.000 Menschen versorgen. Ziel ist es, die Resilienz Kritischer Infrastrukturen ganzheitlich zu stärken.
Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben und Biodiversität erheblich
70 Prozent der Böden in Europa sind mit Pflanzenschutzmittel belastet. Die Auswirkungen auf das Bodenleben sind erheblich, da Pflanzenschutzmittel verschiedene nützliche Bodenorganismen beeinträchtigen. Dies zeigt eine europaweite Studie unter Co-Leitung der Universität Zürich. Um die Bio-diversität der Böden zu schützen, sollten die Ergebnisse in aktuellen Pflanzenschutzmittelvorschriften berücksichtigt werden.
Das Leben unter unseren Füssen ist entscheidend, um wichtige Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen wie Nahrungsmittelproduktion, Kohlenstoffspeicherung, Erosionsschutz und Wasserregulierung aufrechtzuerhalten. Eine internationale Studie liefert nun erstmals umfassende quantitative Belege für die Verbreitung und Auswirkungen von Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft in Europa. Das Ergebnis: 70 Prozent der europäischen Böden sind mit Pflanzenschutzmittel kontaminiert. «Dies wirkt sich auf verschiedene nützliche Bodenorganismen wie Pilze (Mykorrhiza) und Fadenwürmer (Nematoden) aus und beeinträchtigt deren Biodiversität», sagt Studienleiter Marcel van der Heijden, Professor am Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich (UZH) und Forscher bei Agroscope.
Eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Santa Fe Institutes in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz zeigt: Klima-Verbote können grüne Werte untergraben. Im Gegenzug können gut konzipierte Maßnahmen diese aber auch fördern. Dafür müssen die Maßnahmen als wirksam wahrgenommen werden und dürfen nicht zu sehr in die Privatsphäre eindringen.
Fahrrad statt PKW, autofreie Innenstädte und der Verzicht auf Fleisch und Flugreisen: So stellen sich viele Menschen ein idealisiertes Leben unter Einhaltung aller Klimaschutzmaßnahmen vor. Ein Großteil von ihnen fühlt sich jedoch deutlich eingeschränkt, wenn ihnen eine solche Lebensweise vorgeschrieben wird. Das kann zur kompletten Ablehnung aller Maßnahmen führen. Was von Entscheidungsträger*innen beachtet werden muss, um die Akzeptanz zu erhöhen, ist Kernpunkt einer kürzlich veröffentlichten Studie.
Hauptautorin ist die Psychologin und Verhaltensökonomin Katrin Schmelz. Sie begann ihre Untersuchung zu dem Thema bereits 2022 am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz. Inzwischen ist sie am Santa Fe Institute beschäftigt, wo sie eng mit dem Co-Autor der Studie, dem Wirtschaftswissenschaftler Samuel Bowles, zusammenarbeitet. Bereits die Datenerhebung haben die beiden gemeinsam durchgeführt und dafür mehr als 3.000 Teilnehmende aus Deutschland zu ihrer Einstellung gegenüber verschiedenen klimapolitischen Maßnahmen befragt.
Eine neue empirische Studie des Kiel Instituts zeigt: Künstliche Intelligenz vernichtet keine Arbeitsplätze, sie verändert sie. Firmen mit starker KI-Nutzung stellen häufiger Fachkräfte ein, während einfache Büroaufgaben zurückgehen. Sprachmodellierung und Spracherkennung durch KI haben einen besonders starken positiven Einfluss auf die Beschäftigung – es entstehen neue Jobs mit höheren Anforderungen. Dagegen wirkt sich KI in den Bereichen Bilderkennung und Übersetzung insbesondere auf Büro- und Verwaltungsberufe negativ aus und kann vorhandene Stellen ersetzen. Unter dem Strich bleibt durch KI die Gesamtbeschäftigung stabil – aber der Qualifikationsdruck steigt.
Das Forschungsteam aus Dänemark, Portugal, Schweden und Deutschland hat für seine Analyse ein neuartiges Messinstrument entwickelt, das den Fortschritt von KI-Technologien auf Teilbereiche und Berufsgruppen herunterbricht. Damit werden dann Beschäftigungseffekte untersucht, basierend auf anonymisierten Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten aus Dänemark, Portugal und Schweden im Zeitraum 2010 bis 2023.
THWS bringt Expertise zu intelligenten Stromnetzen in Forschungsverbundprojekt KRISNet ein
Aufbau eines europäischen Satellitennetzes für die Steuerung von kritischer Infrastruktur Mit satellitengestützter Kommunikation die Energieversorgung auch in herausfordernden Szenarien sichern: Dafür arbeitet das Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mit Unternehmenspartnern, der Universität Passau sowie dem Zentrum für Telematik (ZfT) aus Würzburg im Forschungsverbundprojekt KRISNet zusammen. Das Projekt markiert einen Meilenstein eines europäischen Satellitennetzes für den resilienten Betrieb kritischer Infrastrukturen.
Eine verlässliche Energieversorgung ist für den Alltag unabdingbar. Jedoch werden die Systeme durch den Zuwachs an erneuerbarer Energie, durch zunehmend dezentralisierte Erzeugungsanlagen und die stärkere Einbindung verschiedener Sektoren immer komplexer. Gleichzeitig nehmen die Gefahreneinflüsse zu: Extremwetter, gezielte (Cyber-)Angriffe oder technische Störungen können die Versorgung beeinträchtigen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn auch die Kommunikationssysteme ausfallen, denn ohne sie lassen sich Energienetze weder stabil steuern noch nach Störungen schnell und sicher wieder hochfahren.
Genau an diesem Punkt setzt das Forschungsverbundprojekt KRISNet an. Ziel ist es, eine besonders widerstandsfähige Versorgungsinfrastruktur zu entwickeln, die für digitalisierte Stromnetze und weitere kritische Infrastrukturen jederzeit eine verlässliche Kommunikation ermöglicht. Dafür verfolgt KRISNet den Aufbau eines eigenen, souveränen Satellitennetzwerks in erdnaher Umlaufbahn, das im ersten Schritt durch einen Demonstrationssatelliten erprobt wird. Das geplante spätere Satellitennetz in einer niedrigen Umlaufbahn (LEO = low Earth orbit) soll unter deutscher, beziehungsweise europäischer, Kontrolle betrieben werden und die Kommunikationsinfrastruktur gezielt stärken, um sie auch in Krisen- und Ausnahmesituationen funktionsfähig zu halten.
GFFA-Podiumsgäste diskutierten über die Herausforderungen einer effizienten Wassernutzung in der Landwirtschaft
Am 16. Januar 2026 veranstaltete das IAMO gemeinsam mit der German Agribusiness Alliance (GAA) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Auf den Punkt: Nachhaltige Wassernutzung und innovative Agrartechnologien in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens“. Das Fachpodium fand im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im CityCube Berlin statt.
Wasser ist Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und den Menschen. Vor allem in Zeiten des Klimawandels ist die effiziente Nutzung des Wassers von großer Bedeutung, um die Lebensmittelproduktion auch in zunehmend trockenen Regionen sicherzustellen. Die internationalen Podiumsgäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten darüber, wie eine nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft entwickelt und ausgebaut werden kann.
