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April 2026
Umwelt
Gesundheit
Gesellschaft
Umwelt
Gesundheit
Gesundheit
März 2026
Umwelt
- CO2 im großen Stil neutralisieren
- Energie aus dem Untergrund für die Gebäudetechnik der Zukunft
- Ohne Systemwandel keine Klimaneutralität: Studie stellt Fortschrittsmessung infrage
- Erwärmung von Küstengewässern treibt großflächige schwüle Hitzewellen an
- Grüner Wasserstoff im Kreislauf gedacht
- Weltwassertag: Satellitendaten zeigen dramatische Veränderungen der globalen Wasserspeicherung
- Aus Sägemehl wird ein Brandschutzmaterial
- Grundwasser – in der Stadt, in der Landwirtschaft, im Wald und im Studium
- Küstenchemie der Weltmeere: Menschen hinterlassen überall chemische Spuren
- PFAS flächendeckend in Schweizer Böden nachgewiesen
- Modulare Leitsysteme für die Energiewende: Open-Source-Plattform OpenEnergyTwin
- Forschungsprojekt: der Wald im Kunststoff-Zeitalter
- Neue Wege gegen Mikroschadstoffe im Abwasser: TH Lübeck startet Spurenstoffzentrum
- Kreislaufwirtschaft für flexible Materialien: EU-Projekt »FlexCycle« setzt auf KI und flexible Robotik
- Signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung seit 2015
- Über 40 Prozent der großen Süßwassertierarten in fremde Gewässer eingeführt – fast jede zweite Art bringt auch Schaden
- Starkregen und seine Folgen für die Smart City Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetterereignisse
- Abwasser als Energie- und Rohstoffquelle: Wie Technologie mit Mikroben es möglich macht
- Abholzung führt zu mehr Extremwetterereignissen im Amazonasgebiet
Gesundheit
- GUARDIAN: Auftakttreffen markiert Startschuss für die interdisziplinäre Zusammenarbeit gegen Antibiotikaresistenzen
- Optimierte Wirkstoffe gegen RSV
- Infektionsausbrüche besser vorhersagen: 1,5 Millionen Euro für Forschungsprojekt VaSequIs
Gesellschaft
- Stärkung der Kommunen als Anker für vernetzte Versorgungsstrukturen
- Energie als Treibstoff von Geschichte und Konflikten
- Neue Gaskraftwerke: (Über-)Erfüllt der »Südbonus« seinen Zweck?
- KI-Tools auf dem Vormarsch im Hochschulalltag
- Übernahmen kosten Mitarbeiter Jobs und Einkommen, die Firmen verlieren Umsatz
Februar 2026
Umwelt
- Öffentliche Unterstützung für CO₂-Bepreisung bleibt stabil
- Ambitionierte Klimapolitik sorgt für Reduzierung von CO2-Emissionen
- Bakterien mit eingebautem Kompass
- Fahrplan für ein europaweites Biodiversitäts-Monitoring
- Pazifik-Rätsel: Neue Generation von Klimamodellen bringt erstmals Licht ins Dunkel
- Energiewende vom Acker aus
- Wälder helfen im Klimaschutz vor allem als naturnahe Ökosysteme
- Warum sich die überdüngte Ostsee so schwer erholt – Neue IOW-Übersichtsarbeit zeigt zentrale Prozesse und Ursachen
- Edelstahl für die Wasserstoffwirtschaft
- Weniger Mikroplastik aus Reifenabrieb durch neuen Sensor und KI-Auswertung
- Nur schnelle Kurskorrekur kann “Treibhaus-Erde” verhindern
- Wasserstoff in NRW auf Kurs: IN4climate.NRW zeigt, was jetzt zählt
- Streusalz Knappheit: Digitale Lösung soll Winterdienste unterstützen
- Historisch niedriger Wasserstand in der Ostsee – Steht eine großer Salzwassereinbruch aus der Nordsee bevor?
- Analyse belegt: Grabenlose Kanalsanierung ist deutlich umweltfreundlicher
- Zunehmende ausgebrachte Toxizität von Pestiziden gefährdet UN-Ziel eines weltweiten Biodiversitätsschutzes bis 2030
- Kostenfreies Online-Seminar zur Umsetzung kommunaler Wärmepläne
- CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land
- Landintensive CO₂-Entnahme muss zum Schutz der biologischen Vielfalt besser geplant werden
Gesundheit
- Demenzschutz durch Kaffee – was ist bekannt?
- Acetylsalicylsäure (ASS) schützt wahrscheinlich nicht vor Darmkrebs, erhöht aber das Blutungsrisiko
- Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit
- Erstmals sichtbar gemacht: DNA-Transport zwischen Zellen
Gesellschaft
- KI-Agenten, Robotik, Verantwortung: Diese Zukunftsideen der Studierenden überzeugen bei der Digital Future Challenge
- Teilzeit als Chance, nicht als Problem
- Weniger Regulierungen bringen mehr
Januar 2026
Umwelt
- Klimaschutz: Strategien kombinieren, Emissionen senken
- Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben und Biodiversität erheblich
- Erfolgreiche Klimapolitik braucht Akzeptanz
- THWS bringt Expertise zu intelligenten Stromnetzen in Forschungsverbundprojekt KRISNet ein
- GFFA-Podiumsgäste diskutierten über die Herausforderungen einer effizienten Wassernutzung in der Landwirtschaft
- GFFA-Fachpodium: Lösungsansätze für Wasserknappheit in der Landwirtschaft in China und Deutschland
- Mikroplastik in der Atmosphäre: Ausbreitung von Landflächen aus höher als vom Ozean
- Belüftung des Nordatlantiks nimmt ab – Langsamere Erneuerung des Tiefenwassers möglicherweise Signal des Klimawandels
- Ein neuer Temperaturrekord stellt das Paradigma der extremen Wärme in hohen Breitengraden in Frage
- Sammelaktion auf der Messe CMT: Urin für die Biobeton-Forschung
- Wetterprozesse im Winter besser vorhersagen
- GFFA-Fachpodium „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“
- 12 Millionen Euro für innovative Wasserforschung
- Hochwasser und Dürren besser verstehen
- Müll im Rhein: Rund 53.000 Teile passieren Köln täglich
- Wasser – Mensch – Zukunft
- Riesenchance für die Rückgewinnung von Technologiemetallen
- Forschung für Stärkung des Katastrophenschutzes in EU: Menschen bestmöglich schützen und helfen sowie Schäden begrenzen
- Wie eine Hitzewelle im Jahr 2003 den Nordatlantik bis heute verändert
- Öffentliche Stromerzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze
Gesundheit
- Winterliche Extremwetterereignisse – Herausforderung im Klinikalltag
- Gesünder ins neue Jahr starten: Vier Vorsätze, ein Ziel
- Teure Lebensmittel machen Kinder dick
Gesellschaft
- KRITIS-Dachgesetz: Kompetenzaufbau zur Stärkung der Cybersicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen
- KI verändert Jobprofile – nicht Beschäftigung
- Ein umfassendes Energiesystemmodell für die Schweiz
- Arbeitszeitderegulierung – was wären die Folgen?
- Kluge Kaufleute bauen vor: Warum die Wirtschaft Umweltbelange nicht ignorieren darf
- Neues Kompetenzmodell für den Katastrophenschutz: Wenn jede Entscheidung zählt
Wie Europa auch CO₂-Entnahmen in seinem Emissionshandel steuern kann
Der von der Europäischen Union im Jahr 2005 gestartete Handel mit Rechten zum Ausstoß von CO₂ könnte eines Tages auch im großen Stil für dessen Zurückholen aus der Atmosphäre sorgen. Eine neue Modellstudie beziffert das Potenzial – und skizziert eine schrittweise Integration der CO₂-Entnahmen in das Handelssystem als den richtigen Weg, um Fehlanreize zu vermeiden. Die Industrie bekäme Planungssicherheit für unvermeidbare Rest-Emissionen. Die Studie dockt an Diskussionen in Brüssel zur künftigen Regulierung an. Sie wurde geleitet vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und publiziert in Joule.
Demnach könnte allein der bestehende EU-Emissionshandel für Energiewirtschaft und energieintensive Industrie die Anreize so setzen, dass die Firmen bis 2050 zwischen 68 und 86 Millionen Tonnen CO₂ jährlich aus der Atmosphäre zurückholen, je nach Kostenentwicklung. Das Forschungsteam nutzt das am PIK entwickelte Rechenmodell LIMES-EU, das Investitionsentscheidungen optimiert. Die Analyse bezieht sich auf die EU plus das Vereinigte Königreich und Norwegen. Und sie beschränkt sich auf zwei neuartige, aussichtsreiche Entnahme-Methoden: über Luftfilter-Systeme („Direct Air Capture“) und über das Verfeuern von Biomasse mit CO₂-Abscheidung („Bioenergy with Carbon Capture“).
mehr: https://idw-online.de/de/news868303
CO2 im großen Stil neutralisieren
ndustrieabwässer aus der Stahl- oder Zementproduktion sind bestens geeignet, um Kohlendioxid langfristig und sicher chemisch zu binden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Helmholtz-Zentrum Hereon durchgeführt hat. Bislang werden die Abwässer ungenutzt in Flüsse eingeleitet. Künftig könnten sie Millionen Tonnen von CO2 neutralisieren – eine interessante und anwendbare Option zur Minderung des Klimawandels. Die Studie wurde jüngst im Journal Environment, Science & Technology Letters veröffentlicht.
Trotz des Pariser Klimaabkommens und aller Energiesparmaßnahmen nimmt der Kohlendioxidausstoß weltweit zu. Die bisherigen Klimaschutzbemühungen wie der Ausbau der Photovoltaik und des Windstroms reichen bislang nicht aus, um diesen Trend zu stoppen. Seit mehreren Jahren drängen Klimaexperten deshalb darauf, das CO2 direkt zu bekämpfen, es aus der Atmosphäre zu holen und für lange Zeit unschädlich zu machen.
mehr: https://idw-online.de/de/news868460
Stärkung der Kommunen als Anker für vernetzte Versorgungsstrukturen
Die Vorständin des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, Dr. Alexia Zurkuhlen, betonte mit Blick auf die Studie „Armut in der häuslichen Pflege“ die Notwendigkeit, die Pflegeversorgung und -finanzierung grundlegend zu reformieren. „Zentral ist dabei die Stärkung der Kommunen als Anker vernetzter Sorgestrukturen, in denen Prävention, Rehabilitation, ambulante Pflege und Kümmerer organisiert sind.“
Die Studie des Paritätischen Gesamtverbandes und Prof. Dr. Thomas Klie, Rechts- und Sozialwissenschaftler sowie Kurator des KDA, macht deutlich, dass Hunderttausende Menschen und ihre Angehörigen infolge von Pflegebedarfen an der Armutsgrenze leben, und dass die „Hilfe zur Pflege“ nicht ankommt.
Der Paritätische Gesamtverband hat gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Klie, Sozial- und Rechtswissenschaftler sowie Mitglied im Kuratorium des KDA, die Studie „Armut in der häuslichen Pflege“ vorgelegt. Die zentralen Ergebnisse: Hunderttausende pflegebedürftiger Menschen leben am Existenzminimum. Verdeckte Pflegearmut ist weiter verbreitet, als bisher bekannt. Und ein erheblicher Teil der Anspruchsberechtigten erhält keine finanzielle Unterstützung durch die „Hilfe zur Pflege“ – insbesondere gilt das für Menschen in der häuslichen Pflege. Rund 5 Millionen Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt. Etwa 390.000 von ihnen haben Anspruch auf die Sozialleistung „Hilfe zur Pflege“. Das heißt, ihr Einkommen und Vermögen reicht zusammen mit den Leistungen der Pflegeversicherung nicht aus, um ihre Bedarfe zu decken. Aber nur 76.000 Berechtigte erhalten diese Hilfe tatsächlich, das sind nur rund 20 Prozent der Berechtigten.
mehr: https://idw-online.de/de/news868399
Energie als Treibstoff von Geschichte und Konflikten
Energie ist mehr als eine Ressource – sie prägt Lebensräume, verschiebt geopolitische Machtverhältnisse und steht im Zentrum sozialer Konflikte. Die neue Forschungsgruppe „Energien der Vernetzung. Akteure, Räume und Narrative in Osteuropa“ am Osteuropa-Institut an der Freien Universität Berlin untersucht diese Verflechtungen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit insgesamt rund 3,5 Millionen Euro für zunächst vier Jahre. Ab Sommer 2026 wird der Verbund unter Leitung der FU-Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Strätling die komplexe Energiegeschichte Osteuropas untersuchen.
An dem Verbund beteiligt sind Literatur-, Kultur- und Politikwissenschaftlerinnen, Ökonominnen, Soziologinnen und Historikerinnen von Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Centre Marc Bloch und Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung. Konkret geht darum, wie die Produktion und Nutzung von verschiedenen Energieformen sowie die damit verbundenen sozialen, politischen und kulturellen Dynamiken die Region Osteuropa entscheidend prägen. Energie wird dabei nicht nur als ökonomische Ressource, sondern als zentraler Faktor gesellschaftlicher und kultureller Prozesse verstanden. Im Mittelpunkt stehen Aushandlungsprozesse rund um Gewinnung, Transport und Nutzung von Energie, die oft tiefgreifende Veränderungen von Umwelt, Lebensräumen und sozialen Strukturen bewirken. Die Forschungsgruppe beleuchtet vor allem drei wichtige Perspektiven: die Folgen von Ressourcifizierung für räumliche Ordnungen, die Rolle menschlicher und nicht-menschlicher Akteure für die Gestaltung von Energieumwelten sowie die Narrative mit denen Energieherausforderungen gesellschaftlich verhandelbar gemacht werden.
mehr: https://idw-online.de/de/news868382
Energie aus dem Untergrund für die Gebäudetechnik der Zukunft
Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff lehrt seit 1998 im Studiengang Energie-Ingenieurwesen an der Hochschule Biberach (HBC). Sein Lehrgebiet Thermodynamik und Simulationstechnik verbindet ingenieurwissenschaftliche Grundlagen mit anwendungsnaher Energietechnik. Im Zentrum stehen Energiesysteme für Gebäude und Quartiere: von Wärmepumpen und Wärme und Kältetechnik bis hin zu ganzheitlichen Energiekonzepten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung von oberflächennaher Geothermie und mitteltiefen Thermalwässern in Oberschwaben sowie auf Fragestellungen der tiefen Geothermie – immer mit dem Blick darauf, wie die gewonnene Energie effizient in gebäudetechnische Systeme integriert werden kann.
Koenigsdorffs Weg – er selbst studierte Maschinenbau – führte von der Solarthermie über das Bauwesen hin zur ganzheitlichen Energietechnik und Geothermie. Heute untersucht er, wie Gebäude, Bauteile und der Untergrund als zusammenhängendes Energiesystem funktionieren: Betondecken werden zu thermischen Speichern, Erdreich und Gewässer zu langfristig verfügbaren Quellen und Speichern für Wärme und Kälte. So lassen sich Gebäude im Sommer über aktivierte Betondecken mit 12 bis 13 Grad kühlem Erdreich temperieren und der Untergrund zugleich regenerieren, auch in der Region Oberschwaben. Beispielhaft nennt der Experte die Gebhard-Müller-Schule in Biberach, die auf einem Niedrigenergie-Standard von Prof. Koenigsdorff wissenschaftlich begleitet wurde und über eine geothermische Wärmepumpe mit Grundwasserbrunnen geheizt und gekühlt wird.
mehr: https://idw-online.de/de/news868390
Ohne Systemwandel keine Klimaneutralität: Studie stellt Fortschrittsmessung infrage
Viele Länder haben sich ehrgeizige Klimaschutz-Ziele gesetzt. Wie gut sie dabei vorankommen, bewerten sie häufig anhand der Reduktion von Emissionen und des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Diese Zahlen sind laut einem Forschungsteam um Germán Bersalli vom Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit jedoch nur begrenzt aufschlussreich. Die Forscher stellen in der Zeitschrift „Current Research in Environmental Sustainability“ eine Methode vor, die tiefere Einblicke in die Ursachen der Veränderungen gibt, und wenden diese auf vier europäische Länder an. Die Ergebnisse zeigen: In allen Ländern fehlt die umfassende systemische Transformation, die für ein CO₂-freies Energiesystem erforderlich ist.
