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Säurekapazität auf Kläranlagen – ein Wieso – Warum -Thema

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Säurekapazität auf Kläranlagen

Originalfassung von Kirsten Sölter, Norbert Weber (August 2000) [1]
Aktualisierung vom Juli 2012 (Kirsten Sölter)

Keywords: Säurekapazität, Ks4,3, Kläranlagen, Nitrifikation, pH-Wert, Suspensaabtrieb, Betonkorrosion, Fadenbakterien, Microthrix parvicella, Kreide, Kalk, Dolomit

(Sie wünschen den folgenden Artikel als pdf-Datei? Schicken Sie einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten und der Überschrift dieses Artikels an Kontakt@klaerwerk.info)

1. Einleitung

Im Zuge der weitergehenden Abwasserreinigung ist in den letzten 20 Jahren auf Kläranlagen die gezielte Stickstoff- und Phosphorelimination eingeführt worden. Besonders für die Optimierung der Nitrifikation ist der Parameter „Säurekapazität“ von großer Bedeutung, da die nitrifizierenden Bakterien Säure produzieren. Sofern das Abwasser nicht über eine ausreichend hohe Säurekapazität verfügt, kann der pH-Wert im Belebungsbecken unter 7,0 fallen. In diesem pH-Bereich sind jedoch sowohl die Nitrifikationsleistung als auch die Flockenbildung stark beeinträchtigt [2,3]

Im Vorfluter wirken sich Säurekapazitätsdefizite ebenfalls sehr negativ aus. Die Versäuerung der Gewässer kann so weit gehen, dass ein Großteil der Fischnährtiere fehlt. Im Steinbach (Fichtelgebirge) wurden pH-Werte von nur 2,9 festgestellt. Insgesamt sind aber die Vorfluter aller Mittelgebirge mit überwiegend weichem Trinkwasser (ca. 38 % der Fläche Deutschlands) betroffen [4].

Säurekapazitätsdefizite sind auch für den Kläranlagenbetreiber selbst problematisch, weil sie zu erheblicher Betonkorrosion in den Belebungs- und Nachklärbecken führen können [5].

Im folgenden Bericht wird auf die Ursachen, die Vorhersage, die Bestimmung und die Beseitigung von Säurekapazitätsdefiziten eingegangen.

2. Definition

Die Säurekapazität ist definiert als diejenige Menge an Salzsäure (in ml), die pro 100 ml an Abwasser zugegeben werden kann, bis ein pH-Wert von 4,3 erreicht ist (häufige Abkürzung: Ks4,3).

3. Ursachen für Säurekapazitätsdefizite auf Kläranlagen

Im Verlauf des Klärprozesses werden organische kohlenstoff-, stickstoff- und phosphathaltige Abwasserinhaltsstoffe fast vollständig mineralisiert. Bei allen Abbauvorgängen entstehen Säuren:
• bei der Nitrifikation entsteht Salpetersäure (HNO3).
• bei der Denitrifikation und beim Kohlenstoffabbau entsteht Kohlensäure.

Säurekapazitätsverluste bei der Nitrifikation
Die Nitrifikation verläuft (stark vereinfacht) nach folgenden Gleichungen ab [6]:

Gleichung 1: NH4+ + 1,5 O2 → NO2 + 2 H+ + H2
Gleichung 2: NO2 + 0,5 O2 → NO3 
Gesamt:  NH4+ + 2 O2 → NO3 + 2 H+ + H2

Dieser Prozess verläuft zweistufig vom NH4+ über NO2 zum NO3. Die Nitritbildung bzw. Ammonifikation erfolgt durch Ammoniumoxidierer (z.B. Nitrosomonas) und die anschließende Nitratbildung wird von Nitritoxidierern (z.B. Nitrospira) durchgeführt. Voraussetzung für hohe Umsatzgeschwindigkeiten der Nitrifikation ist, dass die gebildeten Säure-Ionen (H+-Ionen) vom Hydrogencarbonatpuffer des Abwassers schnell abgefangen werden.

Gleichung 3:  H+ + HCO3 → CO2 + H2

Pro mg abgebautem NH4-N werden 0,14 mmol Säurekapazität verbraucht. Wird bei der Nitrifikation die entstehende Salpetersäure nicht sofort von Puffersubstanzen in Abwasser gebunden, sinkt der pH-Wert schnell auf Werte unter 7,0. Das Leistungsoptimum der Nitrifikanten liegt aber im pH-Bereich von 7,2-8,0 [6].

Um möglichst effektiv zusammenarbeiten zu können, sitzen Ammonium- und Nitritoxidierer am liebsten eng beieinander und, wenn vorhanden, in der Nähe alkalischer Partikel (z.B. Kreidepartikel).

Säurekapazitätsbildung durch Denitrifikation
Bei der Denitrifikation wird das durch die Nitrifikanten gebildete Nitrat zu elementarem Stickstoff abgebaut:

Gleichung 4: 2 NO3 + 2 H+ + 2,5 Corganisch → N2 + H2O + 2,5 CO2 

Im Gegensatz zur Nitrifikation werden bei der Denitrifikation Säure-Ionen (H+) verbraucht. Theoretisch liefert die Denitrifikation 50 % der zuvor in der Nitrifikation verbrauchten Säurekapazität zurück. Pro mg abgebautem NO3-N werden 0,07 mmol/l Säurekapazität gewonnen.

Anreicherung von CO2 durch den Einsatz effektiver Belüftungssysteme bei niedrigen Temperaturen
Aufgrund immer effektiverer Belüftungseinrichtungen in modernen Kläranlagen (oder bei Belüftung mit technischem Sauerstoff) kann im Zuge gestiegener Sauerstoffausnutzungsgrade die Strippung des CO2 vermindert sein, so dass CO2 im Abwassersystem angereichert wird und der pH-Wert sinkt. Dies gilt insbesondere in der kalten Jahreszeit, weil bei niedrigen Temperaturen die Sauerstofflöslichkeit in Wasser besonders gut ist und dementsprechend weniger belüftet werden muss.

Säurekapazitätsverbrauch durch den Einsatz saurer Fällmittel (Metallsalze)
Bei der Phosphatelimination bilden überschüssige Eisen- und Aluminiumionen Hydroxide, dabei werden H+-Ionen freigesetzt, die ein Absinken des pH-Wertes bewirken können.
Je nach eingesetztem, saurem Fällmittel beträgt der Säurekapazitätsverbrauch [7] in mmol/l

• für Fe3+: 0,06* Konzentration Fe3+ in mg/l
• für Fe2+: 0,04* Konzentration Fe2+ in mg/l
• für Al3+: 0,11 * Konzentration Al3+ in mg/l
• zzgl. 0,03* Pgefällt in mg/l

Beispiel:
Pgefällt = P-Konz.Zulauf – P-Konz.Ablauf = 7 mg P/l
Fällmittelzugabe: 15 mg Fe3+/l (reine Wirksubstanz)
Säurekapazitätsverbrauch = 0,06*15 + 0,03*7 = 1,1 mmol/l

Einsatz alkalischer Fällmittel
Natronlaugehaltige Fällmittel (z. B. Natriumaluminat) liefern in der Regel Säurekapazität [7]:

Gleichung 5:  Na2Al2O4 + 2 PO43- + 6 H+ → 2 AlPO4 + 2 NaOH + 2 H2

Der Säurekapazitätsgewinn beträgt pro 100 mg/l dosiertes Aluminat 0,6 mmol/l.

