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Sanftstarter im Klärwerk sparen Energie und Betriebskosten

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Bild Nuet-Wissen-Minden-1.JPG Die Oberflächenbelüfter zur Belüftung des Belebtschlammes mussten
bisher alle vier Jahre ausgetauscht werden. Durch Sanftstarter wird sich
dieses Intervall wohl verdoppeln.

Im Zuge der Modernisierung der Abwasserreinigungsanlage Minden-Leteln wurden die Oberflächenbelüfter für die Belüftung bzw. die Durchmischung des Klärschlamms mit Sanftstartern ausgerüstet. Dadurch konnte der Strombezug flexibel an die anderen Anlagenteile angepasst werden, was letztendlich zu einer spürbaren Einsparung geführt hat. Gleichzeitig sanken auch die Instandhaltungskosten, weil die mechanische Beanspruchung der Turbinen spürbar gesunken ist. „Auf den Prozess selbst hat man keinen allzu großen Einfluss, wenn er einmal richtig eingestellt ist“, so die jahrzehntelange Erfahrung von Heinrich Denzer, ehemaliger Betriebsleiter der Abwasser-Reinigungs-Anlage (ARA) Minden-Leteln, der sich mittlerweile im wohlverdienten Ruhestand befindet. Der Fachmann spricht in diesem Zusammenhang von der Abwasserreinigung mithilfe einer vollbiologischen Kläranlage. Hierbei müssen riesige Abwassermengen aus dem 1.000 km langen Abwassernetz aus den Städten Minden, Petershagen und Portawestfalica – an Tro-
ckenwettertagen 30.000 m³, an Regentagen bis zu 120.000 m3 pro Tag – bewältigt werden.
Worauf jedoch die technische Ausrüstung der Anlage sehr wohl einen Einfluss hat, sind die Verbrauchswerte und die Kosten. Auch aus diesem Grund wurden im Jahre 2005 rund 880.000 Euro in Automatisierung, Steuerungs- und Computertechnik investiert. Eine zentrale Rolle spielten dabei auch Sanftstarter im Bereich der Belüftungsbecken. Dort wird über das Belebtschlamm-Verfahren eine biologische Reinigung der Abwässer mithilfe von Mikroorganismen erreicht. Das geschieht wie in der Natur, indem die Mikroorganismen Schmutzstoffe im Abwasser als Nahrungsquelle nutzen und zu Körpersubstanz umbauen.
Dafür benötigen sie – ähnlich wie auch der Mensch – reichlich Sauerstoff. Dieser Sauerstoff muss mit hohem Energieaufwand in das zu reinigende Wasser eingetragen werden.

Bild Nuet-Wissen-Minden-2.JPG ARA-Betriebsleiter a.D. Heinrich Denzer ist von der neuen Tech- nik begeistert: „Mit den Sanftstartern 3RW44 von Siemens sparen wir Energie- und Servicekosten in beträchtlicher Höhe.“  

 

In Minden gibt es hierfür unter anderem zwölf Oberflächenbelüfter mit je 38 kW, die das Abwasser in den Belüftungsbecken durch die Luft schleudern und so die Sauerstoffaufnahme über die Berührungsfläche Luft Wasser (Diffusionsfläche) bewirken. Im Gegensatz zum zweiten möglichen Verfahren, nämlich die Luft direkt in die Flüssigkeit einzublasen, ist bei einer solchen Lösung ein deutlich niedrigerer Investitionsbedarf für die Anlagentechnik notwendig. Um nun bei den Betriebskosten deutliche Einsparungen zu erreichen, wurden die elektrischen Oberflächenbelüfter mit Sanftstartern des Typs 3RW44 von Siemens ausgerüstet. Das Besondere an diesen Niederspannungs-Schaltgeräten ist, dass sie als High- Feature-Geräte mit einer hohen Funktionalität ausgestattet sind. In der beschriebenen Anwendung wurden die 3RW44 mit sechs statt mit drei Leitungen angeschlossen, was einer Wurzel-3-Schaltung entspricht. Weil dadurch die Phasen des Sanftstarters mit den Wicklungen der Drehstrom-Asynchronmotoren in Reihe geschaltet sind, führen die Sanftstarter nur noch 58 Prozent des Motor-Nennstroms. Hierdurch können kleinere Sanftstarter, bezogen auf die Motorleistung, eingesetzt werden. Reduzierte Gerätekosten sind die Folge. Und noch eines kommt hinzu: Weil die Sanftstarter integrierte Überbrückungskontakte besitzen, schalten sie nach dem programmierten Hochlaufen niederohmig durch, was die Verluste an den Thyristoren des Leistungsteils eliminiert und die erzeugte Abwärme im Dauerbetrieb minimiert. Das Klärwerk Minden-Leteln versorgt sich zwar bei Trockenwett über zwei Blockheizkraftwerke zu 55 Prozent mit Eigenstrom, aber 45 Prozent müssen vom externen Energieversorger bereitgestellt werden. Damit im Zuge des Energiemanagements die „teuren“ Bereiche gar nicht erst betreten werden, wurden Großverbraucher wie die ebenfalls vorhandenen Turbinen zeitweise abgeschaltet. Heinrich Denzer bringt es auf den Punkt: „Früher mussten wir immer wieder Pausenzeiten einfügen, damit die vom Hochlauf gestressten Antriebe abkühlen konnten oder andrerseits die luftgekühlten Motoren für eine optimale Kühlleistung länger laufen lassen – heute gibt es das nicht mehr.“ Der Nachteil dieses intermittierenden Betriebs war, dass stets ein hoher Sauerstoffüberschuss im Abwasser vorhanden sein musste, um die Arbeit der Mikroorganismen nicht zu unterbrechen – oder sie mangels Sauerstoff sogar abzutöten. Durch die Sanftstarter konnte dieses „Fenster“ der Grundsauerstoffversorgung von früher 1 mg/l bis 1,5 mg/l auf 0,3 mg/l bis 0,8 mg/l deutlich verkleinert werden, was wiederum dem Reinigungsprozess zugute kommt. Durch das spätere Einschalten und das frühere Ausschalten der Oberflächenbelüfter haben die Anlagenbetreiber die Flexibilität gewonnen, optimal auf Stromzeiten – und somit auf teure Spitzen – Einfluss zu nehmen. „Das ist deshalb so entscheidend“, erklärt Heinrich Denzer, „weil jede vom EVU bezogene Kilowattstunde, die über der festgelegten Abnahmegrenze von 900 kW liegt, 148 beim Einbau und im Jahr 2007 mit neuen Stromlieferverträgen 60 Euro zusätzlich kosten würde.“ Der Praktiker beziffert den Erfolg der Maßnahme folgendermaßen: „Im Bereich zwischen 20 und 25 Prozent konnten wir mit dieser Lösung unseren Stromverbrauch senken.“  

