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Meldungen zu Energie- und E-Technik 2021

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November 2021
Evaluation von Verfahrensoptionen zur Senkung von Energiebedarf und Treibhausgasemissionen der Berliner Kläranlagen – Abschlussbericht zum Projekt E-VENT (BENE#1158-B5-O)
August 2021
Experteninterview mit Frau Professor Deininger zum Thema kommunale Abwasserbehandlung
Mai 2021
Innovative Analyseplattform:  Ob Klärtechnik oder Bioreaktor – Smart Manufacturing für die Biotechnologie
Februar 2021
Energiefresser Kläranlage: Sind Effizienz und Reinigungsleistung ein Gegensatz?
Januar 2021
Klärwerke sollen Akteure am Energiemarkt werden
Einführung eines Energiemanagementsystems zusammen mit der Stadtentwässerung Kaiserslautern AöR, gefördert vom Forschungszentrum Jülich
1515 Gigawattstunden Strom aus Klärgas im Jahr 2019 erzeugt
Positionspapier: DBFZ fordert veränderte Anreize und Perspektiven für Bioenergie im EEG 2020
Abwasserverbandes Morgental/CH: Willkommen im Energiepark – wie eine Kläranlage zum Versorger wird
Pondus: Energie-, Stoff- und Kostenbilanzen für verfahrenstechnische Anlagen

 


Evaluation von Verfahrensoptionen zur Senkung von Energiebedarf und Treibhausgasemissionen der Berliner Kläranlagen – Abschlussbericht zum Projekt E-VENT (BENE#1158-B5-O)

Zusammenfassung
Im Projekt E-VENT wurden innovative Verfahren der kommunalen Abwasserreinigung und Klärschlammbehandlung untersucht, um damit den Energieverbrauch von Klärwerken und die damit verbundenen Emissionen von Treibhausgasen (THG) zu senken. Nach einem Screening verschiedener Technologien wurden dazu Labor- und Pilotversuche zur thermischen Hydrolyse von Klärschlamm und zur Abwasserbehandlung mit granuliertem Belebtschlamm im Nereda®Verfahren durchgeführt. Aufbauend auf den Versuchsergebnissen wurden für ein Berliner Klärwerk verschiedene Varianten für einen zukünftigen Neubau modelliert und bewertet, um das Potential der innovativen Verfahren zur Senkung von THG-Emissionen unter den spezifischen Randbedingungen in Berlin abzuschätzen. Abschließend wurden auch die Investitions- und Betriebskosten der neuen Verfahren mit einer konventionellen Referenzvariante verglichen. Die Versuche zur thermischen Hydrolyse zeigen, dass der Faulgasertrag aus dem Klärschlamm damit deutlich erhöht werden kann (bis zu +26%). Gleichzeitig erhöht sich aber auch die Rückbelastung des Faulschlammzentrats mit Phosphor, Stickstoff und refraktären organischen Stoffen. Neben dem erhöhten Aufwand zur Behandlung des Zentrats kann vor allem der refraktäre organische Anteil die Ablaufqualität der Klärwerke deutlich verschlechtern, besonders bei Thermo-Druck-Hydrolyse. Bei thermo-alkalischer Hydrolyse konnte im Pilotversuch ein Mehrgasertrag von +19% im Jahresmittel sowie eine moderate Belastung des entstehenden Zentrats gezeigt werden, das die Ablaufwerte des Klärwerks nicht signifikant verschlechtert. Im Pilotversuch zum Nereda®-Verfahren wurde ein stabiler Betrieb mit granuliertem Belebtschlamm erreicht, der eine gute biologische Reinigungsleistung für Phosphor und Stickstoff zeigte. Die hohen Anforderungen an die Ablaufwerte konnten jedoch nicht zuverlässig erreicht werden. Wie auch im konventionellen Belebtschlammverfahren ist dabei die Verfügbarkeit von Kohlenstoff (CSB/N-Verhältnis) ein möglicher limitierender Faktor für die biologischen Prozesse und die erreichbare Ablaufqualität. Darüber hinaus wurde ein erhöhter Anteil von Feststoffen im Ablauf des Nereda®-Verfahrens festgestellt, der zur Erreichung der vorgegebenen Zielwerte eine Nachreinigung über Filtration erforderlich macht. Vor einer großtechnischen Umsetzung sind daher weitere Untersuchungen in größerem Maßstab notwendig, um die zuverlässige Einhaltung der geforderten Überwachungswerte zu prüfen. Die Messung von Lachgas ergab relativ hohe Emissionsfaktoren dieses starken THG für die Nereda®-Pilotanlage. Die Bewertung der Verfahren für einen zukünftigen Neubau des Klärwerks Stahnsdorf zeigen, dass die innovativen Verfahren die Energiebilanz gegenüber einer konventionellen Referenz weiter verbessern können. Dabei werden die möglichen Vorteile einer thermo-alkalischen Hydrolyse im Faulgasertrag durch den Mehraufwand auf dem Klärwerk und auch durch geringere Energierückgewinnung in der Klärschlammentsorgung im Modell ausgeglichen. Beim Nereda®Verfahren sinkt der Verbrauch an Strom und Fällmitteln und verbessert so die Energiebilanz und senkt die damit verbundenen Emission von Treibhausgasen. Dabei ist zu beachten, dass wichtige Eingangsdaten weiter validiert werden sollten, um zu einer abschließenden Bewertung dieser Verfahren zu kommen. Die Schätzung der Investitions- und Betriebskosten ergab, dass die innovativen Verfahren Kostenvorteile bieten können. Insgesamt zeigte das Projekt, dass die hier untersuchten innovativen Verfahren ein Potential zur Senkung der THG-Emissionen der Abwasserreinigung bieten. Für den betrachteten Neubau des Klärwerk Stahnsdorf konnten dieser THG-Fußabdruck um bis zu 72% gesenkt werden, was einer Einsparung von 3700 Tonnen CO2Äquivalenten entspricht. Bei einer zukünftigen Einführung solcher innovativen Verfahren ist jedoch immer die zuverlässige Einhaltung der vorgegebenen Ablaufwerte als Primärziel der Abwasserreinigung zu garantieren und dafür in großtechnischem Maßstab zu überprüfen.

https://publications.kompetenz-wasser.de/de/publication/1309/

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Experteninterview mit Frau Professor Deininger zum Thema kommunale Abwasserbehandlung

„Das heißt, natürlich ist eine gute Eindickung und Entwässerung des Klärschlammes energetisch sinnvoll und wirtschaftlich sinnvoll. Man will ja schließlich nicht Wasser durch die Gegend fahren. „

Frau Professor Deininger ist Dekanin der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umwelttechnik der Hochschule Deggendorf. Sie ist Mitglied des Fachausschusses AK5 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Außerdem blickt sie auf eine weite Praxiserfahrung.

Energiebedarf
Ein häufig diskutiertes Thema ist der Energiebedarf auf Kläranlagen. Wie ist diesbezüglich aus Ihrer Sicht der aktuelle Stand in Deutschland?
Ich würde sagen, die Reinigungsleistung ist im internationalen Vergleich sehr gut. Wir haben sehr hohe Anforderungen, unser Abwasser wird bestmöglich gereinigt. Dennoch gibt es hier natürlich auch noch Optimierungspotenzial.

Welche Einsparpotenziale lassen sich tatsächlich realisieren?
Logischerweise ist es folgendermaßen: Dort wo am meisten Energie verbraucht wird, gibt es auch das höchste Einsparpotenzial. Aber auch in der Schlammbehandlung gibt es Energieeinsparungspotenziale.

In den Medien wird die Erzeugung von nutzbarer Energie aus Strom, Wärme und Wasser häufig diskutiert. Welche aktuellen Beispiele kennen Sie aus der Praxis?
Früher ging man davon aus, dass eine Kläranlage dazu eine bestimmte Größe aufweisen muss. Heutzutage gibt es zunehmend Überlegungen, auch die anaerobe Schlammbehandlung, die Faulung, für kleinere Anlagen zu installieren. Es gibt dafür Beispiele, in denen kleinere Anlagen mit Kompaktfaulungen optimiert werden. Aber auch im Bereich der Schlammtrocknung gibt es innovative Ideen mit Wärmespeicherung, Wärmegewinnung. Man kann dabei auch an Wasserstoffproduktion aus Faulgas denken. Da gibt es viele Möglichkeiten.

Phosphor-Rückgewinnung
Bis zum Jahr 2029 müssen die Betreiber von Kläranlagen mit mehr als 100.000 Einwohnergleichwerten die Rückgewinnung von Phosphor aus dem Klärschlamm sicherstellen. Warum ist die Rückgewinnung von Phosphor so wichtig?
Wir brauchen Phosphor vor allem als Dünger, zur Nahrungsmittelproduktion oder zur Futtermittelproduktion. Das Problem dabei ist, dass die Ressourcen bzw. die Reserven von Phosphor endlich sind. Phosphor wird folglich irgendwann nicht mehr vorhanden sein. Außerdem sind diese Phosphate zum Teil mit Schwermetallen verunreinigt. Das heißt, wir müssen uns neue Wege überlegen, Phosphor zu gewinnen. Daraus ist folgende Idee entstanden: Im Klärschlamm ist ja viel Phosphor enthalten. Diesen Phosphor müssen wir aus dem Klärschlamm recyceln.

Wie ist aktuell der Stand bei der Umsetzung in Bayern?
Es gibt sehr viele Verfahren auf dem Markt.. Es sind nasschemische, thermochemische Verfahren. Wir sind letztendlich noch auf einem Forschungs- und Entwicklungsstand. In Bayern gibt es, meines Wissens, keine großtechnische Anlage zum Phosphorrecycling. Es gibt ein paar Pilotanlagen, z.B. die Kläranlage in Neuburg an der Donau und es gibt in Baden-Württemberg, in Göttingen Pilotanlagen, in denen verschiedene Verfahren untersucht werden.

4. Reinigungsstufe
Ein immer wiederkehrendes Thema sind Spurenstoffe im Wasserkreislauf, die letztendlich nach der Abwasseraufbereitung wieder in diesen Wasserkreislauf zurückkommen. Welche Auswirkungen hat das Entfernen der Spurenstoffe langfristig?
Langfristige Auswirkungen sind folgende: Sie reichern sich in der aquatischen Umwelt an. Sie sind bioakkumulativ und persistent, das heißt, sie werden in der Natur nicht abgebaut und gelangen vom Abwasser in den Vorfluter, vom Vorfluter ins Grundwasser, vom Grundwasser ins Trinkwasser und vom Trinkwasser zum Menschen.

Wie wichtig ist der Aufbau einer vierten Reinigungsstufe?
Das hängt natürlich von der Kläranlagengröße ab. Es hängt außerdem von der Qualität des Vorfluters ab, also davon wie durchgängig die geologischen Verhältnisse sind und ob ein Karstgebiet vorhanden ist und ob das Wasser des Vorfluters direkt ins Grundwasser gelangt. Aber natürlich ist eine vierte Reinigungsstufe für große Kläranlagen durchaus von großer Wichtigkeit.

Welche unterschiedliche Verfahren gibt es in diesem Bereich? Was hat sich durchgesetzt?
Es gibt drei oder vier Verfahren. Man könnte sagen, es haben sich Mischungen aus Ozonierung und Aktivkohle durchgesetzt.

Schlammbehandlung
Welche Aspekte werden im Bereich der Schlammbehandlung künftig stärker in den Fokus rücken?
Wenn man bedenkt, dass in Bayern 80 % des Klärschlammes derzeit thermisch verwertet wird, geht es in erster Linie um Logistik: Der Klärschlamm gelangt auf die Straße, weil er zur Verbrennung gefahren werden muss und dabei steigen die Klärschlammentsorgungskosten – 100 € pro Tonne sind da keine Seltenheit. Das heißt, natürlich ist eine gute Eindickung und Entwässerung des Klärschlammes energetisch sinnvoll und wirtschaftlich sinnvoll. Man will ja schließlich nicht Wasser durch die Gegend fahren.

Welche Tipps würden Sie Kläranlagenbetreibern mit auf den Weg geben, die sich in diesem Bereich wirtschaftlicher aufstellen wollen?
Da helfen Energiechecks, Energieanalysen, durch die man sieht, wie man aktuell bezüglich der Schlammbehandlung aufgestellt ist. Man sollte sich fragen: Ist eine Schlammeindickung oder eine Schlammentwässerung vorhanden? Ist es sinnvoll eine stationäre Schlammentwässerung zu erstellen? Geht man eventuell einen Verbund mit anderen Kommunen ein? Ist eventuell eine mobile Schlammentwässerung, die nur alle paar Monate kommt, am sinnvollsten? Da gibt es sicher viele Punkte auch in Hinblick auf Schlammentwässerung und Schlammeindickung, die man sich überlegen oder untersuchen muss.

https://www.flottweg.com/de/newsroom/news/detail/experteninterview-mit-professor-deininger/

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Innovative Analyseplattform:  Ob Klärtechnik oder Bioreaktor – Smart Manufacturing für die Biotechnologie

Das Stuttgarter Start-up Variolytics hat eine Analyseplattform entwickelt, die es unter anderem Betreibern von Kläranlagen ermöglicht Energie einzusparen und die Emission von umweltschädlichen Gasen zu reduzieren. Aber auch…mehr:

https://www.process.vogel.de/ob-klaertechnik-oder-bioreaktor-smart-manufacturing-fuer-die-biotechnologie-a-1017419/?cmp=nl-254&uuid=

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Energiefresser Kläranlage: Sind Effizienz und Reinigungsleistung ein Gegensatz?

Es ist bekannt, dass Kläranlagen zu den größten kommunalen Stromverbrauchern zählen und ein großes Einsparpotenzial aufweisen. Ein aktueller UBA-Bericht (Texte 06/2020) wird da sehr konkret. Und überrascht mit interessanten Erkenntnissen.

Auswertung des Förderschwerpunktes „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ im Umweltinnovationsprogramm
Ziel des Sachverständigengutachtens war, den Förderschwerpunkt „Energieeffiziente Abwasseranlagen“ des Umweltinnovationsprogramms (UIP) auszuwerten und zusammenfassend abschließend zu bewerten. Dabei waren die Förderkriterien auch aus heutiger Sicht zu prüfen und Empfehlungen für künftige Förderungen zu entwickeln. Es konnte gezeigt werden, dass in Abwasseranlagen bei gleichbleibender Reinigungsleistung Stromeinsparungen von 10 bis 20 Prozent möglich sind, vor allem in den Bereichen Maschinentechnik, Prozesssteuerung und in der biologischen Reinigungsstufe. Bei der Auswertung wurde deutlich, dass zukünftig anlagenbezogene Idealwerte zugunsten fixer Zielwerte als Kriterium herangezogen werden und Energieanalysen vor und nach der Maßnahme durchgeführt werden sollten. 

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-01-07_texte_06-2020_energieeffiziente-abwasseranlagen.pdf

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Klärwerke sollen Akteure am Energiemarkt werden

Der Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) koordiniert das Projekt „Kläffizient“, mit dem das Potential von Klärwerken als Strom- und Gasanbieter auf dem Energiemarkt simuliert und experimentell erforscht wird. Das dreijährige Projekt, an dem die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg (SUN) und die eta Energieberatung GmbH beteiligt sind, startete im Oktober 2020. Es wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit etwa 400.000 Euro gefördert.

Bei der Reinigung von Abwasser fällt Klärgas an, das zu zwei Dritteln aus Methan und zu einem Drittel aus Kohlendioxid besteht. Während der Methananteil des Klärgases in Blockheizkraftwerken zur Wärme-, bzw. Stromerzeugung genutzt wird, entweicht das klimaschädliche Kohlendioxid in die Atmosphäre. Aus dieser Not lässt sich jedoch eine Tugend machen: Bei hohen Temperaturen reagiert Kohlendioxid unter Zugabe von Wasserstoff zu Methan und Wasser. Dieses Verfahren wird Methanisierung genannt.

„Die Methanisierung ist eine Schlüsseltechnologie der Energiewende. Nur als Methan kann Wasserstoff aus erneuerbaren Energien einfach, jederzeit und überall genutzt werden. Gleichzeitig wird das CO2 aus unseren Kläranlagen klimawirksam gebunden“, erklärt Projektkoordinator Prof. Dr.-Ing. Jürgen Karl vom Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik der FAU. Der benötigte Wasserstoff stammt idealerweise aus der Elektrolyse von Wasser, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird. Bei der Elektrolyse entsteht Sauerstoff, den die Kläranlagen zur biologischen Reinigung des Schmutzwassers nutzen können. „Der Methanisierungsmodellanlage im Klärwerk Nürnberg wird allerdings keine Elektrolyse vorgeschaltet, der Wasserstoff kommt für den Versuchsbetrieb noch aus Flaschen“, erklärt Matthias Germeroth, Energiemanager bei SUN. Bei der Simulation des Energiesystems der Kläranlage im Modell werde die Elektrolyse jedoch berücksichtigt. Der „digitale Zwilling“ sei neben der Modellanlage die zweite tragende Säule des Projektes. Mit seiner Hilfe soll simuliert werden, wie sich eine Kläranlage flexibel auf die wechselnden Strom- und Gaspreise einstellen kann. Wenn der Strompreis im Winter steigt, weil die Photovoltaikanlagen weniger liefern, könnte die Kläranlage ihre Stromproduktion erhöhen. Im Sommer bietet sie dann Biomethan bzw. Bioerdgas an, das direkt zum Endverbraucher geleitet oder gespeichert wird. „Unser Ziel ist eine wirtschaftliche Betriebsweise von Klärwerken, die die Umwelt nicht belastet, sondern entlastet und dabei noch ‚grünes Gas‘ für unsere Wärme- und Stromversorgung gewinnt“, sagt Volkmar Schäfer von der eta Energieberatung GmbH.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jürgen Karl
Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik
Tel.: 0911/5302 9020
juergen.karl@fau.de

https://idw-online.de/de/news759085

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Einführung eines Energiemanagementsystems zusammen mit der Stadtentwässerung Kaiserslautern AöR, gefördert vom Forschungszentrum Jülich

Die WVE GmbH Kaiserslautern ist dabei, zusammen mit der Stadtentwässerung Kaiserslautern AöR, ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 einzuführen.Das Energiemanagementsystem dient dazu, fortlaufend Verbesserungen in der Energieeffizienz des Gemeinschaftsbetriebes mit der Stadtentwässerung Kaiserslautern zu erzielen.

Gefördert wird das Projekt vom Forschungszentrum Jülich unter dem Förderkennzeichen 03K12059 [www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen].

Der Gemeinschaftsbetrieb hat folgende Energiepolitik beschlossen:
Energiepolitik des Gemeinschaftsbetriebes

Der Gemeinschaftsbetrieb der Stadtentwässerung Kaiserslautern AöR und der WVE GmbH Kaiserslautern verpflichtet sich zum sorgsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Energieträgern sowie zu einer nachhaltigen Energienutzung. Hiermit tragen wir nicht nur zum Umweltschutz, sondern gleichermaßen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes bei. Um dies zu erreichen, betreiben wir ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001.

Im Zuge der fortlaufenden Verbesserung unserer Prozesse, sind wir bestrebt den bestmöglichen Stand in Bezug auf Technologie und Betrieb unserer Standorte zu erreichen.

Weiterhin verpflichtet sich der Gemeinschaftsbetrieb zur Einhaltung geltender rechtlicher Anforderungen sowie zur Berücksichtigung von Anforderungen interessierter Parteien in angemessenem Umfang, um die Erfüllung ihrer energierelevanten Zielstellungen zu ermöglichen.

Das Energiemanagement umfasst die systematische Erfassung und Bewertung aller bedeutenden Energieaspekte sowie die Einleitung und gezielte Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen mit Hilfe der dafür entwickelten Aktionspläne und übergeordneter Zielsetzung.

Für die Umsetzung der Ziele ist ein Energiemanager bzw. Energiemanagementbeauftragter benannt (Kontakt: energiemanagement@wve-kl.de), der die Maßnahmen zur fortlaufenden Verbesserung unserer energiebezogenen Leistung durch aktive Einbindung aller Mitarbeiter aller Organisationsebenen koordiniert und voranbringt. Von der obersten Leitung werden ihm die zur Koordinierung des Energiemanagements erforderlichen materiellen, personellen und zeitlichen Ressourcen zur Verfügung gestellt.

Bereits bei der Auslegung und Beschaffung von Anlagen und Dienstleistungen wird die Energieeffizienz in besonderem Maße berücksichtigt.

Das Energiemanagementsystem ergänzt integrativ die bereits vorhandene Organisationsstruktur des Gemeinschaftsbetriebes und wird dabei auf einem zeitgemäßen Stand gehalten und regelmäßig auf seine Wirksamkeit überprüft.

Zukünftig werden noch weitere Informationen zum Energiemanagementsystem auf der Webseite veröffentlicht.

https://www.wve-kl.de/index.php?id=80&tx_ttnews%5Btt_news%5D=37&cHash=bbf682421ec5604d689d9e39b7ae81b2

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1515 Gigawattstunden Strom aus Klärgas im Jahr 2019 erzeugt

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland 1515 Gigawattstunden Strom aus Klärgas in Kläranlagen erzeugt. Gegenüber 2018 war das ein Plus von 1,6 Prozent. Mit dieser Strommenge könnte zum Beispiel eine Großstadt wie Frankfurt am Main bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Stromverbrauch von rund 1900 Kilowattstunden ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte Klärgas im Jahr 2019 einen Anteil von 0,3 Prozent an der gesamten Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien. Insgesamt wurden im Jahr 2019 in Kläranlagen rund 22 234 Terajoule Klärgas gewonnen. Das waren 2,0 Prozent weniger als 2018. Von den deutschlandweit über 9000 Kläranlagen im Jahr 2019 erzeugten 1271 Anlagen Klärgas, davon 88 Prozent mit Stromgewinnung. Im Jahr 1998 – dem ersten Jahr, in dem die Stromerzeugung in Kläranlagen erfasst wurde – gab es 1114 Anlagen mit Klärgasgewinnung, von denen nur rund die Hälfte daraus Strom erzeugte. Neben der Stromerzeugung wird das Gas zur Wärmeerzeugung eingesetzt oder an Dritte abgegeben. Strom und Wärme aus Klärgas werden heute meist vor Ort in Blockheizkraftwerken erzeugt, wobei der überwiegende Teil des Stroms innerhalb der Kläranlagen verbraucht wird: Im Jahr 2019 waren es 93 Prozent. Auch die dabei anfallende Abwärme wird in den meisten Fällen selbst genutzt, beispielsweise zur Beheizung der Faulbehälter.

https://www.gfa-news.de/webcode.html?wc=20200818_006

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Positionspapier: DBFZ fordert veränderte Anreize und Perspektiven für Bioenergie im EEG 2020

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist seit seiner Einführung im Jahr 2000 das zentrale Steuerungsinstrument zur Förderung der Stromerzeugung aus Biomasse. Im Vorfeld der anstehenden Novellierung 2020 plädieren Wissenschaftler des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) in einem Positionspapier für eine wirtschaftliche Perspektive für Biomasseanlagen sowie die Weiterführung der Flexibilisierung und Güllevergärung.

In ihrem Positionspapier „Empfehlungen zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2020 und zur zukünftigen Förderung von Bioenergie“ fordern die Wissenschaftler um die Leipziger Bioenergie-Expertin Prof. Dr. Daniela Thrän (DBFZ/UFZ/Universität Leipzig) u.a., dass die bedarfsgerechte Strombereitstellung aus Biomasse eine wichtige Zukunftsoption im Energiesystem bleiben muss: „Bioenergie kann bei steigenden Anteilen von Wind- und Solarstrom im Energiesystem zur Deckung des zunehmenden Bedarfs an flexibler Stromerzeugung und somit zur Beschleunigung der Energiewende beitragen. Durch das Verdrängen fossiler Energien und zusätzliche Emissionsminderungen durch die energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern unterstützt Bioenergie außerdem das Erreichen der nationalen Klimaziele. Aus diesen Gründen sollte das künftige EEG Biomasse-Anlagen weiterhin eine wirtschaftliche Perspektive geben“, so Prof. Thrän.

Konkret wird hierzu die Festlegung neuer Ausschreibungsvolumina vorgeschlagen, wobei temporäre Mehrkosten im Energiesystem mit der Sicherung von Akzeptanz und technischem Know-How für den Betrieb von Biomasseanlagen abzuwägen sind. Daneben sollte die Nachhaltigkeit der Biomasseverstromung durch die Knüpfung der weiteren Förderung an die Einhaltung der RED II-Kriterien für Biomasseverstromung gestärkt werden. Um weitere Fortschritte bei der Emissionsminderung aus Gülle zu ermöglichen und gleichzeitig die Kosten zu begrenzen, wird zudem eine Differenzierung der Vergütung anhand der Bemessungsleistung empfohlen.

Mit Ihren Vorschlägen für die zukünftige Förderung von Bioenergie durch das EEG verfolgen die Leipziger Forscher das Ziel, die weitere Nutzung solcher Technologiekonzepte sicherzustellen, die relevante Mehrwerte für die Transformation zu einem klimaneutralen Energiesystem im Jahr 2050 bieten können (Bioenergie als Zukunftsoption). Neben der Verringerung von Treibhausgasen sind allerdings auch Aspekte wie die Wertschöpfung und dezentrale Deckung von Eigenbedarfen an Strom und Wärme im ländlichen Raum zu berücksichtigen. Die Wissenschaftler des DBFZ plädieren darüber hinaus dafür, die Förderung der Biomassenutzung mittelfristig grundlegend zu überdenken und zu prüfen, ob eine Ausrichtung unmittelbar am Umfang vermiedener Treibhausgase möglich ist.

Weitere Informationen unter: www.dbfz.de/stellungnahmen

https://www.dbfz.de/pressemediathek/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung-26052020/

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Abwasserverbandes Morgental/CH: Willkommen im Energiepark – wie eine Kläranlage zum Versorger wird

Die Kernaufgaben einer Abwasserreinigungsanlage (ARA) sind das gesetzeskonforme Reinigen von Abwässern sowie die Siedlungsentwässerung. Im schweizerischen Morgental nahe des Bodensees geht Roland Boller mit seiner Anlage einen Schritt weiter. Der Geschäftsführer des Abwasserverbandes Morgental (AVM) betreibt im Verbund mit Partnern auf seinem Gelände inzwischen einen ganzen Energiepark. Dieser versorgt die Umgebung mit erneuerbarem Strom und Wärme.

Den ganzen Artikel unter:
https://www.morgental.ch/assets/resources/Downloads/Medien/2020_AVM_Energiepark_Wie_eine_Klaeranlage_zum_Versorger_wird.pdf

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Pondus: Energie-, Stoff- und Kostenbilanzen für verfahrenstechnische Anlagen

Gerade bei komplexeren Anlagen zur Schlammbehandlung und Nutzung der im Schlamm enthaltenen Energie ist die Bilanzierung bei verfahrenstechnischen Änderungen oder Erweiterungen häufig sehr aufwendig. Auch bestehen oft Fragen wie sich beispielsweise Änderungen in der Umgebung, z.B. die Außentemperatur auf den Gesamtprozess auswirken können.

Schon im Vorfeld von Baumaßnahmen muss bekannt sein, wie sich die Veränderungen auf die Stoff- und Energiebilanz auswirken werden. Von nicht mindergroßem Interesse…

http://www.pondus-verfahren.de/

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Meldungen zur Schlammbehandlung 2021

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November 2021
Leitfaden zur Entwässerung, Trocknung und Entsorgung von Klärschlamm kleiner und mittlerer Kläranlagen
Weitere Gesellschafter treten der Klärschlammverwertung Buchenhofen GmbH bei
Dünger und Diesel aus Klärschlamm
WEHRLE: Kleinanlagen zur dezentralen thermischen Verwertung von Klärschlamm als Vorstufe zum Phosphor-Recycling
Februar 2021
Dossier: Neuordnung der Klärschlammentsorgung – Was kommt jetzt auf Abwasserentsorger zu?
Klärschlamm als Senke für Mikroplastik jetzt und in Zukunft? Kunststoffe in der Umwelt – Ein Problem für unsere Böden, oder nur falscher Alarm?
Probetrieb der weltweit größten solarthemischen Klärschlammtrocknungsanlage gestartet
Januar 2021
PYREG GmbH : Wie aus Klärschlamm Dünger wird
Klärschlammkooperation OWL schreitet voran
Recycling von Klärschlamm
Klärschlammverordnung – Vollzugshilfe soll im ersten Halbjahr 2020 kommen
Beseitigung von abgelagertem Klärschlamm unterfällt dem Abfallrecht
Dossier: Neuordnung der Klärschlammentsorgung – Was kommt jetzt auf Abwasserentsorger zu?

 


Leitfaden zur Entwässerung, Trocknung und Entsorgung von Klärschlamm kleiner und mittlerer Kläranlagen

Durch die novellierte Klärschlammverordnung verändert sich zunehmend die Verwertungsstruktur von Klärschlamm. Eine veränderte Klärschlammverwertung hat dabei auch Auswirkungen auf die erforderliche Verfahrenstechnik für die Abwasser- und Klärschlammbehandlung. In besonderer Weise sind kleinere und mittlere Kläranlagen der Größenklasse 1 bis 3 betroffen, da im Betrieb einer (mobilen) Klärschlammentwässerung das anfallende Zentrat-/Filtratwasser entsprechend bei der Abwasserbehandlung zu berücksichtigen ist.

Im Auftrag des Bayerischen Landesamt für Umwelt wird daher ein „Leitfaden zur Entwässerung, Trocknung und Entsorgung von Klärschlamm kleiner und mittlerer Kläranlagen“ erstellt (Projektlaufzeit Oktober 2021 – Juli 2022). Dieser Leitfaden soll Kläranlagenbetreibern der Größenklasse 1 bis 3 sowie Planern Informationen und Kriterien zur Unterstützung des Betriebes und zur Erstellung von nachhaltigen Konzepten für eine gesicherte Klärschlammverwertung liefern.

Die Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität der Bundeswehr München wird in dem Vorhaben von der Dr.-Ing. Steinle Ingenieurgesellschaft für Abwassertechnik mbH unterstützt. Als Basis für den Leitfaden wird das Zentrat- bzw. Filtratwasser mehrerer Kläranlagen der Größenklasse 1 bis 3 in Bayern anhand eines Messprogramms durch die Universität der Bundeswehr München beprobt und analysiert. Mit diesen Analysen soll die Belastungssituation der Kläranlage durch das zurückzuführende Prozesswasser untersucht, und Handlungsempfehlungen für den nachhaltigen Umgang mit Klärschlamm an kleinen Kläranlagen erarbeitet werden.

https://www.unibw.de/wasserwesen/swa/aktuelle-nachrichten/klaerschlammbehandlung

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Weitere Gesellschafter treten der Klärschlammverwertung Buchenhofen GmbH bei

Der Gesellschafterkreis der Klärschlammverwertung Buchenhofen GmbH hat sich um weitere öffentlich-rechtliche Partner vergrößert. In der vergangenen Woche sind der 2019 gegründeten Klärschlammkooperation die Stadtentwässerungsbetriebe der Städte Ahlen, Bergisch Gladbach, Oelde, der Abwasserbetrieb Warendorf sowie die Abwasserbetrieb TEO AöR als Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Telgte und der Gemeinden Everswinkel, Ostbevern und Beelen beigetreten. Das gab der Wupperverband bekannt, der neben dem Aggerverband und dem Bergisch-Rheinischen Wasserverband sowie den Stadtentwässerungsbetrieben der Stadt Düsseldorf und der Stadt Münster zu den bisherigen Gesellschaftern gehört.

Mit den von den neuen Gesellschaftern eingebrachten Klärschlammmengen und einer Erhöhung der Menge aus der Landeshauptstadt Düsseldorf gehe das Projekt nun in die Genehmigungsphase. Die Partner planen, ihre Klärschlämme …

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

https://www.euwid-wasser.de/news/wirtschaft/einzelansicht/Artikel

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Dünger und Diesel aus Klärschlamm

Die Universität Hohenheim ist an einem EU-Projekt zur Gewinnung von Bio-Rohöl aus Biomasse beteiligt. Das in den Nebenprodukten enthaltene Phosphat ist ein weltweit begehrter Rohstoff. Mehr:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.forschung-in-hohenheim-duenger-und-diesel-aus-klaerschlamm.b4d712b1-129b-412d-86db-0cfbd857eb35.html

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WEHRLE: Kleinanlagen zur dezentralen thermischen Verwertung von Klärschlamm als Vorstufe zum Phosphor-Recycling

Nach der novellierten Klärschlammverordnung dürfen Kläranlagen mit über 100.000 bzw. 50.000 Einwohnergleichwerten Klärschlamm nur noch bis 2029 bzw. 2032 bodenbezogen verwerten.
Danach sind Klärschlämme mit mindestens 20 g Phosphor pro kg sowie Klärschlammverbrennungsaschen einer Phosphorrückgewinnung zu unterziehen. Die Klärschlammmonoverbrennung erleichtert je nach eingesetzter Technologie das Recycling von Phosphor durch gezielte Aschefraktionierung und reduziert somit zukünftigen Aufwand.
Allerdings haben zentrale Verbrennungsanlagen drei wesentliche Nachteile:
1. Die Wirtschaftlichkeit ist nur bei großen Anlagen gegeben.
2. Die Abhängigkeit von den erzielbaren Klärschlammentsorgungspreisen erhöht das wirtschaftliche Risiko.
3. Überregionale Anlieferung von Klärschlamm erhöht Kosten und senkt Akzeptanz in der Bevölkerung.

WEHRLE hat für diese Bedingungen das passende regionale Entsorgungskonzept entwickelt:
1. Ab 200.000 EWG (ca. 2.800 tTS/a) kann eine Rentabilität erreicht werden.
2. Die hohe Brennstoffflexibilität der WEHRLETechnologie erlaubt ein einfaches Umrüsten auf andere Brennstoffe und bietet damit Planungssicherheit, sollten sich die Klärschlamm-Entsorgungskosten nachteilig entwickeln.

https://gwf-wasser.de/download/fvz_wehrle_klaerschlamm/

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Dossier: Neuordnung der Klärschlammentsorgung – Was kommt jetzt auf Abwasserentsorger zu?

Das EUWID-Dossier informiert Sie über relevante Entwicklungen seit Inkrafttreten der novellierten AbfKlärV.

Im Oktober 2017 ist die novellierte Klärschlammverordnung (AbfKlärV) in Kraft getreten. Sie regelt den Umgang mit Klärschlamm komplett neu: Größere Kläranlagen sind künftig verpflichtet, den im kommunalen Abwasser bzw. Klärschlamm enthaltenen Phosphor zurückzugewinnen – ab 2029 alle Kläranlagen größer 100.000 Einwohner-werten und ab 2032 alle Kläranlagen größer 50.000

https://www.euwid-wasser.de/news/politik/einzelansicht/Artikel/neuordnung-der-klaerschlammentsorgung-was-kommt-jetzt-auf-abwasserentsorger-zu.html

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Klärschlamm als Senke für Mikroplastik jetzt und in Zukunft? Kunststoffe in der Umwelt – Ein Problem für unsere Böden, oder nur falscher Alarm?

Kernfragen Mikroplastikverbleib auf kommunalen Kläranlagen
2032: Quo vadis Mikroplastik?

Autorin: Dr.-Ing. Katrin Bauerfeld

Mehr unter: https://www.umweltbundesamt.de/search/content/abwasser?keys=Abwasser&solrsort=ds_created%20desc
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2875/dokumente/08_bauerfeld_klaerschlamm.pdf

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Probetrieb der weltweit größten solarthemischen Klärschlammtrocknungsanlage gestartet

Die Emschergenossenschaft hat den Probebetrieb ihrer neuen solarthermischen Klärschlammtrocknungsanlage am Standort der Kläranlage Bottrop aufgenommen. Mit einer Fläche von zirka 61 000 m² ist es die weltweit größte Anlage ihrer Art. Im Frühjahr 2019 hatte die Emschergenossenschaft mit der Errichtung der neuen solarthermischen Klärschlammtrocknungsanlage (STT) in Bottrop begonnen. Nach nur eineinhalb Jahren Bauzeit konnte dann der Testbetrieb in der STT starten. In den ersten Hallen der Anlage wurde der erste entwässerte Klärschlamm eingebracht. In diesen Hallen wird der Schlamm durch die Wendetechnik („elektrische Schweine”) regelmäßig gewendet und somit getrocknet. Gleichzeitig gingen die ersten Abluftbehandlungsanlagen in Betrieb, um eine Beeinträchtigung des Umfelds durch den startenden Betrieb auszuschließen. In den kommenden Wochen und Monaten werden dann Schritt für Schritt weitere Anlagenteile in Betrieb genommen, sodass die Emschergenossenschaft etwa bis Mitte 2021 den Betrieb der STT bis zur vollen Auslastung hochfahren wird.

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PYREG GmbH: Wie aus Klärschlamm Dünger wird

Bei der Aufbereitung von biologischen Abfallstoffen zu Phosphordünger, Pflanzen- und Futterkohle nimmt die PYREG GmbH eine Vorreiterrolle ein. Als Ausgründung der TH Bingen arbeitet das Unternehmen bis heute eng mit Binger Forscherinnen und Forschern zusammen.

Eine Produktionsanlage, so groß wie eine Doppelgarage. Am Anfang steht unansehnlicher Klärschlamm, am Ende ein feines schwarzes Granulat, das als Dünger auf Feldern ausgebracht werden kann. Möglich macht das die PYREG GmbH aus Dörth im Rhein-Hunsrück-Kreis. Ihre Idee: Klärschlamm enthält das für alle Lebewesen wichtige Element Phosphor, das Bestandteil vieler Düngemittel ist. Der Abbau von Phosphor ist aufwendig und es gibt nur wenige natürliche Vorkommen. Daher ist es sinnvoll, bereits vorhandenen Phosphor aus Klärschlamm zu recyclen.

Ihren Ursprung hat die Geschäftsidee des Unternehmens vor über zehn Jahren in einem Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule (TH) Bingen unter der Leitung von Prof. Dr. Winfried Sehn. Der Gründer und Geschäftsführer Helmut Gerber studierte an der TH Bingen und war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt. Mit ihm entwickelte Professor Sehn die erste Anlage zur Klärschlammbehandlung. Das gestaltete sich zwar schwierig, dafür war die so entstandene Kohle aber nährstoffreich und daher potentiell als Dünger geeignet. Prof. Dr. Thomas Appel, der als Experte für Pflanzenernährung hinzugezogen wurde, erkannte das Potential des Produkts und entwickelte es in einem Forschungsprojekt weiter. Nach über einer Dekade Forschungs- und Entwicklungszeit an der TH Bingen erfolgte die Gründung der PYREG GmbH als Spin-off der Hochschule.