4. Auswirkungen von Säurekapazitätsdefiziten auf den Klärprozess

Auswirkungen auf die Nitrifikation
Bei der Nitrifikation entsteht Salpetersäure, die sofort nach ihrer Entstehung vom Säurepuffersystem des Abwassers gebunden werden sollte. Wie wichtig eine ausreichende Säurekapazität im Abwasser für die Nitrifikationsleistung ist, zeigt die folgende Tabelle:

Abwasserwerte in der Belebung Beispiel 1 Beispiel 2 Beispiel 3
pH-Wert 6,4 6,6 7,0
Abwassertemperatur 8°C 8°C  8°C 
O2-Gehalt Belebung 1 mg/l 2 mg/l  1 mg/l 
Nges im Zulauf Belebung 40 mg/l  40 mg/l  40 mg/l 
NH4-N im Ablauf 12,9 mg/l 5,2 mg/l 1,2 mg/l

Tabelle 1: Abhängigkeit des Nitrifikationsprozesses vom pH-Wert

Bei konstanten Temperaturen und konstanten NH4-N-Frachten ist im optimalen pH-Wert-Bereich eine viel weitgehendere Nitrifikation möglich als bei pH-Werten < 7, und das bei relativ geringen Sauerstoffgehalten. Das bedeutet, dass die Nitrifikationsrate und die Sauerstoffausnutzung der Nitrifikanten im pH-Optimum deutlich höher ist als bei pH-Werten < 7 [8]. Auswirkungen auf die Belebtschlammbeschaffenheit
Auf Kläranlagen, die an einem Mangel an Säurekapazität leiden, kommt es sehr häufig zu Problemen mit Schlammantrieb vor allem bei hydraulischen Stößen (starker Regen, Schneeschmelze etc.). Bei der Betrachtung des Belebtschlammes unter dem Mikroskop fällt auf, dass der Schlamm aus vielen kleinen und leichten Flocken besteht, die demzufolge schon bei geringen Turbulenzen mitgerissen werden können. Die Ursache für die ungünstige Schlammstruktur ist das Herauslösen von Calciumcarbonatpartikeln aus dem Belebtschlamm, auf denen vor allem die Nitrifikanten gern aufwachsen.

Trotz dieser Problematik ist der Schlammindex der betreffenden Schlämme oft sehr niedrig, denn die Bestimmung des Schlammvolumens erfolgt in einem Absetzzylinder, in dem es keine Turbulenzen gibt. Trotz des guten Schlammindex` kann im Nachklärbecken vor allem bei hohen Durchflussmengen aufgrund der Strömungsverhältnisse eine Störung des Absetzvorganges auftreten. Dies hat häufig zur Folge, dass aufgrund des Suspensaabtriebs eine erhebliche Anzahl an Nitrifikanten verloren geht (Schlammalter sinkt), so dass im Zusammenwirken mit einer zu geringen Säurekapazität die Nitrifikation zum Erliegen kommen kann.

Betonkorrosion
Bei einem ständigen oder zeitweiligen Mangel an Säurekapazität im Belebungsbecken, d.h. bei Werten < 1,5 mmol/l im Kläranlagenablauf, kann eine erhebliche Betonkorrosion im Belebungsbecken stattfinden, die bis zum Zusammenbrechen ganzer Beckenteile führen kann [5].

5. Beseitigung der Säurekapazitätsdefizite

Als Abhilfe gegen Säurekapazitätsdefizite sind folgende Maßnahmen möglich:
• Optimierung der Denitrifikation (ggf. durch Verkleinerung der Vorklärung, Zugabe externer C-Quellen, Abdeckung der Becken etc).
• Verminderung oder Vergleichmäßigung des zu nitrifizierenden Stickstoffes.
• Dosierung alkalischer Hilfsstoffe.

Eine Verminderung des zu nitrifizierenden Stickstoffs ist z. B. durch die separate Behandlung der Prozesswässer aus der Schlammbehandlung möglich (Strippung, Deammonifikation, Nitritation/Denitritation etc.). Eine Vergleichmäßigung sollte immer über 24 h/Tag erfolgen. Die Zugabe der Prozesswässer in der Nacht ist wegen des Fehlens von leicht abbaubaren Kohlenstoffverbindungen für die Denitrifikation problematisch.

Sind alle internen verfahrenstechnischen Möglichkeiten ausgeschöpft, kann es immer noch notwendig sein, alkalische Hilfsstoffe einzusetzen. Die gängigsten sind:
• natronlaugehaltige Fällmittel (Natriumaluminat),
• Kreide [9, 10, 11],
• Weißkalkhydrat [12, 13, 14],
• Dolomit,
• Wasserkalkhydrat,
• Natronlauge,
• Soda.

Pro mol Säurekapazität müssen ca.
• 166 g Natriumaluminat
• 30 g Kreide oder
• 40 g Kalkhydrat
• 50 g Wasserkalkhydrat
eingesetzt werden.

Bei den angegebenen Dosierraten für Kreide und für Kalkhydrate kommt es zu keinem in der Praxis messbaren Schlammmehranfall. Der Einsatz von Natriumaluminat allein zur Säurekapazitätsanhebung ist unwirtschaftlich [7].

Anzustreben ist eine Mindestsäurekapazität im Kläranlagenablauf bei Trockenwetter von mindestens
2,5 mmol/l.

Natronlauge und Soda sind aus Kostengründen und wegen des hohen Natriumgehaltes nicht zu empfehlen, weil ein ungünstiges Calcium-/Natrium-Verhältnis die Flockenstruktur von Belebtschlamm schädigt [15].

Die günstigsten Auswirkungen auf die Säurekapazität und die Flockenstruktur haben Kreide und Wasserkalkhydrat.

6. Prognose von Säurekapazitätsdefiziten

Für die Abschätzung des zu erwartenden Säurekapazitätsverbrauches (∆ Ks) im Verlauf des Klärprozesses kann folgende Formel angewendet werden [16].

∆ Ks = 0,035 • (NH4-N Zul. BB – Ges.-N Abl. NKB) + 0,14 (Ges.-PZul. BB – ortho-PAbl. NKB) mmol/l 

Beispiel:

Säurekapazität im Zulauf: 4 mmol/l (entspricht weichem bis mittelhartem Wasser) 
NH4-N-Zulauf BB: 50 mg N/l 
Ges.-N Abl. NKB 5,25 mg N/l (Nitrit, Nitrat, Ammonium, org.N) 
Gesamt-P Zul.BB: 8 mg P/l 
ortho-P Abl.NKB:   1 mg/l 
Einsetzen obige Gleichung: ∆ Ks = 0,035 • (50 – 5,25) + 0,14 • (8 – 1) = 2,5 mmol/l 

Bei einer Säurekapazität im Zulauf von beispielsweise 4 mmol/l bei Trockenwetter und einem Säurekapazitätsverbrauch von 2,5 mmol/l resultiert eine Restsäurekapazität von nur 1,5 mmol/l. Somit ist zumindest zeitweise mit Problemen in der Belebung (pH-Wert-Abfall, verringerte Nitrifikationsleistung, schlechte Schlammstruktur) zu rechnen.

