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Filmstart von „Bottled Life“: Warum kaufen Menschen Trinkwasser in Flaschen?

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Fulminanter Filmstart in Deutschland

Hierzulande müssen wir nur den Hahn aufdrehen und verfügen jederzeit über bestes Trinkwasser. Warum kaufen dennoch viele Menschen teures abgefülltes Flaschenwasser und schleppen es aus dem Supermarkt nach Hause?

„Bottled Life“ deckt auf, wie Konzerne den Menschen ihr eigenes Wasser als teures Lifestyleprodukt verkaufen, und sich weltweit den Zugriff auf wertvolle Quellen sichern. Journalist Res Gehriger verfolgt die Spur von Nestlé und lässt uns tief blicken in die Strategien eines der mächtigsten Akteure im Milliardengeschäft mit dem Flaschenwasser.

Der Film hat schon etliche Preise eingeheimst:
Herbert-Quandt-Medienpreis 2013, Bester Dokumentarfilm,
GreenMe Festival Berlin 2013, Nominierung Prix De Soleure,
Solothurner Filmtage 2012, Gewinner Kamera Alpin Gold,
24. Filmfestival Graz 2012, Silver Plaque,
49. Chicago International Film Festival.
http://www.bottledlifefilm.com/

Für die öffentliche Wasserwirtschaft ist der Film auch deshalb interessant, weil er deutlich macht, dass die Auseinandersetzung über das Menschenrecht auf Zugang zu sauberem Wasser auch mit großen Lebensmittelkonzernen und mit korrupten Regierungen geführt werden muss. Ein Film, der nachdenklich macht und dabei aufzeigt, dass bürgerschaftliches Engagement erfolgreich sein kann. Für alle an „Wasserpolitik“ Interessierte ist der Film ein Muss.

Die AöW unterstützt neben „Brot für die Welt“ als Hauptpartner die Aufführung des Films in Deutschland: http://www.bottledlife.wfilm.de/bottled_life/Partner.html
http://www.bottledlife.wfilm.de/bottled_life/Start.html
https://de-de.facebook.com/bottledlife

 

 

Fischembryos mit Chemikalienschutz

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Forscher der Eawag (Dübendorf) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig haben ein Protein entdeckt, das Chemikalien aus dem Embryo des Zebrabärblings heraustransportiert und den Fisch auf diese Weise vor giftigen Substanzen schützt. Weil es aber auch Chemikalien gibt, welche genau diesen Mechanismus unterbinden und die Embryonen dadurch verletzlicher werden, könnte die heute im Wissenschaftsmagazin BMC Biology veröffentlichte Studie für die Chemikalienbewertung sehr wichtig sein.

Fische besitzen viele unterschiedliche Mechanismen, um sich vor schädlichen Substanzen in Gewässern zu schützen. Dazu gehören molekulare Transportsysteme, die ein Eindringen toxischer Substanzen in die Zelle verhindern. So genannte ABC-Transporter sind bei Säugetieren bereits gut untersucht. Über solche Transporter in Fischen oder deren Embryonen war bislang nur wenig bekannt. Die beiden Ökotoxikologen Dr. Till Luckenbach (UFZ) und Dr. Stephan Fischer (Eawag) haben gemeinsam mit weiteren Kollegen nun herausgefunden, dass beim Embryo des Zebrabärblings (Danio rerio) das Transportprotein Abcb4 aktiv Chemikalien aus dem Embryo herausschleust. «Ein Fischembryo hat bereits sehr gute Schutzkompetenzen», sagt Luckenbach. «Die Bedeutung solcher Transportsysteme wurde in der toxikologischen und ökotoxikologischen Forschung bislang unterschätzt – sie spielen aber eine äusserst wichtige Rolle.»

Anderes Schutzprotein als beim Menschen
Bindet eine Substanz an das Transport-Protein Abcb4 des Fischembryos, wird der ebenfalls an den Transporter angelagerte Zelltreibstoff ATP gespalten. Die dabei freiwerdende Energie wird dazu genutzt, den unerwünschten Stoff aus der Zelle heraus zu schleusen. Abcb4 kann eine Vielzahl unterschiedlicher Stoffe abwehren, wodurch der Embryo resistent wird gegenüber einer Vielzahl von Schadstoffen. Beim Menschen übernimmt diese Funktion das Protein ABCB1. Überraschend war daher das Ergebnis der Studie, dass diese Aufgabe im Zebrabärbling das Transportprotein Abcb4 ausübt. ABCB4 beim Menschen kann dagegen keine toxischen Substanzen transportieren, sondern bindet spezifisch an bestimmte Fettsäuren der Leber, die in die Gallenkanäle geschleust werden, um die Leberzellen vor den aggressiven Gallensäuren zu schützen.

