Welche Verfahren der vierten Reinigungsstufe können zur Elimination von Spurenstoffen aus dem Abwasser eingesetzt werden und mit welchen lassen diese sich am besten eliminieren? Welche Rückschlüsse lassen sich auf die Beziehungen zwischen den molekularen Stoffeigenschaften und der Eliminierbarkeit ziehen? Diesen und weiteren Fragestellungen widmet sich ein kürzlich gestartetes Forschungsprojekt.
Spurenstoffe können nachteilige Auswirkungen auf das Leben in Gewässern haben und die Gewinnung von Trinkwasser negativ beeinflussen. Ein erheblicher Teil der Spurenstoffe gelangt über das Abwassersystem in die Gewässer, wobei die bislang übliche konventionelle Abwasserbehandlung diese Substanzen meist nicht ausreichend entfernt.
Daher werden seit einigen Jahren Lösungen zur Erweiterung der konventionellen Behandlungsstufen um eine zusätzliche, sogenannte vierte Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination entwickelt, erprobt und angewandt. Diese weitergehende Abwasserbehandlung besitzt das Potenzial, einen bedeutenden Beitrag zur effizienten Entfernung oder Unschädlichmachung von Spurenstoffen zu leisten und so die Ökosysteme und auch die menschliche Gesundheit zu schützen.
Neue Studie zeigt Probleme und Chancen beim Schutz der Fließgewässer-Biodiversität Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Senckenberg-Wissenschaftlers Prof. Dr. Peter Haase hat die Ergebnisse weltweiter Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in Flüssen ausgewertet. Ihre jetzt im renommierten wissenschaftlichen Journal „Nature Reviews Biodiversity“ erschienene Studie zeigt, dass viele Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen zu kurz greifen und oft nur geringe Erfolge bringen. Um Flussökosysteme nachhaltig zu schützen und den gravierenden Biodiversitätsverlust aufzuhalten, seien ganzheitliche Maßnahmen in größerem, auch länderübergreifendem Maßstab nötig, die verschiedene gesellschaftliche Gruppen einbeziehen.
Zürich: Netto-Null – Stadt will Projekt zur CO2-Abscheidung umsetzen
Um klimaneutral zu werden, benötigt die Stadt Zürich CO2 Negativemissionen. Dazu will der Stadtrat das CO2 der Klärschlammverwertungsanlage ab dem Jahr 2028 abscheiden und dauerhaft speichern. Für dieses Vorhaben beantragt er dem Gemeinderat zuhanden der Stimmberechtigten neue einmalige Ausgaben von 35 474 000 Franken und ab 2028 neue wiederkehrende Ausgaben von jährlich 14 212 000 Franken.
Die Stadt Zürich will bis im Jahr 2040 klimaneutral werden. Die Stimmbevölkerung hat dem Klimaschutzziel am 15. Mai 2022 zugestimmt. Weil auch künftig nicht alle Treibhausgasemissionen fossilen Ursprungs vermieden werden können, muss die Stadt CO2 Negativemissionen realisieren. Dies geschieht durch die Abscheidung und Speicherung von klimaneutralem CO2 biogenen Ursprungs.
Potenzial von 25 000 Tonnen CO2 pro Jahr Auf dem Areal der Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli betreibt die Stadt Zürich die kantonale Klärschlammverwertungsanlage (KSV). Rund 100 000 Tonnen Klärschlamm der Kläranlagen im Kanton Zürich werden dort jährlich verbrannt. Dabei entstehen pro Jahr gut 20 000 Tonnen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid – besser bekannt als CO2. Das CO2 aus der Klärschlammverwertung ist zu 100 % biogenen Ursprungs. Heute wird das CO2 über den Kamin in die Luft abgegeben. Die Stadt Zürich möchte es in Zukunft abscheiden und dauerhaft speichern, damit es nicht mehr in die Atmosphäre gelangt und als Negativemission an die Klimabilanz angerechnet werden kann. Dazu soll eine Anlage zur Abscheidung des CO2 aus dem Rauchgas erstellt und betrieben, das abgeschiedene CO2 sicher wegtransportiert und dauerhaft eingelagert werden. Dafür beantragt der Stadtrat neue einmalige Ausgaben von 35 474 000 Franken und ab 2028 neue wiederkehrende Ausgaben von jährlich 14 212 000 Franken. Nach der Behandlung im Gemeinderat wird das Vorhaben der Stimmbevölkerung zur Abstimmung vorgelegt. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch die rund 5000 Tonnen CO2 Emissionen der Biogasaufbereitungsanlage integriert werden. Gesamthaft beträgt das Potenzial der Anlage somit 25 000 Tonnen CO2 Negativemissionen pro Jahr.
Speicherung in Recyclingbeton und unter dem Meeresboden Für den Transport und die Speicherung der 25 000 Tonnen CO2 pro Jahr hat die zuständige Dienstabteilung Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt (Medienmitteilung vom 26. Mai 2023). Das Angebot, das den Zuschlag erhalten soll, sieht vor, rund die Hälfte der jährlichen CO2 Menge in Recyclingbeton von diversen Schweizer Betonwerken permanent zu binden. Das Verfahren ist von «The Gold Standard», einem unabhängigen Qualitätsstandard, der hochwertige Klimaschutzprojekte auszeichnet, genehmigt und zertifiziert. Die andere Hälfte soll in eine Speicherstätte im Ausland, voraussichtlich in der dänischen Nordsee, eingebracht werden. Das CO2 wird dabei etwa 2000 Meter unter dem Meeresboden unter einer Schicht aus Deckgestein verpresst und verbindet sich dort mit dem Basaltgestein – d. h. es wird fest. Die gesetzliche Grundlage für die Ausfuhr und Speicherung hat der Bundesrat Ende 2023 geschaffen (Medienmitteilung BAFU vom 22. November 2023). Negativemissionen für Netto-Null https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/departement/medien/medienmitteilungen/2024/01/netto-null-stadt-will-projekt-zur-co2-abscheidung-umsetzen.html
Abwasser in der Reuss: Surfer klagen über Magen-Darm-Grippe
Kläranlagen reinigen unser Abwasser, doch bei Regen gelangt regelmässig ungeklärtes Abwasser in unsere Gewässer. So auch das Abwasser aus Luzern in die Reuss. Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Buholz in Emmen LU reinigt das Abwasser der Stadt Luzern und der umliegenden Gemeinden. Insgesamt sind über 180’000 Personen sowie zahlreiche Industriebetriebe angeschlossen. Normalerweise bewältigt die ARA Buholz die anfallenden Abwassermengen problemlos, doch bei starken Regenfällen stösst das System an seine Grenzen. https://www.20min.ch/story/bremgarten-ag-abwasser-in-der-reuss-surfer-klagen-ueber-magen-darm-grippe-103160848
In Payerne entsteht die neue regionale ARA « L’Eparse », die sieben bestehende Anlagen ersetzt und das Abwasser von 42’000 Einwohnergleichwerten aus 16 Gemeinden der Kantone Waadt und Freiburg behandeln wird. Die neue ARA wird den Bedarf an Abwasserbehandlung der ganzen Region decken und gleichzeitig den Gewässerschutz deutlich verbessern. Das Abwasser wird mit dem Verfahren der alternierender/intermittierender Nitrifikation/Denitrifikation (A/I-Verfahren) biologisch gereinigt. So werden die künftigen Einleitungsnormen für Stickstoff antizipiert und der Stromverbrauch wird gesenkt. Die Mikroverunreinigungen werden durch Aktivkohlefilter entfernt. https://holinger.com/projekte/neue-regionale-ara-in-payerne-leparse/
Recycling und Energiegewinnung Müll macht erfinderisch
Für das Team des Limmattaler Regiowerks Limeco ist klar: Kehrichtverbrennung und Kläranlagen sind die Kraftwerke der Zukunft. Vier Mitarbeiter – vom Geschäftsführer bis zum Platzwart – erzählen aus ihrem Beruf.
