Sonntag, Februar 25, 2024
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Informationen aus Rheinland-Pfalz

Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2024


2023


Langfristig immer weniger Klärschlamm auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht

Die kommunalen Kläranlagen in Rheinland-Pfalz gaben im Jahr 2022 über 79 400 Tonnen Klärschlamm (gemessen als Trockenmasse) zur Entsorgung ab. Das waren nach Angaben des Statistischen Landesamts 1,6 Prozent weniger als im Jahr 2021. Im Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2021 wurden knapp 83 800 Tonnen entsorgt. 2022 wurde gut die Hälfte der entsorgten Klärschlammmenge einer stofflichen Verwertung zugeführt.

Knapp 50 Prozent oder über 39 600 Tonnen der Klärschlammmenge wurde thermisch entsorgt. Gegenüber dem Vorjahr sank die thermisch entsorgte Menge geringfügig. Seit 2012 erhöhte sie sich um über 88 Prozent und blieb damit weiterhin auf einem hohen Niveau.

Die Aufbringung von Klärschlämmen auf landwirtschaftliche Flächen stieg gegenüber 2021 um 3,8 Prozent auf knapp 36 900 Tonnen an. Verglichen mit 2012 entspricht das einem Minus von fast 36 Prozent. Die übrige der entsorgten Klärschlammmenge von 2916 Tonnen wurde unter anderem in Vererdungsanlagen eingesetzt.

https://www.gfa-news.de/news/rheinland-pfalz-langfristig-immer-weniger-klaerschlamm-auf-landwirtschaftliche-flaechen-aufgebracht

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Spatenstich für Modernisierung der Abwasserbeseitigung – SGD-Nord-Vizepräsident Prof. Dr. Martin Kaschny überreicht Förderbescheid an VG Hachenburg

Die Teichkläranlage Giesenhausen der Verbandsgemeinde (VG) Hachenburg ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Deshalb soll das Abwasser der Ortsgemeinde Giesenhausen künftig zur leistungsfähigeren Gruppenkläranlage Altenkirchen-Leuzbach abgeleitet werden. Dazu sind umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich, die durch das Land Rheinland-Pfalz gefördert werden.

Prof. Dr. Martin Kaschny, Vizepräsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, überreichte kürzlich im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) den ersten Förderbescheid in Höhe von knapp 3.000.000 Euro an Gabriele Greis, Bürgermeisterin der VG Hachenburg, sowie den Ersten Beigeordneten Marco Dörner. Die Fördersumme setzt sich zu etwa einem Drittel aus einem Zuschuss des Landes zur Baumaßnahme und zu etwa zwei Dritteln aus einem zinslosen Darlehen zusammen. Das Darlehen muss innerhalb von 30 Jahren von der VG zurückgezahlt werden, das Land Rheinland-Pfalz übernimmt die Kosten der Finanzierung.
„Mit dieser Summe fördert das Land Rheinland-Pfalz die Umsetzung dieser Baumaßnahmen und trägt damit nachhaltig zu einer kosten- und energieeffizienten Abwasserbeseitigung bei“, so der Vizepräsident der SGD Nord.
Die Maßnahme ist Teil des „Zukunftskonzepts zur Abwasserbeseitigung“, das die Verbandsgemeindewerke (VGWE) Hachenburg im Jahr 2019 aufgestellt haben. Das Konzept sieht vor, den aktuellen Bestand von zwölf Kläranlagen in den nächsten Jahren auf drei leistungsstarke Kläranlagen zu reduzieren beziehungsweise das Abwasser zu Kläranlagen benachbarter Verbandsgemeinden abzuleiten.
Für den geplanten Anschluss der Teichkläranlage Giesenhausen an die Gruppenkläranlage Altenkirchen-Leuzbach ist der Bau eines Stauraumkanals mit nachgeschaltetem Regenrückhaltebecken sowie eines Verbindungssammlers zum Ortsnetz der Nachbargemeinde Sörth erforderlich. Die bestehende Teichkläranlage soll nach erfolgtem Anschluss außer Betrieb genommen und rückgebaut werden.
Durch die finanzielle Förderung unterstützt das Land Rheinland-Pfalz die Umsetzung dieser wichtigen Maßnahme in der VG Hachenburg. Damit wird sichergestellt, dass die Abwasserbeseitigung auch künftig den aktuellen gesetzlichen Anforderungen entspricht.
https://sgdnord.rlp.de/service/pressemitteilungen/detail/spatenstich-fuer-modernisierung-der-abwasserbeseitigung-sgd-nord-vizepraesident-prof-dr-martin-kaschny-ueberreicht-foerderbescheid-an-vg-hachenburg

