Sonntag, Februar 25, 2024
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Informationen aus Nordrhein Westfalen

Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2024


2023


Silvester in der Wasserwirtschaft

Das hydrologische Jahr endet zum 31. Oktober

Ein hydrologisches Jahr oder auch Wasserwirtschaftsjahr beginnt mit dem 1. November und endet am 31 Oktober. Beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz wird deshalb am 31. Oktober 2023 Bilanz über das zurückliegende hydrologische Jahr gezogen. Dabei werden Entwicklungen der Niederschläge und Grundwasserstände betrachtet, aber auch die Situation der Flüsse und Bäche, die Bodenfeuchte oder die Füllstände der Talsperren in Nordrhein-Westfalen.
Die zeitliche Verschiebung des Wasserwirtschaftsjahres im Vergleich zum Kalenderjahr ermöglicht es, in der Jahresbilanz die Niederschläge zu erfassen, die im Spätherbst und Frühwinter fallen, im Grundwasser oder als Schnee und Eis in den Einzugsgebieten der Gewässer gespeichert werden, aber erst im Folgejahr für Abfluss von Gewässern relevant werden.
Der Wasserhaushalt wird entscheidend durch das Wetter beeinflusst. Dabei traten in den vergangenen Jahren immer mehr extreme Wetterlagen auf, deren Auswirkungen auch in hydrologischen Größen messbar sind.

Niederschlag
In den letzten zwölf Monaten sind in der Summe rund 1044 Millimeter Niederschlag gefallen. Das sind für diesen Zeitraum etwa 198 Liter pro Quadratmeter mehr als das langjährige Mittel. Dies entspricht einer relativen Abweichung von rund +24 Prozent gegenüber den langjährigen Durchschnittswerten.

Bodenfeuchte
Infolge der überdurchschnittlichen Niederschläge in den vergangenen Wochen weisen die Böden verglichen mit den langjährigen Bodenfeuchtegehalten für diese Jahreszeit in Nordrhein-Westfalen nahezu keine Dürreerscheinungen mehr auf. Lediglich in kleinen Bereichen im Südwesten und im Nordosten sind die Bodenfeuchtegehalte unterdurchschnittlich. Sie weisen dort noch immer eine moderate bis extreme Dürre auf.

Grundwasser
Im Vergleich zum Oktober 2022 sind an rund 83 Prozent der Grundwassermessstellen in Nordrhein-Westfalen höhere Grundwasserstände gemessen worden. An rund der Hälfte der Messstellen zeigt sich aber weiterhin ein Grundwasserdefizit als Langzeitauswirkung der deutlich unterdurchschnittlichen Grundwasserneubildungsraten in den hydrologischen Jahren 2017 bis 2019 und 2022.
Als Folge der überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen in den Sommermonaten dieses Jahres und jetzt in der zweiten Oktoberhälfte steigen die Wasserstände an rund der Hälfte der Grundwassermessstellen in Nordrhein-Westfalen derzeit an.
Dabei ist der Anstieg abhängig davon, wie viele Niederschläge es in den einzelnen Regionen gibt, wie tief das Wasser einsickern muss, um den Grundwasserleiter zu erreichen, und wie der Boden beschaffen ist, durch den das Wasser nach unten sickert.
Wie viel Grundwasser sich in einem Gebiet neu bilden kann und welche Grundwasserstände sich einstellen, hängt von einer Vielzahl unterschiedlicher Einflussgrößen ab. Nicht allein die Niederschlagsmengen sind entscheidend für die Grundwasserneubildung. Auch Sonnenscheindauer, Lufttemperatur und Wind wirken sich aus, indem sie die Verdunstung des Wassers in der Atmosphäre beeinflussen. Ändern sich die klimatischen Rahmenbedingungen, kann sich die Grundwasserneubildung und dadurch auch der Grundwasserstand ändern.