Geschäftsführer Helmut Gerber verantwortet den Bereich Entwicklung, Anlagenbau und erneuerbare Energien. Mit der Entwicklung des Unternehmens ist er hochzufrieden: „Dankenswerterweise wurde unsere Pyrolyse-Technologie bereits frühzeitig von staatlicher Seite als förderwürdige und zukunftsweisende Lösung eingestuft. Die Fördergelder und die Unterstützung der TH Bingen haben es uns ermöglicht, in relativ kurzer Zeit international eine Pionierrolle in einem dringend notwendigen Klimaschutzsegment einzunehmen.“ Noch wartet die Firma jedoch darauf, dass das entstandene Granulat, dessen Entwicklung durch öffentliche Fördergelder finanziert wurde, in Deutschland auch als Düngemittel zugelassen wird. In Schweden, einem Vorreiter in Umwelt- und Klimaschutz ist dies bereits der Fall.

Prof. Dr. Klaus Becker, Präsident der TH Bingen, gratuliert zum 10-jährigen Firmenjubiläum und ist stolz auf die enge Verbindung zwischen Hochschule und Ausgründung: „Am Erfolg von PYREG sieht man deutlich, was angewandte Forschung schaffen kann. Die Geschichte des Unternehmens zeigt zudem die große Nähe zur Arbeitspraxis, von der Studierende in unseren Studiengängen auch heute noch profitieren. Es ist nur schade, dass dieser technologische Fortschritt, basierend auf der gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit, zumindest in Deutschland noch mit Hürden verbunden ist.“

Wie funktioniert das Verfahren?
Konkret hat das Unternehmen eine Technologie entwickelt, mit der Klärschlamm bei hohen Temperaturen und gezielter Sauerstoffzufuhr verkohlt werden kann. Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass im Klärschlamm enthaltene Giftstoffe zersetzt werden. Zudem wird im Endprodukt CO2 dauerhaft gebunden, sodass es nicht mehr in die Luft entweichen kann. Damit hilft die Technologie, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Auf ähnliche Weise wird in einer zweiten Entwicklung des Unternehmens Biomasse zu Pflanzenkohle oder Futterkohle verarbeitet.

Dr. Corinne Benzing Öffentlichkeitsarbeit
Technische Hochschule Bingen

https://idw-online.de/de/news760083

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Klärschlammkooperation OWL schreitet voran

Die Gründung der Klärschlammverwertung OWL GmbH ist nach der letzten Gesellschafterversammlung und der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates nun mit allen formell notwendigen Schritten abgeschlossen. Nach aktuellem Stand können die Ausschreibungsunterlagen in der Gesellschafterversammlung am 11. Dezember 2020 beschlossen und vor Weihnachten EU-weit veröffentlicht werden. Das Auftragsvolumen beläuft sich bei einer Laufzeit von 20 Jahren in dreistelliger Millionenhöhe. In der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) werden rund 100 Kläranlagen betrieben, die mittelbar oder unmittelbar in kommunaler Hand liegen. Die Klärschlammverwertung OWL GmbH hat 47 Gesellschafter. Die Gesellschafter vertreten 78 Gemeinden, Städte, Kreise, Wasser- und Zweckverbände, die zukünftig jährlich ca. 178 000 t Klärschlamm (rund 44 500 t Trockensubstanz) über die KSV OWL entsorgen werden.

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Recycling von Klärschlamm

Bundesforschungsministerium fördert innovatives Verbundprojekt „KlimaPhoNds“, das maßgeblich vom Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum (CUTEC) der TU Clausthal umgesetzt wird, mit 4,6 Millionen Euro.

Klärschlamm ist ein wertvoller Energie- und Rohstoffträger. Im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft muss es das Ziel sein, sämtliche Ressourcen aus dem Klärschlamm zu nutzen. Hierzu gehört nicht nur Phosphor, sondern zum Beispiel auch Stickstoff, Metalle und Mineralstoffe, aber auch die im Klärschlamm gebundene Energie. Das Projekt „KlimaPhoNds“ zielt auf eine vollständige energetische und rohstoffliche Klärschlammverwertung und der Realisierung von Stoffkreisläufen für Magnesium, Stickstoff und insbesondere Phosphor.

„Wir werden dazu mehrere Innovationen im großtechnischen Maßstab umsetzen, um die Klimaneutralität und Ressourceneffizienz des entwickelten Konzeptes nachzuweisen“, sagt Professor Michael Sievers. Der Leiter der Abteilung Abwasserverfahrenstechnik im Forschungszentrum CUTEC der TU Clausthal wird das Projekt koordinieren, das am 1. Oktober beginnt und auf fünf Jahre ausgelegt ist. Auch die CUTEC-Abteilungen Thermische Prozesstechnik sowie Ressourcentechnik und -systeme bringen sich in das Vorhaben ein. An der TU Clausthal passt das Vorhaben ideal zum neuen Leitthema Circular Economy – nachhaltige Kreislaufwirtschaft. Industriepartner sind die Parforce Engineering & Consulting GmbH, Lukson AG und Knoke-Industrie-Montage GmbH.

Die Umsetzung erfolgt in der Kläranlage Northeim
Im Hinblick auf eine zukunftsweisende Industriegesellschaft wird das neue klimafreundliche, rohstoffeffiziente Konzept am Beispiel der Kläranlage Northeim – auch die Stadt Northeim ist Projektpartner – entwickelt und umgesetzt. „Die Klimafreundlichkeit beruht auf einer innovativen, nahezu wärmeneutralen Trocknung von Klärschlamm und dessen energetischer Verwertung“, so Professor Sievers. Zur verbesserten Ressourceneffizienz tragen die stoffliche, reststofffreie Nutzung des getrockneten Klärschlamms sowie mehrere Materialkreisläufe für Phosphor, Stickstoff und Magnesium bei. Voraussetzung für das Konzept ist eine vermehrte biologische Phosphorelimination bei der Abwasserbehandlung.

Das als Magnesium-Ammonium-Phosphat anfallende Fällungsprodukt wird zentral mit einer thermischen Behandlung (Kalzinierung) und Zugabe von Säure nahezu reststofffrei in die drei Wertstoffe Ammoniakwasser, Magnesiumchlorid und Phosphorsäure veredelt. Phosphorsäure soll in hochwertiger Qualität der chemischen Industrie insbesondere für die Düngemittelherstellung zur Verfügung gestellt werden. Das beim Parforce-Verfahren anfallende Nebenprodukt Magnesiumchlorid geht zur Kläranlage Northeim zurück und wird anhand von Vergleichsversuchen mit kommerziellen Produkten bewertet. Das Ammoniakwasser wird auf dessen Nutzung zur Düngemittelherstellung oder zur Entstickung von Verbrennungsabgasen untersucht.

Getrockneter Klärschlamm als Brennstoff in der Zementindustrie
Die Produktion phosphatarmen Klärschlamms ermöglicht eine flexible energetische und auch stoffliche Verwertung, die meist mit niedrigeren Kosten verbunden ist. Dank dem erstmaligen Einsatz einer sogenannten Wirbelschichtverdampfungstrocknung, das heißt einer Klärschlammtrocknung bei Überdruck und unter reiner Wasserdampfatmosphäre, erfolgt eine besonders effiziente Wärmerückgewinnung und eine nahezu wärmebilanzneutrale Volltrocknung. Um trotz des Zusatzaufwandes für die Ressourcenschonung eine Emissionsminderung des gesamten CO2 zu erreichen, kann der getrocknete Klärschlamm als Brenn- und Zuschlagstoff in der Zementindustrie verwertet oder als Zusatzbrennstoff in Kraftwerken genutzt werden.

Gefördert wird das Projekt durch die Maßnahme „RePhoR – Regionales Phosphor Recycling“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Maßnahme ist Teil des Programms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA).

Weitere Informationen: https://www.klimaphonds.de/

https://www.fona.de/de/recycling-von-klaerschlamm

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Klärschlammverordnung – Vollzugshilfe soll im ersten Halbjahr 2020 kommen

Die Vollzugshilfe der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) zur Klärschlammverordnung soll im ersten Halbjahr 2020 veröffentlicht werden. Das sagte Hans-Walter Schneichel vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium in der vergangenen Woche bei der VDI-Konferenz Klärschlammentsorgung in Mainz. Derzeit würden die Stellungnahmen der betroffenen Kreise gesichtet, so Schneisel. Stellungnahmen konnten bis zum 15. Juni dieses Jahres abgegeben werden.
Die Vollzugshilfe soll für einen einheitlichen Vollzug der Klärschlammverordnung im Bundesgebiet sorgen. Sie soll Antworten geben auf Fragen, die bei Vollzugsbehörden im Alltag auftreten können. Mehr:

https://www.wenner-gmbh.de/2019/09/26/klaerschlammverordnung-vollzugshilfe-soll-im-ersten-halbjahr-2020-kommen/

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Beseitigung von abgelagertem Klärschlamm unterfällt dem Abfallrecht

Nicht deponiefähiger Klärschlamm unterliegt den allgemeinen Vorschriften des Abfallrechts. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden (BVerwG 7 C 19.18 – 8. Juli 2020). Die Klägerin ist der Wasserverband für das oberirdische Einzugsgebiet der Emscher. Von 1965 bis 1999 betrieb sie auf dem Gebiet der beklagten Stadt Duisburg eine Kläranlage; bis 1984 leitete sie das schlammhaltige Abwasser zum Zwecke der Entwässerung auf sogenannte Schlammplätze. Im März 2011 ordnete die Beklagte an, den in den Schlammplätzen unter einer Bodenschicht als pastöse Masse gelagerten Klärschlamm auszuheben und einer ordnungsgemäßen Entsorgung in einer Abfallentsorgungsanlage zuzuführen. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht blieb ohne Erfolg. Das Oberverwaltungsgericht wies die Berufung zurück. Die Ordnungsverfügung habe ihre Rechtsgrundlage im Abfallrecht. Der Klärschlamm sei nicht mehr Gegenstand der Abwasserbeseitigung. Die Ablagerung des Klärschlamms verstoße gegen die Pflicht der Klägerin, Abfälle ordnungsgemäß und schadlos zu verwerten oder sie gemeinwohlverträglich zu beseitigen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision der Klägerin zurückgewiesen. Wasserrechtliche Bestimmungen sind auf den Klärschlamm nicht mehr anzuwenden, weil die Kläranlage stillgelegt worden war. Als bewegliche Sache, die nicht mit dem umgebenden Erdreich verwachsen ist, unterliegt er dem Abfallrecht. Da der Klärschlamm nicht deponiefähig ist, sind die Vorschriften über die Stilllegung einer Deponie und das Bodenschutzrecht nicht einschlägig. Die abfallrechtliche Beseitigungsverfügung ist nicht zu beanstanden.

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Dossier: Neuordnung der Klärschlammentsorgung – Was kommt jetzt auf Abwasserentsorger zu?

Das EUWID-Dossier informiert Sie über relevante Entwicklungen seit Inkrafttreten der novellierten AbfKlärV.

Im Oktober 2017 ist die novellierte Klärschlammverordnung (AbfKlärV) in Kraft getreten. Sie regelt den Umgang mit Klärschlamm komplett neu: Größere Kläranlagen sind künftig verpflichtet, den im kommunalen Abwasser bzw. Klärschlamm enthaltenen Phosphor zurückzugewinnen – ab 2029 alle Kläranlagen größer 100.000 Einwohner-werten und ab 2032 alle Kläranlagen größer 50.000 Einwohnerwerten. Zudem endet für viele Kläranlagen die bodenbezogene Verwertung.

Bereits ab 2023 müssen die Kläranlagenbetreiber darlegen, wie sie der P-Rückgewinnungspflicht nachkommen wollen. Klar ist schon jetzt: Die Klärschlammentsorgung muss neu überdacht werden. Zukunftsfähige Strategien sind gefragt, um die Anforderungen zu erfüllen. Hierzu werden in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen in Verbrennungskapazitäten und P-Rückgewinnungstechnologien erforderlich sein. Auch werden Kläranlagen-Kooperationen eine immer wichtigere Rolle spielen.

Auch auf europäischer Ebene gibt es Überlegungen, die Klärschlammentsorgung…mehr:

https://www.euwid-wasser.de/news/politik/einzelansicht/Artikel/neuordnung-der-klaerschlammentsorgung-was-kommt-jetzt-auf-abwasserentsorger-zu.html

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UNITECHNICS KG

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Wir machen den Unterschied!

Seit 1990 beschäftigen sich unsere Ingenieure mit Geruch, biogener Korrosion und Fremdwasser in abwassertechnischen Anlagen. Jedem Projekt und jeder Aufgabenstellung stellen sie 30 Jahre Erfahrung und Knowhow zur Verfügung, konzipieren zielführende und wirtschaftliche Lösungen und setzen diese um.

Wir packen Probleme da an, wo sie entstehen und ermitteln ihre Ursachen. Strategien, Verfahrens- und Produktkonzepte entwickeln wie – genauso innovativ wie praktikabel – in enger Abstimmung mit Kommunen und Verbänden sowie Auftraggebern aus Wirtschaft und Industrie.

Erfahrung, Kompetenz, Seriosität und der Mut Vieles neu zu denken haben uns zu einem der marktführenden Unternehmen der Branche gemacht. Mit zahlreichen Niederlassungen sind wir nah am Kunden und können zeitnah reagieren. Wir arbeiten schnell, flexibel und absolut termintreu. Auch das verstehen wir unter verlässlicher Partnerschaft.

Betriebsoptimierung trotz Geruch und Korrosion
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Betriebsoptimierung trotz Fremd- bzw. Oberflächenwasser
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Spezielle Aspekte der Betriebsoptimierung
Projektentwicklung und -begleitung
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INDIKA: Webbasiertes Indirekteinleiterkataster
Workshops zu aktuellen Themen
Geruchsmanagerschulung
Angebote für Vertriebspartner

Meldungen zur Nutzung von (Ab)wärme 2021

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November 2021
Energie: Großer Kanalwärmetauscher geht in Berlin in Betrieb
Januar 2021
Genehmigung für Fernwärme aus Klärschlamm in Hannover

 


Energie: Großer Kanalwärmetauscher geht in Berlin in Betrieb

E.ON, SIGNA Real Estate und die Berliner Wasserbetriebe starten am Ostbahnhof die Energiewende von unten: Aus der ehemaligen „Galeria Kaufhof“-Filiale in der Berliner Koppenstraße ist ein modernes Bürogebäude (50.000 m²) entstanden, das jetzt nachhaltig mit Wärme und Kälte aus Abwasser versorgt wird. Möglich macht dies ein 200 Meter langer Wärmetauscher im Abwasserkanal neben dem Gebäude.

„So decken wir nachhaltig etwa 50 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs des Gebäudes und sparen rund 400 Tonnen CO2 ein. Diese Energieanlage mitten in Berlin ist ein Paradebeispiel für die effiziente Nutzung von lokalen Energiequellen“, sagt Nikolaus Meyer, Head of Solution Development bei E.ON.

„Mit unseren Projekten wollen wir unseren Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten und planen unsere Projekte konsequent im Hinblick auf ihre ökologische Nachhaltigkeit“, sagt Reiner Müller, Head of Project Development bei SIGNA Real Estate. „Durch die Beibehaltung der Bestandsstruktur und dem Einsatz modernster Wärme- und Kühltechnik erreichen wir beim UP! eine hervorragende CO2-Bilanz.“

Wärmeversorgung von zentraler Bedeutung für Energiewende
Die Wärmeversorgung von Städten ist ein zentraler Hebel zur Erreichung der Klimaziele und damit für eine gelungene Energiewende. Ein Großteil der Endenergie in Deutschland, knapp 1.220 Terrawattstunden (TWh), wird im Wärmesektor verbraucht. Aber nur 15 Prozent der benötigten Energie stammt bislang aus erneuerbaren Quellen. Allein in Deutschland könnte aus Abwasser gewonnene Energie rechnerisch 14 Prozent des Wärmebedarfs im Gebäudesektor abdecken und für die Kühlung gleichermaßen genutzt werden.

„Abwasserwärme ist ein Baustein der Energiewende im Wärmesektor in Berlin. Der innovative Potenzialatlas der Wasserbetriebe zeigt, dass 586 km des Kanal- und Abwasserdruckleitungsnetzes in Berlin geeignet sind, diese Technik zu nutzen“, sagt Alexander Schitkowsky, Projektleiter der Berliner Wasserbetriebe. „Diesen Schatz wollen wir heben und gemeinsam mit Partnern wie E.ON und Signa entwickeln.“

Die Kanalisation als stets gefüllter Wärmespeicher
Abwasser hat eine ganzjährig konstante Temperatur von bis zu 20°C. Diese Wärme wird normalerweise ungenutzt ins umgebende Erdreich abgegeben. Anders in der Koppenstraße: Hier wird für die Wärme- und Kälteversorgung des Bürogebäudes ein 100 Jahre alter Freispiegelkanal mit einem Durchmesser von zwei Metern genutzt. Dieser ermöglicht eine Entzugsleistung von mehr als 600 Kilowatt (kW). Ein Edelstahlwärmetauscher entzieht dem Abwasser die vorhandene Wärme. Über eine Großwärmepumpe wird die Temperatur der gewonnenen Wärme erhöht und das Gebäude beheizt. Im Sommer wird das Prinzip umgekehrt und der Kanal kann als effiziente Kältequelle genutzt werden. Darüber hinaus werden ein Blockheizkraftwerk zur hocheffizienten und günstigen Versorgung mit Strom, eine Kälteanlage sowie ein Gasbrennwertkessel eingesetzt.

Kostenstabilisierung im Kontext künftiger Gebäudestandards und zunehmender CO2-Kosten
Neben steigenden Ansprüchen an Umwelt- und Energieversorgungsstandards müssen städtebauliche Lösungen auch kostenstabil bleiben. Die Energieversorgungslösung mit dem Abwasserwärmetauscher ist so günstig wie eine herkömmliche Lösung mit fossil erzeugter Fernwärme. Eine dezentrale, platzsparende Energieversorgung aus Abwasser ermöglicht nachhaltige Wärme und Kälte mitten in der Stadt, wo der Platz für Wind- und Solarenergie meist begrenzt ist.

https://gwf-wasser.de/produkte-und-verfahren/energie-grosser-kanalwaermetauscher-geht-in-berlin-in-betrieb/

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Genehmigung für Fernwärme aus Klärschlamm in Hannover

Der Energieversorger enercity hat die Baugenehmigung für eine neue Klärschlammverwertungsanlage erhalten. Die Anlage erzeugt Wärme für bis zu 15 000 Menschen. Insgesamt investiert enercity über 60 Millionen Euro in das Vorhaben. Die Landeshauptstadt Hannover hatte enercity bereits im Mai 2020 den Auftrag zur Verwertung von jährlich 56 000 Tonnen entwässertem Klärschlamm über die nächsten 25 Jahre erteilt. Insgesamt kann die Anlage rund 130 000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr verarbeiten. Standort der Monoverbrennungsanlage ist das Gelände der Deponie des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) in Hannover-Lahe. Mit dem Bau der technischen Anlagenkomponenten hat enercity die Firma sludge2energy GmbH beauftragt, ein Joint Venture der Huber SE sowie der WTE Wassertechnik GmbH. Die Bauarbeiten werden im November 2020 beginnen. Die Aufnahme des Betriebes ist im vierten Quartal 2022 geplant.

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Meldungen zur Abwasserreinigung 2021

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November 2021
Mikroplastik vollumfänglich und ganzheitlich aus Wasser entfernen
September 2021
Spraitbach + Weil der Stadt: Land fördert Verbesserung der Phosphorelimination auf den Kläranlagen Spraitbach und Weil der Stadt-Hausen
August 2021
Salzpflanzen-Kläranlage: Innovatives Projekt zu Abwässern von Zuchtanlagen
Welche Risiken gibt es bei der Nutzung von Abwasser in der Landwirtschaft?
Juni 2021
Woche der Umwelt: BAM präsentiert innovatives Messverfahren für Mikroplastik
Mai 2021
Kläranlagen können Mikroplastikpartikel weitgehend entfernen
Zuverlässig messen, ob Flüssen und Seen die Luft ausgeht
(Mikro-) Plastik in Gewässern – Lösungsstrategien zur Verminderung
Wirksame Methode zur Entfernung von Nano- und Mikroplastik aus Wasser
April 2021
Neues Forschungsprojekt zum Thema „Aerobe Granulierte Schlämme (AGS)“ gestartet
Januar 2021
Forschungsprojekt PLASTRAT
Multiresistente Keime im Abwasser und Oberflächengewässer – Was tun?

 


BfG-Wissenschaftler erhält Frankfurter Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit 2021

Der Biologe Christian Scherer beschäftigte sich in seiner Dissertation mit Mikroplastik in Binnengewässern. Für seine Arbeit verlieh ihm ein Kuratorium der Goethe Universität Frankfurt einen von zwei Hauptpreisen. Denn in seiner Promotion leistete Christian Scherer einen großen Beitrag für ein besseres Verständnis zu Herkunft, Verbleib und Wirkung der Mikroplastikpartikel.

Die Belastung der Binnengewässer und Meere mit Mikro- und Makroplastik ist eine der großen gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Schätzungen zufolge wird sich die Plastikproduktion bis 2050 weltweit verzehnfachen, mit entsprechend steigenden Einträgen in die Umwelt. Obwohl die Wissenschaft in den vergangenen Jahren bereits große Anstrengungen unternommen hat, sind noch immer viele Fragen offen: So sind beispielsweise noch nicht alle Auswirkungen der Kunststoffpartikel auf einzelne Organismen und das Nahrungsnetz insgesamt verstanden. Auch der Eintrag, der Transport sowie der Verbleib der Polymere in großen Fließgewässern ist noch nicht vollständig geklärt. Einen wichtigen Baustein für ein besseres Verständnis zu Herkunft, Verbleib und Wirkung von Mikroplastik in Binnengewässern leistete der BfG-Biologe Christan Scherer im Rahmen seiner Doktorarbeit.

Frankfurter Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit
Feierliche Verleihung des Frankfurter Preises für Umwelt und Nachhaltigkeit 2021 an Christian Scherer (4. Person v. l.) und die anderen Preisträger. Quelle:  Goethe-Universität Frankfurt

Die herausragende Arbeit wurde am 20. Oktober 2021 im Rahmen einer Feierstunde auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität gewürdigt. Christian Scherer erhielt einen von zwei Hauptpreisen des „Frankfurter Preises für Umwelt und Nachhaltigkeit 2021“. Neben Scherer wurden vier weitere Nachwuchswissenschaftler/-innen für ihre Qualifikationsarbeiten im Feld der Umwelt- und sozial-ökologischen Nachhaltigkeitsforschung ausgezeichnet.

Ausgewählt wurden die Preisträger/-innen vom Kuratorium „Frankfurter Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit“ unter Vorsitz der Professorin Birgit Blättel-Mink. Für den Preis bewerben durften sich alle Angehörigen der Goethe-Universität, die seit dem 1. April 2020 eine wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten abgeschlossen haben, die Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen zum Thema haben. Christian Scherer ist seit dem 1. Juli 2019 an der BfG tätig und fertigte seine Dissertation im Rahmen des Projekts „Mikro- und Makroplastik in Bundeswasserstraßen – Beschreibung von Zustand, Transportmechanismen, ökologischen Risiken und Managementoptionen“ an. Gleichzeitig war Scherer als Promotionsstudent an der Goethe-Universität Frankfurt eingeschrieben.

In seiner Promotionsarbeit beschäftigte sich Scherer u. a. mit Konzept- und Methodenentwicklung für die Separation von Mikroplastik aus Umweltproben. Weitere Aufgaben waren die quantitative und qualitative Analyse des Mikroplastik-Vorkommens sowie die Charakterisierung der Aufnahme und Toxizität von Mikroplastik in aquatischen Stellvertreterorganismen.

https://www.bafg.de/DE/07_Nachrichten/211103_Preis-Scherer.html;jsessionid=87D5C25263A34CF498F56625BE62407B.live11311

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Mikroplastik vollumfänglich und ganzheitlich aus Wasser entfernen

Kleine Partikel, großes Problem. Mikroplastik ist ein ernst zu nehmendes Umweltrisiko, dem nur schwer beizukommen ist. Nun verspricht ein neuer Ansatz sowohl die einheitliche Detektion von Mikroplastik als auch Prozesskontrolle, Entfernungseffizienz, Ressourcenschonung und das Schließen von Stoffkreisläufen. Wie kann das gehen? Mehr:

https://www.process.vogel.de/mikroplastik-vollumfaenglich-und-ganzheitlich-aus-wasser-entfernen-a-1054374/?cmp=nl-254&uuid=

Redakteur: Michael Sturm, Dennis Schober, Silke Haubensak und Katrin Schuhen* / Dr. Ilka Ottleben

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Spraitbach + Weil der Stadt: Land fördert Verbesserung der Phosphorelimination auf den Kläranlagen Spraitbach und Weil der Stadt-Hausen

Umweltministerin Thekla Walker: „Damit werden wichtige Maßnahmen umgesetzt, die den ökologischen Zustand der Gewässer nachhaltig verbessern.“
Mit Zuschüssen in Höhe von insgesamt über 1,1 Millionen Euro unterstützt das Umweltministerium die Verbesserung der Phosphorelimination auf den Kläranlagen Spraitbach (Ostalbkreis) und Weil der Stadt-Hausen (Enzkreis). Auf beiden Kläranlagen kann nach Abschluss der geplanten Maßnahmen das im Abwasser enthaltene Phosphor besser entfernt werden.

Die Abwassermaßnahmen sind Teil des Handlungskonzeptes Abwasser, mit dem das Land Baden-Württemberg das Ziel verfolgt, den nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten ökologischen Zustand der Fließgewässer zu erreichen. „Die Betreiber sorgen mit diesen Investitionen dafür, dass zukünftig weniger Phosphor in die Gewässer gelangen kann. Das verbessert den ökologischen Zustand der Gewässer in den Einzugsgebieten der Kläranlagen nachhaltig und schützt wichtige Lebensräume“, sagte Umweltministerin Thekla Walker heute (19.07.) anlässlich der Ausstellung der beiden Förderbescheide.

Neubau der Phosphorelimination in Spraitbach
Das Umweltministerium unterstützt mit 507.200 Euro den Neubau einer Phosphorelimination auf der Sammelkläranlage Spraitbach. Zukünftig soll mittels einer Simultanfällung das Phosphor aus dem Abwasser der Gemeinde Spraitbach zurückgehalten werden. Als eine weitere Maßnahme wird der Schlammbereich der Kläranlage erweitert und umgebaut. Damit passt die Gemeinde die Größe des Schlammbereichs an die Ausbaugröße der Kläranlage an und schafft ausreichende Kapazitäten, um den bei der Phosphatfällung zusätzlich anfallenden Schlamm behandeln zu können.

Optimierung der Phosphorelimination der Sammelkläranlage Weil der Stadt-Hausen
Einen Landeszuschuss von 616.300 Euro erhält der Zweckverband Gruppenkläranlage Mittleres Würmtal für den Einbau einer Tuchfilteranlage auf der Kläranlage Weil der Stadt-Hausen. Die Sammelkläranlage kann dank dieser Maßnahme Phosphor, das auf der Kläranlage zu einem hohen Anteil in partikulärer Form anfällt, herausfiltern. Zudem besteht die Option, die Filteranlage in Zukunft zu erweitern und mit einer Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination nachzurüsten. Zu den geplanten Maßnahmen gehört auch eine neue Fällmitteldosierstelle und die Vergrößerung des bestehenden Fällmittelbehälters.

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Salzpflanzen-Kläranlage: Innovatives Projekt zu Abwässern von Zuchtanlagen

Im Mai konnte die Salzpflanzen-Kläranlage neben der Strander Garnelenfarm in Betrieb genommen werden. Ziel des innovativen Forschungsprojektes ist es, das nährstoffreiche, salzhaltige Abwasser der Zuchtanlage zu reinigen. Das könnte landbasierte Aquakultur künftig unabhängig von Klärwerken machen.

https://www.kn-online.de/Kiel/Salzpflanzen-Klaeranlage-Innovatives-Projekt-zu-Abwaessern-von-Zuchtanlagen

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Welche Risiken gibt es bei der Nutzung von Abwasser in der Landwirtschaft?

Ein deutsch-mexikanischer Forschungsverbund will am Beispiel des weltweit größten zusammenhängenden Abwasserbewässerungssystems nördlich von Mexiko-Stadt die Interaktionen von Schadstoffen, Krankheitserregern und Antibiotikaresistenz erforschen. „In dem rund 900 Quadratkilometer großen Gebiet finden wir einmalige Bedingungen vor“, erklärt Prof. Kornelia Smalla vom Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen.

Sie leitet ein Teilprojekt innerhalb des Verbundes, in dem untersucht wird, ob Antibiotikarückstände in Böden und Pflanzen das Pflanzenmikrobiom beeinflussen…

https://www.euwid-wasser.de/news/international/einzelansicht/Artikel/welche-risiken-gibt-es-bei-der-nutzung-von-abwasser-in-der-landwirtschaft.html

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

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Woche der Umwelt: BAM präsentiert innovatives Messverfahren für Mikroplastik

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ist mit einem neuartigen Messverfahren für Mikroplastik auf der „Woche der Umwelt“ des Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt vertreten. Das Verfahren erlaubt es, schneller als bisher genaue Daten zu den Eintragspfaden von Mikro- und Nanoplastik in die Umwelt zu erheben. Damit schafft es die empirische Voraussetzung für wirksame Vermeidungsstrategien.

Unter dem Motto „So geht Zukunft!“ laden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt am 10. und 11. Juni 2021 zur sechsten „Woche der Umwelt“ ein. Die Veranstaltung würdigt traditionell innovative Umweltschutzthemen und -projekte. Aufgrund der Corona-Pandemie muss sie als hybrides Format im Park von Schloss Bellevue sowie mit digitalen Fachforen stattfinden.

Zu den 150 Ausstellenden, die eine Fachjury ausgewählt hat, zählt auch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Die BAM stellt auf der Woche der Umwelt ein innovatives Messverfahren für Mikroplastik vor.

Die winzigen Partikel lassen sich heute in allen Weltmeeren, in Seen, Flüssen, Böden, in Organismen und sogar in der Luft nachweisen. Weltweit gelangen jedes Jahr viele Millionen Tonnen von Mikroplastik – und des viel kleineren Nanoplastik – in die Umwelt. Aus welchen Quellen genau die meisten Einträge stammen, das ist allerdings noch unbekannt. Denn: Die Zahlen dazu beruhen auf Schätzungen oder Hochrechnungen, die sich wiederum nur auf wenige konkrete Messungen stützen.

Der Grund dafür ist so einfach wie folgenreich: Mikro- und Nanoplastik sind sehr schwer aufzuspüren und exakt zu quantifizieren. Die Partikel messen oft nur einige Tausendstel oder sogar nur Millionstel Millimeter.

Bisherige Verfahren, die vor allem auf der Mikrospektroskopie beruhen, sind zeitaufwendig und sie erfassen besonders kleine Partikel nicht – die aber stehen im Verdacht, eine schädliche Wirkung auf Organismen zu entfalten.

Wissenschaftler*innen der BAM haben daher ein neuartiges Messverfahren entwickelt, das nicht mehr auf der Spektroskopie beruht. Stattdessen werden Proben werden erhitzt und die entstehenden Gase anschließend in einem Gaschromatographen, der an ein Massenspektrometer gekoppelt ist, analysiert. Gewissermaßen „riecht“ das Analysegerät die winzigen Partikel, statt sie optisch zu identifizieren. Der Vorteil: Das Verfahren ist etwa zehn Mal schneller, es erfasst auch besonders kleine Partikel sowie erstmals auch den Abrieb von Autoreifen – vermutlich eine der größten Quellen von Mikroplastik.

Zusammen mit der Firma Gerstel GmbH hat das Team der BAM aus dem patentierten Verfahren ein Analysegerät entwickelt, das bereits international in vielen Laboren im Einsatz ist.

Als Ergänzung bietet die BAM auch die weltweit ersten Referenzmaterialien für Mikroplastik an. Die Substanzen sind wichtig, um verschiedene Messmethoden und -werte miteinander vergleichen zu können.

„Mit dem Analysegerät und unseren Referenzmaterialien für Mikro- und Nanoplastik schaffen wir als Wissenschaftler*innen die empirische Grundlage, um über Vermeidungsstrategien diskutieren zu können und am Ende als Gesellschaft wirksame Maßnahmen festlegen zu können“, so Korinna Altmann von der BAM.

„Umwelt – das ist eines der fünf großen Themenfelder, zu denen wir an der BAM täglich forschen, prüfen und beraten“, so BAM-Präsident Prof. Dr. Ulrich Panne. „Als Wissenschaftler*innen müssen wir über die Grenzen unserer Labore hinausdenken. Wir tragen die Verantwortung dafür, die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten zu schützen. Unsere Forschung zu Mikroplastik ist ein wichtiger Beitrag dazu.“

Kontakt:
Referat Kommunikation, Marketing
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
T: + 49 30 8104-1013
presse@bam.de
http://www.bam.de

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Kläranlagen können Mikroplastikpartikel weitgehend entfernen

Kläranlagen können mit konventionellen Behandlungsverfahren die in Abwässern enthaltenen Mikroplastikpartikel weitgehend entfernen. Durch den Einsatz einer der Kläranlage nachgeschalteten Ultrafiltration kann der Partikelrückhalt sogar noch weiter erhöht werden. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des Forschungsprojektes „Plastrat“ unter Koordination der Universität der Bundeswehr München. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund drei Millionen Euro im Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“ geförderte Verbundvorhaben hat nach Ende der dreijährigen Laufzeit seinen Synthesebericht veröffentlicht.

„Die Forschung im Bereich von Mikroplastik erfordert einen ganzheitlichen Ansatz“, betonten…mehr:

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

https://www.euwid-wasser.de/news/wirtschaft/einzelansicht/Artikel/klaeranlagen-koennen-mikroplastikpartikel-weitgehend-entfernen.html

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Zuverlässig messen, ob Flüssen und Seen die Luft ausgeht

Abwässer tragen große Mengen organischer Substanzen in Flüsse und Seen, die zu starkem Bakterienwachstum und Sauerstoffmangel führen. Bisherige Messverfahren können diese organische Belastung nicht genau bestimmen. Ein neues Verfahren, das von Experten des Helmholtz-Zentrums Hereon mitentwickelt wurde, soll künftig ein eindeutiges Bild vom Zustand der Gewässer liefern. Die Arbeit wurde jetzt im Fachmagazin Science Advances veröffentlicht.

Wenn Abwässer aus Dörfern und Städten in Flüsse und Seen fließen, dann gelangen mit den Fäkalien große Mengen an Fetten, Eiweißen, Zuckern und anderen kohlenstoffhaltigen – organischen – Substanzen in die Natur. Diese organischen Substanzen werden von Bakterien abgebaut, die Sauerstoff verbrauchen. Je größer die Abwassermenge ist, desto besser gedeihen die Bakterien. Doch damit nimmt der Sauerstoffgehalt des Wassers immer weiter ab, bis schließlich den Fischen, Muscheln oder Würmern buchstäblich die Luft ausgeht. Weltweit sind dadurch in vielen Flüssen und Seen sauerstoffarme Todeszonen entstanden.

Bislang kein Goldstandard für Messungen
Um zu messen, wie stark die Gewässer mit organischen Stoffen aus Fäkalien belastet sind, nehmen Behörden und Umweltforscher regelmäßig Wasserproben. Weit verbreitet ist eine Messmethode, die mithilfe einer chemischen Reaktion den Gehalt an organischen Substanzen bestimmt. Wie ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern jetzt zeigt, liefert diese etablierte Methode jedoch Werte, aus denen sich der tatsächliche Verschmutzungsgrad des Wassers kaum ableiten lässt. An der Studie, die jetzt im Fachjournal Science Advances erschienen ist, ist auch Prof. Helmuth Thomas, Leiter des Hereon-Instituts für Kohlenstoffkreisläufe, beteiligt. „Wir stellen in dem Artikel deshalb auch eine neue Methode vor, die Messungen künftig sehr viel zuverlässiger macht“, sagt er.

Bei der herkömmlichen Messmethode werden Wasserproben mit den Chemikalien Permanganat oder Dichromat versetzt. Diese sind besonders reaktionsfreudig und bauen in kurzer Zeit alle organischen Substanzen ab. An der Menge des verbrauchten Permanganats oder Dichromats lässt sich dann bestimmen, wie viel organische Substanz in der Wasserprobe enthalten war. Experten sprechen bei dieser Messung vom „Chemischen Sauerstoffbedarf“ (Chemical Oxygen Demand, COD). Das Problem der COD-Messung: Sie unterscheidet nicht zwischen den organischen Stoffen, die mit den Abwässern ins Wasser gelangen, und jenen, die auf natürlichem Wege entstanden sind – etwa Lignin und Huminsäuren, die beim Zerfall von Holz frei werden. Damit lässt sich die Verschmutzung des Wassers kaum vom natürlichen Gehalt an organischen Stoffen unterscheiden. „Für den Han-Fluss in Südkorea etwa haben wir mit unserer neuen Methode herausgefunden, dass die Belastung mit organischen Stoffen aus Abwässern in den vergangenen 25 Jahren abgenommen hat. Die COD-Messungen aber zeigen nach wie vor hohe Werte an“, sagt Helmuth Thomas, „weil hier die natürlichen Substanzen einen Großteil der Organik im Wasser ausmachen.“

Komplizierte biologische Analyse
Wie aber lässt sich die tatsächliche Verschmutzung besser messen? Etabliert ist hier seit Jahrzehnten eine biologische Messmethode, die jedoch sehr viel aufwendiger als die COD-Messung ist und deshalb von Behörden und Forschungseinrichtungen seltener genutzt wird. In diesem Fall wird eine Wasserprobe aus dem Fluss oder See entnommen und der Sauerstoffgehalt des Wassers als Anfangswert gemessen. Eine weitere sogenannte Parallelprobe wird sofort luftdicht verschlossen. Anschließend ruht diese Wasserprobe fünf Tage lang. In dieser Zeit bauen die Bakterien die organische Substanz ab, wobei sie den Sauerstoff im Wasser nach und nach verbrauchen. Nach fünf Tagen wird das Gefäß geöffnet und der Sauerstoff gemessen. Enthält das Wasser viel Organik, waren die Bakterien besonders aktiv. Entsprechend groß war dann der Sauerstoffverbrauch. Experten sprechen bei dieser Messung vom „Biologischen Sauerstoffbedarf“ (Biological Oxygen Demand, BOD). „Die Messung des BOD ist sehr viel genauer als die des COD, weil die Bakterien vorzugsweise die kleinen organischen Moleküle aus dem Abwasser abbauen, aber die natürlichen wie etwa Lignin unangetastet lassen“, sagt Helmuth Thomas. Allerdings habe auch die Messung des BOD ihre Nachteile. Zum einen dauere die BOD-Messung fünf Tage, während der COD-Wert nach wenigen Minuten vorliege. Zum anderen müsse man beim Abfüllen, Lagern und Vermessen der Wasserproben peinlich genau darauf achten, dass kein Sauerstoff aus der Umgebungsluft in die Probe gelange und den Messwert verfälsche. „Das ganze Handling der BOD-Messung beherrschen nur einige wenige Leute mit großer Laborerfahrung“, sagt Helmuth Thomas. „Daher bevorzugen Behörden und Forscher auch heute noch den COD – trotz großer Unsicherheiten.“

Schneller und sicherer messen
Das Team um Helmuth Thomas stellt deshalb eine alternative Methode vor, die die klassische BOD-Messung verbessert. Vorteil der Methode ist, dass nur eine Wasserprobe genommen werden muss, diese sofort verschlossen wird und der Sauerstoffverbrauch ohne Eingriff in die Probe gemessen wird. Es ist dabei nicht notwendig, die Probe nach fünf Tagen erneut zu öffnen, um den Sauerstoffgehalt zu messen. So wird vermieden, dass die Probe erneut mit Luftsauerstoff in Berührung kommt. Beim neuen Ansatz wird gleich beim Abfüllen der Wasserprobe eine optische Faser in das Probengefäß eingeführt. Über diese Faser kann der Sauerstoffgehalt anhand optischer Effekte kontinuierlich direkt in der Probe gemessen werden. Thomas: „Wir können den Sauerstoffgehalt damit nonstop messen und erhalten ein sehr viel genaueres Bild vom Sauerstoffverbrauch durch die Bakterien.“ Erste Versuche haben gezeigt, dass ein aussagekräftiges Ergebnis bereits nach rund 48 Stunden vorliegt, was die BOD-Messung erheblich beschleunigt. Alles in allem macht das optische Verfahren die BOD-Messung also nicht nur zuverlässiger, sondern auch schneller. Helmuth Thomas geht deshalb davon aus, dass sich das neue Verfahren in den kommenden Jahren als neuer Standard etabliert, der sowohl die COD- als auch die klassische BOD-Messung ablösen wird. So kann künftig beispielsweise zuverlässiger als bisher ermittelt werden, ob Maßnahmen zur Gewässerreinhaltung tatsächlich erfolgreich sind.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Helmuth Thomas
Institut für Kohlenstoff-Kreisläufe
Institutsleitung
Tel: +49 (0)4152 87-2805
Mail: helmuth.thomas@hereon.de

https://idw-online.de/de/news766639

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(Mikro-) Plastik in Gewässern – Lösungsstrategien zur Verminderung

Kläranlagen können mit konventionellen Behandlungsverfahren die in Abwässern enthaltenen Mikroplastikpartikel weitgehend entfernen. Durch den Einsatz einer der Kläranlage nachgeschalteten Ultrafiltration kann der Partikelrückhalt sogar noch weiter erhöht werden.

Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des Forschungsprojektes PLASTRAT unter Koordination der Universität der Bundeswehr München. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund drei Millionen Euro im Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt – Quellen, Senken, Lösungsansätze“ geförderte Verbundvorhaben hat nach Ende der dreijährigen Laufzeit nun seinen Synthesebericht veröffentlicht.

Forderung nach ganzheitlichen Ansatz in der Forschung
„Die Forschung im Bereich von Mikroplastik erfordert einen ganzheitlichen Ansatz“, betonen Prof. Christian Schaum und Prof. Steffen Krause von der Universität der Bundeswehr München. „Dies fängt bei einer notwendigen Standardisierung von Probenahme, -aufbereitung und Analyse von Mikro-plastik sowohl aus wässrigen Proben als auch aus Klärschlamm an. Im Projekt PLASTRAT haben wir erste Ansätze dafür entwickelt.“

Reifenabrieb ist die Quelle Nummer eins für Mikroplastik
Der Bericht gibt erste Antworten auf aktuelle Fragen zum Thema (Mikro-) Plastik in Gewässern: Wie hoch sind die Einträge von Mikroplastik in Gewässer durch die Siedlungswasserwirtschaft und wie können diese Einträge überhaupt gemessen werden? Wie lassen sie sich reduzieren? Welche Auswirkungen auf Gewässer und den Menschen können durch Mikroplastik und die darin enthaltenen Zusatzstoffe entstehen? Welche Handlungsoptionen zur Reduktion des Eintrags von Mikroplastik bestehen für Hersteller und Verbraucherinnen und Verbraucher? Mit 48 Prozent steht der Reifenabrieb als Quelle für Mikroplastik an erster Stelle. Danach folgen mit 12 Prozent die Emissionen bei der Abfallentsorgung.

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlichster chemischer Verbindungen, die in Kunststoffen enthalten sind, bleibt es schwierig, human- und ökotoxiko-logische Effekte einzelnen Substanzen zuzuordnen. Bei den untersuchten Kunststoffen konnten die Forschenden jedoch unter anderem hormonelle Wirkungen identifizieren. Darüber hinaus stellten sie fest, dass sich die Anzahl an nachgewiesenen Verbindungen durch UV-Bestrahlung in den untersuchten Proben zusätzlich erhöht hat und sich auch die Anzahl an den Partikeln anhaftender hydrophober Schadstoffe bei Passage der Kläranlage erhöht.

Empfehlung einer Deklarationspflicht von Kunststoffinhaltsstoffen
Strategien zur Minderung von Mikroplastikeinträgen sind nach den Untersuchungen von PLASTRAT besonders dann erfolgsversprechend, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher umweltfreundliche Alternativen mit geringem Aufwand einsetzen können und wenn gleichermaßen Hersteller bzw. Politik mit in veränderte Abläufe eingebunden werden. So folgte PLASTRAT der Idee einer systemischen Risikoanalyse und entwickelte Grundlagen dafür, wie eine Bewertung von Kunststoffprodukten aus Sicht des Gewässerschutzes in bereits bestehende oder auch neue Gütesiegel integriert werden kann. Der Synthesebericht von PLASTRAT zeigt abschließend auch offene Fragestellungen und Herausforderungen auf. Abgeleitet wurden Handlungsempfehlungen für Wissenschaft, Konsumenten, Politik und Wasserwirtschaft. Diese beinhalten beispielsweise die Einführung einer Deklarationspflicht von Kunststoffinhaltsstoffen oder die Harmonisierung und Standardisierung von Methoden und Technologien zur Substanzdetektion.

Hintergrund
Das Verbundprojekt PLASTRAT (Lösungsstrategien zur Verminderung von Einträgen von urbanem Plastik in limnische Systeme) wurde nach drei-jähriger Laufzeit im Dezember 2020 abgeschlossen. Beteiligt waren unter Koordination der Universität der Bundeswehr München zehn Partner aus Wissenschaft und Industrie: aquadrat ingenieure GmbH, Bundesanstalt für Gewässerkunde, Goethe-Universität Frankfurt am Main, inge GmbH, ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gemeinnützige GmbH, Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. und Technische Universität Darmstadt – Institut IWAR. Zusätzlich unterstützt wurde es von zwölf assoziierten Partnern und Unterauftragnehmern, bei denen es sich vor allem um Betreiber von Abwasserbehandlungsanlagen, aber auch Hersteller und Vertreiber von Kunststoffen sowie Fachverbände handelte.

Der Synthesebericht von PLASTRAT zum Download:
https://athene-forschung.unibw.de/doc/137063/137063.pdf

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Christian Schaum
Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik
E-Mail: swa@unibw.de

https://idw-online.de/de/news767295

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Wirksame Methode zur Entfernung von Nano- und Mikroplastik aus Wasser

Mikro- und Nanoplastik stellen omnipräsente und problematische Umweltbelastungen dar, für die gängige Reinigungskonzepte nicht anwendbar sind. Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnten nun zeigen, wie Plastikpartikel verschiedener Sorten und Größen mithilfe von Magneten aus dem Wasser entfernt werden können. Hierzu setzten sie ungiftige, speziell beschichtete Eisenoxid-Nanopartikel, sogenannte SPIONs, ein, die sie gezielt für die Anbindung an Plastikoberflächen entwickelt haben.

Hintergrundwissen: Mikro- und Nanoplastik
Wer hat in den letzten Jahren nicht von Mikroplastik gehört? Von der Antarktis bis in die Tiefsee, in Lebewesen, aber hauptsächlich im Wasser wurde es gefunden – immer mit dem Hinweis, dass es gesundheitsschädlich ist. Aber was ist Mikroplastik eigentlich? Was macht es potentiell so gefährlich und wie wird man diese menschengemachte Verschmutzung wieder los? Und was ist eigentlich Nanoplastik?

Mikroplastik zählt zu den so genannten „Emerging Contaminants“, also Umweltbelastungen, die erst seit den 1990-ern als solche wahrgenommen werden. Die Unterscheidung zwischen Mikroplastik (1 mm – 1 μm) und Nanoplastik (kleiner 1 μm) ist noch „jünger“. Bei der Klassifizierung wird allerdings bisher kaum der wichtige Faktor berücksichtigt, dass Plastik nicht gleich Plastik ist, sondern es eine große Vielzahl von verschiedenen Kunststoffen gibt (z.B. Polyethylen, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Teflon etc.), die jeweils in unterschiedlichen Formen, wie zum Beispiel Partikeln oder Fasern, vorkommen können. Mikro-/Nanoplastik entsteht neben der gezielten Herstellung kleinster Kunststoffpartikel – typischerweise verwendet als preiswerte Füllstoffe – hauptsächlich durch die langsame mechanische Fragmentierung von Plastikmüll in der Umwelt. Die Langlebigkeit vieler Kunststoffe, bedingt durch ihre molekulare Struktur, stellt dabei ein Hauptproblem für deren biologischen Abbau dar, so dass Plastikmüll Jahrzehnte überdauert. Plastik zersetzt sich also nicht, sondern wird lediglich immer kleiner. Aus einem Stück Plastikmüll (z.B. Polyethylen) von der Größe eines Zuckerwürfels können im Laufe der Zeit so ca. 1500 Mikropartikel (Durchmesser 10 μm) oder ca. 150.000 Teilchen Nanoplastik (Durchmesser 100 nm) werden. Dabei gilt: je kleiner die Plastikpartikel desto problematischer, da Nanoplastik leichter in Körperzellen eindringen kann (zum Vergleich: das SARS-CoV-2 Virus ist 60-90 nm groß). Zudem besitzt Nanoplastik eine extrem große spezifische Oberfläche an der sich Giftstoffe oder Schwermetalle binden können und so in den Organismus gelangen. Schätzungen zufolge nimmt jeder Mensch mit der Nahrung wöchentlich bis zu 5 Gramm Mikroplastik zu sich – so viel wie eine Kreditkarte. Bis heute wurden mehr als 8.3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt, von denen ein Großteil nicht recycelt wurde und auch nicht wird. Prognosen sagen bis zum Jahr 2050 ein akkumuliertes Plastikmüllvolumen in der Umwelt von 12 Milliarden Tonnen voraus. Effiziente Methoden zur Beseitigung gerade der nanoskaligen Plastikpartikel gibt es bisher nicht, da klassische Methoden wie Filtration oder Oxidation ungeeignet sind.

Mit „smartem Rost“ Plastik aus Wasser entfernen
In der aktuellen Studie zeigen die FAU-Forscher wie man Plastikpartikel verschiedener Sorten und Größen mithilfe ungiftiger, speziell beschichteter Eisenoxid-Nanopartikel einfach aus Wässern entfernen kann. Das FAU-Forscherteam um Prof. Marcus Halik (Department Werkstoffwissenschaften, Interdisziplinäres Zentrum für Nanostrukturierte Filme – IZNF), Prof. Dirk Zahn (Professur für Theoretische Chemie, Computer Chemistry Center – CCC), Prof. Erdmann Spiecker (Department Werkstoffwissenschaften, Center for Nanoanalysis and Electron Microscopy (CENEM) sowie Prof. Christoph Alexiou (Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON) der Hals-Nasen-Ohren-Klinik) nutzten hierzu s.g. SPIONs (SuperParamagnetic Iron Oxid Nanoparticles). Vereinfacht könnte man diese Materialien auch als „smarten Rost“ bezeichnen. Die oberflächenmodifizierten SPIONs, die mit ca. 30 nm Durchmesser deutlich kleiner sind als die untersuchten Plastikpartikel (100–970 nm), wechselwirken mit den Plastikpartikeln wie eine Art Kleber und verklumpen diese zu größeren Aggregaten. Diese Aggregate aus Nanoplastik und Eisenoxid lassen sich nunmehr sehr einfach durch einen Magneten aus dem Wasser entfernen.

Bahnbrechend an diesem Konzept ist, dass durch die Oberflächenfunktionalisierung die SPIONs derart eingestellt werden, das bestimmte Plastiksorten bevorzugt anbinden. Dabei ist das Konzept so variabel, dass auch eine Breitband-Effizienz für Mischungen von Nanoplastik erreicht wird – wie sie auch in der Umwelt vorkommen. Der wissenschaftliche Hintergrund dieser Wechselwirkungen, die hauptsächlich auf entgegengesetzten Oberflächenladungen der SPIONs und der Plastikpartikel basieren, wurde in der Arbeitsgruppe von Prof. Halik von Marco Sarcletti umgesetzt und durch Experimente bestätigt. Durch Simulationen (AG Zahn) wurde dieses Konzept theoretisch untermauert und die Morphologie der Agglomerate detailliert untersucht.

Die Experimente liefern darüber hinaus deutliche Anzeichen dafür, dass durch die spezielle Struktur der Moleküle an der SPION-Oberflächen eine Selektivität zwischen Plastikpartikeln und anorganischen Sedimentpartikeln erreicht werden kann. Das ist entscheidend, weil somit natürliche Sedimente die Effektivität der Reinigung nicht mindern. In einer eigens für magnetische Nanopartikel entwickelten Teststrategie zeigten die Forscher, dass die verwendeten SPIONs nicht toxisch sind (AG Alexiou). Auch dieser Befund ist fundamental für eine spätere praktische Anwendung.

Natürlich konnten mit dieser Studie nicht alle Fragen beantwortet werden, und kein technisches Verfahren ist geeignet die gesamten 1.4 Mrd. Kubikkilometer Wasser auf der Erde von Mikro- und Nanoplastik zu reinigen, jedoch arbeitet das Team um Prof. Halik derzeit an einer technischen Umsetzung zur Skalierung der magnetischen Wasserreinigung. Ziel ist dabei den zukünftigen Eintrag, der im Wesentlichen über Flüsse erfolgt, zu minimieren.

Die Arbeiten wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), den Exzellenzcluster EAM (Engineering of Advanced Materials) und durch die Graduate School Molecular Science (GSMS) an der FAU sowie durch das GRK1896 und den SFB1411 unterstützt

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Weitere Informationen:
Prof. Marcus Halik
Tel.: 09131/85-70367
marcus.halik@fau.de

Marco Sarcletti
marco.sarcletti@fau.de

https://idw-online.de/de/news767071

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Neues Forschungsprojekt zum Thema „Aerobe Granulierte Schlämme (AGS)“ gestartet

Wir freuen uns über die Bewilligung des neuen Forschungsvorhabens zum Thema „Aerobe Granulierte Schlämme (AGS)“. ATD übernimmt die Beratung beim Reaktordesign und führt Kostenbetrachtungen von Modellanlagen durch.

Im Projekt „MIKROPELLETS – Untersuchungen von Verfahren zur gezielten, integrierten MIKROschadstoffelimination mit aeroben PELLETS“ sollen Verfahren zur Mikroschadstoffelimination in innovative Pellet-Verfahren zur Abwasserbehandlung integriert werden. Bei Pellets oder aeroben Granula handelt es sich um eine besondere Form des belebten Schlamms, der leicht sedimentierbar ist. Zudem ermöglichen Pellets als „Biofilme ohne Aufwuchskörper“ durch ihre unterschiedlichen Schichten eine weitergehende simultane Nitrifikation und Denitrifikation.

In MIKROPELLETS werden Pellet-Verfahren sowohl im Sequencing Batch Reactor (SBR) als auch in einem kontinuierlichen Prozess entwickelt. Anschließend soll eine Optimierung dieser Verfahren mit dem Ziel der Kosten-, Energie- und Platzeinsparung gegenüber dem konventionellen Belebungsverfahren stattfinden.

Neben dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen und dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik der RUB Bochum, sind die zwei Ingenieurbüros Hydro-Ingenieure GmbH und ATD GmbH sowie der Praxispartner Emschergenossenschaft an der Durchführung des Projektes beteiligt.

Das Projekt wird im Rahmen von ResA II, Förderbereich 6 durch das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert.

https://www.atdgmbh.de/neues-forschungsprojekt-zum-thema-aerobe-granulierte-schlaemme-ags-gestartet/

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Forschungsprojekt PLASTRAT 

Eintrag von Mikroplastikpartikeln in limnische Systeme durch Ableitungen der WefTec – The Water Quality Event
Frau Natalie Wick präsentiert Inhalte des Forschungsprojekts PLASTRAT bei WEFTEC Connect.

Im interdisziplinären Forschungsprojekt PLASTRAT wurde unter anderem der Eintrag von Mikroplastikpartikeln in limnische Systeme durch Ableitungen der Siedlungswasserwirtschaft untersucht.

Zunächst galt es ein geeignetes Probenahmeverfahren zu etablieren. Auch bei Probenaufbereitung und Analyse mussten diverse Herausforderungen überwunden werden.

Der Beitrag ist ab dem 04.10.2020 10:00 Uhr auf YouTube verfügbar.

https://www.unibw.de/wasserwesen/swa/aktuelle-nachrichten/weftec

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Multiresistente Keime im Abwasser und Oberflächengewässer – Was tun?

Stakeholder Dialog des  DGMT Arbeitskreises Mikroschadstoffe
2. und 3. März 2021
09.00 – 12.30 Uhr

Mehr unter: http://www.dgmt.org/index.php/stakeholder-dialog-2021.html

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Meldungen zu Kanal und Entwässerung 2021

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Dezember 2021
SEMAplus: Altersvorsorge für Abwasserkanäle
August 2021
Mall: Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung Gewässerschutz – Starkregen – Stadtklima
Umweltschutz in der Tiefe: Kanalbauer gehen Dingen auf den Grund
Fremdwasser richtig messen
Januar 2021
Unsere Videoreihe über den Salzbachkanal ist online
Hochwasserfrühwarnsystem kann in erste Phase starten
Schacht-in-Schacht-Sanierungen dank 3D-Vermessung noch effizienter
Kompetenz-Wasser  im Spiegel
CoV im Abwasser nachweisbar
Kläranlagen: Viruslast stabilisiert sich auf hohem Niveau
Raumordnungsplanung und Hochwasserrisikomanagement verknüpfen
Eawag: Kurzschlüsse erhöhen Pestizidbelastung
Aufbau von zusätzlichen Regenwasserbecken / Kanaldimensionierung
Mall: Marktbefragung zum Umgang mit Regenwasser in D-A-CH
Anforderungen an Leichtflüssigkeits-Abscheideranlagen
Modell des AWI berechnet Wasserstände von Flüssen drei Monate im Voraus
Covid-19: Kläranlagen als Frühwarnsystem – TU Darmstadt analysiert das Erbmaterial von SARS-CoV-2 aus Abwasserproben
Wasser 4.0: Ein „Digitaler Zwilling“ für das Kanalsystem
Klimaschutzprojekte im kommunalen Umfeld – Kommunalrichtlinie eine Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
Abwasser soll Aufschluss über CoV bringen
Erste bundesweite Regenmessung mit dem Mobilfunknetz
Der Detektiv im Wasserrohr: Auf der Spur verbotener Einleitungen Umweltschädigende Substanzen im Abwasser 
Corona-Frühwarnsystem aus dem Abwasser

 


SEMAplus: Altersvorsorge für Abwasserkanäle

Altersvorsorge für Abwasserkanäle
Die öffentlichen Kanalnetze in Deutschland sind zusammen über eine halbe Million Kilometer lang. Diese wertvolle Infrastruktur gilt es zu erhalten. Mit SEMAplus liefern wir mithilfe datenbasierter statistischer Verfahren und künstlicher Intelligenz für diese Herausforderung innovative, nachhaltige und nicht zuletzt kostensparende Lösungen.

Sie benötigen Auskunft über den aktuellen Zustand Ihres gesamten Kanalnetzes sowie eine Sanierungsplanung für die nächsten Jahrzehnte? SEMAplus liefert Ihnen schnell und präzise Informationen und bietet Ihnen die Grundlage für zielgerichtete kurzfristige Instandhaltungen sowie langfristige Investitionsplanungen. SEMAplus benötigt dafür Ihre Inspektionsdaten, Informationen zu Material und Alter sowie, wenn vorhanden, Daten zu weiteren alterungsrelevanten Kanaleigenschaften und Umweltfaktoren. Somit sparen Sie an Ressourceneinsatz, Kosten und Zeit. Zugleich ermöglicht SEMAplus dank transparenter und leicht verständlicher Ergebnisse eine effiziente Kommunikation zwischen Entscheidungstragenden.

https://www.kompetenz-wasser.de/de/forschung/dienstleistungen/semaplus

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Mall: Dezentrale Regenwasserbewirtschaftung Gewässerschutz – Starkregen – Stadtklima

Häufiger auftretende Starkregenereignisse und längere Hitzeperioden stellen auch die Siedlungswasserwirtschaft vor neue Herausforderungen. Prof. Dr. Heiko Sieker von der gleichnamigen Ingenieurgesellschaft zeigt, welche vor allem dezentralen Lösungen ergriffen werden können, um dabei auch Hochwassersituationen zu vermeiden.

Video ansehen:
https://www.mall.info/unternehmen/veranstaltungen-und-messen/expertenvortrag-als-webseminar/

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Umweltschutz in der Tiefe: Kanalbauer gehen Dingen auf den Grund

Hamm/Düsseldorf Meist nehmen wir die Kanalisation gar nicht wahr. Dabei ist sie essenziell: Sie führt sauberes Regenwasser in Flüsse und Abwasser in die Kläranlage. Für Bau und Instandhaltung sind Experten zuständig…mehr:

https://www.volksfreund.de/magazin/beruf/kanalbauer-gehen-dingen-auf-den-grund_aid-57063227

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Fremdwasser richtig messen

Der Bedarf an Maßnahmen zur Reduzierung von Fremdwasser im kommunalen Kanalnetz steigt kontinuierlich. Das zeigt die Erfahrung als Messdienstleister. Zur Ermittlung von Fremdwasser werden Messkampagnen durchgeführt, bei denen Teileinzugsgebiete mit Durchflussmessungen ausgerüstet werden, um die Fremdwasserschwerpunktgebiete zu identifizieren. Bei nahezu allen Messkampagnen wird die Fremdwasserauswertung über die Nachtminimum-Methode (DWA-M 182) realisiert. Bei dieser Methode wird der geringste Tagesabfluss als im Wesentlichen dem Fremdwasser zugehörig gewertet.

Die DWA-M181 unterscheidet dabei:

Temporärmessungen (Dauer-, Langzeit- und Kurzzeitmessungen) und Einzelmessungen.
Sehr oft werden über Kurzzeitmessungen (DWA-M 181: Messdauer etwa zwischen einer Woche und drei Monaten) Fremdwasserschwerpunktgebiete identifiziert. Die durch NIVUS abgewickelten Messkampagnen dauern in der Regel zwischen vier und 12 Wochen.

Immer wieder gibt es auch Anfragen zur Fremdwasserermittlung über Einzelmessungen an verschiedenen Punkten eines Einzugsgebietes. Dabei sollen innerhalb einer Nacht an mehreren Punkten eines Einzugsgebietes mittels Einzelmessungen die Trockenwetterabflüsse ermittelt werden. Dies erfolgt zur Zeit des geringsten nächtlichen Abflusses. Es wird schnell klar, dass Einzelmessungen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht über dieselbe Datenqualität verfügen können, wie Messungen über mehrere Wochen. Andererseits ist der Mittelaufwand im Vergleich zu Kurzzeitmessungen niedriger. Damit stellt sich die Frage nach dem optimalen Kosten-Nutzen Aufwand für Fremdwasseruntersuchungen. Dies soll vor allem im Hinblick auf mögliche folgende Investitionen bzw. Sanierungskosten betrachtet werden.

Ergebnisvergleich von Einzelmessungen und Kurzzeitmessungen
Für einen Vergleich von Aufwand und Nutzen einer Fremdwasserbestimmung wurden die Messdaten einer mehrmonatigen Messkampagne untersucht. Ziel war eine Fremdwasserermittlung für vier Teileinzugsgebiete.

Die Fremdwasserauswertung erfolgte über die Nachtminimum-Methode (DWA-M182). Für diesen Vergleich wurden etwaige Schmutzwasseranteile während des minimalen nächtlichen Abflusses vernachlässigt. Der minimale Abfluss bei Nacht entspricht daher im Folgenden zu 100 % dem Fremdwasserabfluss.

Dabei wurden drei verschiedene Varianten zur Messdatenerfassung betrachtet:
Variante 1: Durchflussmessung an 4 Messpunkten nacheinander während einer Ortsbegehung
Variante 2: Einbau von Durchflussmessungen parallel an allen 4 Messpunkten für die Dauer einer Nacht
Variante 3: Durchführung einer Messkampagne parallel an allen 4 Messpunkten über 6 Wochen
Unterschieden wird hier lediglich in der Messdauer. Fehler bei der Messdatenerfassung (z.B. Bedienerfehler) können hierbei außer Acht gelassen werden, da für den Vergleich der Varianten dieselben Messdaten verwendet wurden.

Der Messzeitraum der Kurzzeitmessung erstreckte sich über 6 Wochen (9. Februar bis 26. März). Zur Auswahl der Trockenwettertage wurde zeitgleich ein Niederschlagsschreiber betrieben. Das Kriterium für Trockenwettertage war eine Niederschlagssumme von 0,3 mm am betrachteten Tag sowie eine maximale Niederschlagssumme von 0,3 mm am Vortag.

Für den Messzeitraum ergaben sich damit 20 Trockenwettertage, aus denen für die Beurteilung der Einzelmessungen exemplarisch 3 Tage ausgewählt wurden.

Ergebnisse aus der Datenanalyse
Aus den kontinuierlich aufgenommenen Daten der Messkampagne wurden für drei Trockenwettertage gemäß Tabelle 2 für die o.g. Varianten 1 und 2 die entsprechenden Messdaten verwendet. 

Für die Variante 1 wurde von einer Messdauer von 10 Minuten ausgegangen. Zusätzlich ist der zeitliche Aufwand für die Vorbereitung der Messung zu berücksichtigen. Dazu zählen neben der Vorbereitung der Messtechnik auch die Messstellenabsicherung sowie das Anlegen der persönlichen Sicherheitsausrüstung. In der Summe wird hier von einem Aufwand von 30 Minuten ausgegangen sowie von einer Fahrtzeit zwischen den Messpunkten von 10 Minuten. Damit beträgt die Dauer der Ortsbegehung etwa 2,5 Stunden. 

Bei der Variante 3 wurden alle 20 Trockenwettertage ausgewertet. Tabelle 1 zeigt für diese Variante den mittleren minimalen Abfluss aller Trockenwettertage über den gesamten Messzeitraum.

Deutlich wird, dass durch Variante 1 höhere Abflüsse gemessen wurden als bei Variante 2. Über Variante 2 wird die gesamte Nacht messtechnisch hochaufgelöst erfasst, so dass der Zeitpunkt des minimalen Abflusses eindeutig bestimmt werden kann. Damit wird für jeden untersuchten Messpunkt die Ermittlung des minimalen Trockenwetterabflusses möglich.

Für Variante 1 kann der Zeitpunkt des geringsten Abflusses nur geschätzt werden. Ebenfalls können auch nicht an allen 4 Messpunkten gleichzeitig zum geschätzten Zeitpunkt die Durchflüsse messtechnisch erfasst werden. Dadurch wird der Fremdwasserabfluss bei Variante 1 in der Regel überschätzt.

Ein deutliches Beispiel finden wir am 10. März. Hier ist eine deutliche Abweichung der Ergebnisse der Varianten 1 und 2 an der Messstelle M03 zu erkennen. Die Ganglinie aus Abbildung 1 zeigt eine deutliche Erhöhung des Abflusses bei Nacht. Die Einzelmessung aus Variante 1 fällt genau in die Zeit des erhöhten Abflusses, die Messergebnisse täuschen damit einen zu hohen Fremdwasserabfluss vor. 

Die dynamischen Veränderungen des Fremdwasseranfalls stellen eine weitere Einschränkung der Verwertbarkeit der Messdaten von Einzelmessungen dar. Abbildung 2 zeigt einen um etwa 20 % niedrigeren Abfluss am 17. Februar an der Messstelle M01. Dies deutet auf einen niederschlagsbedingten erhöhten Fremdwasserabfluss hin. 

Zur Erfassung von Fremdwasserschwerpunkten eignen sich Kurzzeitmesskampagnen in idealer Weise. Die Auswertung von hochaufgelösten Messdaten mit Messdauern von mehreren Wochen und Monaten zeigt neben grundwasserbedingtem Fremdwasser auch niederschlagbedingtes Fremdwasser.

Aufwand und Nutzen der Varianten
Der Aufwand bei der Umsetzung einer Messkampagne zur Fremdwasserbestimmung besteht auf der einen Seite in der Bereitstellung von Fachkräften zur Durchführung der Messungen und andererseits in der Vorhaltung der notwendigen Messtechnik. Ebenso müssen Werkzeug, Fahrzeug und Sicherheitsausrüstung für die Durchführung vorhanden sein. Zusätzlich wird bei der Durchführung der Messungen neben dem Durchführenden eine aufsichtsführende Person als Sicherungsposten benötigt. Somit sind für alle Ortstermine zwei Personen zur Durchführung der Messungen notwendig.

Für Variante 1 besteht der Aufwand (Tabelle 3) aus lediglich einem Messgerät zur Durchflussermittlung bei einer Durchführungsdauer inklusive Rüstzeit von etwa 4 Stunden. Erschwert wird Variante 1 dadurch, dass während den Nachtstunden gearbeitet werden muss. Bei drei Einsätzen, wie im Beispiel beschrieben, verdreifacht sich der Aufwand.

Für die Varianten 2 und 3 werden jeweils 4 Messgeräte zeitparallel benötigt.  Für die Durchführung nach Variante 3 ist zusätzlich ein Niederschlagsschreiber erforderlich. Für Einbau und Inbetriebnahme sowie den Ausbau der Messtechnik können etwa 8 Stunden angesetzt werden, für das Aufstellen und den Abbau des Niederschlagsschreibers maximal 30 Minuten.

Der wesentliche Unterschied zwischen den Varianten 2 und 3 ist der Betrieb der Messstellen für den ein Wartungsaufwand betrieben werden muss. Erfahrungsgemäß wird für 2 Wochen Messdauer mit einem Wartungsaufwand von etwa 20 Minuten pro Durchflussmessstelle gerechnet.

Das Ergebnis aus Variante 1 besteht lediglich aus je einem Messwert, für Variante 2 immerhin aus einer Ganglinie einer Nacht. Die Ergebnisse können als Orientierung zur Identifizierung von Fremdwasserschwerpunktgebieten genutzt werden (Tabelle 1), für weitere Auswertungen liegen jedoch keine Ergebnisse vor.

Aus Variante 3 können neben der Fremdwasserauswertung über die Nachtminimum-Methode weitere Erkenntnisse gewonnen werden. Je länger die Messdatenaufnahme stattfindet, desto besser werden die Erkenntnisse über den Verlauf des Fremdwasserabflusses. Die dynamische Veränderung über den Messzeitraum kann grafisch und tabellarisch dargestellt werden.

Das Vorliegen der Trockenwettertagesgänge erlaubt die Kennwerte des Trockenwetterabflusses zu ermitteln. Somit können Fremdwasseranteile bzw. –zuschläge sowie die Schmutzwasserabflüsse aus den Ergebnissen generiert werden.

Da über die Nachtminimum-Methode keine niederschlagsbedingten Fremdwasserabflüsse erkannt werden können, fehlt diese Information bei den Varianten 1 und 2. Die Messreihen aus Variante 3 zeigen bei der Analyse entsprechende Hinweise auf niederschlagbedingtes Fremdwasser. Abbildung 3 zeigt exemplarisch Regennachlaufzeiten nach Niederschlägen.

Für eine Einschätzung des Fremdwasserabflusses kann eine Nachtbegehung sowie eine Messdatenaufnahme über eine Nacht durchaus auf Schwerpunktgebiete hinweisen, jedoch sind durch geringfügig größere Aufwände deutlich sicherere und tiefergehende Ergebnisse erzielbar. Diese Ergebnisse lassen deutlich mehr Schlüsse über das Verhalten der Entwässerungsgebiete zu.

Fazit
Bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Fremdwasserreduzierung sind Messkampagnen zur Identifizierung von Fremdwasserschwerpunktgebieten ein bedeutender Ausgangspunkt. Mitentscheidend für die Kosten-Nutzen Analyse ist die Dauer der jeweiligen Messung.

Vergleicht man Einzelmessungen mit Kurzzeitmessungen über mehrere Wochen und Monate fällt die Entscheidung klar zugunsten der Kurzzeitmessungen aus. Der Aufwand, der hauptsächlich im Personaleinsatz besteht, ist bei letzteren nur unwesentlich höher. Jedoch liefern die gewonnenen Messreihen einen deutlichen Zuwachs verwertbarer Ergebnisse.

Einerseits können durch Nachtbegehungen gleichfalls mögliche Fremdwasserschwerpunktgebiete erkannt oder zumindest abgeschätzt werden. Dies rechtfertigt jedoch nicht zwingend den unwesentlich geringeren Aufwand, etwa dadurch, dass ein einzelnes Durchflussmessgerät als messtechnische Ausstattung genügt. Dabei sollte nicht unterschätzt werden, dass für Variante 1 die messtechnische Umsetzung in den Nachtstunden bei Trockenwetterabfluss durchgeführt werden muss.

Bei der Suche nach Fremdwasserschwerpunktgebieten sollte eine Messkampagne über mindestens 4 Wochen durchgeführt werden, um eine ausreichende Zahl an Trockenwettertagen zu gewährleisten. Messzeiträume von drei Monaten haben sich bewährt. Die hochauflösenden Messreihen erlauben neben der Quantifizierung der Fremdwasseranteile oder Fremdwasserzuschläge auch die Ermittlung des Schmutzwasserabflusses. Ebenfalls lassen die Messreihen eine Abschätzung des niederschlagsbedingten Fremdwasserabflusses zu.

Literatur:
/1/ DWA-M 181. Messung von Wasserstand und Durchfluss in Entwässerungssystemen. Hennef: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., 2011

/2/ DWA-M 182. Fremdwasser in Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden. Hennef: Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., 2012

Autor:
Dipl.-Ing. Thomas Schäfer
Projektleiter
NIVUS GmbH

Im Täle 2
75031 Eppingen
07262 9191-0

https://www.nivus.de/de/aktuelles-presse/presse/fremdwasser-richtig-messen/

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Unsere Videoreihe über den Salzbachkanal ist online

Aufgrund der aktuellen Situation können keine Führungen durch den Salzbachkanal angeboten werden. 

Daher haben wir uns dazu entschieden, eine dreiteilige Videoserie über den Kanal zu produzieren, welche neben exklusiven Aufnahmen alle relevanten und interessanten Informationen über den Kanal bündelt. 

Die Videos können auf dem Youtube-Kanal der ELW angeschaut werden.

Links:
Im Salzbachkanal- Teil 1: Einführung
Im Salzbachkanal- Teil 2: Die Historie
Im Salzbachkanal- Teil 3: Mischwasser und Regen

Viel Spaß beim Anschauen!

https://www.elw.de/no_cache/aktuelle-meldungen/detail/artikel/unsere-videoreihe-ueber-den-salzbachkanal-ist-online/

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Hochwasserfrühwarnsystem kann in erste Phase starten

Machbarkeitsprüfung wird mit rund 135.000 Euro gefördert

Die Stadt Goslar erhält rund 135.000 Euro Fördermittel für eine Machbarkeitsprüfung zum Aufbau eines auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Hochwasserfrühwarnsystems für die Altstadt. Ein entsprechender Zuwendungsbescheid ist jetzt bei der Stadtverwaltung eingegangen. Die Förderung in Höhe von 135.678,10 Euro erfolgt durch den Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und beinhaltet eine 70-prozentige Förderung der kalkulierten Gesamtkosten von 195.131 Euro. Damit kann die erste Phase des digitalen Projekts starten, das die Stadt Goslar gemeinsam mit der TU Clausthal und den Harzwasserwerken auf den Weg gebracht hatte. Es geht nun zunächst darum, die Eignung des digitalen Frühwarnsystems für den Hochwasserbereich zu prüfen und dessen Pra-xistauglichkeit in einem Grobkonzept aufzuzeigen. In einer zweiten Phase wäre dann das System in der Goslarer Altstadt einzuführen, die benötigten Pegelmessstellen zu installieren und die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Standorte sicherzustellen.

Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk freut sich über die positive Nachricht: „Unsere hartnäckigen Bemühungen um Fördermittel sind nun doch noch von Erfolg gekrönt worden. Die tech-nische Innovation des Hochwasserschutzes durch das KI-System könnte nicht nur der Stadt Goslar helfen, sondern in vielen Hochwassergebieten einen besseren Schutz bieten.“ Ein erster Antrag auf Förderung durch das Bundesumweltministerium scheiterte, es folgten zahl-reiche Gespräche, in denen Überzeugungsarbeit geleistet werden musste. In zwei gut besuchten Bürgerinformationsveranstaltungen wurde das Frühwarnsystem außerdem der Go-slarer Bevölkerung vorgestellt – nun kann es endlich losgehen.

Das digitale Hochwasserfrühwarnsystem ist für Junk ein weiterer Baustein zur Vermeidung von Überflutungen: „Die Stadt Goslar arbeitet konzentriert am Hochwasserschutz und zwar an verschiedenen Stellen.“ Im baulichen Bereich läuft an der Abzucht am Moritz-von-Sachsen-Platz die finale Ausführungsplanung und mit dem im Bau befindlichen neuen Rück-haltebecken in Immenrode werden erhebliche Verbesserungen zum Hochwasserschutz er-zielt. Außerdem wurde und wird weiterhin in die Verbesserung der Ausrüstung der Feuer-wehr investiert. Die KI bilde nun die dritte Säule und man sei bei diesem Thema schon sehr weit vorangekommen, so Junk. Er dankte ausdrücklich Professor Dr. Andreas Rausch, Ge-schäftsführer des Instituts for Software and Systems Engineering (ISSE) an der TU Claust-hal, als Projektpartner für die erfolgreiche Zusammenarbeit genauso wie Oliver Kasties, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, der den Prozess im Rahmen des Projekts „Smart Cities“ seitens der Stadt Goslar begleitet.

Im Nachgang an das Hochwasser in der Goslarer Altstadt im Sommer 2017 hatte das ISSE im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Sommer 2018 untersucht, inwiefern sich Hochwasserereignisse mit Hilfe künstlicher Intelligenz unter Betrachtung verschiedener meteorologischer und hydrologischer Daten vorhersagen lassen. Diese Untersuchung wurde von den Harzwasserwerken durch die Zurverfügungstellung von Daten und der Stadt Goslar durch die Bereitstellung von Expertise unterstützt.