7. Möglichkeiten zur Bestimmung der Säurekapazität

Titration
Zu 100 ml Abwasserprobe (Zulaufproben werden über Faltenfilter filtriert und danach sofort bearbeitet) wird tropfenweise Salzsäure (HCl, 0,1 mol/l bzw. 0,1 n) zugegeben, bis entweder
• der mittels pH-Elektrode gemessene pH-Wert den Wert 4,3 erreicht hat oder
• bis das zuvor zugegebene Methylorange von orange nach orange-rot umgeschlagen ist oder
• bis der „Mischindikator 4,5 nach Mortimer“ (sehr zu empfehlen) von blau nach orange umgeschlagen ist.
Die Menge an zugegebener Salzsäure in ml wird festgehalten. Der ermittelte Zahlenwert entspricht der Säurekapazität in mmol HCO3 /l. 

Beispiel:
Im Ablaufwasser einer Kläranlage wird die Säurekapazität titriert. Es werden 3 ml 0,1 molare Salzsäure bis zum Farbumschlag des Mischindikators verbraucht. Der entsprechende Säurekapazitätswert beträgt somit 3 mmol HCO3/l.

Küvetten-Test

Die Bestimmung der Säurekapazität kann auch mit einem Küvetten-Test (z.B. Hach Lange LCK362 oder vergleichbaren Tests) erfolgen. Auch hier sind die Filtration von Zulaufproben (Faltenfilter) und die sofortige Weiterbearbeitung zu empfehlen. Das Prinzip des Küvetten-Tests basiert auf einem Indikator, der seine Farbe mit steigender Säurekapazität verändert. Die resultierende Farbintensität wird photometrisch ausgewertet.

Zeitpunkt der Messung
In der Regel gibt es selbst in Weichwassergebieten bei Trockenwetter kaum Probleme mit der Nitrifikation und Suspensaabtrieb.

In der kalten Jahreszeit, bei Niederschlägen, Schneeschmelze, weichem Fremdwasser etc. ist nicht nur die hydraulische Belastung der Kläranlagen besonders hoch, sondern auch die Säurekapazität am niedrigsten. Dann sollte unbedingt gemessen und ggf. Kreide o.ä. dosiert werden. Ein Absinken des pH-Wertes im Ablauf auf Werte < 7,0 ist immer ein guter Grund, die Säurekapazität im Ablauf zu überprüfen. Optimal sind Werte bei Trockenwetter um 2,5-3,0 mmol/l und bei Regenwetter nicht unter 1 mmol/l.

8. Fazit:

Wird die Säurekapazität nicht überwacht, können folgende Problem eintreten:
• Einbruch der Nitrifikation mit erhöhten Ammonium- oder Nitritgehalten im Ablauf
• Feinsuspensaabtrieb oder milchige Trübung (Gefahr des Verlustes von Nitrifikanten v.a. im Winter erheblich!!) mit erhöhten CSB- und P-Werten im Ablauf
• Verschlechterung der Entwässerbarkeit von Überschussschlamm und Faulschlamm mit erheblichem Mehrverbrauch an Flockungshilfsmitteln
• Mehrverbrauch an Fällmitteln, um den erhöhten P-Werten entgegen zu wirken (sehr gefährlich, weil die meisten Fällmittel sauer sind und zusätzlich Säurekapazität verbrauchen!!)
• Wachstum von Fadenbakterien, z.B. Microthrix parvicella aufgrund der Lockerung der Belebtschlammflocken und der höheren Ammoniumwerte.
• Betonkorrosion an Belebungs- und Nachklärbecken
• Schädigung des Vorfluters durch Versauerung

In der Praxis werden die Kosten für die alkalischen Additive wie Kreide, Dolomit oder Kalk durch Einsparungen aufgrund der Vermeidung der oben angegebenen Probleme mehr als aufgewogen.

9. Literatur 

1. Sölter, K., Weber, N.: Die Bedeutung der Säurekapazität auf Kläranlagen; Hach-Lange Anwendungsbericht Ch. No. 77; http://www.dolomitreaktor.de/attachments/File/Lc_OTQ.pdf 
2. Bever, J. et. al. 1993: Weitergehende Abwasserreinigung, R. Oldenbourg Verlag München, Wien, 2. Auflage, ISBN 3-486-26277-7 
3. Hänel, K. 1986: Biologische Abwasserreinigung mit Belebtschlamm, VEB Gustav Fischer Verlag Jena, ISBN 3-334-00023-0 
4. Weber, N., Wecker, A.: Naturprodukt Kalk und die Neuausrichtung des WHG. Sonderdruck aus wwt 6/2003, Seiten 24-27 
5. Rölle, R., Huber, M.: Betonangriff in biologischen Abwasserbehandlungsanlagen, 2009 http://www.goetzelmann-partner.de/deutsch/unternehmen/texte/53.pdf 
6. Mudrack, K., Kunst, S.: Biologie der Abwasserreinigung, Gustav Fischer Verlag, 1994 
7. Baumann, Peter: Phosphatelimination aus Abwasser, Oldenbourg Industrieverlag GmbH, 2003, Seite 93-94. 
8. Tlamicha, J., 1999: Ergebnisse einer Berechnung mit dem dynamischen Simulationssystem der Fa. UAS Messtechnik GmbH, Ruhmannsfelden für den Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V., Köln 
9. Denkert, R., Schulte, P.: Aufstockung der Säurekapazität und Einstellung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichtes durch Kreidedosierung in die biologische Stufe einer Kläranlage, http://www.drdenkert.de 
10. Denkert, R.: Der Einsatz von Kreide auf kommunalen Kläranlagen, Kemira Water Spiegel 2010 
11. Kopp, J.: Einsatz von Kreide; Sonderdruck aus wwt, Heft 5/2006 
12. Kopp, J., Gerke, W. und Reinhardt, T.: Verminderung des Suspensaabtriebs im Ablauf der Nachklärung der Kläranlage Göttingen durch Einsatz von Kalkhydrat, KA Abwasser/ Abfall, Heft 9/2009, Seite 908-915 
13. Schönherr, F., Wecker, A., Günthert, F.W. und Weber, N.: Verbesserung der Nitrifikation durch Stützung der Säurekapazität, GWF Wasser/ Abwasser, Heft 9/2007, Seite 637-644. 
14. Saure, H. Weber, N.: Kalk und Dolomit machen Kläranlagen fit. Umwelt Magazin Heft Juli/August 2005, Seite 56-58 
15. Sölter, K.: https://klaerwerk.info/Abwasserreinigung/Der-Einfluss-von-Natriumionen-auf-das-Absetzverhalten-von-Belebtschlammflocken 
16. Kapp, H., 1983: Zur Interpretation der Säurekapazität des Abwassers, gwf wasser/abwasser 124 (1983), H. 3, S. 127 – 130 

 

 

Kanalreinigung wird intelligent – Lemgoer Forscher machen Kanalfahrzeuge fit

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Kanalreinigung – Für jeden Hauseigentümer ein Thema, spätestens seit Dichtheitsprüfungen und Kostenübernahmen zum ersten Mal diskutiert wurden. Denn für defekte Kanäle muss nicht zuletzt er selbst aufkommen. Grund genug für Anbieter von Reinigungsmaschinen, Lösungen für eine gründliche und schonende Kanalreinigung zu finden. Schonend in Bezug auf den Einsatz von Ressourcen und ohne dabei den Kanal zu beschädigen. Forscher der beiden Institute der Hochschule OWL – das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) und das Institut für wirtschaftliche und technologische Unternehmensführung (IWT) – wollen nun den Kanalfahrzeugen „Intelligenz einhauchen“.

