Dienstag, Oktober 20, 2020
Start Ablage Meldungen zur Abwasserreinigung 2013

Meldungen zur Abwasserreinigung 2013

Übersicht über alle Meldungen und Zugang zum Archiv

Meldungen zur Abwasserreinigung 2008
Meldungen zur Abwasserreinigung 2009
Meldungen zur Abwasserreinigung 2010
Meldungen zur Abwasserreinigung 2011
Meldungen zur Abwasserreinigung 2012

April 2013
20.04.2013 Wenn die Luft ausgeht  
20.04.2013 Keine Angst vor schlechtem Index  
Januar 2013
02.01.2013 Neue Forschungsansätze in der Abwasserreinigung 

 


Wenn die Luft ausgeht

Behebung von Betriebsproblemen bei biologischen Kleinkläranlagen
Wer mit Kleinkläranlagen zu tun hat, kennt sicher folgendes Problem. Man kontrolliert eine druckluftbetriebene Kleinkläranlage, die man bestenfalls zwei Mal im Jahr besucht, und stellt fest, dass die Mammutpumpen nicht zufriedenstellend fördern. Im Wesentlichen ist die Förderleistung einer Mammutpumpe von der Eintauchtiefe und von der eingesetzten Luftmenge abhängig. Und hier fangen die Schwierigkeiten an. Ein Großteil moderner Kleinkläranlagen arbeitet nach dem Prinzip der SBR-Technologie. Diese Anlagen werden üblicherweise mit wechselnden Füllständen betrieben, wodurch sich zwangsläufig das Förderverhalten der Pumpen ändert. Somit kann man nur den zweiten Faktor – die eingesetzte Luftmenge – überprüfen. Diese wiederum kann durch viele Umstände gestört werden, z. B. durch defekte Schläuche, undichte Schlauchverbindungen oder eine nachlassende Luftverdichterleistung. Hier beginnt meine Empfehlung mit dem zweckentfremdeten Einsatz eines medizinischen Gerätes. Dieses Gerät ist ein Atemtrainer, mit dem das Lungenvolumen trainiert werden kann. Üblicherweise besitzen diese Geräte zum Trainingsansporn eine Skalierung, um die erzielten Ergebnisse ablesen zu können. Wenn ich nun dieses Gerät auf den Kopf drehe, kann die Ausatemleistung abgelesen werden . Dieses Ergebnis entspricht dem Luftförderstrom, den der eingebaute Verdichter erbringen sollte. Mehr:
http://www.kan.at/Kontext/WebService/SecureFileAccess.aspx?fileguid={42c2b8f2-f058-483f-a8e1-4ca29c31774d}  

Autor
Thomas Mosig, Ver- und Entsorger
Süd-Oberlausitzer Wasserversorgungs- und
Abwasserentsorgungsgesellschaft mbH
Äußere Weberstraße 43
02763 Zittau, Deutschland
Kläranlage Ebersbach
Tel. +49 (0)35 86-3 02 90
E-Mail: Thomas.Mosig@sowag.de
 
(nach oben)


Keine Angst vor schlechtem Index

Betriebserfahrungen mit dem Schlammindex im Winter
Einführung

Im hohen Nordwesten Deutschlands in der Nähe von Oldenburg liegt die Gemeinde Rastede. Das Klärwerk, eine Belebungsanlage mit einer Ausbaugröße von 30 000 EW, hatte seit vielen Jahren Probleme im Winter mit dem Schlammindex. Aus Sorge vor einem Schlammabtrieb bei Regen wurde die Trockensubstanz bei steigendem Index in den Wintermonaten reduziert, um mehr Platz in der Nachklärung zu haben. Diese Betriebsweise hatte sich so eingefahren und wurde bis 2008 beibehalten.
Daten zum Betrieb des Klärwerks
• Belastung: 22 000 EW
• Trennsystem
• Abwasserzusammensetzung: 90 % häusliches Abwasser
• Fremdwasseranteil im Mittel < 10 %
• eine Vorklärung sowie ein Misch- und Ausgleichsbecken
• zwei Belebungsbecken mit intermittierender Belüftung
• Schlammbelastung im Mittel 0,05 g/kg x d
• Chloridgehalt Ablauf: im Mittel 120 mg/l, Sommer wie Winter