In der Eröffnungsrede des Fachpodiums machte Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), auf die Bedeutung von Wasser als Bestandteil allen Wirtschaftens aufmerksam. Das GFFA biete eine fachliche Plattform, um sich über ein effizientes Wassermanagement und neueste Technologien in der Landwirtschaft auszutauschen.
IAMO-Wissenschaftler Nodir Djanibekov wies in seinem Vortrag auf die unterschiedliche Verfügbarkeit von Wasser in verschiedenen Ländern Zentralasiens und Europas hin. Die Wassermenge entscheide darüber, welche landwirtschaftlichen Kulturen in welchem Umfang angebaut werden können. Er merkte an, dass allen Landwirt:innen ein Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Investitionen in digitale Technologien ermöglicht werden solle, um die Wassernutzungseffizienz in der Landwirtschaft zu verbessern.
GFFA-Fachpodium: Lösungsansätze für Wasserknappheit in der Landwirtschaft in China und Deutschland
In der Podiumsdiskussion „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“ am 16. Januar 2026 auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin erörterten deutsche und chinesische Expert:innen die Wasserknappheit, ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft sowie führende Lösungsansätze, die in beiden Ländern als wirksame Gegenmaßnahmen eingesetzt werden können.
Dr. Michaela Böhme, Managing-Direktorin des Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums (DCZ), eröffnete die Podiumsdiskussion mit einer Einordnung der Wasserknappheit als zentrales Thema des diesjährigen GFFA-Fachpodiums. Während die deutsche Landwirtschaft lange Zeit weitgehend durch ausreichende Niederschläge geprägt war, rücken Fragen der Wasserverfügbarkeit zunehmend in den Fokus. In China hingegen ist der Umgang mit ungleich verteilten Wasserressourcen seit Langem eine zentrale Herausforderung, wobei die Lücke zwischen Wasserangebot und -nachfrage weiter wächst. Vor diesem Hintergrund kommt dem deutsch-chinesischen Erfahrungsaustausch eine besondere Bedeutung zu, um wirksame Strategien für beide Länder zu identifizieren.
Mikroplastik in der Atmosphäre: Ausbreitung von Landflächen aus höher als vom Ozean
Studie zeigt große Diskrepanzen zwischen Emissionsabschätzungen und Messungen von Mikroplastik in der Atmosphäre Die Atmosphäre ist ein wichtiges Transportmedium, das Mikroplastik selbst in die entlegensten Weltgegenden trägt. Dieses Mikroplastik kann eingeatmet werden und stellt ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier dar. Es kann sich auch aus der Atmosphäre absetzen und Meere und Böden weltweit kontaminieren. Eine neue Studie des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien schätzt die Mikroplastikemissionen von landbasierten und ozeanischen Quellen in die Atmosphäre ab, basierend auf globalen Messdaten und Modellsimulationen. Die Ergebnisse: An Land werden über 20-mal mehr Mikroplastikpartikel emittiert als vom Ozean. Die Studie wurde aktuell in Nature veröffentlicht.
Mittlerweile ist klar dokumentiert, dass die Atmosphäre weltweit mit Mikroplastikpartikeln kontaminiert ist, die sich dann selbst in den entlegensten Weltgegenden wieder absetzen. Das Mikroplastik stammt einerseits aus primären Quellen wie Reifenabrieb oder Textilfasern, andererseits aus Wiederaufwirbelung von bereits kontaminiertem Land oder dem Ozean. Allerdings war die Größenordnung dieser Emissionen und die Verteilung davon auf die Emissionsquellen bisher nicht bekannt. In bisherigen Arbeiten wurde oft der Ozean als Hauptquelle genannt.
Belüftung des Nordatlantiks nimmt ab – Langsamere Erneuerung des Tiefenwassers möglicherweise Signal des Klimawandels
Die Tiefenwassererneuerung im Nordatlantik hat sich deutlich verlangsamt. Das belegt eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Demnach nimmt das „Alter“ der Wassermassen im Nordatlantik seit den 1990er-Jahren kontinuierlich zu, was einen Hinweis auf eine Abschwächung des atlantischen Strömungssystems gibt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Trend nicht allein auf natürliche Schwankungen zurückzuführen ist, sondern ein Signal des menschengemachten Klimawandels darstellt. Eine verlangsamte Ozeanzirkulation hat weitreichende Folgen für die Klimaregulation sowie für Sauerstoffversorgung und Kohlenstoffaufnahme des Ozeans.
Der Ozean wird ständig „belüftet“, wenn Oberflächenwasser absinkt und dabei beispielsweise Sauerstoff und Kohlenstoff in größere Tiefen transportiert. Wie effizient dieser Prozess ist, lässt sich über das sogenannte Wasseralter abschätzen: Es beschreibt die Zeitspanne seit dem letzten Kontakt einer Wassermasse mit der Atmosphäre.
Wasseralter als Maß für die Ozean-Durchlüftung Forschende des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben nun untersucht, wie sich die Ozeanbelüftung im Nordatlantik in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Die nordatlantische meridionale Umwälzströmung (North Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) ist für die Belüftung großer Teile der Weltmeere verantwortlich.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das Wasser im Nordatlantik insgesamt „altert“. Durch die Integration von Beobachtungen mit Modellsimulationen kommen sie zu dem Schluss, dass dieser Trend eher ein Hinweis auf den Klimawandel als auf natürliche Schwankungen ist. Die Studie ist jetzt in der Fachpublikation Nature Communications erschienen.
Ein umfassendes Energiesystemmodell für die Schweiz
Energiesysteme stehen vor komplexen, langfristigen Herausforderungen, die mit einem hohen Mass an Unsicherheit behaftet sind – und diese unterscheiden sich von Land zu Land. Das von der Gruppe Energiewirtschaft am Paul Scherrer Institut PSI entwickelte Energiesystemmodell STEM ist zu einem wesentlichen Instrument für die Steuerung der Energiewende in der Schweiz geworden. Es dient der Erforschung dieser Herausforderungen und unterstützt die Entscheidungsfindung.
Vor etwas mehr als fünfzehn Jahren hatte Kannan Ramachandran eine Idee. Der Wissenschaftler in der Gruppe Energiewirtschaft am Labor für Energiesystem-Analysen (LEA) des PSI begann, an einem neuen energiewirtschaftlichen Modell für die Schweiz zu arbeiten. Eine Anschubfinanzierung des Bundesamts für Energie (BFE) half ihm dabei. Eines der Merkmale, die Ramachandran sich wünschte, war eine zeitliche Auflösung im Bereich von Stunden. Das war Neuland. Zu den Hürden, die der Forscher zu bewältigen hatte, gehörten unzureichende Daten und begrenzte Rechenressourcen. Da einige Gleichungen zum ersten Mal eingesetzt wurden, kam es häufiger zur Fehlersuche. Auch der Zeitplan war knapp bemessen: Nur zwei Jahre, um einen ersten Prototypen zu erstellen.