Bei der beschaulichen lippischen Gemeinde Schieder-Schwalenberg denkt man für gewöhnlich an Trachtenfest, Fachwerkhäuser, Feld, Wald und Wiesen, aber gewiss nicht an High-Tech. Ein Irrtum! In Schwalenberg ist der Hauptsitz der Firma Müller Umwelttechnik, Hersteller von Kanalreinigungsfahrzeugen, eine Art Sondermaschinenbau für die Kanalreinigung. Hier entstehen zukünftig intelligente Kanalreinigungsfahrzeuge.

Nicht nur bei Kanalverstopfung und starker Verschmutzung, auch regelmäßig führen Kanalreinigungsfahrzeuge eine Reinigung der Kanäle durch. Diese ist kostspielig durch den Einsatz von Dieselkraftstoff. Die Fahrzeuge pumpen unter hohem Energieaufwand Wasser in den Kanal und saugen dieses wieder an. In der Maschine wird das Schmutzwasser anschließend aufbereitet und wiederverwendet. Die Qualität der Reinigungsleistung und der Verbrauch von Dieselkraftstoff schwanken, je nach Verschmutzungsgrad, Art des Kanals und anderer Einflüsse. Nur eine optimale Bedienung des Reinigungsfahrzeuges garantiert eine gründliche und schonende Reinigung. Aufgrund der hohen Anzahl von zu berücksichtigenden Parametern ist die Bedienung allerdings sehr komplex. Die Institute inIT und IWT versuchen daher gemeinsam mit der Firma Müller Umwelttechnik, den Reinigungsfahrzeugen eine eigene Intelligenz einzuhauchen: Das Fahrzeug soll selbst die Reinigungsleistung verbessern und gleichzeitig den Ressourcenaufwand verringern. „Ein System, welches den Reinigungsvorgang automatisch optimal einstellt und darüber hinaus lernt und sich ständig verbessert“, erklärt Professor Oliver Niggemann vom inIT. Gute Gründe also, warum ein Hersteller von Kanalreinigungsfahrzeugen dieses Thema gemeinsam mit der Forschung aufgreift. Der Meinung ist auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das mit dem eigenen ‘Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)‘ das Projekt mit 500.000 Euro über zwei Jahre fördert.

Quelle:
Julia Wunderlich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Ostwestfalen-Lippe

 

 

Filmstart von „Bottled Life“: Warum kaufen Menschen Trinkwasser in Flaschen?

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Fulminanter Filmstart in Deutschland

Hierzulande müssen wir nur den Hahn aufdrehen und verfügen jederzeit über bestes Trinkwasser. Warum kaufen dennoch viele Menschen teures abgefülltes Flaschenwasser und schleppen es aus dem Supermarkt nach Hause?

„Bottled Life“ deckt auf, wie Konzerne den Menschen ihr eigenes Wasser als teures Lifestyleprodukt verkaufen, und sich weltweit den Zugriff auf wertvolle Quellen sichern. Journalist Res Gehriger verfolgt die Spur von Nestlé und lässt uns tief blicken in die Strategien eines der mächtigsten Akteure im Milliardengeschäft mit dem Flaschenwasser.

Der Film hat schon etliche Preise eingeheimst:
Herbert-Quandt-Medienpreis 2013, Bester Dokumentarfilm,
GreenMe Festival Berlin 2013, Nominierung Prix De Soleure,
Solothurner Filmtage 2012, Gewinner Kamera Alpin Gold,
24. Filmfestival Graz 2012, Silver Plaque,
49. Chicago International Film Festival.
http://www.bottledlifefilm.com/

Für die öffentliche Wasserwirtschaft ist der Film auch deshalb interessant, weil er deutlich macht, dass die Auseinandersetzung über das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Wasser auch mit großen Lebensmittelkonzernen und mit korrupten Regierungen geführt werden muss. Ein Film, der nachdenklich macht und dabei aufzeigt, dass bürgerschaftliches Engagement erfolgreich sein kann. Für alle an „Wasserpolitik“ Interessierte ist der Film ein Muss.

Die AöW unterstützt neben „Brot für die Welt“ als Hauptpartner die Aufführung des Films in Deutschland: http://www.bottledlife.wfilm.de/bottled_life/Partner.html
http://www.bottledlife.wfilm.de/bottled_life/Start.html
https://de-de.facebook.com/bottledlife

 

 

Fischembryos mit Chemikalienschutz

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Forscher der Eawag (Dübendorf) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig haben ein Protein entdeckt, das Chemikalien aus dem Embryo des Zebrabärblings heraustransportiert und den Fisch auf diese Weise vor giftigen Substanzen schützt. Weil es aber auch Chemikalien gibt, welche genau diesen Mechanismus unterbinden und die Embryonen dadurch verletzlicher werden, könnte die heute im Wissenschaftsmagazin BMC Biology veröffentlichte Studie für die Chemikalienbewertung sehr wichtig sein.

Fische besitzen viele unterschiedliche Mechanismen, um sich vor schädlichen Substanzen in Gewässern zu schützen. Dazu gehören molekulare Transportsysteme, die ein Eindringen toxischer Substanzen in die Zelle verhindern. So genannte ABC-Transporter sind bei Säugetieren bereits gut untersucht. Über solche Transporter in Fischen oder deren Embryonen war bislang nur wenig bekannt. Die beiden Ökotoxikologen Dr. Till Luckenbach (UFZ) und Dr. Stephan Fischer (Eawag) haben gemeinsam mit weiteren Kollegen nun herausgefunden, dass beim Embryo des Zebrabärblings (Danio rerio) das Transportprotein Abcb4 aktiv Chemikalien aus dem Embryo herausschleust. «Ein Fischembryo hat bereits sehr gute Schutzkompetenzen», sagt Luckenbach. «Die Bedeutung solcher Transportsysteme wurde in der toxikologischen und ökotoxikologischen Forschung bislang unterschätzt – sie spielen aber eine äusserst wichtige Rolle.»

Anderes Schutzprotein als beim Menschen
Bindet eine Substanz an das Transport-Protein Abcb4 des Fischembryos, wird der ebenfalls an den Transporter angelagerte Zelltreibstoff ATP gespalten. Die dabei freiwerdende Energie wird dazu genutzt, den unerwünschten Stoff aus der Zelle heraus zu schleusen. Abcb4 kann eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe abwehren, wodurch der Embryo resistent wird gegenüber einer Vielzahl von Schadstoffen. Beim Menschen übernimmt diese Funktion das Protein ABCB1. Überraschend war daher das Ergebnis der Studie, dass diese Aufgabe im Zebrabärbling das Transportprotein Abcb4 ausübt. ABCB4 beim Menschen kann dagegen keine toxischen Substanzen transportieren, sondern bindet spezifisch an bestimmte Fettsäuren der Leber, die in die Gallenkanäle geschleust werden, um die Leberzellen vor den aggressiven Gallensäuren zu schützen.