„Wenn die Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität bewertet werden, werden häufig der Rückgang der CO₂-Emissionen oder der Einsatz von Technologien genannt. Diese Kennzahlen sind zwar wichtig, aber nicht ausreichend, weil die Daten nicht offenlegen, ob Emissionen zum Beispiel aufgrund von strukturellen Veränderungen oder aber nur kurzfristigen Effekten wie einem wirtschaftlichen Abschwung gesunken sind. Der Rahmen, den wir entwickelt haben, legt auch die Ursachen für Veränderungen offen und nicht nur die Symptome“, erläutert Bersalli. Er könne daher Hinweise geben, wo zusätzliche politische Maßnahmen erforderlich sind.
mehr: https://idw-online.de/de/news868313
Erwärmung von Küstengewässern treibt großflächige schwüle Hitzewellen an
Steigende Meeresoberflächentemperaturen in Küstengewässern sind laut einer neuen Studie für 50 bis 64 Prozent des Anstiegs großflächig auftretender schwüler Hitzewellen verantwortlich. Die Studie von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Princeton University und der Sun Yat-sen University deutet darauf hin, dass die Meeresoberflächentemperaturen an den Küsten ein Frühwarnindikator für großflächige schwüle Hitzeextreme sein könnten.
Hitzewellen mit hoher Luftfeuchtigkeit haben in den vergangenen Jahrzehnten stark an Intensität zugenommen und werden voraussichtlich weiter zunehmen, wodurch sich auch das Risiko hitzebedingter Todesfälle erhöht. Frühere Untersuchungen legen nahe, dass selbst gesunde Menschen bei Feuchtkugeltemperaturen – ein Maß für die Kombination von Hitze und Feuchtigkeit – über 31,5 °C zusammenbrechen können, da sich der Körper dann nicht mehr durch Schwitzen abkühlen kann. Das weitverbreitete und großflächige Auftreten schwüler Hitzewellen, wie 2023 in Asien, ist bislang jedoch kaum verstanden.
mehr: https://idw-online.de/de/news868085
Grüner Wasserstoff im Kreislauf gedacht
Im Forschungsprojekt „Hy²Cycle“ entwickelt die HTWD gemeinsam mit sächsischen Partnern recyclinggerechte Elektrolyse- und Brennstoffzellen – von der Materialauswahl über digitale Zwillinge bis zum Prototyp. Eine neue energieeffiziente Servopresse stärkt zudem die nachhaltige Produktionstechnologie.
Grüner Wasserstoff gilt als ein Energieträger der Zukunft. Gewonnen wird das Gas durch Elektrolyse, bei der mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt wird. So lässt sich überschüssige Energie aus Windkraft oder Solaranlagen für eine spätere Nutzung speichern. In der Brennstoffzelle läuft der Prozess in umgekehrter Richtung, Wasserstoff wird wieder in Strom verwandelt. Während Effizienz und Leistungsfähigkeit beider Technologien kontinuierlich verbessert wurden, blieb die Wiederverwertbarkeit der Bauteile und Werkstoffe bisher weitgehend unbeachtet, kritische und wertvolle Rohstoffe gehen verloren.
mehr: https://idw-online.de/de/news868002
GUARDIAN: Auftakttreffen markiert Startschuss für die interdisziplinäre Zusammenarbeit gegen Antibiotikaresistenzen
Am DZIF-Standort Gießen fiel im Rahmen eines feierlichen Auftakttreffens der Startschuss für das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 3,5 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt GUARDIAN. Drei Jahre lang arbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Keywan Sohrabi Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Humanmedizin, Veterinärmedizin, Medizinischer Informatik, Mikrobiologie, Bioinformatik, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und Gesundheitswesen gemeinsam daran, die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien besser zu verstehen und präventiv einzudämmen.
Am DZIF-Standort Gießen fiel im Rahmen eines feierlichen Auftakttreffens der Startschuss für das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 3,5 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt GUARDIAN. Drei Jahre lang arbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Keywan Sohrabi Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Humanmedizin, Veterinärmedizin, Medizinischer Informatik, Mikrobiologie, Bioinformatik, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und Gesundheitswesen gemeinsam daran, die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien besser zu verstehen und präventiv einzudämmen.
mehr: https://idw-online.de/de/news867965
Weltwassertag: Satellitendaten zeigen dramatische Veränderungen der globalen Wasserspeicherung
Die Satellitenmissionen GRACE und GRACE-FO zeigen global eine drastische Zunahme der von Trockenheit betroffenen Flächen, insbesondere in Europa. Für Deutschland bedeutet das einen anhaltenden Abwärtstrend in der Wasserspeicherung: Zum Jahresende 2025 gab es ein Defizit von rund 25 Milliarden Tonnen Wasser im Vergleich zum Mittel seit 2002. Das haben aktuelle Datenauswertungen von Forschenden des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung in Potsdam ergeben.
Die Satellitenmissionen GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment, 2002–2017) und GRACE-FO (GRACE-Follow-On, seit 2018) vermessen das Schwerefeld der Erde. Hieraus wird mit monatlicher Auflösung die globale Wasserspeicherung ermittelt. Mit nunmehr 24 Jahren an Daten können langfristige Veränderungen analysiert werden. Zum Weltwassertag 2025 haben Forschende des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung um Dr. Eva Boergens und Dr. Julian Haas die aktuellen Daten ausgewertet und ordnen sie in die langfristige Entwicklung ein – weltweit, für Europa und für Deutschland.
mehr: https://idw-online.de/de/news867960
Aus Sägemehl wird ein Brandschutzmaterial
Forschende haben aus Sägemehl und einem Mineral ein Material geschaffen, das feuerfest ist und im Innenausbau eingesetzt werden kann.
Erste Schätzungen zeigen, dass das Material die gleiche Brandschutzklasse erreichen könnte, wie herkömmliche zementgebundene Spanplatten.
Die Bestandteile des Kompositmaterials lassen sich im Gegensatz zu anderen feuerfesten Baumaterialien wiederverwenden.
Bei jedem Baumstamm, der zugesägt wird, entsteht Sägemehl. Jährlich fallen weltweit Millionen von Tonnen davon an, die meistens verbrannt werden. Dabei gelangt das im Holz gespeicherte Kohlendioxid wieder in die Atmosphäre – was aus Klimaschutzgründen besser vermieden würde. Ein Forschungsteam in der Professur für holzbasierte Materialien an der ETH Zürich und der Empa hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem Sägemehl zu einem umweltschonenden und rezyklierbaren Komposit verarbeitet werden kann. Dadurch kann das Sägemehl länger im Materialkreislauf gehalten werden. Die Forschenden nutzen dafür das Mineral Struvit, ein kristallines, farbloses Ammoniummagnesiumphosphat.
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Neue Gaskraftwerke: (Über-)Erfüllt der »Südbonus« seinen Zweck?
Die Bundesregierung plant, den Bau von bis zu 20 Gigawatt Gaskraftwerkskapazitäten bis zum Jahr 2030 anzureizen. Besonders der »netztechnische Süden« soll profitieren, wo fossile Kraftwerke oft kurzfristig die Netzstabilität stützen. Fraunhofer IEG analysiert die Wirkung eines solchen »Südbonus« und zeigt auf, dass Südstandorte aufgrund bestehender Maßnahmen auch ohne »Südbonus« bereits einen wirtschaftlichen Vorteil besitzen. Die Forschenden untersuchten auch, warum Standortwahl, Netzengpässe und Fördermechanismen für die Versorgungssicherheit entscheidend sind und wie mögliche Fehlanreize vermieden werden können. Die vollständige Analyse steht nun online bereit.
»Die Studie liefert eine wichtige Grundlage, um die Kraftwerksstrategie volkswirtschaftlich optimal auszurichten. Wir wollen sicherstellen, dass neue Kapazitäten dort entstehen, wo sie das Energiesystem wirklich stärken«, sagt Prof. Mario Ragwitz, Institutsleiter des Fraunhofer IEG, und unterstreicht die Bedeutung von wissenschaftlichen Analysen für eine zielgerichtete Transformation der Energieinfrastruktur. »Bei der Ausgestaltung der Ausschreibung sollte darauf geachtet werden, ungewollte Fehlanreize zu vermeiden.«
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Grundwasser – in der Stadt, in der Landwirtschaft, im Wald und im Studium
Information der Fachsektion Hydrogeologie anlässlich des Tags des Wassers am 22.03.2026
Grundwasser ist eine verborgene Ressource, begleitet aber dennoch unseren Alltag, denn über 70 % des Trinkwassers in Deutschland stammen aus dem Grundwasser und werden aus Brunnen oder gefassten Quellen gewonnen. Grundwasser ist auch für die Landwirtschaft und die natürlichen Ökosysteme unverzichtbar. Durch den Klimawandel und die sich verändernde Landnutzung werden die damit verbundenen Herausforderungen und Unsicherheiten rund um die Ressource Grundwasser immer größer. Die Hydrogeologie entwickelt Ansätze zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der wertvollen Grundwasserressourcen und wird daher als Fachdisziplin immer wichtiger. Besonders sichtbar werden die Herausforderungen in der Stadt, in der Landwirtschaft und im Wald.
In Städten ist das Grundwasser oft eine technische Herausforderung bei Bauvorhaben, gewinnt zunehmend aber an Bedeutung bei der umweltfreundlichen Klimatisierung (Heizung, Kühlung) von Gebäuden. Um Hochwasserspitzen abzudämpfen und Trockenzeiten zu überbrücken, wird die Speicherung von Wasser immer wichtiger – Stichwort Schwammstadt. Die wichtigsten natürlichen Wasserspeicher sind die Grundwasserleiter im Untergrund.
mehr: https://idw-online.de/de/news867802
Küstenchemie der Weltmeere: Menschen hinterlassen überall chemische Spuren
Studie der Universität Tübingen mit achtzehn Forschungseinrichtungen und Universitäten weltweit zeigt: keine untersuchte Stelle in Weltmeeren frei von menschlichen chemischen Einflüssen
Vom Menschen hergestellte Chemikalien durchdringen die Küstenmeere in bislang unbekanntem Ausmaß. Das zeigt eine internationale Studie, geleitet von den Biochemikern Jarmo-Charles Kalinski und Daniel Petras an der University of California, Riverside, der zudem eine Nachwuchsgruppe an der Universität Tübingen leitet. Das Forschungsteam analysierte dazu mehr als 2.300 Meerwasserproben aus mehr als 20 Feldstudien, die mehr als ein Jahrzehnt lang im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean gesammelt wurden. Die Ergebnisse wurden in Nature Geoscience veröffentlicht.
„Selbst an Orten, die wir für unberührt halten, fanden wir eindeutige chemische Fingerabdrücke menschlicher Aktivität. Obwohl die chemische Verschmutzung der Meere lange bekannt ist, hat uns das Ausmaß doch überrascht“, sagt Daniel Petras, Assistenzprofessor an der University of California und Nachwuchsgruppenleiter im Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen“ (CMFI) an der Universität Tübingen. Selbst entlegene Korallenriffsysteme, oft als besonders ursprüngliche Meeresumgebungen betrachtet, tragen laut Petras deutliche chemische Signaturen menschlicher Aktivität – von Landwirtschaft und Küstenentwicklung bis zum Tourismus. „Es gab praktisch keinen Ort, an dem wir Proben nahmen, der keinerlei chemischen Einfluss des Menschen zeigte“, sagt Jarmo-Charles Kalinski, ehemaliger Postdoktorand in Petras‘ Gruppe an der UC Riverside und Erstautor der Studie.
mehr: https://idw-online.de/de/news867731
PFAS flächendeckend in Schweizer Böden nachgewiesen
PFAS kommen in der Schweiz flächendeckend vor, erhöhte Belastungen finden sich jedoch nur an spezifischen Standorten. Eine neue Auswertung bündelt über tausend Messungen zur Belastung der Schweizer Böden mit PFAS und zeigt damit ein genaueres Bild der Belastungssituation.
Für die Übersicht haben Forschende der ZHAW und der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU 1070 PFAS-Bodenmessungen zusammengetragen und ausgewertet. Die Auswertung zeigt, dass PFAS in über 99 Prozent der Bodenproben nachweisbar sind. Erhöhte Belastungen finden sich auf Flächen mit vermutetem Einsatz von Löschschaum oder Klärschlamm. Die Messungen stam-men aus kantonalen Untersuchungen und der Nationalen Bodenbeobachtung.
Der mittlere PFAS-Gehalt (Median) liegt bei 2,4 Mikrogramm pro Kilogramm und damit über dem Me-dian von 1,4 Mikrogramm pro Kilogramm der ZHAW-Studie aus dem Jahr 2022. Der Unterschied lässt sich methodisch erklären: Während die Studie von 2022 die Grundbelastung Schweizer Böden abbil-dete, enthält die neue Auswertung auch Messungen aus kantonalen Untersuchungen zu Siedlungsbö-den oder Verdachtsflächen. «Die Auswertung zeichnet ein umfassenderes Bild der Belastungssitua-tion der Schweizer Böden und unterstreicht, dass PFAS flächendeckend in den Böden vorhanden sind», sagt ZHAW-Experte Basilius Thalmann, Mitautor der Studie.
mehr: https://idw-online.de/de/news867641
Optimierte Wirkstoffe gegen RSV
Forschungsprojekt „OPERA“ zur Weiterentwicklung antiviraler Wirkstoffe gestartet
Ein interdisziplinäres Konsortium, bestehend aus dem TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS), dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, der Universität zu Lübeck und der Medizinischen Hochschule Hannover, erhält von der VolkswagenStiftung eine Förderung in Höhe von rund 999.000 Euro. Unter der Leitung von Prof. Thomas Pietschmann will das Team in den kommenden zwei Jahren Wirkstoffe gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) optimieren.
RSV verursacht Atemwegsinfektionen, die vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen schwere Verläufe haben können. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jährlich rund 3,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen RSV-Infektionen im Krankenhaus behandelt, 100.000 von ihnen sterben an den Folgen der Infektion. Als Therapie stehen derzeit nur unterstützende Maßnahmen wie die Gabe von Sauerstoff zur Verfügung. Das Konsortium möchte deshalb im Rahmen des Projekts „OPERA“ (optimising pan-entry RSV antivirals) neue Behandlungsoptionen entwickeln.
mehr: https://idw-online.de/de/news867458
Modulare Leitsysteme für die Energiewende: Open-Source-Plattform OpenEnergyTwin
Offene Plattform vereint Mittel- und Niederspannung – offen für Hersteller, Netzbetreiber und Forschungseinrichtungen.
Ende Februar 2026 präsentierte das OFFIS – Institut für Informatik gemeinsam mit den Projektpartnern Fraunhofer FIT und RWTH Aachen die Abschlussdemonstration des Projekts OpenEnergyTwin (OET). Die Plattform vereint Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz auf einer einzigen Oberfläche und macht die Niederspannungsebene – bisher weitgehend eine Black Box im Netzbetrieb – transparent und steuerbar.
Klassische Netzleitsysteme stoßen angesichts der Energiewende an strukturelle Grenzen: Sie sind monolithisch, proprietär und nur mit erheblichem Aufwand erweiterbar. OpenEnergyTwin setzt dem einen offenen, modularen Plattformansatz entgegen, der auf einem digitalen Zwilling basiert. Dienste lassen sich modular ergänzen, austauschen oder entfernen, ohne den Plattformkern zu verändern. Als semantisches Datenmodell dient das etablierte Common Information Model (CIM).
mehr: https://idw-online.de/de/news867528
Forschungsprojekt: der Wald im Kunststoff-Zeitalter
Die Hochschule Coburg startet gemeinsam mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg ein wegweisendes Forschungsprojekt zu Kunststoffeinträgen in deutschen Wäldern.
