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Meldungen zur Abwasserreinigung 2024

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2024


Plasmatechnologie in der Abwasseraufbereitung

Die Elimination von schwer abbaubaren Inhaltsstoffen im Ablauf von Kläranlagen, aber auch zwischen den einzelnen Reinigungsstufen einer Kläranlage selbst, stellt sowohl im industriellen als auch kommunalen Sektor eine aktuelle und dringende Herausforderung dar. Viele Verfahren kommen hierfür in Frage oder werden untersucht. Je nach spezifischen Anforderungen setzt TIA Technologien zur Industrie-Abwasser-Behandlung GmbH aus Breitenfelde bereits diverse Verfahren ein. Da alle Verfahren Vor- und Nachteile bieten, untersucht das Unternehmen zusätzliche, neue Möglichkeiten. Bei möglichst geringen Betriebskosten – Bedienung, Wartung, Logistik, Energie, Betriebsstoffe, Entsorgung – sollen auch im großtechnischen Bereich dieselben oder eben bessere Ergebnisse zu erzielt werden als mit bekannten Verfahrensschritten. Plasma gegen Keime und Arzneimittelrückstände
Beim Einsatz der Plasmatechnologie in der Abwassertechnik kooperieren TIA und das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) aus Greifswald. In weiterer Zusammenarbeit mit Hamburg Wasser wurde und wird beispielsweise in einer Pilotanlage untersucht, wie multiresistente Keime und Arzneimittelrückstände wirksam aus dem Abwasser von Krankenhäusern entfernt werden können. Auch für den Einsatz zur Aufbereitung von Deponie-Sickerwasser und schwer biologisch abbaubaren Stoffen in industriellen Abwässern ist diese Technologie interessant und ihre technische Anwendung wird untersucht. Das Plasmaverfahren benötigt keine Betriebsmittel außer elektrischer Energie und ist leicht in seiner Leistung steuerbar. Somit ist es auch für Einsatzfälle interessant, in denen keine durchgehende Betreuung der Anlage möglich ist. Mittels KI können auf Schwankungen der Verunreinigungen über entsprechende Algorithmen automatisch reagiert und die Prozesse optimiert werden. Durch ihre breit gefächerten Einsatzmöglichkeiten kann die Plasma-Technologie eine Alternative für mehrere ansonsten nacheinander zu installierenden Verfahren sein.

Re-Use von Abwasser
TIA realisiert neben zahlreichen Anlagen zur reinen Industrie- abwasserbehandlung in Europa, Asien und Afrika immer mehr wirtschaftliche Aufbereitungsverfahren zur Wiederverwendung (Re-Use) von Abwasser in industriellen Prozessen. Hierbei spielten die Kosten für Frischwasser und, in vielen Fällen, deren Subventionierung eine Rolle. Insgesamt ist aber die Richtung zur Mehrfachnutzung von Wasser vorgegeben. Auch hier stehen individuell angepasste Lösungen zur Verfügung, um Abwässer technisch und wirtschaftlich erfolgreich aufzubereiten. In vielen Anlagen zur Reinigung und Aufbereitung von Abwasser ist aber immer noch die biologische Stufe – anaerob und/oder aerob – aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ein Kernstück der Verfahrenskette. Hier gibt es Neuentwicklungen im Bereich der Leistungsdichte, der Effizienz und der Steuerbarkeit, wie den CCB – Capacity Controlled Bioreactor. Die Möglichkeit der Steuerung von Bioreaktoren über den Biomassegehalt ist auch für eine weitere Digitalisierung des Anlagenbetriebs von großer Bedeutung.
Im kommunalen Bereich bleibt TIA bei den Kompaktanlagen, die mit Partnern im Ausland standardisiert aufgebaut werden. Kleine Anlagen werden nach dem Prinzip IKEA im Selbstbau erstellt und können daher äußerst kostengünstig realisiert werden. Auch hier kann das Plasmaverfahren zur Entkeimung im Ablauf eingesetzt werden und damit die Wiederverwendung des Wassers ermöglichen.

Autor:innen:
Anna Lena Blanke, Dr. Norbert Müller-Blanke
TIA Technologien zur Industrie-Abwasser-Behandlung GmbH
https://tia-abwasser.de/wp-content/uploads/SD_WA_04_2024_F_TIA.pdf

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Grubenwasser in Südafrika: Nachhaltig aufbereitet

Im Ruhrgebiet wurde über 150 Jahre lang Steinkohle abgebaut – mit weitreichenden Folgen für das Wassermanagement in der Region. In Südafrika, einem der größten Bergbauländer der Welt, unterstützen Wasseringenieur:innen und Gewässerexpert:innen des Zentrums für Wasser- und Umweltforschung der Universität Duisburg-Essen nun mit Lösungsansätzen zum nachhaltigen Gewässermanagement. Das Verbundprojekt MAMDIWAS* wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,3 Millionen Euro gefördert.
Der Bergbau in Südafrika hat erhebliche Auswirkungen auf die Wasserqualität und -verfügbarkeit. Durch den Bergbau werden das Grundwasser und die Oberflächengewässer mit Schwermetallen, Säuren und anderen giftigen Substanzen verschmutzt, der Grundwasserspiegels sinkt und die lokale Wasserversorgung wird beeinträchtigt. Langfristig entstehen in den aquatischen Ökosystemen erhebliche ökologische Schäden.

„Gemeinsam mit lokalen Partnern aus Forschung und Industrie wollen wir die ökologischen und finanziellen Herausforderungen angehen, die durch das unbehandelte, vom Bergbau beeinflusste Wasser (MIW) entstehen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Panglisch. „Wir wollen demonstrieren, wie dieses Wasser aufbereitet werden kann, um es beispielsweise als Trinkwasser oder zur Bewässerung weiterzuverwenden.“ Gleichzeitig wird das Potenzial für das Recycling von Rohstoffen erforscht, die sich im Minenwasser befindet, was zusätzliche ökonomische und ökologische Vorteile verspricht.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Förderung der Wettbewerbsfähigkeit durch die Wiederverwendung von Wasser und Materialien. „Diese Maßnahme soll nicht nur technologische Innovationen anregen, sondern auch das Unternehmertum und die aktive Beteiligung der lokalen Gemeinden fördern und die nachhaltige Entwicklung in der Region unterstützen“, betont Panglisch.

Das Projekt hat außerdem zum Ziel, den ökologischen Zustand der Flüsse nachhaltig zu verbessern, die durch Grubenwasser belastet sind. Hierfür wird ein regionales Konzept für integriertes Wasserressourcen-Management entwickelt, das spezifisch auf die Bedürfnisse der betroffenen Gebiete zugeschnitten ist.

„Unser Ziel ist es, die Transformation von einer bergbaubasierten Gesellschaft hin zu einer nachhaltigen Nachbergbau-Region voranzutreiben. In diesem Kontext ist das Ruhrgebiet ein Paradebeispiel dafür, wie Strukturwandel erfolgreich durch gezielte Maßnahmen zur wirtschaftlichen Diversifizierung und umfangreiche Umweltmaßnahmen gelingen kann. Diese Erfahrungen bieten wertvolle Erkenntnisse für Südafrika, wo ähnliche Herausforderungen bestehen“, sagt Panglisch.

*Das Verbundprojekt MAMDIWAS (Making mining-influenced water a driver for change to improve water security in South Africa) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,3 Millionen Euro gefördert. Die UDE erhält 725.000€. Zu den deutschen Partnern des Verbundprojekts gehören das IWW Zentrum Wasser, das Wuppertal Institut und die SiMA-tec GmbH. Auf südafrikanischer Seite sind die Stellenbosch University und die University of South Africa beteiligt. Darüber hinaus arbeitet der Verbund mit 13 assoziierten Partnern wie der Ruhrkohle AG und dem südafrikanischen Energiekonzern Eskom zusammen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Stefan Panglisch, Lehrstuhl für Mechanische Verfahrenstechnik/ Wassertechnik, Tel. 0203 379 3477, stefan.panglisch@uni-due.de

Merkmale dieser Pressemitteilung:
https://idw-online.de/de/news835914

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Laser-Tauchsonde für ein smartes Inline-Monitoring von Wasser und Abwasser

Eine neuartige laserbasierte Tauchsonde, die das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen im Zuge BMBF- und EU-geförderter Projekte mit Industriepartnern und Anwendern erprobt, könnte den Weg zu einem fortlaufenden Inline-Monitoring von Wasseraufbereitungsprozessen in Kläranlagen ebnen. Das 2D-Fluoreszenzmessverfahren generiert direkt vor Ort spektroskopische Daten im Klärbecken. Diese sind in Verbindung mit einer intelligenten Auswertesoftware der Schlüssel zu einer energie- und ressourceneffizienten Wasseraufbereitung. Auf der Münchener Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft IFAT 2024 wird das Verfahren erstmals öffentlich präsentiert.
Um Wasseraufbereitungsprozesse in Kläranlagen zu überwachen, setzen deren Betreiber bisher auf 24-Stunden-Mischproben. Diese werden über den Tagesverlauf kontinuierlich gesammelt und anschließend im Labor auf Summenparameter hin analysiert; so etwa die Gesamtmenge enthaltener organischer Kohlenstoffe (Total Organic Carbon; TOC), gelöste organische Kohlenstoffe (Dissolved Organic Carbon; DOC) oder die Menge an Sauerstoff, die der vollständige aerobe Abbau biologischer Inhaltsstoffe (Biological Oxygen Demand; BOD) verbraucht. Angesichts der steigenden Bevölkerungsdichte in urbanen Räumen und variierender Abwasserzusammensetzungen stößt dieses 24-Stundenraster jedoch an Grenzen. Eine engmaschigere Kontrolle wäre nicht nur mit Blick auf die Qualität aufbereiteter Abwässer wünschenswert. Auch der Bedarf an Energie und teuren, in der Herstellung oft umweltbelastenden Betriebsstoffen ließe sich erheblich reduzieren, wenn die Betreiber im laufenden Aufbereitungsprozess nachvollziehen könnten, wie sich die Messwerte der Summenparameter verändern, um ihre Anlagen auf dieser Echtzeitdatenbasis steuern zu können.