Versagen ist möglich
In ihren Untersuchungen konnten die Forscher durch Messung der Aktivität des Transportersystems herausfinden, welche Chemikalien durch Abcb4 transportiert werden. Denn es gibt auch Substanzen, die den Transporter blockieren können. Durch diese Hemmung kann er seiner Funktion nicht nachkommen, und andere schädliche Substanzen können in den Organismus eindringen. «Stoffe, die den Transporter hemmen, öffnen anderen toxischen Substanzen Tür und Tor», sagt Stephan Fischer. Sie werden auch Chemosensitizer genannt, da sie den Organismus für Schadstoffe empfindlicher machen. Dieser indirekte toxische Effekt kann vor allem dann eine wichtige Rolle spielen, wenn die Embryonen ganzen Stoffgemischen ausgesetzt sind, wie sie üblicherweise in unserer Umwelt vorkommen.
Derzeit werden verschiedenste umweltrelevante Chemikalien auf deren Einfluss auf das Abcb4-Transportersystem getestet – einzeln und im Gemisch. Luckenbach sagt dazu:«Viele Effekte von Stoffgemischen können mit der Abcb4-Proteinaktivität erklärt werden. Da Embryonen des Zebrabärblings für die Chemikalienbewertung und für Untersuchungen von Umweltbelastungen genutzt werden, hoffen wir, dass unsere Studie dazu beiträgt, dass in Zukunft unbedingt auch Tests zu Abcb4-Transportprozessen in die Richtlinien zu Toxizitätstests aufgenommen werden.»
(Text: Andri Bryner)

Orginalpublikation
Abcb4 acts as multixenobiotic transporter and active barrier against chemical uptake in zebrafish (Danio rerio) embryos. Stephan Fischer, Nils Klüver, Kathleen Burkhardt-Medicke, Mirko Pietsch, Anne-Marie Schmidt, Peggy Wellner, Kristin Schirmer and Till Luckenbach BMC Biology 2013, 11:69 doi:10.1186/1741-7007-11-69
http://www.biomedcentral.com/1741-7007/11/69

Weitere Informationen
Deutschland
UFZ – Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Dr. Till Luckenbach; +49 341 235 1514; till.luckenbach@ufz.de
http://www.ufz.de/index.php?de=15560
Schweiz
Eawag – Wasserforschungs-Institut des ETH-Bereichs
Dr. Stephan Fischer; +41 58 765 55 67; stephan.fischer@eawag.ch
Prof. Dr. Kristin Schirmer; +41 58 765 5266; kristin.schirmer@eawag.ch

Wer macht das? – Analyse von Legionellen in Kläranlagenabläufen

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Aus aktuellem Anlass wird nach entsprechenden Laboren und Untersuchungsverfahren bei klärwerk.info rege nachgefragt.

Neben dem konventionellen Verfahren hat sich die VIT®-Gensondentechnologie bewährt. Sie zeichnet sich neben ihrer Zuverlässigkeit vor allem durch eine erhebliche Zeitersparnis im Vergleich zu konventionellen Verfahren aus.

So erfolgt der quantitative Nachweis von Legionellen mittels ScanVIT-Legionella bereits nach 3 Tagen. Die klassische Methode dauert 10-14 Tage, wobei sie primär in Trinkwasser zum Einsatz kommt. Unklar ist inwieweit sie in Kläranlagenabläufen aufgrund der hohen Keimzahlen (104 – 105 Keime pro ml) überhaupt aussagekräftige Ergebnisse liefert.

Ein weiterer Vorteil der Gensonden liegt in dem parallelen Nachweis der gesamten Gattung Legionella sowie der gefährlichsten Art Legionella pneumophila.

Die Firma Bioserve bietet in Zusammenarbeit mit der vermicon AGab sofort diese Analyse an.

Der Preis pro Analyse beträgt 150 EUR zzgl. Mwst. pro Probe.

Fordern Sie die Zusendung der speziell für diese Analyse vorbereiteten Probenflaschen an unter info@bioserve-gmbh.de oder unter 06131/90622-68 (Herr Humm). Weitere Informationen zur Gensondentechnologie können ebenfalls angefordert werden.