Die Frachtschwankungen sind gering, da es kaum gewerbliche Einflüsse gibt. Die Sauerstoffversorgung liegt in den Wintermonaten im Mittel bei 1,6 mg/l. Änderung der Betriebsweise Die ständige Sorge im Winter vor Schlammabtrieb veranlasste uns, ab dem Jahr 2008 die Verfahrensweise zu ändern. Wir wollten ausprobieren, ob wir mit einem höheren Trockensubstanzgehalt den Schlammindex nicht besser in den Griff bekommen könnten, um so einen stabileren…

mehr: http://www.kan.at/Kontext/WebService/SecureFileAccess.aspx?fileguid={42c2b8f2-f058-483f-a8e1-4ca29c31774d}  

Autor
Rolf Eiting, Abwassermeister
Klärwerk Rastede
Hasenbült 99, 26180 Rastede, Deutschland
Tel. +49 (0)44 02/8 35 94
E-Mail: klaerwerk.rastede@ewetel.net
 
(nach oben)


Neue Forschungsansätze in der Abwasserreinigung

Die BfG forscht nun auch an der Kläranlage in Koblenz-Wallersheim. Dazu wurde am 29.10.2012 eine Pilotanlage in Betrieb genommen. In einem von der EU geförderten Exzellenzprojekt untersucht die BfG mit ihren Kooperationspartnern Konzepte zur Optimierung der biologischen Abwasserreinigung.
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde erforscht in Kooperation mit der Schweizer Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) und der Universität Frankfurt innovative technologische Konzepte zur Optimierung der biologischen Abwasserreinigung. Namentlich stehen dafür in der BfG Prof. Dr. Thomas Ternes (Gewässerchemie), in der Eawag Prof. Dr. Adriano Joss (Ingenieurwissenschaften) und an der Uni Frankfurt Prof. Dr. Jörg Oehlmann (Ökotoxikologie).
In Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung, Eigenbetrieb der Stadt Koblenz, wurde eine Pilotanlage entwickelt und im Klärwerk Wallersheim aufgebaut, die in sechs Reaktoren unterschiedlich zusammengesetzte Abwassermixturen untersucht. Es handelt sich dabei um modernste „Minikläranlagen“, die sensibel beobachtet und gesteuert werden können.
In der praktischen Erprobung soll ein besseres Verständnis des mikrobiellen Abbaus organischer Schadstoffe (z. B. aus Antibiotika, Schmerzmitteln, Bioziden) gewonnen werden. Dabei kommen auch modernste umweltanalytische Techniken der BfG-Labore (u. a. hochauflösende Massenspektrometrie) zum Einsatz.
Die heutige biologische Abwasserreinigung ist primär darauf ausgerichtet, den Nährstoffeintrag (Phosphor, Stickstoff und leichtabbaubare organische Substanzen) in die Gewässer soweit zu minimieren, dass deren Eutrophierung verhindert wird. Daher werden viele polare organische Verbindungen nicht oder nur unvollständig entfernt. Dies hat zur Folge, dass einige dieser Substanzen, wie z.B. das Schmerzmittel Diclofenac oder das Biozid Irgarol, in Konzentrationen in unsere Oberflächengewässer gelangen, die negative Wirkungen auf aquatische Organismen erwarten lassen.
Koordinator des Projekts ist Dr. Arne Wick, für den Betrieb der Versuchsanlage ist Sandro Castronovo verantwortlich (beide BfG). Darüber hinaus sind vier Doktoranden in das Projekt involviert.
Die während des Projektes angewendeten rein biologischen Verfahren sollen den Eintrag von Schadstoffen vermindern, auch in die Bundeswasserstraßen. Zudem könnte das Vorhaben dazu beitragen, die Kosten der Klärtechnik und der Gewässerunterhaltung deutlich zu vermindern und vertiefte Erkenntnisse auch der Transportprozesse im Gewässer zu gewinnen.

http://www.bafg.de/cln_030/nn_161894/DE/07__Aktuelles/20121029__klaeranlage.html?__nnn=true
 
(nach oben)