Bild Nuet-Wissen-Minden-3.JPG Die Sanftstarter 3RW44
besitzen High-Feature-
Funktionen und beinhal-
ten eine Vielzahl von
Schutz- und Diagnoseein-
richtungen.
 

Halbierung des Serviceaufwands für Getriebe Der zweite entscheidende Aspekt neben der Energieeinsparung, der für die Wahl der 3RW44 ausschlaggebend war, ist die mechanische Komponente. Durch das sanfte Hochlaufen der 38-kW- Motoren gibt es gegenüber der bis dahin genutzten Stern- Dreieck-Variante keine Schaltschläge mehr. „Der Unterschied war sofort zu spüren“, erinnert sich Heinrich Denzer. Das große Massenträgheitsmoment der Oberflächenbelüfter belastete die angeschlossenen Getriebe derart stark, dass spätestens alle vier Jahre eine bis zu 18.000 Euro teure Reparatur anstand. Zusätzlich mussten immer Reserveaggregate vorhanden sein, die im Bedarfsfall in rund vier Stunden gewechselt wurden. Heinrich Denzer schätzt: „Durch die Sanftstarterlösung haben wir deutlich weniger Ausfälle und wir rechnen mit einer Verlängerung der Getriebe-Serviceintervalle auf etwa acht Jahre.“ Ein wesentlicher Grund für den sanften Anlauf ist die Drehmomentregelung des hochlaufenden Antriebs durch den 3RW44. Darüber hinaus erlauben die Niederspannungs-Schaltgeräte, die Strombegrenzung entsprechend den Anforderungen einzustellen. Wie bei der kleineren Variante 3RW40 sind auch hier das besagte Überbrückungskontaktsystem, der Geräteeigenschutz und der Motorüberlastschutz bereits integriert. Neben High-Feature-Funktionen wie Fehlerlogbuch, Ereignisliste oder Trace-Funktion besitzen die 3RW44 Steuereingänge und programmierbare Relaisausgänge. Hiermit waren die hauseigenen Techniker in der Lage, eine einfache und übersichtliche Kaskadenschaltung aufzubauen, die sich automatisch an den Belüftungsbedarf anpasst. Wie in einem Staffellauf werden die Signale vom vorauslaufenden Oberflächenbelüfter an den nachfolgenden übermittelt. Das funktioniert folgendermaßen: Meldet die Messsonde einen sinkenden Sauerstoffanteil, sendet sie ein Signal an den Steuereingang des ersten Sanftstarters, der dann entsprechend seiner Programmierung die erste Turbine hochfährt. Der programmierbare Relaisausgang aktiviert den zweiten und dieser den dritten Sanftstarter. Weil die Sanftstarter in der Lage sind, Mess- und Betriebswerte, aber auch Warn- und Störmeldungen auszugeben, wurden die Sanftstarter in die neue Leittechnik auf Basis des Prozessleitsystems Simatic PCS7 von Siemens integriert. „Dort werden alle Daten für einen optimalen Anlagenbetrieb protokolliert und für Langzeitauswertungen archiviert“, erklärt Heinrich Denzer. Aus diesem Grund war es wichtig, dass die ausgewählten Geräte direkt über den Profibus angesprochen werden können. Beim 3RW44 von Siemens gibt es hierzu ein eigenes Profibus-DP- Modul, das optional eingebaut werden kann. Für den pensionierten Betriebsleiter ein wichtiges Kriterium: „Wir wollen, dass alle Geräte untereinander kommunizieren können und in Zukunft alle Anlagenteile von der Leitwarte aus fernbedienbar sind.“ „Kleiner Eingriff“ spart Energie- und Servicekosten Letztendlich zeigt das Beispiel der Modernisierung der Steuerungstechnik in der Abwasser-Reinigungs-Anlage Minden-Lete dass es für Kosteneinsparungen einfache Wege gibt. Die Investition in eine Sanftstarter-Lösung hat sich durch den reduzierten Stromverbrauch und die verlängerten Serviceintervalle in kürzester Zeit amortisiert, so dass die Geräte die nächsten zehn bis 20 Jahre regelrecht Geld verdienen. Sukzessive soll in Minden die gesamte technische Ausrüstung beziehungsweise der Anlagenbetrieb diesem Beispiel folgen. „Der nächste Schritt wird sein, die vorbeugende Instandhaltung noch weiter auszubauen, aber nicht mehr in den Zyklen wie bisher, sondern nach Möglichkeit um den Faktor zwei verlängert“, fass Heinrich Denzer zusammen.