Meerwasser zum Trinken

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Der Chemiker Professor Dr. Ulrich Tallarek von der Philipps-Universität wird für seinen wegweisenden Beitrag zur Umwelttechnologie geehrt: Das „World Technology Network“ hat ihn als Anwärter auf den „World Technology Award“ in der Kategorie „Environment“ nominiert, der am 15. November 2013 verliehen wird. Der Marburger Hochschullehrer stellte vor kurzem eine effektive Methode zur Entsalzung von Meerwasser vor.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass ein Drittel der Weltbevölkerung in Regionen lebt, in denen Mangel an Trinkwasser herrscht; dieser Anteil wird sich bis zum Jahr 2025 voraussichtlich verdoppeln. Salzwasser gibt es hingegen in Hülle und Fülle, es macht 97 Prozent der Wassermenge auf unserem Planeten aus. Dass Meerwasser ungenießbar ist, liegt an einfachem Kochsalz, wie man es im Supermarkt kaufen kann. Es besteht aus positiv geladenen Teilchen, den Natrium-Ionen, und negativ geladenen Teilchen, den Chlorid-Ionen.

Was läge näher, als das Trinkwasserproblem zu lösen, indem man Meerwasser entsalzt? „Dagegen spricht, dass Verfahren wie die Verdampfung und anschließende Kondensation des Wassers immense Energiemengen verbrauchen“, erläutert Tallarek. Dasselbe gilt für die so genannte Umkehrosmose: Hierbei pressen leistungsfähige Pumpen das Meerwasser mit hohem Druck durch feine Membranen, die das Salz zurückhalten und nur das reine Wasser hindurchlassen.

Tallareks Team und die Arbeitsgruppe von Professor Dr. Richard M. Crooks an der University of Texas at Austin nutzen für ihren Ansatz die elektrolytischen Eigenschaften von Meerwasser aus. Das Salzwasser strömt hierbei durch verzweigte Mikrokanäle. Wo diese sich gabeln, befindet sich eine Elektrode. Dort wird ein sehr kleiner Teil der Chlorid-Ionen des Meerwassers zu Chlor oxidiert. „Es bildet sich lokal eine Zone, die an Ionen verarmt ist“, erläutert Tallarek. „Dadurch entsteht ein elektrischer Feldgradient, durch den elektrisch geladene Teilchen – seien es einfache Ionen oder organische Materie – an der Kanalverzweigung abgelenkt werden.“

Während sich in der Abzweigung Salz anreichert, fließt im anderen Kanalarm teilentsalztes Wasser. Tallareks Arbeitsgruppe führte numerische Simulationen durch, die zeigen, wie das neuartige Verfahren mechanistisch funktioniert und in Hinblick auf Entsalzungs- und Kosteneffizienz optimiert werden kann. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie International Edition“.

„Das Verfahren benötigt so wenig Energie, dass eine einfache Batterie für den Betrieb des Systems ausreicht“, erklärt Tallarek. Im Unterschied zu den bislang üblichen Entsalzungsmethoden kommt die neue Technik ohne teure und empfindliche Membranen aus, die zu verkeimen und verstopfen drohen, wodurch sich der Prozess zusätzlich verteuert; auch eine aufwendige Vorbehandlung entfällt. „Nicht zuletzt gestalten sich der Aufbau und Betrieb der Anlage so einfach, dass viel weniger Kapital benötigt wird, um die Vorrichtung vielfach parallel zu schalten“, betont der Chemiker.

Die „World Technology Awards“ werden jährlich in zahlreichen Kategorien vergeben, ausgelobt vom „World Technology Network“ in Verbindung mit Institutionen wie den Zeitschriften „TIME“, „Fortune“ und „Science“ sowie dem Fernsehsender CNN. Die Verleihung erfolgt zum Abschluss des „World Technology Summit“ in New York. Tallarek ist gemeinsam mit seinem Koautor Richard Crooks nominiert; die Entscheidung in der Kategorie „Umwelt“ fällt zwischen ihnen und fünf weiteren Finalisten.