Neuartige Tauchsonde detektiert Emissionen von Fluorophoren im Abwasser
Ein Forschungsteam des Fraunhofer ILT legt aktuell das technologische Fundament, um eine solche datenbasierte Wasseraufbereitung real werden zu lassen. Das Herzstück hierfür ist eine neuartige laserbasierte Tauchsonde, welche die Wasseranalytik aus dem Labor direkt in die Klärbecken verlegt. »Wir nutzen das Phänomen, dass für die Wasserqualität relevante Inhaltsstoffe bei der Anregung mit spezifischen Lichtwellenlängen fluoreszieren. Unsere Tauchsonde regt diese Fluorophore mit verschiedenen Wellenlängen zwischen dem UV- und dem sichtbaren Spektralbereich an und detektiert jeweils die emittierten Fluoreszenzsignale«, erklärt Dr. Christoph Janzen, Spezialist für Bioanalytik, der am Fraunhofer ILT für die Entwicklung der 2D-Fluoreszenzsonde verantwortlich ist. Targets der Inline-2D-Fluoreszenzanalytik sind beispielsweise die Aminosäuren Tryptophan (TRP), Tyrosin (TYR), Phenylalanin (PHE) und die Gruppe der Huminsäuren (HS). Da die Wellenlängen für ihre Anregung von 260 Nanometern für PHE bis 350 Nanometern für HS reichen, koppelt das Team die Sonde mit einer durchstimmbaren Lichtquelle. »Diese kann alle Zielstoffe mit ihren spezifischen Wellenlängen anregen. Sofern sie im Abwasser vorhanden sind, emittieren sie ihr charakteristisches längerwelliges Fluoreszenzsignal«, sagt er. Mithilfe eines empfindlichen Spektrometers lässt sich für jede Anregungswellenlänge ein Fluoreszenzspektrum aufnehmen.
So entstehen 2D-Karten, welche die Anregungswellenlängen samt korrespondierender Lichtemission festhalten. Diese Anregungs-Emissions-Matrizen (Excitation Emission Matrices; EEM) visualisieren die detektierten Fluoreszenzsignale und informieren die Betreiber in jedem Stadium des Aufbereitungsprozesses präzise über die organische Schmutzfracht im Abwasser. »Diese 2D-Fluoreszenzmessung ermöglicht es, inline die charakteristischen Summenparameter des Abwassers direkt im Aufbereitungsprozess zu erfassen. Bisherige Verfahren können das nur offline im Labor. Kommerziell verfügbare Inline-Sonden für die Summenparameterbestimmung sind oft nur in einem begrenzten Parameterbereich zuverlässig und liefern falsche Messdaten, wenn die Abwasserzusammensetzung stark variiert«, erklärt Janzen. Um die Messungen abzusichern, sei es möglich, mit der Tauchsonde ergänzend zu den Fluoreszenzdaten auch Transmissionsspektren aufzunehmen.

Anspruchsvolle Integration in eine handliche Tauchsonde
Um das komplexe Inline-Messverfahren, das bisher üblicherweise offline in Laborgeräten erfolgt, in Form einer handlichen Tauchsonde zu realisieren, hat das Team auf den umfassenden Optikdesign- und Messtechnik-Kompetenzen des Fraunhofer ILT aufgebaut. Als Strahlquelle dient im Sinne hoher Brillanz und geringer Wärmeverluste eine lasergezündete Xenon-Plasma-Lampe. Über einen Monochromator wird aus ihrem Licht die jeweils gewünschte Wellenlänge gefiltert und über eine optische Faser zur Tauchsonde geleitet. Dort kollimiert eine Linse das Licht der Quelle und fokussiert es mit einer asphärischen Optik am Messpunkt. Dieselbe Optik koppelt Fluoreszenzsignale der gesuchten Inhaltsstoffe über eine zweite Kollimationslinse in eine weitere Faser ein und überträgt sie zu einem CCD-Spektrometer. Zur Auswertung und Visualisierung der Messdaten ist eine Software im Einsatz, die das Team in einem Verbundforschungsprojekt mit Partnern aus Industrie und Forschung entwickelt hat.
Während das Aachener Forschungsteam die Sonde selbst im EU-geförderten Projekt »FluoMonitor – 2D-Fluoreszenzsonde für das Inline Wasser- und Abwasser Monitoring« mit einem mittelständischen Anbieter von Messtechnik, einem wasserwirtschaftlichen Forschungsinstitut sowie einem regionalen Wasserverband entwickelt hat, geht es im laufenden BMBF-Förderprojekt AIX-Watch darum, die 2D Fluoreszenz-Messmethodik weiterzuentwickeln und unter Realbedingungen zu erproben. »Das mittelfristige Ziel ist es, die Steuerung und Regelung von Kläranlagen auf Basis der fortlaufenden Inline-Messungen zu optimieren«, sagt Janzen. Betreiber müssen kontrollieren und dokumentieren, dass ihre Anlage die Grenzwerte für Summenparameter wie TOC, DOC und BOD einhält. Diese erfasst das neuartige 2D-Fluoreszenzverfahren zwar nicht direkt, doch korrelieren die erfassten Amino- und Huminsäuren mit den Summenparametern. »Es gibt bereits mathematische Modelle, die aus diesen Korrelationen auf die Werte der Summenparameter schließen. Wenn diese Modelle fortlaufend erhobene Inline-Messdaten verarbeiten, die unsere Tauchsonden liefern, wird die Analysegenauigkeit perspektivisch immer weiter zunehmen«, sagt Janzen. Betreiber bekämen so Inline-Zugriff auf den Status ihrer Wasseraufbereitungsprozesse und könnten die Betriebsstrategien entsprechend anpassen.

Mit KI und Inline-Sensorik zu einer smarten, adaptiven Wasseraufbereitung
Damit würde die laserbasierte Tauchsonde zur Basistechnologie für eine smarte Wasseraufbereitung. Im Zusammenspiel von Inline-Sensorik und Künstlicher Intelligenz wäre es trotz schwankender Abwasserzusammensetzungen möglich, Energie und aufwändig herzustellende Betriebsstoffe wie Ozon nur in dem Maß einzusetzen, wie es zum Einhalten der gesetzlichen Grenzwerte tatsächlich notwendig ist. »Da wir uns hier im Bereich mathematischer Modelle bewegen, bedarf es noch der Absicherung durch herkömmliche Offline-Analysen«, betont Janzen. Doch die lernenden Modelle seien ein vielversprechender Ansatz für eine adaptive Abwasseraufbereitung, die sich auf Inline-Messungen stützt und am Ist-Zustand des Wassers und seiner aktuellen Zusammensetzung ihre Betriebsstrategien orientiert. Um das Verfahren auf einen flächendeckenden Einsatz vorzubereiten, treibt das Team am Fraunhofer ILT parallel die Weiterentwicklung der Sonde voran. Ein Ansatz dafür ist es laut Janzen, anstelle der durchstimmbaren Xenon-Plasma-Lichtquelle kostengünstigere LEDs einzusetzen. Denn im Zusammenhang mit Datamining und KI komme es vor allem darauf an, die Datenbasis schnell auszuweiten. Kostengünstigere Tauchsonden sind ein Weg, um diesem Ziel näher zu kommen. »Interessierte sind herzlich eingeladen, sich auf der IFAT 2024 am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand (Halle B2, Stand 338) eingehend über das neue 2D Fluoreszenz-Messverfahren und dessen Zukunftspotenzial zu informieren«, erklärt Janzen.
https://www.ilt.fraunhofer.de/de/presse/pressemitteilungen/2024/5-2-fluo-monitor-laser-tauchsonde.html

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Industrieabwasser gezielter behandeln dank Wasserforschung

Traditionell ist die Abwasserreinigung in der Schweiz auf das häusliche Abwasser, namentlich auf die Entfernung der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor ausgerichtet. Erst in jüngerer Zeit stehen auch problematische Rückstände von Arzneimitteln, Pestiziden und anderen Chemikalien im Fokus. Eine neue Untersuchung des Wasserforschungsinstituts Eawag im Auftrag des Bundes zeigt nun, dass es auch beim Abwasser aus Chemie- und Pharmabetrieben noch Verbesserungspotential gibt – auf den Kläranlagen und innerhalb der Betriebe.
Fast 40% aller Schweizer Abwasserreinigungsanlagen (ARA) haben chemisch-pharmazeutische Unternehmen in ihrem Einzugsgebiet und reinigen somit potentiell auch Abwasser aus diesen Betrieben. Oft war aber bisher gar nicht genau bekannt, welche Stoffe in welchen Konzentrationen darin vorkommen, und längst nicht alle der Substanzrückstände werden heute von den ARA entfernt. Zwei neue, soeben in der Zeitschrift Aqua&Gas publizierte Studien der Eawag helfen den Unternehmen mit gezielten Messkampagnen, ihre Betriebsabläufe oder Abwasservorbehandlungen zu verbessern. Ziel ist es, dass weniger der unerwünschten Substanzen ins Abwasser, zu den ARA und schliesslich in die Umwelt gelangen.

Mit Messkampagne zu gezielten Massnahmen
Leitet ein Chemie- oder Pharmabetrieb Abwasser in Gewässer oder die Kanalisation ein, sind die zulässigen maximalen Konzentrationen für einzelne Schwermetalle oder Summengehalte für organische Kohlenwasserstoffe in der schweizerischen Gewässerschutzverordnung geregelt. Für einzelne organische Wirkstoffe hingegen kennt die Verordnung keine Grenzwerte. Das trägt dazu bei, dass diese Substanzen im Betriebsabwasser oft gar nicht gemessen werden. Dies obwohl die verschiedenen Einzelstoffe aufgrund ihrer Langlebigkeit, Mobilität oder Wirkung auf Gewässerorganismen für den Gewässerschutz relevant sein können. Messdaten liefern jedoch wichtige Informationen, um die bereits bestehenden Massnahmen der Betriebe gezielt zu verbessern. In den zwei heute publizierten Studien ist die Eawag daher zusammen mit den Betrieben der komplexen Zusammensetzung von industriellem Abwasser mit modernsten Messtechniken nachgegangen.

Grosse Unterschiede zwischen Herstellung und Weiterverarbeitung
Beide Studien entstanden in Zusammenarbeit mit kantonalen Fachstellen und der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Die eine Studie untersuchte das Abwasser von Substanzherstellern (synthetisierende Betriebe). Die meisten dieser Betriebe verfügen über eine eigene Abwasserbehandlung oder sind mit anderen Firmen gemeinsam an eine Industriekläranlage angeschlossen. In ihrem Abwasser wurde erwartungsgemäss eine grosse Substanzvielfalt aus Ausgangsstoffen, Zwischen- und Endprodukten gefunden. Bis zu 15mal mehr verschiedene Stoffe massen die Forschenden im gereinigten Abwasser der Industriekläranlagen als in ARA mit nur kommunalem Abwasser.
Die zweite Untersuchung konzentrierte sich auf Firmen, welche die Wirkstoffe zu Endprodukten (Tabletten, Kapseln, Lösungen, Crèmes etc.) verarbeiten. Sie werden als formulierend bezeichnet. Bei ihnen war das Spektrum der Stoffe deutlich kleiner. Hingegen wurden hier kurzzeitig stark erhöhte Konzentrationen im Abwasser detektiert, das nach dem Waschen von Anlagen entsteht, wenn auf eine neue Produktionscharge umgestellt wurde.Mehr:
https://www.eawag.ch/de/info/portal/aktuelles/news/industrieabwasser-gezielter-behandeln-dank-wasserforschung/

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Wie Pflanzenkläranlagen Abwasser filtern

Die naturnahen Kleinanlagen bieten eine sehr überzeugende Reinigungsleistung. Außerdem brauchen sie keine Energie und wenig Pflege. Ob sie auch Arzneimittel-Reste herausfiltern können, wird derzeit untersucht.
Hohes Schilf, dichte Pflanzen, bei genauem Hinschauen ist dazwischen etwas Wasser zu erkennen – eigentlich sieht es aus wie große zugewachsene Teiche. Doch der Geruch ist zeitweise ungewöhnlich. Kein Wunder, denn die mit Schilf bewachsenen Becken in der kleinen unterfränkischen Gemeinde Theres (Landkreis Haßberge) bei Schweinfurt sind eine Kläranlage, genauer gesagt eine Pflanzenkläranlage.

