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Doppeldecker-Filter säubert Wasser ohne Chemikalien

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Aktive Membranen im Filter können Grundwasser effektiv von giftigen Pestiziden und Lösungsmitteln befreien

Lexington (USA) – Mithilfe von Zucker, Enzymen und Eisen lässt sich Grundwasser effektiv von Pestiziden und giftigen Lösungsmitteln befreien. Dieser neue Ansatz zur Wasserreinigung könnte die bisher üblichen Umwelt belastenden Chemikalien überflüssig machen, berichten US-amerikanische Forscher. Sie packten die hilfreichen Substanzen geschickt zwischen zwei Aktiv-Membranen. Damit erreichten sie in Testläufen eine effiziente Entgiftung des Wassers. Auch während der Reaktion entstehen keine belastenden Nebenprodukte, schreiben die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1101144108). Der Einsatz der kostengünstigen Filter ist nicht nur für Entwicklungsländer interessant, auch in Industrieländern wie den USA ist Grundwasser unter Müllhalden mit organischen Schadstoffen belastet. Obendrein könnte die neue Filtertechnik auch genutzt werden, um Bakterien oder Viren im Wasser zu vernichten.
„Zugang zu sicherem Trinkwasser zu schaffen gilt als eine – und möglicherweise wichtigste – Herausforderung für Forscher im 21. Jahrhundert“, schreibt das Team um Scott R. Lewis und Dibakar Bhattacharyya von der University of Kentucky. Viele derzeitige Methoden, um belastete Wasserquellen wieder zu nutzen, seien Chemikalien-intensiv, Energie-intensiv und erfordern eine Nachbehandlung, weil unerwünschte Nebenprodukte entstünden. Das Team aus Chemikern, Biochemikern und Materialforschern hingegen suchte die einfache Lösung, die umweltverträglich und auch ohne hohen Druck sauber filterte.

Zwtl: Enzyme und Nanostrukturen.

Bei den Versuchen erkannten die Forscher, dass ihr Filtersystem aus zwei sogenannten reaktiven Membranen mit speziell bestückten Nanoporen das belastete Wasser effizient entgiften kann. An der oberen Membran erzeugen Enzyme aus Glukose unter anderem Wasserstoffperoxid, das dann als chemischer Reaktionspartner für die organischen Schadstoffe bereitsteht. Die untere, eisenhaltige Membran hilft dann, die chemischen Oxidationsreaktionen zu vollenden, indem sie das Peroxid zu effektiven freien Radikalen wandelt, Enzyme immobilisiert und Eisen-Nanopartikel synthetisiert. Am Ende sind die schädlichen Substanzen im Wasser durch einfaches Durchlaufen des Filters schnell und effizient in unschädliche Bestandteile zerlegt.

Im Testlauf mischte das Team das häufig in belastetem Grundwasser vorkommende und als krebserregend geltende Trichlorphenol ins Wasser: Nach dem Filtern war seine Menge deutlich reduziert, berichten die Forscher. Sie zeigten auch die Wirksamkeit ihrer Filtersubstanzen gegen das potenziell krebserregende Trichloräthylen (TCE), das aus Giftmülldeponien austreten kann. Nach dem Erfolg gegen organische Schadstoffe halten Lewis und Bhattacharyya jetzt auch den Einsatz ihrer nanostrukturierten Doppelmembranen für andere Reinigungszwecke für möglich: Passende Substanzen im Filter könnten vermutlich auch Bakterien im Wasser abtöten und Viren unschädlich machen.

Quelle: http://www.techportal.de/de/21/2/news,public,newsdetail_public/1/date_submission+DESC/,,,,/1496/

Wasseraufbereitungsanlage als Kunstobjekt in Venedig

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Trinkwasser ist ein Thema, das die Menschen auf vielerlei Weise interessiert und persönlich berührt. Die Künstlerin Ayşe Erkmen hat Wasser daher in den Mittelpunkt ihres Kunstprojekts gestellt, das im Rahmen des türkischen Beitrags zur diesjährigen Kunst-Biennale in Venedig gezeigt wird. Eine Wasseraufbereitungsanlage von Berkefeld/VWS Deutschland, bildet den Mittelpunkt ihrer Präsentation unter dem Titel „Plan B“. Durch die miteinander verbundenen Komponenten der Anlage wird in einem Ausstellungsraum Wasser aus dem Kanal aufbereitet.