Grenchen: Grösste faltbare Solaranlage entsteht in Grenchen
Solarpanels werden nicht nur auf Dächern gebaut. Mit einer speziellen Technik klappt es auch auf Kläranlagen. Solaranlagen sind nicht überall willkommen. Sie benötigen Platz, könnten Eingriffe in das Landschaftsbild bedeuten oder der Denkmalschutz erlaubt sie nicht immer. Warum also nicht Solarpanels auf Autobahnen, über Parkplätzen oder Obstplantagen montieren? Das wird zum Teil schon praktiziert. Auch über Kläranlagen entstehen vermehrt solche Anlagen. Diese müssen aber beweglich sein, zeigt ein Augenschein in Grenchen…mehr: https://www.srf.ch/news/schweiz/faltbare-photovoltaik-groesste-faltbare-solaranlage-entsteht-in-grenchen
Startschuss für die nächste Etappe in der Tarifauseinandersetzung für den öffentlichen Dienst der rund 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen
ver.di geht mit einer Forderung nach einem Volumen von acht Prozent mehr Geld, mindestens aber ein Plus von 350 Euro monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten in die Verhandlungen. Die starten im Januar. Jetzt kommt es darauf an, in den Dienststellen und Betrieben Mehrheiten zu organisieren, die mit uns gemeinsam unsere Forderungen durchsetzen.
Die rund 100 Mitglieder der Bundestarifkommission öffentlicher Dienst (BTKöD) haben außerdem am 9. Oktober 2024 mit großer Mehrheit beschlossen, dass auch die Ausbildungsvergütungen und Entgelte für Praktikantinnen um 200 Euro monatlich steigen sollen. Darüber hinaus fordert ver.di drei zusätzliche freie Tage, um die zunehmende Arbeitsbelastung auszugleichen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können. Das Ergebnis soll natürlich auch zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen übertragen werden. ver.di erwartet zusätzlich, dass die Arbeitszeit der Beamt*innen von derzeit 40 bzw. 41 Stunden auf das bestehende Tarifniveau von 39 Stunden reduziert werden.
Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst: Nächste TVöD-Runde ab Anfang 2025
Die nächsten Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst stehen Anfang 2025 an. Im Herbst werden die Gewerkschaften ihre Forderungen vorstellen. Um die Verhandlungen vorzubereiten, hat ver.di die Beschäftigten im öffentlichen Dienst befragen, welche Themen sie wichtig finden. Diese beginnt voraussichtlich im Januar 2025 für die rund 2,3 Millionen Angestellten bei Bund und Kommunen. Der im letzten Jahr abgeschlossene TVöD endet am 31. Dezember 2024. Im Anschluss an die Tarifverhandlungen wird in der Regel die Besoldung der Bundesbeamten per Gesetz angepasst. Diese folgte in der Vergangenheit stets dem Tarifergebnis.
Tarifrunde 2025: Die Fakten im Überblick Interne Debatte über Tarifforderungen für Bund und Kommunen startet im Juni 2024 ver.di und Co. veröffentlichen am 9. Oktober 2024 die Tarifforderungen für den öffentlichen Dienst Beginn der Tarifverhandlungen voraussichtlich Januar 2025
Am vergangenen Montag lud die Stadtverwaltung Bad Wurzach zu einer Einwohnerversammlung ins Kurhaus ein. Im Mittelpunkt des Abends stand das wichtige Thema „Starkregengefahrenkarten“.
Bürgermeisterin Alexandra Scherer begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und gab einen Überblick über die bisherigen Maßnahmen der Stadt im Bereich Regenmanagement. In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt und wertvolle Handlungsempfehlungen erarbeitet.
Für die Erstellung und Auswertung der Starkregengefahrenkarten konnte die Stadtverwaltung mit Herrn Michael Augenstein von der RBS wave, einem Unternehmen der EnBW Energie Baden-Württemberg, einen erfahrenen Fachplaner gewinnen. Herr Augenstein präsentierte die Ergebnisse seiner Analysen aus den letzten Monaten und stellte verschiedene Szenarien für die einzelnen Ortschaften sowie für die Stadt Bad Wurzach vor. Die komplexen Darstellungen basieren sowohl auf dem aktuellen Ist-Zustand als auch auf geplanten Entwicklungen im Hinblick auf Starkregenereignisse.
DryRivers-Projektergebnisse bei „Wasserwirtschaft im Dialog“–Veranstaltung am 25. Juni 2025
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wasserwirtschaft im Dialog“ werden am 25. Juni 2025 aktuelle Ergebnisse aus dem WaX-Forschungsverbund DryRivers vorgestellt. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf dem Thema „Niedrigwasserrisikomanagement“.
Beginn ist um 13:00 Uhr am Institut für Wasserwirtschaft und Ökotechnologie (IWO) der Hochschule Magdeburg-Stendal. Eine Online-Teilnahme ist ebenfalls möglich.
WaX-Abschlusskonferenz: Ergebnisse aus drei Jahren Forschung zum Umgang mit Wasserextremen
Nach rund drei Jahren Laufzeit fand am 12. und 13. März 2025 die Abschlusskonferenz der Fördermaßnahme Wasser-Extremereignisse, kurz WaX, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin statt. Seit Februar 2022 forschen in WaX zwölf Verbünde mit insgesamt 81 Partnerinstitutionen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis an Ansätzen, um die negativen Auswirkungen von Dürreperioden, Starkregen- und Hochwasserereignissen zu verringern und neue Perspektiven für die Wasserwirtschaft zu eröffnen.
WBGU-Gutachten „Wasser in einer aufgeheizten Welt“: Dringender Handlungsbedarf für ein zukunftsfähiges Wassermanagement
„Die Auswirkungen des Klimawandels, die Übernutzung der Wasserressourcen, die ungleiche Verteilung von Wasser, der Verlust von Ökosystemleistungen sowie damit verbundene Gesundheitsrisiken führen zunehmend zu regionalen Wassernotlagen.“ Das ist eine der Kernaussagen des neuen WBGU-Gutachtens “Wasser in einer aufgeheizten Welt“. Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde im Oktober 2024 veröffentlicht und an das BMUV und das BMBF übergeben. Das Gutachten wirft einen Blick auf den Einfluss des Klimawandels und veränderter Nutzungsmuster auf die globale Wasserverfügbarkeit und bietet klare Handlungs- und Forschungsempfehlungen für die Bundesregierung, um die nationale und internationale Wasserpolitik zu reformieren und ein klimaresilientes Wassermanagement zu etablieren.
22. Münchner Runde 2025 Die Anforderungen an die Wasserwirtschaft wachsen: Blaue und Grüne Infrastruktur sind zusammen zu sehen. Klimawandel, Urbanisierung und digitale Technologien verändern die Rahmenbedingungen. Kanäle müssen nicht nur baulich saniert werden, sondern auch hydraulisch. Damit befasste sich die 22. Münchner Runde 2025 am 16. Oktober in Fürstenfeldbruck.