Bei Pflanzenkläranlagen wird das Abwasser in Becken mit Kies und Sand geleitet, die mit Pflanzen wie Schilfrohr bepflanzt sind. Feststoffe wie Kot werden in der Regel in einer Vorklärung entfernt, zum Beispiel indem sie sich in einem sogenannten Absetzteich…mehr:
https://www.zfk.de/wasser-abwasser/abwasser/wie-pflanzenklaeranlagen-abwasser-filtern

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Meldungen zu Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm 2024

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UBA Gutachten: Gebührenfragen in Bezug auf die P-Rückgewinnung aus Klärschlamm

In Kooperation mit den Kommunalen Spitzenverbänden möchten wir Ihnen auf unserer digitalen Veranstaltung am 10. Dezember 2024 von 08:00 bis 09:30 Uhr Informationen geben zu.

https://www.vku.de/themen/umwelt/artikel/uba-gutachten-gebuehrenfragen-in-bezug-auf-die-p-rueckgewinnung-aus-klaerschlamm/

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Wien: Neue Anlage für Phosphor-Rückgewinnung

Die Wien Energie hat eine Anlage zur Trocknung von Klärschlamm in Betrieb genommen. Am Standort Simmeringer Haide, direkt bei der Wiener Kläranlage, werde damit eine wichtige Voraussetzung für die Rückgewinnung von Phosphor geschaffen.

Phosphor kommt vor allem als Düngemittel in der Landwirtschaft zum Einsatz, wird aber bisher meist nicht wiederverwertet. Die Wiener Kläranlage filtert gewaltige Mengen an Schmutzstoffen aus dem Abwasser, der Klärschlamm als Restprodukt wird danach von Wien Energie thermisch verwertet.

Schadstoffe werden beim Verbrennen zerstört, aus der Asche kann Phosphor zurückgewonnen werden. Das ist ab 2033 für kommunale Abwasserreinigungsanlagen auch gesetzlich vorgeschrieben. Klärschlamm besteht zu 96 Prozent aus Wasser. Für die Verbrennung ohne Zusatzstoffe – um den Phosphor fürs Düngen verwenden zu können – muss das Material getrocknet werden.

Wien Energie prüft eigene Recycling-Anlage
Die Rückgewinnung erfolgt derzeit noch in Pilotprojekten mit einem Industriepartner. Für die Zukunft prüft Wien Energie die Errichtung einer eigenen Anlage. Im Endausbau könne umgerechnet der Bedarf für die Lebensmittelproduktion der gesamten Wiener und niederösterreichischen Bevölkerung gedeckt werden.

https://wien.orf.at/stories/3281635/

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POLITIKMEMORANDUM ZUR PHOSPHOR-RÜCKGEWINNUNG 2023/24

Mit dem vorliegenden Politikmemorandum bezieht die Deutsche Phosphor-Plattform DPP e.V. Stellung zu
wichtigen Themen aus dem Bereich Phosphorrecycling. Auf den folgenden Seiten werden Thesen und
Empfehlungen für die Politik aufgestellt und fachlich erläutert. Mit der DPP steht ein Netzwerk aus
einschlägigen Industrien, öffentlichen und privaten Organisationen sowie aus Forschungs- und
Entwicklungseinrichtungen zur Diskussion bereit. Die Mitglieder der DPP verfolgen das gemeinsame Ziel der
Etablierung eines nachhaltigen und umweltverträglichen Phosphormanagements in Deutschland mit Hilfe
einer effizienten Phosphornutzung sowie durch effektives Recycling.

https://www.deutsche-phosphor-plattform.de/wp-content/uploads/2024/02/DPP-Politikmemorandum-zur-Phosphorrueckgewinnung-2023_24.pdf

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Phosphor-Recycling: Vom Klärschlamm zum Pflanzendünger

Phosphor ist ein wichtiger Pflanzennährstoff und damit unverzichtbar für die Nahrungsmittelproduktion. Die weltweiten Phosphorvorkommen sind jedoch begrenzt. Die Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser und Klärschlamm spielt daher eine wichtige Rolle bei der Sicherung der zukünftigen Versorgung. Die TU Braunschweig treibt diese Rückgewinnung mit ihrem Projekt „P-Net“ maßgeblich voran. Im Mittelpunkt steht dabei die Erzeugung des kristallinen Phosphorprodukts Struvit. Erster Erfolg des Projekts: Auf der Kläranlage Braunschweig testen die Projektpartner großtechnisch ein Verfahren zur Struvitfällung, um künftig die durch die Klärschlammverordnung geforderte Rückgewinnungsquote zu erreichen.
Klärschlamm ist nicht nur Abfall, sondern auch eine ergiebige Phosphorquelle. Rund 60.000 Tonnen Phosphor enthalten die rund zwei Millionen Tonnen Klärschlamm, die jährlich in deutschen Kläranlagen anfallen. Daraus könnten rund 40 Prozent des Phosphorbedarfs für Mineraldünger gedeckt werden. Bislang wurde der Schlamm jedoch meist verbrannt, die phosphorreiche Asche entsorgt. Teilweise wurde der Klärschlamm auch als Dünger auf die Felder ausgebracht. Mit der Novellierung der Klärschlammverordnung hat die Bundesregierung 2017 auch die Verwertung neu geregelt. So müssen Betreiber von Kläranlagen spätestens ab 2029 Phosphor aus dem Klärschlamm oder der Klärschlammverbrennungsasche zurückgewinnen und recyceln. Eine landwirtschaftliche Ausbringung, wie in Braunschweig seit Jahrzehnten üblich, ist dann ebenfalls nicht mehr möglich.

Ein „Betriebsproblem“ der Kläranlagen
Hier setzt das Verbundprojekt „P-Net“ an, das von der TU Braunschweig koordiniert wird. Die Forschenden verfolgen das Phosphor-Recycling auf der sogenannten Struvit-Schiene. Bei diesem Verfahren werden durch Fällung und Kristallisation kristalline Phosphorprodukte hergestellt, insbesondere Magnesium-Ammonium-Phosphat (Struvit). Dabei war Struvit zunächst ein Nebenprodukt oder vielmehr ein „Betriebsproblem“ der Kläranlagen, das bei hohen Konzentrationen von Ammonium, Phosphat und Magnesium entsteht. Die Struvitkristalle führen häufig zu Verkrustungen, unter anderem an Rohrleitungen, Wärmetauschern und Ventilen, und damit zu Störungen im Betrieb. Deshalb wurden Verfahren entwickelt, um das Struvit gezielt zu fällen und damit besser kontrollieren zu können. Auf den Kläranlagen in Gifhorn und Braunschweig haben die Anlagenbetreiber solche Verfahren bereits installiert.

Ziel von „P-Net“ ist es, diese Anlagen zu optimieren. Denn bislang lassen sich mit der Struvitfällung zwischen fünf und 30 Prozent Phosphor aus dem Klärschlamm zurückgewinnen. Damit die Anlagenbetreiber den gesetzlichen Grenzwert von unter zwei Prozent Phosphor in der Trockenmasse des Faulschlamms einhalten können, ist das zu wenig. „Deshalb wollen wir die Struvit-Schiene so weit ertüchtigen, dass sie in wirtschaftlicher Betriebsweise künftig auch die Anforderungen der Klärschlammverordnung erfüllt. Das heißt, wir intensivieren den Prozess, um möglichst so viel Phosphat aus dem Klärschlamm herauszuziehen, dass der Grenzwert an Phosphor im Schlamm, der noch gestattet ist, eingehalten werden kann“, erklärt Projektleiter Professor Thomas Dockhorn vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der TU Braunschweig. Ein solches Verfahren hat der Wissenschaftler bereits vor fast 20 Jahren entwickelt und sich damals auch patentieren lassen. Je nach Anlagenbetrieb können so bis zu 70 Prozent des Phosphats aus dem Klärschlamm herausgelöst werden. Im Unterschied zu anderen Verfahren, die Phosphat aus Klärschlamm oder Klärschlammasche zurückgewinnen, erfolgt die Rücklösung hier rein biologisch und benötigt keine weiteren Betriebsmittel.

Vorhandene Technik der Kläranlage wird genutzt
In Braunschweig ist es von besonderem Vorteil, dass die vorhandene Verfahrenstechnik durch Umnutzung für die neue Verfahrensstufe verwendet werden kann, sodass die Anlagenbetreiber hohe Investitionen vermeiden können. Hierzu nutzen die Projektpartner vom Abwasserverband Braunschweig und der Stadtentwässerung Braunschweig einen der drei Faulbehälter mit 2.100 von insgesamt 11.000 Kubikmetern für die sogenannte biologische Phosphor-Remobilisierung.

War in Braunschweig die bisherige Verfahrensführung auf die Rückgewinnung von bis zu einer Tonne Struvit pro Tag ausgelegt, sollen es künftig mit dem optimierten Verfahren rund zwei Tonnen sein. „Das ist nicht nur deshalb toll, weil es eine verfahrenstechnische Alternative zur Phosphor-Rückgewinnung aus der Asche sein kann, sondern weil wir auch die vorhandene Anlagentechnik nutzen können“, freut sich Thomas Dockhorn. So könne das Phosphat direkt auf der Kläranlage zurückgewonnen und weiterhin regional in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Auch für den Abwasserverband Braunschweig wäre das ein großer Erfolg. „Die Landwirte des Abwasserverbands Braunschweig könnten mit dem so zur Verfügung stehenden P-Dünger die Düngewirkung des Klärschlamms substituieren und müssten nicht auf mineralischen Dünger zurückgreifen“, ergänzt Dr. Franziska Gromadecki, Geschäftsführerin des Abwasserverbands Braunschweig, der Eigentümer der Kläranlage Braunschweig ist.