Ein neuer Temperaturrekord stellt das Paradigma der extremen Wärme in hohen Breitengraden in Frage
Forschungsteam wendet erstmals Temperaturproxies auf außergewöhnlich reine fossile Phytoplanktonproben an / Ergebnisse deuten auf kühlere Bedingungen im Nordatlantik seit dem Miozän hin als bisher angenommen
Verlässliche Vorhersagen, wie sich das Klima auf der Erde bei steigenden Kohlenstoffdioxid-Werten in der Atmosphäre entwickeln wird, basieren auf Klimamodellen. Solche Modelle basieren wiederum auf Daten aus vergangenen Erdzeitaltern, in denen sich der CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre ähnlich wie in der heutigen Zeit verändert hat. Die Daten stammen aus messbaren Indikatoren (Proxies), deren Interpretation zur Rekonstruktion des Klimas der Vergangenheit verwendet wird. Ein Forscherteam hat nun in Nature Communications eine neue Temperaturaufzeichnung für den Nordatlantik aus den vergangenen 16 Millionen Jahren veröffentlicht. Angewendet wurde die Methode der Clumped-Isotope-Geochemie (Isotopengruppierung) an außergewöhnlich reinen Überresten fossiler Kalkalgen (Coccolithen). Ihre Ergebnisse zeigen, dass der Nordatlantik deutlich kälter war als bisher aufgrund früherer Rekonstruktionen angenommen, was die Ergebnisse von Klimamodellsimulationen stützt und das Paradigma der extremen Wärme im Miozän in hohen Breitengraden in Frage stellt.
Wissenschaftlicher Rechercheservice Bundeskanzler Friedrich Merz spricht davon, das Arbeitszeitgesetz abzuschaffen. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht, dass die Höchstarbeitszeit nicht mehr pro Tag, sondern pro Woche geregelt werden soll. Schon dadurch wären Arbeitstage von zeitweilig mehr als 12 Stunden möglich.
Als Ziele einer Deregulierung werden unter anderem wirtschaftliche Impulse, mehr Flexibilität und eine Stabilisierung des Arbeitsvolumens trotz demografischen Wandels angeführt. Doch es ist höchst zweifelhaft, dass solche Ziele erreicht werden, analysieren Forschende der Hans-Böckler-Stiftung und anderer Einrichtungen in verschiedenen Untersuchungen. Erstens kann eine weitgehende Lockerung der täglichen Erwerbs-Arbeitszeit bestehende gesundheitliche Probleme in der Erwerbsbevölkerung verschärfen, was das Arbeitspotenzial schwächt statt stärkt. Zweitens würde sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verschlechtern, was insbesondere die Teilnahme von Frauen am Erwerbsleben einschränkt.
Drei Viertel der Beschäftigten rechnen in einer aktuellen Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) mit negativen Folgen für Erholung und Gesundheit, für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienleben sowie für die Organisation ihres Alltags, wenn generell Arbeitstage von mehr als zehn Stunden möglich werden. Zugleich zeigen die Antworten der mehr als 2000 Befragten auch, dass sehr lange und flexible Arbeitszeiten in Deutschland längst verbreitet sind. Die geltende Rechtslage bietet Unternehmen bereits hohe Flexibilität.
Kluge Kaufleute bauen vor: Warum die Wirtschaft Umweltbelange nicht ignorieren darf
Der Global Risks Report 2026 zeigt, dass Umweltrisiken wie „Extremwetter“, „Artensterben“ und „kritische Veränderungen der Erdsysteme“ langfristig als größte Gefahr gelten. Im 2-Jahres-Ranking wurden sie jedoch wenig überraschend von geopolitischen Risiken, aber auch von wirtschaftlichen Risiken wie „Inflation“ oder „Rezession“ verdrängt. Diese Prioritätensetzung ist zu kurzfristig gedacht, scheibt Prof. Katrin Böhning-Gaese in ihrem Statement. Die Umwelt nicht zu beachten, erhöhe vielleicht jetzt die Gewinne, langfristig steige jedoch das unternehmerische Risiko.
Deutschlands Wirtschaft schwächelt. Gründe gibt es dafür viele: Ein tiefgreifender Strukturwandel in der Automobilbranche, geopolitische Verschiebungen und neue Zölle – das sind einige der Faktoren, mit denen deutsche Firmen zu kämpfen haben. Entsprechend steht die Wirtschaft derzeit besonders im Fokus. Daran ist nichts auszusetzen. Allerdings dürfen darüber die Themen Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit nicht aus dem Blick geraten. Genau diese Gefahr besteht aber, denn es ist verführerisch, in einen „First-things-first“-Modus zu verfallen, das eine als Pflicht, das andere als Kür zu betrachten. Nach dem Motto: Läuft die Wirtschaft erst wieder, dann kümmern wir uns um die Umwelt. Genau diese Haltung scheint sich in wachsenden Teil von Wirtschaft, Politik und, wie aus Umfragen hervorgeht, auch der Gesellschaft festzusetzen. Ist das wirklich klug?
Sammelaktion auf der Messe CMT: Urin für die Biobeton-Forschung
Die Zement-Herstellung ist eine der emissionsintensivsten Industrieprozesse. Stuttgarter Wissenschaftlerinnen forschen daher an einem neuen, nachhaltigen mineralischen Baustoff: Biobeton. Zur Herstellung nutzen sie einen bisher eher verkannten Rohstoff – menschlichen Urin. Camperinnen, die während der Tourismusmesse CMT vom 17. bis 25. Januar auf dem Wohnmobilstellplatz der Messe Stuttgart stehen, können das Forschungsprojekt unterstützen, indem sie den Urin aus ihren Trenntoiletten spenden. Für die Sammelaktion kooperieren die Messe Stuttgart, der Trenntoilettenhersteller Arwinger und der Komposttoilettenvermieter Kompotoi mit der Universität Stuttgart.
Wissenschaftler*innen der Universität Stuttgart forschen an einem neuartigen Baustoff – Biobeton. Die Herstellung erfolgt mithilfe von Biomineralisierung. Bei diesem Verfahren produzieren lebende Organismen durch chemische Reaktionen anorganisches Material. Das Material kann potenziell CO₂-neutral komplett aus Abfallstoffen hergestellt werden.
Das Biomineralisierungsverfahren des Stuttgarter Teams weist eine Besonderheit auf: Es basiert auf menschlichem Urin – einem reichlich vorhandenen, aber bisher verkannten Rohstoff. „Die bisher hergestellten Proben weisen vielversprechende Materialeigenschaften für bestimmte Einsatzgebiete im Hochbau auf“, sagt Professor Lucio Blandini, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart. Das Projektteam hat Probekörper hergestellt, die Druckfestigkeiten von über 60 MPa erreichen – deutlich höher als in allen bislang veröffentlichten Studien zur Biomineralisierung. Das heißt: Auch mit Urin können hochfeste Bausteine hergestellt werden. Ziel der Forschung sei es aber nicht, herkömmlichen Beton vollständig zu ersetzen, so Prof. Blandini: „Wir verstehen den Baustoff vielmehr als intelligente Ergänzung für ausgewählte Anwendungen.“
Starkwinde, starke Niederschläge und Kälteausbrüche sind häufige Extremwetterereignisse, die in den kalten Wintermonaten in Europa auftreten und auch in Deutschland zu Ausnahmezuständen führen können – wie zuletzt beim Sturmtief „Elli“. Um die Prozesse besser zu verstehen, startete am 13. Januar 2026 die vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte internationale Messkampagne NAWDIC über dem Nordatlantik. Mit Daten aus umfangreichen Flugzeug- und Bodenmessungen wollen die Forschenden gemeinsam mit weiteren nationalen und internationalen Partnern die Prozesse besser verstehen und Wettervorhersagemodelle optimieren, um genauere Prognosen von Starkwetterereignissen zu ermöglichen.