Das Expertenforum Kanalsanierung wurde in Expertenforum Wasser | Abwasser umbenannt. Wie Professor Wolfgang Günthert in seiner Einführung zur 22. Münchner Runde 2025 – mit 300 Teilnehmenden und 63 Ausstellern – erläuterte, sollten infolge des Klimawandels Blaue und Grüne Infastruktur zusammen und ganzheitlich gedacht werden. Die Fachtagungsreihe Münchner Runde richtet sich danach aus und hat nicht mehr nur Vorträge zur reinen Kanalsanierung und -instandhaltung im Programm, sondern im Kontext auch Entwässerung und Flächentsiegelung sowie die Schaffung von Schwammstädten und Grünflächen als Rückhalteraum für Wasser zum Thema. Kanäle müssen in Zukunft nicht nur baulich saniert werden, sondern auch hydraulisch.
„Wir müssen Wasser und Abwasser gemeinsam sehen, für uns nutzen und nicht einfach weglaufen lassen“, appellierte Günthert (Deutscher Expertenrat für Umwelttechnologie und Infrastruktur e. V.). „Die Veränderung des Klimas ist die große Herausforderung unserer Zeit. Mehr Niederschläge, Starkregen, Hochwasser, Überschwemmungen – und auf der anderen Seite Hitzewellen, Trocken- und Dürreperioden: Die Infrastruktur- und Städteplanung muss sich darauf einstellen, dass die Durchschnittstemperatur steigt und Extremwetterereignisse zunehmen werden.“
Auf neue Füße gestellt
Das Vortragsprogramm der Münchner Runde 2025 startete mit Dr. Martin Burger (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz), der über die novellierte EU-Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) und die damit einhergehenden Veränderungen informierte. So wurde der Rechtsrahmen für die europäische Siedlungswasserwirtschaft auf neue Füße gestellt und das bestehende Regelwerk aus dem Jahr 1991 umfassend erweitert.
Kernelelemente der KARL-Novellierung sind: integrierte Pläne für die kommunale Abwasserbewirtschaftung für Anlagen größer 10.000 Einwohner sowie deutlich verschärfte Grenzwerte für Phosphor und Stickstoff, eine vierte Reinigungsstufe in Kläranlagen zum Abbau von Spurenstoffen wie Arzneimittelrückständen aus dem Abwasser, eine geforderte Energieneutralität der Abwasserbehandlung bis zum Jahr 2045 und die Erweiterte Herstellerverantwortung. Diese sieht vor, dass die Kosten der vierten Reinigungsstufe verursachungsgerecht zu mindestens 80 Prozent von der Pharma- und Kosmetikindustrie übernommen werden müssen.
Schwammstädte sind Zukunftsvorsorge
Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der DWA sind 86 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vom Schwammstadtkonzept überzeugt. Die Bürger wollen mehr Grün, Blau und Wasserrückhalt in ihren Wohnorten.
Die Vorträge von Thies Brunken (Uniola AG) und Sophia Badenberg (DWA-Landesverband Bayern) vertieften das Thema: Schwammstädte sind Zukunftsvorsorge – das zeigen unter anderem wegweisende Projekte in Mannheim, Kopenhagen, Nürnberg, Birsfelden, Zürich und Bern. In diesen Städten ergänzen Schwammstadtkonzepte das Entwässerungssystem und führen zu einem klimaangepassten Regenwassermanagement. Regenwasser wird lokal gespeichert, anstatt es abzuleiten. Versiegelte Flächen werden wieder zu Grünflächen. In der Stadt Bern ist zum Beispiel unter einem Kinderspielplatz ein Wasserrückhaltebecken angelegt worden.
Die Verbändekooperation „Wassersensibles Planen und Bauen“, eine Initiative der Bayerischen Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, des DWA-Landesverbandes Bayern und des Bayerischen Handwerkstages, setzt sich dafür ein, die Siedlungsentwicklung im Freistaat klimaresistenter und nachhaltiger zu gestalten, indem Wasser in die Planung integriert wird, um Hochwasser- und Starkregenereignissen vorzubeugen und die Folgen von Dürren zu mildern. Das „Schwammstadtprinzip“, bei dem Wasser aufgenommen, gespeichert und wieder abgegeben wird, kann gefördert werden. Wasser muss nach den Vorstellungen frühzeitig in der Regional- und Bauleitplanung von Siedlungen als auch bei der Planung von Gebäuden und Infrastruktur sowie letztlich bei der Bauausführung berücksichtigt werden: https://www.schwammstadt.bayern
KI unterstützt
Jonas Watzlowik (Dr.-Ing. Pecher und Partner Ingenieurgesellschaft mbH) erörterte, was Künstliche Intelligenz (KI) beim Aufbau eines Generalentwässerungsplans leisten kann – und was nicht. Zu den Stärken einer KI – so die Erfahrung – zählt die Mustererkennung in unstrukturierten Daten. Und das effizient in der Anwendung. Die Lösung komplexer und spezieller Aufgaben ist möglich, doch werden große Datenmengen für das Training der KI benötigt. Training und Validierung sind mit Aufwand verbunden. Weitere Schwachstellen einer KI sind Inkonsistenz und Fehleranfälligkeit. KI unterstützt, ersetzt aber keine programmierte Software, konstatierte Watzlowik.
Teilnehmer der Münchner Runde verwiesen an dieser Stelle auf das Entwicklungspotenzial von KI – dass hier Lösungen schon zum Beispiel erfolgreich in der Kanalinspektion zur Schadensermittlung eingesetzt werden. So lassen sich Aussagen treffen, welche Schäden zu erwarten sind und wann sie eintreten können. Ingenieure können daraus für Kanalsanierungsprojekte Daten gewinnen oder eine ganze Sanierungsplanung darauf aufbauen. Ein spannendes Thema für Planer und Ingenieure, das weiter beobachtet wird.
Fortschrittliche Lösungen
In den letzten Jahren ist es zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten in Fällen gekommen, in denen öffentliche Kanäle beziehungsweise öffentliche Wasserversorgungsleitungen bereits vor längerer Zeit in Privatgrundstücke verlegt wurden. Die Leitungsverlegungen erfolgten in der Vergangenheit oftmals ohne rechtliche Sicherungen. Dr. Rainer Döring (Döring Spieß Rechtsanwälte) berichtete von Streitfällen und stellte Möglichkeiten zur Streitlösung vor. Empfohlen wird der Leitungseinbau in öffentlichem Grund beziehungsweise die Eintragung von Grunddienstbarkeiten.
Dresdens Chipindustrie bekommt einen großen Abwasserkanal. Ulf Uhlig (Aquaproject Consult Ingenieurgesellschaft mbH) zeigte die Besonderheiten bei Planung und Bau des sogenannten Industriesammlers Nord (ISN) auf, der künftig das Abwasser zur Kläranlage Dresden-Kaditz in einer Freigefälle-Druckleitung leitet.
Nach der Mittagspause hatten Fachfirmen die Bühne und Gelegenheit, ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen. Die traditionellen Unternehmenspräsentationen im Fünf-Minuten-Takt wurden wieder von Professor Bert Bosseler (IKT gGmbH) moderiert, der auch durch das Nachmittagsprogramm der Münchner Runde 2025 mit weiteren Vorträgen führte.