Zugelassen für den Ökolandbau
Was zurückbleibt, ist einerseits Klärschlamm mit geringem Phosphorgehalt und andererseits ein Produkt mit hoher Düngewirkung. Projektleiter Dockhorn nutzt Struvit selbst für seine eigenen Pflanzen im Institut und zu Hause: „Das ist ein hervorragender Langzeitdünger, der mindestens die gleiche Düngewirkung hat wie ein herkömmlicher Mineraldünger.“ Die weißen Kügelchen, die der Wissenschaftler seinen Pflanzen verabreicht und die bei der Fällung entstehen, müssen für die Landwirtschaft allerdings noch aufbereitet werden. In dieser Form sind sie zu klein bzw. zu unregelmäßig, um sie mit den Landwirtschaftsmaschinen auf die Felder zu bringen. Der Projektpartner Soepenberg standardisiert den Dünger und verarbeitet ihn unter anderem zu Pellets. In großmaßstäblichen Feld-Versuchen wird der erzeugte Struvit-Dünger durch das Julius-Kühn-Institut bereits auf dem Acker getestet. Als EU-Düngemittel ist Struvit inzwischen auch für den ökologischen Landbau zugelassen.

Auch andere Anlagenbetreiber sind dabei, ähnliche Verfahren zur Struvitfällung großtechnisch umzusetzen. Um das Phosphorrecycling über die Struvit-Schiene bundesweit voranzutreiben, hatten die P-Net-Projektpartner kürzlich zu einem Erfahrungsaustausch nach Braunschweig eingeladen. Für Professor Dockhorn ist das ein wichtiger Schritt, denn bisher bevorzugen viele Anlagenbetreiber noch den Weg über die Verbrennung, bei der der Klärschlamm komplett verbrannt und der Phosphor anschließend aus der Asche herausgelöst werden soll. „Hierzu wollen wir eine Alternative anbieten“, sagt der Wissenschaftler. „Deshalb wollen wir uns vernetzen und gemeinsam zeigen, dass unser Verfahren der Struvitfällung funktioniert, damit es Nachahmer findet“, sagt Dockhorn. „Um ein echtes Struvit-Düngemittelsegment zu etablieren, braucht es eine kritische Masse.“

Projektdaten
Das Projekt „P-Net“ wird über fünf Jahre bis Mitte 2025 mit rund 3,46 Millionen Euro gefördert. Davon entfallen 924.000 Euro auf die TU Braunschweig. Projektpartner im Verbund sind das Institut für Siedlungswasserwirtschaft der TU Braunschweig, das Institut für sozial-ökologische Forschung, das Julius Kühn-Institut, der Abwasserverband Braunschweig, die Stadtentwässerung Braunschweig GmbH, der Abwasser- und Straßenreinigungsbetrieb Stadt Gifhorn, die PFI Planungsgemeinschaft GmbH & Co. KG und die SF-Soepenberg GmbH.

Regionales Phosphor-Recycling: BMBF-Fördermaßnahme RePhoR

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Klärwerke in Südbaden sollen zu Düngerminen werden

Phosphor ist wichtig, zum Beispiel für Dünger. Bisher ist Deutschland von Importen abhängig. Künftig sollen Toiletten den Stoff liefern. Auch in Südbaden sind neue Anlagen geplant. Allerdings könnte das Abwasser teurer werden.
Phosphor ist für den Menschen unentbehrlich, er ist wichtigster Grundstoff für Dünger, also für die Lebensmittelproduktion. Nur: Deutschland ist bislang zu 100 Prozent von Importen abhängig. Dabei ist im Grunde jede und jeder Phosphor-Produzent: Er steckt in den menschlichen Ausscheidungen. Nun soll…mehr:
https://www.badische-zeitung.de/klaerwerke-in-suedbaden-sollen-zu-duengerminen-werden

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Ökotoxizität von Wasch- und Reinigungsmitteln

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Wasch- und Reinigungsmittel werden in jedem Haushalt regelmässig verwendet und gelangen mit dem Waschwasser ins Abwasser und schliesslich in die Kläranlage. Doch welche der darin enthaltenen Stoffe sind gefährlich für die Umwelt, und wie können wir diese trotz Einsatz von Wasch- und Reinigungsmitteln möglichst gut schützen? Darüber soll dieses Infoblatt informieren.

Welche Inhaltsstoffe sind in Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten?
Wasch- und Reinigungsmittel enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen und daher unterschiedliche Stoffeigenschaften aufweisen.

mehr: https://www.oekotoxzentrum.ch/media/uepbrfdt/2024_waschreinigungsmittel.pdf

Klärwerksmeldungen aus Österreich 2024

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April 2024

Februar 2024

Januar 2024


Abwassermonitoring auch für Influenza und RSV

Die Landesregierung des Bundeslandes Tirol hat das im Zuge der Corona-Pandemie als Frühwarnsystem eingeführte Abwassermonitoring auf weitere Atemwegsinfektionen wie Influenza und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ausgeweitet.
Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) sah damit einen weiteren „Meilenstein im Einsatz moderner Technologien zur Entlastung des Gesundheitssystems“ realisiert. Im Jahr 2024 würden seitens des Landes für das Monitoring 320.000 Euro aufgewendet.

Im Jahr 2020 habe man das Frühwarnsystem im Zuge der Coronavirus-Pandemie gestartet und sei damit Vorreiter gewesen, hieß es am Montag in einer Aussendung. Nun wolle man auch hinsichtlich Influenza A und B sowie RSV dadurch in der Lage sein, Infektionswellen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen setzen zu können. Künftig sei zudem eine Ausweitung auf weitere Krankheitserreger wie Masern geplant.

Im Rahmen des Monitorings würden einmal wöchentlich Proben aus dem Abwasser von 42 Tiroler Kläranlagen entnommen und analysiert. So werde eine „präzise Datenbasis“ geschaffen.

https://www.stol.it/artikel/politik/abwassermonitoring-auch-fuer-influenza-und-rsv

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Villach: Die Kläranlage soll künftig auch für Wärme sorgen

Die Stadt sowie die Kelag Energie und Wärme prüfen das Potenzial der Abwässer für die künftige Fernwärme-Nutzung.
Das Fernwärmenetz in Villach umfasst 130 Kilometer. Und die Wärme stammt bereits zu 80 Prozent aus Biomasse und Abwärme. Um diesen Wert zu verbessern und das Netz weiter auszubauen, haben die Stadt und die Kelag Energie & Wärme (KEW) nach neuen Energiequellen gesucht und mit dem Abwasser der Kläranlage auch eine potenzielle gefunden.

https://www.krone.at/3598783

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Abwasserverbände: Große Herausforderungen

Burgenlands Abwasserverbände stehen vor großen Herausforderungen. Kläranlagen und Leitungen müssen zum Teil saniert, aber auch neue EU-Vorgaben umgesetzt werden. Hilfreich ist dabei die ARGE Abwasser Burgenland, die vor zehn Jahren gegründet wurde.

Ziel der ARGE Abwasser Burgenland ist es, die Abwasserwirtschaft sowohl im technischen als auch im wirtschaftlichen Bereich zu optimieren. „Wir haben 15 Abwasserverbände im Burgenland. Das sind alle Abwasserverbände, die es gibt. Und die entsorgen 81 Prozent aller Gemeinden des Burgenlandes und darüber hinaus noch einige Randgemeinden in Niederösterreich und der Steiermark und sogar eine Gemeinde in Ungarn“, so Gerhard Spatzierer,
https://burgenland.orf.at/stories/3278488/

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Kläranlage für Graz wird erweitert

Seit ihrer Errichtung im Jahr 1979 reinigt die Kläranlage der Stadt Graz am Standort Gössendorf die Abwässer der Landeshauptstadt und einiger Umlandgemeinden. Mittlerweile ist ihre Leistungsfähigkeit aufgrund des Bevölkerungszuwachses ausgeschöpft. Die Anlage soll jetzt erweitert werden.
Zuletzt wurde die Anlage im Jahr 2001 auf eine Ausbaugröße von 500.000 Einwohner erweitert und an den Stand der Technik angepasst. Am Donnerstag hat der Gemeinderat in Graz grünes Licht für den Ausbau der Kläranlage gegeben.
Um der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung und den gesetzlichen Anforderungen der Abwasserreinigung zu entsprechen, muss die Kläranlage daher jetzt auf 815.000 Einwohner erweitert werden.

83 Millionen Euro Investitionssumme
Die Umbauarbeiten sollen bis 2028 abgeschlossen sein. Die Kosten betragen 83 Millionen Euro. Konkret soll das Reinigungsvolumen um rund 32.000 m³ (etwa 61 Prozent) in Form eines weiteren Beckens ausgebaut werden.
Parallel zur Erweiterung der Kläranlage werden auch Anlagenteile, die seit mehr als 20 Jahren im Einsatz sind, generalsaniert bzw. ausgetauscht. Dabei handelt es sich um die Anpassung der Hydraulik und Technik sowie um eine umfassende Sanierung der bestehenden Rechenanlage. In diesem Zusammenhang wird auch die Lüftungssituation verbessert und die bestehende Biofilteranlage erneuert.

CO2 Einsparung durch Umbau
Neben der Erweiterung des Büro- u. Werkstattgebäudes wird auch die Klärschlammbehandlung ausgeweitet. Durch die Anpassung auf den Stand der Technik und die energetische Optimierung der Kläranlage wird die Gasspeicherkapazität von 1.000 m³ auf 4.000 m³ erweitert. Dadurch kann trotz Ausbaumaßnahmen der derzeitige Autarkiegrad der Kläranlage von rund 90 Prozent zukünftig eingehalten und jährlich etwa 900 Tonnen an CO2 eingespart werden.