Im Rahmen des Vorhabens soll nun ein System entwickelt werden, das in der Lage ist, die Verteilung von Wasser in komplexen Systemen vorherzusagen und Handlungs- oder Steuerungsempfehlungen zum Wassermanagement zu geben. Aktuell erfolgt die Hochwasserwarnung für die Goslarer Altstadt reaktiv und ist gebunden an die Überschreitung eines als kritisch bewerteten Pegelstands im oberen Bachverlauf. Die sich daraus ergebenden Vorwarn-zeiten erlauben den Feuerwehren und Katastrophenschutzdiensten keine ausreichenden Vorbereitungen, wie z.B. die Befüllung von Sandsäcken oder die Evakuierung der Bevölkerung. Ziel ist es, eine sicherere Prognose zu berechnen. Die Vorhersage von Hochwasserereignissen für die Goslarer Altstadt soll dadurch auf einen Zeitraum von bis zu vier Stunden vor Eintreffen des Hochwassers erhöht werden.

https://www.goslar.de/presse/pressemitteilungen/stadtentwicklung-wirtschaft/3638-hochwasserfruehwarnsystem-kann-in-erste-phase-starten

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Schacht-in-Schacht-Sanierungen dank 3D-Vermessung noch effizienter

Eine bewährte Möglichkeit, um marode Kanalschächte dauerhaft und schnell zu sanieren, ist die von REHAU angebotene Schacht-in-Schacht-Sanierung. Der Systemanbieter hat das Verfahren nun weiter präzisiert: durch Vermessung mit 3D-Laserscantechnik, Zustandsbewertungen und Einbau – alles aus einer Hand.

Kaputte Kanalschächte – die versteckten Umweltsünder
Experten gehen davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der bestehenden Kanalschächte in Deutschland schadhaft sind. Ein kaputter oder undichter Kanalschacht belastet durch austretendes Schmutzwasser das Grundwasser und infiltriertes Grundwasser wiederum die Kläranlagen. REHAU hat als Lösung das Prinzip der Schacht-in-Schacht-Sanierung entwickelt. In den bestehenden, zu sanierenden Betonschacht wird ein AWASCHACHT der nächstkleineren Nennweite eingesetzt. Der alte Schacht muss so nicht aufwändig ausgehoben werden, sondern bleibt als so genannte „verlorene Schalung” im Boden. Die Gerinneleitung kann bereits nach vier Stunden wieder geöffnet werden. Dazu braucht diese Sanierungsalternative wesentlich weniger Platz als eine Erneuerung in offener Bauweise.

3D-Laserscantechnik für maßgeschneiderte polymere Schächte
Dieses Prinzip wurde nun von REHAU maßgeblich weiterentwickelt. Die 3D-Vermessung des Altschachts per Laserscanner sorgt für noch mehr Schnelligkeit, Präzision und Planungssicherheit. Zum einen erlauben die Scandaten eine exakte Zustandsbewertung für die anstehende Sanierung. REHAU kann damit den Kunden fundiert beraten, ob er eine Schacht-in-Schacht-Sanierung oder einen Ersatzneubau braucht. Zum anderen können mit Hilfe der erfassten Daten in kürzester Zeit maßgeschneiderte polymere Schächte produziert werden. Fehleranfällige Planungsschritte in der Schachtkonfiguration werden dadurch vermieden.

PP-Schächte mit 100 Jahren Lebensdauer
Der bei der Schacht-in-Schacht-Sanierung verwendete AWASCHACHT aus hochwertigem Polypropylen bringt zusätzliche Vorteile mit sich. Das Material ist wesentlich leichter als Beton und lässt sich dadurch auch in engen Baustellenumgebungen sicher handhaben. Dazu kommen unter anderem seine chemische und thermische Belastbarkeit und seine Kompatibilität mit allen Rohrwerkstoffen wie Steinzeug, Guss und Beton. Aufgrund seiner langen Lebensdauer ist er auf 100 Jahre abschreibbar. REHAU folgt damit seinem Motto, mit innovativen Produkten die Dinge komfortabler, sicherer und effizienter zu machen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter rehau.de/schacht-in-schacht-sanierung

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Kompetenz-Wasser  im Spiegel

Das KWB ist mit seiner Expertise im Bereich Mischwassereinleitungen im aktuellen SPIEGEL (Nr. 43/2020) vertreten. Unter dem Titel „Brühe im Bach“ wird treffend und leicht verständlich die komplexe Problemlage beschrieben, mit der sich Kommunen gerade unter den Vorzeichen des Klimawandels bei der Ableitung und Behandlung von Abwasser auseinandersetzen müssen. Unter den zitierten Fachleuten ist auch unsere Leiterin „Urbane Gewässer“ Pascale Rouault, von der gesagt wird: „Nur wenige Menschen in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren so intensiv mit den Auswirkungen von Mischwasser auf Gewässer beschäftigt wie sie.“

Ein toller Beitrag. Eine Anerkennung für alle unsere Berliner Partner*innen, die mit uns an Innovationen arbeiten (u.a. die Berliner Wasserbetriebe, die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin, sowie Dr. Schumacher Ingenieurbüro für Wasser und Umwelt). Und außerdem eine Bestätigung unserer langjährigen Forschungserfahrungen an der Schnittstelle von Entwässerung und Gewässerschutz u.a. in unseren in aktuellen Projekten UFOPLAN BaSar, SPuR, iBathWater, netWORKS4, R2Q und digital-water.city sowie dem seit 2018 betriebenen Vorhersagesystem zur Badegewässerqualität.

https://www.kompetenz-wasser.de/de/news-item/kwb-im-spiegel/

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CoV im Abwasser nachweisbar

Im Abwasser lassen sich nicht nur Antiobiotika oder Drogen, sondern auch Krankheitserreger nachweisen. Genau darauf setzt ein österreichweites Forschungsprojekt, bei dem mittels Analyse von Abwasserproben das Coronavirus im Einzugsgebiet einer Kläranlage nachgewiesen werden kann. Seit dem Sommer beteiligt sich auch Kärnten an diesem Projekt und es gibt bereits erste Ergebnisse.

https://kaernten.orf.at/stories/3077118/

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Kläranlagen: Viruslast stabilisiert sich auf hohem Niveau

Die Forscher des LIST haben einen neuen Bericht über die Virenkonzentration im Abwasser veröffentlicht.

Die Corona-Viruslast in den Abwässern des Landes hat sich in der vergangenen Woche auf einem hohen Niveau stabilisiert. Dies geht aus den neuesten Erkenntnissen des Coronastep-Berichts des Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) hervor. 

Auch wenn das Abwasser weiterhin hohe Rückstände des Virus aufweise, so sei …

Mehr: https://www.wort.lu/de/lokales/klaeranlagen-viruslast-stabilisiert-sich-auf-hohem-niveau-5faa5cd5de135b9236458486

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Raumordnungsplanung und Hochwasserrisikomanagement verknüpfen

Das Bundesinnenministerium hat einen länderübergreifenden Bundesraumordnungsplan für den Hochwasserschutz (BRPH) in die Verbändeanhörung gegeben. Mit dem Entwurf wird der seit längerem erwartete Schritt zu einer besseren Einbindung der Raumordnungsplanung in die Planungen des Hochwasserschutzes als Teil des Hochwasserrisikomanagements unternommen, was seitens der DWA sehr begrüßt wird. Auf der anderen Seite darf aber die wasserwirtschaftliche Daseinsvorsorge durch die Raumordnungsplanung nicht unangemessen erschwert werden. Viele abwassertechnische Anlagen sind Teil der Kritischen Infrastruktur. Nach dem vorliegenden Entwurf dürften sie in Überschwemmungs-, Risiko- und Küstengebieten grundsätzlich nicht mehr gebaut werden. Aus technischen Gründen ist es oftmals aber erforderlich, Kläranlagen oder Teile des Kanalnetzes in tiefliegenden und gewässernahen Bereichen und damit in Überschwemmungsgebieten zu errichten. Als entscheidendes Kriterium für die Zulässigkeit von wasserwirtschaftlichen Anlagen sieht die DWA nicht die Zuordnung zur Kritischen Infrastruktur, sondern ihre „Verwundbarkeit” und das Risiko für Schäden. Das Merkblatt DWA-M 103 „Hochwasserschutz für Abwasseranlagen” gibt hierzu wichtige Hinweise.

Weiterführende Links
Stellungnahme der DWA zum Länderübergreifenden Raumordnungsplan für den Hochwasserschutz
https://de.dwa.de/de/stellungnahmen-5980.html

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Eawag: Kurzschlüsse erhöhen Pestizidbelastung

Im Landwirtschaftsgebiet fliesst viel Wasser von den Feldern, sowie von Strassen und Wegen über Schächte und andere künstliche Entwässerungen direkt in Bäche. Über solche Kurzschlüsse gelangen auch Pestizide in die Gewässer – eine neue Studie sagt, deutlich mehr als bisher angenommen.

20 Einzugsgebiete im Mittelland und im Jura haben die Forschenden in ihrer soeben in der Zeitschrift Aqua&Gas publizierten Studie untersucht. Mit Drohnenaufnahmen, Plänen und Begehungen wurde nach Einlauf- und Kontrollschächten gesucht, von denen Wasser rasch in den nächsten Bach gelangt. Erfasst wurden auch Rinnen und Entwässerungsgräben entlang von Strassen und Feldwegen, die das gesammelte Regenwasser direkt ins nächste Gewässer schicken. Weil dieses Wasser in beiden Fällen weder über …mehr:

https://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/kurzschluesse-erhoehen-pestizidbelastung/

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Aufbau von zusätzlichen Regenwasserbecken / Kanaldimensionierung

 Potentielle Maßnahme

Starkregenereignisse erhöhen die Menge an Wasser, die von Kanalnetzen aufgenommen werden und sie durchlaufen. In Folge dessen tritt überschüssiges Wasser aus den Kanalnetzen aus, was zu Überflutungen und Schadstoffeinträgen in umliegenden Gewässern führt. Dem kann durch den Bau zusätzlicher sogenannter Entlastungsbauwerke (Regenwasserbecken in offener oder ge-schlossener Bauweise) und der Vergrößerung der Kanaldimensionierung entgegengewirkt werden. In Regenüberlaufbecken wird überschüssiges Wasser gesammelt. Dieses kann nach Ende des Niederschlags in die Kanalisation eingeleitet und dem Klärwerk zugeführt werden, wenn deren Kapazitäten es ermöglichen.

Mehr: steckblatt_c16_angepasste_abwassersysteme.pdf

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Mall: Marktbefragung zum Umgang mit Regenwasser in D-A-CH

Eine Branche plant dezentral

98 % der Teilnehmer an der aktuellen Marktbefragung erwarten eine gleichbleibende bzw. verstärkte Nachfrage der Regenwasserbewirtschaftung.

Die Mall GmbH hat im September 2020 die Ergebnisse einer aktuellen Marktbefragung zum Umgang mit Regenwasser vorgestellt, für die sie die Antworten von über 5.000 Teilnehmern aus Architektur- und Ingenieurbüros, Handwerk, Behörden, Hochschulen und dem Baustofffachhandel ausgewertet hat. Ziel war es herauszufinden, wie Branchenvertreter in Deutschland, Österreich und in der Schweiz die Zukunftschancen dezentraler Maßnahmen einschätzen, was die Topthemen der Zukunft sind und wie sich diese Einschätzungen seit der letzten Umfrage 2015 verändert haben.

Die Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll, dass ein Umdenken in der Branche stattfindet: 76 % der Befragten sehen die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung positiv und zeigen so den Paradigmenwechsel im Umgang mit Regenwasser, der seit zwei Jahrzehnten stattfindet. Aus diesem Grund erwarten insgesamt 98 % der Umfrageteilnehmer auch eine steigende oder zumindest gleichbleibende Nachfrage bei Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung. Die ungleiche Verteilung des Regenwassers zwischen Starkregenereignissen und Trockenperioden spiegelt sich auch in den Topthemen der Zukunft wider: In der Umfrage stehen der Umgang mit Starkregen und das Thema Regenwassernutzung bei den Befragten ganz oben. So ist es auch der Ausgleich zwischen Wasserüberschuss und Wassermangel, der von 69 % der Befragten als größte Chance bei den Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung angesehen wird. Im Vergleich zur Umfrage von 2015 haben dabei die Bereiche Versickerung, Rückhaltung und Nutzung mit jeweils plus 5-10 % deutlich an Bedeutung gewonnen. Die Ergebnisse der Umfrage sind online unter https://www.mall.info/produkte/regenwasserbewirtschaftung/umfragen-regenwasser/ abrufbar.

https://www.mall.info/presse/pressemitteilungen/news-detail/marktbefragung-zum-umgang-mit-regenwasser-in-d-a-ch/

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Anforderungen an Leichtflüssigkeits-Abscheideranlagen

Wo Mineralöle im Abwasser anfallen, können Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen das Klärwerk entlasten. Bei Planung, Bau und Betrieb solcher Anlagen sind jedoch einige Fallstricke zu beachten.

Entscheider-Facts
Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen sind dem Klärwerk vorgeschaltet und können dieses entlasten.
Bei der Planung sind verschiedene gesetzliche Regelungen wie das Wasserhaushaltsgesetz sowie technische Normen zu beachten.
Auch Wartung und Reinigung müssen regelmäßig erfolgen und bestimmte Kriterien erfüllen.
Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen sind dem Klärwerk vorgeschaltet …mehr:

https://www.chemietechnik.de/anforderungen-an-leichtfluessigkeitsabscheideranlagen/

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Modell des AWI berechnet Wasserstände von Flüssen drei Monate im Voraus

Mithilfe von globalen Meeres- und Klimadaten können Niedrigwasser bereits drei Monate vor ihrem Eintreten zuverlässig vorhergesagt werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscherinnen des Alfred-Wegener-Institutes (AWI), nachdem sie ein von ihnen entwickeltes Berechnungsmodell zur langfristigen Vorhersage von Durchflussmengen in Flüssen

Den vollständigen Artikel lesen Sie in einer der kommenden Ausgaben von EUWID Wasser und Abwasser, die in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheinen. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche.

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https://www.euwid-wasser.de/news/wirtschaft/einzelansicht/Artikel/modell-des-awi-berechnet-wasserstaende-von-fluessen-drei-monate-im-voraus.html

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Covid-19: Kläranlagen als Frühwarnsystem – TU Darmstadt analysiert das Erbmaterial von SARS-CoV-2 aus Abwasserproben

Forschende der TU Darmstadt weisen Coronaviren im Abwasser nach. Zusammen mit der Stadtentwässerung Frankfurt am Main entwickeln sie ein Monitoringsystem, das auch Infizierte erkennt, die keine erkennbaren Symptome zeigen.

Seit einigen Wochen steigt die Zahl der neu mit SARS-CoV-2 infizierten Personen bundesweit wieder an. „Für die Stadt Frankfurt haben wir diesen Trend schon bemerkt, bevor er sich in den Zahlen der offiziell bestätigten Fälle zeigte“, sagt Professorin Susanne Lackner, Leiterin des Fachgebiets Abwasserwirtschaft an der TU Darmstadt. Sie und ihr Team untersuchen Wasserproben aus Frankfurter Kläranlagen auf Coronaviren: „Im Juli lagen die Virenkonzentrationen im Abwasser noch stabil auf relativ niedrigem Niveau, dann stiegen die Werte deutlich an.“

Infizierte Personen scheiden Coronaviren mit dem Stuhl aus. Nach aktuellem Kenntnisstand befinden sich im Abwasser zwar keine infektiösen Viren mehr, aber ihr Erbgut lässt sich mit der in der Medizin etablierten PCR-Technik nachweisen. Die Messung ist so empfindlich, dass sie weniger als zehn bestätigte Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohner detektiert. „Von Vorteil ist, dass wir mit der Methode auch asymptomatisch Infizierte erfassen“, betont Lackner. Ziel ihrer Forschung ist die Etablierung eines Monitoringsystems für die Stadt Frankfurt. Bei ansteigenden Virenmengen im Abwasser sollten Schutzmaßnahmen verschärft, bei einem Rückgang könnten sie wieder gelockert werden.

Lackners Arbeitsgruppe ist hessenweit die erste, die ein solches Konzept entwickelt und in einer Großstadt testet. Die Darmstädter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten zweimal wöchentlich Proben aus den Zuläufen zu den Frankfurter Klärwerken in den Stadtteilen Sindlingen und Niederrad, die Abwasser von insgesamt über 1,8 Millionen Bürgern aufbereiten, sowie aus einem Teilzulauf in Griesheim. Zukünftig könnte die Probenahme erweitert werden, so Lackner: „Wenn wir das Infektionsgeschehen genauer und regionaler, etwa in einzelnen Stadtteilen, verfolgen wollen, müssten Proben häufiger und auch direkt im Kanalsystem entnommen werden.“

Lackner und ihre Mitarbeitenden untersuchen zudem das Abwasser vom Frankfurter Flughafen. In diesen Proben bestimmen sie nicht nur die Virenmenge anhand ausgewählter Genfragmente, sondern sie sequenzieren das komplette Erbgut der Krankheitserreger, um mehr über die Herkunft und Verbreitungswege der Viren zu erfahren. Mittlerweile gibt es verschiedene regionale Varianten von SARS-CoV-2, da sich das Erbmaterial der Viren im Lauf der Zeit ändert. Erste Ergebnisse zu den Proben vom Frankfurter Flughafen werden voraussichtlich in einigen Wochen vorliegen.

Das Land Hessen unterstützt die Corona-Projekte des TU-Fachgebiets Abwasserwirtschaft seit Juni im Rahmen des „Operationellen Programms für die Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“ mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

https://idw-online.de/de/news752965
Claudia Staub Stabsstelle Kommunikation und Medien
Technische Universität Darmstadt

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Wasser 4.0: Ein „Digitaler Zwilling“ für das Kanalsystem

Stefanie Terp Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Technische Universität Berlin
Mit der Entwicklung des „Digitalen Zwillings“ einer Pumpstation wollen TU-Ingenieur*innen in Zeiten des Klimawandels die Abwasser-Infrastruktur von Megastädten besser verstehen und beherrschbar machen

Zuverlässig mit sauberem Frischwasser versorgt zu werden, ist für viele Menschen heute selbstverständlich. Doch das intelligente Management und die sichere Behandlung von Wasser und Abwasser sind ingenieurtechnische Höchstleistungen, denn Urbanisierung und Klimawandel belasten die natürlichen Ressourcen zunehmend. Um gerade in großen Städten die entsprechenden Infrastrukturen effizienter und besser beherrschbar zu machen, schaffen Wissenschaftler*innen der TU Berlin innovative, intelligente Konzepte und Strategien und untersuchen sie in einer realistischen Umgebung. Dafür entwickeln sie zusammen mit der Siemens AG und den Berliner Wasserbetrieben derzeit den „Digitalen Zwilling“ einer Pumpstation. Mit seiner Hilfe wird es künftig möglich sein, virtuell Probleme im Abwassersystem zu detektieren sowie dieses mit smarter Technik vorausschauend zu betreiben und funktionsfähig zu halten.

„Der digitale Zwilling ist ein echter Meilenstein auf dem Weg zu Wasser 4.0“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Paul-Uwe Thamsen, der das Fachgebiet Fluidsystemdynamik am Institut für Strömungsmechanik und Technische Akustik der TU Berlin leitet. In seiner Laborhalle auf dem Campus der Universität steht die riesige Versuchsanlage einer Pumpstation an der sein Wissenschaftler*innen-Team in verschiedenen Projekten digitale Möglichkeiten in Betrieb und Wartung, Datenanalysen und Vernetzung solcher Infrastrukturen erforschen.

Hitze, Trockenheit und Starkregen belasten das Kanalsystem
„Allein Berlin ist in den vergangenen 20 Jahren um 300.000 Menschen gewachsen“, so Thamsen. „Lange Trocken- und Hitzeperioden nehmen zu, ebenso Starkregenereignisse. Das macht insbesondere unseren Abwassersystemen sehr zu schaffen.“ Geruchsbelästigungen aus dem Abwassernetz sind die Folge, Einbauteile korrodieren, die Starkregenfälle überlasten das Kanalnetz, was dazu führt, dass die Mischwasserkanäle mit Oberflächen- und Abwässern überlaufen und belastetes Abwasser freisetzten.

Als Forschungspartner der TU Berlin hat die Siemens AG rund 500.000 Euro investiert, um die Pumpenversuchsanlage der TU-Forscher mit der neuesten Technologie auszustatten, die die Anlage nun Schritt für Schritt um einen digitalen Anlagenzwilling erweitert, so dass schließlich alle Informationen des Versuchsstandes in einer digitalen Umgebung vorliegen: Planungsunterlagen, technische Daten, Einstellparameter, Betriebs- und Wartungsinformationen bis hin zur Fehlerdiagnose mit selbstständiger Reaktion zur Fehlerbehebung.

Effiziente und ökonomische Wasserwirtschaft
Für die Berliner Wasserbetriebe, den zweiten Forschungspartner ist ein weiterer Aspekt besonders interessant, den der Digitale Anlagenzwilling verspricht. „Durch die intelligente Vernetzung von vorhandenen Wasser- und Abwasserrückhalteeinrichtungen und die vorausschauende Betriebsweise von Abwasserpumpstationen werden Niederschlagsereignisse besser beherrschbar und energetische Einsparungen gegenüber dem regulären Betrieb möglich“, so Thamsen. „Das kann auch den Bau neuer Anlagen ersparen, der oft mit Millionen-Investitionen verbunden ist. Die Digitalisierung des Systems unterstützt also eine effiziente und ökonomische Wasserwirtschaft.“

Ein großes Problem sind im städtischen Abwassersystem sind zum Beispiel die sogenannten „Verzopfungen“. Das sind meterlange, stinkende und schleimige dicke Materialklumpen, die sich regelmäßig tief unter der Erde der summenden Metropole im Abwasserstrom ineinander verdrehen und schließlich die riesigen Abwasserpumpen blockieren. Mitarbeiter der Berliner Wasserbetriebe müssen diese dann von Hand aus der Pumpstation zerren, damit die Berliner Straßen nicht zur Kloake werden. Hauptverursacher sind feuchte Baby- oder Hygienetücher, die achtlos in die Toilette geworfen werden, denn sie lösen sich im Abwasser nicht auf. „Mit dem Digitalen Zwilling kann man die Gefahr solcher Verzopfungen frühzeitig erkennen und die Pumpen rückwärts laufen lassen, um sie zu reinigen“, so Thamsen. „Alles in allem hilft uns die Digitalisierung, unsere Infrastrukturen optimal zu verstehen und zu nutzen.“

Mit der neuen Versuchsanlage der „quasi realen Pumpstation“ plus dem digitalen Zwilling steht der TU Berlin eine experimentelle Grundausstattung zur Verfügung, an der zahlreiche innovative Lösungen für „intelligente Pumpstationen“ entwickelt werden. Diese können auf beliebige Abwassernetzstrukturen unterschiedlichster Städte angewandt werden.

https://www.fsd.tu-berlin.de/menue/forschung/
https://new.siemens.com/global/en/company/stories/industry/digital-twin-digitali…

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
https://idw-online.de/de/news751493
Prof. Dr.-Ing. Paul-Uwe Thamsen
Technische Universität Berlin
Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme
Institut für Strömungsmechanik und Technische Akustik
Fachgebiet Fluidsystemdynamik – Strömungstechnik in Maschinen und Anlagen
Tel.: 030 / 314 – 25262
E-Mail: paul-uwe.thamsen@tu-berlin.de

Weitere Informationen:
https://www.fsd.tu-berlin.de/menue/forschung/
https://new.siemens.com/global/en/company/stories/industry/digital-twin-digitali…

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Klimaschutzprojekte im kommunalen Umfeld – Kommunalrichtlinie eine Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

AKTUELLE HINWEISE ZUR KOMMUNALRICHTLINIE IN ZEITEN VON CORONA
Antworten zu häufigen Fragen im Zusammenhang mit der Kommunalrichtlinie finden Sie hier.

Das Bundesumweltministerium baut die erfolgreiche Förderung des Klimaschutzes in Kommunen weiter aus. Mit Wirkung vom 1. August 2020 tritt eine neue Fassung der Kommunalrichtlinie in Kraft. Anlass der Neufassung sind die Maßnahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung. Folgende wesentlichen Änderungen ergeben sich im Vergleich zur Fassung v. 5. Dezember 2019:

Anpassung der Definition finanzschwacher Kommunen (s. Nr. 5 der Kommunalrichtlinie)
Für Anträge, die zwischen dem 1. August 2020 und 31. Dezember 2021 gestellt werden, kann die Förderquote um 10 Prozentpunkte für alle Förderschwerpunkte und Antragsteller erhöht werden (s. Nr. 5 der Kommunalrichtlinie)
Für Anträge, die zwischen dem 1. August 2020 und 31. Dezember 2021 gestellt werden, wird die erforderliche Eigenmittelhöhe von 15 Prozent auf 5 Prozent abgesenkt. Finanzschwache Kommunen können während dieses Zeitraums Ihren Eigenmittelanteil komplett durch Drittmittel ersetzen (s. Nr. 6.4 der Kommunalrichtlinie)
Zusätzliche Deckungsmittel (Drittmittel), die nach Bewilligung und zwar im Zeitraum zwischen dem 1. August 2020 und 31. Dezember 2021 in das Vorhaben eingebracht werden, führen nicht mehr automatisch zu einer Ermäßigung der Zuwendung (s. Nr. 6.4 der Kommunalrichtlinie)
Zudem wurde die für Anträge ab 1. März 2020 eingeführte erhöhte Förderung von Radabstellanlagen im Umkreis von 100 Metern von Bahnhöfen und Haltepunkten einer Bahnanlage (+20 Prozentpunkte) in die Richtlinie integriert (s. Nr. 5 der Kommunalrichtlinie).

Darüber hinaus können ab 1. August 2020 Radabstellanlagen mit integrierten PV-Anlagen gefördert werden, sofern es sich hierbei um energieautarke Insellösungen handelt. D.h. der in der PV-Anlage erzeugte Strom dient ausschließlich dem Eigenverbrauch und wird nicht ins öffentliche Netz eingespeist. Diese Ergänzung ist ein weiterer Baustein des Bundesumweltministeriums zur Unterstützung der Schaffung von umwelt­freundlichen Fahrradabstellanlagen im Rahmen der Bike+Ride-Offensive. Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier.

Anträge in der Kommunalrichtlinie können für folgende Förderschwerpunkte gestellt werden:

Kläranlagen
Durch die Förderung im Rahmen dieser Richtlinie soll die Energieeffizienz der Abwasserbehandlungsanlagen deutlich gesteigert und durch lokale Erzeugung die Deckung des eigenen Energiebedarfs dieser Anlagen angehoben werden.

Voraussetzung für die Förderung nach Nummern 2.13.2 bis 2.13.5 ist, dass die beantragten Einzelmaßnahmen in einer zuvor durchgeführten Potenzialstudie als notwendig eingestuft wurden, um die in Nummer 2.6 der Kommunalrichtlinie genannten Ziele zu erreichen. Wenn bereits eine Studie nach den Maßgaben des Arbeitsblattes DWA-A 216 innerhalb der letzten beiden Jahre vor Antragstellung durchgeführt wurde und diese Studie die gleichen oder übertreffende Ziele einhält, kann diese Studie ebenfalls Grundlage für die Förderung der Maßnahmen sein. Darüber hinaus gilt, dass sich die Ablaufqualität einer Kläranlage durch die Maßnahmen nicht verschlechtern darf. Dieser Grundsatz ist bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen zu berücksichtigen.

https://www.gunzenhausen.de/foerderprogramm-klimaschutzprojekte-im-kommunalen-umfeld.html

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Abwasser soll Aufschluss über CoV bringen

Um mehr zuverlässige Informationen über das Coronavirus zu bekommen, gibt es ein Forschungsprojekt, im Zuge dessen in Kärnten die Kläranlagen Klagenfurt, Villach und Feldkirchen beprobt und in ein Monitoring-System aufgenommen werden. Das Land Kärnten beteiligt sich an den Projektkosten mit 7.500 Euro.

Bei dem Forschungsprojekt unter dem Titel „Coron-A2“ geht es um die Bereiche Abwasserepidemiologie, -mikrobiologie und -molekularbiologie, die von der Universität Innsbruck, der Medizinischen Universität …mehr:

https://kaernten.orf.at/stories/3058470/

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Erste bundesweite Regenmessung mit dem Mobilfunknetz

Monika Landgraf Strategische Entwicklung und Kommunikation – Gesamtkommunikation
Karlsruher Institut für Technologie
Ob bei der Hochwasserfrühwarnung oder in der Landwirtschaft – Regenmessungen sind von großer Bedeutung. Doch weltweit fehlen für viele Regionen präzise Daten, weil flächendeckende Messungen bislang zu teuer sind. Ändern könnte sich das mit einer neuen Methode, die gerade ihren Praxistest bestanden hat. Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Augsburg gelang die erste deutschlandweite Regenmessung mit dem Mobilfunknetz. Jetzt ist der Einsatz der Technologie in Westafrika geplant. Über die Ergebnisse berichtet das Team aktuell in den Fachzeitschriften Hydrology and Earth System Sciences und Atmospheric Measurement Techniques.

Regen kann die Leistungsfähigkeit eines Mobilfunknetzes erheblich beeinträchtigen. Doch was Telekommunikationsunternehmen Kopfzerbrechen bereiten kann, ist für die meteorologische Forschung ein Glücksfall: „Wir haben aus dieser Interaktion zwischen Wettergeschehen und menschlicher Technologie eine gänzlich neue Methode zur Regenmessung entwickelt“, sagt Professor Harald Kunstmann vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU), dem Campus Alpin des KIT. „Wenn ein Mobilfunknetz vorhanden ist, brauchen wir weder eine neue Infrastruktur noch zusätzliches Bodenpersonal.“ Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Augsburg gelang seinem Team am KIT nun die erste flächendeckende Regenmessung mit der neuen Methode in Deutschland: Aus der niederschlagsbedingten Abschwächung der Funkverbindung zwischen mehreren tausend Mobilfunkmasten konnten sie zeitlich hoch aufgelöste Regenkarten generieren. „Beim Vergleich mit den Messwerten des Deutschen Wetterdienstes zeigt sich, dass wir eine hohe Übereinstimmung erzielt haben“, erklärt Maximilian Graf aus dem Forscherteam.

Verbesserte Genauigkeit dank Künstlicher Intelligenz (KI)
Möglich wurde die Niederschlagsbestimmung aufgrund der Richtfunkantennen, die in Mobilfunkmasten zur Übertragung über weite Strecken eingesetzt werden. „Genutzt wird hier eine Frequenz von 15 bis 40 Gigahertz, deren Wellenlänge der typischen Größe von Regentropfen entspricht“, erklärt Dr. Christian Chwala, Koordinator der Forschungsarbeiten an der Universität Augsburg. „Je mehr Niederschlag fällt, desto schwächer wird das Signal, mit dem die Sendemasten Informationen austauschen. Wir haben ein Jahr lang jede Minute die aktuelle Abschwächung von 4 000 Richtfunkstrecken gemessen. Der daraus entstandene Datensatz ist aufgrund seiner Auflösung und Größe weltweit einzigartig.”

Neben den klassischen Methoden der Datenanalyse nutzten die Forscherinnen und Forscher Künstliche Intelligenz (KI), um das Regensignal aus den verrauschten Messwerten herauszufiltern. „Auch andere Faktoren wie Wind oder die Sonne können zu leichten Abschwächungen des Signals führen. Mit Hilfe unserer KI konnten wir erkennen, wann eine Abschwächung auf Regen zurückzuführen ist“, sagt Julius Polz, ein weiterer Wissenschaftler der Forschungsgruppe. „Wir haben sie inzwischen so trainiert, dass wir ohne Kalibrierung mit traditionellen Methoden zur Regenmessung auskommen.“ Damit eigne sich eine Anwendung auch in Regionen ohne nennenswerte Niederschlagsmessungen, die für das Training der KI in Frage kommen könnten, beispielsweise in Westafrika.

Einsatz in Westafrika geplant
Für Deutschland funktioniert die Methode allerdings vor allem im Frühjahr, Sommer und Herbst. „Graupel und Schneeregen führen nämlich zu einer überdurchschnittlichen Abschwächung, und Schnee lässt sich mit dem Mobilfunknetz gar nicht messen“, erklärt Harald Kunstmann. Aktuell laufen mehrere Projekte der Forscherinnen und Forscher zur Regenmessung mit Richtfunkstrecken, unter anderem mit dem Schwerpunkt auf Deutschland in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst und dem Landesamt für Umwelt Sachsen. Im Laufe des Sommers starten weitere Projekte in Tschechien und in Burkina Faso, wo erstmals eine landesweite Erfassung von Richtfunkstrecken in Afrika aufgebaut werden soll.

Originalpublikationen:
Graf, M., Chwala, C., Polz, J., and Kunstmann, H. (2020): Rainfall estimation from a German-wide commercial microwave link network: optimized processing and validation for 1 year of data. Hydrology and Earth System Sciences, 24, 2931–2950,
https://doi.org/10.5194/hess-24-2931-2020

Polz, J., Chwala, C., Graf, M., & Kunstmann, H. (2020): Rain event detection in commercial microwave link attenuation data using convolutional neural networks. Atmospheric Measurement Techniques, 13, 3835–3853, https://doi.org/10.5194/amt-13-3835-2020

Details zum KIT-Zentrum Klima und Umwelt: http://www.klima-umwelt.kit.edu

Weiterer Kontakt:
Dr. Martin Heidelberger
Redakteur/Pressereferent
Tel.: +49 721 608-21169
E-Mail: martin.heidelberger@kit.edu

http://idw-online.de/de/news751539

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Der Detektiv im Wasserrohr: Auf der Spur verbotener Einleitungen Umweltschädigende Substanzen im Abwasser 

 So weisen Sie umweltschädigende Substanzen im Abwasser nach – Aus dem Auge, aus dem Sinn. Umweltsünder leiten verbotene oder schädliche Abwässer einfach in die Kanalisation ein. Damit könnte jetzt Schluss sein: Ein neues Sensorsystem…mehr:

https://www.process.vogel.de/der-detektiv-im-wasserrohr-auf-der-spur-verbotener-einleitungen-a-946611/?cmp=nl-254&uuid=1DC4B9E7-1718-4A70-B3EA-0C6A17F0F65406.07.2020

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Corona-Frühwarnsystem aus dem Abwasser

Wissenschaftler untersuchen das Abwasser aus Kläranlagen von sechs bayerischen Städten. Warum man damit schneller als mit Rachenabstrichen herausfinden kann, wo Corona-Hotspots liegen, und wie sie das Virus bis zu den Infizierten zurückverfolgen wollen.

Corona-Hotspots könnten …mehr:

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/freising/freising-abwasser-coronavirus-test-tu-muenchen-1.4989409?reduced=true

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Informationen aus Nordrhein Westfalen

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Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2025


2024


2023


NRW will öffentliche Trinkwasserbrunnen künftig über Wasserentgelte finanzieren

Entwurf sieht Anpassung des Landeswassergesetzes vor
Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat einen Gesetzentwurf zur Änderung des Landeswassergesetzes (Drucksache 18/4066) vorgelegt. Ziel ist es, die Finanzierung öffentlicher Trinkwasserbrunnen durch Umlage auf die Wasserentgelte zu ermöglichen, berichtet das Beratungsunternehmen Rödl & Partner. Hintergrund sei die Anpassung an neue bundesrechtliche Vorgaben. Seit der Änderung des Wasserhaushaltsgesetzes 2023 gehört die Bereitstellung von Trinkwasser im öffentlichen Raum ausdrücklich zur Aufgabe der öffentlichen Wasserversorgung (§ 50 Abs. 1 Satz 2 WHG). Diese Regelung setzt die EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 um, die die Mitgliedstaaten verpflichtet, den Zugang zu kostenlosem Trinkwasser an öffentlichen Orten sicherzustellen.

mehr: https://www.euwid-wasser.de/news/politik/nrw-will-oeffentliche-trinkwasserbrunnen-kuenftig-ueber-wasserentgelte-finanzieren-010925/

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Neuer hydrologischer Bericht für Nordrhein-Westfalen: Anhaltende Trockenheit zeigt Auswirkungen auf Flüsse, Grundwasser und Pflanzen

Umweltminister Oliver Krischer: „Achtsamer Umgang mit der Natur ist wichtig, um weitere Waldbrände zu verhindern.“
Nur einmal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war ein März in Nordrhein-Westfalen trockener als der März 2025, in dem landesweit im Durchschnitt nur zehn Liter Niederschlag pro Quadratmeter fielen. Das belegt der neue hydrologische Bericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK). Im langjährigen Vergleich fielen damit rund 84 Prozent weniger Niederschläge als sonst im März üblich. Da schon der Februar 2025 zu trocken war, sinken die Pegel der Flüsse und Talsperren. Den Pflanzen fehlt das Wasser, das sie zum Wachsen benötigen und die Waldbrandgefahr steigt.

mehr: https://www.lanuk.nrw.de/article/neuer-hydrologischer-bericht-fuer-nordrhein-westfalen-anhaltende-trockenheit-zeigt-auswirkungen-auf-fluesse-grundwasser-und-pflanzen

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Genehmigung für größte Hochwasserschutz-Maßnahme: Gesteuerter Überflutungsraum bei Köln-Worringen entlastet am Rhein

Minister Oliver Krischer: Das hilft nicht nur Köln, sondern auch Düsseldorf und allen Rheinunterliegern bis in die Niederlande
Die Maßnahme soll mehrere Zehntausend Menschen im Kölner Norden bei Hochwasser schützen und schafft Entlastung für alle, die unterhalb von Köln-Worringen am Rhein zu Hause sind: Am Freitag, 14. März 2025 überreichte Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, den Genehmigungsbescheid für den Retentionsraum Worringen an Ulrike Franzke, Vorständin der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB Köln). Die künstlich geschaffene Überschwemmungsfläche soll bei Hochwasser bis zu 30 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen und damit Hochwasserspitzen am Rhein um bis zu 17 Zentimeter kappen. Dafür werden umgrenzende Bauwerke geschaffen, die ein kontrolliertes Fluten und später wieder Ablassen des Wassers auf einer Fläche von insgesamt 670 Hektar ermöglichen.