Originalveröffentlichung: Kyle N. Knust et al.: „Electrochemically mediated seawater desalination“, Angewandte Chemie International Edition 52 (2013), Seite 8107-8110, DOI: 10.1002/anie.201302577

Weitere Informationen:
Professor Dr. Ulrich Tallarek,
Fachbereich Chemie
Tel.: 06421 28-25727
E-Mail: tallarek@staff.uni-marburg.de
AG Tallarek Internet: www.uni-marburg.de/fb15/ag-tallarek
„World Technology Network“ im Internet: http://www.wtn.net/summit2013

 

 

Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe.NRW stellt sich vor

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Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV) hat ein Kompetenzzentrum Mikroschadstoffe.NRW ins Leben gerufen, um den nationalen und internationalen Erfahrungsaustausch zu fördern und vorhandenes Wissen zu bündeln und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der DWA-Landesverband NRW und das Cluster Umwelttechnologien. NRW betreuen das Kompetenzzentrum.

Ein Baustein sind die Internetseiten www.masterplan-wasser.nrw.de. Dort finden Sie u.a. Projektsteckbriefe mit Beispielen zur…lesen Sie mehr über das Kompetenzzentrum und den aktuellen newsletter mit Berichten zum Thema Mikroschadstoffe unter:

http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf
 
Noch mehr Informationen zum Thema Spurenstoffe finden Sie in der Rubrik Abwasserreinigung:
Meldungen zur Spurenstoff-Elimination (4.Reinigungsstufe)
Interessante Berichte zur Spurenstoff-Elimination (4.Reinigungsstufe)

Themen des aktuellen newsletter:
•  Geografische Übersicht über Praxisbeispiele auf Kläranlagen 
Arzneimittel in Gewässern schädigen die Umwelt 
Modellstadt Dülmen: Medikamentenreste im Abwasser  
Transrisk Projekt: Eliminierung von Antivirenmitteln mit Aktivkohle  
Aktivkohlehersteller: Aktualisierung der bestehenden Übersicht 
Spurenstoffe im Tiberbach nachgewiesen : Erste Proben ergaben 19 Arzneistoffe im Dülmener Abwasser 
Mikroverunreinigungen: Bundesrat in der Schweiz verabschiedet Botschaft zur Finanzierung 
Laichingen: Spurenstoffen in Kläranlage Laichingen mit über 2,1 Mio. EUR 

Projektsteckbriefe
Geografische Übersicht über Praxisbeispiele auf Kläranlagen
Einer der Aufgaben des Kompetenzzentrums ist die Sammlung, Auswertung und Bereitstellung von Daten zu konkreten Projekten zur Eliminierung von Mikroschadstoffen in Gewässern. Dazu wurden in den vergangenen Monaten 16 Steckbriefe zusammengestellt und auf www.masterplan-wasser.nrw.de veröffentlicht .Ergänzend wurden die Steckbriefe gedruckt und auf Veranstaltungen verbreitet. Zur leichteren regionalen Zuordnung der Projekte haben wir auf unserer Homepage ein Tool mit einer Karte von NRW entwickelt. Es liegen bisher folgende Steckbriefe zu nationalen und internationalen Projekten und Forschungsvorhaben zum Thema „Elimination von Mikroschadstoffen in Gewässern“ vor:
• Spurenstoffelimination mittels Aktivkornkohle im Ablauf des Klärwerkes Gütersloh-Putzhagen
• Elimination organischer Spurenstoffe aus kommunalem Abwasser unter Einsatz reaktivierter Pulveraktivkohle aus Trinkwasserwerken – Klärwerk Düsseldorf-Süd
• CSB- und Spurenstoffadsorption Kläranlage Bad Oeynhausen
• Einsatz von Ozon auf dem ZKW Detmold
• Aktivkohle-Behandlung Kläranlage Dülken
• PAK-Behandlung Kläranlage Harsewinkel