„Kapazität vervierfacht“
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) sagt: „Der Ausbau Kläranlage ist eines der größten und wichtigsten Umweltprojekte der letzten Jahrzehnte. Durch die Anpassung an den Stand der Technik und die energetische Optimierung der Kläranlage wird die Kapazität vervierfacht.“
Finanz- und Beteiligungsstadtrat Manfred Eber (KPÖ) ergänzt: „Eine zuverlässige Abwasserentsorgung ist essenziell für die Lebensqualität in unserer Stadt. Mit dem Ausbau der Kläranlage tragen wir dazu bei, diese grundlegende Aufgabe auch in Zukunft zuverlässig und beständig zu erfüllen.“
Holding Graz CEO Wolfgang Malik und Vorstandsdirektor Gert Heigl sprechen von einem der relevantesten Projekte im Sinne der Energiewende und des Klimaschutzes. Mit der Erweiterung der Kläranlage sichere man zukunftsorientiert die Abwasserreinigung im Großraum Graz, heißt es.
https://steiermark.orf.at/stories/3277667/

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Klagenfurt muss Millionen in Kläranlage stecken

Obwohl durch Kanal- und Müllgebühren genug Einnahmen für eine Sanierung der 57 Jahre alten Kläranlage in Klagenfurt da wären, fehlen 77 Millionen Euro für die Modernisierung. Und trotz der klammen Stadtkassen soll schon in zwei Jahren mit den Arbeiten begonnen werden.Mehr:
https://www.krone.at/3558168

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Kläranlage von Lignano lässt wieder die Wogen hochgehen

Anrainer kritisieren seit Jahren, dass die Anlage dem Gästeansturm im Sommer nicht gewachsen sei. Am Samstag präsentierte die Bürgerinitiative eine Dokumentation ihres langen Kampfes um eine Erhöhung der Kapazität.
Die Kläranlage im beliebten Badeort Lignano stößt einer Friauler Bürgerinitiative seit Jahren auf. Seit rund sieben Jahren sammelt Marino Visintini von der Bürgerbewegung „Osservatorio Civico contro le illegalità del Friuli V.G.“ die in der regionalen Presse…mehr:
https://www.kleinezeitung.at/kaernten/alpeadria/18984279/die-klaeranlage-von-lignano-laesst-wieder-wogen-hochgehen

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Neumarkt will jetzt fit für Hochwasser werden

Die Detailplanung hat in der Wallerseegemeinde bereits begonnen. Das marode Schweighoferwehr soll dabei zuerst saniert werden. Auch für den Schutz der Kläranlage werden Vorkehrungen getroffen.
Genau 100.000 Euro stehen in Neumarkt für die gerade beschlossene Detailplanung für den neuen Hochwasserschutz zur Verfügung. Diese Planung umfasst die behördlichen Bewilligungen, Fördermöglichkeiten und Kosten-Nutzen-Untersuchungen. Schon jetzt ist ziemlich klar, wie die baulichen Maßnahmen aussehen sollen. Im ersten Schritt soll das Schweighoferwehr erneuert werden. Das ist schon ziemlich desolat und teils unterspült. Bei den starken Regenfällen im September fehlte…mehr:
https://www.krone.at/3549263

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Wien: Strom und Wärme aus Kläranlage

Photovoltaik gehört mittlerweile bereits zu den bedeutenden klimaschonenden Energielieferanten. Bei der Suche nach anderen Möglichkeiten der Energiegewinnung rücken zunehmend auch Abwässer und Kläranlagen ins Visier.
Allein schon im Abwasser steckt viel nutzbare Energie. So wird in Produktionsbetrieben, die viel mit Warmwasser arbeiten, die Wärmeenergie aus dem Wasser gezogen, bevor es in den Kanal fließt. Wenn heißes Wasser etwa von Duschen und Badewannen in Privathaushalten in den Kanal kommt, können dem Wasser in den Kläranlagen bis zu sechs Grad Wärme entnommen werden, bevor das gereinigte Wasser in den Donaukanal fließt.

Klärgas aus Klärschlamm treibt Gasmotoren an
In Wien geht man noch weiter. Es wird Energie aus dem Klärschlamm in den so genannten Faultürmen gewonnen. Die bei der Abwasserreinigung entfernten Schmutzstoffe sind im Klärschlamm gebunden, pro Jahr fallen davon in Wien rund zwei Millionen Kubikmeter als. Der „voreingedickte“ und auf 38 Grad Celsius erwärmte Schlamm kommt in riesige Faulbehälter. Unter Luftabschluss bauen Bakterien die organischen Inhaltsstoffe des Klärschlamms ab.
Während des 25 Tage dauernden Faulungsprozesses entsteht Klärgas, das zu zwei Drittel aus dem energiereichen Methan besteht. 20 Millionen Kubikmeter davon entstehen jährlich in den Faulbehältern der ebswien. Der ausgefaulte Schlamm wird aus den Faulbehältern abgezogen und verbrannt. Das Klärgas hingegen gelangt über Filteranlagen von den Gasbehältern in Blockheizkraftwerke, wo es als Brennstoff für riesige Gasmotoren dient.
Dabei entsteht nicht nur mechanische Energie, die mittels Generatoren in elektrischen Strom umgewandelt wird, sondern auch Wärme, die für Heizung und Warmwasserbereitung verwendet werden kann. Dadurch bringen es die Blockheizkraftwerke auf einen hohen Gesamtwirkungsgrad von mehr als 80 Prozent.

Erspart jährlich rund 40.000 Tonnen CO2
Bei der Hauptkläranlage entsteht so die gesamte Energie für den Klärprozess und noch mehr, jährlich sind das bis zu 78 GWh Strom. Rund 80 Prozent davon (63 GWh) und knapp die Hälfte der erzeugten Wärme (40 von 82 GWh) benötigt die Kläranlage zur Abwasserreinigung selbst. Der überschüssige quasi doppelte Ökostrom wird wie bei einer Photovoltaikanlage in das Netz der Wien Energie eingespeist. Die CO2-Ersparnis liegt dabei pro Jahr bei rund 40.000 Tonnen.

Link: https://wien.orf.at/stories/3272645/

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Bocksdorf: Millioneninvestition in Kläranlage

In Bocksdorf (Bezirk Güssing) wird nächstes Jahr ein Millionenprojekt realisiert. Um knapp neun Millionen Euro wird die bestehende Kläranlage des Abwasserverbandes Oberes Stremtal erweitert. Grund für den Ausbau ist nicht nur die steigende Bevölkerungszahl.
Vor mehr als 40 Jahren wurde die Kläranlage in Bocksdorf errichtet. Im Jahr 2014 gab es die bisher letzte Modernisierung. Zu den acht Gemeinden, die Teil des Abwasserverbandes Oberes Stremtal sind, zählen Bocksdorf, Hackerberg, Kemeten, Litzelsdorf, Ollersdorf, Stegersbach, Stinatz und Wörterberg.
Nächstes Jahr soll das Werk vergrößert werden. Die reine Fläche wird im Zuge des Ausbaus verdoppelt, die mögliche Arbeitsleistung verdreifacht. Somit wird die Anlage zur größten im Bezirk Güssing. Laut Verbandsobmann Jürgen Dolesch ist der Ausbau notwendig, weil die Abwassermenge deutlich gestiegen ist.
Kanalgebühren werde nicht zwingend erhöht
Kalkuliert wird in sogenannten „Einwohnergleichwerten“. Mehr:
https://burgenland.orf.at/stories/3270281/

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Bregenz: Badeverbot für Besucher am Bodensee bei Bregenz

Grund sind Keime
Wegen zu hoher Keimbelastung wurde ein temporäres Badeverbot am Bodensee im Bereich Bregenz Camping ausgesprochen. Die Ursache dürfte bei einer Kläranlage liegen.
Die Vorarlberger Behörden haben für einen Teil des Bodenseeufers ein temporäres Badeverbot verhängt. Grund ist eine hohe Keimbelastung, die das Umweltinstitut des Landes bei einer Routine-Beprobung der EU-Badestelle „Seecamping Bregenz“ feststellte. Ursache dürfte eine gelöste Abdeckung eines Kontrollschachts in der Abwasserleitung der Kläranlage Bregenz sein, hieß es. Mehr…
https://www.krone.at/3436877

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Linz: Schiff hat Fäkalien in die Donau abgelassen

Ärger und Unverständnis hat am Freitag ein Video ausgelöst, das zeigt, wie ein Kreuzfahrtschiff auf Höhe des Lentos eine braune Flüssigkeit in die Donau ablässt. Das Umweltministerium bestätigt, dass die Kläranlage des Schiffes defekt gewesen sei. Die Schifffahrtsaufsicht bereitet eine Anzeige vor. Mehr:
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/schiff-hat-faekalien-in-die-donau-abgelassen-anzeige;art4,3952364#ref=rss

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Segen statt Fluch: Riesenvirus in Kläranlage bei Wien entdeckt

Riesenviren klingen im ersten Moment nach der neuen Superseuche, vor allem wenn sie in einer Kläranlage wie jetzt in der Nähe von Wien entdeckt werden. Doch der Schein trügt: Die Virengiganten könnten sogar echte Lebensretter sein. Denn sie zerstören für Menschen tödliche Amöben, wie Forschende herausfinden.

Es klingt zunächst bedrohlich: Forscherinnen

…mehr: https://www.n-tv.de/wissen/Riesenvirus-in-Klaeranlage-bei-Wien-entdeckt-article24900160.html

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Lannach/Dobl-Zwaring: Kläranlage wird um 40 Prozent vergrößert – Wirtschaft wächst

Der Reinhaltungsverband Unteres Kainachtal investiert rund drei Millionen Euro in den Ausbau der Kläranlage in Muttendorf/Dobl. Die Arbeiten sollen bis Herbst 2025 andauern. Mehr:
https://www.kleinezeitung.at/steiermark/suedsuedwest/18292212/lannach-dobl-zwaring-klaeranlage-wird-um-40-prozent-erweitert

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Gössendorf macht Weg frei für ein Grazer Millionenprojekt

Graz will die Kläranlage ausbauen und künftig den Klärschlamm verbrennen. Dafür muss Gössendorf, in dessen Gemeindegebiet die Anlage steht, den Flächenwidmungsplan ändern. Mehr:
https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/18331891/goessendorf-macht-weg-frei-fuer-ein-grazer-millionenprojekt

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Spittal an der Drau: Diese Kläranlage heizt 400 Wohnungen – Mit Abwärme

Eine runde Sache: Die Biogase der Kläranlage in Spittal an der Drau werden zu Strom verarbeitet. Die dabei anfallende Wärme sorgt dank einer Kooperation dafür, dass es in den Spittaler Heimen wohlig warm ist. Mehr:
https://www.krone.at/3232912

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Pischelsdorf: Gemeinde schafft mehr Platz im Park und in der Kläranlage

Die Parkanlage in Pischelsdorf soll größer und an Spiel- und Fitnessgeräten reicher werden. Die Kläranlage wird neu gebaut, Vorbereitungen laufen für den neuen Hauptplatz. Mehr:
https://www.kleinezeitung.at/steiermark/weiz/18009415/gemeinde-schafft-mehr-platz-im-park-und-in-der-klaeranlage

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Wien: Neue Großwärmepumpe in Betrieb

Bei der Hauptkläranlage Wien in Simmering ist die erste Ausbaustufe einer riesigen Wärmepumpe in Betrieb genommen worden. Aus dem Abwasser der Kläranlage wird damit Fernwärme erzeugt. In die erste Stufe investierte die Wien Energie 70 Millionen Euro.
Sauberes Heizen mit schmutziger Herkunft, so lautet das Prinzip der Wärmepumpen-Anlage, die ihre Energie aus der benachbarten ebs-Kläranlage bezieht. Es handelt sich laut Wien Energie um…
https://wien.orf.at/stories/3235396/

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ARA Hofsteig: Wärme aus der Kläranlage: Heizen mit Abwasser

Biomasseheizwerke sind in Vorarlberg mittlerweile nichts Besonderes mehr. Meistens wird dabei Holz verbrannt, die Energie wird dann als Nah- oder Fernwärme ins Netz eingespeist. In Hard will man nun ganz neue Wege gehen: Zur Wärmegewinnung soll das Abwasser der Kläranlage verwendet werden.Mehr:
https://vorarlberg.orf.at/stories/3236368/

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Untersuchung zum Beitrag bayerischer Kläranlagen zu Treibhausgasemissionen

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Im Kontext der angestrebten Verringerung der Treibhausgasemissionen der europäischen und nationalen Klimapolitik, nimmt die Bedeutung der Treibhausgasemissionen aus Kläranlagen zu. Dabei ist es beim Betrieb von Kläranlagen unvermeidbar, dass sowohl direkte als auch indirekte Treibhausgasemissionen anfallen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Untersuchung zum Beitrag bayerischer Kläranlagen zu Treibhausgasemissionen“ wurde der aktuelle Stand in Forschung und Praxis zur Messung und Bewertung von Treibhausgasemissionen von Kläranlagen dargestellt.