Versagen ist möglich
In ihren Untersuchungen konnten die Forscher durch Messung der Aktivität des Transportersystems herausfinden, welche Chemikalien durch Abcb4 transportiert werden. Denn es gibt auch Substanzen, die den Transporter blockieren können. Durch diese Hemmung kann er seiner Funktion nicht nachkommen, und andere schädliche Substanzen können in den Organismus eindringen. «Stoffe, die den Transporter hemmen, öffnen anderen toxischen Substanzen Tür und Tor», sagt Stephan Fischer. Sie werden auch Chemosensitizer genannt, da sie den Organismus für Schadstoffe empfindlicher machen. Dieser indirekte toxische Effekt kann vor allem dann eine wichtige Rolle spielen, wenn die Embryonen ganzen Stoffgemischen ausgesetzt sind, wie sie üblicherweise in unserer Umwelt vorkommen.
Derzeit werden verschiedenste umweltrelevante Chemikalien auf deren Einfluss auf das Abcb4-Transportersystem getestet – einzeln und im Gemisch. Luckenbach sagt dazu:«Viele Effekte von Stoffgemischen können mit der Abcb4-Proteinaktivität erklärt werden. Da Embryonen des Zebrabärblings für die Chemikalienbewertung und für Untersuchungen von Umweltbelastungen genutzt werden, hoffen wir, dass unsere Studie dazu beiträgt, dass in Zukunft unbedingt auch Tests zu Abcb4-Transportprozessen in die Richtlinien zu Toxizitätstests aufgenommen werden.»
(Text: Andri Bryner)

Orginalpublikation
Abcb4 acts as multixenobiotic transporter and active barrier against chemical uptake in zebrafish (Danio rerio) embryos. Stephan Fischer, Nils Klüver, Kathleen Burkhardt-Medicke, Mirko Pietsch, Anne-Marie Schmidt, Peggy Wellner, Kristin Schirmer and Till Luckenbach BMC Biology 2013, 11:69 doi:10.1186/1741-7007-11-69
http://www.biomedcentral.com/1741-7007/11/69

Weitere Informationen
Deutschland
UFZ – Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Dr. Till Luckenbach; +49 341 235 1514; till.luckenbach@ufz.de
http://www.ufz.de/index.php?de=15560
Schweiz
Eawag – Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs
Dr. Stephan Fischer; +41 58 765 55 67; stephan.fischer@eawag.ch
Prof. Dr. Kristin Schirmer; +41 58 765 5266; kristin.schirmer@eawag.ch

Wer macht das? – Analyse von Legionellen in Kläranlagenabläufen

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Aus aktuellem Anlass wird nach entsprechenden Laboren und Untersuchungsverfahren bei klärwerk.info rege nachgefragt.

Neben dem konventionellen Verfahren hat sich die VIT®-Gensondentechnologie bewährt. Sie zeichnet sich neben ihrer Zuverlässigkeit vor allem durch eine erhebliche Zeitersparnis im Vergleich zu konventionellen Verfahren aus.

So erfolgt der quantitative Nachweis von Legionellen mittels ScanVIT-Legionella bereits nach 3 Tagen. Die klassische Methode dauert 10-14 Tage, wobei sie primär in Trinkwasser zum Einsatz kommt. Unklar ist inwieweit sie in Kläranlagenabläufen aufgrund der hohen Keimzahlen (104 – 105 Keime pro ml) überhaupt aussagekräftige Ergebnisse liefert.

Ein weiterer Vorteil der Gensonden liegt in dem parallelen Nachweis der gesamten Gattung Legionella sowie der gefährlichsten Art Legionella pneumophila.

Die Firma Bioserve bietet in Zusammenarbeit mit der vermicon AGab sofort diese Analyse an.

Der Preis pro Analyse beträgt 150 EUR zzgl. Mwst. pro Probe.

Fordern Sie die Zusendung der speziell für diese Analyse vorbereiteten Probenflaschen an unter info@bioserve-gmbh.de oder unter 06131/90622-68 (Herr Humm). Weitere Informationen zur Gensondentechnologie können ebenfalls angefordert werden.

Meerwasser zum Trinken

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Der Chemiker Professor Dr. Ulrich Tallarek von der Philipps-Universität wird für seinen wegweisenden Beitrag zur Umwelttechnologie geehrt: Das „World Technology Network“ hat ihn als Anwärter auf den „World Technology Award“ in der Kategorie „Environment“ nominiert, der am 15. November 2013 verliehen wird. Der Marburger Hochschullehrer stellte vor kurzem eine effektive Methode zur Entsalzung von Meerwasser vor.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass ein Drittel der Weltbevölkerung in Regionen lebt, in denen Mangel an Trinkwasser herrscht; dieser Anteil wird sich bis zum Jahr 2025 voraussichtlich verdoppeln. Salzwasser gibt es hingegen in Hülle und Fülle, es macht 97 Prozent der Wassermenge auf unserem Planeten aus. Dass Meerwasser ungenießbar ist, liegt an einfachem Kochsalz, wie man es im Supermarkt kaufen kann. Es besteht aus positiv geladenen Teilchen, den Natrium-Ionen, und negativ geladenen Teilchen, den Chlorid-Ionen.

Was läge näher, als das Trinkwasserproblem zu lösen, indem man Meerwasser entsalzt? „Dagegen spricht, dass Verfahren wie die Verdampfung und anschließende Kondensation des Wassers immense Energiemengen verbrauchen“, erläutert Tallarek. Dasselbe gilt für die so genannte Umkehrosmose: Hierbei pressen leistungsfähige Pumpen das Meerwasser mit hohem Druck durch feine Membranen, die das Salz zurückhalten und nur das reine Wasser hindurchlassen.

Tallareks Team und die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Richard M. Crooks an der University of Texas at Austin nutzen für ihren Ansatz die elektrolytischen Eigenschaften von Meerwasser aus. Das Salzwasser strömt hierbei durch verzweigte Mikrokanäle. Wo diese sich gabeln, befindet sich eine Elektrode. Dort wird ein sehr kleiner Teil der Chlorid-Ionen des Meerwassers zu Chlor oxidiert. „Es bildet sich lokal eine Zone, die an Ionen verarmt ist“, erläutert Tallarek. „Dadurch entsteht ein elektrischer Feldgradient, durch den elektrisch geladene Teilchen – seien es einfache Ionen oder organische Materie – an der Kanalverzweigung abgelenkt werden.“

Während sich in der Abzweigung Salz anreichert, fließt im anderen Kanalarm teilentsalztes Wasser. Tallareks Arbeitsgruppe führte numerische Simulationen durch, die zeigen, wie das neuartige Verfahren mechanistisch funktioniert und in Hinblick auf Entsalzungs- und Kosteneffizienz optimiert werden kann. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie International Edition“.