Bernd Lauterbach kennt sich gut aus mit Wuchshüllen, die junge Bäume im Wald vor Wildverbiss schützen. Als Revierleiter der Staatsforsten in Hassenberg und Bausenberg nahe Coburg weiß er: Als Wuchshüllen sind Kunststoffe aktuell insbesondere in der Region unverzichtbar, um den Wald wieder aufzuforsten. Bei der wegen der aktuellen Borkenkäferproblematik verwendeten Masse sind sie aber kaum wieder rückstandslos entfernbar. „Ich sehe es als sehr sinnvoll an, dass wir diese Einzelschützer nachhaltig wieder aus dem Wald bekommen“, sagt Lauterbach. Kunststoffe im Wald sind ein sehr relevantes Thema mit bisher relativ geringen Forschungsergebnissen.
Hier ist es nun der Hochschule Coburg (HSCo) gelungen in enger Kooperation mit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR) das bundesweit erste umfassende Forschungsprojekt zu starten, das die Vielfalt, Menge und Wirkung von Kunststoffen in Waldökosystemen systematisch untersucht. Das Vorhaben Forest Health & Plastics (ForestHP) setzt an einer bislang kaum erforschten umweltrelevanten Fragestellung an: Wie stark sind Waldökosysteme durch Kunststoffeinträge belastet – und welche Folgen ergeben sich für Bodenfunktionen, Mikroorganismen und Waldgesundheit?
mehr: https://idw-online.de/de/news867556
Neue Wege gegen Mikroschadstoffe im Abwasser: TH Lübeck startet Spurenstoffzentrum
Wasser ist Leben. Und gleichzeitig ein Spiegel unserer modernen Gesellschaft. Denn mit jedem Waschgang, jeder Medikamenteneinnahme und vielen industriellen Prozessen gelangen Spurenstoffe in das Abwasser, die durch die herkömmlichen Reinigungsstufen von Kläranlagen nur bedingt herausgefiltert werden können. Zusammen mit dem Land Schleswig-Holstein startet die TH Lübeck jetzt ein dreijähriges Forschungs- und Entwicklungsprojekt zum Aufbau und Betrieb eines landeseigenen Spurenstoffzentrums, um Antworten auf die drängenden Fragen im Gewässerschutz zu finden.
Spurenstoffe stellen kommunale Kläranlagen zunehmend vor große Herausforderungen. Die gesetzlichen Anforderungen steigen, nicht zuletzt durch die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), die den Ausbau bestimmter kommunaler Kläranlagen mit einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe vorgibt.
Um eben diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, soll das neue Spurenstoffzentrum nach Lösungen suchen – möglichst individuell und auf die Anforderungen der unterschiedlichen Anlagen im Land Schleswig-Holstein angepasst. Seit zwei Jahrzehnten befassen sich die Mitarbeiter*innen des Labors für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der TH Lübeck bereits mit Maßnahmen zum Schutz der Gewässer.
mehr: https://idw-online.de/de/news867548
Kreislaufwirtschaft für flexible Materialien: EU-Projekt »FlexCycle« setzt auf KI und flexible Robotik
Das automatisierte Recycling von flexiblen Materialien aus Batterien stellt die moderne Abfallwirtschaft vor große Herausforderungen. Das neue europäische Forschungsprojekt »FlexCycle« setzt auf die Entwicklung innovativer Robotik- und KI-Lösungen. Mit einem Budget von 7,5 Millionen Euro und 12 Partnern aus sechs Ländern verfolgt das Projekt das Ziel, Recyclingprozesse für die Wiederverwertung flexibler Materialien industrietauglich zu machen. In den kommenden vier Jahren sollen autonome Systeme entwickelt werden, die in der Lage sind, komplexe Strukturen wie Kleidungsstücke, elektrische Kabel und Batterien zu demontieren und wertvolle Komponenten zurückzugewinnen.
Während das automatisierte Handling von starren Objekten in der Industrie bereits weit fortgeschritten ist, lassen sich weiche und verformbare Materialien aufgrund ihrer flexiblen Struktur nur schwer mit herkömmlichen Robotern verarbeiten. FlexCycle (Flexible Robotic Automation Techniques for Soft Materials Recycling) entwickelt daher autonome Systeme, die in der Lage sind, flexible Strukturen zu identifizieren, zu handhaben und zu demontieren.
mehr: https://idw-online.de/de/news867336
Infektionsausbrüche besser vorhersagen: 1,5 Millionen Euro für Forschungsprojekt VaSequIs
Mit Künstlicher Intelligenz und der Analyse von Patienten-, Trink- und Abwasserproben entwickeln Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen ein Frühwarnsystem: Es soll Infektionsausbrüche in Krankenhäusern schneller erkennen und die Sicherheit von Patient:innen erhöhen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das im Februar gestartete Projekt VaSequIs* für 14 Monate mit über 1,5 Millionen Euro.
Um Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen und besser zu verstehen, entwickelt das interdisziplinäre Forschungsteam im Projekt VaSequIs ein System für vergleichende Untersuchungen von Proben aus der Patientenversorgung sowie solchen, die sie an den kritischen Stellen zwischen öffentlicher Wasserversorgung, Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und dem Abwassernetz gewinnen. So wollen sie nachvollziehen, welche und wie viele Krankheitserreger vorherrschen, um mögliche Infektionsausbrüche zu erkennen und zu verhindern. Prof. Dr. Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, und Prof. Dr. Martin Exner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, leiten das Projekt. Beteiligte Wissenschaftler der UDE sind zudem aus dem Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (Prof. Dr. Folker Meyer), aus der Krankenhaushygiene (Dr. Robin Otchwemah) sowie dem Institut für Medizinische Mikrobiologie (PD Dr. Jan Kehrmann).
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KI-Tools auf dem Vormarsch im Hochschulalltag
Umfrage des Forschungsprojekts MoKITUL zeigt: 90 Prozent der Studierenden und Lehrenden nutzen KI-Tools im Studium und in der Lehre – vor allem für Textverarbeitung, Recherche und Verständnisfragen. Doch fehlendes Vertrauen und rechtliche Unsicherheiten bleiben Hürden.
Im Rahmen des Forschungsprojekts MoKITUL – „Moderne KI-basierte Tools zur Unterstützung der Lehre an Hochschulen“ – der Fachhochschule Erfurt wurden 102 Studierende und Lehrende an Thüringer Hochschulen im Jahr 2025 zu ihren Erfahrungen mit KI-gestützten Werkzeugen im Studien- und Lehralltag befragt. Die Ergebnisse zeigen: Künstliche Intelligenz ist bereits im Hochschulalltag angekommen und wird von einer großen Mehrheit genutzt – zugleich begegnen viele dieser Technologie noch mit Zurückhaltung.
Rund 90 Prozent der Befragten nutzen KI-Tools im Studium oder in der Lehre. Studierende greifen dabei etwas häufiger zu den digitalen Helfern als Lehrende. Eingesetzt werden die Anwendungen vor allem für Textverarbeitung, zur Recherche und um Verständnisfragen zu klären. Zugleich bringt die Mehrheit den Antworten der KI kein uneingeschränktes Vertrauen entgegen.
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Signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung seit 2015
Die globale Erwärmung hat sich seit 2015 deutlich beschleunigt, zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Das Forschungsteam berücksichtigt in der Untersuchung bekannte natürliche Einflüsse auf die globale Temperatur und weist die Beschleunigung des Erwärmungstrends erstmals statistisch signifikant nach. Die ermittelte Erwärmungsrate lag in den vergangenen zehn Jahren je nach Datensatz um rund 0,35°C pro Jahrzehnt, verglichen mit knapp 0,2°C pro Jahrzehnt im Durchschnitt der Jahre 1970 bis 2015. Damit ist das jüngste Erwärmungstempo höher als in jedem vorherigen Jahrzehnt seit Beginn der Messungen im Jahr 1880.
„Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen,“ sagt Grant Foster, ein US-Statistikexperte und Co-Autor der Studie, die heute in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde. „Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige ‚Rauschen‘ geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt.“
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Über 40 Prozent der großen Süßwassertierarten in fremde Gewässer eingeführt – fast jede zweite Art bringt auch Schaden
Über 40 Prozent der heute lebenden großen Süßwassertiere (Megafauna), zu denen unter anderem Karpfen, Welse, Krokodile, Schildkröten, Biber und Flusspferde zählen, wurden bewusst außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets angesiedelt. Diese gebietsfremden Arten können in den Einführungsregionen zwar wirtschaftliche Vorteile bringen, bergen jedoch zugleich erhebliche und oft unterschätzte Risiken für die einheimische Biodiversität und die lokale Bevölkerung. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und des Instituts für Geographie und Agrarökologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.
Der Nilbarsch im Viktoriasee ist ein prominentes Beispiel für die komplexen ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen, die durch gebietsfremde Süßwasser-Megafauna verursacht werden. Die gezielte Ansiedlung dieser großen Fischart im Viktoriasee sollte die Fischerei eigentlich verbessern – doch sie hatte gravierende, unterschätzte Folgen: Die Bestände einheimischer Fische gingen zurück, lokale Fischer verloren ihre Lebensgrundlage, und in den umliegenden Gemeinden nahm die chronische Unterernährung bei Kindern und Müttern zu.
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Starkregen und seine Folgen für die Smart City Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetterereignisse
Überflutete Keller, überlastete Kanalisation, Überschwemmungen: Starkregen kann enorme Schäden verursachen und Menschenleben gefährden. Bundesweit entstanden im Jahr 2024 durch Starkregen und Überschwemmungen 2,6 Milliarden Euro Schaden. Das Modellprojekt Smart City der Technischen Universität Dresden (TUD) und der Landeshauptstadt Dresden veröffentlicht erstmals den Prototyp einer digitalen 3D-Anwendung, mit deren Hilfe Unwetter und ihre Auswirkungen besser eingeschätzt werden können.
Der digitale Zwilling Dresdens bildet ein reales Modell der Stadt ab. Er simuliert die Folgen bei Starkregen von rund 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter und Stunde und zeigt mögliche Schäden an Wohngebäuden im Stadtgebiet auf. Zusätzlich sind Messdaten zum Niederschlag, zu Wasserständen an Gewässern und der Lufttemperatur abrufbar. Die damit errechneten Szenarien verdeutlichen Zusammenhänge und liefern wertvolle Impulse für die Stadtplanung.
Entwickelt wird der digitale Starkregenzwilling am Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TUD: „Komplexe Stadtdaten in einer Plattform zu bündeln und für die Starkregenvorsorge nutzbar zu machen, ist eine spannende Herausforderung“, erklärt Entwickler Lars Backhaus. „So integrieren wir vormals abstrakte Informationen in ein leistungsfähiges Werkzeug, das Verwaltung und Bürgern eine klare Orientierung bietet.“ Ein derart anspruchsvolles System erfordere weitere Fachexpertisen: „Wir sind sehr glücklich, dass in diesem Projekt mehrere Dresdner Partnerinstitutionen aus Verwaltung und Wissenschaft engagiert zusammenarbeiten“, so Projektleiterin Dr. Katja Maerker vom Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden.
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Abwasser als Energie- und Rohstoffquelle: Wie Technologie mit Mikroben es möglich macht
Aus Abwasser nicht nur sauberes Wasser, sondern auch Strom und Nährstoffe gewinnen – mit Technologien, die elektrochemisch aktive Mikroorganismen nutzen, ist das möglich. Ein unter Federführung der Universität Greifswald in Frontiers in Science erschienenes internationales Forschungsreview zeigt das enorme umwelt- und ressourcenschonende Potenzial mikrobieller elektrochemischer Technologien (METs).
Weltweit produzieren wir jährlich rund 359 Milliarden Kubikmeter Abwasser – viermal so viel wie der Genfersee fasst. „Darin stecken über 800 000 GWh chemische Energie, vergleichbar mit der Jahresproduktion von 100 Kernkraftwerken“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Uwe Schröder von der Universität Greifswald. „Abwasser enthält außerdem reichlich Nährstoffe, die wir bislang verkommen lassen.“
Die richtigen Mikroben machen’s: Elektrizität aus Abwasser
METs setzen genau hier an: Spezielle Mikroorganismen, die natürlich im Abwasser vorkommen, wandeln die darin enthaltene chemische Energie in elektrische Energie um, während gleichzeitig das Wasser gereinigt wird. Im Labor konnten bereits bis zu 35 Prozent der im Abwasser gebundenen Energie in Strom umgewandelt werden. Dass die Technologie auch in der Anwendung funktioniert, beweisen Pilotanlagen wie „Pee Power®“: 2015 versorgte sie mit Strom aus Urin die Toilettenbeleuchtung auf dem Glastonbury Festival. Langzeitstudien in Uganda, Kenia und Südafrika zeigten, dass solche Systeme auch größere Urinmengen zuverlässig aufbereiten – und durch beleuchtete Sanitäranlagen einen Beitrag zu mehr Sicherheit in Regionen mit unzureichender Infrastruktur schaffen.
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Übernahmen kosten Mitarbeiter Jobs und Einkommen, die Firmen verlieren Umsatz
Firmenübernahmen sind weder gut für die Arbeitsplätze oder die Einkommen der Mitarbeiter noch für den Umsatz der beteiligten Unternehmen. Das geht hervor aus einer neuen Untersuchung des Ökonomen Jakob Beuschlein von der ROCKWOOL Foundation Berlin (RFBerlin). „Viele Übernahmen gehen mit Entlassungen und daher geringeren Einkommen für die Arbeitnehmer einher. Und selbst diejenigen, die ihren Arbeitsplatz behalten, müssen oft geringere Lohnerhöhungen hinnehmen“, sagt Beuschlein.
Nach fünf Jahren waren die Arbeitseinkommen der Beschäftigten rund 9 Prozent niedriger, als wenn sie in ähnlichen Unternehmen gearbeitet hätten, die nicht an Übernahmen beteiligt waren. Der größte Teil der Einkommensnachteile kommt aus Entlassungen, denn 30 Prozent der Arbeitsplätze der kombinierten Firmen werden durchschnittlich gestrichen. Die Arbeitnehmer erleben dann entweder Arbeitslosigkeit oder gehen in andere Firmen, wo sie ebenfalls weniger verdienen. Aber auch bei den weiterbeschäftigten Arbeitnehmern waren die Löhne nach fünf Jahren 1,5 Prozent niedriger als in vergleichbaren Unternehmen. Ursächlich hierfür war vor allem ein geringeres Lohnwachstum bei Ihnen.
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Abholzung führt zu mehr Extremwetterereignissen im Amazonasgebiet
Wenn der Amazonas-Regenwald komplett abgeholzt würde, gäbe es dort mehr Extremniederschläge, Hitzestress und hohe Windgeschwindigkeiten. Das zeigt eine aktuelle Studie, die auf Simulationen mit einem Klimamodell auf der Kilometerskala beruht.
Aus der Vogelperspektive zeigt sich der Amazonas-Regenwald als sattgrünes Mosaik aus Baumkronen, so weit das Auge reicht. Hier sind unzählige Tier- und Pflanzenarten zu Hause – viele endemisch –, und als Kohlenstoffspeicher spielt der Wald eine wichtige Rolle für das globale Klima. Doch durch Rodung droht dieses einzigartige Ökosystem seine wichtigen Funktionen zu verlieren. Ein Fünftel des Gebiets wurde bereits abgeholzt, und ein Ende dieser intensiven Nutzung ist nicht in Sicht. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Biodiversität und das globale und regionale Klima. Mithilfe einer neuartigen Klimasimulation auf der Kilometerskala zeigt eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M), der Universität Hamburg und des Institute of Science and Technology Austria: Extremniederschläge, Hitzestress und Windgeschwindigkeit nehmen in einem Szenario mit kompletter Abholzung deutlich zu und erschweren eine mögliche Erholung des Waldes.
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Demenzschutz durch Kaffee – was ist bekannt?
Wie eine große prospektive Kohortenstudie zeigte, könnte der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee das Demenzrisiko senken. Dafür waren nur 2,5-4,5 Tassen Kaffee täglich erforderlich. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Neurologie gibt es durchaus plausible Erklärungen für diesen beobachteten Effekt, allerdings hebt die Fachgesellschaft auch hervor, dass es sich nicht um kontrolliert randomisierte Daten, sondern um eine Beobachtungstudie handelt.