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Motormanagement-Geräte für eine einfache Überwachung von Stadtentwässerungsanlagen

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Bild FW-Ene-paderborn-1.JPG Durch den Einsatz eines Motormanagements kann die Stadtentwässerung von Paderborn von der Zentrale im Klärwerk aus überwacht werden. Andreas Scharf freut sich: „Über die vielfältigen Diagnosefunktionen können wir die Prozesse zentral bewerten.“  

Die Diagnosemöglichkeiten von Motormanagementsystemen sorgen seit einigen Jahren für spürbare Verbesserungen in der Antriebstechnik. Das machten sich die Verantwortlichen im Klärwerk Paderborn zunutze, indem sie im Zuge der Modernisierung der Stadtentwässerung solche Nieder- spannungs-Schaltgeräte vorsahen. Die damit gemachten Erfahrungen waren so eindeutig, dass diese Geräte künftig zur Standardausstattung gehören werden. Im Zuge eines umfangreichen Umbaus der Abwasseranlagen in Paderborn hat der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) erstmals ein Motormanagementsystem zur Überwachung einzelner Prozessstufen eingesetzt. Karlheinz Steffens, Sachgebietsleiter Elektrotechnik der STEB, erinnert sich: „Wir haben nach einer Lösung gesucht, die uns schnelle Rückmeldungen über den Zustand unserer Anlagen gibt und später vielleicht sogar die Mög- lichkeit bietet, bestimmte Serviceaufgaben von der Leittechnik aus durchführen zu können.“  

Bild FW-Ene-paderborn-2.JPG Karlheinz Steffens, Sachgebietsleiter Elektrotechnik der STEB: „Der Simocode pro ist im Aufbau und der Bedienung so übersichtlich, dass wir ihn gerne für die unterschiedlichsten Anwendungen einsetzen.“  

Das von ihm ausgewählte Sirius-Motormanagementsystem Simocode pro von Siemens ist speziell für solche Wünsche entwickelt worden. In einem neuen Pumpwerk, das direkt an der Pader – mit vier Kilometern Länge der kürzeste Fluss Deutschlands – liegt, überwachen drei Motormanagementgeräte zwei Abwasserpumpen mit je 350 m3/h maximaler Förderleistung und einen Plattenschieber zum Regeln eines anderen Abwasserstroms. Kaskadenschaltung mit dem besonderen Etwas. Das Abwasser der an diese Pumpstation angeschlossenen Stadtregionen läuft in einem Sammelschacht zusammen. Von dort wird es durch die beiden Pumpen auf ein etwa drei Meter höheres Niveau gefördert, von wo aus es in dem Hauptsammler mit 1,8 m Durchmesser allein durch Schwerkraft bis zum Klärwerk fließen kann. Üblicherweise springt Pumpe 1 bei Erreichen von 1,5 Meter Wasserhöhe im Sammelschacht an, die zweite unterstützt ab einem Pegel von 1,7 Meter. „Zur Verlängerung der Pumpenlebensdauer vertauschen wir die Aufgabenverteilung zyklisch“, berichtet Andreas Scharf aus der Prozessleittechnik der STEB. Das erledigt der Simocode pro über eine einfache Logo- Steuerung von Siemens. Die Antriebstechnik sieht folgendermaßen aus: Die erste Pumpe mit ca. 7,5 kW Leistung wird direkt vom Simocode pro angesteuert und über einen Sanftstarter Sirius 3RW30 mit Strom versorgt. Das hat den Vorteil, dass keine Schaltschläge bzw. Kavitation beim Anlauf auftreten; noch viel wichtiger ist aber der sanfte Auslauf bis zum Stillstand, um gefährliche Druckstöße im Leitungsnetz zu vermeiden. Diese Niederspannungs-Schaltgeräte sind im vorliegenden Fall vom Kostenaufwand her mit einer Stern-Dreieck-Schaltung vergleichbar, lassen sich aber neben ihren anderen Vorzügen ungleich einfacher planen bzw. installieren. Das individuelle Einstellen der Rampen erfolgt vor Ort über Drehschalter, was dem Servicepersonal sehr entgegen kommt, da somit hierfür nicht unbedingt ein Laptop erforderlich ist. Denn im Stadtgebiet gibt es weit verzweigt etwa 40 solcher Stationen, die konsequent auf die moderne Technik umgerüstet werden. Erreicht das Abwasser den Pegel von 1,7 m, schaltet die zweite Pumpe zu, um einen höheren Durchfluss zu erreichen. Diese wird über einen Frequenzumrichter Micromaster MM 440 von Siemens zur Durchflussregelung über variable Pumpendrehzahl gespeist.  

