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Kreislaufwirtschaft für flexible Materialien: EU-Projekt »FlexCycle« setzt auf KI und flexible Robotik
Das automatisierte Recycling von flexiblen Materialien aus Batterien stellt die moderne Abfallwirtschaft vor große Herausforderungen. Das neue europäische Forschungsprojekt »FlexCycle« setzt auf die Entwicklung innovativer Robotik- und KI-Lösungen. Mit einem Budget von 7,5 Millionen Euro und 12 Partnern aus sechs Ländern verfolgt das Projekt das Ziel, Recyclingprozesse für die Wiederverwertung flexibler Materialien industrietauglich zu machen. In den kommenden vier Jahren sollen autonome Systeme entwickelt werden, die in der Lage sind, komplexe Strukturen wie Kleidungsstücke, elektrische Kabel und Batterien zu demontieren und wertvolle Komponenten zurückzugewinnen.
Während das automatisierte Handling von starren Objekten in der Industrie bereits weit fortgeschritten ist, lassen sich weiche und verformbare Materialien aufgrund ihrer flexiblen Struktur nur schwer mit herkömmlichen Robotern verarbeiten. FlexCycle (Flexible Robotic Automation Techniques for Soft Materials Recycling) entwickelt daher autonome Systeme, die in der Lage sind, flexible Strukturen zu identifizieren, zu handhaben und zu demontieren.
Infektionsausbrüche besser vorhersagen: 1,5 Millionen Euro für Forschungsprojekt VaSequIs
Mit Künstlicher Intelligenz und der Analyse von Patienten-, Trink- und Abwasserproben entwickeln Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen ein Frühwarnsystem: Es soll Infektionsausbrüche in Krankenhäusern schneller erkennen und die Sicherheit von Patient:innen erhöhen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das im Februar gestartete Projekt VaSequIs* für 14 Monate mit über 1,5 Millionen Euro.
Um Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen und besser zu verstehen, entwickelt das interdisziplinäre Forschungsteam im Projekt VaSequIs ein System für vergleichende Untersuchungen von Proben aus der Patientenversorgung sowie solchen, die sie an den kritischen Stellen zwischen öffentlicher Wasserversorgung, Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und dem Abwassernetz gewinnen. So wollen sie nachvollziehen, welche und wie viele Krankheitserreger vorherrschen, um mögliche Infektionsausbrüche zu erkennen und zu verhindern. Prof. Dr. Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, und Prof. Dr. Martin Exner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, leiten das Projekt. Beteiligte Wissenschaftler der UDE sind zudem aus dem Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (Prof. Dr. Folker Meyer), aus der Krankenhaushygiene (Dr. Robin Otchwemah) sowie dem Institut für Medizinische Mikrobiologie (PD Dr. Jan Kehrmann).
Umfrage des Forschungsprojekts MoKITUL zeigt: 90 Prozent der Studierenden und Lehrenden nutzen KI-Tools im Studium und in der Lehre – vor allem für Textverarbeitung, Recherche und Verständnisfragen. Doch fehlendes Vertrauen und rechtliche Unsicherheiten bleiben Hürden.
Im Rahmen des Forschungsprojekts MoKITUL – „Moderne KI-basierte Tools zur Unterstützung der Lehre an Hochschulen“ – der Fachhochschule Erfurt wurden 102 Studierende und Lehrende an Thüringer Hochschulen im Jahr 2025 zu ihren Erfahrungen mit KI-gestützten Werkzeugen im Studien- und Lehralltag befragt. Die Ergebnisse zeigen: Künstliche Intelligenz ist bereits im Hochschulalltag angekommen und wird von einer großen Mehrheit genutzt – zugleich begegnen viele dieser Technologie noch mit Zurückhaltung.
Rund 90 Prozent der Befragten nutzen KI-Tools im Studium oder in der Lehre. Studierende greifen dabei etwas häufiger zu den digitalen Helfern als Lehrende. Eingesetzt werden die Anwendungen vor allem für Textverarbeitung, zur Recherche und um Verständnisfragen zu klären. Zugleich bringt die Mehrheit den Antworten der KI kein uneingeschränktes Vertrauen entgegen.
Signifikante Beschleunigung der globalen Erwärmung seit 2015
Die globale Erwärmung hat sich seit 2015 deutlich beschleunigt, zeigt eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Das Forschungsteam berücksichtigt in der Untersuchung bekannte natürliche Einflüsse auf die globale Temperatur und weist die Beschleunigung des Erwärmungstrends erstmals statistisch signifikant nach. Die ermittelte Erwärmungsrate lag in den vergangenen zehn Jahren je nach Datensatz um rund 0,35°C pro Jahrzehnt, verglichen mit knapp 0,2°C pro Jahrzehnt im Durchschnitt der Jahre 1970 bis 2015. Damit ist das jüngste Erwärmungstempo höher als in jedem vorherigen Jahrzehnt seit Beginn der Messungen im Jahr 1880.
„Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen,“ sagt Grant Foster, ein US-Statistikexperte und Co-Autor der Studie, die heute in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde. „Entscheidend ist, dass wir aus den Messdaten bekannte, natürliche Schwankungen herausrechnen, sodass das zufällige ‚Rauschen‘ geringer wird und daher das langfristige Erwärmungssignal klarer hervortritt.“
Über 40 Prozent der großen Süßwassertierarten in fremde Gewässer eingeführt – fast jede zweite Art bringt auch Schaden
Über 40 Prozent der heute lebenden großen Süßwassertiere (Megafauna), zu denen unter anderem Karpfen, Welse, Krokodile, Schildkröten, Biber und Flusspferde zählen, wurden bewusst außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets angesiedelt. Diese gebietsfremden Arten können in den Einführungsregionen zwar wirtschaftliche Vorteile bringen, bergen jedoch zugleich erhebliche und oft unterschätzte Risiken für die einheimische Biodiversität und die lokale Bevölkerung. Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und des Instituts für Geographie und Agrarökologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.
Der Nilbarsch im Viktoriasee ist ein prominentes Beispiel für die komplexen ökologischen und sozioökonomischen Auswirkungen, die durch gebietsfremde Süßwasser-Megafauna verursacht werden. Die gezielte Ansiedlung dieser großen Fischart im Viktoriasee sollte die Fischerei eigentlich verbessern – doch sie hatte gravierende, unterschätzte Folgen: Die Bestände einheimischer Fische gingen zurück, lokale Fischer verloren ihre Lebensgrundlage, und in den umliegenden Gemeinden nahm die chronische Unterernährung bei Kindern und Müttern zu.
Starkregen und seine Folgen für die Smart City Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetterereignisse
Überflutete Keller, überlastete Kanalisation, Überschwemmungen: Starkregen kann enorme Schäden verursachen und Menschenleben gefährden. Bundesweit entstanden im Jahr 2024 durch Starkregen und Überschwemmungen 2,6 Milliarden Euro Schaden. Das Modellprojekt Smart City der Technischen Universität Dresden (TUD) und der Landeshauptstadt Dresden veröffentlicht erstmals den Prototyp einer digitalen 3D-Anwendung, mit deren Hilfe Unwetter und ihre Auswirkungen besser eingeschätzt werden können.
Der digitale Zwilling Dresdens bildet ein reales Modell der Stadt ab. Er simuliert die Folgen bei Starkregen von rund 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter und Stunde und zeigt mögliche Schäden an Wohngebäuden im Stadtgebiet auf. Zusätzlich sind Messdaten zum Niederschlag, zu Wasserständen an Gewässern und der Lufttemperatur abrufbar. Die damit errechneten Szenarien verdeutlichen Zusammenhänge und liefern wertvolle Impulse für die Stadtplanung.
Entwickelt wird der digitale Starkregenzwilling am Institut für Wasserbau und Technische Hydromechanik der TUD: „Komplexe Stadtdaten in einer Plattform zu bündeln und für die Starkregenvorsorge nutzbar zu machen, ist eine spannende Herausforderung“, erklärt Entwickler Lars Backhaus. „So integrieren wir vormals abstrakte Informationen in ein leistungsfähiges Werkzeug, das Verwaltung und Bürgern eine klare Orientierung bietet.“ Ein derart anspruchsvolles System erfordere weitere Fachexpertisen: „Wir sind sehr glücklich, dass in diesem Projekt mehrere Dresdner Partnerinstitutionen aus Verwaltung und Wissenschaft engagiert zusammenarbeiten“, so Projektleiterin Dr. Katja Maerker vom Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden.
Abwasser als Energie- und Rohstoffquelle: Wie Technologie mit Mikroben es möglich macht
Aus Abwasser nicht nur sauberes Wasser, sondern auch Strom und Nährstoffe gewinnen – mit Technologien, die elektrochemisch aktive Mikroorganismen nutzen, ist das möglich. Ein unter Federführung der Universität Greifswald in Frontiers in Science erschienenes internationales Forschungsreview zeigt das enorme umwelt- und ressourcenschonende Potenzial mikrobieller elektrochemischer Technologien (METs).
Weltweit produzieren wir jährlich rund 359 Milliarden Kubikmeter Abwasser – viermal so viel wie der Genfersee fasst. „Darin stecken über 800 000 GWh chemische Energie, vergleichbar mit der Jahresproduktion von 100 Kernkraftwerken“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Uwe Schröder von der Universität Greifswald. „Abwasser enthält außerdem reichlich Nährstoffe, die wir bislang verkommen lassen.“
Die richtigen Mikroben machen’s: Elektrizität aus Abwasser METs setzen genau hier an: Spezielle Mikroorganismen, die natürlich im Abwasser vorkommen, wandeln die darin enthaltene chemische Energie in elektrische Energie um, während gleichzeitig das Wasser gereinigt wird. Im Labor konnten bereits bis zu 35 Prozent der im Abwasser gebundenen Energie in Strom umgewandelt werden. Dass die Technologie auch in der Anwendung funktioniert, beweisen Pilotanlagen wie „Pee Power®“: 2015 versorgte sie mit Strom aus Urin die Toilettenbeleuchtung auf dem Glastonbury Festival. Langzeitstudien in Uganda, Kenia und Südafrika zeigten, dass solche Systeme auch größere Urinmengen zuverlässig aufbereiten – und durch beleuchtete Sanitäranlagen einen Beitrag zu mehr Sicherheit in Regionen mit unzureichender Infrastruktur schaffen.
Übernahmen kosten Mitarbeiter Jobs und Einkommen, die Firmen verlieren Umsatz
Firmenübernahmen sind weder gut für die Arbeitsplätze oder die Einkommen der Mitarbeiter noch für den Umsatz der beteiligten Unternehmen. Das geht hervor aus einer neuen Untersuchung des Ökonomen Jakob Beuschlein von der ROCKWOOL Foundation Berlin (RFBerlin). „Viele Übernahmen gehen mit Entlassungen und daher geringeren Einkommen für die Arbeitnehmer einher. Und selbst diejenigen, die ihren Arbeitsplatz behalten, müssen oft geringere Lohnerhöhungen hinnehmen“, sagt Beuschlein.
Nach fünf Jahren waren die Arbeitseinkommen der Beschäftigten rund 9 Prozent niedriger, als wenn sie in ähnlichen Unternehmen gearbeitet hätten, die nicht an Übernahmen beteiligt waren. Der größte Teil der Einkommensnachteile kommt aus Entlassungen, denn 30 Prozent der Arbeitsplätze der kombinierten Firmen werden durchschnittlich gestrichen. Die Arbeitnehmer erleben dann entweder Arbeitslosigkeit oder gehen in andere Firmen, wo sie ebenfalls weniger verdienen. Aber auch bei den weiterbeschäftigten Arbeitnehmern waren die Löhne nach fünf Jahren 1,5 Prozent niedriger als in vergleichbaren Unternehmen. Ursächlich hierfür war vor allem ein geringeres Lohnwachstum bei Ihnen.
Abholzung führt zu mehr Extremwetterereignissen im Amazonasgebiet
Wenn der Amazonas-Regenwald komplett abgeholzt würde, gäbe es dort mehr Extremniederschläge, Hitzestress und hohe Windgeschwindigkeiten. Das zeigt eine aktuelle Studie, die auf Simulationen mit einem Klimamodell auf der Kilometerskala beruht.
Aus der Vogelperspektive zeigt sich der Amazonas-Regenwald als sattgrünes Mosaik aus Baumkronen, so weit das Auge reicht. Hier sind unzählige Tier- und Pflanzenarten zu Hause – viele endemisch –, und als Kohlenstoffspeicher spielt der Wald eine wichtige Rolle für das globale Klima. Doch durch Rodung droht dieses einzigartige Ökosystem seine wichtigen Funktionen zu verlieren. Ein Fünftel des Gebiets wurde bereits abgeholzt, und ein Ende dieser intensiven Nutzung ist nicht in Sicht. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Biodiversität und das globale und regionale Klima. Mithilfe einer neuartigen Klimasimulation auf der Kilometerskala zeigt eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M), der Universität Hamburg und des Institute of Science and Technology Austria: Extremniederschläge, Hitzestress und Windgeschwindigkeit nehmen in einem Szenario mit kompletter Abholzung deutlich zu und erschweren eine mögliche Erholung des Waldes.
Wie eine große prospektive Kohortenstudie zeigte, könnte der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee das Demenzrisiko senken. Dafür waren nur 2,5-4,5 Tassen Kaffee täglich erforderlich. Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Neurologie gibt es durchaus plausible Erklärungen für diesen beobachteten Effekt, allerdings hebt die Fachgesellschaft auch hervor, dass es sich nicht um kontrolliert randomisierte Daten, sondern um eine Beobachtungstudie handelt.
Die zugrundeliegende Hypothese der aktuellen Studie [1] war, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee mit einem geringeren Demenzrisiko und einer besseren kognitiven Funktion einhergeht. Ausgewertet wurden Daten der „Nurses’ Health Study“ (NHS) und der „Health Professionals Follow-up Study“ (HPFS), in denen prospektiv die Teilnehmenden bislang über 43 Jahre nachbeobachtet wurden. In diesem Zeitraum fanden wiederholt Erhebungen der Ernährungsgewohnheiten und des kognitiven Status (subjektiv und objektiv) statt, auch Untersuchungen auf Demenz. „Allein schon dadurch hebt sich die neue Studie positiv von anderen ab, in denen die Ernährungsgewohnheiten nur zu Beginn erhoben wurden und die oft nur einen kurzen Nachbeobachtungszeitraum hatten“, erklärt DGN-Generalsekretär Prof. Dr. Peter Berlit. Auch die Patientenselektion erfolgte mit der notwendigen Sorgfalt: es wurden nicht nur vorerkrankte Personen mit Tumorleiden, Parkinson oder Demenz ausgeschlossen, sondern auch diejenigen, die unplausible Angaben zu ihrer täglichen Kalorienzufuhr machten und sich somit als nicht zuverlässig bei der Dokumentation ihrer Ernährungsgewohnheiten auf den Fragebögen erwiesen.
Öffentliche Unterstützung für CO₂-Bepreisung bleibt stabil
Langzeitstudie zeigt stabile Zustimmung zu CO₂-Preisen trotz steigender Energiepreise. Trotz Energiekrise und stark gestiegener Preise bleibt die öffentliche Unterstützung für die CO₂-Bepreisung in Deutschland stabil. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue wissenschaftliche Studie eines Teams um Prof. Dr. Stephan Sommer, Professor und Nachhaltigkeitsbeauftragter im Fachbereich Wirtschaft an der Hochschule Bochum. Bei der CO₂-Bepreisung handelt es sich um ein klimapolitisches Instrument, bei dem für den Ausstoß von Kohlendioxid ein Preis pro Tonne erhoben wird, um Anreize zur Emissionsminderung zu schaffen; ob und in welcher Form dieses Instrument eingesetzt wird, hängt in vielen Ländern maßgeblich von der öffentlichen Unterstützung ab und ist international sehr unterschiedlich geregelt.