Fließgewässer und Talsperren
Die Fließgewässer in NRW weisen derzeit im Wesentlichen kein Niedrigwasser auf. Im Rhein befinden sich die Wasserstände im Bereich des mittleren Wasserstands mit leicht steigender Tendenz in den kommenden Tagen. Im weiteren Verlauf werden stagnierende Wasserstände prognostiziert. (http://www.elwis.de) Die Wasserstände der Weser liegen derzeit ebenfalls im Bereich des mittleren Wasserstands. Die Tendenz der Weserpegel wird aktuell gleichbleibend prognostiziert. https://www.pegelonline.nlwkn.niedersachsen.de/Messwerte
Pegelstände kleinerer Gewässer in den Einzugsgebieten reagieren schneller und direkter auf Veränderungen der Niederschlagssituation. In den Dürresommern der vergangenen Jahre konnte an einzelnen kleinen Bächen das komplette Trockenfallen beobachtet werden. Im hydrologischen Jahr 2023 sind solche Ereignisse ausgeblieben. Auch kurzzeitige Hochwasserphasen mit Überschreitungen von Informationswerten sind in diesem Jahr ohne größere Folgen geblieben. Es gab sowohl im vergangenen Winterhalbjahr als auch im Sommer 2023 durch starke Regenfälle regional begrenzte Hochwassersituationen, an denen meist der Informationswert 1 (kleines Hochwasser) und nur in seltenen Fällen der Informationswert 2 (mittleres Hochwasser) überschritten wurde.
Die Füllgrade der Talsperren in Nordrhein-Westfalen lagen zu Beginn des Wasserwirtschaftsjahres 2023 aufgrund des trockenen Sommerhalbjahres 2022 auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Erst ab Mitte Dezember 2022 konnten sich die Talsperren aufgrund der überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen von Dezember 2022 bis April 2023 signifikant auffüllen. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober 2023 sind die Füllstände im Wesentlichen jahreszeittypisch kontinuierlich gefallen. Seit Mitte Oktober stagnieren die Füllgrade. Aktuell befinden sich die Füllstände der großen Talsperrensysteme unter Berücksichtigung der Jahreszeit mit etwa 65-81 Prozent auf einem hohen Niveau.

Hydrologische Berichte:
https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/wasser/hydrologische-berichte

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Weitere Musterklagen zu Abwassergebühren eingereicht

Aus der Sicht des Bundes der Steuerzahler hat es die NRW-Landesregierung versäumt, eine spürbare flächendeckende Entlastung zu erreichen. Die Kommunen weisen den Vorwurf „versteckter Gewinne“ zurück. Mehr:
https://www.zfk.de/wasser-abwasser/abwasser/weitere-musterklagen-zu-abwassergebuehren-eingereicht

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Neues Gutachten: 3,3 Tonnen Plastik am Emsufer

An der Ems bei Warendorf sind Tausende kleine Plastikplättchen angespült worden. Verantwortlich dafür sei ein Störfall in einer Kläranlage der Stadt Rheda-Wiedenbrück, aus der die Plättchen bei einem Starkregen Ende Juni ausgetreten sind, sagt die Stadt.
Bei dem Plastik handelte es sich um Filterplättchen aus der Kläranlage – so groß wie Zwei-Euro-Münzen. Laut Gutachten verteilt auf elf Kilometer; nach WDR-Informationen könnte die Strecke noch länger sein.
Der Störfall in der Kläranlage hatte im wesentlichen zwei Gründe: zum einen ein Starkregen, den es statistisch nur alle 120 Jahre gibt. In der Nacht …mehr:
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/plastik-plaettchen-emsufer-rheda-wiedenbrueck-100.html

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Bergisches Hochwasserschutzsystem 4.0: NRW fördert Hochwasserwarnsystem im Bergischen Land mit 2,8 Mio Euro

Drohendes Hochwasser entlang von Flüssen früher erkennen und so Leben retten und Schäden vermeiden: Das ist das Ziel eines modernen Hochwasserwarnsystems unter Einsatz Künstlicher Intelligenz, das derzeit auf Initiative der regionalen Wirtschaft im Bergischen Land entwickelt wird.
NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur übergab in dieser Woche den Förderbewilligungsbescheid über insgesamt 2,8 Millionen Euro zu dem Projekt an Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen vom Lehrstuhl für Technologien und Management der Digitalen Transformation (TMDT) der Bergischen Uni sowie an die weiteren Partner aus dem Projektkonsortium: Heinz Berger Maschinenfabrik, Wupperverband, Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Wuppertaler Stadtwerke und Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Remscheid-Solingen.