Vom Nordatlantik bis nach Westeuropa entwickeln sich Winterstürme, die hurrikanähnliche Windgeschwindigkeiten erreichen, Schäden in Millionenhöhe verursachen und im Extremfall das Leben von Menschen gefährden. Sturmtief „Elli“ letzte Woche hat gezeigt, welche Auswirkungen solche Wettersysteme auch in Deutschland haben können: Bahnausfälle, Straßenchaos und Schulschließungen. „Eine genaue Vorhersage des Ortes, des Zeitpunkts und der Intensität solcher Extremwetterereignisse ist bisher eine Herausforderung“, erklärt Dr. Annika Oertel vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Troposphärenforschung (IMKTRO) des KIT. Viele der physikalischen Prozesse, die zu Extremwetterereignissen in Europa führen, finden über dem Atlantik statt – einem Gebiet, das reguläre Beobachtungssysteme nur unzureichend erfassen.
GFFA-Fachpodium „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“
Im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) organisiert das IAMO gemeinsam mit dem Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) eine Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung findet am 16. Januar 2026 von 9:30 bis 11:00 Uhr (MEZ) im CityCube Berlin (Raum M1) statt.
Wasserknappheit gefährdet Chinas Ernährungssicherheit. Wie kann Wasser in China nachhaltig genutzt werden – welche Lehren für Deutschland?
Die landwirtschaftliche Produktion in China ist stark von Bewässerung abhängig, doch die ungleiche Verteilung von Niederschlägen und der Klimawandel führen zunehmend zu Wasserstress – mit Risiken für die Ernährungssicherheit und steigender Konkurrenz um knappe Wasserressourcen. Auf diesem Fachpodium diskutieren Expert:innen aus Deutschland und China, wie sich Bewässerung und Wasserwirtschaft verbessern lassen, damit Landwirtschaft auch bei zunehmender Trockenheit leistungsfähig bleibt und klimaresilient aufgestellt ist.
Joachim Herz Stiftung fördert praxisbezogene Forschungsvorhaben für einen smarten Umgang mit Wasser Die Joachim Herz Stiftung unterstützt in diesem Jahr innovative Forschungsvorhaben rund um die Ressource Wasser mit insgesamt 12 Millionen Euro. Gefördert werden anwendungsorientierte und mutige Vorhaben, die wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlich und ökonomisch nutzbare Anwendungen überführen. Ziel ist es, die lebenswichtige Ressource besser zu schützen und zugleich ihr Potenzial als Inspirationsquelle für neue Materialien, Technologien und Modelle zu erschließen. Die Hamburger Stiftung möchte so Lösungen für Ressourceneffizienz und Klimaschutz ermöglichen.
52,7 Prozent der deutschen Seen, Flüsse und Bäche befanden sich 2024 in einem schlechten ökologischen Zustand. Auch in unseren Breitengraden wird Wasser knapp – ist aber eine unersetzliche Ressource für Menschen, Natur und Wirtschaft. Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser ist eine gesellschaftliche Herausforderung, für die Lösungen aus der Forschung dringend benötigt werden. Gleichzeitig kann Wasser aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften inspirierend für neue Technologien sein, zum Beispiel bei der Oberflächen- und Materialentwicklung. Innovative Wasserforschung kann einen wichtigen Beitrag zu mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz leisten.
Deswegen fördert die Joachim Herz Stiftung mit 12 Millionen Euro die Entwicklung von Neuen Materialien, Technologien und Modellen, die die Ressource Wasser schützen oder ihre Eigenschaften für nachhaltige Lösungen nutzen. Dafür vergibt die Hamburger Stiftung einen Forschungspreis sowie Individual-, Gruppen- und Strukturförderungen. Die Förderlinien unterstützen Forschungsvorhaben auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen – nach der Grundlagenforschung und vor der Marktreife.
Winterliche Extremwetterereignisse – Herausforderung im Klinikalltag
Spürbarer Anstieg der Patientenzahlen auch in der Notaufnahme – Uniklinikum ist personell und organisatorisch auf die aktuelle Situation eingestellt – Umsichtiges Verhalten und Vorsicht entlasten das Gesundheitssystem
Schnee, Eis und Minusgrade führen im Winter regelmäßig zu einem erhöhten Unfallrisiko. Die Auswirkungen des Sturmtiefs „Elli“ zeigen aktuell, dass die Gefahr für glatte und verschneite Gehwege und Straßen zusätzliche Herausforderungen im Klinikalltag mit sich bringt.
Infolge solcher Witterungsbedingungen verzeichnen auch das Uniklinikum Dresden einen spürbaren Anstieg der Patientenzahlen. Die unfallchirurgische Abteilung ist stärker gefordert und auch die Zahl der Atemwegserkrankungen nimmt zu, was die medizinische Versorgung zusätzlich vor Herausforderungen stellt: „Seit Beginn der Woche beobachten wir ein erhöhtes Patientenaufkommen in der Notaufnahme. Die Ursachen betreffen alle medizinischen Bereiche und gehen über witterungsbedingte Notfälle hinaus“, sagt Dr. Konrad Kamin, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am Uniklinikum.
Einen reibungslosen Betrieb aufrecht zu erhalten kann mitunter durch eingeschränkte Erreichbarkeit des Personals bei Schnee und Eis erschwert sein: „Im Pflegebereich stimmen wir uns regelmäßig zu Ressourcenplanung und aktuellen Schwerpunkten im Klinikalltag ab. Bei aller Planung hat die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten am Uniklinikum stets oberste Priorität“, sagt Mirko Radloff, Pflegedirektor am Uniklinikum.
Zum Jahresbeginn 2026 nimmt die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sieben neue Stipendiatinnen und Stipendiaten in das Junge Kolleg auf. Unter ihnen ist auch Juniorprofessorin Dr. Antara Dasgupta, Leiterin der Data-Driven Computing Group am Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen. In ihrem Forschungsprogramm entwickelt Antara Dasgupta ressourcenschonende, vertrauenswürdige und menschenzentrierte KI-Methoden, um hydrologische Extreme sowie das Zusammenspiel von Natur- und menschengemachten Katastrophen besser zu verstehen und abzumildern.
Durch die enge Verknüpfung von maschinellem Lernen, Satellitendaten und physikalischem Prozesswissen verfolgt sie das Ziel, KI-Systeme zu entwickeln, die nicht nur präzise, sondern auch transparent, fair und unmittelbar in praktischen Entscheidungsprozessen einsetzbar sind – etwa in der Hochwasser- und Dürreprävention, im Schutz kritischer Infrastrukturen oder im Katastrophenmanagement.
Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Datenassimilation, also der intelligenten Echtzeit-Verknüpfung von Beobachtungsdaten und Modellen, sowie auf der systemischen Berücksichtigung von Mehrfachgefahren, bei denen unterschiedliche Gefahrenketten miteinander interagieren. Auf diese Weise leistet ihre Forschung einen Beitrag zur Klimaanpassung und zur nachhaltigen Stärkung der Resilienz von Gesellschaft und Umwelt.