Die Forschenden analysieren auf Basis eines Längsschnittdatensatzes, wie sich die öffentliche Unterstützung für CO₂-Preise und die Präferenzen für die Verwendung der daraus erzielten Einnahmen zwischen 2019 und 2022 in Deutschland entwickelt haben. Der Untersuchungszeitraum umfasst sowohl die Einführung und Erhöhung des nationalen CO₂-Preises im Verkehrs- und Wärmesektor als auch die Energiekrise infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Insgesamt wurden etwa 4.000 Personen befragt, die jeweils an drei Zeitpunkten einen Fragebogen zu ihrer Einstellung zu CO₂-Bepreisung ausgefüllt haben.
Acetylsalicylsäure (ASS) schützt wahrscheinlich nicht vor Darmkrebs, erhöht aber das Blutungsrisiko
Chengdu/Freiburg, 26.2.2026. In Fachkreisen wird kontrovers diskutiert, ob Acetylsalicylsäure (ASS, beispielsweise Aspirin) möglicherweise vor Darmkrebs schützen kann. Ein neuer Cochrane Review zeigt jetzt: Täglich ASS einzunehmen, bietet Menschen ohne besonderes Darmkrebsrisiko wahrscheinlich keinen Schutz vor Darmkrebs, geht aber mit einem erhöhten Risiko schwerer Blutungen einher.
„Eine breite Anwendung von ASS in der Allgemeinbevölkerung zur Darmkrebsprävention wird durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt“, sagt Dan Cao von der Sichuan-Universität im chinesischen Chengdu, einer der Seniorautoren des Reviews. Die Vorstellung, ASS könne langfristig vor Darmkrebs schützen, sei zwar interessant, ergänzt Zhaolun Cai, ebenfalls von der Sichuan-Universität und einer der beiden Erstautoren des Reviews. „Unsere Analyse zeigt jedoch, dass ein solcher Nutzen nicht gesichert ist – und mit nachgewiesenen Risiken einhergeht.“
ASS wird nicht nur seit mehr als 100 Jahren als Schmerzmittel eingesetzt, sondern langfristig auch als Blutverdünner. Aspirin ist die bekannteste Marke, unter der dieser Wirkstoff vertrieben wird. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen ASS oft über einen längeren Zeitraum ein, um Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu vermeiden. Studien mit solchen Patient*innen haben Hinweise geliefert, dass ASS möglicherweise einen gewissen Schutz vor Darmkrebs bieten könnte.
Ambitionierte Klimapolitik sorgt für Reduzierung von CO2-Emissionen
Globale Anstrengungen gegen den Klimawandel in den vergangenen zwei Jahrzehnten haben dazu beigetragen, CO2-Emissionen in einem erheblichen Umfang zu reduzieren. Das zeigt eine neue Studie, die Wissenschaftler aus Deutschland und Großbritannien federführend durchgeführt haben. Die Forscherinnen und Forscher haben dabei untersucht, welche klimapolitischen Ansätze besonders effektiv waren. Eine ambitionierte staatliche Klimapolitik, charakterisiert durch eine höhere Anzahl sowie striktere Klimaschutzmaßnahmen, führte in der Regel zu einer Emissionsminderung. Besonders erfolgreich waren zudem Staaten, die ihre Maßnahmen zielgerichtet auf die größten Emissionsquellen ausgerichtet haben, so die Experten der Universität Heidelberg, die maßgeblich an der Untersuchung mitgewirkt haben.
Manche Bakterien sind winzige Meister der Navigation: Mit einem eingebauten «Kompass» aus magnetischen Nanopartikeln finden sie zielsicher den optimalen Lebensraum. Forschende der Universität Basel haben nun die magnetischen Eigenschaften einzelner Bakterien entschlüsselt – ein wichtiger Schritt, um ihr Potenzial für Technik, Umweltforschung und medizinische Anwendungen zu nutzen.
Einige Bakterienarten besitzen eine erstaunliche Fähigkeit: Sie nutzen das Erdmagnetfeld um sich daran zu orientieren. Um diesen Mechanismus besser zu verstehen hat das Team um Argovia-Professor Dr. Martino Poggio vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel das «magnetotaktische» Bakterium Magnetospirillum gryphiswaldense genauer untersucht.
In seinem Inneren bildet dieses Bakterium eine Kette aus magnetischen Nanopartikeln – den sogenannten Magnetosomen. Diese wirken wie ein biologischer Kompass und ermöglichen dem Bakterium, sich am Erdmagnetfeld auszurichten.
Fahrplan für ein europaweites Biodiversitäts-Monitoring
Neue Studie zeigt wie digitale und molekulare Technologien sowie koordinierte Lenkung das europaweite Monitoring der biologischen Vielfalt transformieren und globale Naturschutzziele unterstützen können
Die Biodiversität verändert sich, doch den Regierungen fehlen gute Daten, um den Wandel zu verfolgen und wirksame Naturschutzmaßnahmen abzuleiten. Eine neue Studie unter der Leitung der Universität Amsterdam (UvA), des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) schlägt nun einen umfassenden Fahrplan für den Aufbau eines modernen europäischen Netzwerks für Biodiversitätsbeobachtung (BON) vor – eines Netzwerks, das zu einem globalen Vorbild für das Monitoring biologischer Vielfalt werden könnte. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Reviews Biodiversity veröffentlicht.
„Unser Vorschlag enthält einen Plan für Europa, seine chaotischen und unzusammenhängenden Monitoringsysteme zu verbessern“, sagt der Erstautor Dr. Daniel Kissling, außerordentlicher Professor an der UvA. „Wir wollen ein einheitliches europaweites Netzwerk schaffen, das den Wandel bei Arten und Ökosystemen verfolgen kann – von der DNA von Pflanzen und Tieren bis hin zu ganzen Wäldern, Flüssen und Ozeanen.
Schwangerschaft als „Frühwarnsystem“ für die Herzgesundheit
Blutwerte in der Schwangerschaft liefern Hinweise auf spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen / Sprechstunde für betroffene Frauen am Universitätsklinikum Freiburg eingerichtet / Studie am 18. Februar in JAMA Cardiology erschienen
Eine Schwangerschaft stellt für den Körper von Frauen eine besondere Belastung dar – und kann damit frühe Hinweise auf die spätere Herz-Kreislauf-Gesundheit liefern. Das zeigen Forschende des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit dänischen Kolleg*innen in einer aktuellen Studie. Sie untersuchten das Blut von über 2.000 schwangeren Frauen und verknüpften die Ergebnisse mit Gesundheitsdaten aus rund zwölf Jahren Nachbeobachtung. Dabei zeigte sich: Frauen mit erhöhten Werten eines bestimmten Blutmarkers entwickelten später häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzschwäche – auch dann, wenn sie zuvor als herzgesund galten. Die Ergebnisse der Langzeitstudie wurden am 18. Februar 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlicht. Als Konsequenz dieser Ergebnisse wurde am Universitätsklinikum Freiburg eine spezielle Sprechstunde für betroffene Frauen eingerichtet.
Pazifik-Rätsel: Neue Generation von Klimamodellen bringt erstmals Licht ins Dunkel
Seit langem rätseln Forschende darüber, warum sich der östliche tropische Pazifik und der Südliche Ozean parallel zur globalen Erwärmung abkühlen. Existierende Klimamodelle erfassen dieses Muster nicht. Am Max-Planck-Institut für Meteorologie sind Wissenschaftler*innen der Antwort nun einen bedeutenden Schritt nähergekommen: Mit einer neuen Generation physikalisch besser fundierter Klimamodelle haben sie den beobachteten Trend erstmals erfolgreich in einer Simulation dargestellt und die zugrunde liegenden Mechanismen erklärt.
Ein Phänomen im Pazifik beschäftigt Klimaforschende weltweit: Während die globale Erwärmung voranschreitet und die Temperaturen fast überall auf der Welt steigen, haben sich der östliche tropische Pazifik und der pazifische Teil des Südlichen Ozeans in den vergangenen 45 Jahren abgekühlt. Dieses Merkmal wird von traditionellen Klimamodellen, wie sie in der internationalen Vergleichsstudie „Coupled Model Intercomparison Project (CMIP)“ verwendet werden, und deren Ergebnisse in die Berichte des Weltklimarates IPCC einfließen, nicht erfasst. Obwohl die Klimaforschungsgemeinschaft eine Reihe von Hypothesen aufgestellt hat, fehlte bislang eine stichhaltige Erklärung für das beobachtete Muster.
Neues Forschungsprojekt AGRIC an der Hochschule Landshut bringt Agri-Photovoltaik in Deutschland, Bulgarien, Litauen, Polen und Serbien voran. Ziel ist es, Landwirte und weitere Akteure zu unterstützen, die Technologie besser zu verstehen und anzuwenden.
Agri Photovoltaik (Agri-PV) gilt als ein zentraler Baustein der Energiewende, da sie landwirtschaftliche Flächen doppelt nutzbar macht – für Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung. Dennoch gibt es beim Einsatz von Agri-PV viele Unsicherheiten, wie sich beispielsweise die Anlagen auf Erträge auswirken, ob sich die Investition lohnt und welche Genehmigungen nötig sind. Gleichzeitig fehlt es häufig Behörden, Energieagenturen und landwirtschaftlichen Beratungsstellen an verständlichem Informationsmaterial oder an konkreten Beispielen. Hier setzt das neue Forschungsprojekt AGRIC – Advancing Agri PV Readiness and Cooperation an der Hochschule an: Es soll Fachkräfte in der Landwirtschaft sowie regionale Verwaltungen und weitere Akteure dabei unterstützen, Agri PV besser zu verstehen und praktisch anzuwenden. Das Projekt wird vom Technologiezentrum Energie (TZE) der Hochschule Landshut koordiniert. Beteiligte Partner kommen aus Bulgarien, Polen, Litauen und Serbien. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Vorhaben im Rahmen der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) mit insgesamt über 912.000 Euro.
Wälder helfen im Klimaschutz vor allem als naturnahe Ökosysteme
Naturwald Akademie veröffentlicht Policy Brief zur Bedeutung alter Wälder als Kohlenstoffspeicher und gibt Handlungsempfehlungen für Politik und Forstwirtschaft. Zentrales Ergebnis der analysierten Studien: Die Bedeutung junger Wälder als Kohlenstoffsenke wird überschätzt. Wissenschaftlicher Leiter Dr. Torsten Welle: „Alte Wälder sind keine überalterten Systeme, sondern dynamische, sich selbst regulierende Ökosysteme mit hoher struktureller Stabilität.“
Die CO₂-Senkenleistung der Wälder geht zurück, ihr Beitrag zum Klimaschutz sinkt. Europaweit hat sich die CO₂-Aufnahme von Wäldern und anderen Ökosystemen in den vergangenen zehn Jahren um nahezu ein Drittel verringert. „Das ist ein deutliches Warnsignal für eine fehlgeleitete Landnutzungspolitik“, sagt Dr. Torsten Welle, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der Naturwald Akademie Lübeck. Doch alte Wälder durch Aufforstungen zu ersetzen, wird den Klimaschutz nicht voranbringen. „Alte Wälder enthalten zwei- bis dreimal mehr Kohlenstoff als junge Bestände“, sagt Welle.
Erstmals sichtbar gemacht: DNA-Transport zwischen Zellen
Zellen tauschen verschiedene Moleküle über kleine extrazelluläre Vesikel aus, unter anderem DNA. Wie der DNA-Transport im Zellinneren genau verläuft, blieb bislang jedoch unklar. Die mikroskopischen Untersuchungstechniken scheiterten an zu geringen Auflösungen und ungeeigneten Fluoreszenzfarbstoffen.
Nun konnten Forschende des Universitätsklinikums Essen, der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (Arbeitsgruppe von PD Dr. Basant Kumar Thakur) und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung in Mainz (Arbeitsgruppe von Dr. Xiaomin Liu) erstmals sichtbar machen, wie DNA von kleinen extrazellulären Vesikeln zwischen menschlichen Zellen transportiert wird. Die neu entwickelte Bildgebung bietet eine wichtige Grundlage, um die Rolle vesikulärer DNA in Gesundheit und Krankheit weiter zu erforschen.Die kürzlich im „Journal of Translational Medicine“ vorgestellten Aufnahmen zeigen, dass die Vesikel-assoziierte DNA in winzigen Clustern organisiert ist und nur selten mit klassischen Vesikel-Markern zusammen auftritt.
Warum sich die überdüngte Ostsee so schwer erholt – Neue IOW-Übersichtsarbeit zeigt zentrale Prozesse und Ursachen
Die Ostsee steht seit Jahrzehnten unter Druck: Zwar wurden die Einträge von Phosphor und Stickstoff aus Flüssen – Ursache der Überdüngung des Binnenmeeres – merklich reduziert. Doch Folgeerscheinungen wie Algenblüten und Sauerstoffmangel treten nach wie vor massiv auf und ziehen weitere ökologische Folgen nach sich. Forschende des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) zeigen nun in einer umfassenden Zusammenschau, wie Nährstoffaltlasten, interne Stoffkreisläufe und Klimaerwärmung zusammenwirken, so dass Schutzmaßnahmen nur verzögert greifen. Gleichzeitig sehen sie Ansatzpunkte für ein wirksames Ostsee-Management. Die Arbeit erschien jüngst im Annual Review of Marine Science.
Dass die Ostsee unter Überdüngung leidet, ist seit mehr als einem halben Jahrhundert bekannt. Schutzprogramme wie der „Baltic Sea Action Plan“ der Helsinki-Kommission zum Schutz der Ostsee (HELCOM) haben durch Implementierung auf EU- und nationaler Ebene dazu geführt, dass die Nährstoffbelastung aus menschlichen Quellen merklich zurückging: Die Phosphorfrachten der Flüsse sanken seit den 1980er-Jahren um etwa 50 %, die Stickstofffrachten um rund 30 %. Auch neuere Belastungszahlen zeigen diesen Trend: Während 1995 die Phosphor-Gesamteinträge in die zentrale Ostsee noch über 20.000 Tonnen pro Jahr betrugen, lagen sie 2017 bei rund 12.400 Tonnen; beim Stickstoff gingen sie in der selben Zeit von rund 520.000 Tonnen auf knapp 400.000 Tonnen zurück.
Neues Legierungsdesign überwindet Korrosion und Wasserstoffversprödung
Auf den Punkt gebracht:
Herausforderung: Bis jetzt ist Edelstahl anfällig für Korrosion und Versprödung beim Transport und der Speicherung von Wasserstoff
Strategie: Atomare Passivierung von Korngrenzen mit Stickstoff
Ergebnis: neuer Edelstahl mit 3,8-fach höherer Korrosionsbeständigkeit und 1,35-fach höherer Beständigkeit gegen Wasserstoffversprödung im Vergleich zu 316L Stahl
Relevanz: Neuer Edelstahl ist kosteneffizient und mit etablierten Prozessen herstellbar und ermöglicht den sicheren Transport und die Speicherung von Wasserstoff
Wasserstoff ist ein zentraler Baustein zukünftiger klimaneutraler Energiesysteme. Doch die sichere Speicherung und der Transport von Wasserstoff stellen weiterhin eine große materialwissenschaftliche Herausforderung dar. Edelstähle gelten als vielversprechende Werkstoffe, da sie robust, kostengünstig und weit verbreitet sind. Jedoch sind selbst moderne Edelstahlsorten anfällig für Korrosion und Wasserstoffversprödung – ein Prozess, bei dem Wasserstoff in das Metall eindringt, innere Bindungen schwächt und im Extremfall zu plötzlichem Materialversagen führt.