„Wir können dieses Becken wie eine Badewanne steuern – mit einem Riesen-Schutzeffekt für die Menschen. Das hilft nicht nur Köln, sondern auch Düsseldorf und allen Rheinunterliegern bis in die Niederlande“, sagte Minister Oliver Krischer. „Durch Begradigung und Verbau haben unsere Flüsse in den vergangenen Jahrhunderten ihre natürlichen Überschwemmungsbereiche verloren. Für einen besseren Hochwasserschutz ist es essenziell, dass wir den Flüssen wieder Raum geben durch Renaturierungen und Maßnahmen wie diese.“

mehr: https://www.umwelt.nrw.de/genehmigung-fuer-groesste-hochwasserschutz-massnahme-gesteuerter-ueberflutungsraum-bei-koeln

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Netzwerk Klimaanpassung & Unternehmen.NRW

Zahlreiche Unternehmen in Nordrhein-Westfalen haben erkannt, dass sie sich gegen die Folgen der Klimakrise wappnen müssen. Gleichzeitig erschließt die Klimaanpassungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen mit ihren Innovationen nationale und internationale Märkte. Unser „Forum Klimaresilienz NRW“ bietet der Branche heute eine Plattform für Vernetzung und Inspiration – beispielsweise in Form von Best-Practice Beispielen.

mehr: https://www.umwelt.nrw.de/forum-klimaresilienz-nordrhein-westfalen

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Neue Anforderungen in der Wasserwirtschaft: Herausforderungen – Chancen – Lösungen – Perspektiven: Landesverbandstagung am 26. Juni 2025

Der DWA-Landesverband Nordrhein-Westfalen lädt in diesem Jahr bereits vor den Sommerferien zu seiner Landesverbandstagung ein: Die Tagung findet am 26. Juni 2025 unter dem Motto „Neue Anforderungen in der Wasserwirtschaft“ am traditionellen Veranstaltungsort im Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen statt. Mit vielseitigen aktuellen Themen in wechselnden Formaten wird ein breites Publikum angesprochen. Nach dem Eröffnungsblock, in dem die Wasserstrategie des Landes thematisiert wird, startet die Tagung mit dem aktuellen Schwerpunktthema Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) und beleuchtet die Erwartungen von Betreibern und Behörden. Mit einem Impulsvortrag und einer anschließenden Podiumsdiskussion werden die größten Herausforderungen, die durch KARL für die Branche entste-
hen, von unterschiedlichen Standpunkten erläutert.
Vorträge über Leuchtturmprojekte in Nordrhein-Westfalen richten den Blick auf die Abwasserbehandlung, die Regenwasserbewirtschaftung sowie die Digitalisierung der Wasserwirtschaft. In einem weiteren Block werden Beispiele für Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz in der Wasserwirtschaft thematisiert. Neu ist das Praxistraining für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen, das in einem parallelen Block zum Vortragsprogramm stattfindet. Zum Thema „Pumpe defekt? – Was ist zu tun?“ kön- nen Interessierte unter Anleitung ein Laufrad wechseln und sich untereinander austauschen. Das Training wird durch einen Impulsvortrag zu Problemen im Betriebsalltag komplettiert. Begleitet wird die Tagung von einer Fachausstellung, die thematisch gegliedert ist und parallel zum Vortragsprogramm im Foyer des Veranstaltungsortes stattfindet. Die Fachausstellung bietet Besucher*innen die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und Netzwerken unter Kolleginnen und Kollegen der Branche. Auch das seit vielen Jahren bewährte Ausstellerforum mit informativen und kurzweiligen Beiträgen steht in diesem Jahr unter dem Tagungsmotto und bietet Lisa Broß und Rolf Usadel. Chancen und Lösungen der Industrie
und Dienstleister für die neuen Herausforderungen. Erstmalig wird für junge Nachwuchskräfte in der Wasserwirtschaft eine Wissensrallye unter Einbindung der Ausstellung parallel zum Vortragsprogramm organisiert. Bei der Wissensrallye können Auszubildende der umwelttechnischen Berufe, die sich in Dreier-Teams zusammenfinden, ihr Wissen auf die Probe stellen und gegeneinander antreten. Die Sieger werden im Rahmen der Tagung ausgezeichnet.
Im Anschluss an das Vortragsprogramm der Tagung findet die zweijähriige Mitgliederversammlung des DWA- Landesverbands Nordrhein Westfalen statt. Neben dem Bericht des Landesverbandsvorsitzenden stehen in diesem Jahr die Wahlen von Beiratsmitgliedern und dem Landesverbandsvorsitz auf der Tagesordnung.
Alle DWA-Mitglieder im DWA-Landesverband Nordrhein-Westfalen und weitere Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Versammlung teilzunehmen.
Anschließend lädt der Landesverband zum Ausklang der diesjährigen Tagung mit Get together.

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Priorisierung und Risikobewertung von Spurenstoffen mit potenzieller Relevanz für nordrhein-westfälische Gewässer

Im Zuge der sich verbessernden umweltanalytischen Detektionsmethoden und des gesteigerten Einsatzes von chemischen Substanzen in Industrie, Landwirtschaft und in Haushalten werden immer mehr bisher noch unbekannte organische Spurenstoffe in Fließgewässern detektiert. Da von diesen Spurenstoffen potentiell eine Gefahr für die aquatische Umwelt ausgehen könnte, ist es notwendig, die Stoffe zu charakterisieren und ihr Umweltgefährdungspotential abzuschätzen.

Zu diesem Zweck wurden in der vorliegenden Studie »Priorisierung und Risikobewertung von Spurenstoffen mit potentieller Relevanz für nordrheinwestfälische Gewässer« Methoden zur Früherkennung potentieller Umweltschadstoffe untersucht. Die unter dem Begriff »Priorisierungsverfahren« zusammengefassten Methoden, die anhand der stofflichen Eigenschaften die Gewässerrelevanz eines Stoffes abschätzen können, wurden an drei ausgewählten Teststoffen Diclofenac, Carbamazepin und Iopromid, für die bereits eine vollständige Risikobewertung in der Fachliteratur vorlag, geprüft. Anschließend wurden die Verfahren für die Priorisierung von drei bisher wenig charakterisierten Stoffgruppen der Statine, Bisphosphonate und Neonicotinoide eingesetzt.

mehr: https://www.lanuv.nrw.de/publikationen/publikation/priorisierung-und-risikobewertung-von-spurenstoffen-mit-potenzieller-relevanz-fuer-nordrhein-westfaelische-gewaesser

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Biogas muss neu gedacht werden

Zur bundesweiten Woche der Wärme präsentiert der Landesverband Erneuerbare Energie NRW zwei Biogasanlagen im Kreis Soest, die zeigen, was die Biogastechnik heute alles kann.

„Biogasanlagen dürfen nicht länger von Politik, Gesellschaft und Energiewirtschaft unterschätzt werden, ohne Biogasanlagen ist die Energie- und Wärmewende nicht zu schaffen!“ So begrüßte Dr. Thomas Griese, stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) die Teilnehmer, die der Verband im Rahmen der bundesweiten „Woche der Wärme“ zur „Biogas-Tour im Kreis Soest“ eingeladen hatte. Beide Biokraftwerke in Ense und Anröchte erfüllten, so Griese, in hohem Maße die energiewirtschaftlichen Anforderungen: „Die zwei Anlagen lassen sich so flexibel steuern, dass sie ihren Strom nur dann einspeisen, wenn wirklich eine Nachfrage besteht und sie außerdem in hohem Maße Wärme auskoppeln können.“

mehr: https://www.lee-nrw.de/presse/mitteilungen/biogas-muss-neu-gedacht-werden/

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Regionalplan Köln: Aufstellungsbeschluss mit Fragezeichen

Der Regionalrat Köln hat den Aufstellungsbeschluss zum Teilplan Energie gefasst. Damit geht der Planentwurf, durch den im Regierungsbezirk Köln die Windenergienutzung auf 15.682 Hektar Fläche ermöglicht werden soll, im nächsten Schritt in die sogenannte Offenlage. Der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE NRW) kritisiert, dass in dem Planentwurf erhebliche Unsicherheiten enthalten seien.

mehr: https://www.lee-nrw.de/presse/mitteilungen/regionalplan-koeln-aufstellungsbeschluss-mit-fragezeichen/

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Metabolite von Metazachlor-SA (CAS: 172960-62-2) im Rhein bei Bad Godesberg/ Bad Honnef

Mittels Non-Target Screening (LC-HRMS) wurde in Tagesmischproben aus Bad Honnef (Rhein-km 647,9 links) erhöhte Konzentrationen des Herbizid-Metaboliten Metazachlor-SA gemessen.

mehr: https://www.lanuv.nrw.de/article/metabolite-von-metazachlor-sa-cas-172960-62-2-im-rhein-bei-bad-godesberg-bad-honnef

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Wasserwirtschaftliche Anforderungen an die Nutzung von oberflächennaher Erdwärme

Die Nutzung oberflächennaher Erdwärme ist ein wichtiger Baustein, um die Ziele der Energiewende auch im Bereich der Wärmeerzeugung zu erreichen. Mit dem Masterplan Geothermie möchte die Landesregierung NRW bis 2045 bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs klimaneutral mit Erdwärme decken. Mit der Potenzialstudie zur zukünftigen Wärmeversorgung in NRW hat das LANUV ermittelt, dass im Jahr 2045 über 74 Prozent des in Nordrhein-Westfalen anfallenden Wärmebedarfs der Gebäude über die oberflächennahe Geothermie gedeckt werden könnte.

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien gilt es, den Anforderungen des Grundwasser- und Trinkwasserschutzes im erforderlichen Umfang gerecht zu werden. Das aktualisierte LANUV-Arbeitsblatt 39 ergänzt daher die neue Wärmestudie, indem die bisher geltenden Anforderungen des Arbeitsblattes aus dem Jahr 2019 hinsichtlich ihrer Aktualität überprüft und soweit erforderlich angepasst wurden. Grundlage sind die aktuellen technischen Regelwerke, derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen und Kenntnisse über bekannt gewordene Schadensfälle und deren Ursachen. Weiterhin behandelt das Arbeitsblatt sowohl Erdwärmesonden als auch weitere relevante Techniken, sodass das geothermische Potenzial möglichst optimal genutzt werden kann. Im vorliegenden Arbeitsblatt nicht behandelt sind Techniken der mitteltiefen und tiefen Geothermie (tiefer als 400 Meter), die gesondert zu betrachten sind.

mehr: https://www.lanuv.nrw.de/publikationen/publikation/wasserwirtschaftliche-anforderungen-an-die-nutzung-von-oberflaechennaher-erdwaerme

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Kanalisation in NRW reicht mehr als zweimal um den Globus

Rund 102.000 Kilometer Abwasserkanäle gibt es Nordrhein-Westfalen. Ausgebreitet würden diese mehr als zweimal um die Erde reichen.

Das Kanalnetz in Nordrhein-Westfalen reicht gut zweieinhalbmal rund um die Erde. Das hat das Statistische Landesamt in Nordrhein-Westfalen errechnet. Demnach hat die Kanalisation in NRW eine Gesamtlänge von rund 102.000 Kilometern (Stand 2022). Nahezu alle Personen in NRW sind an die öffentliche Kanalisation angeschlossen; der Anschlussgrad lag 2022 bei 98,2 Prozent.

https://www.stern.de/gesellschaft/regional/nordrhein-westfalen/statistisches-landesamt–kanalisation-in-nrw-reicht-mehr-als-zweimal-um-den-globus-35235994.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard&utm_term=Statistisches%252BLandesamt_Kanalisation%252Bin%252

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Mehr Industriewärmepumpen braucht das Land

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW begrüßt, dass die 2G Energy AG ihr Portfolio um industrielle Großwärmepumpen erweitert hat – für das Unternehmen ein großer Wachstumssektor.
Die für den Klimaschutz unverzichtbare Wärmewende ist allein in den privaten Heizkellern nicht zu schaffen. „Den Umbau, vor dem viele Häuslebesitzer und Wohnungsgesellschaften in den kommenden Jahren stehen, die Wärmeversorgung klimaneutral zu gestalten, müssen auch Industrie- und Gewerbebetriebe schaffen“, betont Hans-Josef Vogel, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). Umso wichtiger sei es, dass diese Nutzer auf entsprechende Technologien zurückgreifen können.

Bei einem Werksbesuch anlässlich der bundesweiten Aktionswoche der Wärmepumpe gratulierte Vogel Christian Grotholt, Vorstandsvorsitzender der 2G Energy AG, zu der im letzten Frühherbst erfolgten Übernahme der NRGTEQ B.V. Das im niederländischen Rosmalen (Ortschaft der Gemeinde ’s Hertogenbosch) gegründete Unternehmen hat im letzten Jahrzehnt im eigenen Land hunderte Großwärmepumpen gefertigt und in Gewerbe, Industrie sowie bei Energieversorgern installiert. „Das ist ein energiewirtschaftlich strategischer Schritt nach vorne, der gleichzeitig auch den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen stärkt“ so Vogel.

https://www.lee-nrw.de/presse/mitteilungen/mehr-industriewaermepumpen-braucht-das-land/

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Umweltwirtschaftspreis.NRW 2024: Zehn Unternehmen nominiert

Umweltminister Oliver Krischer: „Umweltwirtschaft ebnet den Weg zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas“
Um die Leistungen der Wirtschaft für Klima- und Umweltschutz zu würdigen, vergibt das Umweltministerium gemeinsam mit der NRW.BANK in diesem Jahr zum dritten Mal den Umweltwirtschaftspreis.NRW. Zehn Unternehmen wurden nun für die Auszeichnung nominiert:

BIKAR-METALLE GmbH (Bad Berleburg)
Claytec GmbH & Co. KG (Viersen)
CUNA Products GmbH (Dortmund)
“Grüne Linie – nachhaltige Bestattungen” im Bestattungshaus Hebenstreit & Kentrup GmbH (Bonn)
HDB Recycling GmbH (Hünxe)
Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH (Aachen)
Kueppers Solutions GmbH (Dortmund)
Membion GmbH (Roetgen)
Voltfang GmbH (Aachen)
WestfalenWIND IT GmbH & Co KG (Paderborn)

Umweltminister Oliver Krischer: „60 Unternehmen haben sich um den Landespreis beworben. Sie und insbesondere die zehn Nominierten verbinden mit ihren innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen in herausragender Weise Klima- und Umweltschutz mit wirtschaftlichem Erfolg. Wir wollen Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas machen. Diese Transformation wird eine Kraftanstrengung. Sie wird uns aber nur gelingen, wenn wir es schaffen, den ökologischen Umbau voranzutreiben und unser Bundesland gleichzeitig zu einem der nachhaltigsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsstandorte in Europa zu gestalten. In einer modernen Wirtschaft gehören Klimaschutz, der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen, gute Arbeitsplätze und soziale Sicherheit untrennbar zusammen. Die Unternehmen der Umweltwirtschaft tragen einen entscheidenden Anteil zu dieser Transformation bei.“

https://www.umwelt.nrw.de/umweltwirtschaftspreisnrw-2024-zehn-unternehmen-nominiert

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Wasserwirtschaft zieht Bilanz über das hydrologische Jahr

Mit dem Monat Oktober endet in der Wasserwirtschaft der zwölfmonatige Zeitraum, über den eine jährliche Bilanz gezogen wird. Beim Landesamt für Natur- Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen wurde zum hydrologischen Jahreswechsel ein weiteres Jahr der Wetterextreme und damit ein besonderes hydrologisches Jahr festgestellt.

„Wir haben das niederschlagsreichste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen verzeichnet“, so die Bilanz von Elke Reichert, Präsidentin den LANUV. „Grundwasserstände sind so hoch wie lange nicht mehr. Ein Drittel aller Messstellen weisen hohe, sehr hohe oder sogar maximale Grundwasserstände auf. Die Böden weisen keine Dürreerscheinungen mehr auf.“ Auch das sei der Einfluss des Klimawandels, erläutert Elke Reichert: „Die Extreme in beide Richtungen, also extrem trocken oder extrem nass, werden immer mehr und immer deutlicher.“

https://www.lanuv.nrw.de/article/wasserwirtschaft-zieht-bilanz-ueber-das-hydrologische-jahr

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NRW-Umweltminister will Gewässer vor antibiotika-resistenten Keimen schützen

Die NRW-Regierung will die Gewässer des Landes besser vor antibiotika-resistenten Bakterien schützen. Anlass dafür ist eine Studie, die das weitreichende Vorkommen klinisch relevanter antibiotika-resistenter Bakterien in Abwässern und Fließgewässern in Nordrhein-Westfalen bestätigt.
ie NRW-Regierung will verhindern, dass antibiotika-resistente Bakterien in die Gewässer gelangen. Anlass dafür ist eine Studie, die das weitreichende Vorkommen klinisch relevanter antibiotika-resistenter Bakterien in Abwässern und Fließgewässern in Nordrhein-Westfalen bestätigt.
Im Zeitraum von 2019 bis 2022 lief beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) das Projekt „Bestandsaufnahme zum Vorkommen abwasserbürtiger antibiotikaresistenter Bakterien in Abwasser und in Gewässern in NRW sowie Aufklärung relevanter Quellen und Eintragspfade in die Umwelt“ (ARB-Projekt). Währenddessen wurden antibiotikaresistente Bakterien (ARB) und Antibiotikaresistenz-Gene in Abwässern aus Krankenhäusern, in kommunalem Abwasser mit und ohne Krankenhauswasseranteil, in den Zu- und Abläufen von Kläranlagen sowie in durch Kläranlagen beeinflussten Oberflächengewässern des Landes stichprobenartig erfasst.

Weite Verbreitung in NRW-Gewässern
„Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, dass antibiotikaresistente Bakterien in unseren Gewässern weit verbreitet sind“, erklärte Elke Reichert, Präsidentin des LANUV. „Wir sehen bereits heute, dass durch den demografischen Wandel immer mehr Medikamente in unsere Umwelt gelangt sind. Um der Verbreitung von gefährlichen Bakterien in unseren Gewässern zu begegnen, machen Investitionen in weitergehende Klärtechniken daher absolut Sinn. Damit wird am Ende auch der Mensch besser vor resistenten Keimen geschützt“, betonte Elke Reichert.
Die Messungen ergaben Funde von Bakterien, die Resistenzen gegenüber drei von vier Antibiotikagruppen (3MRGN = dreifach multiresistente gramnegative Bakterien) in Abwässern aller untersuchten Anlagen gefunden wurden. Auch in Fließgewässern wurden verbreitet 3MRGN gefunden, auch unabhängig von einer konkreten Abwassereinleitung.
Besonders besorgniserregende 4MRGN, die gegen vier Antibiotikagruppen resistent sind, ließen sich vor allem in Krankenhausabwässern nachweisen, außerdem in Kläranlagen und Gewässern, die Krankenhausabwässer bzw. behandelte Abwässer aus Krankenhäusern aufnehmen. Unter den 4MRGN-Keimen wurden auch so genannte „High-Risk-Klone“ gefunden, die leichter übertragen werden und Krankheiten hervorrufen können.

Ergebnisse decken sich mit bundesweit durchgeführter Studie
Das hier beschriebene ARG-Projekt ist nicht die erste Studie, in der das Vorkommen antibiotikaresistenter Keime in Abwässern und Strategien zur Verringerung der Einträge in Gewässer untersucht wurden. Bereits im Jahr 2020 erschien der Abschlussbericht des bundesweit angesiedelten, interdisziplinären BMBF-Projektes „HyReKa“, das von Prof. Dr. med. Martin Exner vom Universitätsklinikum Bonn geleitet und von Prof. Dr. rer.nat. Thomas Schwartz am Karlsruher Institut für Technologie koordiniert wurde.
Die Kernbotschaften aus dem HyReKa-Projekt klingen ähnlich:
• Krankenhäuser emittieren die meisten multiresistenten Bakterien und Antibiotika,
• Kommunale Kläranlagen (nach dem damaligen Stand, ohne vierte Reinigungsstufe) können Antibiotikaresistenzen sowie die Rückstände von Antibiotika nur unzureichend zurückhalten.
• Schlachthöfe erzeugen Prozessabwässer mit antibiotikaresistenten Bakteren, aber selten multiresistente Bakterien.
• Eine große Vielfalt von Resistenzgenen wurde in den Abwässern von Flugzeugen gefunden.
• Hinsichtlich der Ertüchtigung von Kläranlagen mit weitergehenden Reinigungsstufen empfahlen die Autor:innen eine Priorisierung.
Abwasserbehandlung, die wirkt
Als wirksames Mittel gegen die Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien in Gewässern hat sich laut LANUV eine weitergehende Behandlung des Abwassers mittels UV-Bestrahlung, Durchfließen eines Retentionsbodenfilters oder Membranfiltration erwiesen. Über die Förderrichtlinie „Zukunftsfähige und nachhaltige Abwasserbeseitigung in NRW“ stellt das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr bereits heute Fördergelder für Investitionen in die Abwasserreinigung bereit.
Die Membranfiltration wird vielfach diskutiert, wenn es darum geht, die Elimination von Spurenstoffen wie Arzneimittelrückständen und antibiotikaresistenten Keimen mit einem gemeinsamen Verfahren zu erreichen. Weitere Informationen dazu sind beispielsweise im Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Membrantechnik (DGMT) zu finden.

Weitere Maßnahmen in NRW
Auf der Basis der LANUV-Studie sollen noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden um ein vollständiges Bild der Belastungssituation in NRW zu erhalten. Darüber hinaus wird eine Sensibilisierung der Ärzteschaft, Landwirtschaft und Gesellschaft im Bezug auf den Einsatz von Antibiotika angestrebt.
„Reste von Antibiotika gehören weder in die Toilette oder das Waschbecken, sondern in den Restmüll“, erläuterte LANUV-Präsidentin Reichert.
https://gwf-wasser.de/forschung-und-entwicklung/nrw-umweltminister-will-gewaesser-vor-antibiotika-resistenten-keimen-schuetzen/

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NRW startet Initiative zur Nutzung von Abwasserwärme

NRW setzt auf Abwasserwärme: Mit einer neuen Initiative will das Land bis 2045 den Wärmebedarf von 200.000 Haushalten aus Abwasser decken. Ministerin Mona Neubaur bringt dafür Partner aus Energie- und Wasserwirtschaft zusammen, um die klimafreundliche Wärmequelle zu erschließen.
Täglich fließen beim Duschen, Spülen, Kochen und Waschen große Mengen Abwasser in die Kanalisation, die das ganze Jahr über konstante Temperaturen aufweisen und sich daher als zuverlässige Wärmequelle eignen. Mit einer neuen Initiative von NRW.Energy4Climate will das Land NRW diese bisher kaum genutzte Ressource stärker in die Wärmewende einbinden. Zum Start der Initiative unterzeichneten Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur und Vertreter*innen aus Energieversorgung, Wasserwirtschaft, Kanalnetzbetrieben und Wohnungswirtschaft eine Grundsatzerklärung.

Abwasserwärme als Schlüssel zur klimaneutralen Wärmeversorgung in NRW
Ministerin Neubaur betonte: „Ziel unserer Initiative ist es, die beteiligten Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und konkrete Projekte anzuschieben. Wir sind sicher: Die Wärme aus Abwasser wird zu einem wichtigen Baustein für eine künftig klimaneutrale Wärmeversorgung in NRW werden. Bis 2030 wollen wir bereits mindestens eine Terawattstunde Wärme pro Jahr aus Abwasser gewinnen. Bis 2045 sollen es vier sein. Das entspricht dem Wärmebedarf von rund 200.000 Haushalten. Um das zu schaffen, gilt es, mehrere hundert Projekte anzuschieben. Mit unserer neuen Initiative packen wir das jetzt an.”
https://gwf-wasser.de/branche/nrw-startet-initiative-zur-nutzung-von-abwasserwaerme/

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Gesetz zur Einführung einer Kommunalen Wärmeplanung in Nordrhein-Westfalen

Problem
Nordrhein-Westfalen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu wirtschaften, wie es auch im Klimaschutzgesetz des Landes festgelegt ist. Die bisher unternommenen Schritte und Maßnahmen zur Umstellung der Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser auf erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme sind bislang unzureichend, um diese Ziele zu erreichen. Neben der Erreichung von Klimaneutralität stellen auch Wirtschaftlichkeit bzw. Bezahlbarkeit der Wärmeversorgung weitere zentrale Herausforderungen dar. Das am 1. Januar 2024 in Kraft getretene Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz – WPG) legt die gesetzliche Grundlage für eine verbindliche und systematische Einführung einer flächendeckenden Wärmeplanung in Deutschland. Auf den Hoheitsgebieten der Bundesländer sollen durch die jeweiligen planungsverantwortlichen Stellen strategische Wärmepläne erstellt werden, die einen realistischen Weg zur klimaneutralen und bezahlbaren Wärmeversorgung bis spätestens 2045 aufzeichnen. Diese Wärmepläne dienen als strategisches Planungsinstrument zur Umsetzung der Wärmewende und bieten Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen Sicherheit bei der Wahl der eigenen zukünftigen Wärmeversorgung. Auch sollen die Wärmepläne die Planungs- und Investitionssicherheit für Betreiber von Wärmeinfrastruktur, zum Beispiel von Wärme- oder Gasnetzen, erhöhen.

Lösung
Der vorliegende Entwurf des Landeswärmeplanungsgesetzes für Nordrhein-Westfalen (LWPG) dient der landesrechtlichen Umsetzung des Wärmeplanungsgesetzes und somit der Erfüllung der aus dem Wärmeplanungsgesetz resultierenden Umsetzungsverpflichtungen. Der Gesetzentwurf legt die Zuständigkeiten für die Erstellung von Wärmeplänen fest und gestaltet die Länderöffnungsklauseln aus dem Bundesgesetz aus. Darüber hinaus werden weitere zusätzliche Regelungen für den Prozess der Aufstellung von Wärmeplänen und der Datenübertragung in Nordrhein-Westfalen getroffen. Die Gemeinden spielen bei der Wärmewende und bei der Wärmeplanung eine entscheidende Rolle. Sie werden mit diesem Gesetz verpflichtet, gemäß den im Wärmeplanungsgesetz genannten Fristen, einen Wärmeplan zu erstellen. Dabei sollen ihre wertvollen Erfahrungen und Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten sowie ihre Kontakte zu relevanten Akteurinnen und Akteuren genutzt werden, um einen fundierten und nachhaltigen Wärmeplan zu entwickeln. Diese Wärmepläne tragen als zentrales strategisches Planungsinstrument dazu bei, die Herausforderungen der Wärmeversorgung zu bewältigen und die Chancen der Wärmewende zu nutzen. Über die kommunale Wärmeplanung soll Planungssicherheit gewährleistet werden, um lokal vor Ort…mehr:
https://opal.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-10465.pdf

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Großflächige Wasserkontrolle mit Award ausgezeichnet

Das Thema der Auslobung für den Mülheim Water Award 2024:
Innovationen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft und sichere Trinkwasserversorgung
Gesucht werden innovative, praxisrelevante Konzepte sowie anwendungsreife Lösungen zur Begegnung zukünftiger Herausforderungen in der Wasseranalytik und in Wassersystemen.
Künftige Herausforderungen für ein nachhaltiges Wassermanagement und eine verantwortungsvolle Wassernutzung und -anwendung erfordern das Neudenken von Design und/oder die Verbesserung unternehmerischer und technischer Prozesse und Analytik und Bewertung von Wasserqualität.
Folgende Fokusthemen sind besonders angesprochen:
– Non-Target-Analytik (NTA) und hochauflösende Massenspektrometrie (HRMS)
– Wirkungsbezogene Analytik
– PFAS – per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen
– PMT – persistente, mobile und toxische Stoffe
– Green Analytical Chemistry
– Digitalisierung, Automatisierung, Big Data und Künstliche Intelligenz (KI)
– Anpassung an Veränderungen durch klimatischen/demografischen/strukturellen Wandel
– Ressourcennutzung, -effizienz und -schonung
– Nachhaltigkeitsberichterstattung – Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
– Vorausschauende Instandhaltung
– Betriebskostenoptimierung
https://muelheim-water-award.com/award/

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PFAS Analytik

Für die Bestimmung von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFAS) in Wasser, Schlamm, Kompost und Boden liegen genormte Analysenverfahren vor (DIN 38407-42 bzw. DIN 38414-14, ISO 21675 und der Normentwurf DIN EN 17892). Die Stoffauswahl der Verfahren unterscheidet sich in Bezug auf weitere untersuchte PFAS, während die Grundauswahl an Säuren bzw. Sulfonsäuren gleich ist. Durch die Labore des LANUV wurden die ursprünglichen DIN Verfahren um weitere PFAS erweitert und umfasst die in Tabelle 1 aufgeführten Einzelsubstanzen, die sich für die Bewertung von Umweltproben als relevant erwiesen haben.
Die Bestimmung der PFAS kann über verschiedene Verfahren erfolgen. So stehen die Festphasenextraktion (SPE) und Direktinjektion zur Verfügung. Für Feststoffproben wie zum Beispiel Böden kann die Extraktion auch durch Ultraschall erfolgen. Die Messung der verschiedenen PFAS erfolgt mittels HPLC-MS/MS, kann jedoch insbesondere auch bei Schadensfällen unter Zuhilfenahme von hochauflösender Massenspektrometrie erfolgen.
Speziell im Bereich Abwasser- und Brandfalluntersuchung setzt das LANUV auch auf die Methode der Umwandlung unbekannter Precursor-PFAS in bekannte PFAS, den sogenannten Total Oxidizable Precursor assay (TOP Assay).
Die Methoden der Direktinjektion wie auch der TOP Assay befinden sich aktuell in der Normung auf nationaler und europäischer Ebene, bei welcher die Labore des LANUV intensiv mitarbeiten.
Die unteren Anwendungsgrenzen für die einzelne Substanz betragen bei der Untersuchung von Wasser 10 ng/l bzw. 25 ng/l bei Abwasser und 2,5 µg/kg Trockenmasse bei Feststoffen. Da neben den unverzweigten Verbindungen teilweise auch verzweigte Isomere auftreten, legen die Verfahren eine Konvention zur Quantifizierung des Gesamtgehalts aller Isomere fest.
Unter Berücksichtigung besonderer Fragestellungen und dem Wissen über die ubiquitäre Verbreitung von PFAS (Stichwort Blindwerte), lassen sich auch Bestimmungsgrenzen von 1 ng/L erreichen. In diesem Fall steigen die Anforderungen an die qualitätssichernden Maßnahmen jedoch überproportional an.
https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/gefahrstoffe/pfas/analytik

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Wasser im Fokus! – NRW startet Enquetekommission und Wasserstrategie

In Düsseldorf konstituierte sich am 18. Juni die neue Enquetekommission Wasser (kurz: EK Wasser). Der Landtag hatte Ende März auf Antrag der Grünen-Fraktion beschlossen, die Enquetekommission „Wasser in Zeiten der Klimakrise“ einzusetzen. Die Themenbereiche fokussieren die klimatischen Veränderungen in NRW und ihre Auswirkungen auf das Wasser, die qualitative und quantitative Wasserverfügbarkeit sowie den gesellschaftlichen Umgang mit einer sich verändernden Wasserverfügbarkeit und -qualität.
Die Einsetzung einer Enquetekommission dient gemäß der Geschäftsordnung des NRW-Landtags der Vorbereitung von Entscheidungen über umfangreiche und bedeutsame Sachkomplexe. Deshalb gehören neben Abgeordneten auch externe Sachverständige, auch aus der Wasserwirtschaft, dem Gremium an. Den Vorsitz hat Frau MdL Astrid Vogelheim von den GRÜNEN inne.
Aktiv begleitet von der agw läuft parallel bereits seit dem 3. Juni die Entwicklung der NRW-Landeswasserstrategie. In mehreren Themen-Workshops waren die eingeladenen 160 Teilnehmer aus Wasserwirtschaft, Regierungs- und Verwaltungsinstitutionen, Landtag und Umweltverbänden aufgerufen, die Vorschläge des vorab veröffentlichten „Wasser-Eckpunktepapiers“ des Ministeriums zu diskutieren und weiter zu konkretisieren.

Weitere Informationen
https://www.agw-nw.de/home

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Dritte Wettbewerbsrunde GrüneGründungen.NRW: Land und EU unterstützen grüne Start-ups mit rund zehn Millionen Euro

Umweltminister Oliver Krischer: Grüne Gründungen in Nordrhein-Westfalen sind Vorreiter für klimaneutralen Wirtschaftsstandort

https://www.umwelt.nrw.de/dritte-wettbewerbsrunde-gruenegruendungennrw-land-und-eu-unterstuetzen-gruene-start-ups-mit-rund

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Sommerferien: Aus dreckig mach sauber – Leverkusener Kinder filtrieren Wasser aus der Dhünn

Wie wird aus schmutzigem Flusswasser sauberes Trinkwasser? Das konnten Ferienkinder aus Leverkusen im Rahmen einer besonderen Stadtführung erfahren.
Angela Breitrück vom Verein der Gästeführerinnen und Gästeführer Leverkusen und Bergisches Land hatte die Aktion gemeinsam mit dem Schlebuscher Supermarkt „Gut (un) verpackt“ organisiert. Mehr:
https://www.gmx.net/magazine/regio/nordrhein-westfalen/sommerferien-dreckig-mach-sauber-leverkusener-kinder-filtrieren-wasser-dhuenn-39935660

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SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2024

Termin vormerken! SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW 2024 am 7. November 2024
Der 8. SUMMIT Umweltwirtschaft.NRW findet am 7. November 2024 statt. Wir laden Sie herzlich zum Gipfeltreffen der Green Economy ein, auf dem Innovationen und aktuelle Trends der Branche präsentiert werden. Es wird wieder ausreichend Raum für Networking und neue Impulse für die nordrhein-westfälische Umweltwirtschaft geben.
Zur Einstimmung auf die Veranstaltung 2024 finden Sie hier den Bericht zum 7. Summit Umweltwirtschaft.NRW aus dem Jahr 2023.
https://www.knuw.nrw/aktuelles/veranstaltungen/detail/summit-umweltwirtschaftnrw-2024.html

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Umweltminister Krischer – Müssen uns in Klimakrise besser gegenüber Extremwetter und Hochwasser stärken

Auftakt der #Thementour2024 von Minister Oliver Krischer – Ausbau des Pegelnetzes – Stärkung des technischen und natürlichen Hochwasserschutzes
Durch die Klimakrise werden Extremwetter-Ereignisse häufiger und intensiver. Die großräumigen Winter-Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und jetzt die schweren Hochwasser im Süden und Südwesten Deutschlands haben erneut gezeigt, wie wichtig funktionierende Schutzanlagen im Gelände und moderne Hochwasserüberwachungs- und Informationssysteme sind.
„Extremwetter und Hochwasser werden unser Land durch die Menschen verursachte Klimakrise künftig noch häufiger und intensiver treffen – daher ist es existenziell, dass wir uns gegenüber solchen Katastrophen weiter stärken. An vielen Gewässerpegeln wurden in den vergangenen Jahren historische Höchstwerte überschritten – wir müssen uns darauf einstellen, dass das Extreme das neue Normal wird“, sagte Umweltminister Oliver Krischer zum Auftakt seiner diesjährigen #Thementour2024. „Dazu müssen wir Hochwasserschutzanlagen auf den aktuellen Stand der Technik halten und mit natürlichen Aue-Lebensräumen und Wasserspeichern kombinieren. Zudem sind funktionierende Mess- und Informationssystem essentiell, um die Bevölkerung möglichst frühzeitig auf Gefahren hinweisen zu können.“ Leitschnur für Nordrhein-Westfalen ist der 10-Punkte-Plan des Umweltministeriums zur Stärkung des Hochwasserschutzes im Klimawandel.
Laut Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NordrheinWestfalen (LANUV) hinterlässt der Klimawandel in Nordrhein-Westfalen deutliche Spuren: „In den letzten Jahren haben wir mehrere Dürrejahre mit gleichzeitigen katastrophalen Starkregenereignissen zum Beispiel im Jahr 2021 erlebt. Unsere Daten zu den Folgen des Klimawandels unterstreichen die Tendenz, dass Wetterextreme häufiger und intensiver werden. Das Jahr 2023 war in Nordrhein-Westfalen das nasseste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es fielen in der Summe rund 1.204 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Das sind im Vergleich zum langjährigen Mittel 42 Prozent mehr“, so Elke Reichert, Präsidentin des LANUV.

Ausbau des Pegelnetzes
Um rechtzeitig auf drohendes Hochwasser reagieren zu können, sind Informationen über die aktuellen Wasserstände und deren Entwicklung von entscheidender Wichtigkeit. Im Auftrag des Umweltministeriums erweitert das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) daher derzeit das vorhandene Pegelnetz. Insgesamt stehen im Land bislang 103 Messpegel des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) für Hochwasserinformationsmeldungen zur Verfügung. Dieses Netz soll um 25 neue Pegelstandorte erweitert werden. Um sich über die Fortschritte zu informieren, besucht Minister Krischer im Rahmen der Thementour das Pegelbauwerk Oestinghausen an der Ahse, der als erster neuer Hochwassermeldepegel durch das LANUV in Betrieb genommen wurde.
„Der neue Pegel wurde mit modernster Mess- und Datenübertragungstechnik ausgestattet. Dabei stand neben der Messgenauigkeit vor allem die Ausfallsicherheit im Vordergrund. Auch bei Ausfall der Solarversorgung kann der Pegel noch über 14 Tage mit seiner unabhängigen Stromversorgung in vollem Umfang weiter betrieben werden, seine Daten übermitteln und die Überschreitung von Hochwassermeldewerten melden. Der neue Hochwassermeldepegel wird zukünftig gemeinsam mit den Pegeln Westtünnen an der Ahse und Süddinker am Salzbach die Vorhersage für die Ortschaften an der Ahse sowie die Stadt Hamm verbessern und die Vorwarnzeiten verlängern“, erläuterte der Fachbereichsleiter Hydrologie, Roland Funke vom LANUV NRW.

Aufbau eines Deichkatasters
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Prüfung und Verbesserung der Funktionalität der Hochwasserschutzanlagen. Insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen über 500 Kilometer Hochwasserschutzanlagen an den größeren Flüssen des Landes. Auf Veranlassung des Umweltministeriums wird zurzeit eine aktuelle Erhebung zum Sanierungserfordernis dieser Hochwasserschutzanlagen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit den Bezirksregierungen wurde ein landesweites Kataster für Hochwasserschutzanlagen (Deichkataster) aufgebaut, in dem die Lage, die Eigenschaften und der Zustand der Hochwasserschutzanlagen in Nordrhein-Westfalen systematisch erfasst werden. Auf dieser Basis soll im darauf aufbauenden Schritt ein Priorisierungskonzept erarbeitet werden, in dem die Maßnahmen an den sanierungsbedürftigen Hochwasserschutzanlagen entsprechend eines risikobasierten Vorgehens bewertet werden. Nach vorläufiger Auswertung der Daten besteht etwa bei der Hälfte der Hochwasserschutzanlagen an den größeren Flüssen des Landes Handlungsbedarf.

Technischer und natürlicher Hochwasserschutz – Unterstützung der Hochwasserschutzpflichtigen
Zum Ausbau und zur Modernisierung stellt das Land umfangreiche Mittel zur Unterstützung der Hochwasserschutzpflichtigen (Kommunen, Deichverbände) bereit. Betrugen die Fördermittel zur Unterstützung der Hochwasserschutzpflichtigen im Jahr 2015 noch rund 30 Millionen Euro, wurden diese entsprechend der Mittelbedarfe der Hochwasserschutzpflichtigen in den Jahren 2023 und 2024 auf jeweils über 80 Millionen Euro erhöht. Der Fördersatz beträgt dabei bis zu 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
Ein Beispiel ist die Deichsanierung Wallach des Deichverbandes Duisburg-Xanten in Rheinberg, die Minister Krischer ebenfalls im Rahmen der Thementour besichtigt. Diese umfasst eine Länge von über 4,6 Kilometer und ist unterteilt in zwei Bauabschnitte. Die Sanierungsmaßnahme schließt die Lücke zwischen den bereits sanierten Deichen „Orsoy-Land“ im Süden und „Wesel-Büderich“ im Norden. Da das Gebiet unter Senkungseinfluss des Salzbergbaus liegt, werden zusätzlich rund zwei Meter Vorsorgehöhen zur Kompensation der voraussichtlich eintretenden Bergsenkungen eingeplant.
Neben Deichen und technischen Bauwerken haben natürliche Auen und Wasserspeicher eine wichtige Funktion für den Hochwasserschutz. Wie diese optimiert werden können, besichtigt Minister Krischer im Rahmen der Thementour an der Emscher in Oberhausen. Dort möchte die Emschergenossenschaft wieder einen natürlichen Lauf der Emscher und die Entwicklung von Auen-Lebensräumen ermöglichen. Hierzu ist eine Deichrückverlegung geplant, die Raum für Fluss und Natur schafft. Mehr als eine Millionen Kubikmeter Wasser soll das etwa 40 Hektar große Areal künftig fassen können.
Wichtige natürliche Wasserspeicher sind Moore. Kürzlich haben Umweltministerium und LANUV ein Naturschutz-Fachkonzept zur Wiederherstellung von Mooren in Nordrhein-Westfalen erstellt. Hierzu wird in Kürze eine eigene Thementour von Minister Krischer stattfinden.