Bild FW-Ene-paderborn-3.JPG Durch den modularen Aufbau mit Grundgerät und Erweiterungsmodulen lässt sich der Simocode pro individuell zusammenstellen und auch mit dem Sicherheitsschaltgerät 3TK28 kombinieren.

Motormanagement mit „Sicherheitsschaltung“ Beide Pumpen besitzen je eine Antriebslösung über Sanftstarter und Frequenzumrichter. Damit aus Sicherheitsgründen nicht beide Stränge gleichzeitig mit Strom beaufschlagt werden können, wäre mit konventionellen Mitteln eine aufwändige Schütz- Verriegelung erforderlich. In Paderborn übernehmen stattdessen die Simocode-pro-Geräte diese Aufgabe. Die interne Wendestarter-Funktion sorgt dafür, dass immer nur ein Ausgang mit Strom versorgt werden kann. „Diese Lösung ist einfach und sicher zugleich“, freut sich Karlheinz Steffen, „und zeigt die Vielseitigkeit eines modernen Motormanagements.“ Sind die Pumpen angelaufen, erhält die Steuerung eine Reihe von Informationen über die aktivierten Funktionen, wie Überwachung auf Unter-/Überspannung, Stromfluss, Strom zu hoch/ zu niedrig und viele andere mehr. Daran kann der Prozesstechniker sehr gut erkennen, ob, wann und evtl. welche Störungen vorliegen. Quält sich der Motor beispielsweise aufgrund von größeren Schmutzpartikeln in der Pumpe, steigt der Strom. Kommt es zum schlimmsten Fall, nämlich einer Blockade, schützt der Simocode pro den gesamten Antrieb. Andreas Scharf berichtet: „Die Geräte besitzen einen Blockierschutz, der sich individuell einstellen lässt. Fließt beispielsweise der vierfache Nennstrom, schaltet der Simo- code pro selbständig den Antrieb in wenigen Millisekunden spannungsfrei.“ Das Überwachen einer normalen Strom-Zeit-Kennlinie ist in solchen Fällen meist zu träge, um die Pumpe sicher zu schützen. Motormanagement mit fünf Schieberventil-Funktionen. Alle diese Betriebszustände lassen sich vom Klärwerk aus beobachten. Hierzu gibt es im Schaltschrank der Pumpstation ein Modem, das die Informationen in die Zentrale leitet, von der aus sie über WLAN im gesamten Klärwerk auch auf einem Laptop dargestellt werden können. Auf dem gleichen Weg gelangen die Informationen über den eingangs erwähnten geregelten Überlaufschieber ins Klärwerk, der den zentralen Mischwasserkanal (Straßenabläufe, Dachentwässerung, Gullys, Abwasser) mit der Abschlageinrichtung zur Pader verbindet. Zur optimalen Funktionsweise des motorisch angetriebenen Flachschiebers besitzt ein Simocode pro fünf unterschiedliche, vorparametrierte Schiebersteuerungsprofile. Karlheinz Steffens bestätigt: „Eine solche Grundfunktion haben wir ausgewählt.“ Zusätzliche Steuerungs- funktionalitäten haben die beiden Praktiker über logische Und/Oder-Verknüpfungen im Motormanagementsystem vorgenommen. Aktives Motormanagement über Simocode pro. Das Motormanagement-Gerät besitzt eine Vielzahl von Funktionalitäten. Eine davon ist die Laufzeitüberwachung. Das Schieberventil benötigt jedoch eine Reihe von Zwischenpositionen, wes- halb hier eine andere Lösung zum Tragen kam. Über Positionsmelder, die am Simocode pro und zusätzlichen digitalen Erweiterungsmodulen angeschlossen werden können, lässt sich ein Stellantrieb mit Regelungsfunktion aufbauen. Sollte sich auch dort ein Fremdkörper verhaken, reagiert die Drehmomentüberwachung und schaltet den Antrieb ab. Eine entsprechende Störmeldung zeigt dies in der Leitwarte der STEB an. Im nächsten Schritt wollen die Verantwortlichen im Klärwerk Paderborn dazu übergehen, bestimmte Vorgänge zentral in der Leitwarte auszulösen. Ein Beispiel könnte das Reversieren der Pumpen bzw. des Schiebers sein, nachdem der Blockierschutz ausgelöst hat. Auf diese Weise können sich verhakte Teile wieder lösen und der Servicetechniker müsste nicht ausrücken. „Damit würden wir wertvolle Zeit sparen“, betont Karlheinz Steffens. Mit der Wendestarter-Funktion im Simocode pro ist das ohne weiteres durchführbar. Auch Siemens sieht in der Erweiterung der Bedienmöglichkeiten einen wichtigen Expansionsschritt. Bisher hatte der separate Bedienbaustein des Simocode pro, der häufig in die Schaltschranktür integriert wird, Tastenfelder und LEDs. In der neuen Konfiguration erhielt er zur Verbesserung des Bedienkomforts eine LCD-Anzeige mit Klartext-Ausgabe. Für die Not-Aus-Steuerung der einzelnen Pumpenstationen setzt man in Paderborn Sicherheitsschaltgeräte der Reihe Sirius 3TK28 von Siemens ein, die sich elegant an den Simocode pro anreihen und damit Platz sparen. Intelligente Geräte führen zu Prozessoptimierung Am Beispiel der Stadtentwässerung Paderborn zeigt sich, dass ein Technologiewechsel im Zuge von Modernisierungsmaßnahmen eine Reihe von Vorteilen bringt. Durch die erhöhte Funktionalität eines umfassenden Motormanagementsystems lassen sich Prozesse gezielter überwachen und die Verfügbarkeit von Anlagen erhöhen.