Von Juni bis November 2011 findet die 54. internationale Kunstausstellung in Venedig statt. Die renommierte, türkische Künstlerin Ayşe Erkmen setzt dort eine mobile Wasseraufbereitungsanlage vom Typ BERU 4000/800 für ihr Kunstobjekt ein. Die nach einem von der Künstlerin definierten Schema eingefärbten Anlagenkomponenten sind für sechs Monate in einem 300 m² großen Raum in Betrieb (Bild links). „Das ist ein sehr außergewöhnliches Projekt für uns. Wir freuen uns, dass wir mit unserer Technik diese faszinierende Idee von Ayşe Erkmen unterstützen dürfen“, so VWS-Projektmanager Christoph von Helldorff. Die Anlage BERU 4000/800, die unter anderem im letzten Jahr in den Hochwassergebieten in Sachsen eingesetzt wurde, besteht aus einer Vorfiltration mit rückspülbaren Scheibenfiltern, Ultrafiltration und Umkehrosmose und kann rund 4.000 Liter Trinkwasser pro Stunde liefern. Nach der Filtration wird das Trinkwasser zurück in den Kanal gegeben.

Ayşe Erkmen gestaltet mit der Anlage den Pavillon der Türkei. Mit der Installation unter dem Titel „Plan B“ will sie die komplexe Beziehung zwischen Stadt und Wasser inszenieren. Gleichzeitig soll so der Wasserkreislauf analog zum menschlichen Blutkreislauf dargestellt werden, wie die Künstlerin auf einer Pressekonferenz in Istanbul erklärte. Der Pavillon der Türkei auf der Biennale wird von der Istanbul Stiftung für Kunst und Kultur (IKSV) organisiert , gesponsert von FIAT, unter der Schirmherrschaft des Türkischen Außenministeriums und realisiert mit der Unterstützung des Promotions Fonds des Türkischen Ministerpräsidialamtes.

Ayşe Erkmen wurde 1949 in Istanbul geboren und studierte an der staatlichen Kunstakademie Istanbul Bildhauerei. 1977 machte sie den Abschluss im Fach Skulptur. 1993 bekam sie ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdiensts in Berlin. Ihre Hauptaufmerksamkeit gilt heute Skulpturen, Objekten, Installationen und Interventionen.
Berkefeld fimiert als VWS Deutschland GmbH, einem Mitglied der German Water Partnership. Das Tochterunternehmen von Veolia Water Solutions & Technologies entwickelt und produziert bereits seit Jahrzehnten mobile Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung, die von Hilfsorganisationen oder Militär weltweit eingesetzt werden. Mit den Anlagen werden beispielsweise Flüchtlinge oder Betroffene von Naturkatastrophen oder kriegerischen Auseinandersetzungen mit Trinkwasser versorgt. Unter anderem nach dem Erdbeben in Haiti oder nach der Flutkatastrophe in Pakistan kamen derartigen Anlagen zum Einsatz.

Quelle: http://www.germanwaterpartnership.de/index.php?option=com_content&view=article&id=746&Itemid=73&lang=de

Landgericht Bonn verneint Gleichwertigkeit der Angebote

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Zur Meldung „Rechtsstreit zwischen Güteschutz Kanalbau und Zertifzierung Bau“ in KA 5/2011, Seite 421, die auf einer Pressemitteilung der Zertifizierung Bau e. V. beruhte, gab der Güteschutz Kanalbau folgende Erklärung ab:

„Öffentliche Auftraggeber und Auftragnehmer haben mit der Gütesicherung Kanalbau differenzierte Anforderungen an die Qualifikation ausführender Unternehmen formuliert. Diese gemeinsam definierten Anforderungen haben Auftraggeber zur Grundlage ihrer Vergabe gemacht.
Auftraggeber legen Wert auf Neutralität bei der Prüfung, ob Unternehmen diese Anforderungen erfüllen. Die Bewertung der Bietereignung stellt allerhöchste Ansprüche an die Unparteilichkeit der Organisation, die mit dieser Bewertung befasst ist. Daher sind sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer Mitglied in der Gütegemeinschaft Kanalbau. Es besteht damit ein grundlegender struktureller Unterschied zwischen der Gütesicherung RAL-GZ 961 und anderen Zertifizierungen in diesem Bereich.
Die Gütegemeinschaft Kanalbau hat Auftraggeber schriftlich über diese Unterschiede der Gütesicherung Kanalbau zur ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ der Zertifizierung Bau e. V. informiert. Die Zertifizierung Bau e. V. hatte daraufhin versucht, weite Teile dieses Schreibens gerichtlich untersagen zu lassen. Das Landgericht Bonn hat in der Verhandlung am 30. März 2011 klargestellt, dass diese Klage zum weit überwiegenden Teil unbegründet ist und die Gütegemeinschaft Kanalbau weiter darauf hinweisen darf, dass das Angebot der Zertifizierung Bau e. V. nicht gleichwertig der Gütesicherung RAL-GZ 961 ist.
Nach Ansicht des Gerichts konnte sich die Prüfung der Gleichwertigkeit von ‚Gütesicherung Kanalbau‘ und ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ der Zertifizierung Bau e. V. darauf beschränken, ob die ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ in formaler Hinsicht den von RAL-GZ 961 vorgegebenen Strukturmerkmalen entspricht. Das Landgericht Bonn hat insoweit die Gleichwertigkeit der beiden Angebote verneint. Nach der Verhandlung ist die Gütegemeinschaft Kanalbau weiterhin nicht gehindert, wie folgt zu informieren: Das Angebot ‚Fremdüberwachung Kanalbau‘ der Zertifizierung Bau e. V. ist nicht gleichwertig mit der Gütesicherung Kanalbau. Es erfüllt nicht die Anforderungen der Gütesicherung RAL-GZ 961.