Umfangreiche Angebote zur Hochwasser-Information
Um die breite Öffentlichkeit schneller und besser über Hochwassergefahren zu informieren, hat das LANUV das Hochwasserportal.NRW entwickelt. Es informiert unter anderem über die Online-Messdaten der Hochwassermeldepegel, der gewässerkundlichen Pegel und der Niederschlagsmessstellen des LANUV. Darüber hinaus können beispielsweise Hochwassergefahrenkarten mit der Darstellung möglicher Überflutungen angezeigt werden. Bei bevorstehenden und aktuellen Hochwasserlagen in Nordrhein-Westfalen werden auf dem Hochwasserportal.NRW regelmäßig Lageberichte zur hydrologischen Bewertung der Wettersituation und der Entwicklung der Wasserstände in den Gewässereinzugsgebieten unseres Landes zur Verfügung gestellt.
Über die App NINA werden in Nordrhein-Westfalen bei drohendem oder eingetretenem Hochwasser regionsbezogene Hochwasserinformationen für 17 Flusseinzugsgebiete bereitgestellt. Damit werden die Bürgerinnen und Bürger aktiv über vorliegende Hochwasserinformationen benachrichtigt. Alle Smartphones, welche die App installiert und entsprechend eingestellt haben, erhalten eine Benachrichtigung, wenn im entsprechenden Gebiet Hochwasserinformationen des LANUV im Hydrologischen Lagebericht bereitgestellt werden. Dazu müssen Nutzerinnen und Nutzer wahlweise den aktuellen Standort abonniert haben und sich im betroffenen Einzugsgebiet befinden, oder sie werden über die Hochwassergefahr an einem unter „Meine Orte“ abonnierten Ort informiert, wenn dieser im betroffenen Einzugsgebiet liegt. Wichtig ist dabei, dass in den Einstellungen von NINA unter Hochwasserwarnungen die Einstellung „Benachrichtigungen erhalten“ aktiviert wird. Die Informationen des LANUV dienen auch den zuständigen Kreisen und Gemeinden für die Warnung der Bevölkerung.
https://www.lanuv.nrw.de/landesamt/veroeffentlichungen/pressemitteilungen/details/4327-umweltminister-krischer-muessen-uns-in-klimakrise-besser-gegenueber-extremwetter-und-hochwasser-staerken

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Umweltwirtschaftspreis.NRW 2024: Zehn Unternehmen nominiert

Umweltminister Oliver Krischer: „Umweltwirtschaft ebnet den Weg zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas“
Um die Leistungen der Wirtschaft für Klima- und Umweltschutz zu würdigen, vergibt das Umweltministerium gemeinsam mit der NRW.BANK in diesem Jahr zum dritten Mal den Umweltwirtschaftspreis.NRW. Zehn Unternehmen wurden nun für die Auszeichnung nominiert:
• BIKAR-METALLE GmbH (Bad Berleburg)
• Claytec GmbH & Co. KG (Viersen)
• CUNA Products GmbH (Dortmund)
• “Grüne Linie – nachhaltige Bestattungen” im Bestattungshaus Hebenstreit & Kentrup GmbH (Bonn)
• HDB Recycling GmbH (Hünxe)
• Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt mbH (Aachen)
• Kueppers Solutions GmbH (Dortmund)
• Membion GmbH (Roetgen)
• Voltfang GmbH (Aachen)
• WestfalenWIND IT GmbH & Co KG (Paderborn)
Umweltminister Oliver Krischer: „60 Unternehmen haben sich um den Landespreis beworben. Sie und insbesondere die zehn Nominierten verbinden mit ihren innovativen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen in herausragender Weise Klima- und Umweltschutz mit wirtschaftlichem Erfolg. Wir wollen Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas machen. Diese Transformation wird eine Kraftanstrengung. Sie wird uns aber nur gelingen, wenn wir es schaffen, den ökologischen Umbau voranzutreiben und unser Bundesland gleichzeitig zu einem der nachhaltigsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsstandorte in Europa zu gestalten. In einer modernen Wirtschaft gehören Klimaschutz, der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen, gute Arbeitsplätze und soziale Sicherheit untrennbar zusammen. Die Unternehmen der Umweltwirtschaft tragen einen entscheidenden Anteil zu dieser Transformation bei.“
Im Rahmen der Preisverleihung am 16. September in Düsseldorf werden die drei Gewinnerinnen oder Gewinner bekannt gegeben, die eine Trophäe sowie Preisgelder in Höhe von 30.000 Euro (1. Platz), 20.000 Euro (2. Platz) und 10.000 Euro (3. Platz) mit nach Hause nehmen dürfen. Der Wettbewerb unter dem Motto „Gut für die Wirtschaft – besser für die Umwelt“ ist eine Maßnahme im Rahmen der Umweltwirtschaftsstrategie des Landes NRW, die die Leistungen der Vorreiterinnen und Vorreiter aus der Umweltwirtschaftsbranche ins Rampenlicht stellt. Als gemeinsame Initiative des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums und der NRW.BANK bietet der Umweltwirtschaftspreis.NRW alle zwei Jahre innovativen, umweltfreundlichen Geschäftsideen aus NRW eine öffentliche Bühne.
NRW.BANK-Vorstandsvorsitzender Eckhard Forst: „Nordrhein-Westfalen soll die erste klimaneutrale Industrieregion Europas werden. Dabei unterstützt die NRW.BANK mit Förderangeboten genauso wie mit der Anerkennung nachhaltiger unternehmerischer Leistungen beim Umweltwirtschaftspreis.NRW. Die jetzt für den Preis nominierten Unternehmen zeigen innovative und zugleich wirtschaftlich überzeugende Wege auf, wie wir die Transformation erfolgreich gestalten und zugleich den Wohlstand sichern können“.
Nordrhein-Westfalen ist der bundesweit führende Standort der Umweltwirtschaft. Unter dem Motto #MeilensteineGreenNRW steht 2024 ganz im Zeichen der Umweltwirtschaft als Motor und Wegbereiter der ökologischen Transformation. Die Förderung der grünen Wirtschaft hatte Nordrhein-Westfalen schon früh im Blick: Vor zehn Jahren startete im Rahmen der NRW-Umweltwirtschaftsstrategie der bundesweit erste Wettbewerb für umweltorientierte Gründungen, KUER.NRW (Klima, Umwelt, Energie und Ressourcenschonung).
Auch im Rahmen der EFRE-Förderung werden Innovationen für Klima- und Umweltschutz seit 2014 gezielt unterstützt. Regelmäßig erhobene Umweltwirtschaftsberichte machen die Erfolge transparent. So kann die Umweltwirtschaft in Nordrhein-Westfalen auf ein kontinuierliches und überdurchschnittliches Wachstum verweisen. Das Ziel: 800.000 Erwerbstätige und eine Bruttowertschöpfung von jährlich 70 Milliarden Euro in der Umweltwirtschaft Nordrhein-Westfalens bis 2030. So zeigt Nordrhein-Westfalen den Weg zu einer innovativen und erfolgreichen Green Economy auf.
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

https://www.umwelt.nrw.de/umweltwirtschaftspreisnrw-2024-zehn-unternehmen-nominiert

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NRW rüstet Kläranlagen für Mikroschadstoffe in Gewässern auf

Unzählige kleinste Chemie-Schadstoffe landen täglich im Wasser: Putzmittel, Kosmetika und über das Abwasser auch viele Arzneien und Hormone. NRW will seine Kläranlagen fit machen, um das auszufiltern.
Etwa jede sechste Kläranlage in Nordrhein-Westfalen soll bis spätestens 2039 auch Mikroschadstoffe aus Haushalt, Industrie und Gewerbe herausfiltern können, die derzeit noch die Gewässer belasten. Bislang verfügen erst 22 der insgesamt rund 600 kommunalen Kläranlagen in NRW über eine solche Reinigungsstufe.
https://www.t-online.de/region/duisburg/id_100411426/nrw-ruestet-klaeranlagen-fuer-mikroschadstoffe-in-gewaessern-auf.html

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„Grüne Gründungen.NRW“: Land und EU unterstützen grüne Start-ups mit bis zu 4,56 Millionen Euro

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen teilt in der offiziellen Pressemitteilung vom 06.02.2024 mit:
Umweltminister Oliver Krischer: „Grüne Gründungen sind unverzichtbare Wegbereiter für eine Green Economy made in NRW“
Das Land Nordrhein-Westfalen ist der bundesweit größte Standort für Gründungen aus der Umweltwirtschaft und umweltorientierte Start-ups sind der Innovationstreiber einer Green Economy. Die Landesregierung will die Innovationspotenziale Grüner Gründungen weiter heben und hat im letzten Jahr im Rahmen des EFRE/JTF-Programms den Förderwettbewerb „Grüne Gründungen.NRW“ gestartet, der mit einem Förderbudget von bis zu 18 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln ausgestattet ist. In der zweiten von zunächst drei Einreichungsrunden wurden nun aus 36 eingereichten Projektskizzen sieben weitere Vorhaben von einer unabhängigen Jury zur Förderung empfohlen.
Umweltminister Oliver Krischer: „Wir wollen Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas machen. Das wird uns nur gelingen, wenn wir den ökologischen Umbau der Wirtschaft vorantreiben, Wirtschaftspolitik und Klimaschutz zusammendenken und so die Grundlage für die notwendige Transformation unseres Landes schaffen. Grüne Gründungen sind dabei unverzichtbare Wegbereiter für eine Green Economy made in NRW.“
Die thematische Bandbreite der geförderten Projekte reicht von der umweltfreundlichen Energiespeicherung und -wandlung bis hin zur Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz, Wasserwirtschaft sowie der Ressourcenwirtschaft. „Die unkonventionellen Geschäftsideen von Grünen Gründungen spielen hierbei eine entscheidende Rolle und beschleunigen die Transformation unseres Bundeslandes hin zu einem ressourcenschonenden und klimaneutralen Wirtschaftsstandort. Die sieben ausgewählten Projekte sind hierfür ein eindrucksvoller Beleg“, sagte Minister Krischer.
Die ausgewählten Projekte der zweiten Einreichungsrunde können von Land und EU mit rund 4,56 Millionen Euro unterstützt werden, sofern die Antragsstellenden alle Förderbedingungen erfüllen und ihren Förderantrag fristgerecht einreichen. In der ersten Wettbewerbsrunde wurden bereits neun Vorhaben zur Förderung empfohlen, die sich derzeit in der Antragsphase befinden.
Förderinteressierten steht eine weitere Einreichungsrunde offen. Die Frist hierfür endet am 29. Februar 2024.

Der Förderwettbewerb Grüne Gründungen.NRW
Der Wettbewerb Grüne Gründungen.NRW soll Start-ups bei der Entwicklung neuer Ansätze, Technologien, Verfahren und Dienstleistungen unterstützen, die zum Klima-, Ressourcen- und Umweltschutz beitragen. Mit dem Aufruf wird die Entwicklung und Erprobung von Prototypen in den acht Teilmärkten der Umweltwirtschaft gefördert.
Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen steht aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 4,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Es speist sich aus 1,9 Milliarden Euro EU-Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) sowie der Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteilen der Projekte. Im Rahmen vielfältiger Förderaufrufe werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität und Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen unterstützt.
Weitere Informationen, Voraussetzungen, Unterlagen sowie Termine und Ansprechpersonen:
https://www.efre.nrw.de/wege-zur-foerderung/foerderungen-in-2021-2027/gruene-gruendungen-nrw/
https://www.in.nrw/massnahmen/gruene-gruendungen-nrw
https://www.umweltwirtschaft.nrw.de/aktuelles/newsletter/
https://www.umwelt.nrw.de/presse/detail/erste-wettbewerbsrunde-gruene-gruendungennrw-land-und-eu-unterstuetzen-gruene-start-ups-mit-675-millionen-euro-1698302528
Diese sieben Projekte der zweiten Einreichungsrunde wurden vom Begutachtungsausschuss zur Förderung empfohlen:
• AuBa@C – Automatisierung der Batterie-Demontage mithilfe fortschrittlicher Hard- und Software zum Zwecke des Batterierecyclings
Hauptziel des Projekts ist die Automatisierung der Demontage von Batteriepacks mit Hilfe eines Prototyps, der fortschrittliche Hard- und Software kombiniert. Zur Demontage wird eine Arbeitsstation genutzt, in der ein automatisches und robotergestütztes Handhabungssystem untergebracht ist. Der Prototyp vereint Innovation aus dem Bereich Robotik und Maschinenbau.
Projektbeteiligte: cylib GmbH, Aachen;
Institut für Getriebetechnik, Maschinendynamik und Robotik der RWTH Aachen University, Aachen

• BaWaFlex – Erprobung einer siegelfähigen, flexiblen Barriere-Beschichtung auf Basis natürlicher Wachse und Harze
Ziel des Projekts ist die Erprobung einer siegelfähigen Barriere-Beschichtung auf Basis natürlicher Wachse und Harze für Lebensmittelverpackungen. Dazu sollen verschiedene Zellstoff-Substrate (Papier, Karton, Faserguss) beschichtet werden. Diese Prototypen-Produktion wird von einer fortlaufenden Anpassungsentwicklung flankiert, die den unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten und Absorptionskapazitäten Rechnung trägt.
Projektbeteiligte: Wax Solutions GmbH, Versmold

• bioSpectre – Mikrobielle Brennstoffzelle zur Messung von Zulauffrachten von Kläranlagen
Das Projekt ermöglicht die energieautarke Messung von Zulauffrachten von Kläranlagen und Wasserqualitätsparametern durch den Einsatz einer mikrobiellen Brennstoffzelle. Die gewonnenen Parameter können zur operationellen Optimierung des Klärbetriebs eingesetzt werden. Dadurch können Anlagen energetisch optimiert und Treibhausgas-Emissionen wie Lachgas minimiert werden.
Projektbeteiligte: Okeanos Smart Data Solutions GmbH, Bochum

• EMULAITE – Innovative und nachhaltige Softwarelösung für das Training von KI-Modellen
Mit dem Projekt soll eine innovative, energieeffiziente und nachhaltige Software-Lösung für das Training von KI-Modellen entwickelt werden. Die Basis bilden bereits entwickelte Trainingsmethoden, die sich an biologischen Prinzipien orientieren und elektrische Schaltungen emulieren. Die Methode ermöglicht es, den Berechnungsaufwand zu reduzieren, die Genauigkeit von KI-Modellen zu erhöhen und KI auch auf ressourcenbeschränkten Geräten zu nutzen.
Projektbeteiligte: GEMESYS GmbH, Bochum;
Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Produktionssysteme, Bochum

• MANUGY – Modulare Maschinensysteme zur nachhaltigen Produktion von Energiespeichern
Anliegen des Projekts ist es, einen Prototypen für ein innovatives modulares Maschinensystem zu entwickeln und erproben, das umweltfreundliche Energiewandler und Energiespeicher produziert. Dies erfolgt am Beispiel einer Anlage zum Zusammenbau von Lithium-Ionen-Pouch-Zellen.
Projektbeteiligte: MANUGY, Köln

• SDP4Industry – Der SIMPL Digitalpass (SDP) als Enabler der Kreislaufwirtschaft für den Maschinen- & Anlagenbau
Ziel des Projekts ist es, Maschinenherstellern zu ermöglichen, ihre Maschinen zukünftig auf einer Plattform digital zu managen, sowie den ökologischen Fußabdruck der Maschine entlang der Wertschöpfungskette abbilden zu können. So wird die Nachhaltigkeit verbessert und zudem ein wirtschaftlicher Mehrwert erzielt.
Projektbeteiligte: SIMPL Technologies GmbH i.Gr., Dortmund

• Smart Plastify – Prototyp einer innenbeheizten Plastifizier-Einheit für Spritzgussmaschinen
Das Projekt hat die technische Innovation für Plastifizier-Einheiten von Spritzgussmaschinen zum Ziel, um den Energiebedarf signifikant zu reduzieren. Dazu soll eine neuartige Heiztechnologie (Dickschichtheizer) an Stelle keramischer Zylinder-Heizbänder eingesetzt werden.

Projektbeteiligte: Smart Plastify, Lennestadt

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31,4 Millionen Euro für Innovationen in der Kreislaufwirtschaft: Förderaufruf „Ressource.NRW“ gestartet

Umweltminister Oliver Krischer: Wir wollen den Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen als Vorreiter der ökologischen Transformation stärken.
Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen teilt in der offiziellen Pressemitteilung vom 01.02.2024 mit:
Um neuartige ressourceneffiziente Technologien wie Sammel-, Sortier- und Recyclingtechnologien im Sinne der Circular Economy erstmalig in die Anwendung bringen zu können, unterstützt die Landesregierung mit dem Förderaufruf „Ressource.NRW“ kleine und mittlere Unternehmen bei Investitionen in innovative Maßnahmen. Land und EU stellen dafür über 31,4 Millionen Euro im Rahmen des EFRE/JTF-Programms Nordrhein-Westfalen 2021-2027 zur Verfügung.

Umweltminister Oliver Krischer: „Wir wollen Nordrhein-Westfalen zur ersten klimaneutralen Industrieregion Europas machen. Diese Transformation wird eine Kraftanstrengung. Sie wird uns aber nur gelingen, wenn wir es schaffen, den ökologischen Umbau voranzutreiben und unser Bundesland gleichzeitig zu einem der nachhaltigsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsstandorte in Europa zu gestalten. In einer modernen Wirtschaft gehören Klimaschutz, der Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen, gute Arbeitsplätze und soziale Sicherheit untrennbar zusammen. Die Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Hebel, um dieses Ziel der Transformation zu erreichen. Mit Hilfe unseres Förderprogramms wollen wir den Wirtschafts- und Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen als Vorreiter der ökologischen Transformation stärken – ganz im Sinne des Europäischen Green Deals und der internationalen Nachhaltigkeitsziele.“

Gefördert werden Investitionen in innovative Anlagen mit Demonstrationscharakter, die einen wesentlichen Beitrag zur Ressourceneffizienz beziehungsweise zum Übergang in eine Circular Economy leisten und die in Deutschland noch nicht angewendet werden.

Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, die ihren Sitz oder eine Niederlassung in Nordrhein-Westfalen haben. Die Förderquote beträgt maximal 60 Prozent, die maximale Fördersumme vier Millionen Euro. Die Auswahl der Vorhaben erfolgt durch ein unabhängiges Gremium.

Der Aufruf startete am 1. Februar 2024. Es sind insgesamt drei Einreichungsrunden bis Ende 2025 vorgesehen. Die Einreichungsfrist für die erste Runde endet am 1. April 2024.

Begleitend werden Online-Informationsveranstaltungen zum Förderaufruf durch die Effizienz-Agentur NRW angeboten, die den Aufruf im Auftrag des NRW-Umweltministeriums durchführt.

Für zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Vorhaben in Nordrhein-Westfalen steht aus dem EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 ein Investitionsvolumen von insgesamt 4,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Es speist sich aus 1,9 Milliarden EU-Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Just Transition Fund (JTF) sowie der Ko-Finanzierung des Landes Nordrhein-Westfalen und Eigenanteilen der Projekte. Unterstützt werden Vorhaben aus den Themenfeldern Innovation, Nachhaltigkeit, Mittelstandsförderung, Lebensqualität, Mobilität und Strukturwandel in Kohlerückzugsregionen. Weitere Informationen finden Sie unter www.efre.nrw und #efrenrw.
Jedem Antragstellenden wird empfohlen, Beratung in Anspruch zu nehmen:
• Fragen rund um die fördertechnische Seite des Aufrufs beantwortet das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW unter www.lanuv.nrw.de oder per Mail an: ressource.nrw@lanuv.nrw.de
• Fachliche Fragen beantwortet die Effizienz-Agentur NRW. Kontakt: ressource@efanrw.de, Tel.: 0203/37879-35
https://www.knuw.nrw/aktuelles/nachrichten/artikel/314-millionen-euro-fuer-innovationen-in-der-kreislaufwirtschaft-foerderaufruf-ressourcenrw-gestartet.html

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Silvester in der Wasserwirtschaft

Das hydrologische Jahr endet zum 31. Oktober

Ein hydrologisches Jahr oder auch Wasserwirtschaftsjahr beginnt mit dem 1. November und endet am 31 Oktober. Beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz wird deshalb am 31. Oktober 2023 Bilanz über das zurückliegende hydrologische Jahr gezogen. Dabei werden Entwicklungen der Niederschläge und Grundwasserstände betrachtet, aber auch die Situation der Flüsse und Bäche, die Bodenfeuchte oder die Füllstände der Talsperren in Nordrhein-Westfalen.
Die zeitliche Verschiebung des Wasserwirtschaftsjahres im Vergleich zum Kalenderjahr ermöglicht es, in der Jahresbilanz die Niederschläge zu erfassen, die im Spätherbst und Frühwinter fallen, im Grundwasser oder als Schnee und Eis in den Einzugsgebieten der Gewässer gespeichert werden, aber erst im Folgejahr für Abfluss von Gewässern relevant werden.
Der Wasserhaushalt wird entscheidend durch das Wetter beeinflusst. Dabei traten in den vergangenen Jahren immer mehr extreme Wetterlagen auf, deren Auswirkungen auch in hydrologischen Größen messbar sind.

Niederschlag
In den letzten zwölf Monaten sind in der Summe rund 1044 Millimeter Niederschlag gefallen. Das sind für diesen Zeitraum etwa 198 Liter pro Quadratmeter mehr als das langjährige Mittel. Dies entspricht einer relativen Abweichung von rund +24 Prozent gegenüber den langjährigen Durchschnittswerten.

Bodenfeuchte
Infolge der überdurchschnittlichen Niederschläge in den vergangenen Wochen weisen die Böden verglichen mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten für diese Jahreszeit in Nordrhein-Westfalen nahezu keine Dürreerscheinungen mehr auf. Lediglich in kleinen Bereichen im Südwesten und im Nordosten sind die Bodenfeuchtegehalte unterdurchschnittlich. Sie weisen dort noch immer eine moderate bis extreme Dürre auf.

Grundwasser
Im Vergleich zum Oktober 2022 sind an rund 83 Prozent der Grundwassermessstellen in Nordrhein-Westfalen höhere Grundwasserstände gemessen worden. An rund der Hälfte der Messstellen zeigt sich aber weiterhin ein Grundwasserdefizit als Langzeitauswirkung der deutlich unterdurchschnittlichen Grundwasserneubildungsraten in den hydrologischen Jahren 2017 bis 2019 und 2022.
Als Folge der überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen in den Sommermonaten dieses Jahres und jetzt in der zweiten Oktoberhälfte steigen die Wasserstände an rund der Hälfte der Grundwassermessstellen in Nordrhein-Westfalen derzeit an.
Dabei ist der Anstieg abhängig davon, wie viele Niederschläge es in den einzelnen Regionen gibt, wie tief das Wasser einsickern muss, um den Grundwasserleiter zu erreichen, und wie der Boden beschaffen ist, durch den das Wasser nach unten sickert.
Wie viel Grundwasser sich in einem Gebiet neu bilden kann und welche Grundwasserstände sich einstellen, hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Einflussgrößen ab. Nicht allein die Niederschlagsmengen sind entscheidend für die Grundwasserneubildung. Auch Sonnenscheindauer, Lufttemperatur und Wind wirken sich aus, indem sie die Verdunstung des Wassers in der Atmosphäre beeinflussen. Ändern sich die klimatischen Rahmenbedingungen, kann sich die Grundwasserneubildung und dadurch auch der Grundwasserstand ändern.

Fließgewässer und Talsperren
Die Fließgewässer in NRW weisen derzeit im Wesentlichen kein Niedrigwasser auf. Im Rhein befinden sich die Wasserstände im Bereich des mittleren Wasserstands mit leicht steigender Tendenz in den kommenden Tagen. Im weiteren Verlauf werden stagnierende Wasserstände prognostiziert. (http://www.elwis.de) Die Wasserstände der Weser liegen derzeit ebenfalls im Bereich des mittleren Wasserstands. Die Tendenz der Weserpegel wird aktuell gleichbleibend prognostiziert. https://www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de/Messwerte
Pegelstände kleinerer Gewässer in den Einzugsgebieten reagieren schneller und direkter auf Veränderungen der Niederschlagssituation. In den Dürresommern der vergangenen Jahre konnte an einzelnen kleinen Bächen das komplette Trockenfallen beobachtet werden. Im hydrologischen Jahr 2023 sind solche Ereignisse ausgeblieben. Auch kurzzeitige Hochwasserphasen mit Überschreitungen von Informationswerten sind in diesem Jahr ohne größere Folgen geblieben. Es gab sowohl im vergangenen Winterhalbjahr als auch im Sommer 2023 durch starke Regenfälle regional begrenzte Hochwassersituationen, an denen meist der Informationswert 1 (kleines Hochwasser) und nur in seltenen Fällen der Informationswert 2 (mittleres Hochwasser) überschritten wurde.
Die Füllgrade der Talsperren in Nordrhein-Westfalen lagen zu Beginn des Wasserwirtschaftsjahres 2023 aufgrund des trockenen Sommerhalbjahres 2022 auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Erst ab Mitte Dezember 2022 konnten sich die Talsperren aufgrund der überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen von Dezember 2022 bis April 2023 signifikant auffüllen. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2023 sind die Füllstände im Wesentlichen jahreszeittypisch kontinuierlich gefallen. Seit Mitte Oktober stagnieren die Füllgrade. Aktuell befinden sich die Füllstände der großen Talsperrensysteme unter Berücksichtigung der Jahreszeit mit etwa 65-81 Prozent auf einem hohen Niveau.

Hydrologische Berichte:
https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/wasser/hydrologische-berichte

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Weitere Musterklagen zu Abwassergebühren eingereicht

Aus der Sicht des Bundes der Steuerzahler hat es die NRW-Landesregierung versäumt, eine spürbare flächendeckende Entlastung zu erreichen. Die Kommunen weisen den Vorwurf „versteckter Gewinne“ zurück. Mehr:
https://www.zfk.de/wasser-abwasser/abwasser/weitere-musterklagen-zu-abwassergebuehren-eingereicht

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Neues Gutachten: 3,3 Tonnen Plastik am Emsufer

An der Ems bei Warendorf sind Tausende kleine Plastikplättchen angespült worden. Verantwortlich dafür sei ein Störfall in einer Kläranlage der Stadt Rheda-Wiedenbrück, aus der die Plättchen bei einem Starkregen Ende Juni ausgetreten sind, sagt die Stadt.
Bei dem Plastik handelte es sich um Filterplättchen aus der Kläranlage – so groß wie Zwei-Euro-Münzen. Laut Gutachten verteilt auf elf Kilometer; nach WDR-Informationen könnte die Strecke noch länger sein.
Der Störfall in der Kläranlage hatte im wesentlichen zwei Gründe: zum einen ein Starkregen, den es statistisch nur alle 120 Jahre gibt. In der Nacht …mehr:
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/plastik-plaettchen-emsufer-rheda-wiedenbrueck-100.html

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Bergisches Hochwasserschutzsystem 4.0: NRW fördert Hochwasserwarnsystem im Bergischen Land mit 2,8 Mio Euro

Drohendes Hochwasser entlang von Flüssen früher erkennen und so Leben retten und Schäden vermeiden: Das ist das Ziel eines modernen Hochwasserwarnsystems unter Einsatz Künstlicher Intelligenz, das derzeit auf Initiative der regionalen Wirtschaft im Bergischen Land entwickelt wird.
NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur übergab in dieser Woche den Förderbewilligungsbescheid über insgesamt 2,8 Millionen Euro zu dem Projekt an Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen vom Lehrstuhl für Technologien und Management der Digitalen Transformation (TMDT) der Bergischen Uni sowie an die weiteren Partner aus dem Projektkonsortium: Heinz Berger Maschinenfabrik, Wupperverband, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Wuppertaler Stadtwerke und Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Remscheid-Solingen.

Im Rahmen des neuen bergischen Gemeinschaftsprojekts soll eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt und trainiert werden, die die Vorhersage von Wasserpegeln und Hochwassergefahren für die Region präziser als bisherige Warnsysteme ermöglicht. „Das ‚Hochwasserschutzsystem 4.0‘ erkennt Gefahren präziser als etablierte Warnsysteme und kann somit Alarm schlagen, wenn Gewässer über die Ufer zu treten drohen“, so Dr. Andreas Groß, Geschäftsführer der Berger Gruppe und Initiator des Projekts.

Ministerin Neubaur: „Der Klimawandel wird auch bei uns in Nordrhein-Westfalen immer spürbarer und die Auswirkungen können wie bei der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 dramatisch sein. Umso wichtiger sind Warnsysteme, die verlässlich und frühzeitig drohende Hochwasserstände erkennen und melden können. Das Projekt ‚Hochwasserschutzsystem 4.0‘ im Bergischen Land zeigt, wie künstliche Intelligenz im Ernstfall dazu beitragen kann, rechtzeitig notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen und so größere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur zu vermeiden. Das schafft langfristige Sicherheit für Unternehmen und stärkt die wichtigen Industriestandorte in unseren Mittelgebirgsregionen.“

Das Warnsystem soll die datengetriebene Vorhersage von regionalen Wasserpegeln und Hochwassergefahren unter Berücksichtigung der aktuellen Wetterlage und sonstiger Umweltfaktoren ermöglichen. Mit digitalen Sensoren werden dafür die Pegelstände an Gewässern, Rückhaltebecken und Kanälen, die Niederschlagsmengen, der Unterwasserdruck, Luftfeuchtigkeit, -druck und -temperatur sowie die Windrichtung und -stärke erfasst. In diesen Daten soll die Künstliche Intelligenz Muster erkennen, die im Zusammenhang mit einem Anstieg der Pegelstände stehen. Damit unterscheidet sich das Projekt von klassischen Vorhersagen auf Basis von Modellen. Informationen zu lokalen Wasserpegeln, Prognosen und Warnungen sollen gefährdeten Unternehmen künftig in Echtzeit über eine Hochwasserschutz-App bereitgestellt werden, die vom Wupperverband entwickelt wird.

Das Vorhaben „Hochwasserschutzsystem 4.0“ ist Teil der Initiative „Flagships powered by KI.NRW“, der Kompetenzplattform des Landes für Künstliche Intelligenz KI.NRW. Bei der Entwicklung der neuen Technologien arbeiten die Projektteilnehmer*innen auch mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und weiteren Regionen zusammen. „Das System wird nach einer erfolgreichen Einführung im Bergischen Land allen Regionen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt“, so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen
Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik und Medientechnik
Telefon 0202/439 1039
E-Mail meisen@uni-wuppertal.de
Katja Bischof Pressestelle
Bergische Universität Wuppertal

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Zentralstelle für Umweltkriminalität im Aufbau

In Nordrhein-Westfalen wird eine „Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen (ZeUK)“ aufgebaut. Diese ist landesweit zuständig für herausgehobene Verfahren im Bereich des Umweltstrafrechts und wird als Sonderabteilung der Staatsanwaltschaft Dortmund eingerichtet, wie Minister der Justiz Benjamin Limbach den Landtagsabgeordneten im Rechtsausschuss am 16. August 2023 mitteilte.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund verfüge über langjährige Expertise bei der Verfolgung von Umweltkriminalität und habe schon bedeutende Umweltstrafverfahren geführt. Mit der „Zentralstelle Umweltkriminalität“ ist Nordrhein-Westfalen in einer Vorreiterrolle; entsprechende Zentralstellen gibt es bislang nur vereinzelt, etwa in Potsdam, so das nordrhein-westfälische Justizministerium in einer Pressemitteilung. Geplant ist eine zweizügige Ausgestaltung: Eine Oberstaatsanwältin bzw. ein Oberstaatsanwalt wird sich mit einem Team herausgehobene Fälle die Abfallkriminalität vornehmen. Ein weiteres, ebenso aufgestelltes Team wird gegen andere schwerwiegende Formen der Umweltkriminalität vorgehen.

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Das war die E-world – energy & water 2023

Vom 23. bis 25. Mai haben sich Akteurinnen und Akteure der Energiewirtschaft in Essen getroffen.
Unter dem Motto „Solutions for a Sustainable Future“ präsentierten rund 800 Ausstellende ihre Lösungen und Ideen im Rahmen der E-world – energy & water. Die Unterthemen waren dabei breit gefächert, Schwerpunkte lagen häufig auf Fragen zur Versorgungssicherheit, Atomausstieg und Dekarbonisierung. Auch das Programm der E-world widmete sich verschiedenen Aspekten der Energiewirtschaft. Das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW (KNUW) war mit einem Stand zusammen mit Greentech.ruhr auf der Messe vertreten.
Gäste aus der Politik waren ebenfalls vor Ort. Dr. Peter Markus des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen nahm am ersten Messetag am Regionaldialog zur Klimaneutrale Wärmewende am KNUW-Stand teil. Hier stellten Marlene Scheer, Leonie Rinkens und Pia Praus der Technischen Universität Dortmund in einem Impulsvortrag die „Rolle der Kommunen in der Wärmewende am Beispiel von zwei Städten in NRW“ dar. In der anschließenden Diskussionsrunde stellten sich Dr. Manfred Lange (Gas- und Wärme-Institut Essen e.V.), Martin Daft (TURBONIK GmbH), Robin Rasche ( TU Dortmund), Justus Witt (TU Dortmund), Leonard Höcht (Bayern Innovativ GmbH) und Jonas Köhn (Stadtwerke Düsseldorf AG) Fragen zur Zukunft der klimaneutralen Wärmeversorgung. Am Mittwoch sprach der Staatssekretär Viktor Haase (NRW-Umweltministerium) zusammen mit Sandra Rostek (BEE) und Rainer Wendt (DPolG) über umweltfreundliche Mobilität bei der Paneldiskussion „Alles E… oder was? – Der Mix macht die Mobilität der Zukunft“. Gleich danach begrüßte er die Teilnehmenden des zweiten KNUW-Regionaldialogs „Die Klimawende als Treiber innovativer, nachhaltiger Geschäftsideen“. Die Jungen Unternehmer*innen Niklas Seitenspinner (CHARGEUNITY) und Can-Su Koutentaki, (AVAILY) sprachen hier über ihre Motivation zum Einstieg in die Umweltwirtschaft in NRW und ihre Erfahrungen. In einem Impuls berichtete Oliver Lühr (KNUW) aus dem Innovationsradar zur Klimawende.
Die Messe bot Raum, um über aktuelle Themen der Energiewirtschaft zu sprechen und schaffte, durch die unterschiedlichen Ausstellenden und Bühnenformate, Impulse für neue Ideen und Entwicklungen für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft. Die nächste E-world – energy & water wird vom 20. bis 22. Februar 2024 in Essen stattfinden.
https://www.knuw.nrw/aktuelles/nachrichten/artikel/das-war-die-e-world-2023.html

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Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss A44/A 3 Autobahnkreuz Ratingen–Ost

BUND sieht Gefahren für Gewässer- und Trinkwasserschutz
Der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt beim Bundes¬verwaltungsgericht in Leipzig Klage gegen das Land NRW, vertreten durch die Bezirksregie¬rung Düsseldorf, eingelegt. Die Klage richtet sich gegen den Planänderungsbeschluss vom 10.05 2023, mit dem die Behandlung des Straßenabwassers im Bereich des Kreuzes Ratin¬gen-Ost neu geregelt werden soll. Der BUND befürchtet, dass durch die Fehlauslegung der Regenwasserbehandlungsanlage im Falle von Starkregen eine Gefährdung der Gewässer sowie der Trinkwassergewinnung in der nahe gelegenen Wasserschutzzone wahrscheinlich werde.
Zusätzlich zu der bestehenden Abwasserbehandlungs¬anlage an der A3 soll eine weitere Anlage …mehr:
https://www.bund-nrw.de/meldungen/detail/news/klage-gegen-den-planfeststellungsbeschluss-a44-a-3-autobahnkreuz-ratingen-ost/

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Informationen aus Niedersachsen

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Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2025


2024


2023


Umweltminister Meyer will Wassergesetz modernisieren: „Mehr Klimaanpassung, schnellere Genehmigungen und verantwortungsvoller Umgang mit Wasser“

Umweltminister Christian Meyer hat am Mittwoch seine Pläne zur Änderung des Niedersächsischen Wassergesetzes (NWG) vorgestellt. Damit reagiert die Landesregierung auf die Herausforderungen des Klimawandels beim Wasserhaushalt und schafft gleichzeitig schnellere und einfachere Zulassungsverfahren. Der Gesetzesentwurf wurde kürzlich vom Kabinett beschlossen.