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Klimafragen kompetent kommunizieren

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Süddeutsches Klimabüro am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eingerichtet
Ziel des Süddeutschen Klimabüros ist es, wissenschaftliche Information über das Klima im süddeutschen Raum bereitzustellen und Fragen bezüglich seiner vom Menschen verursachten Veränderungen zu beantworten. Es richtet sich vor allem an Entscheidungsträger in Bund, Land und Kommunen sowie in Behörden, Politik und Wirtschaft. Darüber hinaus stellt es eine Verbindung zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien her. Das Süddeutsche Klimabüro ist über die Webseite http://www.sueddeutsches-klimabuero.de erreichbar.

Der Klimawandel wird bei Bürgern, Verbänden, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen verstärkt als ein drängendes Problem wahrgenommen. Das wird besonders deutlich, wenn extreme Wettersituationen oder regionale Katastrophen auftreten. Dadurch entsteht ein zunehmender Bedarf an wissenschaftlich fundierter Bewertung und regionsbezogenen Aussagen zu Ausmaß und Auswirkungen des Wandels. Mit der Einrichtung des Süddeutschen Klimabüros am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird eine Ansprechstelle für die wissenschaftliche Beratung zu Klimafragen für die süddeutsche Region geschaffen.

„Zu den Aufgaben des Süddeutschen Klimabüros wird es gehören, auf die Region bezogene Fakten, Daten und Befunde aus bisherigen Klimastudien bereitzustellen“, erläutert Dr. Peter Fritz, Vorstandsmitglied des Karlsruher Instituts für Technologie. „Wir beraten bei ihrer Interpretation und der Entwicklung von Maßnahmen, die sich aus Änderungen des Klimas ergeben.“

Hierbei wird die in verschiedenen Instituten des Forschungszentrums und der Universität Karlsruhe vorhandene Kompetenz in der grundlegenden und angewandten Klimaforschung, einschließlich der vom Klimawandel betroffenen Technologien, genutzt. Das neue Büro versteht sich aber auch als Schnittstelle zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im süddeutschen Raum, die auf unterschiedlichen Arbeitsfeldern große Expertise entwickelt haben. So nehmen Einrichtungen des Bundes (zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst) und der Länder (zum Beispiel die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg) bereits wichtige Aufgaben bei der Klimaüberwachung wahr und sind an Forschungsprogrammen hierzu maßgeblich beteiligt.

Die Institute des KIT können auf langjährige Erfahrungen verweisen, die in das Süddeutsche Klimabüro eingebracht werden sollen. Hierzu zählen auf Süddeutschland bezogene Forschungsprojekte wie das abgeschlossene trinationale REKLIP-Projekt, das zum „Klimaatlas Oberrhein Mitte-Süd“ mit wissenschaftlichen Ergebnisberichten geführt hat, ebenso wie das Bayerische Klimaforschungsprogramm BayForKlim, an welchem das Forschungszentrum mit seinem Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Bereich Atmosphärische Umweltforschung, in Garmisch-Partenkirchen beteiligt war. Die Basis fundierter Aussagen bilden grundlegende Erkenntnisse zur chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre, zum Treibhauseffekt, zur Änderung der Ozonschicht und zum Einfluss von Aerosolen, die im Forschungszentrum Karlsruhe erarbeitet wurden. In Karlsruhe und Garmisch-Partenkirchen wurden umfangreiche eigene Datensätze und Erfahrungen aus Langzeitmessungen an Stationen im süddeutschen Mittelgebirgs- und Alpenraum gewonnen. Die Ergebnisse großer Feldexperimente und Modelluntersuchungen in hoher Auflösung zur Klimaänderung bilden eine weitere Grundlage. Das Institut für Meteorologie und Klimaforschung hat eine maßgebliche Rolle beim neuen Forschungsprogramm „Herausforderung Klimawandel“ übernommen, das innerhalb der Zukunftsoffensive des Landes Baden-Württemberg durchgeführt wird. Bereits jetzt bestehen vielfache Kontakte zu Industrie, Energieversorgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen.

Das Süddeutsche Klimabüro wird seine Aktivitäten mit dem bereits existierenden Norddeutschen Klimabüro, das im März 2007 am Forschungszentrum Geesthacht eingerichtet wurde, abstimmen und ist eines der vier geplanten Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft.

Das Süddeutsche Klimabüro ist über die Webseite http://www.sueddeutsches-klimabuero.de erreichbar.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehen die Universität Karlsruhe und das Forschungszentrum Karlsruhe zusam-men. Gemeinsam arbeiten hier 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 600 Millionen Euro.

Mit KIT entsteht eine Institution international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaf-ten. KIT soll Attraktionspunkt für die besten Köpfe aus der ganzen Welt werden, neue Maßstäbe in Lehre und Nachwuchsförderung setzen und das führende europäische Zentrum in der Energieforschung bilden. Im Bereich der Nanowissenschaften will KIT eine weltweit führende Rolle einnehmen. Ziel von KIT ist es, einer der wichtigsten Kooperationspartner für die Wirtschaft zu sein.