Die zugrundeliegende Hypothese der aktuellen Studie [1] war, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee mit einem geringeren Demenzrisiko und einer besseren kognitiven Funktion einhergeht. Ausgewertet wurden Daten der „Nurses’ Health Study“ (NHS) und der „Health Professionals Follow-up Study“ (HPFS), in denen prospektiv die Teilnehmenden bislang über 43 Jahre nachbeobachtet wurden. In diesem Zeitraum fanden wiederholt Erhebungen der Ernährungsgewohnheiten und des kognitiven Status (subjektiv und objektiv) statt, auch Untersuchungen auf Demenz. „Allein schon dadurch hebt sich die neue Studie positiv von anderen ab, in denen die Ernährungsgewohnheiten nur zu Beginn erhoben wurden und die oft nur einen kurzen Nachbeobachtungszeitraum hatten“, erklärt DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit. Auch die Patientenselektion erfolgte mit der notwendigen Sorgfalt: es wurden nicht nur vorerkrankte Personen mit Tumorleiden, Parkinson oder Demenz ausgeschlossen, sondern auch diejenigen, die unplausible Angaben zu ihrer täglichen Kalorienzufuhr machten und sich somit als nicht zuverlässig bei der Dokumentation ihrer Ernährungsgewohnheiten auf den Fragebögen erwiesen.
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Öffentliche Unterstützung für CO₂-Bepreisung bleibt stabil
Langzeitstudie zeigt stabile Zustimmung zu CO₂-Preisen trotz steigender Energiepreise.
Trotz Energiekrise und stark gestiegener Preise bleibt die öffentliche Unterstützung für die CO₂-Bepreisung in Deutschland stabil. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Studie eines Teams um Prof. Dr. Stephan Sommer, Professor und Nachhaltigkeitsbeauftragter im Fachbereich Wirtschaft an der Hochschule Bochum. Bei der CO₂-Bepreisung handelt es sich um ein klimapolitisches Instrument, bei dem für den Ausstoß von Kohlendioxid ein Preis pro Tonne erhoben wird, um Anreize zur Emissionsminderung zu schaffen; ob und in welcher Form dieses Instrument eingesetzt wird, hängt in vielen Ländern maßgeblich von der öffentlichen Unterstützung ab und ist international sehr unterschiedlich geregelt.
Die Forschenden analysieren auf Basis eines Längsschnittdatensatzes, wie sich die öffentliche Unterstützung für CO₂-Preise und die Präferenzen für die Verwendung der daraus erzielten Einnahmen zwischen 2019 und 2022 in Deutschland entwickelt haben. Der Untersuchungszeitraum umfasst sowohl die Einführung und Erhöhung des nationalen CO₂-Preises im Verkehrs- und Wärmesektor als auch die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Insgesamt wurden etwa 4.000 Personen befragt, die jeweils an drei Zeitpunkten einen Fragebogen zu ihrer Einstellung zu CO₂-Bepreisung ausgefüllt haben.
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Acetylsalicylsäure (ASS) schützt wahrscheinlich nicht vor Darmkrebs, erhöht aber das Blutungsrisiko
Chengdu/Freiburg, 26.2.2026. In Fachkreisen wird kontrovers diskutiert, ob Acetylsalicylsäure (ASS, beispielsweise Aspirin) möglicherweise vor Darmkrebs schützen kann. Ein neuer Cochrane Review zeigt jetzt: Täglich ASS einzunehmen, bietet Menschen ohne besonderes Darmkrebsrisiko wahrscheinlich keinen Schutz vor Darmkrebs, geht aber mit einem erhöhten Risiko schwerer Blutungen einher.
„Eine breite Anwendung von ASS in der Allgemeinbevölkerung zur Darmkrebsprävention wird durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt“, sagt Dan Cao von der Sichuan-Universität im chinesischen Chengdu, einer der Seniorautoren des Reviews. Die Vorstellung, ASS könne langfristig vor Darmkrebs schützen, sei zwar interessant, ergänzt Zhaolun Cai, ebenfalls von der Sichuan-Universität und einer der beiden Erstautoren des Reviews. „Unsere Analyse zeigt jedoch, dass ein solcher Nutzen nicht gesichert ist – und mit nachgewiesenen Risiken einhergeht.“
ASS wird nicht nur seit mehr als 100 Jahren als Schmerzmittel eingesetzt, sondern langfristig auch als Blutverdünner. Aspirin ist die bekannteste Marke, unter der dieser Wirkstoff vertrieben wird. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen ASS oft über einen längeren Zeitraum ein, um Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu vermeiden. Studien mit solchen Patient*innen haben Hinweise geliefert, dass ASS möglicherweise einen gewissen Schutz vor Darmkrebs bieten könnte.
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Ambitionierte Klimapolitik sorgt für Reduzierung von CO2-Emissionen
Globale Anstrengungen gegen den Klimawandel in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben dazu beigetragen, CO2-Emissionen in einem erheblichen Umfang zu reduzieren. Das zeigt eine neue Studie, die Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien federführend durchgeführt haben. Die Forscherinnen und Forscher haben dabei untersucht, welche klimapolitischen Ansätze besonders effektiv waren. Eine ambitionierte staatliche Klimapolitik, charakterisiert durch eine höhere Anzahl sowie striktere Klimaschutzmaßnahmen, führte in der Regel zu einer Emissionsminderung. Besonders erfolgreich waren zudem Staaten, die ihre Maßnahmen zielgerichtet auf die größten Emissionsquellen ausgerichtet haben, so die Experten der Universität Heidelberg, die maßgeblich an der Untersuchung mitgewirkt haben.
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Bakterien mit eingebautem Kompass
Manche Bakterien sind winzige Meister der Navigation: Mit einem eingebauten «Kompass» aus magnetischen Nanopartikeln finden sie zielsicher den optimalen Lebensraum. Forschende der Universität Basel haben nun die magnetischen Eigenschaften einzelner Bakterien entschlüsselt – ein wichtiger Schritt, um ihr Potenzial für Technik, Umweltforschung und medizinische Anwendungen zu nutzen.
Einige Bakterienarten besitzen eine erstaunliche Fähigkeit: Sie nutzen das Erdmagnetfeld um sich daran zu orientieren. Um diesen Mechanismus besser zu verstehen hat das Team um Argovia-Professor Dr. Martino Poggio vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel das «magnetotaktische» Bakterium Magnetospirillum gryphiswaldense genauer untersucht.
In seinem Inneren bildet dieses Bakterium eine Kette aus magnetischen Nanopartikeln – den sogenannten Magnetosomen. Diese wirken wie ein biologischer Kompass und ermöglichen dem Bakterium, sich am Erdmagnetfeld auszurichten.
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Fahrplan für ein europaweites Biodiversitäts-Monitoring
Neue Studie zeigt wie digitale und molekulare Technologien sowie koordinierte Lenkung das europaweite Monitoring der biologischen Vielfalt transformieren und globale Naturschutzziele unterstützen können
Die Biodiversität verändert sich, doch den Regierungen fehlen gute Daten, um den Wandel zu verfolgen und wirksame Naturschutzmaßnahmen abzuleiten. Eine neue Studie unter der Leitung der Universität Amsterdam (UvA), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) schlägt nun einen umfassenden Fahrplan für den Aufbau eines modernen europäischen Netzwerks für Biodiversitätsbeobachtung (BON) vor – eines Netzwerks, das zu einem globalen Vorbild für das Monitoring biologischer Vielfalt werden könnte. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Reviews Biodiversity veröffentlicht.
„Unser Vorschlag enthält einen Plan für Europa, seine chaotischen und unzusammenhängenden Monitoringsysteme zu verbessern“, sagt der Erstautor Dr. Daniel Kissling, außerordentlicher Professor an der UvA. „Wir wollen ein einheitliches europaweites Netzwerk schaffen, das den Wandel bei Arten und Ökosystemen verfolgen kann – von der DNA von Pflanzen und Tieren bis hin zu ganzen Wäldern, Flüssen und Ozeanen.
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Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit
Blutwerte in der Schwangerschaft liefern Hinweise auf spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen / Sprechstunde für betroffene Frauen am Universitätsklinikum Freiburg eingerichtet / Studie am 18. Februar in JAMA Cardiology erschienen
Eine Schwangerschaft stellt für den Körper von Frauen eine besondere Belastung dar – und kann damit frühe Hinweise auf die spätere Herz-Kreislauf-Gesundheit liefern. Das zeigen Forschende des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit dänischen Kolleg*innen in einer aktuellen Studie. Sie untersuchten das Blut von über 2.000 schwangeren Frauen und verknüpften die Ergebnisse mit Gesundheitsdaten aus rund zwölf Jahren Nachbeobachtung. Dabei zeigte sich: Frauen mit erhöhten Werten eines bestimmten Blutmarkers entwickelten später häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzschwäche – auch dann, wenn sie zuvor als herzgesund galten. Die Ergebnisse der Langzeitstudie wurden am 18. Februar 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlicht. Als Konsequenz dieser Ergebnisse wurde am Universitätsklinikum Freiburg eine spezielle Sprechstunde für betroffene Frauen eingerichtet.
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Pazifik-Rätsel: Neue Generation von Klimamodellen bringt erstmals Licht ins Dunkel
Seit langem rätseln Forschende darüber, warum sich der östliche tropische Pazifik und der Südliche Ozean parallel zur globalen Erwärmung abkühlen. Existierende Klimamodelle erfassen dieses Muster nicht. Am Max-Planck-Institut für Meteorologie sind Wissenschaftler*innen der Antwort nun einen bedeutenden Schritt nähergekommen: Mit einer neuen Generation physikalisch besser fundierter Klimamodelle haben sie den beobachteten Trend erstmals erfolgreich in einer Simulation dargestellt und die zugrunde liegenden Mechanismen erklärt.
Ein Phänomen im Pazifik beschäftigt Klimaforschende weltweit: Während die globale Erwärmung voranschreitet und die Temperaturen fast überall auf der Welt steigen, haben sich der östliche tropische Pazifik und der pazifische Teil des Südlichen Ozeans in den vergangenen 45 Jahren abgekühlt. Dieses Merkmal wird von traditionellen Klimamodellen, wie sie in der internationalen Vergleichsstudie „Coupled Model Intercomparison Project (CMIP)“ verwendet werden, und deren Ergebnisse in die Berichte des Weltklimarates IPCC einfließen, nicht erfasst. Obwohl die Klimaforschungsgemeinschaft eine Reihe von Hypothesen aufgestellt hat, fehlte bislang eine stichhaltige Erklärung für das beobachtete Muster.
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Energiewende vom Acker aus
Neues Forschungsprojekt AGRIC an der Hochschule Landshut bringt Agri-Photovoltaik in Deutschland, Bulgarien, Litauen, Polen und Serbien voran. Ziel ist es, Landwirte und weitere Akteure zu unterstützen, die Technologie besser zu verstehen und anzuwenden.
Agri Photovoltaik (Agri-PV) gilt als ein zentraler Baustein der Energiewende, da sie landwirtschaftliche Flächen doppelt nutzbar macht – für Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung. Dennoch gibt es beim Einsatz von Agri-PV viele Unsicherheiten, wie sich beispielsweise die Anlagen auf Erträge auswirken, ob sich die Investition lohnt und welche Genehmigungen nötig sind. Gleichzeitig fehlt es häufig Behörden, Energieagenturen und landwirtschaftlichen Beratungsstellen an verständlichem Informationsmaterial oder an konkreten Beispielen. Hier setzt das neue Forschungsprojekt AGRIC – Advancing Agri PV Readiness and Cooperation an der Hochschule an: Es soll Fachkräfte in der Landwirtschaft sowie regionale Verwaltungen und weitere Akteure dabei unterstützen, Agri PV besser zu verstehen und praktisch anzuwenden. Das Projekt wird vom Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut koordiniert. Beteiligte Partner kommen aus Bulgarien, Polen, Litauen und Serbien. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben im Rahmen der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) mit insgesamt über 912.000 Euro.
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Wälder helfen im Klimaschutz vor allem als naturnahe Ökosysteme
Naturwald Akademie veröffentlicht Policy Brief zur Bedeutung alter Wälder als Kohlenstoffspeicher und gibt Handlungsempfehlungen für Politik und Forstwirtschaft. Zentrales Ergebnis der analysierten Studien: Die Bedeutung junger Wälder als Kohlenstoffsenke wird überschätzt. Wissenschaftlicher Leiter Dr. Torsten Welle: „Alte Wälder sind keine überalterten Systeme, sondern dynamische, sich selbst regulierende Ökosysteme mit hoher struktureller Stabilität.“
Die CO₂-Senkenleistung der Wälder geht zurück, ihr Beitrag zum Klimaschutz sinkt. Europaweit hat sich die CO₂-Aufnahme von Wäldern und anderen Ökosystemen in den vergangenen zehn Jahren um nahezu ein Drittel verringert. „Das ist ein deutliches Warnsignal für eine fehlgeleitete Landnutzungspolitik“, sagt Dr. Torsten Welle, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der Naturwald Akademie Lübeck. Doch alte Wälder durch Aufforstungen zu ersetzen, wird den Klimaschutz nicht voranbringen. „Alte Wälder enthalten zwei- bis dreimal mehr Kohlenstoff als junge Bestände“, sagt Welle.
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Erstmals sichtbar gemacht: DNA-Transport zwischen Zellen
Zellen tauschen verschiedene Moleküle über kleine extrazelluläre Vesikel aus, unter anderem DNA. Wie der DNA-Transport im Zellinneren genau verläuft, blieb bislang jedoch unklar. Die mikroskopischen Untersuchungstechniken scheiterten an zu geringen Auflösungen und ungeeigneten Fluoreszenzfarbstoffen.
Nun konnten Forschende des Universitätsklinikums Essen, der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (Arbeitsgruppe von PD Dr. Basant Kumar Thakur) und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz (Arbeitsgruppe von Dr. Xiaomin Liu) erstmals sichtbar machen, wie DNA von kleinen extrazellulären Vesikeln zwischen menschlichen Zellen transportiert wird. Die neu entwickelte Bildgebung bietet eine wichtige Grundlage, um die Rolle vesikulärer DNA in Gesundheit und Krankheit weiter zu erforschen.Die kürzlich im „Journal of Translational Medicine“ vorgestellten Aufnahmen zeigen, dass die Vesikel-assoziierte DNA in winzigen Clustern organisiert ist und nur selten mit klassischen Vesikel-Markern zusammen auftritt.
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Warum sich die überdüngte Ostsee so schwer erholt – Neue IOW-Übersichtsarbeit zeigt zentrale Prozesse und Ursachen
Die Ostsee steht seit Jahrzehnten unter Druck: Zwar wurden die Einträge von Phosphor und Stickstoff aus Flüssen – Ursache der Überdüngung des Binnenmeeres – merklich reduziert. Doch Folgeerscheinungen wie Algenblüten und Sauerstoffmangel treten nach wie vor massiv auf und ziehen weitere ökologische Folgen nach sich. Forschende des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) zeigen nun in einer umfassenden Zusammenschau, wie Nährstoffaltlasten, interne Stoffkreisläufe und Klimaerwärmung zusammenwirken, so dass Schutzmaßnahmen nur verzögert greifen. Gleichzeitig sehen sie Ansatzpunkte für ein wirksames Ostsee-Management. Die Arbeit erschien jüngst im Annual Review of Marine Science.
Dass die Ostsee unter Überdüngung leidet, ist seit mehr als einem halben Jahrhundert bekannt. Schutzprogramme wie der „Baltic Sea Action Plan“ der Helsinki-Kommission zum Schutz der Ostsee (HELCOM) haben durch Implementierung auf EU- und nationaler Ebene dazu geführt, dass die Nährstoffbelastung aus menschlichen Quellen merklich zurückging: Die Phosphorfrachten der Flüsse sanken seit den 1980er-Jahren um etwa 50 %, die Stickstofffrachten um rund 30 %. Auch neuere Belastungszahlen zeigen diesen Trend: Während 1995 die Phosphor-Gesamteinträge in die zentrale Ostsee noch über 20.000 Tonnen pro Jahr betrugen, lagen sie 2017 bei rund 12.400 Tonnen; beim Stickstoff gingen sie in der selben Zeit von rund 520.000 Tonnen auf knapp 400.000 Tonnen zurück.