„Die Klimakrise bringt auch eine Wasserkrise mit sich. Die Klimaerwärmung führt zu zunehmender Hitze und Verdunstung sowie zu vermehrten Dürren und Überschwemmungen. Auch der Verbrauch steigt. Dadurch sinken unsere wertvollen Grundwasserreserven. Wasser wird knapper und damit immer begehrter. Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf reagieren wir darauf und machen unsere Wasserversorgung zukunftsfest“, so Minister Meyer. „Wir müssen bei Genehmigungen schneller und zielgerichteter werden – besonders wenn es um Hochwasserschutz und natur- und klimafreundliche Maßnahmen auf und am Wasser geht. Alle Maßnahmen des natürlichen und technischen Hochwasser- und Küstenschutzes haben in Zukunft Vorrang vor anderen Interessen. Unser Ziel ist ein modernes Wasserrecht, das uns sowohl auf zu viel Wasser als auch auf zu wenig Wasser vorbereitet. So sichern wir langfristig die Ressource Wasser für Menschen, Landwirtschaft und Natur.“

mehr: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/umweltminister-meyer-will-wassergesetz-modernisieren-mehr-klimaanpassung-schnellere-genehmigungen-und-verantwortungsvoller-umgang-mit-wasser-243223.html

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Leitfaden „Entsiegelung in der Klimaanpassung“ erschienen

Mit dem neu erschienenen GeoBericht „Entsiegelung in der Klimaanpassung – Leitfaden Teil A: Hintergründe, Vorgehensweisen, bodenschutzfachliche Hinweise“ gibt das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) eine umfangreiche Übersicht zur fachgerechten Entsiegelung von Flächen als wichtigen Baustein nachhaltiger Klimaanpassungsstrategien. Der Leitfaden vermittelt fachliche Grundlagen zu den Themen Versiegelung und Entsiegelung, den rechtlichen Vorgaben und Normen sowie bodenschutzfachliche Empfehlungen, insbesondere zu Schutz und Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen. Der Leitfaden Teil A wurde im Rahmen des Projektes „KliBoG“ (Klimaanpassung Boden und Grundwasser) erarbeitet, das Mitte 2022 am LBEG gestartet ist und eine Projektlaufzeit von fünf Jahren hat. Das Land Niedersachsen fördert das Projekt rund 2,25 Millionen Euro. Der Leitfaden stellt eine Ergänzung zum Entsiegelungskataster Niedersachsen dar, das sich aktuell in der Entwicklung durch das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen befindet und den Kommunen in 2026 zur Erfüllung der Pflichtaufgabe „Entsiegelungskataster“ gemäß § 19 Niedersächsischem Klimagesetz (NKlimaG) zur Verfügung gestellt wird. maG besagt, dass alle Einheits- und Samtgemeinden bis zum 31. Dezember 2026 erstmalig erfassen müssen, für welche Flächen ihres Gebiets die Möglichkeit zur Entsiegelung besteht. Hierzu wird eine zentrale Anwendung durch das Land bereitgestellt. Das Umweltministerium finanziert den Kommunen diese Aufgabe ab 2026 mit jährlich 1,94 Millionen Euro.
Download des Berichts: www.gfa-news.de/gfa/webcode/20250430_002

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Niedersachsen fördert Klimaschutz und Energieeffizienz: Fast 100 Millionen Euro Zuschüsse für Unternehmen und Kommunen

Niedersachsen stellt insgesamt rund 91 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Landeshaushalt bereit, um Investitionen in Klimaschutz und Energieeffizienz zu fördern. Mit der Richtlinie „Klimaschutz und Energieeffizienz“ als gemeinsames Förderinstrument vom Umwelt- und Kulturministerium unterstützt das Land gezielt kleine und mittlere Unternehmen, öffentliche Träger, gemeinnützige Organisationen sowie Kultureinrichtungen.

„Unser Ziel ist es, den CO2-Ausstoß zu senken und gleichzeitig die Wirtschaft in herausfordernden Zeiten zu stärken“, erklärte Energie- und Klimaschutzminister Christian Meyer. „Mit dieser Förderung treiben wir die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft aktiv voran. Ich freue mich sehr, dass so viele Unternehmen, Kommunen und Kultureinrichtungen in Klimaschutz investieren.“

mehr: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/niedersachsen-fordert-klimaschutz-und-energieeffizienz-fast-100-millionen-euro-zuschusse-fur-unternehmen-und-kommunen-239082.html

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Förderung für vierte Reinigungsstufe

In Niedersachsen wurden Fördermittel für Vorhaben zur Spurenstoffelimination auf drei Kläranlagen bewilligt. Beim Abwasserverband Braunschweig wie bei den Wolfsburger Stadtentwässerungsbetrieben wird jeweils die Integration einer vierten Reinigungsstufe gefördert, bei den Stadtwerken Delmenhorst Planung und Neubau einer vierten Reinigungsstufe. Die drei Betreiber bekommen vom Land insgesamt 14,5 Millionen Euro, davon 9,5 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln und 5,03 Millionen Euro aus Landesmitteln. Der maximale Fördersatz beträgt 65 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, wobei die Zuwendung je Vorhaben bei maximal 5 Millionen Euro liegt.

mehr: https://www.gfa-news.de/news/niedersachsen-foerderung-fuer-vierte-reinigungsstufe

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46 Prozent Klärschlamm stofflich verwertet

In Niedersachsen wurden im Jahr 2023 im Rahmen der öffentlichen Abwasserentsorgung rund 156 600 Tonnen Klärschlammtrockenmasse aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen direkt und ohne Zwischenlagerung entsorgt. Das ist laut Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) ein Rückgang um 5,0 % im Vergleich zu 2022. Wie das LSN weiter mitteilt, wurde mit einem Aufkommen von 72 200 Tonnen Klärschlammtrockenmasse knapp die Hälfte (46,1 %) stofflich verwertet. Davon wurden in der Landwirtschaft rund 48 400 Tonnen, für Zwecke der Vererdung und Kompostierung rund 23 100 Tonnen genutzt. Die auf landwirtschaftlichen Flächen auf- und eingebrachte Menge Klärschlammtrockenmasse lag um 22,9 % niedriger als im Vorjahr.

Weitere 75 100 Tonnen Klärschlammtrockenmasse, die 48,0 % des Gesamtaufkommens entsprachen, wurden thermisch entsorgt. Die Menge lag 1,1 % höher als im Vorjahr. Im Jahr 2023 ging mit rund 22 000 Tonnen deutlich mehr Klärschlammtrockenmasse an spezielle Klärschlammverbrennungsanlagen als 2022 (8100 Tonnen). Auf der anderen Seite nahmen Abfallwirtschaft, Kraftwerke, Zementwerke und andere Anlagen mit rund 51 600 Tonnen weniger Klärschlammtrockenmasse zur Mitverbrennung an als im Vorjahr (– 20,6 %). Davon ging die größte Menge an Abfallverbrennungsanlagen (55,0 %), gefolgt von Kohlekraftwerken (16,3 %), Zementwerken (15,4 %) und anderen Anbietern von Mitverbrennungskapazitäten wie zum Beispiel Papierfabriken und Holzkraftwerke (13,2 %).

Von 9300 Tonnen Klärschlammtrockenmasse (5,9 %) war die weitere Entsorgung nicht bekannt.

mehr: https://www.gfa-news.de/news/niedersachsen-46-prozent-klaerschlamm-stofflich-verwertet

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Umweltministerkonferenz fordert verstärkten Hochwasserschutz und Schutz vor „russischen Schattentankern“

Die Umweltministerinnen und Umweltminister von Bund und Ländern fordern angesichts der Häufung schwerer Hochwasser- und Starkregenereignisse verstärkte Anstrengungen beim Hochwasserschutz. „Die Umweltministerkonferenz (UMK) sieht es angesichts des Klimawandels als dringend geboten an, den Hochwasserschutz weiter zu stärken und seine Umsetzung konsequent voranzutreiben“, heißt es im Abschlusspapier der heute zu Ende gehenden UMK in Bad Neuenahr. Die verheerende Hochwasserkatastrophe im Ahrtal hatte 2021 zu insgesamt 135 Todesopfern und Schäden in Höhe von rund knapp 9 Milliarden Euro geführt.

Zwar hätten Bund und Länder in der Folge auf Grundlage der Nationalen Wasserstrategie und dem bundesweiten Klimaanpassungsgesetz eine Reihe von Maßnahmen unternommen, etwa durch Stärkung der Hochwasser- und Starkregenvorsorge, Veröffentlichung von Starkregengefahrenhinweiskarten und diversen Förderprogrammen. Dennoch müssten insbesondere Planungs- und Genehmigungsverfahren beim Hochwasserschutz beschleunigt werden und es fehlten Regelungen zur Finanzierung der verpflichtenden Starkregenvorsorgekonzepte in den Kommunen. „Hochwasserschutzmaßnahmen sollten als Projekte von überragendem öffentlichen Interesse eingestuft werden“, heißt es im Abschlussdukument.

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer begrüßte die Beschlüsse: „Die Klimakrise ist real. Wir haben in Niedersachsen durch das Weihnachtshochwasser im vergangenen Jahr erlebt, auf welche Entwicklungen wir uns einzustellen haben. Wir müssen den natürlichen und technischen Hochwasserschutz und die Starkregenvorsorge stärken, aber gleichzeitig den Flüssen auch wieder mehr Raum geben, durch Rückgewinnung natürlicher Retentionsräume und Deichrückverlegungen. Das geplante Hochwasserschutzgesetz des Bundes mit strikten Bauverboten in Überschwemmungsgebieten, Beschleunigung und Vorrang für Klimaanpassung muss nach der Bundestagswahl ebenso kommen, wie die neue Gemeinschaftaufgabe Klimaanpassung für Kommunen. Das Bekämpfen der realen Klimakrise muss genauso Vorrang haben – auch bei den Investitionen. Wir in Niedersachsen machen beides. Wir investieren in Klimaschutz, insbesondere durch Ausbau der Erneuerbaren Energien und haben den Hochwasserschutz bereits erheblich gestärkt – finanziell, personell und organisatorisch.“

mehr: https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/umweltministerkonferenz-fordert-verstarkten-hochwasserschutz-und-schutz-vor-russischen-schattentankern-237624.html

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Vierter Jahresbericht Niedersächsischer Weg

Maßnahmen wirken zunehmend in der Breite
Der „Niedersächsische Weg“ zeigt Erfolge; die Maßnahmen für mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz kommen zunehmend in der Fläche an. Das zeigt der vierte Jahresbericht, den die Partner*innen des Niedersächsischen Weges am 4. September vorstellten. 4. September 2024- Der Rückgang der biologischen Vielfalt und die Klimakrise gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Eine Lösung, um Natur, Arten und Gewässer flächendeckend zu schützen, liegt unter anderem in einer nachhaltigen Landwirtschaft.

Die Landwirtinnen arbeiten mit und in der Natur; der „Niedersächsische Weg“ zeigt Perspektiven samt finanziellem Unterbau für landwirtschaftliche Betriebe auf. Ebenso werden 28 Ökologische Stationen und eine Vernetzungsstelle gefördert, um die Vor-Ort-Betreuung in Natura 2000-Gebieten zu stärken und gemeinsam mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. Partnerinnen des „Niedersächsischen Weges“ sind die Niedersächsischen Landesregierung, das Landvolk, die Landwirtschaftskammer und die Natur- und Umweltschutzverbände BUND und NABU. Der „Niedersächsische Weg“ soll auch bundesweit bekannt gemacht werden und als positives Beispiel für einen erfolgreichen Dialog dienen.Mehr:
https://niedersachsen.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/umweltpolitik/35356.html

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Niedersachsen ist Klimaschutzvorreiter – auch in der Wirtschaft“

Statistik: Produzierendes Gewerbe investiert mehr in Umwelt- und Klimaschutz
Nach Angaben des Landesamtes für Statistik Niedersachsen haben die landesweit insgesamt 1486 Betriebe des produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) im Jahr 2022 mehr Geld in den Umweltschutz investiert. Demnach flossen 947 Millionen Euro beispielsweise in technische Anlagen und Maschinen – und damit 32,6 Prozent mehr als im Jahr davor.
Mit 388 Millionen Euro wurde fast die Hälfte der Summe (41 Prozent) für den Klimaschutz ausgegeben, ein Plus von 46,4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021. Dabei ging es vor allem um Maßnahmen zur Nutzung von erneuerbaren Energien, zur Energieeffizienzsteigerung und Energieeinsparung. Investitionen für den Umweltschutz sind Investitionen, die der Verringerung, Vermeidung oder Beseitigung von Emissionen in die Umwelt dienen oder eine schonendere Nutzung der Ressourcen ermöglichen.
Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister Christian Meyer freut sich über die hohen Zuwächse bei den Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz: „Niedersachsen ist Klimaschutzvorreiter – auch bei den Investitionen in der Wirtschaft – und das Land mit dem höchsten Anteil und Wachstum Erneuerbarer Energien. Die Steigerung der Investitionen in den Umwelt- und Ressourcenschutz um ein Drittel und mehr als 46 Prozent in den Klimaschutz sowie die Energiewende freuen mich sehr und unterstreichen die Anstrengungen der Wirtschaft, auch in ihrem Bereich die Klimaziele zu erreichen. Das Land Niedersachsen selbst wird in den nächsten Jahren mehr als eine Milliarde zusätzlich in den Klimaschutz investieren und schafft mit der Akzeptanzabgabe im neuen Windgesetz einen weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien – mit mehr Wertschöpfung für Bürgerinnen und Bürger sowie die Kommunen.“
https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/meyer-niedersachsen-ist-klimaschutzvorreiter-auch-in-der-wirtschaft-234025.html

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Umweltminister Meyer: „Müssen das Wasser als wichtigste Lebensgrundlage schützen und die Ressourcen nachhaltig sichern“

Auftaktveranstaltung für den „Masterplan Wasser“ / Land will Folgen der Klimakrise begegnen – durch Wassermanagement in den Kommunen, Entsiegelung von Flächen, Anreize zum Wassersparen und mehr Investitionen in den Hochwasserschutz
Mal ist es zu viel, mal zu wenig. Zunehmende Hochwasser- und Starkregenereignisse auf der einen, immer wieder Niedrigwasser in den Flüssen und längere Dürrephasen auf der anderen Seite: Die Auswirkungen der Klimakrise beim Thema Wasser scheinen widersprüchlich, und doch droht am Ende, dass immer weniger Wasser zur Verfügung steht. Um unsere wichtigste Lebensgrundlage zu schützen und die Ressource Wasser langfristig zu sichern, entwickelt das Land Niedersachsen daher einen detaillierten Masterplan. Nach der Auftaktveranstaltung am (heutigen) Donnerstag geht der Entwurf jetzt in die Abstimmung mit Wasserversorgern und Kommunen, aber auch Umwelt- und Landwirtschaftsverbänden.
„Um den Folgen der Klimaerhitzung beim Wasserhaushalt zu begegnen, benötigen wir einen ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz“, sagte Umweltminister Christian Meyer. „Mit dem Masterplan Wasser werden die Grundlagen geschaffen, etwa um die Grundwasser-neubildung zu fördern und mehr Wasser in der Fläche zu halten. Dafür brauchen wir intelligente Wassermanagementsysteme in den Kommunen, aber auch die Entsiegelung von Flächen und Anreize fürs Wassersparen.“
Städte, Gemeinden und ganze Regionen müssten sich an die Klimakrise anpassen, um den Auswirkungen von Wassermangel genauso vorzubeugen wie möglichen Überschwemmungen, so der Minister. „Das Ziel muss es also sein, die ´Wasser-Schere´ zwischen steigendem Bedarf und den verfügbaren Mengen für Mensch und Natur zu verringern. Es gilt daher, den Wasserbedarf zu verringern und die Verfügbarkeit zu erhöhen, damit Wasser auch zukünftig in ausreichender Menge und guter Qualität vorhanden ist.“
Der Masterplan Wasser wird für Niedersachsen die wesentlichen wasserwirtschaftlichen Handlungsfelder und deren Ziele kompakt darstellen und konkrete Lösungswege aufzeigen. Die wichtigsten Schwerpunkte und Ziele des Masterplan-Entwurfs sind:
· Wasser-Nutzungen optimieren (u.a. Wassersparende Technik in Industrie, Landwirtschaft und Haushalten, Grundwassermengen-Management, Kreislaufnutzung)
· Schadstoffe reduzieren (u.a. Grundwasserschutz, Gewässerökologie, Meeresschutz)
· Wasserrückhalt in der Fläche/ Hochwasserschutz (u.a. Entwässerung reduzieren, Wasserrückhalt stärken, Natürliche Fließgewässer- und Auenentwicklung)
· Wasserressourcen nachhaltig sichern (u.a. regionale Wassermengen- sowie Niedrigwasser-Management, natürlicher Klima- und Wasserschutz durch Begrünung, Moore, Wälder, Auen)

Grundwasserressourcen sichern
Durch die klimabedingten, häufigeren Trockenperioden werden zunehmend Jahre mit unterdurchschnittlicher Grundwasserneubildung prognostiziert. Um dem Problem sinkender Grundwasserstände zu begegnen, hat das Land im Mai 2024 per Erlass erstmals einen landesweiten Bewirtschaftungsrahmen vorgegeben. Dabei werden die Grundwassermengen, die regional jeweils für eine nachhaltige Nutzung zur Verfügung stehen, bekannt gegeben. Maßgeblich dafür, in welchem Umfang noch neue Wasserentnahmen genehmigt werden können, ist ein Klimafaktor durch die jeweilige Grundwasser-Neubildungsrate der letzten zehn Jahre. Das Land verfolgt damit bei der Grundwasserbewirtschaftung erstmals einen Klimavorsorgeansatz. Für elf von insgesamt 123 Grundwasserkörpern, die ganz oder teilweise in Niedersachsen liegen, wird schon jetzt kein Spielraum für zusätzliche Entnahmen mehr gesehen. Sie befinden sich im äußersten Nordosten, an der Unterweser und in einem Bereich, der sich vom Landkreis Helmstedt bis zur Region Hannover erstreckt.
„Wir können immer nur so viel Grundwasser entnehmen wie neu gebildet wird. Daher brauchen wir in vielen Regionen Anreize zur Entsiegelung, Wasserrückhalt und Versickerung zur Grundwasserneubildung“, sagt Umweltminister Meyer.

Technischer und natürlicher Hochwasserschutz
Das Weihnachtshochwasser hat gezeigt, wie wichtig der technische Hochwasserschutz ist, etwa durch Deiche und Hochwasserrückhaltebecken. Der natürliche Hochwasserschutz kann diesen technischen Hochwasserschutz sehr gut ergänzen, indem der Wasserrückhalt in der Fläche verbessert wird. So kann durch die Entsiegelung von Flächen die Versickerung gestärkt werden. Auch Renaturierungsmaßnahmen und Deichrückverlegungen tragen dazu bei, dass sich Hochwasserwellen abschwächen und verzögert auftreten. Minister Meyer: „Zukünftig gilt das Motto: Statt Entwässerung mehr Rückhalt in der Fläche. Dadurch werden nicht nur Hochwasserspitzen abgesenkt, sondern es wird gleichzeitig durch mehr Versickerung auch mehr Grundwasser neu gebildet. Ein weiterer Gewinn ist die Verbesserung der Biodiversität in Fließgewässern und Auen. Dazu wird das Land verstärkt Bundesmittel für natürlichen Klimaschutz nutzen und stellt jährlich 10,6 Mio. Euro dauerhaft zusätzlich über das Sondervermögen Hochwasserschutz bereit.“

Klimafolgen-Anpassungstrategien
Laut Klimaanpassungsgesetz des Bundes (KAnG) sind von den Ländern Klimaanpassungsstrategien und Maßnahmenpläne vorzulegen und umzusetzen.
· Die Klimaanpassung wurde daher als eigenes Ziel in Niedersächsischen Klimagesetz NKlimaG) aufgenommen. Zudem wurde der Aufbau eines Entsiegelungskatasters auf kommunaler Ebene beschlossen. Das Land stellt den Kommunen dafür jährlich ca. 2,1 Millionen Euro zur Verfügung.
· Im Niedersächsischen Wassergesetz wurde die Möglichkeit geschaffen, die Kosten für Maßnahmen der Starkregenvorsorgen in die Gebührenordnung der Gemeinden aufzunehmen.
· Die Kommunen werden zudem durch den kürzlich herausgegebenen Leitfaden „Kommunale Starkregenvorsorge“ unterstützt.
· Durch die Förderrichtlinie „Klimafolgenanpassung Wasserwirtschaft“ unterstützt das Land u.a. Vorhaben wie ein integriertes und nachhaltiges Wassermengen-Management in den Kommunen, regionale Konzepte zur Nutzung von Grund- oder Oberflächengewässer und flexible Klimaanpassungsmaßnahmen. Die Richtlinie hat ein Gesamtvolumen von knapp 32 Mio. Euro bis Ende 2026.
· Für 2026 ist auch die Fortschreibung der Klimafolgen-Anpassungsstrategie des Landes vorgesehen.

Finanzielle und personelle Stärkung des Hochwasserschutzes
Der Hochwasserschutz in Niedersachsen bleibt eine Daueraufgabe. Dafür sollen die vorhandenen Strukturen im NLWKN dauerhaft verstärkt werden. So ist es für eine beschleunigte Umsetzung von Maßnahmen zwingend erforderlich, den Planungs- und Genehmigungsbereich sowie die Hochwasservorhersagezentrale zu verstärken. 2024 wurden dazu bereits 200 vorhandene Stellen im Hochwasser- und Küstenschutz dauerhaft entfristet. Im Haushaltsplanentwurf 2025 sind insgesamt 34 zusätzliche Personalstellen auf verschiedenen Ebenen für den Hochwasserschutz vorgesehen, davon 29 Stellen beim NLWKN.
Laut dem Entwurf werden für 2025 auch zusätzlich 15 Millionen Euro für investive Maßnahmen des Hochwasserschutzes zur Verfügung gestellt. Um den Schutz mit Deichen, Hochwasserrückhaltebecken, Überschwemmungsflächen und anderen technischen und natürlichen Hochwasserschutzmaßnahmen zu finanzieren, wird das Land den Hochwasserschutz ab 2026 dauerhaft mit ca. 250 Mio. Euro stärken. Schon ab 2025 soll es jährlich eine Zuführung in Höhe von 10,6 Mio. Euro zum Sondervermögen Wirtschaftsförderfonds (ökologischer Teil) geben. Diese Mittel sollen der langfristigen Sicherung von Investitionen in den Hochwasserschutz dienen.
https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/umweltminister-meyer-mussen-das-wasser-als-wichtigste-lebensgrundlage-schutzen-und-die-ressourcen-nachhaltig-sichern-233384.html

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Kommunale Starkregenvorsorge in Niedersachsen

Kommunale Umwelt-Aktion (UAN) und Niedersächsisches Umweltministerium veröffentlichen Leitfaden
Die Kommunale Umwelt-Aktion (UAN) und das Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz haben gemeinsam einen Praxisleitfaden „Kommunale Starkregenvorsorge in Niedersachsen“ veröffentlicht. Ziel des Leitfadens ist es, die Städte und Gemeinden bei der kommunalen Starkregenvorsorge zu unterstützen. Dazu enthält der Leitfaden Hilfestellungen und Empfehlungen zur Erarbeitung eines kommunalen Handlungskonzepts zur Starkregenvorsorge und ist als Arbeitshilfe für kommunale Fachplaner:innen und Entscheidungsträger:innen konzipiert.
Dazu Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer: „Die Klimakrise ist real und verursacht verstärkt bedrohliche Lagen durch zunehmende Starkregenereignisse. Das aktuelle Hochwasser im Süden Deutschlands und das maßgeblich durch Starkregenereignisse verursachte Weihnachtshochwasser in großen Teilen Niedersachsens, mahnen uns den Schutz vor Extremwetterlagen zu verbessern“, so Meyer. „Der Leitfaden zur Starkregenvorsorge stellt für Kommunen und Planer ein einheitliches Verfahren zur Verfügung, um kommunale Handlungskonzepte zu erstellen. Mit Hilfe von Starkregengefahrenkarten können Kommunen gefährdete Bereiche identifizieren und daraus adäquate Maßnahmen ableiten, sowohl präventiv als auch im konkreten Notfall, um mögliche Schäden zu verringern“, so Umweltminister Meyer.
Die kommunale Starkregenvorsorge sei vor dem Hintergrund des Klimawandels ein Gebot der Stunde. Auf die zunehmende Gefährdung durch Starkregenereignisse müssten sich alle einstellen: Städte und Gemeinden, Bürger:innen, Unternehmen, Grundeigentümer:innen und weitere Akteure.
Erarbeitet wurde der Leitfaden als ein wesentlicher Baustein des mit finanzieller Unterstützung des niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz durchgeführten Pilotprojektes „Kommunale Starkregenvorsorge in Niedersachsen“ (2020-2023) insbesondere durch die UAN und die beteiligten Ingenieurbüros.
Geplant ist, dass Städte, Gemeinden und Verbände, die sich bei ihrer Starkregenvorsorge auf den nun vorliegenden Leitfaden stützten, vom Land einen Zuschuss auf die Kosten beantragen könnten. Mit kommunalen Starkregengefahrenkarten und nachfolgender Risikoanalyse sowie darauf aufbauendem Handlungskonzept und Risikokommunikation kann eine effektive Vorsorge betrieben werden.
„Die Gefahren, potenziellen Schäden und Risiken, die die zunehmenden Starkregenereignisse insbesondere in besiedelten Gebieten verursachen, müssen hierzu von allen erkannt und verstanden werden. Die Erarbeitung eines kommunalen Handlungskonzepts der Starkregenvorsorge bietet eine gute Grundlage, um systematisch handeln zu können“, unterstreicht Dr. Marco Trips als Sprecher der UAN die Bedeutung einer strategischen Vorgehensweise in der Klimafolgenanpassung.
Der Leitfaden wird zum Download unter https://www.uan.de/service/publikationen-downloads/leitfaden-starkregenvorsorge angeboten und kann als Printversion bei der UAN per Mail an starkregen@uan.de angefordert werden. Weitere digitale Anlagen werden fortwährend zur Verfügung gestellt, die die Inhalte des Leitfadens zukünftig weiter ergänzen und vertiefen werden. Für den Herbst sind zusätzlich Seminare zu den Inhalten des Leitfadens bei der Kommunalen Umwelt-AktioN UAN vorgesehen.
https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/starkregenvorsorge-232814.html

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Hochwasserschutz hat höchste Priorität

Deich- und Klimaschutzminister stellt aktuelles Bau- und Finanzierungsprogramm vor / 43 Millionen Euro für mehr als 100 Maßnahmen
Die Bilder vom Weihnachtshochwasser in Niedersachsen sind kaum verblasst – da zeigen die aktuellen Überflutungen im Saarland die Dramatik zunehmender Hochwasserlagen durch klimabedingte Starkregenereignisse. „Niedersachsen muss sich stärker auf veränderte Katastrophenlagen einstellen“, so Niedersachsens Deich- und Klimaschutzminister Christian Meyer. „Mit bislang 1,7 Grad Erderwärmung ist die Klimakrise auch bei uns angekommen. Beim damaligen Weihnachtshochwasser wie heute wird uns schonungslos vor Augen geführt, dass wir noch viel mehr tun müssen für den Klimaschutz und nicht nachlassen dürfen, um uns bestmöglich auf die Folgen der dramatischen Klimaveränderungen einzustellen – und die Menschen sowie deren Hab und Gut bestmöglich vor den Wassermassen zu schützen. Den Hochwasserschutz gemeinsam mit allen Beteiligten weiter zu entwickeln, massiv zu verstärken und auszubauen, hat für diese Landesregierung höchste Priorität.“
Im aktuellen Bau- und Finanzierungsprogramm für den Hochwasserschutz, das der Minister am (heutigen) Montag in Hannover vorgestellt hat, stehen daher 43 Millionen Euro zur Verfügung. Damit werden in diesem Jahr mehr als 100 Hochwasserschutzvorhaben von Verbänden, Kommunen und dem Land fortgeführt oder neu begonnen. „Dabei wurden die jüngsten Hochwasserereignisse berücksichtigt sowie die prioritären und umsetzbaren Vorhaben für dieses Jahr und die Folgejahre festgelegt“, so Meyer. Schwerpunkte im Programm sind unter anderem der klassische Deichbau oder Deichverstärkung mit Einzelbauvorhaben im Millionenbereich in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg, Lüneburg sowie Friesland oder Witt¬mund. Aber auch für Rückdeichungen (etwa bei Bleckede und Gorleben), Hochwasserrückhaltebecken, Schöpfwerke und Hochwasserschutzmaßnahmen sind Mittel vorgesehen. Meyer: „Hochwasserschutz ist und bleibt eine Daueraufgabe. Wir müssen uns hier besser für die fortdauernde Klimakrise wappnen und zusätzliche Maßnahmen ergreifen.“
Ein großer Teil der Einzelvorhaben ist daher dem Bereich konzeptioneller Vorarbeiten oder auch konkreter Planungen von Einzelmaßnahmen zuzuordnen, die dann wiederum die Grundlage für größere bauliche Projekte in den Folgejahren bilden. Größere Planungen können zum Beispiel in den Landkreisen Verden (Weserdeichverstärkung Groß Hutbergen), Heidekreis (Ringdeich Kirchwahlingen), Lüneburg (Deichverstärkung unterhalb von Wehningen) oder bei Delmenhorst (Erneuerung der Delmeverwallungen) angeschoben beziehungsweise fortgeführt werden. Die Finanzierung des Hochwasserschutzes im Binnenland erfolgt zurzeit aus verschiedenen Töpfen wie dem EU-Programm ELER, den Bundesprogrammen GAK, NHWSP und der Kofinanzierung und zusätzlicher Mittel aus dem Landeshaushalt sowie dem Sondervermögen Hochwasserschutz. „Das Winterhochwasser hat aber auch neue Anforderungen an den Hochwasserschutz aufgedeckt“, ergänzt die Direktorin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Anne Rickmeyer. „Das ist eine komplexe Aufgabe, die nur im Zusammenspiel aller Akteure gemeistert werden kann. Wir möchten uns sowohl bei der Hochwasservorhersage als auch bei der Hochwasserwarnung optimal aufstellen. Denn das nächste Hochwasser kommt bestimmt!“
Grundsätzlich sind die Bedarfe zur Anpassung an die Klimakrise groß, so Deich- und Klimaschutzminister Meyer: „Starkregenereignisse mit Rekordwassermengen können fast jede Region treffen. Wir werden daher den NLWKN in den Regionen weiter personell, finanziell und organisatorisch stärken. Und wir werden die so wichtige Hochwasservorsorge und Klimaprognosen weiter ausbauen. Für mich hat der Hochwasserschutz neben dem Klimaschutz bei den anstehenden Haushaltsberatungen oberste Priorität.“
Die dauerhafte Finanzierung spielt eine zentrale Rolle beim Thema Hochwasserschutz, „wir müssen uns aber auch Gedanken darüber machen, wie die Vorhaben schnellst- und bestmöglich umgesetzt werden können“, so Deich- und Klimaschutzminister Meyer. „Die operativen Einheiten des NLWKN, bei den Vorhabensträgern, die Ingenieurdienstleister und die Zulassungsbehörden müssten personell entsprechend ausgestattet sein bzw. werden“, ergänzt NLWKN-Direktorin Rickmeyer. Mit dem Haushaltsplan 2024 wurde für den NLWKN schon ein wichtiger Schritt geschafft: Das Personal konnte aufgestockt und der Deckel der Dauerstellen von 200 auf 400 insbesondere im Bereich des Küsten- und Hochwasserschutzes angehoben werden.
Und schon jetzt unterstützt der NLWKN regionale Hochwasserpartnerschaften, das Land übernimmt dabei eine übergeordnete, konzeptionelle und koordinierende Rolle. „Dieses Instrument sollten wir unbedingt weiter stärken“, so Meyer, „denn gemeinsam können starke Partner vor Ort viel mehr erreichen.“
https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/meyer-hochwasserschutz-hat-hochste-prioritat-232413.html

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Förderung für lokale Projekte für zukunftsweisendes Wassermanagement und Anpassung an die Klimakrise

Das niedersächsische Umweltministerium stellt etwa 3,4 Millionen Euro für Projekte zur Klimafolgenanpassung beim Wassermanagement bereit. In der zweiten Antragsrunde wurden 21 nachhaltige Vorhaben ausgewählt, die dazu beitragen sollen, die Herausforderungen der Klimakrise bei der Wasserversorgung und nutzung zu bewältigen. Die Antragsteller waren zumeist Landkreise oder einzelne Gemeinden, aber auch Wasserverbände. Die Maßnahmen umfassen etwa die Erstellung von Wasserbewirtschaftungskonzepten von Landkreisen, die auf zukünftigen Klimaprognosen basieren. Im Landkreis Cloppenburg wird ein Projekt gefördert, wo ein Konzept zur Nutzung von Klarwasser aus einer Kläranlage erarbeitet wird, um die Grundwasseranreicherung zu unterstützen. Die nächste Antragsfrist ist der 31. Juli 2024.
https://www.nbank.de/Förderprogramme/Aktuelle-Förderprogramme/Wassermengenmanagement.html #hinweis

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Millionensumme für Wassernutzungsprojekte bereitgestellt

Hannover:
Projekte für eine nachhaltigere Wassernutzung werden in Niedersachsen mit einer Millionensumme gefördert. Dafür stellt das Umweltministerium rund 3,4 Millionen Euro bereit, wie es in einer Mitteilung von Mittwoch hieß. In der zweiten Antragsrunde wurden demnach 21 nachhaltige Vorhaben ausgewählt, die dazu beitragen sollen, die Herausforderungen der Klimakrise bei der Wasserversorgung und -nutzung zu bewältigen.
«Die Klimakrise stellt uns vor enorme Herausforderungen in der Wasserwirtschaft, weil es mal große Rekordregenereignisse und Hochwasser, dann aber wieder längerer Phasen der Wasserknappheit geben wird», sagte Umweltminister Christian Meyer (Grüne) laut Mitteilung. Mehr:
https://www.sat1regional.de/newsticker/millionensumme-fuer-wassernutzungsprojekte-bereitgestellt/

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Niedersachsen: Amtliche Lagepläne für Bauverfahren zukünftig mit elektronischer Signatur

Seit dem 1. Januar 2024 sind in Niedersachsen Bauanträge mit den notwendigen Bauvorlagen auf elektronischem Wege den Bauaufsichtsbehörden zu übermitteln. Um die Authentizität dieser Dokumente zu gewährleisten, sind die Bauvorlagen hierzu mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (qeS) zu versehen. Diese Änderungen resultieren in der Niedersächsischen Bauordnung (NBauO) und der Neufassung der Niedersächsischen Bauvorlagenverordnung (NBauVorlVO), die die Rahmenbedingungen für die Digitalisierung der Baugenehmigungsverfahren in Niedersachsen vorgeben. Informationen gibt es über die örtlichen Katasterämter.

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Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung in Niedersachsen

Der Anteil der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung liegt laut Klärschlammbericht in Niedersachsen für das Jahr 2022 bei 34 Prozent des Gesamtaufkommens von Klärschlamm aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen. Gegenüber den bisher konstant hohen Verwertungsquoten in Niedersachsen weist der Bundesdurchschnitt in den letzten Jahren eine rückläufige Tendenz auf; der Anteil liegt aktuell bei nur etwa 20 Prozent.
Im Vergleich zu den vergangenen Jahren gibt es keine nennenswerten Veränderungen bei den Schadstoff- und Nährstoffgehalten niedersächsischer Klärschlämme. Die aktuellen Werte sind den nachfolgenden Berichten zu entnehmen.
Mit der Klärschlammverordnung vom 27. September 2017 hat der Bund die Anforderungen für eine Neuausrichtung der Klärschlammverwertung verabschiedet. Unter anderem wird je nach Anlagengröße ab 2029 bzw. ab 2032 eine Pflicht zur Phosphorrückgewinnung eingeführt verbunden mit einer deutlichen Einschränkung der bodenbezogenen Verwertung für Abwasserbehandlungsanlagen größer 50.000 Einwohnerwerte (EW). Eine unbefristete Verwertung von Klärschlämmen auf Böden ist nur noch für kleine Abwasserbehandlungsanlagen vorgesehen. Die aktuelle Klärschlammverordnung finden Sie hier.
Durch die langjährig hohen Verwertungsquoten von Klärschlamm in der Landwirtschaft ist Niedersachsen in besonderem Maße von der geplanten Neuordnung der Klärschlammverwertung betroffen. Vor diesem Hintergrund ist u.a. 2014 bis 2015 ein fachlicher Diskurs mit beteiligten Kommunen, Anlagenbetreibern und Verbänden durchgeführt worden.
Darüber hinaus hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz eine Studie zum Potenzial und Grenzen der Phosphorrückgewinnung für Kläranlagen mit biologischer Phosphorelimination in Niedersachsen erstellen lassen. Grundlage der Studie sind sowohl die vom Bund vorgesehene Phosphorrückgewinnung als auch der hohe Anteil von Abwasserbehandlungsanlagen mit biologischer Phosphorelimination in Niedersachsen.
Die Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen bei der Klärschlammverwertung werden in Niedersachsen begleitet von einem mehrjährigen Projekt „Norddeutsches Netzwerk Klärschlamm“ unter Beteiligung der Betreiber von Abwasserbehandlungsanlagen. Das Projekt dient unter anderem dazu, Verfahrenstechniken zu bewerten, Kooperationen zu fördern und Entsorgungskonzepte zu erstellen. Auch weisen Abwasserbehandlungsanlagen im kommunalen Bereich einen hohen Energieverbrauch auf; durch Optimierung sind insbesondere bei der Klärschlammbehandlung Einsparungen und damit ein maßgebender Beitrag zum Klimaschutz möglich.
Niedersachsen wird die bodenbezogene Verwertung von Klärschlämmen entsprechend der bundesrechtlichen Vorgaben reduzieren und die Neuausrichtung der Klärschlammverwertung aktiv begleiten. Auch wenn gute Qualitäten in kleinen Abwasserbehandlungsanlagen (≤ 50.000 EW) im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zukünftig bodenbezogen verwertet werden können, gewinnt in diesem Zusammenhang die differenzierte Bewertung einzelner Schadstoffe zunehmend an Bedeutung für den vorsorgenden Boden- und Gewässerschutz. So können Klärschlämme u.a. per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) enthalten, die einen nicht zu vernachlässigenden Eintragspfad darstellen. Auch der Eintrag von Mikroplastik durch den Waschabrieb von Textilien ist beachtlich, aber noch unzureichend untersucht. Infolgedessen sollte die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung mit dem Ziel einer nachhaltigen Bodennutzung vorzeitig weiter eingeschränkt werden.