KI-Agenten, Robotik, Verantwortung: Diese Zukunftsideen der Studierenden überzeugen bei der Digital Future Challenge
Am 12.02.25 wurden in Berlin die Gewinnerteams der diesjährigen Digital Future Challenge (DFC) ausgezeichnet. Der erste Preis ging an das vierköpfige Team Calvin Friedrich, Samantha Geller, Duc Kieu und Tim Sellemann von „Ankommen“.
„Unsere Idee unterstützt Menschen bei der Beantragung eines Aufenthaltstitels – also genau diejenigen, die in unserer Gesellschaft oft nicht ausreichend begleitet werden. Wir sind überglücklich, dass sich gerade in diesem engen und hochkarätigen Finale unser Team mit dem Fokus auf Integration und Diversität durchgesetzt hat. Das zeigt sehr deutlich, wofür die Digital Future Challenge steht: für Zusammenhalt und gemeinsames Gestalten der Zukunft“, sagt Samantha Geller aus dem Gewinnerteam. Der von der Initiative D21 und der Deloitte-Stiftung, mit Unterstützung der Giesecke + Devrient Stiftung und der Bertelsmann Stiftung, ausgerichtete Studierendenwettbewerb „Digital Future Challenge“ sucht innovative Lösungen für verantwortungsvolle digitale Zukünfte. Unter dem diesjährigen Leitthema „Zukunft digital gestalten“ lag der Schwerpunkt auf KI-Agenten und Robotik. Der Wettbewerb wurde bereits zum sechsten Mal durchgeführt. Bei der DFC wurden in diesem Jahr 89 Ideen von 285 Studierenden von 30 verschiedenen Hochschulen und Universitäten aus 12 Bundesländern in Deutschland eingereicht. Eine interdisziplinäre Jury wählte daraus die fünf besten Teams aus, die ihre Projekte über mehrere Runden weiterentwickelten und beim Finale am 12. Februar 2026 präsentierten:
Weniger Mikroplastik aus Reifenabrieb durch neuen Sensor und KI-Auswertung
Durch Reifenabrieb erzeugte Mikroplastikpartikel sind eine erhebliche Belastung unserer Umwelt. Verbesserte Lösungen für die Abriebfestigkeit können zur Reduzierung dieser Emissionen beitragen. Im Projekt »KI-RAM« haben Fraunhofer IMWS, Rösler Tyre Innovators GmbH & Co. KG, DENKweit GmbH, iMes Solutions GmbH und die Universität Paderborn dafür Lösungen entwickelt. Sie kombinieren einen neuartigen Sensor im Reifen mit KI-Methoden zur Datenauswertung. Das kann beispielsweise Speditionen bei der Auswahl der richtigen Reifen und der Taktung von Serviceintervallen unterstützen. Ihre Ergebnisse haben die Projektpartner heute im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vorgestellt.
Jährlich entstehen allein in Deutschland durch Reifenabrieb rund 100.000 Tonnen Mikroplastik. Die Reduzierung dieses Reifenabriebs ist – ebenso wie die Vermeidung von CO2-Emissionen – ein Nachhaltigkeitsaspekt, der bei der Optimierung von Reifen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist. Neben den umweltpolitischen Vorgaben liegt das auch an den erhöhten Anforderungen an die Abriebfestigkeit von Reifen bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen.
Nur schnelle Kurskorrekur kann “Treibhaus-Erde” verhindern
Internationales Team veröffentlicht Appell in Fachjournal Durch verschiedene Faktoren haben sich in den vergangenen Tausenden und Millionen von Jahren Warm- und Eiszeiten auf der Erde abgewechselt. Dieses System könnte durch menschlichen Einfluss ins Wanken geraten, davor warnen Forschende bereits seit Jahrzehnten. Die Stimmen werden nun aber lauter. Ein Team um Forschende der Oregon State University (USA), an dem auch Thomas Westerhold vom MARUM beteiligt ist, fordern nun in einem Kommentar deutliche Kurskorrekturen in der Klimapolitik.
Der heute in der Fachzeitschrift One Earth veröffentlichte Artikel „The risk of a hothouse Earth trajectory” (Das Risiko einer Entwicklung zur Treibhauserde) ist die Analyse einer internationalen Zusammenarbeit unter der Leitung von William Ripple von der Oregon State University, die wissenschaftliche Erkenntnisse über Klimarückkopplungsschleifen und 16 Kippelemente – Subsysteme der Erde, die bei Überschreiten kritischer Temperaturschwellen an Stabilität verlieren können – zusammenfasst. Ihr Fazit: Mehrere Komponenten des Erdsystems sind näher an einer Destabilisierung als bisher angenommen. Dadurch ist der Planet einem erhöhten Risiko einer „Treibhaus“-Entwicklung ausgesetzt, die durch Rückkopplungsschleifen angetrieben wird. Diese könnten die Folgen der globalen Erwärmung verstärken, heißt es in dem Artikel.
Wasserstoff in NRW auf Kurs: IN4climate.NRW zeigt, was jetzt zählt
Während sich die internationale Energiebranche aktuell auf der Messe E-world energy & water in Essen über den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft austauscht, wird dieser in Nordrhein-Westfalen bereits sichtbar: Große Elektrolyseurprojekte laufen an, die Infrastruktur befindet sich im Aufbau, internationale Importpartnerschaften entstehen und erste Industrieunternehmen stellen ihre Prozesse auf Wasserstoff um. Gleichzeitig ist jetzt entscheidend, das Tempo weiter zu beschleunigen. Das aktuelle Diskussionspapier der Initiative IN4climate.NRW „Wasserstoff auf Kurs bringen“ analysiert die aktuellen Entwicklungen und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen für bestehende Herausforderungen.
Nordrhein-Westfalen hat gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Wasserstoffhochlauf: Eine energieintensive Industrie mit hoher Nachfrage, die vorteilhafte geografische Lage innerhalb des European Hydrogen Backbone, die zentrale Anbindung an das sich im Aufbau befindliche Wasserstoffkernnetz sowie lokale geologische Wasserstoffspeicherpotenziale und relevante Hafenanbindungen. Bereits 50 Megawatt Elektrolyseleistung sind inzwischen in NRW in Betrieb, weitere über 200 Megawatt genehmigt oder bereits im Bau. Erste Leuchtturmprojekte in der Industrie sowie geschlossene Lieferverträge für Tankstellen in der Rhein-Ruhr-Region zeigen, dass auch die industrielle Bereitschaft zur Transformation vorhanden ist.
Streusalz Knappheit: Digitale Lösung soll Winterdienste unterstützen
Der Winter stellt Kommunen und Straßenbetriebe in diesem Jahr vor besondere Herausforderungen: Streusalz ist vielerorts knapp und teuer geworden. Lieferengpässe, gestiegene Energiekosten und eine hohe Nachfrage haben die Vorräte stark belastet. Gleichzeitig muss die Ver-kehrssicherheit auf Straßen, Radwegen und Gehwegen weiterhin gewährleistet werden. Genau an diesem Punkt setzt ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts in Lemgo an.
In einem vom Land NRW und der EU geförderten Forschungsprojekt arbeiten Fraunhofer, Okeanos Smart Data Solutions GmbH und das Institut für Abfall, Abwasser, Site und Facility Management e.V. mit dem ASP Paderborn, dem Eigenbetrieb Straßen des Kreises Lippe und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) daran, den Winterdienst künftig noch gezielter, präziser und nachhaltiger zu gestalten. Ein Messnetzwerk im Projekt „NachWinD“ aus präzisen Sensoren liefert ein fein abgestimmtes Bild der lokalen Straßenverhältnisse, stationär an Messvorrichtungen an der Straße oder mit einer Sensorvorrichtung, die direkt auf einem Räumfahrzeug montiert ist. Darüber hinaus ist vorhandenes Wissen und Erfahrung gefragt:
Historisch niedriger Wasserstand in der Ostsee – Steht eine großer Salzwassereinbruch aus der Nordsee bevor?
Seit Anfang Januar hat eine außergewöhnlich langanhaltende Ostwindlage den mittleren Wasserstand der Ostsee auf einen historischen Tiefstand sinken lassen. Messungen am schwedischen Pegel Landsort-Norra zeigen Werte, die so niedrig sind wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1886. Forschende des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) verfolgen diese Entwicklung derzeit sehr genau, da sie eine seltene ozeanographische Ausgangssituation für einen möglichen großen Salzwassereinstrom aus der Nordsee in die Ostsee darstellt. Ein solcher Einstrom könnte die physikalischen und chemischen Bedingungen in den tiefen Becken der zentralen Ostsee deutlich verändern.
Die seit Anfang Januar über weite Teile der Ostsee vorherrschenden, oft starken Ostwinde haben dazu geführt, dass große Wassermengen aus dem Binnenmeer durch die Meerengen der Beltsee zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden in Richtung Nordsee hinausgedrückt wurden. In Folge ist der mittlere Wasserstand der Ostsee deutlich abgesunken. Am Pegel Landsort-Norra vor der schwedischen Küste wurde am 5. Februar ein Tagesmittelwert von mehr als 67 Zentimetern unter dem langjährigen mittleren Wasserstand gemessen. Damit wurde der niedrigste Wert registriert, der seit Beginn der kontinuierlichen Pegelbeobachtungen im Jahr 1886 dokumentiert ist.
Analyse belegt: Grabenlose Kanalsanierung ist deutlich umweltfreundlicher
Fraunhofer UMSICHT analysierte für die Firmen RelineEurope GmbH und Impreg GmbH die Umweltwirkungen, die bei der Sanierung von Abwasserohren entstehen. Dazu verglich das Institut mittels Ökobilanzierung die Sanierung von Abwasserrohren durch das Liner-Verfahren (CIPP: Cure-in-Place-Pipe) mit dem Austausch der Rohre durch neue Betonrohre.
In Deutschland gibt es rund 600 000 Kilometer Abwasserrohre. 35 Prozent sind älter als 65 Jahre, sodass zahlreiche Reparaturen und Sanierungen jetzt bzw. in naher Zukunft notwendig sind. Das Liner-Verfahren ermöglicht eine grabenlose Sanierung der Abwasserrohre. Dazu werden die noch nicht ausgehärteten und somit noch flexiblen Liner wie Schläuche durch die bestehenden Kanalschächte in das beschädigte Rohr eingebracht, dann von innen mithilfe von Druckluft an die alte Rohrwandung angepresst und mit UV-Licht vor Ort ausgehärtet. Das Wandmaterial ist ein glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) bestehend aus ungesättigtem Polyester-Harz und Glasfasern, das für Transport und Montage in thermoplastische Kunststofffolien (z.B. PE, PE oder PVC) eingeschlossen wird.
Zunehmende ausgebrachte Toxizität von Pestiziden gefährdet UN-Ziel eines weltweiten Biodiversitätsschutzes bis 2030
Bis 2030 die Risiken von Pestiziden, die in der Landwirtschaft ausgebracht werden, um 50 Prozent zu reduzieren, das hatten sich die Länder der Erde 2022 auf der 15. UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) in Kanada zum Ziel gesetzt. Ein Forschungsteam der RPTU Kaiserslautern-Landau hat die Entwicklung der Giftigkeit von den in der Landwirtschaft angewendeten Pestiziden mit einem neuen Verfahren analysiert und nachgewiesen, dass diese UN-Zielerreichung gefährdet ist. In der Studie, die im Fachmagazin Science erschienen ist, folgern die Autoren, dass nahezu alle Länder weltweit umgehend starke Anstrengungen unternehmen müssen, um das UN-Ziel noch erreichen zu können.
Für die Studie haben die Wissenschaftler Daten über die weltweite Anwendung von Pestiziden ausgewertet und die eingesetzten Mengen jedes Wirkstoffs in Bezug zu dessen Giftigkeit gesetzt. Mit der Berechnung dieser so genannten ausgebrachten Toxizität, welche die Giftigkeit der in der Landwirtschaft eines Landes pro Jahr angewendeten Pestizide umfasst, hat ein Team um die Umweltwissenschaftler Ralf Schulz und Jakob Wolfram ein Verfahren entwickelt, mit dem nun die möglichen globalen Folgen abgeschätzt werden können, die landwirtschaftliche Pestizide auf die Biodiversität haben. „Dadurch erhalten wir einen ganz neuen Blick auf die möglichen Risiken für Umwelt und Biodiversität, die von der Ausbringung von Pestiziden ausgehen“, unterstreicht Ralf Schulz.
Kostenfreies Online-Seminar zur Umsetzung kommunaler Wärmepläne
Wie gelingt die Umsetzung kommunaler Wärmepläne? Neue Leitfäden der Stiftung Umweltenergierecht und ihrer Projektpartner zeigen anhand konkreter Handlungsempfehlungen und Beispielen, wie Kommunen, Energieversorger sowie Bürgerinnen und Bürger den Umsetzungsprozess effektiv organisieren und (mit)gestalten können. Die wichtigsten Punkte werden nun in einem kostenfreien Online-Seminar am 12. Februar erläutert.
Seit Anfang 2024 sind (in der Regel) Kommunen durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet, kommunale Wärmepläne zu erstellen. Für Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen diese spätestens Mitte 2026 vorliegen. Doch wie lässt sich der Übergang von der Planung in die praktische Umsetzung erfolgreich gestalten? Die Stiftung Umweltenergierecht veranstaltet hierfür ein kostenfreies Online-Seminar am Donnerstag, 12. Februar 2025, von 9:30 bis 11:00 Uhr.
Warum Teilzeit Unternehmen und Gesellschaft hilft: Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Dr. Christoph Desjardins sieht positive Effekte für die Produktivität
Die in der aktuellen Debatte um das Thema Teilzeit implizierte Behauptung, dass Teilzeittätige durch ihre „Verweigerung“ von Vollzeitarbeit ihren Unternehmen schaden, lässt sich nicht belegen. Darauf verweist der Arbeits- und Organisationspsychologe Prof. Dr. Christoph Desjardins. Im Gegenteil: Unternehmen und die Gesellschaft können sogar von Teilzeitarbeit profitieren, sagt der Experte für Human Resource Management (HRM) und Leadership der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). In seiner Analyse beleuchtet er wichtige Aspekte, die bisher nicht ausreichend thematisiert werden.
Vielfältige Gründe für Reduzierung der Arbeitszeit Die von der Politik – nicht von der Wirtschaft – angestoßene Diskussion um Teilzeitarbeit als Lifestyle-Element stellt diese Form der Arbeitstätigkeit als bloße Willensentscheidung hin, die je nach Ausmaß der gewünschten Work-Life-Balance getroffen werden kann. Dies bezieht sich auf einen fortschreitenden Wertewandel, der Aktivitäten und soziale Beziehungen im Nicht-Arbeitsbereich priorisiert und dazu führt, dass sich die Bindung der Mitarbeitenden zu ihren Unternehmen verringert. Dass Deutschland ein „kollektiver Freizeitpark“ ist, hat aber schon der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl in seiner Regierungserklärung von 1993 beklagt, ohne dass sich die wirtschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik in den Jahrzehnten danach entsprechend kontinuierlich negativ entwickelt hat.
CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land
Wie lässt sich Kohlendioxid (CO2) dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen? Welches Vorgehen ist dabei realistisch, sinnvoll und verantwortbar? Antworten darauf liefert ab sofort der Carbon Removal Atlas (CDRatlas). Die frei zugängliche Online-Plattform wurde unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel entwickelt und bündelt wissenschaftlich fundierte Informationen zu Methoden der Kohlendioxid-Entnahme. Ziel ist es, fundiertes Wissen für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit, übersichtlich und verständlich aufbereitet, zur Verfügung zu stellen und damit eine verlässliche Grundlage für den Umgang mit schwer vermeidbaren Emissionen zu bieten.
Ob bei der Zementherstellung, in der Stahlindustrie oder der Landwirtschaft – einige Treibhausgasemissionen lassen sich auch bei ehrgeizigem Klimaschutz kaum vollständig vermeiden. Um dennoch die Klimaziele zu erreichen und die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, wird neben der schnellen und drastischen Reduktion der CO2-Emissionen auch die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre eine wichtige Rolle spielen.
Ziel der aktuellen Wirtschaftspolitik ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland zu stärken. Dazu gehört nach Untersuchungen des IfM Bonn auch, die gesetzlichen Vorgaben im Zuge der Dekarbonisierung so zu gestalten, dass der Mittelstand seine originären Stärken – Flexibilität, Kreativität – ausspielen kann.
Überwiegend herrscht in den Familienunternehmen in Deutschland Konsens darüber, dass es der ökologischen Transformation bedarf. Aktuell stellt sich jedoch aus Sicht des Mittelstands die Frage, wie die Unternehmen den klimafreundlichen Umbau erreichen – und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben können.
„Der Mittelstand wird die ökologische Transformation umso erfolgreicher umsetzen, je besser die Politik diese ganzheitlich durchdenkt. Nur so können die Familienunternehmen ihre spezifischen Vorteile wie Flexibilität und Kreativität einbringen, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Derzeit gibt es jedoch ein Sammelsurium von unterschiedlichen und nicht aufeinander abgestimmten Maßnahmen: Neben umweltökonomischen Elementen wie dem CO2-Zertifikatehandel gibt es eine Vielzahl an ordnungsrechtlichen Vorgaben, Berichtspflichten und Förderungen“, erläutert IfM-Projektleiter Hans-Jürgen Wolter.
Landintensive CO₂-Entnahme muss zum Schutz der biologischen Vielfalt besser geplant werden
Eine heute veröffentlichte Studie zum Thema CO₂-Entnahme – bei der CO₂ aus der Atmosphäre entnommen und gespeichert wird – zeigt: Der Einsatz von großflächigen landbasierten Methoden wie Aufforstung oder Bioenergie zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) kann Biodiversität durch vermiedene Klimaschäden schützen, könnte aber auch Gebiete betreffen, die für den Schutz der biologischen Vielfalt besonders wichtig sind. Es gilt, die Kriterien für die Standortwahl besser auszuarbeiten.
Die Studie, die in Nature Climate Change veröffentlicht und von Forschenden des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) geleitet wurde, analysiert Zukunftsoptionen aus fünf groß angelegten Modellierungsprojekten und berücksichtigt zudem 135.000 Arten und 70 für die biologische Vielfalt besonders wertvolle Regionen, sogenannte Biodiversitäts-Hotspots. Im Ergebnis wird räumlich dargestellt, wo landbasierte CO₂-Entnahme künftig stattfinden könnte.
Politikwissenschaftler Christoph Knill hat mit einem internationalen Team die Wirkung unterschiedlicher Klimaschutzmaßnahmen untersucht. Eine Maßnahmenkombination – von CO₂-Preis und Mineralölsteuer bis zu Forschung und Investition in erneuerbare Energien – ist am wirksamsten für den Klimaschutz. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, die Regierungsmaßnahmen in 40 Ländern über Jahrzehnte verglichen hat und aktuell in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Climate Policy veröffentlicht ist. Das Forschungsteam, dem Expertinnen und Experten der LMU sowie der Universitäten Barcelona, Lausanne und Oslo angehören, untersuchte darin politische Maßnahmen und ihre Effekte auf das Klima in einem Zeitraum von 32 Jahren.
„Regierungen weiten ihre politischen Bemühungen um den Klimaschutz aus – doch zu bewerten, was die einzelnen Maßnahmen bewirken, ist durch die wachsende Zahl parallel bestehender Instrumente sehr anspruchsvoll“, erklärt Professor Christoph Knill, Leiter des Lehrstuhls für Empirische Theorien der Politik an der LMU und Co-Autor der Studie. Insbesondere ließen sich die Wirkungen einzelner politischer Instrumente kaum isoliert betrachten, weil die Effekte zahlreicher anderer Maßnahmen hineinspielten. „Ziel unserer Studie war eine länderspezifische Bewertung, um herauszufinden, welche Klimaschutzmaßnahmen den größten Nutzen bringen können.“
Wirksamer Umweltschutz in Norwegen und Schweden Das internationale Team analysierte politische Maßnahmen und ihre Wirkungen in der Zeit von 1990 bis 2022. Mit einer neuartigen statistischen Methode, die es erlaubt, mehrere Parameter der einzelnen Instrumente zugleich zu modellieren, konnten die Forschenden die Wirksamkeit 1.737 einzelner Regeln zum Klimaschutz evaluieren. Dabei stellten sie im Modell sicher, dass nur Initiativen mit ausreichender empirischer Evidenz berücksichtigt wurden.
KRITIS-Dachgesetz: Kompetenzaufbau zur Stärkung der Cybersicherheit und Resilienz kritischer Infrastrukturen
Durch das heute verabschiedete KRITIS-Dachgesetz stehen Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) vor weitreichenden neuen Anforderungen. Cybersicherheit und physische Resilienz werden erstmals gleichwertig und verbindlich geregelt. Für Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung bedeutet dies ein umfassendes Maßnahmenpaket, das technische, organisatorische und personelle Instrumente gleichermaßen umfasst. Das Fraunhofer IOSB-AST unterstützt dabei mit einem maßgeschneiderten Schulungsprogramm.
Neben der NIS2 Richtlinie, die bereits seit Ende 2025 in deutsches Recht umgesetzt wurde und betroffene Organisationen zu einem systematischen und dokumentierten Cyber-Risikomanagement verpflichtet, rückt mit dem KRITIS Dachgesetz der Blick auf den sogenannten All Gefahren Ansatz: Es verpflichtet Betreiber Kritischer Anlagen, digitale und physische Schutzmaßnahmen gemeinsam zu betrachten. Neben Cyberangriffen werden damit auch Risiken wie Sabotage, Naturereignisse, technische Störungen oder operative Unterbrechungen adressiert. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen in zentralen Sektoren wie Energie, Verkehr oder Gesundheit zu Registrierung, Risikoanalysen und Resilienzplänen. Als kritisch gelten Anlagen, die mindestens 500.000 Menschen versorgen. Ziel ist es, die Resilienz Kritischer Infrastrukturen ganzheitlich zu stärken.
Pflanzenschutzmittel beeinträchtigen Bodenleben und Biodiversität erheblich
70 Prozent der Böden in Europa sind mit Pflanzenschutzmittel belastet. Die Auswirkungen auf das Bodenleben sind erheblich, da Pflanzenschutzmittel verschiedene nützliche Bodenorganismen beeinträchtigen. Dies zeigt eine europaweite Studie unter Co-Leitung der Universität Zürich. Um die Bio-diversität der Böden zu schützen, sollten die Ergebnisse in aktuellen Pflanzenschutzmittelvorschriften berücksichtigt werden.
Das Leben unter unseren Füssen ist entscheidend, um wichtige Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen wie Nahrungsmittelproduktion, Kohlenstoffspeicherung, Erosionsschutz und Wasserregulierung aufrechtzuerhalten. Eine internationale Studie liefert nun erstmals umfassende quantitative Belege für die Verbreitung und Auswirkungen von Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft in Europa. Das Ergebnis: 70 Prozent der europäischen Böden sind mit Pflanzenschutzmittel kontaminiert. «Dies wirkt sich auf verschiedene nützliche Bodenorganismen wie Pilze (Mykorrhiza) und Fadenwürmer (Nematoden) aus und beeinträchtigt deren Biodiversität», sagt Studienleiter Marcel van der Heijden, Professor am Institut für Pflanzen- und Mikrobiologie der Universität Zürich (UZH) und Forscher bei Agroscope.
Eine aktuelle Studie des US-amerikanischen Santa Fe Institutes in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz zeigt: Klima-Verbote können grüne Werte untergraben. Im Gegenzug können gut konzipierte Maßnahmen diese aber auch fördern. Dafür müssen die Maßnahmen als wirksam wahrgenommen werden und dürfen nicht zu sehr in die Privatsphäre eindringen.
Fahrrad statt PKW, autofreie Innenstädte und der Verzicht auf Fleisch und Flugreisen: So stellen sich viele Menschen ein idealisiertes Leben unter Einhaltung aller Klimaschutzmaßnahmen vor. Ein Großteil von ihnen fühlt sich jedoch deutlich eingeschränkt, wenn ihnen eine solche Lebensweise vorgeschrieben wird. Das kann zur kompletten Ablehnung aller Maßnahmen führen. Was von Entscheidungsträger*innen beachtet werden muss, um die Akzeptanz zu erhöhen, ist Kernpunkt einer kürzlich veröffentlichten Studie.
Hauptautorin ist die Psychologin und Verhaltensökonomin Katrin Schmelz. Sie begann ihre Untersuchung zu dem Thema bereits 2022 am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ der Universität Konstanz. Inzwischen ist sie am Santa Fe Institute beschäftigt, wo sie eng mit dem Co-Autor der Studie, dem Wirtschaftswissenschaftler Samuel Bowles, zusammenarbeitet. Bereits die Datenerhebung haben die beiden gemeinsam durchgeführt und dafür mehr als 3.000 Teilnehmende aus Deutschland zu ihrer Einstellung gegenüber verschiedenen klimapolitischen Maßnahmen befragt.
Eine neue empirische Studie des Kiel Instituts zeigt: Künstliche Intelligenz vernichtet keine Arbeitsplätze, sie verändert sie. Firmen mit starker KI-Nutzung stellen häufiger Fachkräfte ein, während einfache Büroaufgaben zurückgehen. Sprachmodellierung und Spracherkennung durch KI haben einen besonders starken positiven Einfluss auf die Beschäftigung – es entstehen neue Jobs mit höheren Anforderungen. Dagegen wirkt sich KI in den Bereichen Bilderkennung und Übersetzung insbesondere auf Büro- und Verwaltungsberufe negativ aus und kann vorhandene Stellen ersetzen. Unter dem Strich bleibt durch KI die Gesamtbeschäftigung stabil – aber der Qualifikationsdruck steigt.
Das Forschungsteam aus Dänemark, Portugal, Schweden und Deutschland hat für seine Analyse ein neuartiges Messinstrument entwickelt, das den Fortschritt von KI-Technologien auf Teilbereiche und Berufsgruppen herunterbricht. Damit werden dann Beschäftigungseffekte untersucht, basierend auf anonymisierten Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Daten aus Dänemark, Portugal und Schweden im Zeitraum 2010 bis 2023.
THWS bringt Expertise zu intelligenten Stromnetzen in Forschungsverbundprojekt KRISNet ein
Aufbau eines europäischen Satellitennetzes für die Steuerung von kritischer Infrastruktur Mit satellitengestützter Kommunikation die Energieversorgung auch in herausfordernden Szenarien sichern: Dafür arbeitet das Institut für Energie- und Hochspannungstechnik (IEHT) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) mit Unternehmenspartnern, der Universität Passau sowie dem Zentrum für Telematik (ZfT) aus Würzburg im Forschungsverbundprojekt KRISNet zusammen. Das Projekt markiert einen Meilenstein eines europäischen Satellitennetzes für den resilienten Betrieb kritischer Infrastrukturen.
Eine verlässliche Energieversorgung ist für den Alltag unabdingbar. Jedoch werden die Systeme durch den Zuwachs an erneuerbarer Energie, durch zunehmend dezentralisierte Erzeugungsanlagen und die stärkere Einbindung verschiedener Sektoren immer komplexer. Gleichzeitig nehmen die Gefahreneinflüsse zu: Extremwetter, gezielte (Cyber-)Angriffe oder technische Störungen können die Versorgung beeinträchtigen. Besonders kritisch wird die Situation, wenn auch die Kommunikationssysteme ausfallen, denn ohne sie lassen sich Energienetze weder stabil steuern noch nach Störungen schnell und sicher wieder hochfahren.
Genau an diesem Punkt setzt das Forschungsverbundprojekt KRISNet an. Ziel ist es, eine besonders widerstandsfähige Versorgungsinfrastruktur zu entwickeln, die für digitalisierte Stromnetze und weitere kritische Infrastrukturen jederzeit eine verlässliche Kommunikation ermöglicht. Dafür verfolgt KRISNet den Aufbau eines eigenen, souveränen Satellitennetzwerks in erdnaher Umlaufbahn, das im ersten Schritt durch einen Demonstrationssatelliten erprobt wird. Das geplante spätere Satellitennetz in einer niedrigen Umlaufbahn (LEO = low Earth orbit) soll unter deutscher, beziehungsweise europäischer, Kontrolle betrieben werden und die Kommunikationsinfrastruktur gezielt stärken, um sie auch in Krisen- und Ausnahmesituationen funktionsfähig zu halten.
GFFA-Podiumsgäste diskutierten über die Herausforderungen einer effizienten Wassernutzung in der Landwirtschaft
Am 16. Januar 2026 veranstaltete das IAMO gemeinsam mit der German Agribusiness Alliance (GAA) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Auf den Punkt: Nachhaltige Wassernutzung und innovative Agrartechnologien in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens“. Das Fachpodium fand im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im CityCube Berlin statt.
Wasser ist Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und den Menschen. Vor allem in Zeiten des Klimawandels ist die effiziente Nutzung des Wassers von großer Bedeutung, um die Lebensmittelproduktion auch in zunehmend trockenen Regionen sicherzustellen. Die internationalen Podiumsgäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten darüber, wie eine nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft entwickelt und ausgebaut werden kann.
In der Eröffnungsrede des Fachpodiums machte Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), auf die Bedeutung von Wasser als Bestandteil allen Wirtschaftens aufmerksam. Das GFFA biete eine fachliche Plattform, um sich über ein effizientes Wassermanagement und neueste Technologien in der Landwirtschaft auszutauschen.
IAMO-Wissenschaftler Nodir Djanibekov wies in seinem Vortrag auf die unterschiedliche Verfügbarkeit von Wasser in verschiedenen Ländern Zentralasiens und Europas hin. Die Wassermenge entscheide darüber, welche landwirtschaftlichen Kulturen in welchem Umfang angebaut werden können. Er merkte an, dass allen Landwirt:innen ein Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen und Investitionen in digitale Technologien ermöglicht werden solle, um die Wassernutzungseffizienz in der Landwirtschaft zu verbessern.