Diese Presseinformation ist im Internet unter folgender Adresse abrufbar: http://www.kit.edu

Weitere Informationen:
http://www.kit.edu
http://www.sueddeutsches-klimabuero.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news240821

Die wirtschaftliche Betätigung der Kommunen

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Bild Akt-Kommunen.jpg Unter diesem Titel findet man eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft, die heruntergeladen werden kann. Aus der Entwicklung der Einnahmen aus wirtschaftlicher Tätigkeit leitet die Studie die Zunahme der wirtschaftlichen Tätigkeit der Kommunen ab. Als besonders stark wachsende Gruppe trat der kommunale Entsorgungs- und Versorgungsbereich hervor. Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts leitet das IW neben der Zunahme der wirtschaftlichen Tätigkeit eine gleichzeitige Reduzierung der kommunalen Investitionstätigkeit ab. In Zahlen sieht das so aus, dass im Zeitraum 1999 bis 2004 die Einnahmen der Kommunen aus der Abwasserbeseitigung in den alten Bundesländern um 239 Prozent auf 123,2 Millionen € stieg. In den neuen Bundesländern war der Anstieg mit 276 Prozent noch höher.

“ Ein weiteres Manko ist, dass die Gemeinden ihre Ausflüge in die Welt der Wirtschaft auch deshalb ausweiten, weil sie ausgerechnet an einem Posten sparen, der für private Wirtschaft besonders wichtig ist; den Investitionen “ so die Folgerung des Instituts. Allerdings liegen keine Zahlen über die Investitionen privater Unternehmen vor, so dass diese Aussage nicht objektiv bewertet werden kann.

Die gesamte Analyse findet man unter www.iwkoeln.de

Pro und Contra wirtschaftliche Betätigung der Kommunen

Von 1999 bis 2004 haben Städte und Gemeinden ihre Einkünfte aus eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) um fast elf Prozent auf rund 8,8 Milliarden Euro gesteigert. Je nach Bundesland stammten im Jahr 2004 bis zu acht Prozent der gesamten kommunalen Einnahmen aus unmittelbaren unternehmerischen Tätigkeiten. Besonders kräftig expandierten die Geschäfte mit der Abwasserversorgung – in Westdeutschland im Schnitt um rund 240 Prozent, in Ostdeutschland sogar um 280 Prozent. Aber auch die staatlichen Versorgungsunternehmen konnten mit Einnahmezuwächsen von mehr als 20 Prozent in nur fünf Jahren ordentlich zulegen, so das IW.
Das IW hält die wirtschaftliche Betätigung der Kommunen für problematisch, vor allem aufgrund ihrer Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht, die den Wettbewerb mit den privaten Unternehmen verzerre. Ein weiteres Manko sei, dass die Gemeinden parallel den Anteil der Investitionen an den Gesamtausgaben zurückgefahren hätten – von 23,5 Prozent im Jahr 1992 auf 12,3 Prozent im Haushaltsjahr 2007. Ausbleibende Investitionen – vor allem in die Infrastruktur – ließen jedoch am Ende die Steuereinnahmen sinken. Außerdem führe eine Kommunalisierung von Aufgaben, die durchaus von privaten Firmen übernommen werden könnten, meist zu überhöhten Preisen.
Eine ausführlichere Darstellung der Positionen des IW enthält der Beitrag „Die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen“ von Hubertus Bardt und Winfried Fuest in der Zeitschrift IW-Trends 3/2007, der zum kostenlosen Download bereitsteht:
www.iwkoeln.de , dort: Informationen, Wissenschaftliche Publikationen, IW-Trends

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) weist die Ausführungen des IW als „verzerrte Darstellung“ zurück und antwortet mit dreiseitigen Anmerkungen „aus steuerrechtlicher und wasserwirtschaftlicher Sicht“: www.vku.de/vku/presse/vku_kommentar.pdf
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der „ordnungspolitische Einspruch“, den der Direktor des IW, Prof. Dr. Michael Hüther , unter der Überschrift „Genug Staat!“ im Handelsblatt vom 7. September 2007 einlegt. Sein Schlusssatz: „Es ist endlich an der Zeit, die Mottenkiste kollektiver Daseinsvorsorge zu schließen und konsequent auf Wettbewerb zu setzen.“ Dieser Artikel steht ebenfalls zum kostenlosen Download bereit:
www.iwkoeln.de , dort: Presselounge, Kolumnen & Interviews
Hüther bezieht sich in seinem „Einspruch“ übrigens auf eine Initiative gegen die Privatisierung öffentlicher Leistungen, die die Gewerkschaft ver.di und der Deutsche Beamtenbund mit dem Slogan „Genug gespart“ ins Leben gerufen haben:
www.genuggespart.de/initiative-oeffentliche-dienste