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Edelstahl für die Wasserstoffwirtschaft
Neues Legierungsdesign überwindet Korrosion und Wasserstoffversprödung
Auf den Punkt gebracht:
- Herausforderung: Bis jetzt ist Edelstahl anfällig für Korrosion und Versprödung beim Transport und der Speicherung von Wasserstoff
- Strategie: Atomare Passivierung von Korngrenzen mit Stickstoff
- Ergebnis: neuer Edelstahl mit 3,8-fach höherer Korrosionsbeständigkeit und 1,35-fach höherer Beständigkeit gegen Wasserstoffversprödung im Vergleich zu 316L Stahl
- Relevanz: Neuer Edelstahl ist kosteneffizient und mit etablierten Prozessen herstellbar und ermöglicht den sicheren Transport und die Speicherung von Wasserstoff
Wasserstoff ist ein zentraler Baustein zukünftiger klimaneutraler Energiesysteme. Doch die sichere Speicherung und der Transport von Wasserstoff stellen weiterhin eine große materialwissenschaftliche Herausforderung dar. Edelstähle gelten als vielversprechende Werkstoffe, da sie robust, kostengünstig und weit verbreitet sind. Jedoch sind selbst moderne Edelstahlsorten anfällig für Korrosion und Wasserstoffversprödung – ein Prozess, bei dem Wasserstoff in das Metall eindringt, innere Bindungen schwächt und im Extremfall zu plötzlichem Materialversagen führt.
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KI-Agenten, Robotik, Verantwortung: Diese Zukunftsideen der Studierenden überzeugen bei der Digital Future Challenge
Am 12.02.25 wurden in Berlin die Gewinnerteams der diesjährigen Digital Future Challenge (DFC) ausgezeichnet. Der erste Preis ging an das vierköpfige Team Calvin Friedrich, Samantha Geller, Duc Kieu und Tim Sellemann von „Ankommen“.
„Unsere Idee unterstützt Menschen bei der Beantragung eines Aufenthaltstitels – also genau diejenigen, die in unserer Gesellschaft oft nicht ausreichend begleitet werden. Wir sind überglücklich, dass sich gerade in diesem engen und hochkarätigen Finale unser Team mit dem Fokus auf Integration und Diversität durchgesetzt hat. Das zeigt sehr deutlich, wofür die Digital Future Challenge steht: für Zusammenhalt und gemeinsames Gestalten der Zukunft“, sagt Samantha Geller aus dem Gewinnerteam. Der von der Initiative D21 und der Deloitte-Stiftung, mit Unterstützung der Giesecke + Devrient Stiftung und der Bertelsmann Stiftung, ausgerichtete Studierendenwettbewerb „Digital Future Challenge“ sucht innovative Lösungen für verantwortungsvolle digitale Zukünfte. Unter dem diesjährigen Leitthema „Zukunft digital gestalten“ lag der Schwerpunkt auf KI-Agenten und Robotik. Der Wettbewerb wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Bei der DFC wurden in diesem Jahr 89 Ideen von 285 Studierenden von 30 verschiedenen Hochschulen und Universitäten aus 12 Bundesländern in Deutschland eingereicht. Eine interdisziplinäre Jury wählte daraus die fünf besten Teams aus, die ihre Projekte über mehrere Runden weiterentwickelten und beim Finale am 12. Februar 2026 präsentierten:
mehr: https://idw-online.de/de/news865994
Weniger Mikroplastik aus Reifenabrieb durch neuen Sensor und KI-Auswertung
Durch Reifenabrieb erzeugte Mikroplastikpartikel sind eine erhebliche Belastung unserer Umwelt. Verbesserte Lösungen für die Abriebfestigkeit können zur Reduzierung dieser Emissionen beitragen. Im Projekt »KI-RAM« haben Fraunhofer IMWS, Rösler Tyre Innovators GmbH & Co. KG, DENKweit GmbH, iMes Solutions GmbH und die Universität Paderborn dafür Lösungen entwickelt. Sie kombinieren einen neuartigen Sensor im Reifen mit KI-Methoden zur Datenauswertung. Das kann beispielsweise Speditionen bei der Auswahl der richtigen Reifen und der Taktung von Serviceintervallen unterstützen. Ihre Ergebnisse haben die Projektpartner heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vorgestellt.
Jährlich entstehen allein in Deutschland durch Reifenabrieb rund 100.000 Tonnen Mikroplastik. Die Reduzierung dieses Reifenabriebs ist – ebenso wie die Vermeidung von CO2-Emissionen – ein Nachhaltigkeitsaspekt, der bei der Optimierung von Reifen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist. Neben den umweltpolitischen Vorgaben liegt das auch an den erhöhten Anforderungen an die Abriebfestigkeit von Reifen bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen.
mehr: https://idw-online.de/de/news865959
Nur schnelle Kurskorrekur kann “Treibhaus-Erde” verhindern
Internationales Team veröffentlicht Appell in Fachjournal
Durch verschiedene Faktoren haben sich in den vergangenen Tausenden und Millionen von Jahren Warm- und Eiszeiten auf der Erde abgewechselt. Dieses System könnte durch menschlichen Einfluss ins Wanken geraten, davor warnen Forschende bereits seit Jahrzehnten. Die Stimmen werden nun aber lauter. Ein Team um Forschende der Oregon State University (USA), an dem auch Thomas Westerhold vom MARUM beteiligt ist, fordern nun in einem Kommentar deutliche Kurskorrekturen in der Klimapolitik.
Der heute in der Fachzeitschrift One Earth veröffentlichte Artikel „The risk of a hothouse Earth trajectory” (Das Risiko einer Entwicklung zur Treibhauserde) ist die Analyse einer internationalen Zusammenarbeit unter der Leitung von William Ripple von der Oregon State University, die wissenschaftliche Erkenntnisse über Klimarückkopplungsschleifen und 16 Kippelemente – Subsysteme der Erde, die bei Überschreiten kritischer Temperaturschwellen an Stabilität verlieren können – zusammenfasst. Ihr Fazit: Mehrere Komponenten des Erdsystems sind näher an einer Destabilisierung als bisher angenommen. Dadurch ist der Planet einem erhöhten Risiko einer „Treibhaus“-Entwicklung ausgesetzt, die durch Rückkopplungsschleifen angetrieben wird. Diese könnten die Folgen der globalen Erwärmung verstärken, heißt es in dem Artikel.
mehr: https://idw-online.de/de/news865848
Wasserstoff in NRW auf Kurs: IN4climate.NRW zeigt, was jetzt zählt
Während sich die internationale Energiebranche aktuell auf der Messe E-world energy & water in Essen über den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft austauscht, wird dieser in Nordrhein-Westfalen bereits sichtbar: Große Elektrolyseurprojekte laufen an, die Infrastruktur befindet sich im Aufbau, internationale Importpartnerschaften entstehen und erste Industrieunternehmen stellen ihre Prozesse auf Wasserstoff um. Gleichzeitig ist jetzt entscheidend, das Tempo weiter zu beschleunigen. Das aktuelle Diskussionspapier der Initiative IN4climate.NRW „Wasserstoff auf Kurs bringen“ analysiert die aktuellen Entwicklungen und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für bestehende Herausforderungen.
Nordrhein-Westfalen hat gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Wasserstoffhochlauf: Eine energieintensive Industrie mit hoher Nachfrage, die vorteilhafte geografische Lage innerhalb des European Hydrogen Backbone, die zentrale Anbindung an das sich im Aufbau befindliche Wasserstoffkernnetz sowie lokale geologische Wasserstoffspeicherpotenziale und relevante Hafenanbindungen. Bereits 50 Megawatt Elektrolyseleistung sind inzwischen in NRW in Betrieb, weitere über 200 Megawatt genehmigt oder bereits im Bau. Erste Leuchtturmprojekte in der Industrie sowie geschlossene Lieferverträge für Tankstellen in der Rhein-Ruhr-Region zeigen, dass auch die industrielle Bereitschaft zur Transformation vorhanden ist.
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Streusalz Knappheit: Digitale Lösung soll Winterdienste unterstützen
Der Winter stellt Kommunen und Straßenbetriebe in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen: Streusalz ist vielerorts knapp und teuer geworden. Lieferengpässe, gestiegene Energiekosten und eine hohe Nachfrage haben die Vorräte stark belastet. Gleichzeitig muss die Ver-kehrssicherheit auf Straßen, Radwegen und Gehwegen weiterhin gewährleistet werden. Genau an diesem Punkt setzt ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts in Lemgo an.
In einem vom Land NRW und der EU geförderten Forschungsprojekt arbeiten Fraunhofer, Okeanos Smart Data Solutions GmbH und das Institut für Abfall, Abwasser, Site und Facility Management e.V. mit dem ASP Paderborn, dem Eigenbetrieb Straßen des Kreises Lippe und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) daran, den Winterdienst künftig noch gezielter, präziser und nachhaltiger zu gestalten. Ein Messnetzwerk im Projekt „NachWinD“ aus präzisen Sensoren liefert ein fein abgestimmtes Bild der lokalen Straßenverhältnisse, stationär an Messvorrichtungen an der Straße oder mit einer Sensorvorrichtung, die direkt auf einem Räumfahrzeug montiert ist. Darüber hinaus ist vorhandenes Wissen und Erfahrung gefragt:
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Historisch niedriger Wasserstand in der Ostsee – Steht eine großer Salzwassereinbruch aus der Nordsee bevor?
Seit Anfang Januar hat eine außergewöhnlich langanhaltende Ostwindlage den mittleren Wasserstand der Ostsee auf einen historischen Tiefstand sinken lassen. Messungen am schwedischen Pegel Landsort-Norra zeigen Werte, die so niedrig sind wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1886. Forschende des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) verfolgen diese Entwicklung derzeit sehr genau, da sie eine seltene ozeanographische Ausgangssituation für einen möglichen großen Salzwassereinstrom aus der Nordsee in die Ostsee darstellt. Ein solcher Einstrom könnte die physikalischen und chemischen Bedingungen in den tiefen Becken der zentralen Ostsee deutlich verändern.
Die seit Anfang Januar über weite Teile der Ostsee vorherrschenden, oft starken Ostwinde haben dazu geführt, dass große Wassermengen aus dem Binnenmeer durch die Meerengen der Beltsee zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden in Richtung Nordsee hinausgedrückt wurden. In Folge ist der mittlere Wasserstand der Ostsee deutlich abgesunken. Am Pegel Landsort-Norra vor der schwedischen Küste wurde am 5. Februar ein Tagesmittelwert von mehr als 67 Zentimetern unter dem langjährigen mittleren Wasserstand gemessen. Damit wurde der niedrigste Wert registriert, der seit Beginn der kontinuierlichen Pegelbeobachtungen im Jahr 1886 dokumentiert ist.
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Analyse belegt: Grabenlose Kanalsanierung ist deutlich umweltfreundlicher
Fraunhofer UMSICHT analysierte für die Firmen RelineEurope GmbH und Impreg GmbH die Umweltwirkungen, die bei der Sanierung von Abwasserohren entstehen. Dazu verglich das Institut mittels Ökobilanzierung die Sanierung von Abwasserrohren durch das Liner-Verfahren (CIPP: Cure-in-Place-Pipe) mit dem Austausch der Rohre durch neue Betonrohre.
In Deutschland gibt es rund 600 000 Kilometer Abwasserrohre. 35 Prozent sind älter als 65 Jahre, sodass zahlreiche Reparaturen und Sanierungen jetzt bzw. in naher Zukunft notwendig sind. Das Liner-Verfahren ermöglicht eine grabenlose Sanierung der Abwasserrohre. Dazu werden die noch nicht ausgehärteten und somit noch flexiblen Liner wie Schläuche durch die bestehenden Kanalschächte in das beschädigte Rohr eingebracht, dann von innen mithilfe von Druckluft an die alte Rohrwandung angepresst und mit UV-Licht vor Ort ausgehärtet. Das Wandmaterial ist ein glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) bestehend aus ungesättigtem Polyester-Harz und Glasfasern, das für Transport und Montage in thermoplastische Kunststofffolien (z.B. PE, PE oder PVC) eingeschlossen wird.
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Zunehmende ausgebrachte Toxizität von Pestiziden gefährdet UN-Ziel eines weltweiten Biodiversitätsschutzes bis 2030
Bis 2030 die Risiken von Pestiziden, die in der Landwirtschaft ausgebracht werden, um 50 Prozent zu reduzieren, das hatten sich die Länder der Erde 2022 auf der 15. UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) in Kanada zum Ziel gesetzt. Ein Forschungsteam der RPTU Kaiserslautern-Landau hat die Entwicklung der Giftigkeit von den in der Landwirtschaft angewendeten Pestiziden mit einem neuen Verfahren analysiert und nachgewiesen, dass diese UN-Zielerreichung gefährdet ist. In der Studie, die im Fachmagazin Science erschienen ist, folgern die Autoren, dass nahezu alle Länder weltweit umgehend starke Anstrengungen unternehmen müssen, um das UN-Ziel noch erreichen zu können.
Für die Studie haben die Wissenschaftler Daten über die weltweite Anwendung von Pestiziden ausgewertet und die eingesetzten Mengen jedes Wirkstoffs in Bezug zu dessen Giftigkeit gesetzt. Mit der Berechnung dieser so genannten ausgebrachten Toxizität, welche die Giftigkeit der in der Landwirtschaft eines Landes pro Jahr angewendeten Pestizide umfasst, hat ein Team um die Umweltwissenschaftler Ralf Schulz und Jakob Wolfram ein Verfahren entwickelt, mit dem nun die möglichen globalen Folgen abgeschätzt werden können, die landwirtschaftliche Pestizide auf die Biodiversität haben. „Dadurch erhalten wir einen ganz neuen Blick auf die möglichen Risiken für Umwelt und Biodiversität, die von der Ausbringung von Pestiziden ausgehen“, unterstreicht Ralf Schulz.
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Kostenfreies Online-Seminar zur Umsetzung kommunaler Wärmepläne
Wie gelingt die Umsetzung kommunaler Wärmepläne? Neue Leitfäden der Stiftung Umweltenergierecht und ihrer Projektpartner zeigen anhand konkreter Handlungsempfehlungen und Beispielen, wie Kommunen, Energieversorger sowie Bürgerinnen und Bürger den Umsetzungsprozess effektiv organisieren und (mit)gestalten können. Die wichtigsten Punkte werden nun in einem kostenfreien Online-Seminar am 12. Februar erläutert.
Seit Anfang 2024 sind (in der Regel) Kommunen durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet, kommunale Wärmepläne zu erstellen. Für Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen diese spätestens Mitte 2026 vorliegen. Doch wie lässt sich der Übergang von der Planung in die praktische Umsetzung erfolgreich gestalten? Die Stiftung Umweltenergierecht veranstaltet hierfür ein kostenfreies Online-Seminar am Donnerstag, 12. Februar 2025, von 9:30 bis 11:00 Uhr.
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Teilzeit als Chance, nicht als Problem
Warum Teilzeit Unternehmen und Gesellschaft hilft: Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Dr. Christoph Desjardins sieht positive Effekte für die Produktivität
Die in der aktuellen Debatte um das Thema Teilzeit implizierte Behauptung, dass Teilzeittätige durch ihre „Verweigerung“ von Vollzeitarbeit ihren Unternehmen schaden, lässt sich nicht belegen. Darauf verweist der Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Dr. Christoph Desjardins.
Im Gegenteil: Unternehmen und die Gesellschaft können sogar von Teilzeitarbeit profitieren, sagt der Experte für Human Resource Management (HRM) und Leadership der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). In seiner Analyse beleuchtet er wichtige Aspekte, die bisher nicht ausreichend thematisiert werden.