AdOx Köln – Umrüstung eines Kölner BIOFOR-Flockungsfilters auf Spurenstoffelimination – Phase 1
• PAK-Dosierung Filtration Klärwerk Buchenhofen
• Einsatz von Aktivkohle in bestehende Filtration auf dem Klärwerk Lage
• CSB- und Spurenstoffadsorption bei dem Verbandsklärwerk Obere Lutter
• Ozonierung und Aktivkohleadsorption in der Kläranlage Schwerte
• Ozonbehandlung Kläranlage Duisburg-Vierlinden
• Kreiskrankenhaus-Kläranlage Waldbröl
• Aktivkohleadsorption auf der Kläranlage Düren-Merken
• Ozonierung auf der Kläranlage Bad Sassendorf
• Spurenstoffelimination mittels Aktivkohle in der Kläranlage Neuss Ost
Den ganzen Artikel lesen sie unter:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Arzneimittel in Gewässern schädigen die Umwelt
Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im deutschen Bundestag hat sich in einem öffentlichen Fachgespräch am 20.03.2013 mit Arzneimitteln in Gewässern beschäftigt. Dort machte Günther Steinhäuser vom Umweltbundesamt folgendes deutlich: Wenn Humanarzneimittel in Gewässer gelangen, ist das schädlich für die Umwelt. Zwar seien die Gewässer in Deutschland nicht flächendeckend mit Konzentrationen belastet, die dramatisch zu nennen seien. Gleichwohl sei dies „ein Thema, mit dem man sich beschäftigen sollte und um das man sich sorgen soll“.
Rund 8 Tsd. Tonnen an Arzneimitteln gingen in Deutschland jähr
lich über die Tische der Apotheken, sagte Steinhäuser. Von den insgesamt zur Verfügung stehenden 3.000 Wirkstoffen seien etwa die Hälfte „potenziell umweltschädigend“. Das Problem, so der Experte, ergebe sich daraus, dass die Medikamente wasserlöslich sein müssten, um vom Körper aufgenommen zu werden. Kläranlagen könnten jedoch nicht alle der schädigenden Stoffe herausfil-tern. Steinhäuser verwies auf das Schmerzmittel Diclofenac, dessen nierenschädigende Wirkung bekannt sei und das schon in geringer Dossierung die Nieren von Fischen schädigen könne. Ein spezieller Fall seien auch die Antibiotikaresistenzen.
Lesen Sie den ganzen Artikel hier:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Modellstadt Dülmen
Medikamentenreste im Abwasser

Noch ist nicht sicher, wie schädlich Medikamentenrückstände im Wasser langfristig für Mensch und Umwelt sind. Sicher ist jedoch, dass von 150 Arzneimitteln Reste in deutschen Gewässern nach-gewiesen worden sind. Um diese Belastung zu verringern, startet in Dülmen ein Modellprojekt: Der Lippeverband will hier erforschen, ob durch Aufklärung der Verbraucher die Rückstände minimiert werden können. Er sieht diese Strategie als Alternative und Ergänzung zu technischen Möglichkeiten. Gefördert wird das Projekt von der Landesregierung und der Europäischen Union.
Weitere Informationen zu dem Modellvorhaben finden Sie hier:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Transrisk Projekt
Eliminierung von Antivirenmitteln mit Aktivkohle

Ob Antivirenmittel über eine nachgeschaltete Aktivkohlefiltration oder Ozonung in der Kläranlage entfernt werden können, soll im Rahmen des Projekts „TransRisk“ erforscht werden. Das teilte die Bundesanstalt für Gewässerkunde als Projektkoordinator von TransRisk mit. Nachdem im Arbeitspaket Risikocharakterisierung eine Probenahme-Kampagne in der Modellregion Donauried und an der Kläranlage Darmstadt durchgeführt wurde, um die Eignung chemischer, ökotoxikologischer und mikrobiologischer Methoden zu überprüfen und diese zu optimieren, lägen nun erste Ergebnisse vor. Im Projekt TransRisk entwickeln Forscher des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) ein Risikomanagementsystem für den Umgang mit neuen, von Menschen in den Wasserkreislauf eingetragenen Schadstoffen und Krankheitserregern.
Die Chemisch-analytischen Untersuchungen zielten den Angaben zufolge auf den Nachweis von Antivirenmitteln im Ozonsystem der Versuchskläranlage der TU Darmstadt-Eberstadt. Acyclovir und dessen biologisches Abbauprodukt Carboxy-Acyclovir ließen sich im Ablauf der Kläranlage in einer Konzentrationen von 0,3 bzw. 6 μg/L feststellen. Beide Substanzen wurden mittels Ozon effektiv oxidiert bzw. transformiert, was im Falle von Carboxy-Acyclovir jedoch zur Bildung des bakterientoxischen Oxidationsproduktes COFA führte.
Mehr über das TransRisk Projekt finden Sie hier.
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Aktivkohlehersteller: Aktualisierung der bestehenden Übersicht
Das Cluster Umwelttechnologien.NRW hat eine Übersicht über nordrhein-westfälische Aktivkohle-Hersteller/Lieferanten sowie einige bundesweit agierende Unternehmen herausgegeben. In der Broschüre sind unterschiedliche Aktivkohlen für verschiedene Anwendungen zusammengestellt. Weiterhin wird ein Überblick über die Firmen gegeben, die sich in dem Themenfeld Aktivkohle, Aktiv-kohle-Herstellung und Aktivkohle-Regenerierung betätigen.
Derzeit wird an der Aktualisierung der Broschüre gearbeitet. Anregungen und Ergänzungen senden Sie bitte per Mail an info@umweltcluster-nrw.de.
Die Broschüre können Sie hier herunterladen.
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Spurenstoffe im Tiberbach nachgewiesen
Erste Proben ergaben 19 Arzneistoffe im Dülmener Abwasser