Im Rahmen des neuen bergischen Gemeinschaftsprojekts soll eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt und trainiert werden, die die Vorhersage von Wasserpegeln und Hochwassergefahren für die Region präziser als bisherige Warnsysteme ermöglicht. „Das ‚Hochwasserschutzsystem 4.0‘ erkennt Gefahren präziser als etablierte Warnsysteme und kann somit Alarm schlagen, wenn Gewässer über die Ufer zu treten drohen“, so Dr. Andreas Groß, Geschäftsführer der Berger Gruppe und Initiator des Projekts.

Ministerin Neubaur: „Der Klimawandel wird auch bei uns in Nordrhein-Westfalen immer spürbarer und die Auswirkungen können wie bei der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 dramatisch sein. Umso wichtiger sind Warnsysteme, die verlässlich und frühzeitig drohende Hochwasserstände erkennen und melden können. Das Projekt ‚Hochwasserschutzsystem 4.0‘ im Bergischen Land zeigt, wie künstliche Intelligenz im Ernstfall dazu beitragen kann, rechtzeitig notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen und so größere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur zu vermeiden. Das schafft langfristige Sicherheit für Unternehmen und stärkt die wichtigen Industriestandorte in unseren Mittelgebirgsregionen.“

Das Warnsystem soll die datengetriebene Vorhersage von regionalen Wasserpegeln und Hochwassergefahren unter Berücksichtigung der aktuellen Wetterlage und sonstiger Umweltfaktoren ermöglichen. Mit digitalen Sensoren werden dafür die Pegelstände an Gewässern, Rückhaltebecken und Kanälen, die Niederschlagsmengen, der Unterwasserdruck, Luftfeuchtigkeit, -druck und -temperatur sowie die Windrichtung und -stärke erfasst. In diesen Daten soll die Künstliche Intelligenz Muster erkennen, die im Zusammenhang mit einem Anstieg der Pegelstände stehen. Damit unterscheidet sich das Projekt von klassischen Vorhersagen auf Basis von Modellen. Informationen zu lokalen Wasserpegeln, Prognosen und Warnungen sollen gefährdeten Unternehmen künftig in Echtzeit über eine Hochwasserschutz-App bereitgestellt werden, die vom Wupperverband entwickelt wird.

Das Vorhaben „Hochwasserschutzsystem 4.0“ ist Teil der Initiative „Flagships powered by KI.NRW“, der Kompetenzplattform des Landes für Künstliche Intelligenz KI.NRW. Bei der Entwicklung der neuen Technologien arbeiten die Projektteilnehmer*innen auch mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und weiteren Regionen zusammen. „Das System wird nach einer erfolgreichen Einführung im Bergischen Land allen Regionen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt“, so Stephan A. Vogelskamp, Geschäftsführer der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen
Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik und Medientechnik
Telefon 0202/439 1039
E-Mail meisen@uni-wuppertal.de
Katja Bischof Pressestelle
Bergische Universität Wuppertal

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Zentralstelle für Umweltkriminalität im Aufbau

In Nordrhein-Westfalen wird eine „Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen (ZeUK)“ aufgebaut. Diese ist landesweit zuständig für herausgehobene Verfahren im Bereich des Umweltstrafrechts und wird als Sonderabteilung der Staatsanwaltschaft Dortmund eingerichtet, wie Minister der Justiz Benjamin Limbach den Landtagsabgeordneten im Rechtsausschuss am 16. August 2023 mitteilte.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund verfüge über langjährige Expertise bei der Verfolgung von Umweltkriminalität und habe schon bedeutende Umweltstrafverfahren geführt. Mit der „Zentralstelle Umweltkriminalität“ ist Nordrhein-Westfalen in einer Vorreiterrolle; entsprechende Zentralstellen gibt es bislang nur vereinzelt, etwa in Potsdam, so das nordrhein-westfälische Justizministerium in einer Pressemitteilung. Geplant ist eine zweizügige Ausgestaltung: Eine Oberstaatsanwältin bzw. ein Oberstaatsanwalt wird sich mit einem Team herausgehobene Fälle die Abfallkriminalität vornehmen. Ein weiteres, ebenso aufgestelltes Team wird gegen andere schwerwiegende Formen der Umweltkriminalität vorgehen.