Das vom Bayerischen Landesamt für Umwelt geförderte Forschungsprojekt wurde durch die Universität der Bundeswehr München, Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik in Kooperation mit der Dr.-Ing. Steinle Ingenieurgesellschaft für Abwassertechnik mbH und der Binder GmbH bearbeitet.

Zum Bericht: https://athene-forschung.unibw.de/doc/151284/151284.pdf

Die Kläranlage der Zukunft versorgt die Landwirtschaft

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Das Fraunhofer IGB berichtete in einer Presseinformation im Dezember von den Ergebnissen des RoKKa Verbundprojekts, die eindrucksvoll zeigten, wie bestehende Kläranlagen modernisiert und nachhaltiger gestaltet werden können, um ihre Klimabilanz zu verbessern und wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. RoKKa macht sich die Klärschlammfaulung zunutze, bei der organische Stoffe aus dem Abwasser vergärt werden, um Biogas als erneuerbaren Energieträger zu produzieren.

Mit neuen Verfahren können Kläranlagen zu einer kommunalen Kreislaufwirtschaft und zum Klimaschutz beitragen. Dies zeigt das durch das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB und Umwelttechnik BW koordinierte Verbundprojekt RoKKa: Auf der Kläranlage der Stadt Erbach (Donau) haben zehn Projektpartner sieben Pilotanlagen betrieben, um Phosphor- und Stickstoffverbindungen für die Düngemittelproduktion zurückzugewinnen, CO2 aus dem Faulgas als Rohstoff für neue Produkte zu nutzen und Lachgasemissionen auf der Kläranlage zu reduzieren.

mehr: https://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2024/die-klaeranlage-der-zukunft-versorgt-die-landwirtschaft.html

REFOPLAN-Projekt „Spurenstoffsurvey“

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Welche Verfahren der vierten Reinigungsstufe können zur Elimination von Spurenstoffen aus dem Abwasser eingesetzt werden und mit welchen lassen diese sich am besten eliminieren? Welche Rückschlüsse lassen sich auf die Beziehungen zwischen den molekularen Stoffeigenschaften und der Eliminierbarkeit ziehen? Diesen und weiteren Fragestellungen widmet sich ein kürzlich gestartetes Forschungsprojekt.

Spurenstoffe können nachteilige Auswirkungen auf das Leben in Gewässern haben und die Gewinnung von Trinkwasser negativ beeinflussen.
Ein erheblicher Teil der Spurenstoffe gelangt über das Abwassersystem in die Gewässer, wobei die bislang übliche konventionelle Abwasserbehandlung diese Substanzen meist nicht ausreichend entfernt.

Daher werden seit einigen Jahren Lösungen zur Erweiterung der konventionellen Behandlungsstufen um eine zusätzliche, sogenannte vierte Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination entwickelt, erprobt und angewandt. Diese weitergehende Abwasserbehandlung besitzt das Potenzial, einen bedeutenden Beitrag zur effizienten Entfernung oder Unschädlichmachung von Spurenstoffen zu leisten und so die Ökosysteme und auch die menschliche Gesundheit zu schützen.

mehr: https://www.umweltbundesamt.de/refoplan-projekt-spurenstoffsurvey

Was hilft unseren Flüssen?

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Neue Studie zeigt Probleme und Chancen beim Schutz der Fließgewässer-Biodiversität
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Senckenberg-Wissenschaftlers Prof. Dr. Peter Haase hat die Ergebnisse weltweiter Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in Flüssen ausgewertet. Ihre jetzt im renommierten wissenschaftlichen Journal „Nature Reviews Biodiversity“ erschienene Studie zeigt, dass viele Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen zu kurz greifen und oft nur geringe Erfolge bringen. Um Flussökosysteme nachhaltig zu schützen und den gravierenden Biodiversitätsverlust aufzuhalten, seien ganzheitliche Maßnahmen in größerem, auch länderübergreifendem Maßstab nötig, die verschiedene gesellschaftliche Gruppen einbeziehen.

mehr: https://www.senckenberg.de/de/pressemeldungen/was-hilft-unseren-fluessen/

Neues von den Tarifparteien und zu Arbeitsrecht

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April 2025

März 2025

Januar 2025


TV-V: Erste Verhandlungsrunde zur Entgeltordnung ohne Ergebnis

Die erste Verhandlungsrunde zur Anlage 1 – Entgeltordnung zum Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V) ist aus Sicht von ver.di enttäuschend verlaufen. Trotz klarer Erwartungen und umfassender Vorschläge der Gewerkschaft haben die kommunalen Arbeitgeber keinerlei eigene inhaltliche Beiträge vorgelegt und eine grundlegende Überarbeitung der Entgeltordnung abgelehnt.

ver.di fordert seit Langem eine Modernisierung der Entgeltordnung, die die heutige Arbeitsrealität in den Ver- und Entsorgungsbetrieben abbildet. Ziel ist es, transparente und nachvollziehbare Eingruppierungen zu schaffen, Fach- und Arbeitskräfte besser zu gewinnen und zu halten und Entwicklungsperspektiven im Tarifvertrag klar erkennbar zu machen. Davon profitieren sowohl die Beschäftigten als auch die Betriebe – unter anderem durch weniger Abwanderung und weniger Wildwuchs bei übertariflichen Regelungen.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) erklärte hingegen, sie wolle die Anlage 1 grundsätzlich nicht anfassen. Eigene Vorschläge legte sie nicht vor. Als einzig möglicher Gesprächsgegenstand wurden einzelne Tätigkeitsbeispiele genannt. Zudem war die Arbeitgeberseite nicht in der Lage, weitere Verhandlungstermine zu benennen.

mehr: https://ver-und-entsorgung.verdi.de/branchen/tarifpolitik/++co++7715cd72-6b94-11f0-9c22-4dde6258deac

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Abschluss der Redaktionsverhandlungen

Nach acht langen Verhandlungsrunden in der Redaktion sind die Änderungstarifverträge endlich unterschriftsreif.
In weiten Teilen war dabei die „Redaktion“ die Fortsetzung einer langwierigen und schwierigen Tarifrunde, in der sich Bund und VKA oftmals nicht einig waren. Dies führt im Ergebnis zu zahlreichen unterschiedlichen Regelungen bei beiden Arbeitgebern.

mehr: https://www.verdi.de/++file++687638ab9d337ceff9034975/download/4041_203_FBL_Abschluss%20Redaktion_05_RZ_Web.pdf?pk_campaign=

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Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst: So gehen Kommunen nun vor

Doch wann kommen die höheren Entgelte tatsächlich auf den Lohnabrechnungen der kommunalen Beschäftigten an? Die Antwort ist komplex, denn obwohl die Einigung steht, ist sie technisch und rechtlich noch nicht umgesetzt. Mehrere Städte geben nun erste Einblicke. Die Stadt Flensburg erklärt, dass die Auszahlung der erhöhten Entgelte frühestens nach dem Ablauf der Erklärungsfrist (9. Mai 2025) und den anschließenden Redaktionsverhandlungen der Tarifparteien über den neuen TVöD beginnen könne. Realistisch sei eine technische Umsetzung durch den Softwareanbieter und die Freigabe durch die VKA oder den jeweiligen Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) bis spätestens zur Abrechnung Juli oder August 2025. Eine Auszahlung rückwirkend zum 1. April 2025 sei dann vorgesehen – allerdings verbunden mit Differenzabrechnungen.

Auch die Landeshauptstadt München rechnet frühestens mit einer Auszahlung im Juni 2025. Voraussetzung sei ein entsprechendes Rundschreiben des kommunalen Arbeitgeberverbandes KAV, das für Ende Mai oder Anfang Juni erwartet werde. Sollte sich die Umsetzung verzögern, werde die Auszahlung spätestens im Juli 2025 erfolgen – rückwirkend für alle ab April. Bestandteile des Tarifabschlusses, die erst ab 2026 greifen (z. B. Jahressonderzahlung, Zulagen oder neue Arbeitszeitmodelle), sollen anschließend schrittweise umgesetzt werden.

Warum dauert die Umsetzung der Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst so lange?

Die Umsetzung eines Tarifabschlusses im öffentlichen Dienst folgt einem komplexen Ablauf:

Erklärungsfrist: Bis zum 9. Mai 2025 können die Tarifparteien dem Schlichterspruch zustimmen oder widersprechen. Dazu befragt unter anderem ver.di die Mitglieder im Rahmen einer Online-Abstimmung.
Redaktionsverhandlungen: Im Anschluss werden die Details des Tarifvertrags sprachlich und juristisch präzisiert – eine Phase, die in der Vergangenheit oft mehrere Wochen in Anspruch nahm.
Unterschrift und Freigabe: Erst nach finaler Ausfertigung wird der Tarifvertrag offiziell unterzeichnet und ein entsprechendes Rundschreiben an alle öffentlichen Arbeitgeber verschickt.
Technische Umsetzung: Die neuen Tabellenwerte müssen in die Lohn- und Gehaltsabrechnungsprogramme eingespielt, geprüft und getestet werden.