Müll im Rhein: Rund 53.000 Teile passieren Köln täglich
Im Rhein schwimmt um ein Vielfaches mehr Müll als bislang angenommen. Forschende der Universitäten Bonn und Tübingen sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde haben gemeinsam mit dem Kölner K.R.A.K.E. e.V. über einen Zeitraum von 16 Monaten sogenannten Makromüll in einer deutschlandweit einmaligen schwimmenden Müllfalle gesammelt und klassifiziert. Hochrechnungen ergaben, dass rund 53.000 Teile Makromüll den Rhein in Köln täglich passieren. Einwegprodukte aus Kunststoff machen einen Großteil des Rheinmülls aus. Die Ergebnisse sind nun im Wissenschaftsjournal „Communications Sustainability“ veröffentlicht. Achtung Sperrfrist: Nicht vor Donnerstag, 8. Januar, 17 Uhr MEZ, veröffentlichen!
Wie viele Tonnen menschengemachter Müll sich in unseren Meeren befinden, ist nicht klar bezifferbar. Schätzungen gehen von mehreren Millionen Tonnen aus. Und jährlich kommt mehr Müll hinzu. Ein Großteil davon wird über die Flüsse in die Ozeane transportiert. „Um die wirkliche Menge einigermaßen abschätzen zu können, werden meist visuelle Zählungen von Makromüll durchgeführt. Im Rhein geschah das bisher aber auch nur vereinzelt“, sagt Dr. Leandra Hamann vom Bonner Institut für Organismische Biologie der Universität Bonn, die inzwischen an die University of Alberta im kanadischen Edmonton gewechselt ist. „Bislang sind das überwiegend Beobachtungen vorbeischwimmender Müllteile – man kann sich leicht vorstellen, dass bei dieser Methode weniger auffällige oder tiefer schwimmende Teile nicht erfasst werden. Jetzt nutzen wir eine genauere, kontinuierliche Langzeitmethode.“
Institut für Didaktik der Naturwissenschaften an der Leibniz Universität Hannover startet öffentliche Veranstaltungsreihe
Wasser ist das Thema: Mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 15. Januar 2026 eröffnet das Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (IDN) der Leibniz Universität Hannover (LUH) die Veranstaltungsreihe „Wasser – Mensch – Zukunft“. Im Mittelpunkt steht das Lebenselement Wasser im Kontext des Klimawandels – aus wissenschaftlichen ebenso wie aus bildungsbezogenen Perspektiven. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft, Bildungspraxis, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürgern zu stärken. Die Reihe umfasst zwei Podiumsdiskussionen und eine Abschlussveranstaltung, bei der zentrale Impulse vorgestellt werden. Sämtliche Veranstaltungen finden im Leibnizsaal des Leibnizhauses, Holzmarkt 5, 30159 Hannover, statt. Der Eintritt ist frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Als zentrales Ergebnis soll ein Wasserwegweiser entstehen – eine Informationsbroschüre für die Stadt und Region Hannover, die Handlungsmöglichkeiten und Anlaufstellen bündelt und auf der Abschlussveranstaltung präsentiert werden soll.
Neues Kompetenzmodell für den Katastrophenschutz: Wenn jede Entscheidung zählt
Extremwetter, Stromausfälle und andere Krisenlagen stellen Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Unter Zeitdruck und in oft unübersichtlichen Situationen müssen sie schnell, sicher und koordiniert handeln. Vor diesem Hintergrund hat das Team um Dr. Christian K. Karl von der Universität Duisburg-Essen hierzu ein organisationsübergreifendes Modell für Ausbildung und Training entwickelt. Es ist Teil des Forschungsprojekts KOKA – Kompetenzorientierung im Katastrophenschutz.
Im Katastrophenschutz sind Technik und Organisation unverzichtbar – doch sie allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, wie professionell Einsatzkräfte in komplexen und unsicheren Lagen handeln. „Da sich Ausbildungen im Katastrophenschutz je nach Organisation, Aufgabenbereich oder Ausbildungsebene unterscheiden, sind wir der Frage nachgegangen, wie sich diese Anforderungen systematisch erfassen und zusammenführen lassen“, erklärt Dr. Christian K. Karl von der Fachdidaktik Bautechnik der Universität Duisburg-Essen.
Riesenchance für die Rückgewinnung von Technologiemetallen
Ein Team aus sechs Forschenden des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) hat sich in der ersten Runde der aktuellen SPRIND Tech Metal Transformation Challenge durchgesetzt. Damit sichert sich das Team des HIFs, das zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gehört, mehr als eine Million Euro Förderung der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) für das kommende Jahr. Dann gilt es für das junge Team, das vorgeschlagene Verfahren zur Rückgewinnung von Technologiemetallen aus Elektroschrott zu erproben und weiterzuentwickeln, um bei positiver Evaluierung die nächste Stufe des insgesamt dreistufigen Innovationswettbewerbs zu erreichen.
Das Thema Rohstoffe ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und gerade kritische Rohstoffe, wie Seltene Erden, Tantal oder Gallium stecken in vielen Hightech-Produkten unseres täglichen Gebrauchs. Der Bedarf ist also hoch, doch der Zugang beschränkt. Da bestehende Lieferketten oft durch geopolitische Konflikte gefährdet sind, ist der Weg über das Recycling unabdingbar. Im Moment sind die Recyclingquoten vieler sogenannter Hochtechnologiemetalle jedoch sehr gering. Dies gilt insbesondere für das Recycling von Elektroschrott, von dem allein in der EU mehr als 5 Millionen Tonnen pro Jahr anfallen. Davon wurden allerdings nur geringe Mengen kritischer Rohstoffe wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Hintergrund für die fehlende Effizienz sind in den meisten Fällen fehlende oder unwirtschaftliche Technologien.
Forschung für Stärkung des Katastrophenschutzes in EU: Menschen bestmöglich schützen und helfen sowie Schäden begrenzen
Innovative Technologies for European Disaster Response: BIBA schließt Forschungsprojekt iTEK ab | Studienergebnisse veröffentlicht | Basis für EU-weite Forschungen geschaffen | Erkenntnisse und Technologien aus Produktion und Logistik können bei Naturkatastrophen helfen
Von Überschwemmung und Waldbrand bis zum Erdbeben – die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen steigt. Damit auch die Zahl der betroffenen Menschen sowie der Infrastrukturschäden mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Welche Bedarfe haben die Einsatzkräfte im Katastrophenschutz, und welche Technologien bieten welche Optionen zu ihrer Unterstützung? Dazu hat das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik gemeinsam mit den assoziierten Partnern, der Katastrophenschutzorganisation @fire, dem ASB Regionalverband Niedersachsen-West und dem Technologieberatungsunternehmen SWMS Consulting, im Projekt iTEK geforscht. Nun haben sie ihre Studienergebnisse veröffentlicht.