Dem ist so, weil das, was Auftraggeber wollen und mit ihren Anforderungen an die Eignung und technische Leistungsfähigkeit voraussetzen, nicht erfüllt ist:
• Güte- und Prüfbestimmungen, beschlossen mit paritätischen Stimmen von Auftraggebern und Auftragnehmern,
• vom RAL anerkannter Güteausschuss; dieser ist besetzt mit Vertretern der Auftraggeber und Auftragnehmer,
• vom Güteausschuss beauftragte Prüfingenieure; dieses sichert die einheitliche Qualität der Prüfungen,
• Vorlage aller Prüfberichte im Güteausschuss, mit transparenter und jederzeit nachvollziehbarer Beschlussfassung.

Ebenfalls kann die Gütegemeinschaft Kanalbau weiter darauf hinweisen, dass es sich bei der von der Zertifizierung Bau e. V. angebotenen ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ um eine Prüfung und Überwachung von Lieferanten (Auftragnehmern) durch eine Organisation der Lieferanten (Auftragnehmer) handelt.
In dem auf Vorschlag des Gerichts geschlossenen Vergleich hat sich der Güteschutz Kanalbau lediglich verpflichtet, die fehlende Gleichwertigkeit beider Systeme künftig nicht mit Hinweis auf DIN EN 1610, Nr. 15 und Anhang C zu begründen. Das Gericht war der Auffassung, dass hierin keine zwingenden Anforderungen an Systeme zur Eignungsprüfung formuliert sind.“

Quelle: DWA Korrespondenz Abwasser Heft 6 2011

GEA Netzwerk Baden Württemberg

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Die Untersuchungen und Modellprojekte in Baden-Württemberg haben es gezeigt, dass im Bereich der Inspektion und Sanierung privater GEA (Grundstücksentwässerungsanlagen) Handlungsbedarf besteht. Das interkommunale Netzwerk geanetz Baden-Württemberg soll hierzu eine Plattform bieten, um Kommunen unter Berücksichtigung einer anlassbezogenen Betrachtung – Bereiche mit Wasserschutzgebieten, einem hohen Fremdwasseraufkommen oder begleitend zu Baumaßnahmen im öffentlichen Bereich – ein Angebot für eine zielführende Umsetzung und grundstückseigentümerorientierte Vorgehensweise zu erreichen.
 
Aktuell beschäftigen sich in Baden-Württemberg bereits viele Kommunen mit der Thematik Inspektion und Sanierung privater Grundstücksentwässerungsanlagen (GEA) aus verschiedenen Anlässen heraus. So werden derzeit in Kommunen mit Wasserschutzgebieten und mit einem hohen Fremdwasseranteil – teilw. größer als 50 % – Investitionsprogramme (förderfähig) aufgestellt, um die Kanalisation im öffentlichen Bereich – wie auch die privaten Kanalnetze – unter Beachtung der ganzheitlichen Betrachtung zu beurteilen und gezielt Sanierungsmaßnahmen einzuleiten.

Alle Infos finden Sie unter: http://geanetz-bw.de/netzwerk/netzwerk.php 

Am 27.10.2010 fand das 1. Südwestdeutsche Expertenforum Grundstücksentwässerung in der Stuttgarter Liederhalle statt.