Erst wenn all diese Schritte abgeschlossen sind, kann eine Abrechnung mit den neuen Werten erfolgen. Dabei ist entscheidend, welcher Abrechnungsmonat technisch noch erreichbar ist – je nachdem, wann die finalen TVöD-Tabellen vorliegen.

mehr: https://oeffentlicher-dienst-news.de/gehaltserhoehung-oeffentlicher-dienst-tvoed/

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ver.di Wir haben eine Einigung

Nach vier Verhandlungsrunden, neun Tagen (und Nächten) und einer Schlichtung gibt es ein Verhandlungsergebnis

Das Verhandlungsergebnis, dem die Mehrheit der Mitglieder der Bundestarifkommission öffentlicher Dienst (BTK öD) zugestimmt hat, setzt auf der Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission von Ende März auf. Es sieht ab April 2025 drei Prozent mehr Geld vor, mindestens aber 110 Euro, davon profitieren besonders die unteren Lohngruppen. Eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent erfolgt ab Mai 2026. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 27 Monate, bis zum 31. März 2027. Darüber hinaus steigen die Zulagen für besonders belastende Arbeitszeiten deutlich: von 40 auf 100 Euro monatlich für Schichtdienste, von 105 auf 200 Euro für Wechselschichtdienste, in Krankenhäusern von 155 auf 250 Euro. Alle Zuschläge werden dynamisiert, steigen also bei künftigen Tariferhöhungen prozentual mit. Für Auszubildende, Praktikant*innen und dual Studierende gibt es insgesamt 150 Euro mehr, jeweils 75 Euro ab April 2025 und ab Mai 2026.

Bei der Arbeitszeit wurde ein zusätzlicher Urlaubstag ab dem Jahr 2027 vereinbart. Daneben verständigten sich die Tarifparteien auf die Einführung eines Langzeitkontos sowie verbesserter Regelungen bei der Gleitzeit. Zudem kann die Jahressonderzahlung (13. Monatsgehalt) künftig in bis zu drei freie Tage umgewandelt werden, um mehr Flexibilität und Zeitsouveränität zu erreichen. Die Jahressonderzahlung wird dafür insgesamt erhöht: bei den kommunalen Arbeitgebern einheitlich auf 85 Prozent, beim Bund auf 75 bis 95 Prozent des Monatsgehalts.

mehr: https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/++co++8ff423ea-1219-11f0-857c-a3ea576fb94f

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VKA: Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst: Ausgewogenes Gesamtpaket im Interesse der Kommunen und Beschäftigten

Nach intensiven Verhandlungen haben sich die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), der Bund und die Gewerkschaften ver.di und dbb beamtenbund und tarifunion auf einen Tarifabschluss für die rund 2,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst geeinigt. Die Einigung in den Mittagsstunden des 6. April 2025 in Potsdam im Rahmen der 4. Verhandlungsrunde, die im Anschluss an das Schlichtungsverfahren stattfand.

Der Tarifabschluss sieht im Kern folgende Regelungen vor:

Eine lineare Entgelterhöhung von 3,0 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro monatlich, ab dem 1. April 2025
Eine weitere Entgelterhöhung von 2,8 Prozent ab dem 1. Mai 2026
Eine Erhöhung der Jahressonderzahlung auf einheitlich 85 Prozent ab dem Kalenderjahr 2026
Die Möglichkeit, Teile der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage umzuwandeln
Die Möglichkeit, auf beidseitig freiwilliger Basis die wöchentliche Arbeitszeit befristet auf bis zu 42 Stunden zu erhöhen
Einen zusätzlichen Urlaubstag ab dem Kalenderjahr 2027
Erhöhte Zulagen für Wechselschicht- und Schichtarbeit ab dem 1. Juli 2025

Die Ausbildungs- und Studienentgelte steigen ab dem 1. April 2025 um 75 Euro monatlich und ab dem 1. Mai 2026 um weitere 75 Euro monatlich. Zudem wird eine Regelung zur unbefristeten Übernahme von Auszubildenden und Studierenden eingeführt.

mehr: https://www.vka.de/assets/media/docs/0/Pressemitteilungen/250406_PM_Tarifeinigung_OED_Ausgewogenes_Gesamtpaket.pdf

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Tarifrunde öffentlicher Dienst von Bund und Kommunen: Einigungsempfehlung der Schlichtungskommission

Im Rahmen des Schlichtungsverfahrens in der Tarifrunde für die mehr als 2,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine Einigungsempfehlung beschlossen. Die Empfehlung wurde von der Schlichtungskommission mehrheitlich verabschiedet.

„Angesichts der sehr weit auseinandergehenden Positionen der Tarifvertragsparteien war ein Ausgleich für beide Seiten herausfordernd. Das Ergebnis liegt im Bereich der zuletzt erzielten Einigungen und gibt zugleich neue Perspektiven für flexibles Arbeiten und auch für die Möglichkeit, mehr zu arbeiten. Die Einigungsempfehlung hat eine Laufzeit von 27 Monaten. Ab 1. April 2025 gibt es eine lineare Entgelterhöhung in Höhe von 3 %, mindestens jedoch 110 Euro. Ab 1. Mai 2026 erfolgt eine weitere Entgelterhöhung in Höhe von 2,8 %. Für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen wird die Jahressonderzahlung erhöht. Beschäftigte werden künftig einen Teil der Jahressonderzahlung in bis zu drei freie Tage eintauschen können. Andererseits können die Beschäftigten mit dem Arbeitgeber eine freiwillige Erhöhung der Arbeitszeit bis zu 42 Wochenstunden vereinbaren. Sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerseite haben zur Vermeidung eines Arbeitskampfes erhebliche Zugeständnisse in Kauf nehmen müssen. Aber jetzt muss in den kommenden zwei Jahren niemand mehr Einschränkungen durch Arbeitskämpfe im bei Weitem größten Tarifbereich Deutschlands befürchten.“, sagte der Vorsitzende der Schlichtungskommission, Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch. Der frühere hessische Ministerpräsident (CDU) war von der Arbeitgeberseite als Schlichter benannt worden.

„Der Abschluss von Tarifverträgen ist in der aktuellen gesellschaftlichen Situation ein komplizierter und herausfordernder Prozess. Nach dem Scheitern der Verhandlungen ist es in der Schlichtung gelungen, einen Kompromiss in den Schlüsselthemen Arbeitszeit und Bezahlung zu finden. Die Weiterentwicklung der souveränen Gestaltung der individuellen Arbeitszeit macht die Arbeit im öffentlichen Dienst attraktiver“, betonte der zweite Vorsitzende der Schlichtungskommission, der ehemalige Staatsrat Prof. Dr. Henning Lühr. Ihn hatte die Arbeitnehmerseite als Schlichter berufen.

Die Empfehlung der Schlichtungskommission sieht im Kern folgende Regelungen vor:
Die Beschäftigten erhalten ab 1. April 2025 eine lineare Entgelterhöhung in Höhe von 3 %, mindestens jedoch 110 Euro, sowie eine weitere Entgelterhöhung ab 1. Mai 2026 in Höhe von 2,8 %.

Die Jahressonderzahlung wird für die Beschäftigten von Bund und Kommunen ab dem Jahr 2026 erhöht. Zudem erhalten Beschäftigte außerhalb der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit, Teile der Jahressonderzahlung in freie Tage zu tauschen. Ab dem Jahr 2027 erhalten sie einen weiteren Urlaubstag.

Es wird zudem ab 2026 die Möglichkeit geschaffen, die wöchentliche Arbeitszeit beiderseits freiwillig auf bis zu 42 Stunden zu erhöhen. Schließlich empfehlen die Schlichter, die Regelungen zu Langzeitkonten, zur Gleitzeit und zur Arbeitszeit von Rettungsdiensten zu verbessern.

Ab dem 1. Juli 2025 werden die Zulagen für die Schichtarbeit auf 100 Euro und für die Wechselschichtarbeit auf 200 Euro angehoben.

Für die Beschäftigten des Bundes werden bisher unterschiedliche Arbeitsbedingungen in den Tarifgebieten Ost und West angeglichen. Im Bereich der Kommunen werden die Eingruppierungsregelungen für Hebammen und Entbindungspfleger modernisiert.

Die Tabellenentgelte werden für Studierende, Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten ab 1. April 2025 um 75 Euro sowie um weitere 75 Euro ab 1. Mai 2026 angehoben. Zudem wird eine Regelung zur unbefristeten Übernahme von Auszubildenden und Studierenden eingeführt. Die Bestimmungen zu Verpflegungszuschüssen bei auswärtigen Bildungsmaßnahmen werden ebenfalls verbessert.

Der Schlichterspruch empfiehlt eine Laufzeit der Vereinbarung von 27 Monaten, von Januar 2025 bis Ende März 2027.
Über die Schlichtungsempfehlung werden die Tarifparteien am Samstag, dem 5. April 2025, erneut in Potsdam verhandeln. Die bestehende Friedenspflicht dauert an.

Das Schlichtungsverfahren war von den Arbeitgebern am 17. März 2025 auf Grundlage der gültigen Schlichtungsvereinbarung eingeleitet worden, nachdem sie das Scheitern der Verhandlungen in der dritten Runde erklärt hatten. Die Beratungen der Schlichtungskommission wurden am 24. März 2025 aufgenommen.

mehr: https://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/tr/2025/

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Scheitern der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen

Nach einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur tritt die Schlichtungskommission am kommenden Montag zusammen und soll innerhalb einer Woche eine Einigungsempfehlung vorlegen. Die Tarifverhandlungen gehen am 05.04. weiter.

mehr: https://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/tr/2025/

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Die Tarifrunde

Am 24. Januar 2025 starten die Tarifverhandlungen für rund 2,6 Millionen Beschäftigte im kommunalen öffentlichen Dienst. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verhandelt dabei zusammen mit dem Bund mit den Gewerkschaften ver.di und dbb beamtenbund und tarifunion über neue Arbeitsbedingungen und Gehälter.

Die Gewerkschaften fordern unter anderem eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 8 Prozent, mindestens aber 350 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zusätzlich sollen Beschäftigte unter anderem drei weitere freie Tage erhalten. Allein die Entgeltforderungen sowie die zusätzlichen freien Tage würden die kommunalen Arbeitgeber mit Mehrkosten von rund 14,88 Milliarden Euro belasten.

Auf dieser Seite finden Sie alle Informationen und Updates rund um die Tarifrunde.

mehr: https://tarifrunde-2025.vka.de/

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Beginn der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Kommunen und Bund

Kommunale Arbeitgeber fordern ein der haushälterisch prekären Lage angemessenes Gesamtpaket +++ Entgeltforderung und drei zusätzliche freie Tage haben Mehrkosten von fast 15 Milliarden Euro zufolge

Berlin. Im Kongresshotel Potsdam haben am heutigen Nachmittag die Tarifverhandlungen für die mehr als 2,6 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen begonnen, die die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) gemeinsam mit ihrem Verhandlungspartner, dem Bund, sowie den Gewerkschaften ver.di und dbb beamtenbund und tarifunion, führt.

mehr: https://www.vka.de/pressemitteilungen/2025-01-24-beginn-der-tarifrunde-fuer-den-oeffentlichen-dienst-von-kommunen-und-bund-2602

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Tarifrunde TVöD 2025

Die Gewerkschaftsseite gibt ihre Forderungen zur Tarifrunde TVöD 2025 bekannt:
24.01.2025:
Die erste Verhandlungsrunde endet ohne Ergebnis. Die Gewerkschaftsseite bekräftig ihr Forderung nach einer Entgelterhöhung im Volumen von 8%, mindestens aber 350 Euro monatlich.
Seitens der Arbeitgeber wird kein Angebot vorgelegt.