„Das Verfahren benötigt so wenig Energie, dass eine einfache Batterie für den Betrieb des Systems ausreicht“, erklärt Tallarek. Im Unterschied zu den bislang üblichen Entsalzungsmethoden kommt die neue Technik ohne teure und empfindliche Membranen aus, die zu verkeimen und verstopfen drohen, wodurch sich der Prozess zusätzlich verteuert; auch eine aufwendige Vorbehandlung entfällt. „Nicht zuletzt gestalten sich der Aufbau und Betrieb der Anlage so einfach, dass viel weniger Kapital benötigt wird, um die Vorrichtung vielfach parallel zu schalten“, betont der Chemiker.

Die „World Technology Awards“ werden jährlich in zahlreichen Kategorien vergeben, ausgelobt vom „World Technology Network“ in Verbindung mit Institutionen wie den Zeitschriften „TIME“, „Fortune“ und „Science“ sowie dem Fernsehsender CNN. Die Verleihung erfolgt zum Abschluss des „World Technology Summit“ in New York. Tallarek ist gemeinsam mit seinem Koautor Richard Crooks nominiert; die Entscheidung in der Kategorie „Umwelt“ fällt zwischen ihnen und fünf weiteren Finalisten.

Originalveröffentlichung: Kyle N. Knust et al.: „Electrochemically mediated seawater desalination“, Angewandte Chemie International Edition 52 (2013), Seite 8107-8110, DOI: 10.1002/anie.201302577

Weitere Informationen:
Professor Dr. Ulrich Tallarek,
Fachbereich Chemie
Tel.: 06421 28-25727
E-Mail: tallarek@staff.uni-marburg.de
AG Tallarek Internet: www.uni-marburg.de/fb15/ag-tallarek
„World Technology Network“ im Internet: http://www.wtn.net/summit2013

 

 

Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe.NRW stellt sich vor

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Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV) hat ein Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe.NRW ins Leben gerufen, um den nationalen und internationalen Erfahrungsaustausch zu fördern und vorhandenes Wissen zu bündeln und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der DWA-Landesverband NRW und das Cluster Umwelttechnologien. NRW betreuen das Kompetenzzentrum.

Ein Baustein sind die Internetseiten www.masterplan-wasser.nrw.de. Dort finden Sie u.a. Projektsteckbriefe mit Beispielen zur…lesen Sie mehr über das Kompetenzzentrum und den aktuellen newsletter mit Berichten zum Thema Mikroschadstoffe unter:

http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf
 
Noch mehr Informationen zum Thema Spurenstoffe finden Sie in der Rubrik Abwasserreinigung:
Meldungen zur Spurenstoff-Elimination (4.Reinigungsstufe)
Interessante Berichte zur Spurenstoff-Elimination (4.Reinigungsstufe)

Themen des aktuellen newsletter:
•  Geografische Übersicht über Praxisbeispiele auf Kläranlagen 
Arzneimittel in Gewässern schädigen die Umwelt 
Modellstadt Dülmen: Medikamentenreste im Abwasser  
Transrisk Projekt: Eliminierung von Antivirenmitteln mit Aktivkohle  
Aktivkohlehersteller: Aktualisierung der bestehenden Übersicht 
Spurenstoffe im Tiberbach nachgewiesen : Erste Proben ergaben 19 Arzneistoffe im Dülmener Abwasser 
Mikroverunreinigungen: Bundesrat in der Schweiz verabschiedet Botschaft zur Finanzierung 
Laichingen: Spurenstoffen in Kläranlage Laichingen mit über 2,1 Mio. EUR 

Projektsteckbriefe
Geografische Übersicht über Praxisbeispiele auf Kläranlagen
Einer der Aufgaben des Kompetenzzentrums ist die Sammlung, Auswertung und Bereitstellung von Daten zu konkreten Projekten zur Eliminierung von Mikroschadstoffen in Gewässern. Dazu wurden in den vergangenen Monaten 16 Steckbriefe zusammengestellt und auf www.masterplan-wasser.nrw.de veröffentlicht .Ergänzend wurden die Steckbriefe gedruckt und auf Veranstaltungen verbreitet. Zur leichteren regionalen Zuordnung der Projekte haben wir auf unserer Homepage ein Tool mit einer Karte von NRW entwickelt. Es liegen bisher folgende Steckbriefe zu nationalen und internationalen Projekten und Forschungsvorhaben zum Thema „Elimination von Mikroschadstoffen in Gewässern“ vor:
• Spurenstoffelimination mittels Aktivkornkohle im Ablauf des Klärwerkes Gütersloh-Putzhagen
• Elimination organischer Spurenstoffe aus kommunalem Abwasser unter Einsatz reaktivierter Pulveraktivkohle aus Trinkwasserwerken – Klärwerk Düsseldorf-Süd
• CSB- und Spurenstoffadsorption Kläranlage Bad Oeynhausen
• Einsatz von Ozon auf dem ZKW Detmold
• Aktivkohle-Behandlung Kläranlage Dülken
• PAK-Behandlung Kläranlage Harsewinkel

AdOx Köln – Umrüstung eines Kölner BIOFOR-Flockungsfilters auf Spurenstoffelimination – Phase 1
• PAK-Dosierung Filtration Klärwerk Buchenhofen
• Einsatz von Aktivkohle in bestehende Filtration auf dem Klärwerk Lage
• CSB- und Spurenstoffadsorption bei dem Verbandsklärwerk Obere Lutter
• Ozonierung und Aktivkohleadsorption in der Kläranlage Schwerte
• Ozonbehandlung Kläranlage Duisburg-Vierlinden
• Kreiskrankenhaus-Kläranlage Waldbröl
• Aktivkohleadsorption auf der Kläranlage Düren-Merken
• Ozonierung auf der Kläranlage Bad Sassendorf
• Spurenstoffelimination mittels Aktivkohle in der Kläranlage Neuss Ost
Den ganzen Artikel lesen sie unter:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Arzneimittel in Gewässern schädigen die Umwelt
Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im deutschen Bundestag hat sich in einem öffentlichen Fachgespräch am 20.03.2013 mit Arzneimitteln in Gewässern beschäftigt. Dort machte Günther Steinhäuser vom Umweltbundesamt folgendes deutlich: Wenn Humanarzneimittel in Gewässer gelangen, ist das schädlich für die Umwelt. Zwar seien die Gewässer in Deutschland nicht flächendeckend mit Konzentrationen belastet, die dramatisch zu nennen seien. Gleichwohl sei dies „ein Thema, mit dem man sich beschäftigen sollte und um das man sich sorgen soll“.
Rund 8 Tsd. Tonnen an Arzneimitteln gingen in Deutschland jähr
lich über die Tische der Apotheken, sagte Steinhäuser. Von den insgesamt zur Verfügung stehenden 3.000 Wirkstoffen seien etwa die Hälfte „potenziell umweltschädigend“. Das Problem, so der Experte, ergebe sich daraus, dass die Medikamente wasserlöslich sein müssten, um vom Körper aufgenommen zu werden. Kläranlagen könnten jedoch nicht alle der schädigenden Stoffe herausfil-tern. Steinhäuser verwies auf das Schmerzmittel Diclofenac, dessen nierenschädigende Wirkung bekannt sei und das schon in geringer Dossierung die Nieren von Fischen schädigen könne. Ein spezieller Fall seien auch die Antibiotikaresistenzen.
Lesen Sie den ganzen Artikel hier:
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Modellstadt Dülmen
Medikamentenreste im Abwasser