GFFA-Fachpodium: Lösungsansätze für Wasserknappheit in der Landwirtschaft in China und Deutschland
In der Podiumsdiskussion „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“ am 16. Januar 2026 auf dem Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) in Berlin erörterten deutsche und chinesische Expert:innen die Wasserknappheit, ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft sowie führende Lösungsansätze, die in beiden Ländern als wirksame Gegenmaßnahmen eingesetzt werden können.
Dr. Michaela Böhme, Managing-Direktorin des Deutsch-Chinesischen Agrarzentrums (DCZ), eröffnete die Podiumsdiskussion mit einer Einordnung der Wasserknappheit als zentrales Thema des diesjährigen GFFA-Fachpodiums. Während die deutsche Landwirtschaft lange Zeit weitgehend durch ausreichende Niederschläge geprägt war, rücken Fragen der Wasserverfügbarkeit zunehmend in den Fokus. In China hingegen ist der Umgang mit ungleich verteilten Wasserressourcen seit Langem eine zentrale Herausforderung, wobei die Lücke zwischen Wasserangebot und -nachfrage weiter wächst. Vor diesem Hintergrund kommt dem deutsch-chinesischen Erfahrungsaustausch eine besondere Bedeutung zu, um wirksame Strategien für beide Länder zu identifizieren.
Mikroplastik in der Atmosphäre: Ausbreitung von Landflächen aus höher als vom Ozean
Studie zeigt große Diskrepanzen zwischen Emissionsabschätzungen und Messungen von Mikroplastik in der Atmosphäre Die Atmosphäre ist ein wichtiges Transportmedium, das Mikroplastik selbst in die entlegensten Weltgegenden trägt. Dieses Mikroplastik kann eingeatmet werden und stellt ein Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier dar. Es kann sich auch aus der Atmosphäre absetzen und Meere und Böden weltweit kontaminieren. Eine neue Studie des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien schätzt die Mikroplastikemissionen von landbasierten und ozeanischen Quellen in die Atmosphäre ab, basierend auf globalen Messdaten und Modellsimulationen. Die Ergebnisse: An Land werden über 20-mal mehr Mikroplastikpartikel emittiert als vom Ozean. Die Studie wurde aktuell in Nature veröffentlicht.
Mittlerweile ist klar dokumentiert, dass die Atmosphäre weltweit mit Mikroplastikpartikeln kontaminiert ist, die sich dann selbst in den entlegensten Weltgegenden wieder absetzen. Das Mikroplastik stammt einerseits aus primären Quellen wie Reifenabrieb oder Textilfasern, andererseits aus Wiederaufwirbelung von bereits kontaminiertem Land oder dem Ozean. Allerdings war die Größenordnung dieser Emissionen und die Verteilung davon auf die Emissionsquellen bisher nicht bekannt. In bisherigen Arbeiten wurde oft der Ozean als Hauptquelle genannt.
Belüftung des Nordatlantiks nimmt ab – Langsamere Erneuerung des Tiefenwassers möglicherweise Signal des Klimawandels
Die Tiefenwassererneuerung im Nordatlantik hat sich deutlich verlangsamt. Das belegt eine neue Studie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Demnach nimmt das „Alter“ der Wassermassen im Nordatlantik seit den 1990er-Jahren kontinuierlich zu, was einen Hinweis auf eine Abschwächung des atlantischen Strömungssystems gibt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser Trend nicht allein auf natürliche Schwankungen zurückzuführen ist, sondern ein Signal des menschengemachten Klimawandels darstellt. Eine verlangsamte Ozeanzirkulation hat weitreichende Folgen für die Klimaregulation sowie für Sauerstoffversorgung und Kohlenstoffaufnahme des Ozeans.
Der Ozean wird ständig „belüftet“, wenn Oberflächenwasser absinkt und dabei beispielsweise Sauerstoff und Kohlenstoff in größere Tiefen transportiert. Wie effizient dieser Prozess ist, lässt sich über das sogenannte Wasseralter abschätzen: Es beschreibt die Zeitspanne seit dem letzten Kontakt einer Wassermasse mit der Atmosphäre.
Wasseralter als Maß für die Ozean-Durchlüftung Forschende des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel haben nun untersucht, wie sich die Ozeanbelüftung im Nordatlantik in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Die nordatlantische meridionale Umwälzströmung (North Atlantic Meridional Overturning Circulation, AMOC) ist für die Belüftung großer Teile der Weltmeere verantwortlich.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass das Wasser im Nordatlantik insgesamt „altert“. Durch die Integration von Beobachtungen mit Modellsimulationen kommen sie zu dem Schluss, dass dieser Trend eher ein Hinweis auf den Klimawandel als auf natürliche Schwankungen ist. Die Studie ist jetzt in der Fachpublikation Nature Communications erschienen.
Ein umfassendes Energiesystemmodell für die Schweiz
Energiesysteme stehen vor komplexen, langfristigen Herausforderungen, die mit einem hohen Mass an Unsicherheit behaftet sind – und diese unterscheiden sich von Land zu Land. Das von der Gruppe Energiewirtschaft am Paul Scherrer Institut PSI entwickelte Energiesystemmodell STEM ist zu einem wesentlichen Instrument für die Steuerung der Energiewende in der Schweiz geworden. Es dient der Erforschung dieser Herausforderungen und unterstützt die Entscheidungsfindung.
Vor etwas mehr als fünfzehn Jahren hatte Kannan Ramachandran eine Idee. Der Wissenschaftler in der Gruppe Energiewirtschaft am Labor für Energiesystem-Analysen (LEA) des PSI begann, an einem neuen energiewirtschaftlichen Modell für die Schweiz zu arbeiten. Eine Anschubfinanzierung des Bundesamts für Energie (BFE) half ihm dabei. Eines der Merkmale, die Ramachandran sich wünschte, war eine zeitliche Auflösung im Bereich von Stunden. Das war Neuland. Zu den Hürden, die der Forscher zu bewältigen hatte, gehörten unzureichende Daten und begrenzte Rechenressourcen. Da einige Gleichungen zum ersten Mal eingesetzt wurden, kam es häufiger zur Fehlersuche. Auch der Zeitplan war knapp bemessen: Nur zwei Jahre, um einen ersten Prototypen zu erstellen.
Ein neuer Temperaturrekord stellt das Paradigma der extremen Wärme in hohen Breitengraden in Frage
Forschungsteam wendet erstmals Temperaturproxies auf außergewöhnlich reine fossile Phytoplanktonproben an / Ergebnisse deuten auf kühlere Bedingungen im Nordatlantik seit dem Miozän hin als bisher angenommen
Verlässliche Vorhersagen, wie sich das Klima auf der Erde bei steigenden Kohlenstoffdioxid-Werten in der Atmosphäre entwickeln wird, basieren auf Klimamodellen. Solche Modelle basieren wiederum auf Daten aus vergangenen Erdzeitaltern, in denen sich der CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre ähnlich wie in der heutigen Zeit verändert hat. Die Daten stammen aus messbaren Indikatoren (Proxies), deren Interpretation zur Rekonstruktion des Klimas der Vergangenheit verwendet wird. Ein Forscherteam hat nun in Nature Communications eine neue Temperaturaufzeichnung für den Nordatlantik aus den vergangenen 16 Millionen Jahren veröffentlicht. Angewendet wurde die Methode der Clumped-Isotope-Geochemie (Isotopengruppierung) an außergewöhnlich reinen Überresten fossiler Kalkalgen (Coccolithen). Ihre Ergebnisse zeigen, dass der Nordatlantik deutlich kälter war als bisher aufgrund früherer Rekonstruktionen angenommen, was die Ergebnisse von Klimamodellsimulationen stützt und das Paradigma der extremen Wärme im Miozän in hohen Breitengraden in Frage stellt.
Wissenschaftlicher Rechercheservice Bundeskanzler Friedrich Merz spricht davon, das Arbeitszeitgesetz abzuschaffen. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht, dass die Höchstarbeitszeit nicht mehr pro Tag, sondern pro Woche geregelt werden soll. Schon dadurch wären Arbeitstage von zeitweilig mehr als 12 Stunden möglich.
Als Ziele einer Deregulierung werden unter anderem wirtschaftliche Impulse, mehr Flexibilität und eine Stabilisierung des Arbeitsvolumens trotz demografischen Wandels angeführt. Doch es ist höchst zweifelhaft, dass solche Ziele erreicht werden, analysieren Forschende der Hans-Böckler-Stiftung und anderer Einrichtungen in verschiedenen Untersuchungen. Erstens kann eine weitgehende Lockerung der täglichen Erwerbs-Arbeitszeit bestehende gesundheitliche Probleme in der Erwerbsbevölkerung verschärfen, was das Arbeitspotenzial schwächt statt stärkt. Zweitens würde sich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter verschlechtern, was insbesondere die Teilnahme von Frauen am Erwerbsleben einschränkt.
Drei Viertel der Beschäftigten rechnen in einer aktuellen Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) mit negativen Folgen für Erholung und Gesundheit, für die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienleben sowie für die Organisation ihres Alltags, wenn generell Arbeitstage von mehr als zehn Stunden möglich werden. Zugleich zeigen die Antworten der mehr als 2000 Befragten auch, dass sehr lange und flexible Arbeitszeiten in Deutschland längst verbreitet sind. Die geltende Rechtslage bietet Unternehmen bereits hohe Flexibilität.
Kluge Kaufleute bauen vor: Warum die Wirtschaft Umweltbelange nicht ignorieren darf
Der Global Risks Report 2026 zeigt, dass Umweltrisiken wie „Extremwetter“, „Artensterben“ und „kritische Veränderungen der Erdsysteme“ langfristig als größte Gefahr gelten. Im 2-Jahres-Ranking wurden sie jedoch wenig überraschend von geopolitischen Risiken, aber auch von wirtschaftlichen Risiken wie „Inflation“ oder „Rezession“ verdrängt. Diese Prioritätensetzung ist zu kurzfristig gedacht, scheibt Prof. Katrin Böhning-Gaese in ihrem Statement. Die Umwelt nicht zu beachten, erhöhe vielleicht jetzt die Gewinne, langfristig steige jedoch das unternehmerische Risiko.
Deutschlands Wirtschaft schwächelt. Gründe gibt es dafür viele: Ein tiefgreifender Strukturwandel in der Automobilbranche, geopolitische Verschiebungen und neue Zölle – das sind einige der Faktoren, mit denen deutsche Firmen zu kämpfen haben. Entsprechend steht die Wirtschaft derzeit besonders im Fokus. Daran ist nichts auszusetzen. Allerdings dürfen darüber die Themen Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit nicht aus dem Blick geraten. Genau diese Gefahr besteht aber, denn es ist verführerisch, in einen „First-things-first“-Modus zu verfallen, das eine als Pflicht, das andere als Kür zu betrachten. Nach dem Motto: Läuft die Wirtschaft erst wieder, dann kümmern wir uns um die Umwelt. Genau diese Haltung scheint sich in wachsenden Teil von Wirtschaft, Politik und, wie aus Umfragen hervorgeht, auch der Gesellschaft festzusetzen. Ist das wirklich klug?
Sammelaktion auf der Messe CMT: Urin für die Biobeton-Forschung
Die Zement-Herstellung ist eine der emissionsintensivsten Industrieprozesse. Stuttgarter Wissenschaftlerinnen forschen daher an einem neuen, nachhaltigen mineralischen Baustoff: Biobeton. Zur Herstellung nutzen sie einen bisher eher verkannten Rohstoff – menschlichen Urin. Camperinnen, die während der Tourismusmesse CMT vom 17. bis 25. Januar auf dem Wohnmobilstellplatz der Messe Stuttgart stehen, können das Forschungsprojekt unterstützen, indem sie den Urin aus ihren Trenntoiletten spenden. Für die Sammelaktion kooperieren die Messe Stuttgart, der Trenntoilettenhersteller Arwinger und der Komposttoilettenvermieter Kompotoi mit der Universität Stuttgart.
Wissenschaftler*innen der Universität Stuttgart forschen an einem neuartigen Baustoff – Biobeton. Die Herstellung erfolgt mithilfe von Biomineralisierung. Bei diesem Verfahren produzieren lebende Organismen durch chemische Reaktionen anorganisches Material. Das Material kann potenziell CO₂-neutral komplett aus Abfallstoffen hergestellt werden.
Das Biomineralisierungsverfahren des Stuttgarter Teams weist eine Besonderheit auf: Es basiert auf menschlichem Urin – einem reichlich vorhandenen, aber bisher verkannten Rohstoff. „Die bisher hergestellten Proben weisen vielversprechende Materialeigenschaften für bestimmte Einsatzgebiete im Hochbau auf“, sagt Professor Lucio Blandini, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart. Das Projektteam hat Probekörper hergestellt, die Druckfestigkeiten von über 60 MPa erreichen – deutlich höher als in allen bislang veröffentlichten Studien zur Biomineralisierung. Das heißt: Auch mit Urin können hochfeste Bausteine hergestellt werden. Ziel der Forschung sei es aber nicht, herkömmlichen Beton vollständig zu ersetzen, so Prof. Blandini: „Wir verstehen den Baustoff vielmehr als intelligente Ergänzung für ausgewählte Anwendungen.“
Starkwinde, starke Niederschläge und Kälteausbrüche sind häufige Extremwetterereignisse, die in den kalten Wintermonaten in Europa auftreten und auch in Deutschland zu Ausnahmezuständen führen können – wie zuletzt beim Sturmtief „Elli“. Um die Prozesse besser zu verstehen, startete am 13. Januar 2026 die vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierte internationale Messkampagne NAWDIC über dem Nordatlantik. Mit Daten aus umfangreichen Flugzeug- und Bodenmessungen wollen die Forschenden gemeinsam mit weiteren nationalen und internationalen Partnern die Prozesse besser verstehen und Wettervorhersagemodelle optimieren, um genauere Prognosen von Starkwetterereignissen zu ermöglichen.
Vom Nordatlantik bis nach Westeuropa entwickeln sich Winterstürme, die hurrikanähnliche Windgeschwindigkeiten erreichen, Schäden in Millionenhöhe verursachen und im Extremfall das Leben von Menschen gefährden. Sturmtief „Elli“ letzte Woche hat gezeigt, welche Auswirkungen solche Wettersysteme auch in Deutschland haben können: Bahnausfälle, Straßenchaos und Schulschließungen. „Eine genaue Vorhersage des Ortes, des Zeitpunkts und der Intensität solcher Extremwetterereignisse ist bisher eine Herausforderung“, erklärt Dr. Annika Oertel vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Troposphärenforschung (IMKTRO) des KIT. Viele der physikalischen Prozesse, die zu Extremwetterereignissen in Europa führen, finden über dem Atlantik statt – einem Gebiet, das reguläre Beobachtungssysteme nur unzureichend erfassen.
GFFA-Fachpodium „Wasser, Ernährung & Klima: Erkenntnisse aus der deutsch-chinesischen Kooperation“
Im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) organisiert das IAMO gemeinsam mit dem Deutsch-Chinesischen Agrarzentrum (DCZ) eine Podiumsdiskussion. Die Veranstaltung findet am 16. Januar 2026 von 9:30 bis 11:00 Uhr (MEZ) im CityCube Berlin (Raum M1) statt.
Wasserknappheit gefährdet Chinas Ernährungssicherheit. Wie kann Wasser in China nachhaltig genutzt werden – welche Lehren für Deutschland?