Im Dülmener Abwasser hat der LIPPEVERBAND eine Reihe von Medikamentenrückständen gefunden. Bei der Auswertung von Wasserproben aus dem Zulauf und Ablauf der Kläranlage Dülmen sowie aus dem Tiberbach konnten Arzneimittelspuren im Wasser nachgewiesen werden, die bisher nur vermutet wurden. Ende April hat der LIPPEVERBAND die entsprechenden Wasserproben direkt vor Ort entnommen und zwischenzeitlich im eigenen Labor analysiert. Es fand sich ein „Medikamenten-Mix“ u. a. aus den Schmerzmitteln Diclofenac und Ibuprofen, dem Antibiotikum Sulfamethoxazol, dem Röntgenkontrastmittel Iopamidol und dem Beta-blocker Sotalol. Auch das Antiepileptikum Carbamazepin sowie der Lipidsenker Bezafibrat wurden gefunden. „Den Spurenstoffen auf der Spur in Dülmen“ ist Teil des europäischen Forschungsprojektes „noPILLS“. Die Europäische Union fördert über das Programm In-terreg das Projekt „noPILLS“ und damit Strategien, um die Medikamentenbelastung im Wasser europaweit zu reduzieren. Die Co-Finanzierung erfolgt durch das Land Nordrhein-Westfalen.
Lesen Sie hier weiter:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Mikroverunreinigungen: Bundesrat in der Schweiz verabschiedet Botschaft zur Finanzierung
Der Bundesrat strebt an, dass Mikroverunreinigungen im Abwasser eliminiert werden. Er schlägt deshalb eine gesamtschweizerische Finanzierungslösung vor, die 75 Prozent der erforderlichen Investitionen in rund 100 Abwasserreinigungsanlagen deckt. Dazu ist eine Änderung des Gewässerschutzgesetzes erforderlich. Am 26. Juni 2013 hat die Landesregierung eine entsprechende Botschaft an das Parlament verabschiedet.
Damit die Mikroverunreinigungen in ausreichendem Masse aus dem Abwasser eliminiert werden können, müssen rund 100 Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in der Schweiz speziell aufgerüstet werden. Bei diesen Mikroverunreinigungen (auch organische Spurenstoffe genannt) handelt es sich um Substanzen wie Medi-kamente, Hormone oder Biozide. Sie werden heute in den ARA nur zu einem geringen Teil herausgefiltert. Bereits in sehr niedrigen Konzentrationen im Bereich von wenigen Mikro- oder Nanogramm pro Liter können sie die Gesundheit und die Fortpflanzung der Fische gefährden. Aber auch andere Wasserlebewesen und die Trinkwasserressourcen können durch Einträge von Mikroverunreinigungen beeinträchtigt werden. Mehr:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Laichingen: Spurenstoffen in Kläranlage Laichingen mit über 2,1 Mio. EUR
Ministerialdirektor Helmfried Meinel: Gerade im Karstgestein müssen wir schädliche Stoffe möglichst vom Grundwasser fernhalten.
Das Land fördert den über 4,5 Millionen Euro kostenden Bau einer Anlage zur Elimination von Spurenstoffen auf der Kläranlage Laichingen. Der Amtschef des Umweltministeriums, Ministerialdi-rektor Helmfried Meinel, hat heute (11.06.) der Stadt einen Förderbescheid in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro überreicht: „Besonders freut es mich, dass wir der Stadt für dieses richtungsweisende Abwasserprojekt eine 20-prozentige Extraförderung gewähren konnten“, erklärte Helmfried Meinel. „Spurenstoffe können schon in sehr niedrigen Konzentrationen schädliche Auswirkungen auf die Umwelt haben“, betonte Amtschef Meinel weiter. Projekte zur Elimination von Spurenstoffen fördere das Land daher mit einem „Spurenstoffbonus“ in Höhe von 20%.