Gesünder ins neue Jahr starten: Vier Vorsätze, ein Ziel
Mehr Bewegung, bewusster Medienkonsum, weniger Alkohol, mit dem Rauchen aufhören– gute Vorsätze, die bei vielen zum Jahreswechsel auf der To-Do-Liste stehen. Damit es auch klappt mit der Umsetzung, haben wir ein paar Tipps für Sie. An erster Stelle stehen Bewegung und Sport – damit können Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit vorbeugen, Stress abbauen, das Immunsystem stärken und die psychische Gesundheit verbessern.
Mehr Bewegung, bewusster Medienkonsum, weniger Alkohol, mit dem Rauchen aufhören– gute Vorsätze, die bei vielen zum Jahreswechsel auf der To-Do-Liste stehen. Damit es auch klappt mit der Umsetzung, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ein paar Tipps für Sie.
Wie eine Hitzewelle im Jahr 2003 den Nordatlantik bis heute verändert
Extremereignisse verändern die Ökologie im Meer sprunghaft: Eine einzige marine Hitzewelle im Jahr 2003 hat beispielsweise Artenzusammensetzung und Nahrungsnetz-Beziehungen im Nordatlantik so beeinflusst, dass die Folgen bis heute wirken. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei in Bremerhaven nachgewiesen. Die Studie ist jetzt in Science Advances erschienen.
Bremerhaven. Die Ökologie des Nordatlantiks ist im ständigen Wandel. Manchmal verändert sie sich jedoch sprunghaft. Ein Grund: sogenannte Extremereignisse. Ein Beispiel dafür sind marine Hitzewellen. Ein Forscherteam unter der Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei hat jetzt herausgefunden, dass eine einzige, weiträumige Hitzewelle im Jahr 2003 die Artenzusammensetzung und die Nahrungsnetz-Beziehungen im subpolaren Nordatlantik bis heute nachhaltig beeinflusst. Die Studie wurde jetzt in Science Advances veröffentlicht. „Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses reichen bis an uns Menschen heran, weil sie die Verbreitung von Fischarten, die wir essen und an die der Fischfang seit Jahrzehnten angepasst ist, ändern“, erläutert Dr. Karl-Michael Werner vom Thünen-Institut für Seefischerei, Erstautor der Studie. Derartige physikalische Extremjahre könnten auch in Zukunft plötzliche und unvorhersehbare Auswirkungen auf das Leben im Ozean haben. Die Frage sei nun, unter welchen Bedingungen sich eine derart großflächige Hitzewelle mit so weitreichenden Folgen wiederhole. „Nach 2003 gab es weitere Hitzewellen, die aber keine nennenswerten Veränderungen hervorgerufen haben“, sagt Werner.
Wenn in einer Wirtschaftskrise die Lebensmittelpreise explodieren, trifft das vor allem die Stadtbevölkerung und Menschen mit niedriger Bildung. Die Folgen wirken sich unter Umständen ein Leben lang aus – etwa in einer geringeren Körpergröße betroffener Kinder. Das hat ein Forschungsteam der Universität Bonn jetzt am Beispiel der „Asienkrise“ in den 1990-er Jahren gezeigt. Damals kam es durch Turbulenzen am Finanzmarkt zu einer drastischen Verteuerung von Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel Indonesiens, die messbare Spuren in der Entwicklung von Kindern hinterlassen hat. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Global Food Security“ veröffentlicht.
Für ihre Studie werteten die Bonner Forschenden vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn den Indonesian Family Life Survey (IFLS) aus, der Haushalte über viele Jahre begleitet. Sie nutzten regionale Unterschiede bei der Reispreisinflation zwischen 1997 und 2000 und verknüpften diese mit Körpermaßen derselben Kinder in der Kindheit und später als junge Erwachsene. „Wir sehen, dass ein massiver Preisschock nicht nur kurzfristig belastet, sondern sich auch in der langfristigen körperlichen Entwicklung von Kindern niederschlagen kann“, sagt Elza S. Elmira, die Erstautorin der Studie. „Der krisenbedingte Preisanstieg erhöhte die chronische Unterernährung und ging mit einem Anstieg der Wachstumsverzögerung um 3,5 Prozentpunkte einher. Stark betroffene Kinder werden später also nicht nur kleiner sein als ihre nicht betroffenen Altersgenossen, sie sind auch deutlich anfälliger für Fettleibigkeit.“
Öffentliche Stromerzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze
Der Anteil der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeisten erneuerbaren Energien am Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag 2025 wie im Vorjahr bei 55,9 Prozent. Der stärkste Nettostromerzeuger war dabei die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik, die ihre Produktion um 21 Prozent steigerte und somit erstmals die Braunkohle überholte. Der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Quellen stagnierte 2025, wobei die rückläufige Braunkohlestromerzeugung durch eine steigende Erdgasnutzung ausgeglichen wurde. Der Importanteil am Strommix ist 2025 gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Grundlage dieser Auswertung ist die Datenplattform energy-charts.info des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die für ganz Europa inter-aktive Grafiken zur Stromerzeugung bietet.
Jahresveranstaltung der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) Investitionen in die Wasserwirtschaft: Zukunft sichern in Zeiten von Wandel und steigenden Anforderungen
Wasser ist die Grundlage allen Lebens – und eine der zentralen Zukunftsressourcen unserer Gesellschaft. Der Klimawandel verändert Wasserkreisläufe, Extremwetterereignisse nehmen zu und zugleich steigen die Anforderungen an Trinkwasserversorgung, Abwasserbehandlung und Gewässerschutz. Vielerorts geraten die bestehenden Systeme der öffentlichen Wasserwirtschaft – von der Gewinnung über die Verteilung bis hin zur Reinigung und Rückführung in die Umwelt – an ihre Grenzen und müssen zukunftsfest weiterentwickelt werden.
Vor diesem Hintergrund lädt die Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW) am 20. April 2026 nach Berlin zur diesjährigen Jahresveranstaltung ein. Unter dem Titel „Investitionen in die Wasserwirtschaft: Zukunft sichern in Zeiten von Wandel und steigenden Anforderungen“ diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik die drängenden Zukunftsfragen der Branche.
Im Fokus der Veranstaltung stehen drei Impulsvorträge zu folgenden Themen: – PFAS als wachsendes umwelt- und wasserpolitisches Thema mit weitreichenden Auswirkungen auf Trinkwassergewinnung und Abwasserbehandlung – Investitionsstrategien für eine leistungsfähige und resiliente Wasserinfrastruktur – Wasserknappheit und Nutzungskonflikte als Herausforderung in Zeiten des Klimawandels
Abfall aus Kläranlagen entsorgen und gleichzeitig weißen Phosphor gewinnen: Wie das funktioniert, zeigt das neue thermochemische Verfahren FlashPhos. Es ist derzeit die einzige Technologie in Europa, die es ermöglicht, diesen wichtigen Rohstoff umweltfreundlich, effizient und kostengünstig für industrielle Anwendungen herzustellen. Ein europaweites Konsortium hat unter Koordination der Universität Stuttgart die FlashPhos-Technologie erforscht und entwickelt.