Die landwirtschaftliche Produktion in China ist stark von Bewässerung abhängig, doch die ungleiche Verteilung von Niederschlägen und der Klimawandel führen zunehmend zu Wasserstress – mit Risiken für die Ernährungssicherheit und steigender Konkurrenz um knappe Wasserressourcen. Auf diesem Fachpodium diskutieren Expert:innen aus Deutschland und China, wie sich Bewässerung und Wasserwirtschaft verbessern lassen, damit Landwirtschaft auch bei zunehmender Trockenheit leistungsfähig bleibt und klimaresilient aufgestellt ist.
Joachim Herz Stiftung fördert praxisbezogene Forschungsvorhaben für einen smarten Umgang mit Wasser Die Joachim Herz Stiftung unterstützt in diesem Jahr innovative Forschungsvorhaben rund um die Ressource Wasser mit insgesamt 12 Millionen Euro. Gefördert werden anwendungsorientierte und mutige Vorhaben, die wissenschaftliche Erkenntnisse in gesellschaftlich und ökonomisch nutzbare Anwendungen überführen. Ziel ist es, die lebenswichtige Ressource besser zu schützen und zugleich ihr Potenzial als Inspirationsquelle für neue Materialien, Technologien und Modelle zu erschließen. Die Hamburger Stiftung möchte so Lösungen für Ressourceneffizienz und Klimaschutz ermöglichen.
52,7 Prozent der deutschen Seen, Flüsse und Bäche befanden sich 2024 in einem schlechten ökologischen Zustand. Auch in unseren Breitengraden wird Wasser knapp – ist aber eine unersetzliche Ressource für Menschen, Natur und Wirtschaft. Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser ist eine gesellschaftliche Herausforderung, für die Lösungen aus der Forschung dringend benötigt werden. Gleichzeitig kann Wasser aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften inspirierend für neue Technologien sein, zum Beispiel bei der Oberflächen- und Materialentwicklung. Innovative Wasserforschung kann einen wichtigen Beitrag zu mehr Ressourceneffizienz und Klimaschutz leisten.
Deswegen fördert die Joachim Herz Stiftung mit 12 Millionen Euro die Entwicklung von Neuen Materialien, Technologien und Modellen, die die Ressource Wasser schützen oder ihre Eigenschaften für nachhaltige Lösungen nutzen. Dafür vergibt die Hamburger Stiftung einen Forschungspreis sowie Individual-, Gruppen- und Strukturförderungen. Die Förderlinien unterstützen Forschungsvorhaben auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen – nach der Grundlagenforschung und vor der Marktreife.
Winterliche Extremwetterereignisse – Herausforderung im Klinikalltag
Spürbarer Anstieg der Patientenzahlen auch in der Notaufnahme – Uniklinikum ist personell und organisatorisch auf die aktuelle Situation eingestellt – Umsichtiges Verhalten und Vorsicht entlasten das Gesundheitssystem
Schnee, Eis und Minusgrade führen im Winter regelmäßig zu einem erhöhten Unfallrisiko. Die Auswirkungen des Sturmtiefs „Elli“ zeigen aktuell, dass die Gefahr für glatte und verschneite Gehwege und Straßen zusätzliche Herausforderungen im Klinikalltag mit sich bringt.
Infolge solcher Witterungsbedingungen verzeichnen auch das Uniklinikum Dresden einen spürbaren Anstieg der Patientenzahlen. Die unfallchirurgische Abteilung ist stärker gefordert und auch die Zahl der Atemwegserkrankungen nimmt zu, was die medizinische Versorgung zusätzlich vor Herausforderungen stellt: „Seit Beginn der Woche beobachten wir ein erhöhtes Patientenaufkommen in der Notaufnahme. Die Ursachen betreffen alle medizinischen Bereiche und gehen über witterungsbedingte Notfälle hinaus“, sagt Dr. Konrad Kamin, Leiter des Zentrums für Notfallmedizin am Uniklinikum.
Einen reibungslosen Betrieb aufrecht zu erhalten kann mitunter durch eingeschränkte Erreichbarkeit des Personals bei Schnee und Eis erschwert sein: „Im Pflegebereich stimmen wir uns regelmäßig zu Ressourcenplanung und aktuellen Schwerpunkten im Klinikalltag ab. Bei aller Planung hat die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten am Uniklinikum stets oberste Priorität“, sagt Mirko Radloff, Pflegedirektor am Uniklinikum.
Zum Jahresbeginn 2026 nimmt die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sieben neue Stipendiatinnen und Stipendiaten in das Junge Kolleg auf. Unter ihnen ist auch Juniorprofessorin Dr. Antara Dasgupta, Leiterin der Data-Driven Computing Group am Lehrstuhl und Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen. In ihrem Forschungsprogramm entwickelt Antara Dasgupta ressourcenschonende, vertrauenswürdige und menschenzentrierte KI-Methoden, um hydrologische Extreme sowie das Zusammenspiel von Natur- und menschengemachten Katastrophen besser zu verstehen und abzumildern.
Durch die enge Verknüpfung von maschinellem Lernen, Satellitendaten und physikalischem Prozesswissen verfolgt sie das Ziel, KI-Systeme zu entwickeln, die nicht nur präzise, sondern auch transparent, fair und unmittelbar in praktischen Entscheidungsprozessen einsetzbar sind – etwa in der Hochwasser- und Dürreprävention, im Schutz kritischer Infrastrukturen oder im Katastrophenmanagement.
Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Datenassimilation, also der intelligenten Echtzeit-Verknüpfung von Beobachtungsdaten und Modellen, sowie auf der systemischen Berücksichtigung von Mehrfachgefahren, bei denen unterschiedliche Gefahrenketten miteinander interagieren. Auf diese Weise leistet ihre Forschung einen Beitrag zur Klimaanpassung und zur nachhaltigen Stärkung der Resilienz von Gesellschaft und Umwelt.
Müll im Rhein: Rund 53.000 Teile passieren Köln täglich
Im Rhein schwimmt um ein Vielfaches mehr Müll als bislang angenommen. Forschende der Universitäten Bonn und Tübingen sowie der Bundesanstalt für Gewässerkunde haben gemeinsam mit dem Kölner K.R.A.K.E. e.V. über einen Zeitraum von 16 Monaten sogenannten Makromüll in einer deutschlandweit einmaligen schwimmenden Müllfalle gesammelt und klassifiziert. Hochrechnungen ergaben, dass rund 53.000 Teile Makromüll den Rhein in Köln täglich passieren. Einwegprodukte aus Kunststoff machen einen Großteil des Rheinmülls aus. Die Ergebnisse sind nun im Wissenschaftsjournal „Communications Sustainability“ veröffentlicht. Achtung Sperrfrist: Nicht vor Donnerstag, 8. Januar, 17 Uhr MEZ, veröffentlichen!
Wie viele Tonnen menschengemachter Müll sich in unseren Meeren befinden, ist nicht klar bezifferbar. Schätzungen gehen von mehreren Millionen Tonnen aus. Und jährlich kommt mehr Müll hinzu. Ein Großteil davon wird über die Flüsse in die Ozeane transportiert. „Um die wirkliche Menge einigermaßen abschätzen zu können, werden meist visuelle Zählungen von Makromüll durchgeführt. Im Rhein geschah das bisher aber auch nur vereinzelt“, sagt Dr. Leandra Hamann vom Bonner Institut für Organismische Biologie der Universität Bonn, die inzwischen an die University of Alberta im kanadischen Edmonton gewechselt ist. „Bislang sind das überwiegend Beobachtungen vorbeischwimmender Müllteile – man kann sich leicht vorstellen, dass bei dieser Methode weniger auffällige oder tiefer schwimmende Teile nicht erfasst werden. Jetzt nutzen wir eine genauere, kontinuierliche Langzeitmethode.“
Institut für Didaktik der Naturwissenschaften an der Leibniz Universität Hannover startet öffentliche Veranstaltungsreihe
Wasser ist das Thema: Mit einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 15. Januar 2026 eröffnet das Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (IDN) der Leibniz Universität Hannover (LUH) die Veranstaltungsreihe „Wasser – Mensch – Zukunft“. Im Mittelpunkt steht das Lebenselement Wasser im Kontext des Klimawandels – aus wissenschaftlichen ebenso wie aus bildungsbezogenen Perspektiven. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft, Bildungspraxis, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürgern zu stärken. Die Reihe umfasst zwei Podiumsdiskussionen und eine Abschlussveranstaltung, bei der zentrale Impulse vorgestellt werden. Sämtliche Veranstaltungen finden im Leibnizsaal des Leibnizhauses, Holzmarkt 5, 30159 Hannover, statt. Der Eintritt ist frei; eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Als zentrales Ergebnis soll ein Wasserwegweiser entstehen – eine Informationsbroschüre für die Stadt und Region Hannover, die Handlungsmöglichkeiten und Anlaufstellen bündelt und auf der Abschlussveranstaltung präsentiert werden soll.
Neues Kompetenzmodell für den Katastrophenschutz: Wenn jede Entscheidung zählt
Extremwetter, Stromausfälle und andere Krisenlagen stellen Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Unter Zeitdruck und in oft unübersichtlichen Situationen müssen sie schnell, sicher und koordiniert handeln. Vor diesem Hintergrund hat das Team um Dr. Christian K. Karl von der Universität Duisburg-Essen hierzu ein organisationsübergreifendes Modell für Ausbildung und Training entwickelt. Es ist Teil des Forschungsprojekts KOKA – Kompetenzorientierung im Katastrophenschutz.
Im Katastrophenschutz sind Technik und Organisation unverzichtbar – doch sie allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, wie professionell Einsatzkräfte in komplexen und unsicheren Lagen handeln. „Da sich Ausbildungen im Katastrophenschutz je nach Organisation, Aufgabenbereich oder Ausbildungsebene unterscheiden, sind wir der Frage nachgegangen, wie sich diese Anforderungen systematisch erfassen und zusammenführen lassen“, erklärt Dr. Christian K. Karl von der Fachdidaktik Bautechnik der Universität Duisburg-Essen.
Riesenchance für die Rückgewinnung von Technologiemetallen
Ein Team aus sechs Forschenden des Helmholtz-Instituts Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) hat sich in der ersten Runde der aktuellen SPRIND Tech Metal Transformation Challenge durchgesetzt. Damit sichert sich das Team des HIFs, das zum Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) gehört, mehr als eine Million Euro Förderung der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) für das kommende Jahr. Dann gilt es für das junge Team, das vorgeschlagene Verfahren zur Rückgewinnung von Technologiemetallen aus Elektroschrott zu erproben und weiterzuentwickeln, um bei positiver Evaluierung die nächste Stufe des insgesamt dreistufigen Innovationswettbewerbs zu erreichen.
Das Thema Rohstoffe ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und gerade kritische Rohstoffe, wie Seltene Erden, Tantal oder Gallium stecken in vielen Hightech-Produkten unseres täglichen Gebrauchs. Der Bedarf ist also hoch, doch der Zugang beschränkt. Da bestehende Lieferketten oft durch geopolitische Konflikte gefährdet sind, ist der Weg über das Recycling unabdingbar. Im Moment sind die Recyclingquoten vieler sogenannter Hochtechnologiemetalle jedoch sehr gering. Dies gilt insbesondere für das Recycling von Elektroschrott, von dem allein in der EU mehr als 5 Millionen Tonnen pro Jahr anfallen. Davon wurden allerdings nur geringe Mengen kritischer Rohstoffe wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Hintergrund für die fehlende Effizienz sind in den meisten Fällen fehlende oder unwirtschaftliche Technologien.
Forschung für Stärkung des Katastrophenschutzes in EU: Menschen bestmöglich schützen und helfen sowie Schäden begrenzen
Innovative Technologies for European Disaster Response: BIBA schließt Forschungsprojekt iTEK ab | Studienergebnisse veröffentlicht | Basis für EU-weite Forschungen geschaffen | Erkenntnisse und Technologien aus Produktion und Logistik können bei Naturkatastrophen helfen
Von Überschwemmung und Waldbrand bis zum Erdbeben – die Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen steigt. Damit auch die Zahl der betroffenen Menschen sowie der Infrastrukturschäden mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Welche Bedarfe haben die Einsatzkräfte im Katastrophenschutz, und welche Technologien bieten welche Optionen zu ihrer Unterstützung? Dazu hat das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik gemeinsam mit den assoziierten Partnern, der Katastrophenschutzorganisation @fire, dem ASB Regionalverband Niedersachsen-West und dem Technologieberatungsunternehmen SWMS Consulting, im Projekt iTEK geforscht. Nun haben sie ihre Studienergebnisse veröffentlicht.
Gesünder ins neue Jahr starten: Vier Vorsätze, ein Ziel
Mehr Bewegung, bewusster Medienkonsum, weniger Alkohol, mit dem Rauchen aufhören– gute Vorsätze, die bei vielen zum Jahreswechsel auf der To-Do-Liste stehen. Damit es auch klappt mit der Umsetzung, haben wir ein paar Tipps für Sie. An erster Stelle stehen Bewegung und Sport – damit können Sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck und Fettleibigkeit vorbeugen, Stress abbauen, das Immunsystem stärken und die psychische Gesundheit verbessern.
Mehr Bewegung, bewusster Medienkonsum, weniger Alkohol, mit dem Rauchen aufhören– gute Vorsätze, die bei vielen zum Jahreswechsel auf der To-Do-Liste stehen. Damit es auch klappt mit der Umsetzung, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ein paar Tipps für Sie.
Wie eine Hitzewelle im Jahr 2003 den Nordatlantik bis heute verändert
Extremereignisse verändern die Ökologie im Meer sprunghaft: Eine einzige marine Hitzewelle im Jahr 2003 hat beispielsweise Artenzusammensetzung und Nahrungsnetz-Beziehungen im Nordatlantik so beeinflusst, dass die Folgen bis heute wirken. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei in Bremerhaven nachgewiesen. Die Studie ist jetzt in Science Advances erschienen.
Bremerhaven. Die Ökologie des Nordatlantiks ist im ständigen Wandel. Manchmal verändert sie sich jedoch sprunghaft. Ein Grund: sogenannte Extremereignisse. Ein Beispiel dafür sind marine Hitzewellen. Ein Forscherteam unter der Leitung des Thünen-Instituts für Seefischerei hat jetzt herausgefunden, dass eine einzige, weiträumige Hitzewelle im Jahr 2003 die Artenzusammensetzung und die Nahrungsnetz-Beziehungen im subpolaren Nordatlantik bis heute nachhaltig beeinflusst. Die Studie wurde jetzt in Science Advances veröffentlicht. „Die Auswirkungen eines solchen Ereignisses reichen bis an uns Menschen heran, weil sie die Verbreitung von Fischarten, die wir essen und an die der Fischfang seit Jahrzehnten angepasst ist, ändern“, erläutert Dr. Karl-Michael Werner vom Thünen-Institut für Seefischerei, Erstautor der Studie. Derartige physikalische Extremjahre könnten auch in Zukunft plötzliche und unvorhersehbare Auswirkungen auf das Leben im Ozean haben. Die Frage sei nun, unter welchen Bedingungen sich eine derart großflächige Hitzewelle mit so weitreichenden Folgen wiederhole. „Nach 2003 gab es weitere Hitzewellen, die aber keine nennenswerten Veränderungen hervorgerufen haben“, sagt Werner.