FDP gegen erwerbswirtschaftliche Betätigung von Kommunen

Die FDP-Fraktion im Bundestag will die erwerbswirtschaftliche Betätigung von Kommunen einschränken. Dazu hat sie einen Antrag (Bundestags-Drucksache 16/5963) vorgelegt, in dem sie eine Klarstellung im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verlangt. Die Abgeordneten stellen fest, dass sich die Kommunen in einem Umfang wirtschaftlich betätigen, der weit über den „Kernbereich der Daseinsvorsorge“ hinausgeht. Derzeit sei sogar eine Ausweitung festzustellen. Dadurch würden vor allem kleine und mittlere Betriebe im Mittelstand und im Handwerk benachteiligt und in ihrer Wettbewerbsfreiheit beeinträchtigt. Anders als die kommunalen Unternehmen hätten sie weder eine garantierte Finanzausstattung noch günstige Finanzierungsmöglichkeiten und zudem ein Insolvenzrisiko. Es gebe keine Chancengleichheit im Wettbewerb zwischen privatwirtschaftlichen und kommunalen Betrieben, schreiben die Abgeordneten. Die derzeitige Rechtslage sei so, dass private Konkurrenten nicht mit Erfolg gegen eine wirtschaftliche Betätigung der Kommunen vor den Verwaltungsgerichten klagen könnten. Sie hätten daher meist keine Möglichkeit, sich gegen einen Marktzutritt kommunaler Wirtschaftsunternehmen zu wehren, der die Grenzen der jeweiligen Gemeindeordnung überschreitet. Die FDP vermisst einen „angemessenen Rechtsschutz“ privatwirtschaftlicher Unternehmen gegen den „rechtswidrigen Marktzutritt“ kommunaler Wirtschaftsunternehmen. Erforderlich sei daher eine gesetzliche Klausel, die einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch gegenüber der wirtschaftlichen Betätigung von Gemeinden und vor allem ihrer privatrechtlich organisierten Tochtergesellschaften begründen kann.
http://dip.bundestag.de/btd/16/059/1605963.pdf

 

 

HochwasserKompetenzCentrum in Köln eröffnet

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Bild Akt-Hochwasser-J.jpg Seit September 2007 arbeitet das neue HKC, dessen Ziel der Vorstandsvorsitzende der Stadtentwässerungsbetriebe Köln folgendermaßen beschrieb: Die Verbindung von Wissenschaft und Praxis soll auf den Gebieten Entwicklung, Vorhaltung und Bereitstellung von Kompetenz im Bereich eines ganzheitlichen Hochwasserschutzes gefördert und aufgebaut werden. Anlässlich der Eröffnung wurden auch Informationsgewinnung und Informationsweitergabe als wesentliche Punkte der Arbeit genannt, dazu sollen Forschungsprojekte und Studien entwickelt und durchgeführt werden. Um schnell und effizient zu arbeiten, soll darüber hinaus ein europäisches Netzwerk aufgebaut werden. Dessen Ziel liegt darin, erfolgreiche Ideen und Projekte der unterschiedlichen Regionen allen zugänglich zu machen. Veranstaltung und Symposium werden zur Veröffentlichung des vorhandenen Wissens durchgeführt werden. Außerdem soll die Bildungs- und Ausbildungsarbeit im Hochwasserschutz unterstützt und gefördert werden. So sollen beispielsweise die Zusammenhänge zwischen Umwelt, Klima und Hochwasser intensiver erforscht und vor allem Strategien zur Vermeidung entwickelt werden.

Die Mitgliedschaft von über 100 Unternehmen, Städten, Verbänden, Forschungseinrichtungen und Initiativen gewährleisteten einen erfolgreichen Start. So gehören beispielsweise auch die AXA Versicherung AG Köln, die Ford Werke Köln, die RWTH Aachen und die Universitäten Köln und Bonn zu den Mitgliedern. Geleitet wird das KHC von Reinhard Vogt, der bei der Stadtentwässerung Köln die Hochwasserschutzzentrale leitet. Wie Vogt berichtete, hat das Ausland bereits Interesse angemeldet.

Mitglieder können beispielsweise in auch Privatpersonen, Wasserverbände und Unternehmen werden.

Weitere Informationen unter www.hkc-koeln.de

Privatisierung und ÖPP als Ausweg? Kommunalfinanzen unter Druck – Handlungsoptionen für Kommunen

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Bild Akt-Privatisierung-J.jpg Mit diesem Thema beschäftigt sich eine Studie, die auf der Homepage von Ernst &Young heruntergeladen werden kann. Die Studie basiert auf einer Umfrage von 300 deutschen Städten (> 20.000 Einwohner). Daraus geht hervor, dass es jede dritte deutsche Großstadt Privatisierungen plant, 16 Prozent der Kommunen mit Privatisierungsplänen geben an, dass sie auch die Abwasserentsorgung im Blick haben. In den Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohner und wollen sogar 31 Prozent Privatisierungen durchführen. Als Möglichkeiten werden genannt:

kommunales Vermögen oder kommunaler Unternehmen zu verkaufen oder auch Aufgaben staatlicher Einrichtungen an Private zu vergeben.

Interessant ist auch, einen Blick auf die erfolgten Privatisierungen zu werfen. An der Spitze stehen hier Immobilien, gefolgt von Energieversorgung, Müllabfuhr und Straßenreinigung. Der Anteil der Privatisierungen im Abwasserbereich liegt bei 15 Prozent, der der Wasserversorgung bei sieben Prozent. Positiv werden die Ergebnisse von 87% der Befragten bewertet, 21 Prozent finden die Entscheidung „sehr positiv“. Die Befragung ergab auch, dass nur 3 Prozent die durchgeführten Privatisierungen wieder rückgängig machen wollen.

Derzeit beträgt der Anteil der Städte, die bereits Privatisierung durchgeführt haben 31 Prozent. Ernst & Young geht davon aus, dass im Jahr 2013 der Anteil auf  41 Prozent gestiegen sein wird. Weiter wird daraufhingewiesen, dass für die Zukunft der Privatisierung im Bereich Abwasser und Trinkwasser die Entwicklung der steuerlichen Rahmenbedingungen von großer Bedeutung sind.