Matthias Falk in Vertretung von Reinhard Brodrecht (Spekter GmbH) befasste sich hier mit den Gefahren von Starkregen. Das Softwareunternehmen Spekter in Herzogenaurach hat dazu ein Frühalarmsystem entwickelt, mit dem Kommunen bereits gute Erfahrungen machen. Die fortschrittliche Lösung wacht über Gemeinden und warnt frühzeitig Bürger und Rettungskräfte vor Starkregenereignissen.
Nur von Fachbetrieben
Ein Dauerthema in der Kanalsanierung ist der Umgang mit Asbestfaserzementrohren, wie sie in Deutschland als Abwasser- und Trinkwasserrohre immer noch im Einsatz sind. Allein in der unterirdischen Infrastruktur Bayerns erstrecken sich AZ-Rohre schätzungsweise auf einer Länge von 5.000 Kilometern.
Roland Fischer (ISAS GmbH) informierte, was nach den Vorschriften zum Schutz der Gesundheit zu beachten ist. So dürfen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an asbesthaltigen Materialien nur von Fachbetrieben durchgeführt werden. Bei den Arbeiten muss mindestens eine weisungsbefugte sachkundige Person vor Ort tätig sein. Sachkundenachweise gelten für den Zeitraum von sechs Jahren. Vor Beginn der Arbeiten muss für alle daran Beteiligten eine Arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge durchgeführt worden sein.
Schäden frühzeitig erkennen
Der Vortrag von Prof. Thomas Braml (Universität der Bundeswehr München) beleuchtete mit Bezug zu Entwässerungsbauwerken aktuelle Entwicklungen bei der Bauwerksprüfung nach DIN 1076. Die Norm schreibt die regelmäßige Untersuchung von Ingenieurbauwerken wie Brücken, Tunneln und Stützwänden vor, um deren Stand- und Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Sie regelt die Prüfungsmethoden, Prüfzyklen und die Anforderungen an das Personal und stellt sicher, dass Schäden frühzeitig erkannt und behoben werden. Zu den festgelegten Prüfungen gehören jährliche Besichtigungen sowie Hauptprüfungen alle sechs Jahre, zu denen der Baulastträger verpflichtet ist.
„Wie viele Sensoren kommen heute typischerweise beim Schlauchliner-Einbau zum Einsatz“, fragte Daniel von Bernstorff (Syscribe GmbH) die Zuhörer – um gleich selbst die Antwort zu geben: Mehr als 15. Das Unternehmen Syscribe in Hamburg ist auf die sensorgesteuerte Qualitätssicherung bei Schlauchlinern spezialisiert und entwickelt dafür smarte Messtechnologien. In der Realität wird die empfohlene Einbautemperatur von 80 Grad häufig deutlich unterschritten. Die Lösungen von Syscribe sind von den Grundsätzen geleitet: Qualität wird produziert, nicht kontrolliert. Richtige Entscheidungen in der Planung und Ausschreibung legen das Fundament, nicht die Baustelle. Sensoren sind das Auge in diesem Prozess, aber nicht das Gehirn und die jeweils ausführende Hand. Eigenes Denken und Handeln bleiben entscheidend. KI und Co. assistieren nur.
Impulse für die Praxis
Die Münchner Runde 2025 – Expertenforum Wasser | Abwasser vermittelte wieder nützliches Wissen aus der Praxis für die Praxis. „Man kriegt ganz viele, verschiedene Impulse und Lösungen zu Problemstellungen, die man aktiv in den eigenen beruflichen Alltag einbringen kann“, bestätigte auch Stefanie Stiegler (InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG) im Filminterview das hohe Niveau der Vorträge mit Networking als Leitfaden. Denn das zeichnet die Fachtagungsreihe Münchner Runde aus: Hier trifft sich die Kanalsanierungsbranche und Wasserwirtschaft zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Topaktuelle Sachverhalte werden aufgegriffen, wissenschaftlich vertieft, kritisch hinterfragt und auch kontrovers diskutiert.
Praxis wird zudem großgeschrieben – und so machten heuer 63 Unternehmen das Thema Entwässerung erlebbar. Das Veranstaltungsforum Fürstenfeld mit seinem besonderen Ambiente ist einfach die ideale Location für die Präsentationen der Münchner Runde, die auch immer mehr junge Leute anspricht. „Meet the Practice“ ist hier das Angebot für Azubis und Studierende, die später als Facharbeiter, Techniker oder Ingenieure arbeiten wollen. Im Rahmen des Expertenforums können junge Menschen Einblicke in Berufe mit Zukunft gewinnen, mit Branchenprofis ins Gespräch kommen und sich informieren, wie es in der Praxis läuft.
„Dann sind wir auf dem richtigen Weg“
Professor Wolfgang Günthert verwies in diesem Zusammenhang auf den Fachkräftemangel, der auch die Kanalbranche betrifft. Um die Zukunft der Wasser-Kreislaufwirtschaft zu sichern, sind neue Wege in der Nachwuchsförderung und Personalgewinnung gefragt, bemerkte der Moderator der Münchner Runde zum Abschluss des diesjährigen Expertenforums. Die Herausforderung Klimwandel braucht Fachleute, die ihr Tun und Handeln nicht nur sektoral ausrichten – das heißt nur auf Kanal oder Landschaftspflege.
„Blaue und Grüne Infrastruktur ist die Zukunft eines resilienten Entwässerungssystems. Man kann wunderbar Landschaftsplanung und Entwässerungssysteme kombinieren und dabei Synergien schaffen“, machte Günthert deutlich: „Wir müssen künftig mehr gemeinsam und multifunktional denken. Dann sind wir auf dem richtigen Weg.“
Das Filmteam der Münchner Runde unter der Moderation des Journalisten Marc Szombathy hat die Highlights der 22. Münchner Runde 2025 festgehalten und wieder bewegte Bilder von den Aussteller-Präsentationen gesammelt – zu sehen auf: https://www.muenchner-runde.de
Die 23. Münchner Runde findet am 15. Oktober 2026 in Fürstenfeldbruck statt.
Als verantwortungsbewusstes Unternehmen nehmen wir die Problematik der Rattenpopulation in unserer Stadt sehr ernst. Gemäß §11 Abs.1 Nr. 8 e) des Tierschutzgesetzes (TierSchG) verfügen wir über die erforderliche Erlaubnis der Kreisverwaltung Südwestpfalz zur Bekämpfung von Wirbeltieren, insbesondere von Ratten, die als Schädlinge in der Kanalisation und anderen Zuständigkeitsbereichen des Umwelt- und Servicebetriebes (UBZ) auftreten. Beim UBZ arbeiten vier Mitarbeiter, die über die notwendige Sachkunde gemäß §4 Abs. 1 Tierschutzgesetz verfügen und erfolgreich Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) zur Bekämpfung von Nagetieren anwenden dürfen. Zur effektiven Überwachung und Bekämpfung setzen wir das Monitoring-Programm der Firma ball-b im Kanal ein.
Durch den Einsatz moderner Technologie und Datenanalyse werten unsere Mitarbeiter die erfassten Daten von 95 Rattenköderboxen alle 10 Tage mittels Tablets und Datenübertragung an unseren WebService aus. Dies ermöglicht eine präzise Beurteilung der Situation und eine gezielte Reaktion auf Besuche an den Köderboxen.