Wenn in einer Wirtschaftskrise die Lebensmittelpreise explodieren, trifft das vor allem die Stadtbevölkerung und Menschen mit niedriger Bildung. Die Folgen wirken sich unter Umständen ein Leben lang aus – etwa in einer geringeren Körpergröße betroffener Kinder. Das hat ein Forschungsteam der Universität Bonn jetzt am Beispiel der „Asienkrise“ in den 1990-er Jahren gezeigt. Damals kam es durch Turbulenzen am Finanzmarkt zu einer drastischen Verteuerung von Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel Indonesiens, die messbare Spuren in der Entwicklung von Kindern hinterlassen hat. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Global Food Security“ veröffentlicht.
Für ihre Studie werteten die Bonner Forschenden vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn den Indonesian Family Life Survey (IFLS) aus, der Haushalte über viele Jahre begleitet. Sie nutzten regionale Unterschiede bei der Reispreisinflation zwischen 1997 und 2000 und verknüpften diese mit Körpermaßen derselben Kinder in der Kindheit und später als junge Erwachsene. „Wir sehen, dass ein massiver Preisschock nicht nur kurzfristig belastet, sondern sich auch in der langfristigen körperlichen Entwicklung von Kindern niederschlagen kann“, sagt Elza S. Elmira, die Erstautorin der Studie. „Der krisenbedingte Preisanstieg erhöhte die chronische Unterernährung und ging mit einem Anstieg der Wachstumsverzögerung um 3,5 Prozentpunkte einher. Stark betroffene Kinder werden später also nicht nur kleiner sein als ihre nicht betroffenen Altersgenossen, sie sind auch deutlich anfälliger für Fettleibigkeit.“
Öffentliche Stromerzeugung 2025: Wind und Solar erstmals als Doppelspitze
Der Anteil der in Deutschland in das öffentliche Stromnetz eingespeisten erneuerbaren Energien am Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag 2025 wie im Vorjahr bei 55,9 Prozent. Der stärkste Nettostromerzeuger war dabei die Windkraft, gefolgt von der Photovoltaik, die ihre Produktion um 21 Prozent steigerte und somit erstmals die Braunkohle überholte. Der Anteil der Stromerzeugung aus fossilen Quellen stagnierte 2025, wobei die rückläufige Braunkohlestromerzeugung durch eine steigende Erdgasnutzung ausgeglichen wurde. Der Importanteil am Strommix ist 2025 gegenüber dem Vorjahr gesunken.
Grundlage dieser Auswertung ist die Datenplattform energy-charts.info des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, die für ganz Europa inter-aktive Grafiken zur Stromerzeugung bietet.
BDEW und VKU fordern zügige Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßen die Entscheidung des Gerichts der Europäischen Union (EuG), die Klagen der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie gegen zentrale Elemente der novellierten Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) als unzulässig abzuweisen. Insgesamt 16 Verfahren, die in drei Hauptverfahren zusammengefasst wurden – unter Beteiligung von Branchenverbänden und Unternehmen aus der Pharma- und Kosmetikindustrie – zielten darauf ab, die in der Kommunalabwasserrichtlinie festgelegte Herstellerverantwortung aufzuheben.
Die Gerichtsentscheidung entspricht der Rechtsauffassung von BDEW und VKU, wonach die Klagen vor dem europäischen Gericht keinen Bestand haben konnten. Vor diesem Hintergrund hatten die beiden Verbände den Streitbeitritt vor dem Europäischen Gericht gegen die Klagen der Pharma- und Kosmetikindustrie beantragt.
Die Entscheidung des Gerichts bestätigt die Bedeutung der Novelle der Kommunalabwasserrichtlinie als umweltökonomischen Meilenstein für den Gewässer- und Gesundheitsschutz in Europa. Jetzt kommt es darauf an, die Vorgaben zügig und ohne nationale Sonderwege in deutsches Recht umzusetzen. Ein zentraler Fortschritt bleibt die Erweiterte Herstellerverantwortung: Sie setzt das Verursacherprinzip konsequent um und beteiligt Hersteller erstmals systematisch an den Kosten der vierten Reinigungsstufe.
Die Stuttgarter Kläranlagen reinigen jedes Jahr 85 Millionen Kubikmeter Abwasser. Dabei setzen die Kläranlagen auch Treibhausgase in Form von Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas frei. In Stuttgart sollen nun innovative Maßnahmen entwickelt werden, um Treibhausgasemissionen aus Kläranlagen zu senken.
Das ist die erste „Stuttgart Challenge“: Gewässer‐ und Klimaschutz zugleich. Erstmals können sich Unternehmen, Start‐ups und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa für die „Stuttgart Challenge“ bewerben. Gesucht sind Innovationen, die die Stuttgarter Klärwerke klimafreundlicher machen. Die geförderten Projekte sollen möglichst schnell die Klimabilanz verbessern und auf andere Klärwerke übertragbar sein. Sie unterstützt der Stuttgarter Klima‐Innovationsfonds mit bis zu 500.000 Euro.
Das Besondere: Die besten Innovationen können im größten Klärwerk Baden‐Württembergs in Stuttgart‐Mühlhausen umgesetzt werden und sich dort in der Praxis beweisen. Das Klärwerk betreibt die Stadtentwässerung Stuttgart (SES), die in diesem Jahr Partner der „Stuttgart Challenge“ ist. „Wir sind gespannt auf innovative Lösungen, die einen positiven Effekt auf unsere Klimabilanz haben“, sagt Boris Diehm, Leiter der Abteilung Klärwerke und Kanalbetrieb der SES. „Unsere Mitarbeitenden unterstützen gerne die geförderten Projekte mit ihrer Fachkompetenz. Wir stellen unsere Anlagen zur Verfügung, damit aus den kreativen Ideen emissionsmindernde Erfolgsprojekte werden, die im Anschluss auf andere Kläranlagen ausgeweitet werden können.“
Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt
Sie haben Lust auf einen sicheren und abwechslungsreichen Job in der Umweltverwaltung Sachsen-Anhalt,
Sie wollen eine individuelle und praxisorientierte Ausbildung und
Sie möchten an der Umsetzung umweltpolitischer Entscheidungen mitwirken?
Dann sind Sie bei uns genau richtig.
Wir suchen zum 01.10.2026 vorbehaltlich des Vorliegens der haushaltswirtschaftlichen Voraussetzungen Technische Oberinspektor/in-Anwärter/-innen (m/w/d) derFachrichtung Bauingenieurwesen, Schwerpunkt Wasserwirtschaft
Wir bieten Ihnen
eine Einstellung in den 84-wöchigen Vorbereitungsdienst unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf als Technischer Oberinspektor/in-Anwärter/-in (m/w/d),
die Möglichkeit des Erwerbs der Laufbahnbefähigung für den Technischen Verwaltungsdienst der Fachrichtung Bauingenieurwesen, Schwerpunkt Wasserwirtschaft der Laufbahngruppe 2, 1. Einstiegsamt,
eine praxisbezogene Ausbildung in den Behörden Sachsen-Anhalts,
Lehrgänge im Verwaltungs- und Umweltrecht,
monatliche Anwärterbezüge der Besoldungsgruppe A 10 gemäß der Anlage 7 zu § 51 Landesbesoldungsgesetz und
gemäß § 51a Landesbesoldungsgesetz LSA einen Sonderzuschlag in Höhe von 70 v.H. des Anwärtergrundbetrages,
30 Tage Urlaub pro Kalenderjahr.
Eine Übernahme nach erfolgreicher Beendigung des Vorbereitungsdienstes in den Dienst des Landes Sachsen-Anhalt ist beabsichtigt.
Ausbildungsbehörde ist das Landesverwaltungsamt in Halle/Saale.
Einstellungsvoraussetzungen
Zum Vorbereitungsdienst kann zugelassen werden, wer
die persönlichen Voraussetzungen für die Einstellung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf im Sinne des § 7 Beamtenstatusgesetz, § 8a und § 8b Landesbeamtengesetz LSA erfüllt und
bis zum 30.09.2026 ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Hochschule mit einem Bachelor- oder gleichwertigen Studiengang im Rahmen entsprechender akkreditierter Studiengänge der Ingenieur- oder Naturwissenschaften (auch interdisziplinär), insbesondere in den Bereichen Wasserwirtschaft oder Bauingenieurwesen abgeschlossen hat (der abschließende Notenspiegel ist einzureichen, wenn das Zeugnis noch nicht vorliegt),
Rückfragen sind bei Frau Große unter der Tel.-Nr.: 0391/567 1761 oder bei Herrn Lesse-Komorous unter der Tel.-Nr.: 0391/567 3482 sowie per Mail möglich.
Schwerbehinderte Menschen und ihnen gleichgestellte Personen werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht.
Haben wir Ihr Interesse geweckt?
Dann laden Sie umweltbewusst Ihre Bewerbungsunterlagen bis zum 15.05.2026 über unser Online-Bewerbungssystem: https://interamt.de/ (Stellenangebots-ID 1405763) hoch.
Nähere Informationen zur Registrierung entnehmen Sie bitte dem dort eingestellten Hinweistext. Füllen Sie dort den Bewerbungsbogen vollständig aus und laden Sie bitte folgende Anlagen ausschließlich als PDF-Dokument hoch:
unterschriebener, lückenloser, tabellarischer Lebenslauf mit Angabe der E-Mail-Adresse,
Zeugniskopie des Studienabschlusses (einschließlich Fächer- und Notenübersicht) oder letzter Notenspiegel, wenn das Zeugnis noch nicht vorliegt und
ggf. Nachweis über Schwerbehinderung bzw. Gleichstellung.
Bei im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen sind zwingend die entsprechenden Nachweise über die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss beizufügen. Nähere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte der Internetseite der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) unter www.kmk.org/zab.
Repräsentative Befragung unter 1.000 Menschen ab 18 Jahren in Hamburg – Feuchttücher beliebt, werden aber in der Kanalisation zum Problem. Denn das Klo ist kein Mülleimer: Vieles, was in der Toilette landet, gehört dort nicht hinein.
Das sind die Ergebnisse Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) greift gern zu feuchtem Toilettenpapier. Besonders beliebt ist es bei 18- bis 39-Jährigen (37 %). Am wenigsten beliebt ist es bei den über 60-Jährigen, hier gibt ein Fünftel an, es zu benutzen. Etwa 5 % gibt der Befragten gibt außerdem an, regelmäßig auch Baby- oder Abschmink-Feuchttücher über die Toilette zu entsorgen. In einer Stadt mit fast zwei Millionen Einwohnern kommt dabei eine erhebliche Menge zusammen. Das Problem: Verzopfung und Verstopfung
Mit Blick auf eine reibungslose und zuverlässige Abwasserentsorgung stellt die Entsorgung feuchten Toilettenpapiers und von Feuchttüchern über die Toilette ein Problem dar. Im Gegensatz zu trockenem Toilettenpapier, das aus Zellulose besteht, sind sie meist aus Vlies gefertigt.
Diese robusten Textilfasern verbinden sich in den Abwasserleitungen miteinander und bilden zusammen mit anderen Dingen wie Haaren, Zahnseide oder Kondomen sogenannte Verzopfungen. Diese verfangen sich in den Abwasserpumpen und verstopfen sie, was die reibungslose Abwasserentsorgung beeinträchtigt und zu Beseitigungs- und Reparatureinsätzen führt.
Zehn Jahre Fristaufschub bei P-Rückgewinnung gefährdet Planungssicherheit, Investitionen und Ressourcensicherung. BMUKN soll am Zeitplan festhalten.
Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. spricht sich entschieden gegen den Vorschlag der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) aus, die gesetzlichen Fristen zur Phosphorrückgewinnung um zehn Jahre zu verschieben. Der BDE fordert, den seit der Novelle 2017 bekannten Zeitplan einzuhalten, um Ressourcensicherung, Planungssicherheit und notwendige Marktimpulse nicht zu gefährden.
Die von der DWA geforderte Verschiebung des Umsetzungszeitpunkts von 2029 auf 2039 bewertet der BDE als fatales Signal für Umwelt- und Ressourcenschutz sowie für den Investitionsstandort Deutschland. Eine Umsetzung ab 2029 sei anspruchsvoll – eine Aushöhlung oder Verschleppung der Pflichten würde jedoch insbesondere jene Marktteilnehmer benachteiligen, die frühzeitig in neue Verwertungswege und in Anlagen sowie Rückgewinnungstechnologien investiert haben. Die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlammaschen kann zudem dazu beitragen, Importe des kritischen Rohstoffs zu reduzieren und Abhängigkeiten vom Ausland zu verringern.
Kosteneffizientes Retrofit für Denitrifikationsbecken im laufenden Betrieb bei der Kläranlage Hagen-Boele
Nach der Insolvenz der Kabel Premium Pulp & Paper GmbH übernahm der Ruhrverband die Werkskläranlage der Papierfabrik am Standort Hagen-Boele, Nordrhein-Westfalen. Die Anlage war ursprünglich für Abwasser der Papierindustrie und kommunales Abwasser ausgelegt und musste kurzfristig auf den Betrieb mit ausschließlich kommunalem Abwasser umgestellt werden. Somit entstand die Notwendigkeit, in bestehenden Belebungsbecken unbelüftete Zonen für die Denitrifikation einzurichten, ohne den Anlagenbetrieb länger zu unterbrechen oder umfangreiche bauliche Umbauten vorzunehmen.
Von Regen- bis Trinkwasser: Mall auf der IFAT 2026 Auf der IFAT 2026 präsentiert Mall neben seinen Lösungen für Regenwasser, Abwasser und den Umgang mit wassergefährdenden Flüssigkeiten erstmals auch Produkte für den Einsatz im Trinkwasser-Bereich. Während das Unternehmen im Umfeld von Niederschlagswasser und Abwasser unterschiedlicher Herkunft seit Jahrzehnten fest etabliert ist, sind Anlagen, die im besonders sensiblen Umgang mit Trinkwasser zum Einsatz kommen, ab diesem Jahr neu im Programm: Dazu gehört der Mengenmessschacht VodaCheck zur präzisen Durchflussmessung, den Mall erstmals auf seinem Messestand zeigt. Im Produktbereich Regenwasser liegt der Schwerpunkt auf neuen und gemäß den Anforderungen der aktuellen DWA- Arbeitsblätter A 138 und A 102 weiterentwickelten Lösungen zur Behandlung und Versickerung, wie z.B. der Kombinationsanlage ViaPro zur Behandlung vor einer Versickerung. Ebenfalls zur IFAT stellt Mall die 11. Auflage des von Klaus W. König herausgegebenen Ratgebers Regenwasser mit den neuesten Fachthemen der Siedlungswasserwirtschaft vor. Zu sehen sind außerdem Komponenten für die Umsetzung des Schwammstadt-Konzepts wie die ebenfalls neue Sickerbox CaviTop und die Baumrigole Via-Tree, aber auch Lösungen für den anlagenbezogenen Gewässerschutz.
Mall GmbH Hüfinger Str. 39-45 78166 Donaueschingen
ETW Energietechnik erhält Zuschlag für Biomethananlage von Berliner Stadtreinigung (BSR)
Aufbereitung bis zu 700 Nm3/h Deponiegas in Biomethan Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) setzen auf Technologie aus dem Rheinland und freuen sich, mit der Biomethananlage der ETW Energietechnik GmbH aus Moers einen entscheidenden Schritt in Richtung Umweltschutz und Klimaneutralität zu machen. Die Komplettanbieter von Biomethananlagen und Blockheizkraftwerken (BHKW) erhalten den Zuschlag für eine Anlage, die künftig bis zu 700 Nm³/h Deponiegas in Biomethan aufbereiten wird.