Unverzichtbarer Rohstoff Weißer Phosphor (P₄) ist für die Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Elektronikindustrie ein unverzichtbarer Rohstoff. „Wir wollen eine nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen sicherstellen, die für die Wirtschaft wichtig, aber schwer zugänglich sind und nur noch begrenzt zur Verfügung stehen“, sagt Prof. Markus Reinmöller, Leiter des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Dynamik in Energiesystemen (IED) der Universität Stuttgart. „Das gelingt aber nur, wenn wir diese kritischen Rohstoffe in einer Kreislaufwirtschaft herstellen – so wie mit dem neuen FlashPhos-Verfahren. Herkömmliche Methoden gewinnen Phosphor aus Klärschlamm zurück, um damit Düngemittel herzustellen. FlashPhos produziert mit P₄ einen Grundstoff für eine Vielzahl industrieller Anwendungen, unter anderem für die Herstellung von Autobatterien, Flammschutzmitteln, Katalysatoren und Computerchips. Die Abhängigkeit von diesem Ausgangsstoff ist hoch, da der globale P4-Bedarf aktuell von nur vier produzierenden Ländern gedeckt wird.
Klärschlamm entsorgen und Kreislaufwirtschaft stärken Wirtschaftlich abbaubare Phosphatvorkommen sind global ungleich verteilt. In ganz Europa gibt es, bis auf kleinere Vorkommen in Finnland, keine aktuell abbaubaren Vorkommen. Auch bekannte Vorkommen in Norwegen sind nur schwer zu erschließen. Seit 2012 der letzte P4-produzierende Ofen geschlossen wurde, ist die Europäische Union (EU) vollkommen von Importen abhängig. Wegen seiner hohen wirtschaftlichen Bedeutung, der Abhängigkeit von Importen und der begrenzten Ressourcen, stuft die EU weißen Phosphor als kritischen Rohstoff ein. Gleichzeitig sind die phosphorhaltigen Klärschlämme, die bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen anfallen, ein wachsendes Umwelt- und Entsorgungsproblem. Deswegen ist in Deutschland ab 2029 eine Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm verpflichtend vorgeschrieben.
FlashPhos-Anlagen sollen zukünftig eine umweltfreundliche Klärschlammentsorgung mit einer vollkommenen Nutzung der enthaltenen Stoffe ermöglichen. Neben dem weißen Phosphor liefert der Prozess nutzbare Stoffe, mit denen CO₂-intensive Rohstoffe ersetzt werden können. „Damit machen wir uns unabhängiger von Importen und stärken eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft“, erläutert Christian Schmidberger, Wissenschaftler am IED und FlashPhos-Koordinator.
Innovatives Verfahren in drei Schritten Das FlashPhos-Verfahren besteht aus drei Prozessschritten, in denen die Abtrennung des Phosphors vom Klärschlamm vorbereitet und durchgeführt wird. Als erstes wird in einem neu entwickelten Mahltrockner („Dryer-Grinder“) aus dem feuchten Klärschlamm ein feines, nahezu wasserfreies Pulver gewonnen. Dieses Pulver wird dann im „Flash-Reaktor“ in Millisekunden in ein brennbares Gas und phosphathaltige Klärschlammschlacke umgewandelt. Der Prozess findet bei Temperaturen von 1.600°C statt. Die benötigte Energie stammt aus den organischen (kohlenstoffhaltigen) Bestandteilen des Klärschlammpulvers. Die Klärschlammschlacke wird im letzten Prozessschritt, dem sogenannten „Refiner“, bei ähnlichen Temperaturen „veredelt“. Als Hauptprodukt entsteht elementarer weißer Phosphor. Weitere Produkte sind ein klimafreundlicher Zementersatz, eine Eisenlegierung und ein Schwermetallkonzentrat für die Metallindustrie. Gase und Abwärme, die während des FlashPhos-Prozesses entstehen, können in weiteren industriellen Prozessen Anwendung finden und fossile Brennstoffe ersetzen.
Skalierung für die industrielle Produktion Der vom Projektpartner Buss-SMS-Canzler GmbH (SMS) entwickelte Mahltrockner wurde am Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart erprobt und optimiert. Die Demonstratoren des Flash- und Refiner-Reaktors wurden gemeinsam von zahlreichen Projektpartnern entwickelt und beim Projektpartner Aufbereitung Recycling und Prüftechnik GmbH (ARP) im österreichischen Leoben aufgebaut. Die Pilotanlage verarbeitet bis zu 250 kg Klärschlammpulver pro Stunde.
Im nächsten Schritt soll eine erste große Produktionsanlage entwickelt und gebaut werden. 2028 wollen die an FlashPhos beteiligten Industriepartner beginnen, weißen Phosphor im industriellen Maßstab herzustellen. Eine Herausforderung ist unter anderem noch die Beschaffung des Klärschlamms. Das Aufkommen ist nur in dicht besiedelten Regionen hoch genug. „Ballungszentren wie das Ruhrgebiet, Barcelona, Madrid oder Mailand wären prädestiniert dafür“, sagt Schmidberger. Bis 2050 sollen FlashPhos-Anlagen die Hälfte des europäischen P₄-Bedarfs decken können. Das Forschungsteam denkt bereits über weitere Anwendungen nach. „Am IED ist unser langfristiges Ziel, auch weitere kritische Rohmaterialien aus Abfallströmen zu gewinnen“, sagt Reinmöller.
Zum Verbundprojekt FlashPhos Das Projekt FlashPhos (Laufzeit: Mai 2021 bis April 2026) wird im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ (Fördervereinbarung 958267) von der Europäischen Union mit rund 12 Millionen Euro gefördert. Unter Koordination der Universität Stuttgart beteiligen sich insgesamt 17 Partner aus Industrie und Wissenschaft aus Österreich, Deutschland, Belgien, Italien und Spanien an dem Projekt. Die Abschlusskonferenz des Projekts findet am 21.04.2026 im Communications Center Donawitz in Leoben statt, inklusive einer Führung durch die Versuchshallen.
Wissenschaftliche Ansprechpartner: Christian Schmidberger, Universität Stuttgart, Institut für Energieverfahrenstechnik und Dynamik in Energiesystemen, Tel: +49 711 685-67762, christian.schmidberger@ied.uni-stuttgart.de
Prof. Markus Reinmöller, Universität Stuttgart, Institut für Energieverfahrenstechnik und Dynamik in Energiesystemen, Tel: +49 711 685-63488, E-Mail: markus.reinmoeller@ied.uni-stuttgart.de
OVG Münster fällt Urteil zu Regelungen für Starkverschmutzerzuschläge
Langjähriges Verfahren zur Abwassergebührenveranlagung abgeschlossen Zusammenfassung Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster bestätigt mit Urteil vom 27. November 2025 die grundsätzliche Zulässigkeit verschmutzungsbasierter Starkverschmutzerzuschläge in der kommunalen Abwassergebührenveranlagung. Das Gericht erkennt ein fracht- und parameterbasiertes Gebührenmodell als sachgerechte Ausprägung des Äquivalenz- und Verursacherprinzips an. Bestätigt wurden insbesondere Parameterwahl, Kostenverteilung, stichprobenbasierte Messwerte und die Berechnungslogik. Beanstandet wurde allein die fehlende satzungsrechtliche Präzisierung des Zeitpunkts der Probenahme, wodurch der einschlägige Paragraf aufgehoben wurde. Das Urteil stärkt die Rechtssicherheit für differenzierte Gebührenmodelle, begründet aber auch neue Anforderungen an die Bestimmtheit kommunaler Satzungen. Es ist aber noch nichts rechtskräftig.