InSchuKa4.0: Online-Umfrage zur Festlegung von Anforderungen für dynamische Kanalnetzbewirtschaftung bei extremen Wetterereignissen
Das Projekt InSchuKa4.0 zielt auf ein integriertes und transdisziplinäres Risikomanagement gegensätzlicher hydrologischer und städtischer Wasserextreme ab und konzentriert sich auf die Entwicklung einer KI-basierten Lösung für die dynamische Kanalnetzbewirtschaftung. Diese Lösung kombiniert innovative Sensorsysteme zur Überwachung des Kanals, cyber-physische Ausrüstungselemente zur Kontrolle von Wasserstand und -menge sowie historische und prognostizierte Betriebs- und Wetterdaten. Zudem soll das neu entwickelte System Kommunen ermöglichen, automatische vorbeugende Spülungen von Kanalabschnitten durchzuführen und eine unkontrollierte Ausschwemmung von Schadstoffen bei kurzen, starken Regenschauern durch besseren Rückhalt im Kanalsystem zu verhindern.
Starkregenereignisse werden in Deutschland immer häufiger. Dr. Heiko Sieker, Regenwasserexperte und Honorarprofessor am Fachgebiet für Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung der TU Berlin, fordert dringende Maßnahmen zur Risikominimierung und stellt moderne Strategien vor, um sich gegen die Wassermassen zu wappnen. „Zuerst müssen wir die Gefahren durch Starkregen schnellstmöglich identifizieren und entsprechende Risikokarten öffentlich zugänglich machen“, betont Dr. Heiko Sieker, Honorarprofessor am Fachgebiet für Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung der TU Berlin. Obwohl einige Kommunen bereits aktiv sind, fehlt es noch an einer flächendeckenden Verfügbarkeit. Diese Karten müssen in Planungsprozesse, besonders in der Bauleitplanung, integriert werden, um Überschwemmungsgebiete nicht zu unterschätzen und neue Baugebiete sicher zu planen.
Zukunftsfähiges Regenwassermanagement: Die Schwammstadt Ein modernes Regenwassermanagement nach dem Schwammstadtprinzip ist essenziell. „Regenwasser sollte vor Ort gespeichert werden, um es in Trockenzeiten nutzen zu können“, erklärt der Experte. Dachbegrünung, Versickerung und Zisternen sind effektive Maßnahmen, um sowohl Starkregenprobleme als auch Hitze und Trockenheit zu bekämpfen. Dies sei besonders in niederschlagsärmeren Regionen wie Berlin notwendig. Die Techniken für nachhaltiges Regenwassermanagement sind bekannt und erprobt, doch veraltete Regelwerke und auf Entwässerung fokussierte Verwaltungsprozesse bremsen deren Umsetzung. „Die öffentliche Hand muss hier mit gutem Beispiel vorangehen“, fordert Sieker.
Aktuelle Forschung und individuelle Maßnahmen Im Forschungsprojekt „Blue-Green-Streets“ wird an der klimaresilienten Gestaltung von Straßen gearbeitet. Ein weiterer Forschungsfokus liegt auf der intelligenten Steuerung von Regenwasserspeichern, um das Regenwasserdilemma zu lösen. Jeder Einzelne kann ebenfalls beitragen: „Informieren Sie sich über Risiken und treffen Sie Vorsorge, z.B. durch Schutz von Eingängen und Kellerräumen“, rät der Experte. „Auch einfache Maßnahmen wie Regentonnen oder Regenwasserkaskaden sind sinnvoll.“
Lesen Sie das vollständige Interview mit Prof. Dr. Heike Sieker https://www.tu.berlin/go266944/ und erfahren Sie mehr über effektive Maßnahmen zum Schutz vor Starkregen und zur nachhaltigen Nutzung von Regenwasser.
Kontakt: Hon.-Prof. Dr. Heiko Sieker TU Berlin Institut für Bauingenieurwesen Fachgebiet für Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung E-Mail: h.sieker@sieker.de
Gute Aussichten für Wasserstraßennutzer/-innen an Rhein und Elbe: Die interaktive Web-App zur bestehenden 6-Wochen-Vorhersage ging vom Testbetrieb in den operationellen Dienst über. Die Anwendung versetzt die Nutzenden in die Lage, die Vorhersagen individuell zu analysieren und darstellen zu lassen.
Die Web-Anwendung ermöglicht es Binnenschifffahrt und Logistik an Rhein und Elbe, zukünftig noch effizienter auf Niedrigwassersituationen reagieren und Transporte einfacher planen zu können. Sie ist ein Zusatzangebot zur bereits seit einiger Zeit bestehenden 6-Wochen-Vorhersage in Form von PDF-Berichten und wird wie diese jeden Dienstag und Freitag aktualisiert.
Zur Web-Anwendung gelangen Sie hier: https://6wochenvorhersage.bafg.de Neu ist, dass die Vorhersage nun direkt im Browser angezeigt werden kann – ohne vorherigen Download der PDF-Berichte. „Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer im Testbetrieb haben gezeigt, dass die interaktive Darstellung und der einfache Zugang sehr geschätzt werden“, sagt Barbara Frielingsdorf, die maßgeblich an der Entwicklung und dem Betrieb des Dienstes beteiligt ist.
Neue Funktionen ermöglichen individuelle Auswertungen der Wasser-stands- und Abflussvorhersage In der Anwendung können Nutzende insbesondere einen individuell interessierenden Bezugswert des Wasserstandes oder Abflusses für den für sie relevanten Pegel angeben. Die App berechnet daraus anschließend die spezifischen Unterschreitungs-wahrscheinlichkeiten und stellt diese auch grafisch dar. „Schifffahrt und Logistik können mit den neuen Funktionen eine maßgeschneiderte Auswertung der Vorhersage für die eigenen Anforderungen generieren“, erklärt die Hydrologin den Nutzen.
Weitere Neuerungen der App im Überblick – Rückschau: Die Vorhersagen der vergangenen vier Wochen sind verfügbar. – Darstellung optimiert: Festgelegte Bezugswerte, wie der Gleichwertige Wasserstand (GlW) oder statistische Kennwerte, wie z. B. der mittlere Niedrigwasserabfluss (MNQ), können in der Darstellung ein- und ausgeblendet werden. Zu Vergleichszwecken lassen sich zudem die Ganglinien der Wasserstände bzw. Abflüsse der Niedrigwasserjahre 2018 und 2022 hinzufügen. – Szenarien berechnen: In der Darstellung des Bündels individueller Ganglinien, die sich ausgehend vom derzeitigen Zustand infolge der meteorologischen Verhältnisse der Vergangenheit zu diesem Zeitpunkt im Jahr („auf Basis der Klimatologie“) einstellen würden, lassen sich einzelne Jahre hervorheben und identifizieren.
Web-App ergänzt bestehende Angebote an den Bundeswasserstraßen Neben der 6-Wochen-Vorhersage ist seit Juli 2022 auch die sog. 14-Tage-Wasserstandsvorhersage für ausgewählte Rheinpegel verfügbar. Beide Vorhersagedienste schaffen mehr Planungssicherheit für die Wirtschaft und die Binnenschifffahrt an Rhein und Elbe und erfüllen damit den entsprechenden Handlungspunkt des Aktionsplans „Niedrigwasser Rhein“ des Bundesverkehrsministeriums.
Der LAWA-Bericht zur Berücksichtigung von Niedrigwasserphasen oder Extremereignissen bei der Zulassung von Abwassereinleitungen ist gemäß UMK-Beschluss unter Publikationen -> dort unter „Aktuelle Veröffentlichungen“ sowie „Wasserrecht“ verfügbar.