„Gerade auf der schwäbischen Alb steht die Abwasserreinigung vor besonderen Herausforderungen“, betonte Amtschef Meinel. Oftmals befinde sich kein geeignetes Fließgewässer in der Nähe, in das die Kläranlage ihren Ablauf einleiten könne. Wenn dieser daher gezielt in das aus wasserwirtschaftlicher Sicht sensible Karstgestein versickert werde, stelle dies eine besondere Gefährdung für das Grundwasser dar. „Hier ist es ganz besonders nötig, das Abwasser vorher weitestgehend zu reinigen. Dass mit der neuen Anlage auch Reste von Haushaltschemikalien oder Arzneimitteln wirkungsvoll aus dem Abwasser entfernt werden können, ist beson-ders erwähnenswert“, sagte Helmfried Meinel. Mehr:
http://www.masterplan-wasser.nrw.de/data/files/700/Newsletter_1_2013_final.pdf

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Gelesen: Kommt das Wasser aus dem Klärwerk sauber beim Kunden an?

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Wie groß die Probleme mit schlechtem Trinkwasser tatsächlich sind, könnten nur flächendeckende Untersuchungen in den Haushalten ergeben. Zwar ist das Wasser, das aus den Kläranlagen kommt und in später in mehreren Schritten zu Trinkwasser aufbereitet wird, sauber – aber glaubt man Mikrobiologen der Technischen Universität Berlin …den ganzen Artikel lesen Sie unter:

http://green.wiwo.de/alltag-wie-sauber-ist-unser-trinkwasser-wirklich/

 

Erneute Auszeichnung für Verfahren zur Düngerherstellung aus Klärschlammasche

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Für die Düngerherstellung aus Klärschlammasche sind die Recophos Consult GmbH sowie ihre wissenschaftlichen Partner, die TH Mittelhessen und die TU Bergakademie Freiberg mit dem diesjährigen IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ausgezeichnet worden. Mit der bereits zweiten überregionalen Auszeichnung nach dem Deutschen Rohstoff-Effizienzpreis auf der Habenseite sollen nun Geldgeber für die erste eigene Produktionsanlage für die Dünge-Pellets gesucht werden. In einer Testproduktion wurden bereits 4000 Tonnen Phosphordünger gewonnen, die reißenden Absatz fanden.

Schließlich ist Phosphor ein wichtiger Grundstoff für Pflanzendünger. Er wird derzeit aus Mineralen, also Erzeugnissen des Bergbaus gewonnen. Doch diese werden auf lange Sicht knapp. Der neue Dünger aus Klärschlammasche sei da eine Alternative mit großem Potenzial, betont Prof. Martin Bertau vom Institut für Technische Chemie der TU Bergakademie Freiberg: „Mit der Rückgewinnung von Phosphor bei der thermischen Verwertung von Klärschlammasche könnten wir mittelfristig die Hälfte des heimischen Phosphat-Bedarfs abdecken.“ Ein mindestens ebenso wichtiges Argument für das neue Düngemittel: Bei der Gewinnung des Phosphors aus der Asche werden giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber abgeschieden. „Die Pflanzen bekommen genau das, was sie brauchen, weil der Dünger aus ihnen selbst ist“, erläutert Prof. Bertau von der Ressourcenuniversität. Das ist beim mineralischen Dünger anders. Er gibt zum Beispiel das radioaktive Metall Uran in den Boden ab, das damit quasi über die Nahrungsmittel auf den Tellern der Verbraucher landet.

Das nächste Ziel der beteiligten Wissenschaftler ist es nun, das Verfahren zur Produktion des Recycling-Düngers im großen Stil umzusetzen. So plant die Recophos Consult GmbH eine Anlage in Schönebeck (Sachsen-Anhalt), für die noch Geldgeber für die geschätzten 12 Millionen Euro Investitionskosten gesucht werden. Prof. Bertau wird dabei weiter an dem Projekt mitwirken und sein Zero-Waste-Konzept beim Klärschlammdünger noch weiter verfeinern. Schließlich sollen bei der Herstellung nicht nur Dünger-Pellets entstehen, sondern auch die übriggebliebenen Schwermetalle weiter verarbeitet werden. Am Ende soll somit ein 100-prozentiges Recycling erreicht sein, ohne vom Klärschlamm auch nur einen Gramm Abfall zu hinterlassen.