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Das war die E-world – energy & water 2023

Vom 23. bis 25. Mai haben sich Akteurinnen und Akteure der Energiewirtschaft in Essen getroffen.
Unter dem Motto „Solutions for a Sustainable Future“ präsentierten rund 800 Ausstellende ihre Lösungen und Ideen im Rahmen der E-world – energy & water. Die Unterthemen waren dabei breit gefächert, Schwerpunkte lagen häufig auf Fragen zur Versorgungssicherheit, Atomausstieg und Dekarbonisierung. Auch das Programm der E-world widmete sich verschiedenen Aspekten der Energiewirtschaft. Das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW (KNUW) war mit einem Stand zusammen mit Greentech.ruhr auf der Messe vertreten.
Gäste aus der Politik waren ebenfalls vor Ort. Dr. Peter Markus des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen nahm am ersten Messetag am Regionaldialog zur Klimaneutrale Wärmewende am KNUW-Stand teil. Hier stellten Marlene Scheer, Leonie Rinkens und Pia Praus der Technischen Universität Dortmund in einem Impulsvortrag die „Rolle der Kommunen in der Wärmewende am Beispiel von zwei Städten in NRW“ dar. In der anschließenden Diskussionsrunde stellten sich Dr. Manfred Lange (Gas- und Wärme-Institut Essen e.V.), Martin Daft (TURBONIK GmbH), Robin Rasche ( TU Dortmund), Justus Witt (TU Dortmund), Leonard Höcht (Bayern Innovativ GmbH) und Jonas Köhn (Stadtwerke Düsseldorf AG) Fragen zur Zukunft der klimaneutralen Wärmeversorgung. Am Mittwoch sprach der Staatssekretär Viktor Haase (NRW-Umweltministerium) zusammen mit Sandra Rostek (BEE) und Rainer Wendt (DPolG) über umweltfreundliche Mobilität bei der Paneldiskussion „Alles E… oder was? – Der Mix macht die Mobilität der Zukunft“. Gleich danach begrüßte er die Teilnehmenden des zweiten KNUW-Regionaldialogs „Die Klimawende als Treiber innovativer, nachhaltiger Geschäftsideen“. Die Jungen Unternehmer*innen Niklas Seitenspinner (CHARGEUNITY) und Can-Su Koutentaki, (AVAILY) sprachen hier über ihre Motivation zum Einstieg in die Umweltwirtschaft in NRW und ihre Erfahrungen. In einem Impuls berichtete Oliver Lühr (KNUW) aus dem Innovationsradar zur Klimawende.
Die Messe bot Raum, um über aktuelle Themen der Energiewirtschaft zu sprechen und schaffte, durch die unterschiedlichen Ausstellenden und Bühnenformate, Impulse für neue Ideen und Entwicklungen für eine zukunftsfähige Energiewirtschaft. Die nächste E-world – energy & water wird vom 20. bis 22. Februar 2024 in Essen stattfinden.
https://www.knuw.nrw/aktuelles/nachrichten/artikel/das-war-die-e-world-2023.html

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Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss A44/A 3 Autobahnkreuz Ratingen–Ost

BUND sieht Gefahren für Gewässer- und Trinkwasserschutz
Der NRW-Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt beim Bundes¬verwaltungsgericht in Leipzig Klage gegen das Land NRW, vertreten durch die Bezirksregie¬rung Düsseldorf, eingelegt. Die Klage richtet sich gegen den Planänderungsbeschluss vom 10.05 2023, mit dem die Behandlung des Straßenabwassers im Bereich des Kreuzes Ratin¬gen-Ost neu geregelt werden soll. Der BUND befürchtet, dass durch die Fehlauslegung der Regenwasserbehandlungsanlage im Falle von Starkregen eine Gefährdung der Gewässer sowie der Trinkwassergewinnung in der nahe gelegenen Wasserschutzzone wahrscheinlich werde.
Zusätzlich zu der bestehenden Abwasserbehandlungs¬anlage an der A3 soll eine weitere Anlage …mehr:
https://www.bund-nrw.de/meldungen/detail/news/klage-gegen-den-planfeststellungsbeschluss-a44-a-3-autobahnkreuz-ratingen-ost/

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