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Zukunftsplan Wasser – Auftakt in Ingelheim

Einen Tag lang ging es um die Zukunft der Wasserversorgung
Mit 180 Teilnehmenden ist in Ingelheim der Beteiligungsprozess „Zukunftsplan Wasser Rheinland-Pfalz“ gestartet. Dr. Thomas Bettmann und Dr. Jochen Fischer vom LfU machten in eindringlichen Worten deutlich, welche Folgen der Klimawandel schon auf den Wasserhaushalt und die im Wasser lebenden Organismen hat – und welche Entwicklungen zu befürchten sind.
Eine „Allianz für das Wasser“ forderte Klimaschutzministerin Katrin Eder zu Beginn der ganztägigen Veranstaltung in der Kongress- und Kulturhalle. Denn im „Zukunftsplan Wasser“, dessen Erstellung bereits im Koalitionsvertrag der rheinland-pfälzischen Landesregierung vereinbart wurde, dürfe am Ende nicht der „kleinste gemeinsame Nenner“ der Beteiligten stehen. Eder verdeutlichte, dass die Durchschnittstemperatur in Rheinland-Pfalz bereits um 1,7 Grad Celsius über der vorindustriellen Zeit liegt und dass die Folgekosten des Klimawandels auf ca. 900 Milliarden Euro geschätzt werden.
Der „Zukunftsplan Wasser“ soll breit mit allen gesellschaftlichen Gruppen diskutiert werden. Dass hier gegenläufige Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen, zeigte bereits eine Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Dr. Erwin Manz, der BUND-Landesvorsitzenden Sabine Yacoub, Landkreistag-Direktor Andreas Göbel, Eberhard Hartelt (Präsident Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd) und Horst Meierhofer, dem Geschäftsführer des Landesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft Hessen/Rheinland-Pfalz: Auf der einen Seite prognostizierte Hartelt, dass der Klimawandel eine verstärkte Beregnung der Anbauflächen notwendig machen werde, auf der anderen Seite bilanzierte Yacoub, dass bereits jetzt teilweise zu viel Grundwasser für die Landwirtschaft entnommen werde. Staatssekretär Manz schilderte seinen Eindruck, dass die Dramatik der Situation noch nicht überall erkannt worden sei und forderte einen „zusätzlichen Ruck“. Nach Einschätzung von Landkreistag-Direktor Göbel indes haben Bürger, Unternehmen und Landwirtschaft durchaus den Handlungsbedarf erkannt, auch die grundsätzliche Bereitschaft sei vorhanden.
Vor der Diskussion hatten die beiden LfU-Abteilungsleiter Dr. Bettmann (Hydrologie) und Dr. Fischer (Gewässerschutz) Zahlen und Prognosen zum Klimawandel und seinen Folgen präsentiert und gemeinsam postuliert, künftiges Handeln dürfe nicht auf Erfahrungen aus der Vergangenheit fußen, sondern müsse sich aus den Prognosen für die Zukunft ableiten. Und die sind, wie es Andreas Christ (Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Ministerium) formulierte, schlicht „erschreckend“.
Dr. Bettmann verdeutlichte, dass die Folgen des Klimawandels in Rheinland-Pfalz regional sehr unterschiedlich ausfallen. Wenn also die Grundwasserneubildung im Landesdurchschnitt in den letzten 10 Jahren um 25 Prozent zurückgefallen ist, bedeutet das für besonders betroffene Regionen wie das Mainzer Becken und den Oberrheingraben Rückgänge um 40 bzw. 41 %. In den weiteren Regionen ist mit Abnahmen der Grundwasserneubildung zwischen -20 bis -30% zu rechnen. Wenn die Zahl so genannter 100-jährlicher Hochwasser (HQ100) landesweit in der nahen Zukunft um +20 % bis +30 % steigen wird, ist in der mittleren Zukunft im Pfälzerwald ein Zuwachs von 44 % zu verzeichnen.
In der fernen Zukunft ist sowohl im Rheinischen Schiefergebirge und im Naheeinzugsgebiet mit einem Zuwachs von +50% bei HQ100 zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit von Niedrigwasser (-50 bis -60%) steigt insbesondere im Einzugsgebiet der Nahe (Nordpfälzer Bergland). Im Pfälzer Wald werden die geringsten Abnahmen mit -15% gerechnet. In den sonstigen Landesteilen ist mit einer Abnahme -30 bis -40% zu rechnen.
Dr. Fischer wiederum machte deutlich, dass das mit Hitze- und Dürreperioden verbundene Niedrigwasser insbesondere für wechselwarme Organismen eine große Belastung darstellt, da beispielsweise Fisch ihre Körpertemperatur nicht regulieren können und jeweils auf bestimmte, enge Temperaturfenster angewiesen sind. Zunehmende Wärme bedeute für die Fische lebensbedrohlichen Stress, zumal mit höheren Temperaturen auch der Sauerstoffgehalt des Wassers sinke.
Projektionen in die Zukunft zeigten, dass in der oberen Forellenregion vieler Mittelgebirgsbäche die Wassertemperaturen sowohl im Sommer als auch im Winter vielfach oberhalb der zuträglichen Temperaturschwellenwerte (> 20 bzw. > 8° C) liegen werden. Dies stehe der Entwicklung gesunder Bachforellenpopulationen im Wege. In den stark von Grundwasserzufluss geprägten Gewässern des Pfälzerwaldes blieben die Bäche dagegen auch im Sommer sehr kühl. Im Winter könnte es dagegen auch hier für die Fortpflanzung der Forelle schon zu warm werden, da die höheren Durchschnittstemperaturen der Luft (heute 9,8 °C) langfristig auch das Grundwasser erwärmen werden. Seine Prognose: Die Lebensgemeinschaften werden sich verändern. Auch die weitere Ausbreitung wärmeliebende gebietsfremde Arten wird dazu beitragen.
https://lfu.rlp.de/de/startseite/2023/zukunftsplan-wasser/