Zum Hintergrund: Mit dem Verfahren der Recophos Consult GmbH aus Gardelegen (Sachsen-Anhalt), das gemeinsam mit Wissenschaftlern der TH Mittelhessen und der TU Bergakademie Freiberg entwickelt wurde, lässt sich aus Aschen, die bei der Verbrennung von Klärschlämmen aus herkömmlichen Kläranlagen entstehen, der darin enthaltene Phosphor zu fast 100 Prozent recyceln. Dazu wird der Klärschlamm mineralisiert. Aus der Asche kann unter Beimischung von Chemikalien dann der Phosphor gewonnen werden. Der für den Pflanzenanbau wichtige Nährstoff ist elementarer Bestandteil von Düngemitteln und lässt sich bislang nicht künstlich ersetzen. Der IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ging in diesem Jahr sowohl als Gesamtpreis sowie als Clusterpreis Chemie/Kunststoffe an das Konsortium von Recophos Consult GmbH, TH Mittelhessen und TU Bergakademie Freiberg. Der Hauptpreis wird dabei von den drei Industrie- und Handelskammern aus Halle-Dessau, Leipzig und Ostthüringen gesponsert. Der Clusterpreis wurde in diesem Jahr erstmals gemeinschaftlich von der Dow Olefineverbund GmbH und der Styron Deutschland GmbH ausgelobt.

http://tu-freiberg.de/presse/aktuelles/aktuelles_detail.html?Datensatz=1799

 

 

Kanalarbeiter: Kein Job für jedermann

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Wenn Norbert Stolzki zur Arbeit geht, steigt er durch eine schmale Röhre hinab in die dunkle, stinkende Kanalisation. Aber er macht es gerne.

Die Eingeweide der Stadt dampfen. In Norbert Stolzkis Schnauzer sammeln sich drei Schneeflocken, als er die Leiter des engen Schachts hinuntersteigt, nur 57 Zentimeter breit, dafür aber sechs Meter lang. Unten angekommen, wimmeln im Schein seiner kleinen Lampe Mücken und kleine Fetzen von Papier. Der Fluss, der normalerweise dort unten fließt, ist heute nur ein Rinnsal, weil es die vergangenen Tage nicht viel geregnet hat. Norbert Stolzki, Kanalarbeiter im dreißigsten Jahr, fasst zusammen, was da alles so fließt: Abwasser, Urin – so riecht die Stadt.

Die Arbeit im Kanal, das sagen sie selbst bei der Stadtentwässerung Frankfurt, ist kein Traumjob. Mehr:

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/kanalarbeiter-kein-job-fuer-jedermann-12097212.html

 

Mainz: Anwalt bringt Stadtwerke in Not

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Wasser ist wertvoll, aber nicht ganz so teuer, wie die Stadtwerke in den vergangenen Jahren in Rechnung gestellt haben.

Ein Jurist fühlt sich von den Stadtwerken auf den Arm genommen. Er hätte jahrelang einen zu hohen Wasserpreis bezahlt, sagt er und fordert Geld zurück. Wenn andere Kunden ihm folgen, könnte das die Stadtwerke einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.
Ein Mainzer Anwalt will Geld zurück – zwar nur drei Mal etwa 15 Euro, doch die Stadtwerke könnte das satte 13,5 Millionen kosten. Denn nicht nur Anwalt Johannes Zindel, sondern weitere 240.000 Stadtwerke-Kunden haben jahrelang zu viel für ihr Wasser bezahlt, hat das Bundeskartellamt festgestellt. Mehr:

http://www.fr-online.de/mainz/stadtwerke-mainz-anwalt-bringt-stadtwerke-in-not,11181020,21097214.html
 

 

Toiletten-Abwasser strömt in Frankfurter U-Bahn-Station

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Frankfurt/Main. Rund 2000 Liter Abwasser aus mobilen Klo-Häuschen sind in eine Frankfurter U-Bahn-Station gelaufen. „Beim Entleeren der Toiletten wurde statt des Abwasserschachts leider der Revisionsschacht erwischt“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Montag. Sanitärflüssigkeit und Fäkalien flossen so in einen Technikraum und von dort in die Station. Mehr:

http://www.abendblatt.de/vermischtes/article116784548/Toiletten-Abwasser-stroemt-in-Frankfurter-U-Bahn-Station.html