Vielfältige Gründe für Reduzierung der Arbeitszeit
Die von der Politik – nicht von der Wirtschaft – angestoßene Diskussion um Teilzeitarbeit als Lifestyle-Element stellt diese Form der Arbeitstätigkeit als bloße Willensentscheidung hin, die je nach Ausmaß der gewünschten Work-Life-Balance getroffen werden kann. Dies bezieht sich auf einen fortschreitenden Wertewandel, der Aktivitäten und soziale Beziehungen im Nicht-Arbeitsbereich priorisiert und dazu führt, dass sich die Bindung der Mitarbeitenden zu ihren Unternehmen verringert.
Dass Deutschland ein „kollektiver Freizeitpark“ ist, hat aber schon der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Regierungserklärung von 1993 beklagt, ohne dass sich die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik in den Jahrzehnten danach entsprechend kontinuierlich negativ entwickelt hat.
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CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land
Wie lässt sich Kohlendioxid (CO2) dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen? Welches Vorgehen ist dabei realistisch, sinnvoll und verantwortbar? Antworten darauf liefert ab sofort der Carbon Removal Atlas (CDRatlas). Die frei zugängliche Online-Plattform wurde unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel entwickelt und bündelt wissenschaftlich fundierte Informationen zu Methoden der Kohlendioxid-Entnahme. Ziel ist es, fundiertes Wissen für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit, übersichtlich und verständlich aufbereitet, zur Verfügung zu stellen und damit eine verlässliche Grundlage für den Umgang mit schwer vermeidbaren Emissionen zu bieten.
Ob bei der Zementherstellung, in der Stahlindustrie oder der Landwirtschaft – einige Treibhausgasemissionen lassen sich auch bei ehrgeizigem Klimaschutz kaum vollständig vermeiden. Um dennoch die Klimaziele zu erreichen und die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, wird neben der schnellen und drastischen Reduktion der CO2-Emissionen auch die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre eine wichtige Rolle spielen.
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Weniger Regulierungen bringen mehr
Ziel der aktuellen Wirtschaftspolitik ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland zu stärken. Dazu gehört nach Untersuchungen des IfM Bonn auch, die gesetzlichen Vorgaben im Zuge der Dekarbonisierung so zu gestalten, dass der Mittelstand seine originären Stärken – Flexibilität, Kreativität – ausspielen kann.
Überwiegend herrscht in den Familienunternehmen in Deutschland Konsens darüber, dass es der ökologischen Transformation bedarf. Aktuell stellt sich jedoch aus Sicht des Mittelstands die Frage, wie die Unternehmen den klimafreundlichen Umbau erreichen – und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben können.
„Der Mittelstand wird die ökologische Transformation umso erfolgreicher umsetzen, je besser die Politik diese ganzheitlich durchdenkt. Nur so können die Familienunternehmen ihre spezifischen Vorteile wie Flexibilität und Kreativität einbringen, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Derzeit gibt es jedoch ein Sammelsurium von unterschiedlichen und nicht aufeinander abgestimmten Maßnahmen: Neben umweltökonomischen Elementen wie dem CO2-Zertifikatehandel gibt es eine Vielzahl an ordnungsrechtlichen Vorgaben, Berichtspflichten und Förderungen“, erläutert IfM-Projektleiter Hans-Jürgen Wolter.
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Landintensive CO₂-Entnahme muss zum Schutz der biologischen Vielfalt besser geplant werden
Eine heute veröffentlichte Studie zum Thema CO₂-Entnahme – bei der CO₂ aus der Atmosphäre entnommen und gespeichert wird – zeigt: Der Einsatz von großflächigen landbasierten Methoden wie Aufforstung oder Bioenergie zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) kann Biodiversität durch vermiedene Klimaschäden schützen, könnte aber auch Gebiete betreffen, die für den Schutz der biologischen Vielfalt besonders wichtig sind. Es gilt, die Kriterien für die Standortwahl besser auszuarbeiten.
Die Studie, die in Nature Climate Change veröffentlicht und von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) geleitet wurde, analysiert Zukunftsoptionen aus fünf groß angelegten Modellierungsprojekten und berücksichtigt zudem 135.000 Arten und 70 für die biologische Vielfalt besonders wertvolle Regionen, sogenannte Biodiversitäts-Hotspots. Im Ergebnis wird räumlich dargestellt, wo landbasierte CO₂-Entnahme künftig stattfinden könnte.
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Klimaschutz: Strategien kombinieren, Emissionen senken
Politikwissenschaftler Christoph Knill hat mit einem internationalen Team die Wirkung unterschiedlicher Klimaschutzmaßnahmen untersucht.
Eine Maßnahmenkombination – von CO₂-Preis und Mineralölsteuer bis zu Forschung und Investition in erneuerbare Energien – ist am wirksamsten für den Klimaschutz. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die Regierungsmaßnahmen in 40 Ländern über Jahrzehnte verglichen hat und aktuell in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Climate Policy veröffentlicht ist. Das Forschungsteam, dem Expertinnen und Experten der LMU sowie der Universitäten Barcelona, Lausanne und Oslo angehören, untersuchte darin politische Maßnahmen und ihre Effekte auf das Klima in einem Zeitraum von 32 Jahren.
„Regierungen weiten ihre politischen Bemühungen um den Klimaschutz aus – doch zu bewerten, was die einzelnen Maßnahmen bewirken, ist durch die wachsende Zahl parallel bestehender Instrumente sehr anspruchsvoll“, erklärt Professor Christoph Knill, Leiter des Lehrstuhls für Empirische Theorien der Politik an der LMU und Co-Autor der Studie. Insbesondere ließen sich die Wirkungen einzelner politischer Instrumente kaum isoliert betrachten, weil die Effekte zahlreicher anderer Maßnahmen hineinspielten. „Ziel unserer Studie war eine länderspezifische Bewertung, um herauszufinden, welche Klimaschutzmaßnahmen den größten Nutzen bringen können.“
Wirksamer Umweltschutz in Norwegen und Schweden
Das internationale Team analysierte politische Maßnahmen und ihre Wirkungen in der Zeit von 1990 bis 2022. Mit einer neuartigen statistischen Methode, die es erlaubt, mehrere Parameter der einzelnen Instrumente zugleich zu modellieren, konnten die Forschenden die Wirksamkeit 1.737 einzelner Regeln zum Klimaschutz evaluieren. Dabei stellten sie im Modell sicher, dass nur Initiativen mit ausreichender empirischer Evidenz berücksichtigt wurden.
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KRITIS-Dachgesetz: Kompetenzaufbau zur Stärkung der Cybersicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen
Durch das heute verabschiedete KRITIS-Dachgesetz stehen Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) vor weitreichenden neuen Anforderungen. Cybersicherheit und physische Resilienz werden erstmals gleichwertig und verbindlich geregelt. Für Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung bedeutet dies ein umfassendes Maßnahmenpaket, das technische, organisatorische und personelle Instrumente gleichermaßen umfasst. Das Fraunhofer IOSB-AST unterstützt dabei mit einem maßgeschneiderten Schulungsprogramm.
Neben der NIS2 Richtlinie, die bereits seit Ende 2025 in deutsches Recht umgesetzt wurde und betroffene Organisationen zu einem systematischen und dokumentierten
Cyber-Risikomanagement verpflichtet, rückt mit dem KRITIS Dachgesetz der Blick auf den sogenannten All Gefahren Ansatz: Es verpflichtet Betreiber Kritischer Anlagen, digitale und physische Schutzmaßnahmen gemeinsam zu betrachten. Neben Cyberangriffen werden damit auch Risiken wie Sabotage, Naturereignisse, technische Störungen oder operative Unterbrechungen adressiert. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen in zentralen Sektoren wie Energie, Verkehr oder Gesundheit zu Registrierung, Risikoanalysen und Resilienzplänen. Als kritisch gelten Anlagen, die mindestens 500.000 Menschen versorgen. Ziel ist es, die Resilienz Kritischer Infrastrukturen ganzheitlich zu stärken.
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Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben und Biodiversität erheblich
70 Prozent der Böden in Europa sind mit Pflanzenschutzmittel belastet. Die Auswirkungen auf das Bodenleben sind erheblich, da Pflanzenschutzmittel verschiedene nützliche Bodenorganismen beeinträchtigen. Dies zeigt eine europaweite Studie unter Co-Leitung der Universität Zürich. Um die Bio-diversität der Böden zu schützen, sollten die Ergebnisse in aktuellen Pflanzenschutzmittelvorschriften berücksichtigt werden.
Das Leben unter unseren Füssen ist entscheidend, um wichtige Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen wie Nahrungsmittelproduktion, Kohlenstoffspeicherung, Erosionsschutz und Wasserregulierung aufrechtzuerhalten. Eine internationale Studie liefert nun erstmals umfassende quantitative Belege für die Verbreitung und Auswirkungen von Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft in Europa. Das Ergebnis: 70 Prozent der europäischen Böden sind mit Pflanzenschutzmittel kontaminiert. «Dies wirkt sich auf verschiedene nützliche Bodenorganismen wie Pilze (Mykorrhiza) und Fadenwürmer (Nematoden) aus und beeinträchtigt deren Biodiversität», sagt Studienleiter Marcel van der Heijden, Professor am Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich (UZH) und Forscher bei Agroscope.
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Erfolgreiche Klimapolitik braucht Akzeptanz
Eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Santa Fe Institutes in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz zeigt: Klima-Verbote können grüne Werte untergraben. Im Gegenzug können gut konzipierte Maßnahmen diese aber auch fördern. Dafür müssen die Maßnahmen als wirksam wahrgenommen werden und dürfen nicht zu sehr in die Privatsphäre eindringen.
Fahrrad statt PKW, autofreie Innenstädte und der Verzicht auf Fleisch und Flugreisen: So stellen sich viele Menschen ein idealisiertes Leben unter Einhaltung aller Klimaschutzmaßnahmen vor. Ein Großteil von ihnen fühlt sich jedoch deutlich eingeschränkt, wenn ihnen eine solche Lebensweise vorgeschrieben wird. Das kann zur kompletten Ablehnung aller Maßnahmen führen. Was von Entscheidungsträger*innen beachtet werden muss, um die Akzeptanz zu erhöhen, ist Kernpunkt einer kürzlich veröffentlichten Studie.
Hauptautorin ist die Psychologin und Verhaltensökonomin Katrin Schmelz. Sie begann ihre Untersuchung zu dem Thema bereits 2022 am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz. Inzwischen ist sie am Santa Fe Institute beschäftigt, wo sie eng mit dem Co-Autor der Studie, dem Wirtschaftswissenschaftler Samuel Bowles, zusammenarbeitet. Bereits die Datenerhebung haben die beiden gemeinsam durchgeführt und dafür mehr als 3.000 Teilnehmende aus Deutschland zu ihrer Einstellung gegenüber verschiedenen klimapolitischen Maßnahmen befragt.
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KI verändert Jobprofile – nicht Beschäftigung
Eine neue empirische Studie des Kiel Instituts zeigt: Künstliche Intelligenz vernichtet keine Arbeitsplätze, sie verändert sie. Firmen mit starker KI-Nutzung stellen häufiger Fachkräfte ein, während einfache Büroaufgaben zurückgehen. Sprachmodellierung und Spracherkennung durch KI haben einen besonders starken positiven Einfluss auf die Beschäftigung – es entstehen neue Jobs mit höheren Anforderungen. Dagegen wirkt sich KI in den Bereichen Bilderkennung und Übersetzung insbesondere auf Büro- und Verwaltungsberufe negativ aus und kann vorhandene Stellen ersetzen. Unter dem Strich bleibt durch KI die Gesamtbeschäftigung stabil – aber der Qualifikationsdruck steigt.
Das Forschungsteam aus Dänemark, Portugal, Schweden und Deutschland hat für seine Analyse ein neuartiges Messinstrument entwickelt, das den Fortschritt von KI-Technologien auf Teilbereiche und Berufsgruppen herunterbricht. Damit werden dann Beschäftigungseffekte untersucht, basierend auf anonymisierten Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten aus Dänemark, Portugal und Schweden im Zeitraum 2010 bis 2023.
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THWS bringt Expertise zu intelligenten Stromnetzen in Forschungsverbundprojekt KRISNet ein
Aufbau eines europäischen Satellitennetzes für die Steuerung von kritischer Infrastruktur
Mit satellitengestützter Kommunikation die Energieversorgung auch in herausfordernden Szenarien sichern: Dafür arbeitet das Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mit Unternehmenspartnern, der Universität Passau sowie dem Zentrum für Telematik (ZfT) aus Würzburg im Forschungsverbundprojekt KRISNet zusammen. Das Projekt markiert einen Meilenstein eines europäischen Satellitennetzes für den resilienten Betrieb kritischer Infrastrukturen.
Eine verlässliche Energieversorgung ist für den Alltag unabdingbar. Jedoch werden die Systeme durch den Zuwachs an erneuerbarer Energie, durch zunehmend dezentralisierte Erzeugungsanlagen und die stärkere Einbindung verschiedener Sektoren immer komplexer. Gleichzeitig nehmen die Gefahreneinflüsse zu: Extremwetter, gezielte (Cyber-)Angriffe oder technische Störungen können die Versorgung beeinträchtigen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn auch die Kommunikationssysteme ausfallen, denn ohne sie lassen sich Energienetze weder stabil steuern noch nach Störungen schnell und sicher wieder hochfahren.
Genau an diesem Punkt setzt das Forschungsverbundprojekt KRISNet an. Ziel ist es, eine besonders widerstandsfähige Versorgungsinfrastruktur zu entwickeln, die für digitalisierte Stromnetze und weitere kritische Infrastrukturen jederzeit eine verlässliche Kommunikation ermöglicht. Dafür verfolgt KRISNet den Aufbau eines eigenen, souveränen Satellitennetzwerks in erdnaher Umlaufbahn, das im ersten Schritt durch einen Demonstrationssatelliten erprobt wird. Das geplante spätere Satellitennetz in einer niedrigen Umlaufbahn (LEO = low Earth orbit) soll unter deutscher, beziehungsweise europäischer, Kontrolle betrieben werden und die Kommunikationsinfrastruktur gezielt stärken, um sie auch in Krisen- und Ausnahmesituationen funktionsfähig zu halten.
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GFFA-Podiumsgäste diskutierten über die Herausforderungen einer effizienten Wassernutzung in der Landwirtschaft
Am 16. Januar 2026 veranstaltete das IAMO gemeinsam mit der German Agribusiness Alliance (GAA) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Auf den Punkt: Nachhaltige Wassernutzung und innovative Agrartechnologien in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens“. Das Fachpodium fand im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im CityCube Berlin statt.
Wasser ist Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und den Menschen. Vor allem in Zeiten des Klimawandels ist die effiziente Nutzung des Wassers von großer Bedeutung, um die Lebensmittelproduktion auch in zunehmend trockenen Regionen sicherzustellen. Die internationalen Podiumsgäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten darüber, wie eine nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft entwickelt und ausgebaut werden kann.
In der Eröffnungsrede des Fachpodiums machte Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), auf die Bedeutung von Wasser als Bestandteil allen Wirtschaftens aufmerksam. Das GFFA biete eine fachliche Plattform, um sich über ein effizientes Wassermanagement und neueste Technologien in der Landwirtschaft auszutauschen.
IAMO-Wissenschaftler Nodir Djanibekov wies in seinem Vortrag auf die unterschiedliche Verfügbarkeit von Wasser in verschiedenen Ländern Zentralasiens und Europas hin. Die Wassermenge entscheide darüber, welche landwirtschaftlichen Kulturen in welchem Umfang angebaut werden können. Er merkte an, dass allen Landwirt:innen ein Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Investitionen in digitale Technologien ermöglicht werden solle, um die Wassernutzungseffizienz in der Landwirtschaft zu verbessern.
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GFFA-Fachpodium: Lösungsansätze für Wasserknappheit in der Landwirtschaft in China und Deutschland
In der Podiumsdiskussion „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“ am 16. Januar 2026 auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin erörterten deutsche und chinesische Expert:innen die Wasserknappheit, ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft sowie führende Lösungsansätze, die in beiden Ländern als wirksame Gegenmaßnahmen eingesetzt werden können.