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13,5 Millionen Euro für neue Kläranlage

In den von der Flutkatastrophe zerstörten Regionen in Rheinland-Pfalz läuft der Wiederaufbau. Viel ist geschafft, viel ist noch zu tun. Hier die aktuelle Lage. Mehr:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/live-blog-hochwasser-rlp-126.html

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Landwirte in Rheinland-Pfalz sollen für Wasser zahlen

Die rheinland-pfälzische Ampel-Koalition will künftig die Entnahme von Grund- und Oberflächenwasser durch die Landwirtschaft kostenpflichtig machen. Eine entsprechende Gesetzesinitiative habe das Kabinett beschlossen, teilte das Umweltministerium in Mainz mit. In Kraft treten soll das Gesetz Anfang 2024.
https://www.deutschlandfunk.de/landwirte-in-rheinland-pfalz-sollen-fuer-wasser-zahlen-100.html

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31 Millionen Kubikmeter Klärgasgewinnung in 2022

Im Jahr 2022 gewannen 91 rheinland-pfälzische Kläranlagen knapp 31 Millionen Kubikmeter Klärgas. Damit nahm das Klärgasvolumen nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent ab. Mit über 82 Prozent des gewonnenen Gases, das waren knapp 26 Millionen Kubikmeter, setzten die Kläranlagen den größten Anteil direkt in den eigenen Stromerzeugungsanlagen ein (minus 1,6 Prozent gegenüber 2021). Rund sieben Prozent des Klärgases diente dem Einsatz zu reinen Heiz- und Antriebszwecken wie beispielsweise Heizkessel zur Faulbehältererwärmung und Gebläse zur Drucklufterzeugung. Damit nahm das Volumen um knapp zwei Prozent bzw. circa 36 000 Kubikmeter auf 2,2 Millionen Kubikmeter ab. Auf Fackel- und sonstige Verluste entfielen 2,6 Millionen Kubikmeter bzw. 8,4 Prozent des gewonnenen Klärgases (plus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im Jahr 2022 gaben die Kläranlagen 2,3 Prozent des gewonnenen Klärgases ab (minus 18 Prozent). Aus dem eingesetzten Klärgas wurden insgesamt rund 71 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugt (minus zwei Prozent gegenüber 2021). Diese kam vollständig in den eigenen Kläranlagen zum Einsatz. Zusätzlich konnten aus dem Klärgas rund 50 Millionen Kilowattstunden Strom gewonnen werden (minus 2,3 Prozent gegenüber 2021). Den Großteil des so erzeugten Stroms, das waren knapp 48 Millionen Kilowattstunden, verbrauchten die Kläranlagen selbst (Anteil: 97 Prozent). Folglich speisten sie in das Stromnetz zur allgemeinen Versorgung gut 1,8 Millionen Kilowattstunden Strom ein. Im Vergleich zu 2021 reduzierte sich dieser Anteil um rund 460 000 Kilowattstunden (minus 26 Prozent).

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