EG-Klärschlammbericht 2022
EG-Klärschlammbericht 2021
EG-Klärschlammbericht 2020
Klärschlammbericht 2022
Klärschlammbericht Niedersachsen 2021
Klärschlammbericht Niedersachsen 2020
Studie zum Potential und Grenzen der Phosphorrückgewinnung für Kläranlagen mit biologischer Phosphorelimination in Niedersachsen (PDF, Januar 2016)
Netzwerk Klärschlamm
Perfluorierte Tenside in Böden, Gewässern, Abwässern und Klärschlämmen in Niedersachsen – Anlass, allgemeine Stoffeigenschaften und Bewertungskriterien, Untersuchungsergebnisse und Maßnahmen – (Stand 28.8.09)
Ergänzende Hinweise zum Vollzug von § 15 Absatz 4 Klärschlammverordnung (AbfKlärV) vom 27.09.2017
Erlass: Abwässer aus der industriellen Kartoffelverarbeitung
Vollzugshilfe AbfKlärV BMU

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/themen/boden/acker–und-grunlandboden/landwirtschaftliche-klaerschlammverwertung-in-niedersachsen-149726.html

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Lenkungskreis bringt Planfeststellungsverfahren für Tidesteuerung der Ems auf den Weg – Wasserqualität soll sich verbessern

Die Vertragspartner des Masterplans Ems 2050 haben einstimmig beschlossen: Das Land Niedersachsen soll das Planfeststellungsverfahren für die Tidesteuerung mit dem Emssperrwerk auf den Weg bringen. In einer Sitzung des Lenkungskreises, dem höchsten Gremium des Masterplan Ems, votierten die Partner am (heutigen) Freitag, einhellig dafür, mit der Variante „Tideniedrigwasseranhebung“ ins Verfahren zu gehen. Auf dieser Grundlage soll das Genehmigungsverfahren für die Tidesteuerung 2025 starten. Dem Lenkungskreis gehören Spitzenvertreter des Landes Niedersachsen, der Bundeswasserstraßenverwaltung, der Umweltverbände BUND, NABU und WWF, der Landkreise Emsland und Leer und der Stadt Emden sowie der Papenburger Meyer Werft an.
Die Sitzung im Niedersächsischen Umweltministerium wurde geleitet von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer, dessen Ministerium den Masterplan Ems federführend verantwortet; auch Wirtschaftsminister Olaf Lies nahm an der Sitzung teil. „Ich freue mich, dass wir jetzt zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind“, so Umweltminister Meyer, „Mit der Tidesteuerung können wir die Gewässerqualität der Ems deutlich verbessern. Sie sorgt für weniger Schlick, erhöht den Sauerstoffgehalt deutlich und senkt den Salzgehalt. Für die Ökologie ist das ein großer Schritt und Erfolg. Für den Emder Hafen haben wir als Land mit dem neuen Großschiffliegeplatz eine Lösung gefunden. Ich danke alle Beteiligten für diesen gemeinsamen Weg zur Verbesserung der Umweltsituation an der Ems und ich bedanke mich insbesondere bei den Umweltverbänden, die sehr konstruktiv an der jetzt vorliegenden Marschroute mitgearbeitet haben.“

Der auch für die niedersächsischen Häfen zuständige Wirtschaftsminister Olaf Lies betonte: „Der Weg zur heutigen Entscheidung für die Tideniedrigwasseranhebung war lang und zuweilen schwierig, aber er lohnt sich. Möglich wurde diese nur, weil alle Akteure und Masterplanpartner immer wieder das gemeinsame Gespräch gesucht, über Lösungen diskutiert und gerungen und sich letztendlich aufeinander zubewegt haben. Als lohnendes Ergebnis erhalten wir nun einen gangbaren Weg, der nicht nur zur Verbesserung des Gesamtzustandes der Ems beitragen wird, sondern auch den dort bestehenden wirtschaftlichen Interessen von Schifffahrt, Hafen und Werft Rechnung trägt. Mein Dank geht an alle Beteiligten für ihr Engagement, ihre Geduld und Gesprächsbereitschaft. Wie beim niedersächsischen Weg zeigen wir einmal mehr, dass es gelingen kann im Dialog die Interessen von Ökologie und Ökonomie zu einem guten Ausgleich zu bringen. Das macht nun den Weg frei für die notwendigen Lösungen für die Meyer Werft genauso wie für den Emder Hafen.“
Dem Beschluss vorausgegangen waren intensive Diskussionen der Vertragspartner im Laufe dieses Jahres über die Variantenwahl. Zur Debatte stand auch eine zweite Variante, die Flutstromsteuerung. Gutachten der Forschungsstelle Küste des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) über die Langzeitwirkung der Varianten auf die Wasserqualität der Ems hatten bestätigt, was der Test der Tidesteuerung im Sommer 2020 im Naturversuch bereits gezeigt hatte: Beide Techniken sind geeignet, die problematische Schlickbelastung des Flusses deutlich zu reduzieren, damit den Sauerstoffgehalt deutlich anzuheben sowie die Salzgehalte zu senken. Mit beiden Techniken ist es daher möglich, das Hauptziel des Masterplan-Vertrags nachhaltig zu erfüllen: die Ems in einen Zustand zu versetzen, der aquatisches Leben im Fluss und Artenvielfalt im Tidebereich wieder dauerhaft möglich macht.
Um den Vertragspartnern im Masterplan-Kontext eine fundierte Entscheidung über eine Vorzugsvariante zu ermöglichen, beleuchteten Gutachten die Auswirkungen der Variantenwahl auf die weiteren Ziele des Masterplans Ems: Erhalt der Leistungsfähigkeit der Bundeswasserstraße und Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Ein Gutachten im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Ems-Nordsee war in diesem Zusammenhang nach der Analyse der Verkehrsströme und dem Abgleich mit den zu erwartenden Sperrzeiten zu dem Ergebnis gekommen, dass die Auswirkungen der Flutstromsteuerung auf den Schiffsverkehr deutlich negativer sind als jene der Tideniedrigwasseranhebung – und auch für die Schifffahrt kaum auszugleichen.
Der Test 2020 hatte mit Blick auf den Wirtschaftsaspekt allerdings auch aufgezeigt, dass die Tideniedrigwasseranhebung sich negativ auf die Autoverladung im Emder Hafen auswirkt, weil dort nach dem Schließen des Sperrwerks der Wasserstand schnell und deutlich sinkt. Hierfür gibt es aber Lösungen. Das Land Niedersachsen stellt vorbehaltlich des noch ausstehenden Haushaltsbeschlusses im Landtag 70 Millionen Euro zur Verfügung, um einen Großschiffsliegeplatz im Emder Hafen zu bauen. Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF merkten an, dass sie die Flutstromsteuerung nach wie vor für die ökologisch bessere Variante halten. Die Flutstromsteuerung bildet aus ihrer Sicht die Tidedynamik näher ab und erlaube ein freieres ästuartypisches Ein- und Ausschwingen der Tide.
Das Niedersächsische Umweltministerium stellte dazu klar, dass die Auswirkungen der Tideniedrigwasseranhebung auf die Planungen von Naturschutzprojekten des Masterplans Ems geprüft und diese ggf. angepasst werden müssen, um alle Lebensraumtypen in ausreichendem Umfang und Vernetzung zu entwickeln – so wie es mit der EU-Kommission vereinbart sei. Dazu müssten ggf. weitere Maßnahmen ergriffen werden, möglicherweise auch Maßnahmen zur Gewässerstruktur, um Voraussetzungen für das Emsästuar als Reproduktionsgebiet für Fische zu schaffen. „Für Umwelt, Wirtschaft und die Menschen an der Ems ist der heutige Beschluss ein guter Tag“, so Meyer und Lies.

Hintergrund: Wie funktioniert die Tideniedrigwasseranhebung?
Die Tore des Sperrwerks schließen während des ablaufenden Wassers komplett, und das rund zwei Stunden vor Niedrigwasser. Der Niedrigwasserpegel fällt dadurch oberhalb des Emssperrwerks nicht „normal“ ab, sondern bleibt rund einen bis eineinhalb Meter über dem heutigen Niedrigwasserstehen. Stromab vom Sperrwerk läuft das Wasser im normalen Tideverlauf weiter ab und steigt mit der danach einsetzenden Flut wieder an. Bei gleichem Wasserstand auf beiden Seiten des Sperrwerks werden die Tore wieder geöffnet.
Während der Schließzeit geht die Strömungsintensität zwischen Sperrwerk und TidewehrHerbrum stark zurück. Die im Wasser gelösten Feinsedimente setzen sich ab. Sehr schnell wird dadurch die Trübung in der oberen Wassersäule reduziert. Sobald der Schlickanteil deutlich fällt, steigt der Sauerstoffgehalt ebenso deutlich. In der für die Ems typischen, aber nicht gewollten, Flüssigschlickschicht sinken die Schwebstoffe zu Boden und nehmen nicht mehr am Transportgeschehen teil.
Wenn die Tore nach dieser rund zweieinhalbstündigen Ruhephase wieder geöffnet werden, entwickelt sich der Flutstrom in geringerem Umfang, weil ein Teil des sonst bei Flut einströmenden Wasservolumens sich bereits in der Unterems befindet und ihn bremst. Das Ergebnis: Der Schwebstoffgehalt sinkt deutlich, der Sauerstoffgehalt steigt deutlich, Salzgehalte gehen zurück. Die Schwebstoffe sinken zu Boden oder werden zu einem geringen Teil auch stromab transportiert und aus dem System geräumt. Die Unterhaltungsbaggerungen können effektiver erfolgen, weil die Sedimente am Boden kompakter sind. Langfristig nehmen Baggerdauer und Baggermenge ab.
https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/lenkungskreis-bringt-planfeststellungsverfahren-fur-tidesteuerung-der-ems-auf-den-weg-wasserqualitat-soll-sich-verbessern-227230.html

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Stephan Weil eröffnet Klärschlamm-Verwertungsanlage

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eröffnet am Freitag (12.00 Uhr) im Helmstedter Revier offiziell eine Klärschlamm-Verwertungsanlage. Die Anlage ging schon im vergangenen Jahr in Betrieb, es ist eine der ersten in Niedersachsen. Auch in Hannover wurde in der vergangenen Woche eine sogenannte Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage in Betrieb genommen.
In einer solchen Anlage wird ausschließlich der in Kläranlagen anfallende Schlamm thermisch…mehr:
https://www.sat1regional.de/newsticker/stephan-weil-eroeffnet-klaerschlamm-verwertungsanlage/

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Informationen aus Sachsen-Anhalt

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Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2025

2024

2023


UFZ-Studie zur Bioökonomie: Ist die Nutzung biologischer Ressourcen immer auch nachhaltig?

Produktspezifische Nachhaltigkeitsanalysen
Um Nachhaltigkeit konkret zu analysieren, gibt es unterschiedliche Methoden. Eine gängige Methode ist die Lebenszyklusanalyse (englisch: Life Cycle Analysis (LCA)), die für die Herstellung, Nutzung und auch Entsorgung (also den gesamten „Lebenszyklus“ von Produkten) unterschiedliche Bewertungen integriert. Damit kann mit der Lebenszyklusanalyse (LCA) die Nachhaltigkeit gemäß ISO 14040 und 14044 bewertet werden. Mit der innovativen HILCSA Methode (Holistic and Integrated Life Cycle Sustainability Assessment) können ökologische, soziale und auch ökonomische Indikatoren abgebildet werden.

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat eine solche Bewertung an drei Fallbeispielen durchgeführt und Produkte der Bioökonomie (also neuartige, aus biologischen Materialien hergestellte) und „klassische“ Produkte verglichen.

mehr: https://lau.sachsen-anhalt.de/fachthemen/nachhaltigkeit/ufz-studie-biooekonomie

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Willingmann rechnet mit neuem Akzeptanzgesetz und Wassergesetz-Novelle unmittelbar nach Parlaments-Sommerpause

Nach der Einigung im Koalitionsausschuss rechnet Energie- und Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann damit, dass der Landtag zügig das Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz sowie das neue Wassergesetz beschließen wird. „Die Kommunen in Sachsen-Anhalt warten bereits geraume Zeit darauf, dass die Koalition den Weg für eine verbindliche finanzielle Beteiligung am Ausbau erneuerbarer Energien frei macht. Gleiches gilt für das Wassergesetz, mit dem wir das Land besser gegen Extremwetter wie Dürren und Starkregen wappnen wollen. Nachdem wir in der Koalition nun gestern die politische Einigung erzielen konnten, gehe ich davon aus, dass der Landtag unmittelbar nach der parlamentarischen Sommerpause beide Gesetze verabschiedet“, erklärte Willingmann am heutigen Donnerstag.

mehr: https://mwu.sachsen-anhalt.de/artikel-detail/willingmann-rechnet-mit-neuem-akzeptanzgesetz-und-wassergesetz-novelle-unmittelbar-nach-parlaments-sommerpause

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Um Rohrbrüche zu verhindern: Betreiber investieren ins Wassernetz

Gibt es einen Wasserrohrbruch, sind schnell Tausende Anwohner betroffen. Zuletzt war das in Wittenberg passiert. Insgesamt sind die Netze in Sachsen-Anhalt den Betreibern zufolge aber in einem guten Zustand.
• Die Trinkwassernetze in Sachsen-Anhalt sind insgesamt in einem guten Zustand.
• Investitionen sind dennoch nötig, um Rohrbrüche zu verhindern.
• Die Halberstadtwerke rechnen damit, dass die Preise langfristig steigen, weil der Transport und das Anbieten von Trinkwasser immer aufwendiger werden.
In vielen Regionen Sachsen-Anhalts ist die Zahl der Wasserrohrbrüche im Trinkwassernetz in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Wie die Betreiber mitteilten, liegt das an Modernisierungen und Investitionen aus den vergangenen Jahren.
So haben etwa die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 67 Wasserrohrbrüche verzeichnet. Vor zwanzig Jahren seien es 132 Fälle gewesen. In anderen Gebieten wie Wernigerode, der Börde oder Salzwedel ist die Entwicklung ähnlich.
Laut einem Bericht des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft aus dem März meldeten die Wasserversorger…mehr:
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/wassernetz-trinkwasser-rohrbruch-investitionen-100.html

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Klärgasstrom bleibt in Sachsen-Anhalt auf Vorjahresniveau

Die Stromproduktion der Klärwerke bleibt stabil. Nur ein kleiner Teil des Stroms fließt ins öffentliche Netz.
Kläranlagen in Sachsen-Anhalt haben vergangenes Jahr ähnlich viel Strom aus Klärgas erzeugt wie im Vorjahr. Der so produzierte Strom summierte sich auf 32,7 Millionen Kilowattstunden, wie das Statistische Landesamt mitteilte. Im Jahr zuvor waren es 32,5 Millionen Kilowattstunden. Demnach wurden 31,5 Millionen Kilowattstunden der erzeugten Menge in den Klärwerksbetrieben selbst genutzt. Rund 1,1 Millionen Kilowattstunden wurden in das öffentliche Netz eingespeist. Die Klärwerke hatten für die Stromerzeugung insgesamt …mehr:
https://www.stern.de/gesellschaft/regional/sachsen-anhalt/energie–klaergasstrom-bleibt-in-sachsen-anhalt-auf-vorjahresniveau-34926106.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard

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Sofortförderprogramm NaturWasserMensch aufgelegt

Das Umweltministerium richtet die Förderung von Naturschutzprojekten in Sachsen-Anhalt neu aus. Mit dem neuen Sofortförderprogramm NaturWasserMensch sollen künftig vor allem Vorhaben zum Natur-, Arten- und Gewässerschutz unterstützt werden, die im Bezug zum Menschen stehen und kurzfristig umgesetzt werden können. Anträge für die erste Auswahlrunde können bis zum 15. März 2024 gestellt werden. Die Bandbreite förderfähiger Projekte ist groß – sie reicht von Vorhaben in den Bereichen Landschaftspflege, Gewässerökologie und Artenschutz bis hin zur Schaffung von Ökogärten und praktischer Umweltbildung für Kinder und Jugendliche. Förderfähig sind darüber hinaus unter anderem die Sanierung von Klein- und Kleinstgewässern, naturnahe Uferumgestaltung, kommunale Vorhaben zu Wasserrückhalt und Regenversickerung mit innovativem ökologischem Charakter oder Maßnahmen zur Verbesserung des Wissens und Bewusstseins für das Themengebiet Wasser. Antragsberechtigt sind insbesondere Gemeinden, Gemeindeverbände, Stiftungen, Vereine, Wasser- und Bodenverbände oder Zweckverbände. Für das laufende Jahr stehen insgesamt vier Millionen Euro zur Verfügung.

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16,5 Millionen Euro für modernes Wassermanagement

Das Umweltministerium Sachsen-Anhalt stellt mit einem Förderaufruf die Weichen für ein modernes Wassermanagement im Land. Mithilfe von Stauanlagen, Wasserspeichern und weiteren Maßnahmen soll Wasser in kleineren Gewässern verstärkt zurückgehalten werden, um die Gebietswasserhaushalte in trockenen Sommermonaten zu stabilisieren. Damit die 28 landesweit zuständigen Unterhaltungsverbände entsprechende Investitionen tragen können, stellt das Umweltministerium über das Förderprogramm „Wassermanagement“ 16,5 Millionen Euro bis 2028 aus Landesmitteln bereit. Den landesweiten Gesamtinvestitionsbedarf für den Wasserrückhalt in der Fläche beziffert das Umweltministerium auf 68,8 Millionen Euro. Antragsschluss für die erste Tranche der laufenden Ausschreibung ist der 2. April 2024. Neben der Planung, dem Bau und der grundhaften Sanierung von wasserwirtschaftlichen Anlagen werden auch Vorhaben gefördert, mit denen der natürliche Wasserhaushalt gestärkt oder das Wasser in der Fläche zurückgehalten werden kann. Zudem unterstützt das Ministerium Maßnahmen zur Nutzung von Regenwasser oder von Abwasser sowie die Reaktivierung kleinerer Stausysteme.

Weiterführende Links
https://mwu.sachsen-anhalt.de/umwelt/wasser/foerderung
https://www.gfa-news.de/news/sachsen-anhalt-16-5-millionen-euro-fuer-modernes-wassermanagement

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Minister Meyer: „Land unterstützt Kommunen bei Klimaschutz und kommunaler Wärmeplanung“

Niedersachsen fördert Klimaschutzkonzepte und Wärmepläne mit mehr als 11 Millionen Euro jährlich. Schon mehr als 260 niedersächsische Kommunen nutzen Daten der Wärmebedarfskarten.

Für eine umfassende Energiewende gilt es, auch die Wärmeversorgung zunehmend von fossile auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Der rechtliche Rahmen für die Wärmewende in Bund und Land ist jetzt geschaffen. Zum einen durch das Gebäudeenergiegesetz des Bundes mit der von Niedersachsen eingeforderten gesetzlichen Verpflichtung zur Erstellung kommunaler Wärmepläne. Zum anderen durch das niedersächsische Klimagesetz (NKlimaG). Zur Umsetzung der Wärmeplanung erhalten zahlreiche niedersächsische Städte und Gemeinden vom Land finanzielle und organisatorische Unterstützung. Energieminister Christian Meyer: „Das Geld für die Wärmewende ist vorhanden. Seit Beginn dieses Jahres finanziert das Land mit insgesamt 11,7 Millionen Euro pro Jahr das Erstellen von Klimaschutzkonzepten und die Wärmeplanung in den Kommunen.“
Danach sind durch das NKlimaG alle Mittel- oder Oberzentren in Niedersachsen verpflichtet, Wärmepläne zu erstellen. Ziel einer Wärmeplanung ist es, vor Ort die beste und effizienteste Lösung für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu ermitteln. „In unseren 95 Mittel- und Oberzentren leben mit ca. 4,3 Mio. Menschen mehr als die Hälfte aller Niedersächsinnen und Niedersachsen. Sie bekommen nun Planungssicherheit für ihre künftige Wärmeversorgung. Das Land Niedersachsen stellt für die Erstaufstellung der kommunalen Wärmepläne jährlich 2,63 Mio. Euro zur Verfügung“, so Klimaschutzminister Meyer.
Neben der finanziellen Unterstützung bei der Kommunalen Wärmeplanung erhalten Kommunen zudem vereinfachten und kostenfreien Zugang zu den Daten der örtlichen Energieversorger für eine fachgerechte Planung der Wärmenetze. Ab 2024 unterstützt das Land erstmalig alle Landkreise und kreisfreien Städte, damit sie Klimaschutzkonzepte erstellen und ab 2026 umsetzen können. Jede verpflichtete Kommune erhält für diese Aufgaben Mittel für insgesamt 1,5 Personalstellen bis 2026 bzw. zwei Personalstellen ab 2026, für die das Land in diesem und im nächsten Jahr jeweils 7,48 Mio. Euro und ab 2026 dann 9,5 Mio. Euro zur Verfügung stellt.
Die Landkreise haben zudem den gesetzlichen Auftrag, ihre jeweiligen kreisangehörigen Städte und Gemeinden in Klimaschutzfragen und Fördermitteln zu beraten. Dafür bekommen sie dauerhaft Mittel für eine halbe Personalstelle vom Land (insgesamt 1,59 Mio. Euro jährlich).
Klimaschutzminister Christian Meyer: „Für eine klimafreundliche Energieversorgung muss es gelingen, auch den Wärmesektor zügig umzustellen. Wir sind hier auf einem guten Weg durch Nutzung von Nah- und Fernwärme, Wärmepumpen oder Geothermie. Die Rahmenbedingungen sind nun klar. Fossile Energien werden Schritt für Schritt durch klimaneutrale Heizungen ersetzt. Die Wärmeplanung macht klar, wo welches System räumlich nutzbar ist, wo etwa Abwärme einer Industrieanlage genutzt werden kann oder die Wärme einer Biogasanlage. Und wo machen Quartierskonzepte mit Wärmepumpen Sinn. Statt weiterer theoretischer Debatten geht es jetzt darum, Planungs- und Investitionssicherheit für die Zukunft der Wärmeversorgung in den Kommunen zu schaffen. Manche niedersächsischen Kommunen sind bei ihrer Wärmeplanung schon sehr weit. Die Landeshauptstadt Hannover hat diese Woche seine kommunale Wärmeplanung beim Umweltministerium eingereicht. „Das zeigt Niedersachsen und insbesondere Hannover, aber auch viele weitere Kommunen sind bei der klimaschonenden Wärmeplanung vorn. Damit können viele Menschen schneller zu sauberer, erneuerbarer und kostengünstiger Wärme kommen und wir insgesamt die Klimaziele erreichen“, freute sich Meyer.
Umfassende Hilfsangebote gibt es auch durch die Klima- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN). Die KEAN unterstützt die Kommunen im Auftrag des Umweltministeriums bei der Wärmeplanung mit einem breiten Angebot. Dieses umfasst regelmäßige digitale Fragestunden, die in 2023 von mehr als 200 Teilnehmenden genutzt wurden, begleitende Informationen auf der Website, Fachveranstaltungen sowohl vor Ort als auch digital, Vernetzungsangebote von Akteuren sowie einen Leitfaden zur Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung.
Im Auftrag des Ministeriums hat die KEAN in 2023 eine digitale Wärmebedarfskarte für ganz Niedersachsen erstellen lassen. In dem Geodatensatz sind u. a. eine gebäudescharfe Auflösung des Wärmebedarfs und potenzielle Versorgungsgebiete enthalten. Sie bekommen damit eine erste Einschätzung des Status-Quo und eine räumlich aufgelöste Grundlage für die Wärmeplanung. Bislang wurden die Wärmebedarfskarten schon von mehr als 260 Kommunen angefordert. In Kürze erfolgt zudem die Fertigstellung eines Muster-Leistungsverzeichnisses als Hilfestellung zur Ausschreibung und Vergabe der Kommunalen Wärmeplanung an Dienstleistungsunternehmen.

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/minister-meyer-land-unterstutzt-kommunen-bei-klimaschutz-und-kommunaler-warmeplanung-228654.html

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Meyer: „Mit dem neuen Klimagesetz steigern wir das Tempo beim Hochwasser- und Klimaschutz“

Solarpflicht für öffentliche Gebäude und Klimavorrang zum 1. Januar 2024 in Kraft getreten
Mit der jetzt in Kraft getretenen Novelle des Niedersächsischen Klimaschutzgesetzes wird das Tempo beim Klimaschutz erheblich gesteigert: Die Vorranggebiete für die Windenergie werden von einem auf 2,2 Prozent der Landesfläche mehr als verdoppelt und auch für die Solarenergie wurden weitere Erleichterungen auf den Weg gebracht. Seit Anfang dieses Jahres ist es verpflichtend, dass alle neu gebauten öffentlichen Gebäude mit elektrischen oder thermischen Solaranlagen ausgestattet werden. Für Gewerbebauten gilt diese Pflicht schon seit Anfang 2023. Ab dem kommenden Jahr folgen dann auch alle neuen Wohngebäude sowie Parkplätze mit mehr als 25 Einstellplätzen. Bei grundlegenden Dachsanierungen gibt es dann ebenfalls eine Solar-Pflicht.
Klimaschutzminister Christian Meyer: „Niedersachsen ist damit bei der Solarenergie einer der Vorreiter in Deutschland und trägt verstärkt zum Erreichen der Klimaziele bei. Mit dem neu im Gesetz verankerten Klimavorrang und dem Klimacheck haben alle Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen, grundsätzlich Vorrang vor anderen Interessen. Dazu zählen auch der Deichbau und der Hochwasserschutz.“

Neu in Kraft getreten ist daher auch ein Passus im Denkmalschutzgesetz des Landes, wonach die Erhöhung der Deiche und die Klimaanpassung grundsätzlich Vorrang vor den Interessen des Denkmalschutzes haben. „Wie bei erneuerbaren Energien kann dann eine Deicherhöhung nicht mehr wegen Sichtbeeinträchtigung eines Denkmals verhindert werden. Klimaschutz und Klimaanpassung haben jetzt Vorrang vor allen anderen Interessen. Auch in allen Landesbehörden müssen diese Maßnahmen in Genehmigungsverfahren priorisiert werden. Im Bereich des Umweltministeriums und seiner nachgeordneten Behörden ist dieser Turbo schon umgesetzt. So wie bei Windkraftanlagen die Genehmigungsdauer – bei vollständigen Unterlagen – in Niedersachsen schon unter einem Jahr liegt, müssen wir auch beim Deich- und Hochwasserschutz sowie der Transformation der Wirtschaft schneller werden“, erklärte Minister Meyer. Dazu gibt es über die Task-Force Energiewende ab 2024 auch zusätzliche Stellen in den Genehmigungsbehörden und 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem im Hochwasser- und Küstenschutz bekommen im NLWKN endlich entfristete Dauerarbeitsplätze.
Mit dem neuen Klimacheck werden in Zukunft wesentliche Gesetze, Verordnungen und Förderprogramme des Landes auf ihre Auswirkungen auf den Klimaschutz überprüft. Minister Meyer: „Wir sehen gerade beim Hochwasser und den Sturmfluten auf den Inseln, was unterlassener Klimaschutz und Klimafolgenanpassung kosten. Zusammen mit der neuen Beschaffungsrichtlinie des Landes können jetzt auch CO2-Schattenpreise bei Ausschreibungen besser berücksichtigt werden.“
Auch für die Kommunen wurde die Möglichkeit geschaffen, externe Effekte wie Vermeidung von Treibhausgasemissionen, aber auch ein besseres Wassermanagement, Hochwasser- und Brandschutz bei Wirtschaftlichkeitsentscheidungen zu berücksichtigen.
Umweltminister Meyer: „Durch die Klimakrise werden Starkregenereignisse, Sturmfluten und Hochwasser in Niedersachsen deutlich zunehmen. Deswegen müssen die kommunalen Hochwasserkarten überarbeitet und die Kommunen beim nachhaltigen Wassermanagement unterstützt werden. Allein der steigende Meeresspiegel erfordert für 610 Kilometer Küstendeich eine Erhöhung um mindestens einen Meter, dem sogenannten Klimavorsorgemaß. Auch im Binnenland müssen wir die Kommunen auf sich verändernde Gefährdungslagen einstellen. Daher ist es gut, dass mit dem neuen Gesetz die Klimaanpassung etwa beim Hochwasserschutz jetzt zum Klimavorrang gehört und von allen Landesbehörden zu priorisieren ist. Dass wir es bei den Haushaltsberatungen geschafft haben, geplante Kürzungen des Bundes im Küstenschutz zu vermeiden und leicht aufzustocken, zeigt die Bedeutung dieses Bereichs für die Zukunft. Auch mit Hilfe des geplanten Klimaanpassungsgesetzes des Bundes müssen wir unsere Städte und Dörfer an die Klimakrise anpassen und hier in Deich- und Hochwasserschutz mehr investieren.“

https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/pi-01-klimagesetz-228412.html

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BUND fordert eine wirksame Strategie für vorsorgenden Hochwasserschutz

Dank des engagierten Einsatzes zahlreicher Rettungskräfte und Freiwilliger konnten die Auswirkungen des aktuellen Hochwassers in Niedersachsen weitgehend unter Kontrolle gehalten werden. Extreme Witterungsverhältnisse wie heftige Starkregen-Ereignisse im Winterhalbjahr und lange Trockenheitsphasen im Sommer werden sich infolge der Klimakrise mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft häufen. Um die Risiken für Mensch und Umwelt sowie die wirtschaftlichen Folgen einzudämmen, fordert der BUND ein wirksames Maßnahmenbündel für…
https://www.bund-niedersachsen.de/service/presse/detail/news/bund-fordert-eine-wirksame-strategie-fuer-vorsorgenden-hochwasserschutz/

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Fällmittelbestände aufstocken

Kläranlagenbetreiber sollten rechtzeitig ihre Lager für Fällmittel auffüllen. Das empfiehlt Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann: „Aktuell können die Betreiber von Kläranlagen wieder genügend Fällmittel am Markt beschaffen. Die Gelegenheit ist insoweit günstig, Lagerbestände…mehr:
https://www.gfa-news.de/webcode.html?wc=20230825_001

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Informationen aus Sachsen

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Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2024


2023


Förderrichtlinie Siedlungswasserwirtschaft beschlossen

Sachsens Kabinett hat Mitte Oktober die Erweiterungen der Förderrichtlinie Siedlungswasserwirtschaft des sächsischen Umweltministeriums beschlossen. Dem nach kann der Freistaat künftig auch Investitionen unterstützen, mit denen regionale oder überregionale Verbundlösungen zwischen Versorgungssystemen errichtet oder ertüchtigt werden. Ebenfalls förderfähig ist künftig der Ausbau von Anlagen der öffentlichen Wasserversorgung, soweit dieser aufgrund der Klimakrise sowie mit Blick auf Wassermenge und güte erforderlich ist. Zudem sollen auch Maßnahmen gefördert werden können, mit denen in Einzugsgebieten Risiken schlechterer Wassergüte gemindert werden oder die der Not und Krisenvorsorge der öffentlichen Wasserversorgung dienen. Begünstigte sind Kommunen und öffentliche Wasserversorger.

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Daten zum Wasser

Die Behörden im Geschäftsbereich des Umweltministeriums bieten zu sämtlichen wasserwirtschaftlichen Themen aktuelle und umfassende Daten an. Auf diesen Seiten bündeln wir den Zugang zu den vorhandenen wasserbezogenen Umweltdaten für die Bürgerinnen und Bürger.
Dazu gehören z.B. Echtzeitdaten zu Wasserständen und Gewässergüte, modellierte Daten zur künftigen Entwicklung des Wasserhaushalts und zu Nährstoffeinträgen in die Gewässer.
Die meisten Daten des LfULG sind über das neue Landwirtschaft- und Umweltinformationssystem (LUIS) gebündelt. Hier ist es möglich, sich interaktive Karten und Daten am Browser anzuzeigen, die Daten herunterzuladen oder über die angebotenen Geodatendienste weiterzuverarbeiten. Zur Darstellung und Analyse der Daten wird in der Regel auf die Anwendung iDA (interdisziplinäre Daten und Auswertungen) verwiesen.
LUIS (Landwirtschaft- und Umweltinformationssystem) des LfULG

Angebote zum Fachbereich Wasser
Themen: Grundwasser, Oberirdische Gewässer, Hoch- und Niedrigwasser, Wasserrahmenrichtlinie, Wasserschutzgebiete, Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Wasserhaushaltsportal
https://www.wasser.sachsen.de/daten-wasser-20198.html

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Bund und Länder bringen Grundwassermodell Lausitz auf den Weg

Projekt dient strategischem Wassermanagement und ist Teil des Strukturwandels in der Lausitz – Gemeinsame Pressemitteilung von BMWK, BMUV, MLUK und SMEKUL
Das Simulationsmodell »Grundwassermodell Lausitz« als länderübergreifendes Steuerungs-, Kontroll- und Bewertungsinstrument ist ein entscheidender Schritt für ein strategisches Wassermanagement in der Lausitz. Es trägt wesentlich dazu bei, die Folgen des Braunkohleabbaus zu bewältigen und den Strukturwandel, auch unter den künftigen Anforderungen durch den Klimawandel zu unterstützen.
Das Land Brandenburg, vertreten durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK), der Freistaat Sachsen, vertreten durch das Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) und der Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) haben die Verwaltungsvereinbarung für die Durchführung des Projekts »Grundwassermodell Lausitz« jetzt unterzeichnet.
Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Dr. Robert Habeck: »150 Jahre Braunkohleförderung in der Lausitz haben ihre Spuren nicht nur in der Landschaft, sondern auch insbesondere im Wasserhaushalt hinterlassen. Um die Folgen besser einschätzen zu können, ist das Vorhaben der Grundstein für ein nachhaltiges Wassermanagement in der Lausitz. Damit soll neben einer nachhaltigen Wasserversorgung der Region auch das Wassermanagement für entscheidende Industrieansiedlungen verbessert werden.«
Bundesumweltministerin Steffi Lemke: »Mit dem Grundwassermodell Lausitz können die notwendigen Maßnahmen geplant und umgesetzt werden, um den Wasserhaushalt in der Region nach dem Ende des jahrzehntelangen Bergbaus wiederherzustellen und dauerhaft zu stabilisieren. So werden die Transformation und der Strukturwandel in der Lausitz gelingen.«
Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel bestätigt: »Mit dem absehbaren Ende der Kohlegewinnung kann sich das Grundwasser in der Lausitz wieder erholen. Die Herausforderungen des Klimawandels bleiben allerdings bestehen. Daher gewinnen eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung sowie ein bewusster und sparsamer Umgang mit Wasser immer mehr an Bedeutung. Wasser ist eine wichtige Ressource und Bestandteil des täglichen Lebens, egal ob als Trinkwasser, als Brauch- oder Industriewasser oder als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, insbesondere im Lausitzer Seenland und im Biosphärenreservat Spreewald.«
Sachsens Umweltminister Wolfram Günther: »Der Braunkohlenbergbau hat den natürlichen Wasserhaushalt der Lausitz schwerst gestört. Zudem überlagern sich die Bergbaufolgen und die Klimakrise. Wasser als Lebensgrundlage für Mensch und Natur ist keine gegebene Selbstverständlichkeit mehr. Hier müssen wir dringend handeln. Zugleich ist Wasser ein harter Standortfaktor. Wirtschaft braucht Wasser. In der Lausitz hängt davon auch das Gelingen des Strukturwandels ab. Für das Wassermanagement unter diesen schwierigen Bedingungen schafft das Grundwassermodell wesentliche Grundlagen.«
Das Projekt wird von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) koordiniert und vom Umweltbundesamt (UBA) sowie den Fachbehörden des Landes Brandenburg und des Freistaates Sachsen fachlich begleitet. Insbesondere die staatlichen geologischen Dienste der involvierten Länder werden maßgeblich an der Bearbeitung mitwirken. Das Projektgebiet umfasst mehr als 5000 Quadratkilometer und das Modell soll bis Ende 2027 fertig gestellt sein. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund neun Millionen Euro, die zu 70 Prozent vom Bund und zu 30 Prozent von den Ländern Brandenburg und Sachsen finanziert werden.
Es handelt sich bei dem Modell um ein Grundwasserströmungsmodell, das Fließpfade, Fließgeschwindigkeiten und Grundwassermengen berechnet. Das Modell baut auf den verfügbaren geologischen und geophysikalischen Daten auf und setzt sich aus einem geologisch-hydrogeologischen Strukturmodell, einem Grundwasserströmungsmodell sowie einem Bodenwasserhaushaltsmodell zusammen. Dabei wird zunächst das Strukturmodell durch die zuständigen Fachbehörden in Brandenburg und Sachsen erarbeitet. Die Bergbauunternehmen in der Lausitz werden fachlich eingebunden und ihre bereits bestehenden Regionalmodelle berücksichtigt.

Weitere Informationen:
Für einen sicheren Tagebaubetrieb zum Abbau der Braunkohle muss großräumig Grundwasser in der Lausitz abgesenkt werden. Dieses sogenannte Sümpfungswasser wurde überwiegend in die Flüsse wie Spree und Schwarze Elster eingeleitet. Somit entstanden über die Jahrzehnte enorme Grundwasserdefizite bei gleichzeitig erhöhten Abflussmengen in den Flüssen. Mit dem Ende des Braunkohleabbaus wird die Sümpfung schrittweise eingestellt. Dadurch steigt das Grundwasser langsam über mehrere Jahrzehnte wieder an, um eines Tages wieder durch den Boden in die Flüsse zu sickern.
Während für den Kohleausstieg und den künftigen Strukturwandel in der Lausitz weitreichende Vereinbarungen zur Unterstützung der Wirtschaft getroffen wurden, sind die Auswirkungen des Kohleausstiegs auf den Wasserhaushalt wie die Einstellung der Sümpfungswassereinleitungen, die Füllung der Tagebaurestseen oder die Stofftransporte im Untergrund (vor allem Eisen und Sulfat) noch nicht abschließend betrachtet. Auch die erforderlichen Maßnahmen zur Wiederherstellung eines möglichst naturnahen und sich weitgehend selbst regulierenden Wasserhaushaltes sind noch nicht abschließend bestimmt. Ohne die Anpassung des Wasserhaushalts an die nachbergbaulichen Verhältnisse wird die wirtschaftliche Transformation der Region erschwert. Eine gesicherte Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für Industrie, Gewerbe, und Landwirtschaft ist die grundlegende Voraussetzung für den Strukturwandel.
Der Entschließungsantrag des Bundestages zum Kohleverstromungsbeendigungsgesetz (KVBG) vom 02. Juli 2020 (BT-Drucksache 19/20714 (neu)) spricht folgerichtig diese wasserwirtschaftlichen Belange in der Lausitz direkt an. Darin fordert der Deutsche Bundestag von der Bundesregierung und den betroffenen Ländern unter anderem die Erarbeitung eines überregionalen Wasser- und Untergrundmodells. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, zur Erfüllung der Entschließung auf das bestehende Bewirtschaftungsmodell für das Oberflächenwasser zurückzugreifen sowie ein neues länderübergreifendes Grundwassermodell Lausitz als maßgebliche Grundlage und Kernelement für die Grundwasserbewirtschaftung aufzubauen. Das Modell soll als Schlüsselwerkzeug für eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung als Teil eines funktionierenden Wasserhaushalts dienen. Hierzu wird auf wichtige fachliche Grundlagen in den Ländern und bei den Bergbau- und Sanierungsträgern zurückgegriffen. Perspektivisch sollen das Modell für das Oberflächenwasser sowie für das Grundwasser über Schnittstellen miteinander gekoppelt werden.

https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1072426

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Gewässerentwicklungskonzept für die Bobritzsch

Flächeneigentümer sind gefragt!
Für die Bobritzsch werden derzeit durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen Gewässerentwicklungskonzepte erarbeitet. Die Konzepte sollen zeigen, wie die Bobritzsch in naher Zukunft im Einklang mit dem Hochwasserschutz die gesetzlichen Umweltziele erreichen können. Dabei werden Maßnahmen ermittelt, die gezielt die Gewässerstruktur und die Durchgängigkeit verbessern. Außerdem sollen die Konzepte eine fachliche Grundlage für eine nachhaltige Gewässerunterhaltung schaffen.
Schon jetzt ist abzusehen, dass in eine naturnahe Entwicklung des Flusses Flächen direkt am Gewässer einbezogen werden. Ein Augenmerk liegt hier auf den angrenzenden Uferstreifen und Auenflächen. Für die betroffenen Flächen könnte eine Umnutzung erforderlich werden. Untersucht wird der Gewässerabschnitt zwischen Hartmannsdorf bzw. Kleinbobritzsch und Bieberstein im Landkreis Mittelsachsen.
Besitzer von Grundstücken entlang des Flusses, die sich für das Projekt interessieren und sich mit ihren Flächen einbringen möchten, können sich gern jederzeit an die Landestalsperrenverwaltung Sachsen wenden. Beratungen zu Umnutzungen oder einem möglichen Verkauf der Flächen sind ebenfalls möglich.

Ansprechpartner ist:
Landestalsperrenverwaltung Sachsen
Betrieb Freiberger Mulde/Zschopau
Herr Clemens Kuhnitzsch
Tel.: 0371 2625178942
E-Mail: Clemens.Kuhnitzsch@ltv.sachsen.de
https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1067868

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