Dr. Michaela Böhme, Managing-Direktorin des Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums (DCZ), eröffnete die Podiumsdiskussion mit einer Einordnung der Wasserknappheit als zentrales Thema des diesjährigen GFFA-Fachpodiums. Während die deutsche Landwirtschaft lange Zeit weitgehend durch ausreichende Niederschläge geprägt war, rücken Fragen der Wasserverfügbarkeit zunehmend in den Fokus. In China hingegen ist der Umgang mit ungleich verteilten Wasserressourcen seit Langem eine zentrale Herausforderung, wobei die Lücke zwischen Wasserangebot und -nachfrage weiter wächst. Vor diesem Hintergrund kommt dem deutsch-chinesischen Erfahrungsaustausch eine besondere Bedeutung zu, um wirksame Strategien für beide Länder zu identifizieren.
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Mikroplastik in der Atmosphäre: Ausbreitung von Landflächen aus höher als vom Ozean
Studie zeigt große Diskrepanzen zwischen Emissionsabschätzungen und Messungen von Mikroplastik in der Atmosphäre
Die Atmosphäre ist ein wichtiges Transportmedium, das Mikroplastik selbst in die entlegensten Weltgegenden trägt. Dieses Mikroplastik kann eingeatmet werden und stellt ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier dar. Es kann sich auch aus der Atmosphäre absetzen und Meere und Böden weltweit kontaminieren. Eine neue Studie des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien schätzt die Mikroplastikemissionen von landbasierten und ozeanischen Quellen in die Atmosphäre ab, basierend auf globalen Messdaten und Modellsimulationen. Die Ergebnisse: An Land werden über 20-mal mehr Mikroplastikpartikel emittiert als vom Ozean. Die Studie wurde aktuell in Nature veröffentlicht.
Mittlerweile ist klar dokumentiert, dass die Atmosphäre weltweit mit Mikroplastikpartikeln kontaminiert ist, die sich dann selbst in den entlegensten Weltgegenden wieder absetzen. Das Mikroplastik stammt einerseits aus primären Quellen wie Reifenabrieb oder Textilfasern, andererseits aus Wiederaufwirbelung von bereits kontaminiertem Land oder dem Ozean. Allerdings war die Größenordnung dieser Emissionen und die Verteilung davon auf die Emissionsquellen bisher nicht bekannt. In bisherigen Arbeiten wurde oft der Ozean als Hauptquelle genannt.
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Belüftung des Nordatlantiks nimmt ab – Langsamere Erneuerung des Tiefenwassers möglicherweise Signal des Klimawandels
Die Tiefenwassererneuerung im Nordatlantik hat sich deutlich verlangsamt. Das belegt eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Demnach nimmt das „Alter“ der Wassermassen im Nordatlantik seit den 1990er-Jahren kontinuierlich zu, was einen Hinweis auf eine Abschwächung des atlantischen Strömungssystems gibt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Trend nicht allein auf natürliche Schwankungen zurückzuführen ist, sondern ein Signal des menschengemachten Klimawandels darstellt. Eine verlangsamte Ozeanzirkulation hat weitreichende Folgen für die Klimaregulation sowie für Sauerstoffversorgung und Kohlenstoffaufnahme des Ozeans.
Der Ozean wird ständig „belüftet“, wenn Oberflächenwasser absinkt und dabei beispielsweise Sauerstoff und Kohlenstoff in größere Tiefen transportiert. Wie effizient dieser Prozess ist, lässt sich über das sogenannte Wasseralter abschätzen: Es beschreibt die Zeitspanne seit dem letzten Kontakt einer Wassermasse mit der Atmosphäre.
Wasseralter als Maß für die Ozean-Durchlüftung
Forschende des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben nun untersucht, wie sich die Ozeanbelüftung im Nordatlantik in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Die nordatlantische meridionale Umwälzströmung (North Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) ist für die Belüftung großer Teile der Weltmeere verantwortlich.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das Wasser im Nordatlantik insgesamt „altert“. Durch die Integration von Beobachtungen mit Modellsimulationen kommen sie zu dem Schluss, dass dieser Trend eher ein Hinweis auf den Klimawandel als auf natürliche Schwankungen ist. Die Studie ist jetzt in der Fachpublikation Nature Communications erschienen.
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Ein umfassendes Energiesystemmodell für die Schweiz
Energiesysteme stehen vor komplexen, langfristigen Herausforderungen, die mit einem hohen Mass an Unsicherheit behaftet sind – und diese unterscheiden sich von Land zu Land. Das von der Gruppe Energiewirtschaft am Paul Scherrer Institut PSI entwickelte Energiesystemmodell STEM ist zu einem wesentlichen Instrument für die Steuerung der Energiewende in der Schweiz geworden. Es dient der Erforschung dieser Herausforderungen und unterstützt die Entscheidungsfindung.
Vor etwas mehr als fünfzehn Jahren hatte Kannan Ramachandran eine Idee. Der Wissenschaftler in der Gruppe Energiewirtschaft am Labor für Energiesystem-Analysen (LEA) des PSI begann, an einem neuen energiewirtschaftlichen Modell für die Schweiz zu arbeiten. Eine Anschubfinanzierung des Bundesamts für Energie (BFE) half ihm dabei. Eines der Merkmale, die Ramachandran sich wünschte, war eine zeitliche Auflösung im Bereich von Stunden. Das war Neuland. Zu den Hürden, die der Forscher zu bewältigen hatte, gehörten unzureichende Daten und begrenzte Rechenressourcen. Da einige Gleichungen zum ersten Mal eingesetzt wurden, kam es häufiger zur Fehlersuche. Auch der Zeitplan war knapp bemessen: Nur zwei Jahre, um einen ersten Prototypen zu erstellen.
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Ein neuer Temperaturrekord stellt das Paradigma der extremen Wärme in hohen Breitengraden in Frage
Forschungsteam wendet erstmals Temperaturproxies auf außergewöhnlich reine fossile Phytoplanktonproben an / Ergebnisse deuten auf kühlere Bedingungen im Nordatlantik seit dem Miozän hin als bisher angenommen
Verlässliche Vorhersagen, wie sich das Klima auf der Erde bei steigenden Kohlenstoffdioxid-Werten in der Atmosphäre entwickeln wird, basieren auf Klimamodellen. Solche Modelle basieren wiederum auf Daten aus vergangenen Erdzeitaltern, in denen sich der CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre ähnlich wie in der heutigen Zeit verändert hat. Die Daten stammen aus messbaren Indikatoren (Proxies), deren Interpretation zur Rekonstruktion des Klimas der Vergangenheit verwendet wird. Ein Forscherteam hat nun in Nature Communications eine neue Temperaturaufzeichnung für den Nordatlantik aus den vergangenen 16 Millionen Jahren veröffentlicht. Angewendet wurde die Methode der Clumped-Isotope-Geochemie (Isotopengruppierung) an außergewöhnlich reinen Überresten fossiler Kalkalgen (Coccolithen). Ihre Ergebnisse zeigen, dass der Nordatlantik deutlich kälter war als bisher aufgrund früherer Rekonstruktionen angenommen, was die Ergebnisse von Klimamodellsimulationen stützt und das Paradigma der extremen Wärme im Miozän in hohen Breitengraden in Frage stellt.
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Arbeitszeitderegulierung – was wären die Folgen?
Wissenschaftlicher Rechercheservice
Bundeskanzler Friedrich Merz spricht davon, das Arbeitszeitgesetz abzuschaffen. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht, dass die Höchstarbeitszeit nicht mehr pro Tag, sondern pro Woche geregelt werden soll. Schon dadurch wären Arbeitstage von zeitweilig mehr als 12 Stunden möglich.
Als Ziele einer Deregulierung werden unter anderem wirtschaftliche Impulse, mehr Flexibilität und eine Stabilisierung des Arbeitsvolumens trotz demografischen Wandels angeführt. Doch es ist höchst zweifelhaft, dass solche Ziele erreicht werden, analysieren Forschende der Hans-Böckler-Stiftung und anderer Einrichtungen in verschiedenen Untersuchungen. Erstens kann eine weitgehende Lockerung der täglichen Erwerbs-Arbeitszeit bestehende gesundheitliche Probleme in der Erwerbsbevölkerung verschärfen, was das Arbeitspotenzial schwächt statt stärkt. Zweitens würde sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verschlechtern, was insbesondere die Teilnahme von Frauen am Erwerbsleben einschränkt.
Drei Viertel der Beschäftigten rechnen in einer aktuellen Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) mit negativen Folgen für Erholung und Gesundheit, für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienleben sowie für die Organisation ihres Alltags, wenn generell Arbeitstage von mehr als zehn Stunden möglich werden. Zugleich zeigen die Antworten der mehr als 2000 Befragten auch, dass sehr lange und flexible Arbeitszeiten in Deutschland längst verbreitet sind. Die geltende Rechtslage bietet Unternehmen bereits hohe Flexibilität.
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Kluge Kaufleute bauen vor: Warum die Wirtschaft Umweltbelange nicht ignorieren darf
Der Global Risks Report 2026 zeigt, dass Umweltrisiken wie „Extremwetter“, „Artensterben“ und „kritische Veränderungen der Erdsysteme“ langfristig als größte Gefahr gelten. Im 2-Jahres-Ranking wurden sie jedoch wenig überraschend von geopolitischen Risiken, aber auch von wirtschaftlichen Risiken wie „Inflation“ oder „Rezession“ verdrängt. Diese Prioritätensetzung ist zu kurzfristig gedacht, scheibt Prof. Katrin Böhning-Gaese in ihrem Statement. Die Umwelt nicht zu beachten, erhöhe vielleicht jetzt die Gewinne, langfristig steige jedoch das unternehmerische Risiko.
Deutschlands Wirtschaft schwächelt. Gründe gibt es dafür viele: Ein tiefgreifender Strukturwandel in der Automobilbranche, geopolitische Verschiebungen und neue Zölle – das sind einige der Faktoren, mit denen deutsche Firmen zu kämpfen haben. Entsprechend steht die Wirtschaft derzeit besonders im Fokus. Daran ist nichts auszusetzen. Allerdings dürfen darüber die Themen Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit nicht aus dem Blick geraten. Genau diese Gefahr besteht aber, denn es ist verführerisch, in einen „First-things-first“-Modus zu verfallen, das eine als Pflicht, das andere als Kür zu betrachten. Nach dem Motto: Läuft die Wirtschaft erst wieder, dann kümmern wir uns um die Umwelt. Genau diese Haltung scheint sich in wachsenden Teil von Wirtschaft, Politik und, wie aus Umfragen hervorgeht, auch der Gesellschaft festzusetzen. Ist das wirklich klug?
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Sammelaktion auf der Messe CMT: Urin für die Biobeton-Forschung
Die Zement-Herstellung ist eine der emissionsintensivsten Industrieprozesse. Stuttgarter Wissenschaftlerinnen forschen daher an einem neuen, nachhaltigen mineralischen Baustoff: Biobeton. Zur Herstellung nutzen sie einen bisher eher verkannten Rohstoff – menschlichen Urin. Camperinnen, die während der Tourismusmesse CMT vom 17. bis 25. Januar auf dem Wohnmobilstellplatz der Messe Stuttgart stehen, können das Forschungsprojekt unterstützen, indem sie den Urin aus ihren Trenntoiletten spenden. Für die Sammelaktion kooperieren die Messe Stuttgart, der Trenntoilettenhersteller Arwinger und der Komposttoilettenvermieter Kompotoi mit der Universität Stuttgart.
Wissenschaftler*innen der Universität Stuttgart forschen an einem neuartigen Baustoff – Biobeton. Die Herstellung erfolgt mithilfe von Biomineralisierung. Bei diesem Verfahren produzieren lebende Organismen durch chemische Reaktionen anorganisches Material. Das Material kann potenziell CO₂-neutral komplett aus Abfallstoffen hergestellt werden.
Das Biomineralisierungsverfahren des Stuttgarter Teams weist eine Besonderheit auf: Es basiert auf menschlichem Urin – einem reichlich vorhandenen, aber bisher verkannten Rohstoff. „Die bisher hergestellten Proben weisen vielversprechende Materialeigenschaften für bestimmte Einsatzgebiete im Hochbau auf“, sagt Professor Lucio Blandini, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart. Das Projektteam hat Probekörper hergestellt, die Druckfestigkeiten von über 60 MPa erreichen – deutlich höher als in allen bislang veröffentlichten Studien zur Biomineralisierung. Das heißt: Auch mit Urin können hochfeste Bausteine hergestellt werden. Ziel der Forschung sei es aber nicht, herkömmlichen Beton vollständig zu ersetzen, so Prof. Blandini: „Wir verstehen den Baustoff vielmehr als intelligente Ergänzung für ausgewählte Anwendungen.“
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Wetterprozesse im Winter besser vorhersagen
Starkwinde, starke Niederschläge und Kälteausbrüche sind häufige Extremwetterereignisse, die in den kalten Wintermonaten in Europa auftreten und auch in Deutschland zu Ausnahmezuständen führen können – wie zuletzt beim Sturmtief „Elli“. Um die Prozesse besser zu verstehen, startete am 13. Januar 2026 die vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte internationale Messkampagne NAWDIC über dem Nordatlantik. Mit Daten aus umfangreichen Flugzeug- und Bodenmessungen wollen die Forschenden gemeinsam mit weiteren nationalen und internationalen Partnern die Prozesse besser verstehen und Wettervorhersagemodelle optimieren, um genauere Prognosen von Starkwetterereignissen zu ermöglichen.
Vom Nordatlantik bis nach Westeuropa entwickeln sich Winterstürme, die hurrikanähnliche Windgeschwindigkeiten erreichen, Schäden in Millionenhöhe verursachen und im Extremfall das Leben von Menschen gefährden. Sturmtief „Elli“ letzte Woche hat gezeigt, welche Auswirkungen solche Wettersysteme auch in Deutschland haben können: Bahnausfälle, Straßenchaos und Schulschließungen. „Eine genaue Vorhersage des Ortes, des Zeitpunkts und der Intensität solcher Extremwetterereignisse ist bisher eine Herausforderung“, erklärt Dr. Annika Oertel vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Troposphärenforschung (IMKTRO) des KIT. Viele der physikalischen Prozesse, die zu Extremwetterereignissen in Europa führen, finden über dem Atlantik statt – einem Gebiet, das reguläre Beobachtungssysteme nur unzureichend erfassen.
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GFFA-Fachpodium „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“
Im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) organisiert das IAMO gemeinsam mit dem Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) eine Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung findet am 16. Januar 2026 von 9:30 bis 11:00 Uhr (MEZ) im CityCube Berlin (Raum M1) statt.
Wasserknappheit gefährdet Chinas Ernährungssicherheit. Wie kann Wasser in China nachhaltig genutzt werden – welche Lehren für Deutschland?
Die landwirtschaftliche Produktion in China ist stark von Bewässerung abhängig, doch die ungleiche Verteilung von Niederschlägen und der Klimawandel führen zunehmend zu Wasserstress – mit Risiken für die Ernährungssicherheit und steigender Konkurrenz um knappe Wasserressourcen. Auf diesem Fachpodium diskutieren Expert:innen aus Deutschland und China, wie sich Bewässerung und Wasserwirtschaft verbessern lassen, damit Landwirtschaft auch bei zunehmender Trockenheit leistungsfähig bleibt und klimaresilient aufgestellt ist.
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12 Millionen Euro für innovative Wasserforschung
Joachim Herz Stiftung fördert praxisbezogene Forschungsvorhaben für einen smarten Umgang mit Wasser
Die Joachim Herz Stiftung unterstützt in diesem Jahr innovative Forschungsvorhaben rund um die Ressource Wasser mit insgesamt 12 Millionen Euro. Gefördert werden anwendungsorientierte und mutige Vorhaben, die wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlich und ökonomisch nutzbare Anwendungen überführen. Ziel ist es, die lebenswichtige Ressource besser zu schützen und zugleich ihr Potenzial als Inspirationsquelle für neue Materialien, Technologien und Modelle zu erschließen. Die Hamburger Stiftung möchte so Lösungen für Ressourceneffizienz und Klimaschutz ermöglichen.