Anlass für die Beschlüsse gab ein massenhaftes Fischsterben im August 2022 in der Oder. Nach den aktuellen Erkenntnissen wurde dieses Fischsterben durch multikausale Wirkmechanismen ausgelöst. Salzhaltige Einleitungen und Niedrigwasser führten zu einer hohen Salzkonzentration in der Oder. Diese begünstigte das rasante Wachstum einer Brackwasseralge, die für Fische und andere Wasserlebewesen tödliche Toxine produziert.
AMELAG-Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung
Im Projekt „Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung“ erheben das Umweltbundesamt und Robert Koch-Institut die Viruslast von Krankheitserregern im Abwasser. Dabei wird von einem interdisziplinären Team unmittelbar der One-Health Gedanke umgesetzt: Forschungsdaten aus dem Bereich Umwelt und öffentliche Gesundheit werden zeitnah ausgewertet, vereinigt und öffentlich bereitgestellt.
Bis Ende Juli 2027 müssen alle EU-Länder die neue Kommunalabwasserrichtlinie, kurz KARL, in nationales Recht übernehmen. Die Richtlinie ist ein Meilenstein für den Gewässerschutz. Hier finden Sie Fragen und Antworten zum Thema.
Überblick über Höhe, Ausnahmen und Verwendung Wasser ist ein wertvoller Lebensraum und eine begrenzte Ressource. Dies zeigt auch die BUND-Studie zu Grundwasserstress in Deutschland (Lütkemeier & Kuhn 2025). Die EU- Wasserrahmenrichtlinie sieht „unter Zugrundelegung des Verursacherprinzips den Grundsatz der Deckung der Kosten der Wasserdienstleistungen einschließlich umwelt und ressourcenbezogener Kosten“ vor (Art. 9 WRRL). Ein Instrument dazu ist die Erhebung von Wasserentnahmeentgelten, wenn diese dem Schutz der Wasserressourcen zugutekommen. Mit der Verabschiedung der Nationalen Wasserstrategie im Jahr 2023 und dem zugehörigen Aktionsprogramm Wasser wurde „Wasserentnahmeentgelte weiterentwickeln und bundesweit einführen“ als kurzfristig zu beginnende Aktion festgelegt (BMUV 2023). Auch die Europäische Kommission empfiehlt für Deutschland nach Auswertung der letzten Bewirtschaftungspläne gemäß EU Wasserrahmenrichtlinie die Erhöhung und Harmonisierung von Wasserentnahmeentgelten (Europäische Kommission 2025a). Vor sechs Jahren wurden in einem vom BUND beauftragten Kurzgutachten die Wasserentnahmeentgelte der Länder untersucht (Römer 2019). Dieses Kurzgutachten ist in seiner normativen Aussage immer noch aktuell und wird auch weiterhin zitiert.
UBA: Erfassung des energetischen Zustands von Kläranlagen erfordert weitere Parameter
Eine dynamische und kontinuierliche Erfassung des energetischen Zustands von Kläranlagen erfordert zusätzliche Messgrößen und Parameter. Diese Feststellung trifft der Schlussbericht zu dem Vorhaben „Dynamisierung von Energieanalysen zur dauerhaft energetischen Optimierung von Kläranlagen“, den das Umweltbundesamt (UBA) herausgegeben hat. Das betreffe zunächst physikalisch-chemische Parameter, die im Prozess bzw. an ausgewählten Aggregaten gewonnen werden, zusätzliche Messgrößen zur Erfassung der eingesetzten bzw. erzeugten thermischen Energie sowie zusätzliche Messstellen für die elektrische Leistung/elektrische Arbeit.
Ziel des Vorhabens war dem UBA zufolge die Identifikation relevanter Kennzahlen für eine dauerhafte Überwachung der Energieeffizienz auf Kläranlagen. Derzeit würden Energieanalysen auf Kläranlagen zwar in regelmäßigen Abstand durchgeführt, es sei aber unklar, ob die Energieeffizienz zwischen aufeinanderfolgenden Energieanalysen gleichbleibt oder sich verändert und mit welchen Kennzahlen diese Veränderung möglichst gut beschrieben werden kann.
Bundesumweltminister Schneider startet Initiative für mehr Wasserspeicher und Abkühlung
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat eine Initiative gestartet, um in Städten wie auch auf dem Land für mehr Wasserspeicher und Abkühlung zu sorgen. Neben technischen Lösungen zur Regenwasserspeicherung ist die Natur in Form von Straßenbäumen, Mooren und Wäldern dabei die beste Verbündete gegen Hitzewellen und Trockenheit, aber auch gegen Starkregen und Überschwemmungen. Die Initiative umfasst Maßnahmen für den Waldumbau, nasse Landwirtschaft in wiedervernässten Mooren, Entsiegelung, Stadtnatur, beschleunigte Planung sowie mehr gemeinsame Finanzierung von Bund und Ländern. Bundesumweltminister Schneider besucht heute dazu auch verschiedene Projekte in Berlin und Brandenburg.
Deutschland löscht über 500.000 Emissionszertifikate und sichert damit den positiven Klima-Effekt des Kohleausstiegs
Deutschland löscht erstmals Zertifikate aus dem Europäischen Emissionshandel, um den Klima-Effekt des gesetzlichen Kohleausstiegs abzusichern. Insgesamt werden Zertifikate im Umfang von 514.000 Tonnen CO₂ vom Markt genommen. Die Aktion ist Folge der nach dem Kohleausstiegs-Gesetz erfolgten Abschaltung der Kraftwerksblöcke Neurath A und Frechen im Jahr 2022. Dadurch wurden im Folgejahr 2023 rund 890.000 Tonnen CO₂ vermieden.
Die BMBF-Fördermaßnahmen Wassertechnologien: Wiederverwendung und WavE
Wasser wird in vielen Regionen der Erde knapp – nicht nur in klassischen trockenen Gebieten. Es stellt eine immer größer werdende globale Herausforderung dar, Haushalte, Landwirtschaft und Industrie bedarfsgerecht mit Wasser versorgen zu können. Der Wasserbedarf wird sich in den kommenden Jahren weltweit drastisch erhöhen. Gleichzeitig ist bereits heute die Verfügbarkeit von Wasser stark begrenzt und regional sogar rückläufig. Hierzu tragen unter anderem die Verschmutzung und Übernutzung von Wasserressourcen, der Klimawandel sowie die ungleiche Verteilung der Wasservorräte maßgeblich bei.
Neue UBA-Daten zur Grundwasserneubildung in Deutschland
Grundwasser ist die wichtigste Quelle für Trinkwasser in Deutschland. Welche Mengen entnommen werden können ohne langfristig diese wichtige Ressource zu gefährden, hängt entscheidend von der Grundwasserneubildung ab. Das Umweltbundesamt (UBA) hat neue Daten zur Grundwasserneubildung und zur Nutzungsintensität in Deutschland veröffentlicht.
Wasserforschung verbindet: Beteiligte aus Deutschland und dem Mittleren Osten gehen Wasserprobleme gemeinsam an
Auch unter schwierigen politischen Bedingungen ist wissenschaftliche Zusammenarbeit möglich und dringend notwendig, um wirkungsvolle Lösungen gegen die Wasserknappheit im Mittleren Osten zu entwickeln. Forschende aus Deutschland, Israel, Jordanien und den palästinensischen Gebieten haben in drei Kooperationsprojekten der Fördermaßnahme MEWAC an praxisnahen Lösungen für die Region geforscht: ein wasser- und energieeffizientes Verfahren für den Pflanzenanbau in Trockengebieten, ein neues Modell für die grenzüberschreitenden Grundwasserressourcen am Yarmouk und Dürrefrühwarninformationen für Grundwasserleiter.