Entwickelt und geplant wurde das Anlagenkonzept von der BSR in enger Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Rytec GmbH. Das Büro Rytec bringt dafür eine umfangreiche Expertise zur Biogaserzeugung, der biologischen und thermischen Abfallbehandlung, der Energietechnik sowie der Abfall- und Deponietechnik mit.
ETW Verfahren bereitet Deponiegas zu Biomethan auf „Mit dem speziell für Deponiegas entwickelten ETW Aufbereitungsverfahren mit nachgeschalteter Nitrogen Reduction Unit (NRU) kann Deponiegas mit Stickstoffgehalten von über 22 Prozent zu einspeisefähigem Biomethan aufbereitet werden. Nach den durchweg positiven Betriebserfahrungen unserer ersten Referenzanlage im italienischen Taranto, die bereits seit über einem Jahr erfolgreich läuft, bestätigt dieser erneute Zuschlag das Marktvertrauen in unsere Ingenieurskunst und Anlagentechnik“, erläutert der verantwortliche Vertriebsleiter Alexander Szabo von ETW Energietechnik.
Schwankungen der Gaszusammensetzung und -menge Deponiegas ist ein besonderes Gas zur Aufbereitung. Auf der einen Seite gibt es eine sehr hohe Schadstoffkonzentration an Spurenstoffen (VOC: flüchtige organische Verbindungen, englisch volatile organic compounds) und Siloxanen. Auf der anderen Seite ist die Gasqualität nicht konstant. Dadurch entstehen Schwankungen in der Gaszusammensetzung und Gasmenge. Je länger eine Deponie in Betrieb ist, desto mehr Methan wird durch Sauerstoff und Stickstoff ersetzt. Überdies ist die Gasmenge rückläufig.
Hohe Anforderungen an Gasaufbereitung Somit werden sehr hohe Anforderungen an eine Biomethananlage zur Gasaufbereitung gestellt. Die Methankonzentration liegt zwischen 35 bis 60 Prozent, die Stickstoff- und Sauerstoffkonzentration beträgt bis zu 23 Prozent und der Betriebsbereich – also die Teillastfähigkeit der Anlage – beträgt zwischen 40 bis 100 Prozent Kapazität.
Zusätzliches BHKW deckt Eigenstrombedarf Um den externen Strombedarf der Biomethananlage zu minimieren, liefert ETW zusätzlich ein BHKW zur Eigenstromversorgung, das auch mit dem Off-Gas der Aufbereitungsanlage betrieben wird. Dadurch steigt die Methanausbeute der Gesamtanlage auf über 95 Prozent.
ETW Energietechnik GmbH Ferdinand-Zeppelin-Straße 19 D – 47445 Moers
Wir freuen uns, Sie zu unserem kommenden Webinar „VIT® ABM in der Kläranlagenpraxis: Aktive Biomasse verstehen, belastbar bewerten, gezielt verbessern“ am 05. Februar 2026 um 14:00 Uhr MEZ einzuladen.
VIT® ABM (Aktive Biomasse Monitoring) quantifiziert die stoffwechselaktive Biomasse der Belebungsbiologie und erlaubt Rückschlüsse auf deren physiologischen Zustand und Stressbelastung. Auf Basis der 2nd Generation ATP® Technologie stehen Messparameter zur Verfügung, die eine direkte Bewertung der biologischen Leistungsfähigkeit und Stabilität im laufenden Betrieb ermöglichen.
Das Webinar zeigt kompakt und praxisnah, wie diese Messwerte erhoben, ausgewertet und im Betrieb genutzt werden können. Anwendungsbeispiele verdeutlichen, wie Störungen früher erkannt, Fehlsteuerungen vermieden und betriebliche Eingriffe gezielter umgesetzt werden. Dadurch lassen sich Energie- und Betriebsmittel effizienter einsetzen und die Wirksamkeit von Maßnahmen nachvollziehbar belegen.
Easy Maintenance Mazerator – das messerscharfe Maximum
SEEPEX präsentiert seine neue Generation von Zerkleinerern Seit Jahrzehnten optimiert SEEPEX die Leistungsfähigkeit seiner weltweit gefragten Exzenterschneckenpumpen durch den vorgeschalteten Einsatz messerscharfer Mazeratoren, die Feststoffe und faserige Materialien zuverlässig in kleinste Partikel zerkleinern. Auf diese Weise werden Verstopfungen in Rohrleitungen verhindert und nachgeschaltete Anlagenkomponenten zuverlässig geschützt. Mit einer vollständig neuen Mazeratoren-Generation entwickelt SEEPEX seine Zerkleinerungstechnologie nun weiter. Der neue „Easy Maintenance Mazerator“ steht für maximale Wartungsfreundlichkeit, eine optimierte Schneidleistung und eine gesteigerte Anlagenverfügbarkeit. Mit dem 1. Januar 2026 hat das Unternehmen damit eine neue Phase seiner Easy-Maintenance-Strategie eingeläutet. „Unsere neue Mazerator-Generation eröffnet unseren anspruchsvollen Kunden eine Reihe von Vorteilen hinsichtlich der Handhabung, der Wartung und der Wirtschaftlichkeit, denn sie profitieren von einem reduzierten Verschleiß und einer deutlich längeren Lebensdauer. SEEPEX wiederum kann mit dieser neuen Lösung seine Marktposition stärken“, fasst Guntram Schulz, Global Market and Product Manager bei SEEPEX, zusammen.
Erneuerung von Wasseraufbereitungsanlagen mit Hyperboloid-Flockungsrührwerken
Die Flockung ist ein entscheidender Schritt in der Wasseraufbereitung, bei dem sich kolloidale suspendierte Partikel zu größeren, absetzbaren Flocken zusammenlagern, die anschließend entfernt werden können. Eine effektive Flockung erfordert eine optimale Einstellung von Chemikalienzugabe, Mischenergie und geringe Scherraten, um stabile Flocken zu bilden. Angesichts steigender regulatorischer und finanzieller Herausforderungen setzen immer mehr Betreiber auf die Umrüstung bestehender Anlagen, um die Aufbereitungseffizienz bei geringeren Kosten zu verbessern.
Flocken bilden sich durch die Neutralisierung negativ geladener Partikel durch Koagulation, gefolgt von einer Flockungsstufe mit scherkraftarmer Durchmischung zur Förderung von Partikelkollision. Der Erfolg der Flockenbildung hängt von der Mischintensität ab, die anhand des Geschwindigkeitsgradienten (G) gemessen wird, sowie von der Minimierung der Scherkräfte, die Flocken auseinanderbrechen lassen können. Über den G-Wert hinaus ist es für die Leistungsoptimierung unerlässlich, den Energieeintrag und die Strömungsdynamik innerhalb der Becken zu verstehen. Die numerische Strömungsmechanik (CFD) hat sich hier zu einem wertvollen Werkzeug entwickelt, um die Beckenhydraulik zu bewerten, Kurzschlüsse zu identifizieren und die Leistung verschiedener Flockungstechnologien zu beurteilen. Übliche Flockulatoren sind hydraulische Leitbleche, Schaufelrad oder Schreitbalken Flockulatoren, Schaufelrührer und Hyperboloid Rührwerke. Bewertet werden diese unter anderem anhand von Kriterien wie Wartungsaufwand, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Energieeffizienz, Redundanz, Energieübertragung, Scherkräfte und Flockungsqualität. Das Hyperboloid-Flockungsrührwerk nutzt strömungsmechanische Prinzipien, um eine gleichmäßige Durchmischung mit minimaler Scherbelastung zu gewährleisten. Durch die hyperboloide Form des Rührkörpers beschleunigt es die Flocken sanft entlang seiner Transportrippen. Hyperboloid-Rührwerke werden bodennah installiert und erzeugen eine radial nach außen gerichtete Sohlströmung, die den Beckenboden reinigt, Sedimentablagerungen verhindert und Flocken in der Schwebe hält. Durch Betrieb am Frequenzumrichter können Betreiber die Mischintensität einfach anpassen und auf Veränderungen in der Wasserqualität reagieren. Der Einsatz des Hyperboloid-Flockungsrührwerks sichert demnach geringeren Wartungsaufwand, optimierten Chemikalieneinsatz, ablagerungsfreien Betrieb und eine verbesserte Flockenbildung.
Schweizer Weltpremiere: grösstes Solarfaltdach der Welt auf der ARA Thunersee feierlich eingeweiht
Innovative Energielösung liefert 3 GWh Solarstrom pro Jahr und setzt ein starkes Zeichen für die Energiewende Auf der Abwasserreinigungsanlage ARA Thunersee wurde das grösste Solarfaltdach der Welt offiziell eingeweiht. Bundesrat Albert Rösti nahm die feierliche Eröffnung im Rahmen eines Besuchs vor Ort persönlich vor. Die Anlage wird künftig rund 3 Millionen Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr produzieren und ist ein bedeutender Schritt für die erneuerbare Energieversorgung in der Schweiz. Entwickelt und realisiert wurde das Projekt vom Schweizer Cleantech-Unternehmen dhp Technology AG aus Zizers (GR).
Das innovative Solarfaltdach überspannt mehrere Klärbecken und nutzt bestehende Infrastrukturflächen doppelt – für die Abwasserreinigung am Boden und die Solarstromproduktion darüber. Basierend auf bewährter Schweizer Seilbahntechnik kann sich das Dach bei extremen Wetterbedingungen wie Sturm, Schnee oder Hagel automatisch zusammenfalten. Dadurch werden Betriebssicherheit und Energieproduktion vereint – ohne Eingriff in die laufenden Prozesse der Anlage.
„Dieses Projekt zeigt, wie wir die Energiewende pragmatisch und wirkungsvoll voranbringen können“, sagte Ingo Schoppe, Geschäftsführer der ARA Thunersee, anlässlich der Einweihung. „Wir nutzen bestehende Flächen intelligent und leisten damit einen aktiven Beitrag zu Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Das Solarfaltdach stärkt unsere energetische Unabhängigkeit und dient als Vorbild für andere Infrastrukturanlagen.“
Mit einer installierten Leistung von 3.6 Megawatt Peak liefert die Anlage jährlich rund 3 Gigawattstunden erneuerbaren Strom. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 700 Haushalten. Ein grosser Teil des erzeugten Stroms wird direkt vor Ort genutzt – ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenversorgung und nachhaltiger Anlagenbetrieb.
„Die ARA Thunersee beweist, dass Infrastruktur Teil der Energiezukunft ist“, sagte Gian Andri Diem, CEO von dhp Technology. „Das grösste Solarfaltdach der Welt steht in der Schweiz – entwickelt mit Schweizer Ingenieurskunst und Innovationsgeist. Dieses Projekt zeigt das grosse Potenzial von Energieproduktion auf bestehenden Flächen. So schaffen wir Fortschritt, ohne zusätzlichen Raum zu beanspruchen.“
Gleich zu Jahresbeginn trifft sich die Infrastrukturbranche bei der InfraTech in Essen. Wahrscheinlich steht der Termin bei Ihnen schon fest im Kalender und wir freuen uns, wenn Sie auch den Mall-Messestand auf Ihrer Liste haben. Denn: Der erste Messetag steht bei uns ganz im Zeichen der Fachpresse.
Pressetag – Schwammstadt trifft Innovation
1. Individuelle Gespräche 2. Marktsituation: Aktuelle Situation und Ausblick 3. Mall-Lösungen als Baustein einer blau-grün-grauen Infrastruktur im Rahmen des Schwammstadt-Konzepts 4. Redaktionelle Berichte mit aktuellen Themen und Projekten
Bitte geben Sie uns kurz Bescheid, ob Sie kommen. Antworten Sie dazu einfach auf diese E-Mail – vielen Dank.
Überwachung von Krankheitserregern im Abwasser Infektionserreger gelangen unter anderem über den Stuhl ins Abwasser und können dort nachgewiesen werden. Die systematische Überwachung von Abwasser auf Infektionserreger mit dem Ziel, Entscheidungen für bevölkerungsbezogene Maßnahmen zu treffen, wird als abwasserbasierte Surveillance (auch kurz Abwassersurveillance) bezeichnet. Die erhobenen Daten erlauben Rückschlüsse zum Trend der Infektionsdynamik. Die Messwerte können mit Angaben aus bereits bestehenden Überwachungssystemen verglichen und gemeinsam analysiert werden. Expertinnen und Experten können so die Lage vor Ort umfassender bewerten.
AMELAG AMELAG (Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung) überwacht die Viruslasten von SARS-CoV-2, Influenzavirus und Respiratorischem Synzytialvirus (RSV) im kommunalen Abwasser.
Durchgeführt wird AMELAG von Robert Koch-Institut (RKI) und Umweltbundesamt (UBA) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), den 16 Bundesländern, ihren Landeslaboren und den Betreibenden der teilnehmenden Kläranlagen mit Unterstützung von Logistik- und Labordienstleistenden.
Seit 2025 werden bis zu 70 ausgewählte Kläranlagen wöchentlich beprobt.
Neue UBA-Empfehlung zu PFAS-Abweichungen – VKU informiert am 11.02.2026
Das Umweltbundesamt (UBA) hat seine Empfehlung zum „Umgang mit Abweichungen in Bezug auf die Parameter Summe PFAS-20 und Summe PFAS-4 – Vollzug der §§ 62 bis 68 TrinkwV“ nach Anhörung der Trinkwasserkommission veröffentlicht. Mit der Empfehlung möchte das UBA ein einheitliches und nachvollziehbares Vorgehen für den Umgang mit PFAS-Abweichungen etablieren. Sie enthält jedoch umfassende und teils komplizierte Vorgaben zu: zeitliche Begrenzung, Kombination aus Summenparametern und Einzelsubstanz-Grenzen, Minimierungsgebot sowie Nutzungseinschränkungen bei hohen Belastungen. Damit sollen Gesundheitsämter und Wasserversorger in die Lage versetzt werden, PFAS-Kontaminationen kontrolliert zu bewältigen und die Trinkwasserqualität langfristig zu sichern.
Gemeinsam mit dem UBA informiert der VKU seine Mitglieder am Mittwoch, 11. Februar 2026, von 08:30 bis 09:30 Uhr via Microsoft Teams in einer digitalen Veranstaltung über das Konzept, die Anwendung des Excel-Tools und die sich daraus ergebenden Auswirkungen. Die Teilnahme ist kostenlos. Ihre Anmeldung können Sie über den Link: Digitale Stunde zu PFAS | UBA Empfehlung und Vorstellung Excel Tool – VKU e.V. : Veranstaltungen vornehmen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Website.
Einladung zur digitalen Infoveranstaltung „Spendenplattform Ukraine“ am 12. Januar 2026
Der VKU hat gemeinsam mit den anderen Verbänden der Wasserwirtschaft im Dezember 2025 einen erneuten Spendenaufruf gestartet, um dringend benötigte technische Hilfsgüter für die Wasser- und Energieversorgung in der Ukraine bereitzustellen. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur zu stärken und die Versorgung der Bevölkerung insbesondere während der Wintermonate zu sichern. Falls Sie eine Spende in Erwägung ziehen, kommen sicherlich einige praktische Fragen auf. Vor diesem Hintergrund laden wir Sie herzlich zu unserer digitalen Infoveranstaltung „Spendenplattform Ukraine“ ein. Diese findet am Montag, den 12. Januar 2026 von 12:00–13:00 Uhr via MS Teams statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Agenda und den Einwahllink finden Sie hier *Infoveranstaltung: Spendenplattform Ukraine am 12. Januar 2026 | VKU