Noch ist nicht sicher, wie schädlich Medikamentenrückstände im Wasser langfristig für Mensch und Umwelt sind. Sicher ist jedoch, dass von 150 Arzneimitteln Reste in deutschen Gewässern nach-gewiesen worden sind. Um diese Belastung zu verringern, startet in Dülmen ein Modellprojekt: Der Lippeverband will hier erforschen, ob durch Aufklärung der Verbraucher die Rückstände minimiert werden können. Er sieht diese Strategie als Alternative und Ergänzung zu technischen Möglichkeiten. Gefördert wird das Projekt von der Landesregierung und der Europäischen Union.
Weitere Informationen zu dem Modellvorhaben finden Sie hier:
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Transrisk Projekt
Eliminierung von Antivirenmitteln mit Aktivkohle

Ob Antivirenmittel über eine nachgeschaltete Aktivkohlefiltration oder Ozonung in der Kläranlage entfernt werden können, soll im Rahmen des Projekts „TransRisk“ erforscht werden. Das teilte die Bundesanstalt für Gewässerkunde als Projektkoordinator von TransRisk mit. Nachdem im Arbeitspaket Risikocharakterisierung eine Probenahme-Kampagne in der Modellregion Donauried und an der Kläranlage Darmstadt durchgeführt wurde, um die Eignung chemischer, ökotoxikologischer und mikrobiologischer Methoden zu überprüfen und diese zu optimieren, lägen nun erste Ergebnisse vor. Im Projekt TransRisk entwickeln Forscher des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ein Risikomanagementsystem für den Umgang mit neuen, von Menschen in den Wasserkreislauf eingetragenen Schadstoffen und Krankheitserregern.
Die Chemisch-analytischen Untersuchungen zielten den Angaben zufolge auf den Nachweis von Antivirenmitteln im Ozonsystem der Versuchskläranlage der TU Darmstadt-Eberstadt. Acyclovir und dessen biologisches Abbauprodukt Carboxy-Acyclovir ließen sich im Ablauf der Kläranlage in einer Konzentrationen von 0,3 bzw. 6 μg/L feststellen. Beide Substanzen wurden mittels Ozon effektiv oxidiert bzw. transformiert, was im Falle von Carboxy-Acyclovir jedoch zur Bildung des bakterientoxischen Oxidationsproduktes COFA führte.
Mehr über das TransRisk Projekt finden Sie hier.
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Aktivkohlehersteller: Aktualisierung der bestehenden Übersicht
Das Cluster Umwelttechnologien.NRW hat eine Übersicht über nordrhein-westfälische Aktivkohle-Hersteller/Lieferanten sowie einige bundesweit agierende Unternehmen herausgegeben. In der Broschüre sind unterschiedliche Aktivkohlen für verschiedene Anwendungen zusammengestellt. Weiterhin wird ein Überblick über die Firmen gegeben, die sich in dem Themenfeld Aktivkohle, Aktiv-kohle-Herstellung und Aktivkohle-Regenerierung betätigen.
Derzeit wird an der Aktualisierung der Broschüre gearbeitet. Anregungen und Ergänzungen senden Sie bitte per Mail an info@umweltcluster-nrw.de.
Die Broschüre können Sie hier herunterladen.
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Spurenstoffe im Tiberbach nachgewiesen
Erste Proben ergaben 19 Arzneistoffe im Dülmener Abwasser

Im Dülmener Abwasser hat der LIPPEVERBAND eine Reihe von Medikamentenrückständen gefunden. Bei der Auswertung von Wasserproben aus dem Zulauf und Ablauf der Kläranlage Dülmen sowie aus dem Tiberbach konnten Arzneimittelspuren im Wasser nachgewiesen werden, die bisher nur vermutet wurden. Ende April hat der LIPPEVERBAND die entsprechenden Wasserproben direkt vor Ort entnommen und zwischenzeitlich im eigenen Labor analysiert. Es fand sich ein „Medikamenten-Mix“ u. a. aus den Schmerzmitteln Diclofenac und Ibuprofen, dem Antibiotikum Sulfamethoxazol, dem Röntgenkontrastmittel Iopamidol und dem Beta-blocker Sotalol. Auch das Antiepileptikum Carbamazepin sowie der Lipidsenker Bezafibrat wurden gefunden. „Den Spurenstoffen auf der Spur in Dülmen“ ist Teil des europäischen Forschungsprojektes „noPILLS“. Die Europäische Union fördert über das Programm In-terreg das Projekt „noPILLS“ und damit Strategien, um die Medikamentenbelastung im Wasser europaweit zu reduzieren. Die Co-Finanzierung erfolgt durch das Land Nordrhein-Westfalen.
Lesen Sie hier weiter:
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Mikroverunreinigungen: Bundesrat in der Schweiz verabschiedet Botschaft zur Finanzierung
Der Bundesrat strebt an, dass Mikroverunreinigungen im Abwasser eliminiert werden. Er schlägt deshalb eine gesamtschweizerische Finanzierungslösung vor, die 75 Prozent der erforderlichen Investitionen in rund 100 Abwasserreinigungsanlagen deckt. Dazu ist eine Änderung des Gewässerschutzgesetzes erforderlich. Am 26. Juni 2013 hat die Landesregierung eine entsprechende Botschaft an das Parlament verabschiedet.
Damit die Mikroverunreinigungen in ausreichendem Masse aus dem Abwasser eliminiert werden können, müssen rund 100 Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in der Schweiz speziell aufgerüstet werden. Bei diesen Mikroverunreinigungen (auch organische Spurenstoffe genannt) handelt es sich um Substanzen wie Medi-kamente, Hormone oder Biozide. Sie werden heute in den ARA nur zu einem geringen Teil herausgefiltert. Bereits in sehr niedrigen Konzentrationen im Bereich von wenigen Mikro- oder Nanogramm pro Liter können sie die Gesundheit und die Fortpflanzung der Fische gefährden. Aber auch andere Wasserlebewesen und die Trinkwasserressourcen können durch Einträge von Mikroverunreinigungen beeinträchtigt werden. Mehr:
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Laichingen: Spurenstoffen in Kläranlage Laichingen mit über 2,1 Mio. EUR
Ministerialdirektor Helmfried Meinel: Gerade im Karstgestein müssen wir schädliche Stoffe möglichst vom Grundwasser fernhalten.
Das Land fördert den über 4,5 Millionen Euro kostenden Bau einer Anlage zur Elimination von Spurenstoffen auf der Kläranlage Laichingen. Der Amtschef des Umweltministeriums, Ministerialdi-rektor Helmfried Meinel, hat heute (11.06.) der Stadt einen Förderbescheid in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro überreicht: „Besonders freut es mich, dass wir der Stadt für dieses richtungsweisende Abwasserprojekt eine 20-prozentige Extraförderung gewähren konnten“, erklärte Helmfried Meinel. „Spurenstoffe können schon in sehr niedrigen Konzentrationen schädliche Auswirkungen auf die Umwelt haben“, betonte Amtschef Meinel weiter. Projekte zur Elimination von Spurenstoffen fördere das Land daher mit einem „Spurenstoffbonus“ in Höhe von 20%.