09.10.2024:
Die Gewerkschaftsseite gibt ihre Forderungen zur Tarifrunde TVöD 2025 bekannt:
+8%, mindestens 350 €
3 zusätzliche freie Tage für alle Mitarbeiter
1 weiteren zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder
Verringerung der Wochenarbeitszeit auf 39 Stunden für Beamte [Regelungen für Beamte sind nicht Gegenstand der Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaften haben diese Forderung dennoch gestellt.]
Einführung Zeitkonto
Laufzeit 12 Monate
Auszubildende: +200 €

mehr: https://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/tr/2025/

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Verhandlungen ohne Angebot vertagt

Zum Start der Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ihre Forderung mit einem Volumen von acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 350 Euro für Lohnerhöhungen und Zuschläge für besonders belastende Arbeit sowie mehr Zeitsouveränität bekräftigt. Die Arbeitgeber sind gefordert, in der nächsten Runde ein ordentliches Angebot vorzulegen: Schluss mit den Ritualen! In den Betrieben und Dienststellen machen wir jetzt deutlich, wie ernst es uns ist.

mehr: https://zusammen-geht-mehr.verdi.de/

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Klärwerksmeldungen aus der Schweiz 2024

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Zürich: Netto-Null – Stadt will Projekt zur CO2-Abscheidung umsetzen

Um klimaneutral zu werden, benötigt die Stadt Zürich CO2 Negativemissionen. Dazu will der Stadtrat das CO2 der Klärschlammverwertungsanlage ab dem Jahr 2028 abscheiden und dauerhaft speichern. Für dieses Vorhaben beantragt er dem Gemeinderat zuhanden der Stimmberechtigten neue einmalige Ausgaben von 35 474 000 Franken und ab 2028 neue wiederkehrende Ausgaben von jährlich 14 212 000 Franken.

Die Stadt Zürich will bis im Jahr 2040 klimaneutral werden. Die Stimmbevölkerung hat dem Klimaschutzziel am 15. Mai 2022 zugestimmt. Weil auch künftig nicht alle Treibhausgasemissionen fossilen Ursprungs vermieden werden können, muss die Stadt CO2 Negativemissionen realisieren. Dies geschieht durch die Abscheidung und Speicherung von klimaneutralem CO2 biogenen Ursprungs.

Potenzial von 25 000 Tonnen CO2 pro Jahr
Auf dem Areal der Abwasserreinigungsanlage Werdhölzli betreibt die Stadt Zürich die kantonale Klärschlammverwertungsanlage (KSV). Rund 100 000 Tonnen Klärschlamm der Kläranlagen im Kanton Zürich werden dort jährlich verbrannt. Dabei entstehen pro Jahr gut 20 000 Tonnen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid – besser bekannt als CO2. Das CO2 aus der Klärschlammverwertung ist zu 100 % biogenen Ursprungs. Heute wird das CO2 über den Kamin in die Luft abgegeben. Die Stadt Zürich möchte es in Zukunft abscheiden und dauerhaft speichern, damit es nicht mehr in die Atmosphäre gelangt und als Negativemission an die Klimabilanz angerechnet werden kann. Dazu soll eine Anlage zur Abscheidung des CO2 aus dem Rauchgas erstellt und betrieben, das abgeschiedene CO2 sicher wegtransportiert und dauerhaft eingelagert werden. Dafür beantragt der Stadtrat neue einmalige Ausgaben von 35 474 000 Franken und ab 2028 neue wiederkehrende Ausgaben von jährlich 14 212 000 Franken. Nach der Behandlung im Gemeinderat wird das Vorhaben der Stimmbevölkerung zur Abstimmung vorgelegt. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch die rund 5000 Tonnen CO2 Emissionen der Biogasaufbereitungsanlage integriert werden. Gesamthaft beträgt das Potenzial der Anlage somit 25 000 Tonnen CO2 Negativemissionen pro Jahr.

Speicherung in Recyclingbeton und unter dem Meeresboden
Für den Transport und die Speicherung der 25 000 Tonnen CO2 pro Jahr hat die zuständige Dienstabteilung Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt (Medienmitteilung vom 26. Mai 2023). Das Angebot, das den Zuschlag erhalten soll, sieht vor, rund die Hälfte der jährlichen CO2 Menge in Recyclingbeton von diversen Schweizer Betonwerken permanent zu binden. Das Verfahren ist von «The Gold Standard», einem unabhängigen Qualitätsstandard, der hochwertige Klimaschutzprojekte auszeichnet, genehmigt und zertifiziert. Die andere Hälfte soll in eine Speicherstätte im Ausland, voraussichtlich in der dänischen Nordsee, eingebracht werden. Das CO2 wird dabei etwa 2000 Meter unter dem Meeresboden unter einer Schicht aus Deckgestein verpresst und verbindet sich dort mit dem Basaltgestein – d. h. es wird fest. Die gesetzliche Grundlage für die Ausfuhr und Speicherung hat der Bundesrat Ende 2023 geschaffen (Medienmitteilung BAFU vom 22. November 2023).
Negativemissionen für Netto-Null
https://www.stadt-zuerich.ch/ted/de/index/departement/medien/medienmitteilungen/2024/01/netto-null-stadt-will-projekt-zur-co2-abscheidung-umsetzen.html

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Muri: Kanalisation am Limit

Wenn der WC-Inhalt in die Aare fliesst
Bei starkem Regen landet Abwasser vielerorts in der Aare statt in der Kläranlage. In Muri sorgt das für Unmut. Mehr:
https://www.bernerzeitung.ch/muri-guemligen-bei-starkregen-fliesst-abwasser-in-die-aare-215156663051

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Abwasser in der Reuss: Surfer klagen über Magen-Darm-Grippe

Kläranlagen reinigen unser Abwasser, doch bei Regen gelangt regelmässig ungeklärtes Abwasser in unsere Gewässer. So auch das Abwasser aus Luzern in die Reuss.
Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Buholz in Emmen LU reinigt das Abwasser der Stadt Luzern und der umliegenden Gemeinden. Insgesamt sind über 180’000 Personen sowie zahlreiche Industriebetriebe angeschlossen.
Normalerweise bewältigt die ARA Buholz die anfallenden Abwassermengen problemlos, doch bei starken Regenfällen stösst das System an seine Grenzen.
https://www.20min.ch/story/bremgarten-ag-abwasser-in-der-reuss-surfer-klagen-ueber-magen-darm-grippe-103160848

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Kanton Waadt und Freiburg: Eine ARA statt sieben

In Payerne entsteht die neue regionale ARA « L’Eparse », die sieben bestehende Anlagen ersetzt und das Abwasser von 42’000 Einwohnergleichwerten aus 16 Gemeinden der Kantone Waadt und Freiburg behandeln wird.
Die neue ARA wird den Bedarf an Abwasserbehandlung der ganzen Region decken und gleichzeitig den Gewässerschutz deutlich verbessern. Das Abwasser wird mit dem Verfahren der alternierender/intermittierender Nitrifikation/Denitrifikation (A/I-Verfahren) biologisch gereinigt. So werden die künftigen Einleitungsnormen für Stickstoff antizipiert und der Stromverbrauch wird gesenkt. Die Mikroverunreinigungen werden durch Aktivkohlefilter entfernt.
https://holinger.com/projekte/neue-regionale-ara-in-payerne-leparse/

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Misox: Erdrutsch im Misox beschädigt Kläranlage

Auch die lokale Kläranlage wurde beim Erdrutsch im Misox bechädigt. Die zuständigen Behörden gehen von einem Schaden von zwei bis drei Millionen …mehr
https://www.blick.ch/video/aktuell/schaden-in-millionenhoehe-erdrutsch-im-misox-beschaedigt-klaeranlage-id19875848.html

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Wallis: Unwetter zerstört Kläranlagen: Fäkalien fliessen ungefiltert in den Genfersee

Die heftigen Unwetter im Wallis haben vier Kläranlagen lahmgelegt. Die Bevölkerung ist angehalten, so wenig Material wie möglich ins Abwasser zu lassen. Ansonsten wird der Genfersee bald verdreckt – und Baden nicht mehr möglich …
https://www.20min.ch/story/wallis-unwetter-zerstoert-klaeranlagen-faekalien-fliessen-ungefiltert-in-den-genfersee-103142033

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Schweiz – Experte: «Mittlerweile finden wir Biber in Kläranlagen und in der Kanalisation»

Der Bundesrat will die Biber abschiessen dürfen. Der Adjunkt Jagd vom Kanton Zürich, Jürg Zinggeler, darüber, warum der Biber zu Konflikten führt. Und wie teuer die Biber-Schäden jährlich sind. Mehr:
https://www.luzernerzeitung.ch/schweiz/schweiz-mittlerweile-finden-wir-biber-in-klaeranlagen-und-in-der-kanalisation-ld.2605904?reduced=true

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Recycling und Energiegewinnung Müll macht erfinderisch

Für das Team des Limmattaler Regiowerks Limeco ist klar: Kehrichtverbrennung und Kläranlagen sind die Kraftwerke der Zukunft. Vier Mitarbeiter – vom Geschäftsführer bis zum Platzwart – erzählen aus ihrem Beruf.

Erst wenn aus den Hinterlassenschaften der Zivilisation saubere Energie wird, schliesst sich für Patrik Feusi der Kreislauf.
Wie ein Leuchtturm ragt der Kamin des Regiowerks Limeco…mehr:
https://www.bernerzeitung.ch/recycling-und-energie-limeco-team-teilt-seine-visionen-869872595875

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Grenchen: Grösste faltbare Solaranlage entsteht in Grenchen

Solarpanels werden nicht nur auf Dächern gebaut. Mit einer speziellen Technik klappt es auch auf Kläranlagen.
Solaranlagen sind nicht überall willkommen. Sie benötigen Platz, könnten Eingriffe in das Landschaftsbild bedeuten oder der Denkmalschutz erlaubt sie nicht immer. Warum also nicht Solarpanels auf Autobahnen, über Parkplätzen oder Obstplantagen montieren? Das wird zum Teil schon praktiziert. Auch über Kläranlagen entstehen vermehrt solche Anlagen. Diese müssen aber beweglich sein, zeigt ein Augenschein in Grenchen…mehr:
https://www.srf.ch/news/schweiz/faltbare-photovoltaik-groesste-faltbare-solaranlage-entsteht-in-grenchen

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