Die gesamte Studie findet man als Download unter  www.ey.com

Vergleichende Prüfung der Qualität von Reparaturverfahren für Hauptkanäle (IKT-Warentest)

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Bild FW-KAN-Pruefung-F.JPG Die Aufwendungen für die Reparatur von Schäden in Kanalisationsnetzen sind verbunden mit einem hohen Investitionsrisiko, da zahlreiche Reparaturverfahren mit z. T. wesentlichen technischen Unterschieden am Markt angeboten werden und bei Netzbetreibern erhebliche Unsicherheiten bzgl. der Qualität dieser Verfahren bestehen. Durch die Behebung örtlich begrenzter Schäden mit Hilfe von Reparaturverfahren soll der Sollzustand des Netzes mit geringem Aufwand wiederhergestellt und der Betrieb der Kanalisation langfristig sichergestellt werden. Die Erfahrungen der Praxis zeigen jedoch häufig bereits unmittelbar nach Einbau erhebliche Mängel; spätestens die betrieblichen Beanspruchungen führen dann zu weiteren Schäden an der Sanierung. Ziel dieses Projektes ist es, gemeinsam mit Kanalnetzbetreibern die am Markt angebotenen Reparaturverfahren für Hauptkanäle zu prüfen und deren Qualität vergleichend gegenüberzustellen.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Gunter Kaltenhäuser
E-Mail: kaltenhaeuser@ikt.de
Telefon: 0209/17806-47

Löschschaum verursachte PFT- Kontamination

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Bild FW-Schla-PFT-Loeschschaum-F.JPGChemikalienhaltiger Schaum und Löschwasser waren in die Kläranlage Geiselbullach/Bayern geflossen und führten im Klärschlamm zu stark erhöhten PFT-Werten, die bis zu 220 Mikrogramm/kg Feststoff betrugen. Etwa sechs Wochen vor der  behördlichen Beprobung war das Löschwasser in die Anlage gelangt. Inzwischen sind die Werte wieder auf 10 Mikrogramm zurückgegangen. Zu weiteren Belastungen kam es nicht, da der Klärschlamm der Anlage grundsätzlich verbrannt wird.

Diskussion um Arzneimittel im Trinkwasser

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Bild Nuet-Wissen-Arzneimittel2-J.jpg In seinem Vortrag  „Arzneimittel und Industriechemikalien ein Abwasserproblem „ Anfang September anlässlich des  25. Bochumer Workshops, betonte Prof. Wolfgang Kühn vom DVGW Technologiezentrum Wasser, Karlsruhe, dass Arzneimittelrückstände aus toxikologischer Sicht nicht relevant seien.

Er begründete es damit, dass die Tagesdosen der einzelnen Wirkstoffe als Medikament zumeist in einer Größenordnung von 10 bis 1000 Milligramm lägen, die höchste Einzelstoffkonzentration, die im Trinkwasser gemessen wurde betrage hingegen weniger als 0,1 Mikrogramm /L. Aus diesem Vergleich leitet Prof. Kühn ab, dass von Arzneimittelrückständen im Trinkwasser keine Gefährdung der menschlichen Gesundheit zu befürchten sei. Diese toxikologische Einschätzung bedeute aber nicht, dass man das Thema ignorieren könne. Er empfiehlt der Wasserwirtschaft, sich stärker für den Einsatz von „umweltfreundlichen“ Arzneimittel einzusetzen. Die Entfernung von Arzneimitteln an der Quelle, das heißt bei Krankenhäusern und Röntgenpraxis wäre aus seiner Sicht der richtige Ansatz. Bessere Möglichkeiten bei der Abwasserbehandlung in den Kläranlagen wären ein weiterer Punkt, das Problem anzugehen.

Umweltschadensgesetz tritt in Kraft

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Bild FW-Rech-Umweltschadensgesetz-2-F.jpg Mit dem “ Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates über die Umwelthaftung zur Vermeidung und Sanierung von Umweltschäden (Umweltschadensgesetz) “ werden ab 14. November 2007 neue Bestimmungen wirksam.

Es gelten dann einheitliche Anforderungen für die Sanierung von Schäden an der Umwelt, die durch Unfälle entstanden sind. Umweltverbände haben zukünftig das Recht Sanierungsmaßnahmen vor Gericht durchsetzen zu können, was bisher nur Privatpersonen möglich war. Mit dem neuen Gesetz wird die EG-Richtlinie über die Umwelthaftung ein deutsches Recht umgesetzt.

In der Richtlinie werden beispielsweise Tätigkeiten, die durch Unfälle die Umwelt beeinträchtigt können im Einzelnen festgelegt. Beispiele sind

– der Betrieb von Chemiefabriken

– Gefahrgutbeförderung auf der Straße und dem Wasser

– Verwendung gentechnisch veränderter Organismen

Entstandener Umweltschaden muss vom Schadensverursacher beseitigt werden.

Eine besondere Verantwortung, die im Tatbestand “ Erhebliche Schädigung von Lebensräumen und Arten “ besteht besagt, dass derjenige haftet, der durch eigenes Verschulden den Schaden durch eine berufliche Aktivität verursacht hat.