52,7 Prozent der deutschen Seen, Flüsse und Bäche befanden sich 2024 in einem schlechten ökologischen Zustand. Auch in unseren Breitengraden wird Wasser knapp – ist aber eine unersetzliche Ressource für Menschen, Natur und Wirtschaft. Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser ist eine gesellschaftliche Herausforderung, für die Lösungen aus der Forschung dringend benötigt werden. Gleichzeitig kann Wasser aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften inspirierend für neue Technologien sein, zum Beispiel bei der Oberflächen- und Materialentwicklung. Innovative Wasserforschung kann einen wichtigen Beitrag zu mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz leisten.
Deswegen fördert die Joachim Herz Stiftung mit 12 Millionen Euro die Entwicklung von Neuen Materialien, Technologien und Modellen, die die Ressource Wasser schützen oder ihre Eigenschaften für nachhaltige Lösungen nutzen. Dafür vergibt die Hamburger Stiftung einen Forschungspreis sowie Individual-, Gruppen- und Strukturförderungen. Die Förderlinien unterstützen Forschungsvorhaben auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen – nach der Grundlagenforschung und vor der Marktreife.
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Winterliche Extremwetterereignisse – Herausforderung im Klinikalltag
Spürbarer Anstieg der Patientenzahlen auch in der Notaufnahme – Uniklinikum ist personell und organisatorisch auf die aktuelle Situation eingestellt – Umsichtiges Verhalten und Vorsicht entlasten das Gesundheitssystem
Schnee, Eis und Minusgrade führen im Winter regelmäßig zu einem erhöhten Unfallrisiko. Die Auswirkungen des Sturmtiefs „Elli“ zeigen aktuell, dass die Gefahr für glatte und verschneite Gehwege und Straßen zusätzliche Herausforderungen im Klinikalltag mit sich bringt.
Infolge solcher Witterungsbedingungen verzeichnen auch das Uniklinikum Dresden einen spürbaren Anstieg der Patientenzahlen. Die unfallchirurgische Abteilung ist stärker gefordert und auch die Zahl der Atemwegserkrankungen nimmt zu, was die medizinische Versorgung zusätzlich vor Herausforderungen stellt: „Seit Beginn der Woche beobachten wir ein erhöhtes Patientenaufkommen in der Notaufnahme. Die Ursachen betreffen alle medizinischen Bereiche und gehen über witterungsbedingte Notfälle hinaus“, sagt Dr. Konrad Kamin, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am Uniklinikum.
Einen reibungslosen Betrieb aufrecht zu erhalten kann mitunter durch eingeschränkte Erreichbarkeit des Personals bei Schnee und Eis erschwert sein: „Im Pflegebereich stimmen wir uns regelmäßig zu Ressourcenplanung und aktuellen Schwerpunkten im Klinikalltag ab. Bei aller Planung hat die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten am Uniklinikum stets oberste Priorität“, sagt Mirko Radloff, Pflegedirektor am Uniklinikum.
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Hochwasser und Dürren besser verstehen
Zum Jahresbeginn 2026 nimmt die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sieben neue Stipendiatinnen und Stipendiaten in das Junge Kolleg auf. Unter ihnen ist auch Juniorprofessorin Dr. Antara Dasgupta, Leiterin der Data-Driven Computing Group am Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen. In ihrem Forschungsprogramm entwickelt Antara Dasgupta ressourcenschonende, vertrauenswürdige und menschenzentrierte KI-Methoden, um hydrologische Extreme sowie das Zusammenspiel von Natur- und menschengemachten Katastrophen besser zu verstehen und abzumildern.
Durch die enge Verknüpfung von maschinellem Lernen, Satellitendaten und physikalischem Prozesswissen verfolgt sie das Ziel, KI-Systeme zu entwickeln, die nicht nur präzise, sondern auch transparent, fair und unmittelbar in praktischen Entscheidungsprozessen einsetzbar sind – etwa in der Hochwasser- und Dürreprävention, im Schutz kritischer Infrastrukturen oder im Katastrophenmanagement.
Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Datenassimilation, also der intelligenten Echtzeit-Verknüpfung von Beobachtungsdaten und Modellen, sowie auf der systemischen Berücksichtigung von Mehrfachgefahren, bei denen unterschiedliche Gefahrenketten miteinander interagieren. Auf diese Weise leistet ihre Forschung einen Beitrag zur Klimaanpassung und zur nachhaltigen Stärkung der Resilienz von Gesellschaft und Umwelt.
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Müll im Rhein: Rund 53.000 Teile passieren Köln täglich
Im Rhein schwimmt um ein Vielfaches mehr Müll als bislang angenommen. Forschende der Universitäten Bonn und Tübingen sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde haben gemeinsam mit dem Kölner K.R.A.K.E. e.V. über einen Zeitraum von 16 Monaten sogenannten Makromüll in einer deutschlandweit einmaligen schwimmenden Müllfalle gesammelt und klassifiziert. Hochrechnungen ergaben, dass rund 53.000 Teile Makromüll den Rhein in Köln täglich passieren. Einwegprodukte aus Kunststoff machen einen Großteil des Rheinmülls aus. Die Ergebnisse sind nun im Wissenschaftsjournal „Communications Sustainability“ veröffentlicht. Achtung Sperrfrist: Nicht vor Donnerstag, 8. Januar, 17 Uhr MEZ, veröffentlichen!
Wie viele Tonnen menschengemachter Müll sich in unseren Meeren befinden, ist nicht klar bezifferbar. Schätzungen gehen von mehreren Millionen Tonnen aus. Und jährlich kommt mehr Müll hinzu. Ein Großteil davon wird über die Flüsse in die Ozeane transportiert. „Um die wirkliche Menge einigermaßen abschätzen zu können, werden meist visuelle Zählungen von Makromüll durchgeführt. Im Rhein geschah das bisher aber auch nur vereinzelt“, sagt Dr. Leandra Hamann vom Bonner Institut für Organismische Biologie der Universität Bonn, die inzwischen an die University of Alberta im kanadischen Edmonton gewechselt ist. „Bislang sind das überwiegend Beobachtungen vorbeischwimmender Müllteile – man kann sich leicht vorstellen, dass bei dieser Methode weniger auffällige oder tiefer schwimmende Teile nicht erfasst werden. Jetzt nutzen wir eine genauere, kontinuierliche Langzeitmethode.“
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Wasser – Mensch – Zukunft
Institut für Didaktik der Naturwissenschaften an der Leibniz Universität Hannover startet öffentliche Veranstaltungsreihe
Wasser ist das Thema: Mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 15. Januar 2026 eröffnet das Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (IDN) der Leibniz Universität Hannover (LUH) die Veranstaltungsreihe „Wasser – Mensch – Zukunft“. Im Mittelpunkt steht das Lebenselement Wasser im Kontext des Klimawandels – aus wissenschaftlichen ebenso wie aus bildungsbezogenen Perspektiven. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft, Bildungspraxis, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürgern zu stärken. Die Reihe umfasst zwei Podiumsdiskussionen und eine Abschlussveranstaltung, bei der zentrale Impulse vorgestellt werden. Sämtliche Veranstaltungen finden im Leibnizsaal des Leibnizhauses, Holzmarkt 5, 30159 Hannover, statt. Der Eintritt ist frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Als zentrales Ergebnis soll ein Wasserwegweiser entstehen – eine Informationsbroschüre für die Stadt und Region Hannover, die Handlungsmöglichkeiten und Anlaufstellen bündelt und auf der Abschlussveranstaltung präsentiert werden soll.
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Neues Kompetenzmodell für den Katastrophenschutz: Wenn jede Entscheidung zählt
Extremwetter, Stromausfälle und andere Krisenlagen stellen Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Unter Zeitdruck und in oft unübersichtlichen Situationen müssen sie schnell, sicher und koordiniert handeln. Vor diesem Hintergrund hat das Team um Dr. Christian K. Karl von der Universität Duisburg-Essen hierzu ein organisationsübergreifendes Modell für Ausbildung und Training entwickelt. Es ist Teil des Forschungsprojekts KOKA – Kompetenzorientierung im Katastrophenschutz.
Im Katastrophenschutz sind Technik und Organisation unverzichtbar – doch sie allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, wie professionell Einsatzkräfte in komplexen und unsicheren Lagen handeln. „Da sich Ausbildungen im Katastrophenschutz je nach Organisation, Aufgabenbereich oder Ausbildungsebene unterscheiden, sind wir der Frage nachgegangen, wie sich diese Anforderungen systematisch erfassen und zusammenführen lassen“, erklärt Dr. Christian K. Karl von der Fachdidaktik Bautechnik der Universität Duisburg-Essen.
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Riesenchance für die Rückgewinnung von Technologiemetallen
Ein Team aus sechs Forschenden des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) hat sich in der ersten Runde der aktuellen SPRIND Tech Metal Transformation Challenge durchgesetzt. Damit sichert sich das Team des HIFs, das zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gehört, mehr als eine Million Euro Förderung der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) für das kommende Jahr. Dann gilt es für das junge Team, das vorgeschlagene Verfahren zur Rückgewinnung von Technologiemetallen aus Elektroschrott zu erproben und weiterzuentwickeln, um bei positiver Evaluierung die nächste Stufe des insgesamt dreistufigen Innovationswettbewerbs zu erreichen.
Das Thema Rohstoffe ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und gerade kritische Rohstoffe, wie Seltene Erden, Tantal oder Gallium stecken in vielen Hightech-Produkten unseres täglichen Gebrauchs. Der Bedarf ist also hoch, doch der Zugang beschränkt. Da bestehende Lieferketten oft durch geopolitische Konflikte gefährdet sind, ist der Weg über das Recycling unabdingbar. Im Moment sind die Recyclingquoten vieler sogenannter Hochtechnologiemetalle jedoch sehr gering. Dies gilt insbesondere für das Recycling von Elektroschrott, von dem allein in der EU mehr als 5 Millionen Tonnen pro Jahr anfallen. Davon wurden allerdings nur geringe Mengen kritischer Rohstoffe wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Hintergrund für die fehlende Effizienz sind in den meisten Fällen fehlende oder unwirtschaftliche Technologien.
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Forschung für Stärkung des Katastrophenschutzes in EU: Menschen bestmöglich schützen und helfen sowie Schäden begrenzen
Innovative Technologies for European Disaster Response: BIBA schließt Forschungsprojekt iTEK ab | Studienergebnisse veröffentlicht | Basis für EU-weite Forschungen geschaffen | Erkenntnisse und Technologien aus Produktion und Logistik können bei Naturkatastrophen helfen
Von Überschwemmung und Waldbrand bis zum Erdbeben – die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen steigt. Damit auch die Zahl der betroffenen Menschen sowie der Infrastrukturschäden mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Welche Bedarfe haben die Einsatzkräfte im Katastrophenschutz, und welche Technologien bieten welche Optionen zu ihrer Unterstützung? Dazu hat das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik gemeinsam mit den assoziierten Partnern, der Katastrophenschutzorganisation @fire, dem ASB Regionalverband Niedersachsen-West und dem Technologieberatungsunternehmen SWMS Consulting, im Projekt iTEK geforscht. Nun haben sie ihre Studienergebnisse veröffentlicht.
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Gesünder ins neue Jahr starten: Vier Vorsätze, ein Ziel
Mehr Bewegung, bewusster Medienkonsum, weniger Alkohol, mit dem Rauchen aufhören– gute Vorsätze, die bei vielen zum Jahreswechsel auf der To-Do-Liste stehen. Damit es auch klappt mit der Umsetzung, haben wir ein paar Tipps für Sie. An erster Stelle stehen Bewegung und Sport – damit können Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit vorbeugen, Stress abbauen, das Immunsystem stärken und die psychische Gesundheit verbessern.
Mehr Bewegung, bewusster Medienkonsum, weniger Alkohol, mit dem Rauchen aufhören– gute Vorsätze, die bei vielen zum Jahreswechsel auf der To-Do-Liste stehen. Damit es auch klappt mit der Umsetzung, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ein paar Tipps für Sie.
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Wie eine Hitzewelle im Jahr 2003 den Nordatlantik bis heute verändert
Extremereignisse verändern die Ökologie im Meer sprunghaft: Eine einzige marine Hitzewelle im Jahr 2003 hat beispielsweise Artenzusammensetzung und Nahrungsnetz-Beziehungen im Nordatlantik so beeinflusst, dass die Folgen bis heute wirken. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei in Bremerhaven nachgewiesen. Die Studie ist jetzt in Science Advances erschienen.
Bremerhaven. Die Ökologie des Nordatlantiks ist im ständigen Wandel. Manchmal verändert sie sich jedoch sprunghaft. Ein Grund: sogenannte Extremereignisse. Ein Beispiel dafür sind marine Hitzewellen. Ein Forscherteam unter der Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei hat jetzt herausgefunden, dass eine einzige, weiträumige Hitzewelle im Jahr 2003 die Artenzusammensetzung und die Nahrungsnetz-Beziehungen im subpolaren Nordatlantik bis heute nachhaltig beeinflusst. Die Studie wurde jetzt in Science Advances veröffentlicht. „Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses reichen bis an uns Menschen heran, weil sie die Verbreitung von Fischarten, die wir essen und an die der Fischfang seit Jahrzehnten angepasst ist, ändern“, erläutert Dr. Karl-Michael Werner vom Thünen-Institut für Seefischerei, Erstautor der Studie. Derartige physikalische Extremjahre könnten auch in Zukunft plötzliche und unvorhersehbare Auswirkungen auf das Leben im Ozean haben. Die Frage sei nun, unter welchen Bedingungen sich eine derart großflächige Hitzewelle mit so weitreichenden Folgen wiederhole. „Nach 2003 gab es weitere Hitzewellen, die aber keine nennenswerten Veränderungen hervorgerufen haben“, sagt Werner.
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Teure Lebensmittel machen Kinder dick
Wenn in einer Wirtschaftskrise die Lebensmittelpreise explodieren, trifft das vor allem die Stadtbevölkerung und Menschen mit niedriger Bildung. Die Folgen wirken sich unter Umständen ein Leben lang aus – etwa in einer geringeren Körpergröße betroffener Kinder. Das hat ein Forschungsteam der Universität Bonn jetzt am Beispiel der „Asienkrise“ in den 1990-er Jahren gezeigt. Damals kam es durch Turbulenzen am Finanzmarkt zu einer drastischen Verteuerung von Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel Indonesiens, die messbare Spuren in der Entwicklung von Kindern hinterlassen hat. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Global Food Security“ veröffentlicht.
Für ihre Studie werteten die Bonner Forschenden vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn den Indonesian Family Life Survey (IFLS) aus, der Haushalte über viele Jahre begleitet. Sie nutzten regionale Unterschiede bei der Reispreisinflation zwischen 1997 und 2000 und verknüpften diese mit Körpermaßen derselben Kinder in der Kindheit und später als junge Erwachsene. „Wir sehen, dass ein massiver Preisschock nicht nur kurzfristig belastet, sondern sich auch in der langfristigen körperlichen Entwicklung von Kindern niederschlagen kann“, sagt Elza S. Elmira, die Erstautorin der Studie. „Der krisenbedingte Preisanstieg erhöhte die chronische Unterernährung und ging mit einem Anstieg der Wachstumsverzögerung um 3,5 Prozentpunkte einher. Stark betroffene Kinder werden später also nicht nur kleiner sein als ihre nicht betroffenen Altersgenossen, sie sind auch deutlich anfälliger für Fettleibigkeit.“
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Öffentliche Stromerzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze
Der Anteil der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeisten erneuerbaren Energien am Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag 2025 wie im Vorjahr bei 55,9 Prozent. Der stärkste Nettostromerzeuger war dabei die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik, die ihre Produktion um 21 Prozent steigerte und somit erstmals die Braunkohle überholte.
Der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Quellen stagnierte 2025, wobei die rückläufige Braunkohlestromerzeugung durch eine steigende Erdgasnutzung ausgeglichen wurde. Der Importanteil am Strommix ist 2025 gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Grundlage dieser Auswertung ist die Datenplattform energy-charts.info des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die für ganz Europa inter-aktive Grafiken zur Stromerzeugung bietet.
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