Nach knapp vier Jahren stehen die drei letzten Projekte zur Maßnahme „Wasserforschung im Nahen und Mittleren Osten“ (MEWAC) vor ihrem Abschluss. Mit MEWAC fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) seit 2021 in zwei Modulen neue Technologien für eine effizientere Wassernutzung und ein integriertes Wassermanagement. Die Projektbeteiligten aus Deutschland, Israel, Jordanien und den Palästinensischen Autonomiegebieten stellten ihre Ergebnisse bei einem Treffen Anfang Juni in der Nähe von Berlin vor. Trotz geopolitischer Spannungen sei es wichtig, die Tür für den wissenschaftlichen Austausch offenzuhalten, betonten die Projektpartnerinnen und -partner. Nur durch weitere Forschung und fundierte Information ließen sich die akuten und durch den Klimawandel weiter zunehmenden Wasserprobleme in der Region bewältigen.
UBA zur Relevanzbewertung von Pestizid-Metaboliten im Trinkwasser
Das Umweltbundesamt (UBA) hat kürzlich einen Sachstand der trinkwasserrechtlichen Relevanzbewertung von Metaboliten von Pestizid-Wirkstoffen veröffentlicht. Dieser ist seit kurzem auf der UBA-Webseite unter dem folgenden Link eingestellt: Sachstand der trinkwasserrechtlichen Relevanzbewertung von Metaboliten von Pestizid-Wirkstoffen | Umweltbundesamt.
In diesem Zusammenhang weist das UBA richtigerweise darauf hin, dass die im Pflanzenschutzrecht erfolgenden Relevanzeinstufungen von Pestizid-Metaboliten nicht 1:1 auf das Trinkwasserrecht übertragen werden können. Insbesondere in Bezug auf S-Metolachlor als auch TFA hatten wir hierauf gegenüber BMG und UBA immer hingewiesen.
Das UBA kündigt auch an, dass zu dem Entwurf einer UBA-Empfehlung nach § 18 TrinkwEGV in Kürze ein erstes Abstimmungsverfahren eingeleitet werden soll, zunächst mit den Ländern, sodann mit Verbänden wie dem VKU. Hierzu steht der VKU bereits mit dem Bundesgesundheitsministerium im Austausch.
Studie zum Umweltbewusstsein: Vielfältige Krisen beeinträchtigen die Wahrnehmung von Umwelt- und Klimaherausforderungen
Menschen in Deutschland blicken zunehmend pessimistisch auf den Klimawandel und sorgen sich wegen gesundheitlicher Folgen der Erderwärmung. Für die Mehrheit der Menschen in Deutschland hat der Schutz von Umwelt und Klima weiterhin einen hohen Stellenwert. Allerdings nimmt die Bedeutung dieses Themas in der Wahrnehmung der Bevölkerung weiter ab. Als dringlicher empfinden viele Bürgerinnen und Bürger die Situation im Gesundheits- oder Bildungssektor, die wirtschaftliche Entwicklung sowie die öffentliche Sicherheit und Kriege. Für sich genommen bleiben konkrete Umweltschutz-Herausforderungen jedoch auf hohem Niveau wichtig und gewinnen teils sogar leicht an Bedeutung. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zum Umweltbewusstsein in Deutschland. Die Mehrzahl der Befragten äußert sich zudem skeptischer als bisher, ob der Klimawandel und seine Folgen noch eingedämmt werden können. Gleichzeitig halten sie es für unumgänglich, sich an den Klimawandel anzupassen – insbesondere aus gesundheitlichen Gründen.
UBA: Strategische Konzepte zur Nutzung der Wasserkraft können Zielkonflikte auflösen
„Alle geeigneten Maßnahmen umsetzen, die Umweltauswirkungen mindern“ Strategische Konzepte zur Nutzung der Wasserkraft können Zielkonflikte auflösen. Sie sollen sowohl erschließungswürdige Wasserkraftpotentiale als auch sensible Naturräume berücksichtigen, stellt das Umweltbundesamt in einem Factsheet zum Thema Wasserkraft fest, in dem es „Leitplanken für die Stromerzeugung aus Wasserkraft“ aufstellt. Nennenswerte Potenziale, um die Klimaschutzziele zu erreichen, liegen in der Modernisierung oder dem Ersatzneubau großer Wasserkraftanlagen. In wertvollen und sensiblen Fluss- und Auenlandschaften könnten die negativen Folgen der Wasserkraftnutzung ihren positiven Beitrag für den Klimaschutz überwiegen.
EWKFonds: UBA sieht 2025 von Prüfpflicht bei Mengenmeldung ab
Meldefrist für Hersteller verlängert bis zum 15. Juni 2025 Seit 2024 sind Hersteller ausgewählter Einwegkunststoffprodukte verpflichtet, bestimmte Kosten für Entsorgung und Reinigung im öffentlichen Raum zu tragen, die bislang von der Allgemeinheit finanziert werden. Die Kosten für die Hersteller werden auf Basis der jährlich in Verkehr gebrachten Produktmengen berechnet. Die Meldungen sind über die vom Umweltbundesamt (UBA) eingerichtete Plattform DIVID jährlich zum 15. Mai abzugeben und bedürfen grundsätzlich der externen Prüfung und Bestätigung durch einen registrierten Prüfer. Für 2025 sieht das UBA ausnahmsweise gänzlich von dieser Prüfpflicht ab. Außerdem wird die Meldefrist für Hersteller bis zum 15. Juni 2025 verlängert.
Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit
Der Rückgang des Wasserdargebots ist statistisch signifikant. Dies zeigt die aktuelle Studie „WADKlim“, in der Auswirkungen von Trockenheit und Dürre auf die Wasserverfügbarkeit, den Bodenwasserhaushalt und das Grundwasser in Deutschland untersucht wurden. Für die Wasserbewirtschaftung werden mögliche Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen vorgeschlagen. Damit liefert das Forschungsprojekt WADKlim einen Beitrag für die in der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel und in der Nationalen Wasserstrategie formulierten Zielstellungen. Die Ergebnisse des Projekts stehen unter der UBA Seite Niedrigwasser/Trockenheit zur Verfügung.
Über „Wassertechnologien: Wiederverwendung“ (WavE II)
Wasser wird in vielen Regionen der Erde knapp – nicht nur in klassischen trockenen Gebieten. Der Wasserbedarf wird sich in den kommenden Jahren weltweit drastisch erhöhen. Gleichzeitig ist bereits heute die Verfügbarkeit von Wasser stark begrenzt und regional sogar rückläufig. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Fördermaßnahme „Wassertechnologien: Wiederverwendung“ (WavE II) ins Leben gerufen. Sie startete im Februar 2021 und baut auf der von 2016 bis 2020 durchgeführten Fördermaßnahme WavE (Zukunftsfähige Technologien und Konzepte zur Erhöhung der Wasserverfügbarkeit durch Wasserwiederverwendung und Entsalzung) auf.
Ziel beider Fördermaßnahmen ist es, innovative Technologien, Betriebskonzepte und Managementstrategien zur Wasserwiederverwendung und Entsalzung zu entwickeln, um die Wasserverfügbarkeit nachhaltig zu erhöhen.
