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Meldungen zur Nutzung von (Ab)wärme 2021

November 2021
Energie: Großer Kanalwärmetauscher geht in Berlin in Betrieb
Januar 2021
Genehmigung für Fernwärme aus Klärschlamm in Hannover

 


Energie: Großer Kanalwärmetauscher geht in Berlin in Betrieb

E.ON, SIGNA Real Estate und die Berliner Wasserbetriebe starten am Ostbahnhof die Energiewende von unten: Aus der ehemaligen „Galeria Kaufhof“-Filiale in der Berliner Koppenstraße ist ein modernes Bürogebäude (50.000 m²) entstanden, das jetzt nachhaltig mit Wärme und Kälte aus Abwasser versorgt wird. Möglich macht dies ein 200 Meter langer Wärmetauscher im Abwasserkanal neben dem Gebäude.

„So decken wir nachhaltig etwa 50 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs des Gebäudes und sparen rund 400 Tonnen CO2 ein. Diese Energieanlage mitten in Berlin ist ein Paradebeispiel für die effiziente Nutzung von lokalen Energiequellen“, sagt Nikolaus Meyer, Head of Solution Development bei E.ON.

„Mit unseren Projekten wollen wir unseren Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten und planen unsere Projekte konsequent im Hinblick auf ihre ökologische Nachhaltigkeit“, sagt Reiner Müller, Head of Project Development bei SIGNA Real Estate. „Durch die Beibehaltung der Bestandsstruktur und dem Einsatz modernster Wärme- und Kühltechnik erreichen wir beim UP! eine hervorragende CO2-Bilanz.“

Wärmeversorgung von zentraler Bedeutung für Energiewende
Die Wärmeversorgung von Städten ist ein zentraler Hebel zur Erreichung der Klimaziele und damit für eine gelungene Energiewende. Ein Großteil der Endenergie in Deutschland, knapp 1.220 Terrawattstunden (TWh), wird im Wärmesektor verbraucht. Aber nur 15 Prozent der benötigten Energie stammt bislang aus erneuerbaren Quellen. Allein in Deutschland könnte aus Abwasser gewonnene Energie rechnerisch 14 Prozent des Wärmebedarfs im Gebäudesektor abdecken und für die Kühlung gleichermaßen genutzt werden.

„Abwasserwärme ist ein Baustein der Energiewende im Wärmesektor in Berlin. Der innovative Potenzialatlas der Wasserbetriebe zeigt, dass 586 km des Kanal- und Abwasserdruckleitungsnetzes in Berlin geeignet sind, diese Technik zu nutzen“, sagt Alexander Schitkowsky, Projektleiter der Berliner Wasserbetriebe. „Diesen Schatz wollen wir heben und gemeinsam mit Partnern wie E.ON und Signa entwickeln.“

Die Kanalisation als stets gefüllter Wärmespeicher
Abwasser hat eine ganzjährig konstante Temperatur von bis zu 20°C. Diese Wärme wird normalerweise ungenutzt ins umgebende Erdreich abgegeben. Anders in der Koppenstraße: Hier wird für die Wärme- und Kälteversorgung des Bürogebäudes ein 100 Jahre alter Freispiegelkanal mit einem Durchmesser von zwei Metern genutzt. Dieser ermöglicht eine Entzugsleistung von mehr als 600 Kilowatt (kW). Ein Edelstahlwärmetauscher entzieht dem Abwasser die vorhandene Wärme. Über eine Großwärmepumpe wird die Temperatur der gewonnenen Wärme erhöht und das Gebäude beheizt. Im Sommer wird das Prinzip umgekehrt und der Kanal kann als effiziente Kältequelle genutzt werden. Darüber hinaus werden ein Blockheizkraftwerk zur hocheffizienten und günstigen Versorgung mit Strom, eine Kälteanlage sowie ein Gasbrennwertkessel eingesetzt.

Kostenstabilisierung im Kontext künftiger Gebäudestandards und zunehmender CO2-Kosten
Neben steigenden Ansprüchen an Umwelt- und Energieversorgungsstandards müssen städtebauliche Lösungen auch kostenstabil bleiben. Die Energieversorgungslösung mit dem Abwasserwärmetauscher ist so günstig wie eine herkömmliche Lösung mit fossil erzeugter Fernwärme. Eine dezentrale, platzsparende Energieversorgung aus Abwasser ermöglicht nachhaltige Wärme und Kälte mitten in der Stadt, wo der Platz für Wind- und Solarenergie meist begrenzt ist.

https://gwf-wasser.de/produkte-und-verfahren/energie-grosser-kanalwaermetauscher-geht-in-berlin-in-betrieb/

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Genehmigung für Fernwärme aus Klärschlamm in Hannover

Der Energieversorger enercity hat die Baugenehmigung für eine neue Klärschlammverwertungsanlage erhalten. Die Anlage erzeugt Wärme für bis zu 15 000 Menschen. Insgesamt investiert enercity über 60 Millionen Euro in das Vorhaben. Die Landeshauptstadt Hannover hatte enercity bereits im Mai 2020 den Auftrag zur Verwertung von jährlich 56 000 Tonnen entwässertem Klärschlamm über die nächsten 25 Jahre erteilt. Insgesamt kann die Anlage rund 130 000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr verarbeiten. Standort der Monoverbrennungsanlage ist das Gelände der Deponie des Zweckverbands Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) in Hannover-Lahe. Mit dem Bau der technischen Anlagenkomponenten hat enercity die Firma sludge2energy GmbH beauftragt, ein Joint Venture der Huber SE sowie der WTE Wassertechnik GmbH. Die Bauarbeiten werden im November 2020 beginnen. Die Aufnahme des Betriebes ist im vierten Quartal 2022 geplant.

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