Den ganzen Artikel lesen sie in Heft 04 2026 ab Seite 300
Oberverwaltungsgericht NRW legt EuGH Fragen zu Maßnahmenprogrammen für den Rhein vor
Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (OVG NRW) hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Fragen zur Auslegung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorgelegt. Dieser soll insbesondere klären, ob die WRRL die Erstellung eines einzigen Maßnahmenprogramms durch eine zentrale zuständige Behörde verlangt, das alle grundlegenden und ergänzenden Maßnahmen für die gesamte Flussgebietseinheit umfasst, teilte das Gericht in Münster mit.
Wasserrecht: Zur Unionsrechtskonformität des wasserrechtlichen Gestattungsverfahrens für den Betrieb von Wasserkraftanlagen
Konkurrentenverdrängungsklage Zustellungsfiktion Wasserrechtliche Bewilligung Konzession Transparentes und diskriminierungsfreies Auswahlverfahren
Bayerischer Verwaltungsgerichtshof, Urteil vom 05.12.2024, Az. 8 BV 22.1880
Leitsatz: Die (Neu-)Erteilung einer wasserrechtlichen Bewilligung an den bisherigen Betreiber und Eigentümer einer Wasserkraftanlage ohne vorherige Durchführung eines neutralen und transparenten Bewerberauswahlverfahrens verstößt nicht gegen Art. 12 der Richtlinie 2006/123/EG, Art. 8 der Richtlinie (EU) 2019/944, Art. 49 AEUV und Art. 16, 20 GRC.
Sie haben „Offene Stellen“ und möchten, dass wir sie bei uns einstellen? Schreiben Sie eine Mail an schweizer@klaerwerk.info. Wir machen Ihnen ein Angebot!
Als Anstalt des öffentlichen Rechts sind wir ein zentraler Dienstleister für die Stadt Flensburg. Mit über 530 Beschäftigten in über 20 Abteilungen sorgen wir für ein sauberes Stadtbild.
Ab dem nächstmöglichen Termin suchen wir für unsere Kläranlage eine/n
Fachkraft für Abwassertechnik (m/w/d)
In unserer Abteilung Abwasserreinigung ist die Stelle einer Fachkraft für Abwassertechnik (m/w/d) mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 39 Stunden/ Woche zu besetzen. Die Einstellung erfolgt im Rahmen eines unbefristeten Beschäftigungsverhältnisses. Die Eingruppierung erfolgt in der Entgeltgruppe 6 TVöD.
Die direkt an der Förde gelegene Kläranlage in Flensburg ist eine moderne Abwasserreinigungsanlage mit anspruchsvollem technischen Standard (Tropfkörper, Schlammbettreaktoren sowie Filtration) und hat eine Ausbaugröße von 224.000 EW. Die Abteilung Abwasserreinigung sorgt mit einem Team von 23 Mitarbeiter*innen dafür, dass das Abwasser aus Flensburg und den umliegenden Randgemeinden nach den gesetzlichen Vorgaben gereinigt und in den Vorfluter eingeleitet wird.
Das Aufgabengebiet umfasst im Wesentlichen folgende Tätigkeiten:
Prozessüberwachung (Kontrollgänge, Probennahme und -auswertung)
Wartungs-, Reparatur- und Reinigungsarbeiten
Vertretungen im Wechselschichtdienst (3-Schicht-Betrieb, 0-24 Uhr), 365 t/a)
Bereitschaftsdienst für die Wechselschichtvertretung
Wir erwarten:
abgeschlossene Berufsausbildung als Fachkraft für Abwassertechnik oder Ver- und Entsorger, Fachrichtung Abwasser
Führerschein Klasse B
Teamfähigkeit
flexible Einsatzbereitschaft
gute EDV-Kenntnisse
Für Nachfragen steht Ihnen Frau Stein gern zur Verfügung unter Tel. 0461 – 858401.
Ihre Bewerbung laden Sie bitte mit aussagekräftigen Unterlagen bis zum 30.04.2026 in unserem Bewerberportal unter tbz-flensburg.kandidatenportal.eu hoch.
Als Körperschaft des öffentlichen Rechts sind wir ein auf dem Gebiet der Abwasserreinigung tätiger Zweckverband, dem die Kommunen Bretten, Bruchsal, Gondelsheim, Knittlingen, Maulbronn, Neulingen, Oberderdingen und Ölbronn-Dürrn angehören.
Der Abwasserverband Weißach- und Oberes Saalbachtal, mit Dienstsitz auf der Kläranlage in Bruchsal-Heidelsheim, sucht zum nächstmöglichsten Zeitpunkt eine/n engagierte/n
Mechatroniker / Elektroniker (m/w/d) für die Instandhaltung
Ihre Aufgabengebiete:
laufende und vorbeugende Instandhaltungsaufgaben an mechanischen- und elektrischen Anlagenteilen
Störungssuche und -beseitigung an technischen Anlagen
Kleinere Umbau- und Installationsarbeiten
Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen
Ihr Profil:
Abgeschlossene Berufsausbildung als Mechatroniker/in, oder vergleichbare elektrotechnische Ausbildung
Erfahrung in der Instandhaltung von Vorteil
Eigenverantwortliche, sichere und fachgerechte Ausführung der beauftragten Arbeiten unter Einhaltung der geltenden Gesetze, Richtlinien und Vorschriften
Selbständige Arbeitsweise, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit
Interesse an Weiterbildung und Entwicklung
Gute Deutschkenntnisse und PKW-Führerschein der Klasse B
Nach einer umfassenden Einarbeitung, bereit an der rollierenden Rufbereitschaft (Einsatz alle 4-5 Wochen) teilzunehmen
Wir bieten:
Eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Herausforderung
Einen sicheren und zukunftsorientierter Arbeitsplatz
Möglichkeiten für Weiterbildungen
unbefristete Vollzeitstelle mit einer Vergütung bis Entgeltgruppe 7 TVöD
eine tarifliche Jahressonderzahlung und eine leistungsorientierte Prämie sowie eine weitgehend vom Arbeitgeber finanzierte Zusatzversorgung,
attraktive Zusatzaltersvorsorge (ZVK)
Fahrradleasing
Umfassende Einarbeitung
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann freuen wir uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung! Diese senden Sie bitte bis spätestens 03.05.2026 an den Abwasserverband Weißach- u. Oberes Saalbachtal, Talmühle 3, 76646 Bruchsal – Heidelsheim oder online unter www.bretten.de/stadt-rathaus-verwaltung/stellenangebote bzw. senden Sie Ihre Bewerbung per E-Mail an Bewerbung@bretten.de. Bitte senden Sie nur Kopien ohne Plastikhüllen o.Ä., da keine Rücksendung erfolgt. Nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens werden alle Bewerbungsunterlagen vernichtet.
Für Rückfragen zum Stellenprofil oder des Arbeitsplatzes steht Ihnen Herr Daldal (Tel. 07251/9185-22) und für personalrechtliche Fragen Frau Höpfinger (Tel. 07252/ 921-130) gerne zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Abwasserverband Weißach- und Oberes Saalbachtal finden Sie unter www.av-weissach.de.