„Gerade auf der schwäbischen Alb steht die Abwasserreinigung vor besonderen Herausforderungen“, betonte Amtschef Meinel. Oftmals befinde sich kein geeignetes Fließgewässer in der Nähe, in das die Kläranlage ihren Ablauf einleiten könne. Wenn dieser daher gezielt in das aus wasserwirtschaftlicher Sicht sensible Karstgestein versickert werde, stelle dies eine besondere Gefährdung für das Grundwasser dar. „Hier ist es ganz besonders nötig, das Abwasser vorher weitestgehend zu reinigen. Dass mit der neuen Anlage auch Reste von Haushaltschemikalien oder Arzneimitteln wirkungsvoll aus dem Abwasser entfernt werden können, ist beson-ders erwähnenswert“, sagte Helmfried Meinel. Mehr:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Gelesen: Kommt das Wasser aus dem Klärwerk sauber beim Kunden an?

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Wie groß die Probleme mit schlechtem Trinkwasser tatsächlich sind, könnten nur flächendeckende Untersuchungen in den Haushalten ergeben. Zwar ist das Wasser, das aus den Kläranlagen kommt und in später in mehreren Schritten zu Trinkwasser aufbereitet wird, sauber – aber glaubt man Mikrobiologen der Technischen Universität Berlin …den ganzen Artikel lesen Sie unter:

http://green.wiwo.de/alltag-wie-sauber-ist-unser-trinkwasser-wirklich/

 

Erneute Auszeichnung für Verfahren zur Düngerherstellung aus Klärschlammasche

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Für die Düngerherstellung aus Klärschlammasche sind die Recophos Consult GmbH sowie ihre wissenschaftlichen Partner, die TH Mittelhessen und die TU Bergakademie Freiberg mit dem diesjährigen IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ausgezeichnet worden. Mit der bereits zweiten überregionalen Auszeichnung nach dem Deutschen Rohstoff-Effizienzpreis auf der Habenseite sollen nun Geldgeber für die erste eigene Produktionsanlage für die Dünge-Pellets gesucht werden. In einer Testproduktion wurden bereits 4000 Tonnen Phosphordünger gewonnen, die reißenden Absatz fanden.

Schließlich ist Phosphor ein wichtiger Grundstoff für Pflanzendünger. Er wird derzeit aus Mineralen, also Erzeugnissen des Bergbaus gewonnen. Doch diese werden auf lange Sicht knapp. Der neue Dünger aus Klärschlammasche sei da eine Alternative mit großem Potenzial, betont Prof. Martin Bertau vom Institut für Technische Chemie der TU Bergakademie Freiberg: „Mit der Rückgewinnung von Phosphor bei der thermischen Verwertung von Klärschlammasche könnten wir mittelfristig die Hälfte des heimischen Phosphat-Bedarfs abdecken.“ Ein mindestens ebenso wichtiges Argument für das neue Düngemittel: Bei der Gewinnung des Phosphors aus der Asche werden giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber abgeschieden. „Die Pflanzen bekommen genau das, was sie brauchen, weil der Dünger aus ihnen selbst ist“, erläutert Prof. Bertau von der Ressourcenuniversität. Das ist beim mineralischen Dünger anders. Er gibt zum Beispiel das radioaktive Metall Uran in den Boden ab, das damit quasi über die Nahrungsmittel auf den Tellern der Verbraucher landet.

Das nächste Ziel der beteiligten Wissenschaftler ist es nun, das Verfahren zur Produktion des Recycling-Düngers im großen Stil umzusetzen. So plant die Recophos Consult GmbH eine Anlage in Schönebeck (Sachsen-Anhalt), für die noch Geldgeber für die geschätzten 12 Millionen Euro Investitionskosten gesucht werden. Prof. Bertau wird dabei weiter an dem Projekt mitwirken und sein Zero-Waste-Konzept beim Klärschlammdünger noch weiter verfeinern. Schließlich sollen bei der Herstellung nicht nur Dünger-Pellets entstehen, sondern auch die übriggebliebenen Schwermetalle weiter verarbeitet werden. Am Ende soll somit ein 100-prozentiges Recycling erreicht sein, ohne vom Klärschlamm auch nur einen Gramm Abfall zu hinterlassen.

Zum Hintergrund: Mit dem Verfahren der Recophos Consult GmbH aus Gardelegen (Sachsen-Anhalt), das gemeinsam mit Wissenschaftlern der TH Mittelhessen und der TU Bergakademie Freiberg entwickelt wurde, lässt sich aus Aschen, die bei der Verbrennung von Klärschlämmen aus herkömmlichen Kläranlagen entstehen, der darin enthaltene Phosphor zu fast 100 Prozent recyceln. Dazu wird der Klärschlamm mineralisiert. Aus der Asche kann unter Beimischung von Chemikalien dann der Phosphor gewonnen werden. Der für den Pflanzenanbau wichtige Nährstoff ist elementarer Bestandteil von Düngemitteln und lässt sich bislang nicht künstlich ersetzen. Der IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ging in diesem Jahr sowohl als Gesamtpreis sowie als Clusterpreis Chemie/Kunststoffe an das Konsortium von Recophos Consult GmbH, TH Mittelhessen und TU Bergakademie Freiberg. Der Hauptpreis wird dabei von den drei Industrie- und Handelskammern aus Halle-Dessau, Leipzig und Ostthüringen gesponsert. Der Clusterpreis wurde in diesem Jahr erstmals gemeinschaftlich von der Dow Olefineverbund GmbH und der Styron Deutschland GmbH ausgelobt.

http://tu-freiberg.de/presse/aktuelles/aktuelles_detail.html?Datensatz=1799

 

 

Kanalarbeiter: Kein Job für jedermann

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Wenn Norbert Stolzki zur Arbeit geht, steigt er durch eine schmale Röhre hinab in die dunkle, stinkende Kanalisation. Aber er macht es gerne.

Die Eingeweide der Stadt dampfen. In Norbert Stolzkis Schnauzer sammeln sich drei Schneeflocken, als er die Leiter des engen Schachts hinuntersteigt, nur 57 Zentimeter breit, dafür aber sechs Meter lang. Unten angekommen, wimmeln im Schein seiner kleinen Lampe Mücken und kleine Fetzen von Papier. Der Fluss, der normalerweise dort unten fließt, ist heute nur ein Rinnsal, weil es die vergangenen Tage nicht viel geregnet hat. Norbert Stolzki, Kanalarbeiter im dreißigsten Jahr, fasst zusammen, was da alles so fließt: Abwasser, Urin – so riecht die Stadt.

Die Arbeit im Kanal, das sagen sie selbst bei der Stadtentwässerung Frankfurt, ist kein Traumjob. Mehr:

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kanalarbeiter-kein-job-fuer-jedermann-12097212.html