Umweltschadstoffe: Wie belastet sind Kinder und Jugendliche?
Umweltbundesamt startet Gesundheitsstudie „ALISE“ Schwermetalle, Weichmacher oder die „Ewigkeitschemikalien“ PFAS – es gibt viele Umweltschadstoffe, mit denen Kinder und Jugendliche in Berührung kommen. Doch wie hoch ist ihre Belastung tatsächlich? Und welche Auswirkungen kann sie auf die Gesundheit der jungen Menschen haben? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die vom Umweltbundesamt (UBA) durchgeführte Deutsche Kinder- und Jugendstudie zur Umweltgesundheit ALISE („Aligned Study for Environmental Health“). Die Studie ist der deutsche Beitrag zum europäischen Forschungsprojekt PARC (Partnerschaft für die Bewertung von Risiken durch Chemikalien), an dem sich europaweit 24 Länder beteiligen.
Emissionen ausgewählter Stoffe aus kommunalen Kläranlagen
Um die Datenbasis zum Vorkommen neuer prioritärer Stoffe im Ablauf kommunaler Kläranlagen zu erweitern, wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) im Jahr 2023 ein Kläranlagen-Monitoringprogramm veranlasst und durchgeführt.
Das Messprogramm 2023 schließt dabei an die Monitoringprogramme 2007 und 2016 an, in denen prioritäre Stoffe gemäß UQN-RL sowie einzugsgebietsspezifische Schadstoffe gemäß WRRL untersucht wurden. Ebenso wie in den Monitoringprogrammen 2007 und 2016 war es das Ziel des Monitoringprogramms 2023, die Relevanz prioritärer und sonstiger Schadstoffe in kommunalem Abwasser zu überprüfen.
Informationspapier zur Nutzung von Radardaten in WaX: Chancen und Grenzen von Radardaten in der Hochwasseranalyse
Was sind Chancen und Grenzen von Radardaten in der Hochwasseranalyse? Starkregenereignisse wie konvektive Gewitterzellen treten lokal begrenzt auf und werden daher vom Stationsmessnetz nur unzureichend erfasst. Wetterradare bieten eine flächendeckende Beobachtung und können daher lokale Niederschlagsereignisse besser erfassen. Eine Kombination aus Stationsmessungen und flächendeckenden ist deshalb sinnvoll. Radarmessungen sind jedoch naturgemäß mit großen Unsicherheiten in der quantitativen Niederschlagsbestimmung behaftet.
Drei Projekte der BMBF-Fördermaßnahme Wasser-Extremereignisse (WaX) haben mit Unterstützung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) eine Zusammenfassung der Nutzung von Niederschlagsradar-Informationen in den Forschungsprojekten erstellt.
Digitaler Meilenstein im Umwelt- und Naturschutz – das neue Portal umwelt.info
Bundesumweltministerin Steffi Lemke und UBA-Präsident Dirk Messner starten Internetportal Wer heute Umweltinformationen sucht, hat es oft schwer. Daten und Fakten zu Wäldern, Böden und Gewässern finden sich an verschiedenen Stellen und in unterschiedlicher Qualität. Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen sowie Forschende, Verwaltungen und zivilgesellschaftliche Akteure sollen es künftig einfacher haben. Heute ist umwelt.info, das Internetportal für Umwelt- und Naturschutzinformationen am Umweltbundesamt (UBA), offiziell an den Start gegangen. Mit dem Portal werden erstmals Daten zum Umwelt- und Naturschutz aus ganz Deutschland gebündelt und zentral auffindbar gemacht. Ziel ist es, Transparenz und Auffindbarkeit von öffentlich verfügbaren Informationen im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes zu verbessern.
Die Qualität unserer Gewässer spielt eine zentrale Rolle für die Umwelt, die Gesundheit und die Lebensqualität der Menschen. In Deutschland werden umfangreiche Daten über den Zustand der Gewässer von verschiedenen Stellen auf Bundes- und Landesebene erhoben. Der Zugang zu diesen Informationen ist für viele Menschen nicht immer leicht zu finden. Mit dem ‚Gewässer Kompass‘ wird dies einfacher.
Die Belastung der Umwelt durch Arzneistoffe ist ein wachsendes Problem. Eine umweltgerechte Entsorgung hilft deren Eintrag in die Umwelt zu verringern. Das neue Internetportal “Humanarzneimittel und Umwelt” bietet Informationen und Empfehlungen für pharmazeutisches und medizinisches Fachpersonal sowie Verbrauchende, aber auch Lehrmaterialien für die medizinische/pharmazeutische Fortbildung.
Neue Deutsche Anpassungsstrategie soll Klimaresilienz stärken
Mit der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 (DAS 2024) beschließt die Bundesregierung erstmals messbare Ziele, mit denen der Bund Infrastrukturen, Gebäude, Land- und Forstwirtschaft und andere Sektoren klimaresilient machen will. Fortschritte bei der Zielerreichung werden zukünftig im DAS-Monitoringsystem beim UBA gemessen.
Coaching für blaugrüne Stadtentwicklung in Kommunen
Das neue Forschungsprojekt „Blue Green City Coaching (BGCC)“ unterstützt kommunale Entscheider*innen, Potenziale und Grenzen von naturbasierten Lösungen (NbS) für die Klimaanpassung zu ermitteln. Im Fokus stehen dabei die Bewertung der NbS bei Klimafolgen wie Hitze und Dürre sowie der Einfluss von NbS auf die urbane Klimaresilienz kleinerer Großstädte und deren Umland.
Weniger Quecksilber in deutschen Flüssen, aber weiter ein Problem für aquatische Organismen
Die Quecksilber-Belastung in Flusswasser, Schwebstoffen und Sedimenten hat in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland abgenommen. Ungeachtet dieses positiven Trends ist die Belastung von Fischen und anderer Organismen mit Quecksilber (Hg) unverändert hoch. BfG-Wissenschaftler/-innen untersuchen im Projekt QUISS die aktuelle Situation und diskutierten diese mit der nationalen und internationalen Fachwelt.
Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit
Der Rückgang des Wasserdargebots ist statistisch signifikant. Dies zeigt die aktuelle Studie „WADKlim“, in der Auswirkungen von Trockenheit und Dürre auf die Wasserverfügbarkeit, den Bodenwasserhaushalt und das Grundwasser in Deutschland untersucht wurden.
Wasserknappheit ist ein vielschichtiges Problem. Die Ursachen für Wasserknappheit in verschiedenen Regionen Deutschlands umfassen klimatische Bedingungen mit geringem Wasserdargebot, Wasserqualitätsprobleme wie Nitratbelastung, Einflüsse durch Bergbau, zunehmende Wasserentnahmen für die Landwirtschaft und hohe Bedarfe in Metropolregionen. Es wurden bereits regionsspezifische Maßnahmen ergriffen, um Wasserknappheit vorzubeugen, wie beispielsweise die Einrichtung von Fernwasserleitungssystemen oder die Limitierungen für Wasserentnahmen. Allerdings haben die anhaltende Trockenheit in der letzten Dekade und die Unsicherheiten bei der zukünftigen Wassernutzung und Klimavariabilität gezeigt, dass diese Maßnahmen möglicherweise nicht ausreichen, um strukturelle oder temporäre Wasserknappheit zu bewältigen. Die zukünftige Wasserknappheit wird als komplexes Problem erkannt, das aufgrund der Unsicherheiten schwer zu prognostizieren ist.