Die einzelnen Fachbeiträge können Sie sich als pdf-Dateien hier herunterladen:

Vortrag 1: Einführungsvortrag: Ganzheitliche Betrachtung aus Sicht des Landes
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/1_geanetz_Aktuelles.pdf
Vortrag 2: Leitfaden – Handlungsempfehlung für Kommunen
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/2-Schanz-Leitfaden.pdf
Vortrag 3: geanetz Baden-Württemberg – Interkommunale Zusammenarbeit für eine landeseinheitliche Vorgehensweise
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/3-Mohn-Hildebrand-geanetz.pdf
Vortrag 4: Rechtslage zur Instandhaltung von privaten und gewerblichen Grundstücksentwässerungsanlagen
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/4-R%C3%B6sner-Rechtslage.pdf
Vortrag 5: Schadhafte Grundstücksentwässerungsanlagen – versicherungsrechtliche Regelungen
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/5-Grusdas-versicherungsrechtliche%20Regelungen.pdf
Vortrag 6: Vorstellung einer Sanierungsplanung GEA …von der Gefährdungsabschätzung bis zur Ausführung…
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/6-Sch%C3%A4fer-Sanierungsplanung.pdf
Vortrag 7: Vorgehensweise und Erfahrungen bei Sanierung von Grundstücksentwässerungsanlagen
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/7-Kissel-Schmollack-Sanierung%20GEA.pdf
Vortrag 8: Bauausführung und Überwachung von privaten Grundstücksanschlüssen
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/8-Rehm-Bauausf%C3%BChrung%20und%20%C3%9Cberwachung.pdf
Vortrag 9: Strategien zur Zustandserfassung und Sanierung von GEA am Beispiel … Kommune
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/9-Mutter-Beispiel%20Kommune.pdf
Vortrag 10: … Industrieunternehmen
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/10-schollmeier-Industrieunternehmen.pdf
Vortrag 11: … Wohnungswirtschaft
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/11-Thoma%20Beispiel%20Wohnungswirtschaft.pdf
Vortrag 12: Kanalpass zur Nachweispflicht der Dichtigkeit
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/12-Schubert%20Kanalpass%20zur%20Nachweispflicht%20der%20Dichtigkeit.pdf

 

Am 19.05.2011 fand die 10. Arbeitsgruppensitzung mit Erfahrungsaustausch im Stuttgarter Rathaus statt.
Neben Aktuellem aus dem Netzwerk und Diskussionen standen Vorträge zum Thema Öffentlichkeitsarbeit / Bewußtseinsbildung im Mittelpunkt.

Die einzelnen Fachbeiträge können Sie sich als pdf-Dateien hier herunterladen:

Aktuelles aus dem geanetz
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/1_geanetz_Aktuelles.pdf
„Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – Vorgehen, Kriterien, Instrumente“, Lorenz B. Stoelcker, qu-int.werbeagentur gmbh, Freiburg
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/2_Stoelcker.pdf
„Bewusstseinsbildung – Öffentlichkeitsarbeit in der Kanalsanierung (Grundstücksentwässerung)“, Bianca Burger, Göttinger Entsorgungsbetriebe
Teil 1: http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/3_Burger_Teil_1.pdf
Teil 2: http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/3_Burger_Teil_2.pdf
Teil 3: http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/3_Burger_Teil_3.pdf
Teil 4: http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/3_Burger_Teil_4.pdf
geanetz – Bürgerinformationspaket
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/4_geanetz-BIP.pdf
Erfahrungsberichte aus dem Netzwerk – Schopfheim, Bernhard Springmann
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/5_Erfahrungsbericht_Schopfheim.pdf
Erfahrungsberichte aus dem Netzwerk – Offenburg, Joachim Mutter
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/6_Erfahrungsbericht_Offenburg.pdf
Arbeitshilfe für Kommunen (Grundstücksentwässerung), Gerhard Renz, ISAS Albstadt
Teil 1: http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/7_Arbeitshilfe_Kommunen_Teil_1_Renz.pdf
Teil 2: http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/7_Arbeitshilfe_Kommunen_Teil_2_Renz.pdf
Teil 3: http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/7_Arbeitshilfe_Kommunen_Teil_3_Renz.pdf
geanetz – Gütesicherung
http://geanetz-bw.de/pulsepro/data/img/uploads/8_geanetz_G%25C3%25BCtesicherung.pdf

Wirtschaftlicher Faulraumbetrieb auch bei kleinen Kläranlagen

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Einführung
Im nördlichen Schwarzwald betreibt der Abwasserverband Empfingen die Kläranlage Fischingen. Sie wurde 1967 in Betrieb genommen und ist mittlerweile auf eine Ausbaugröße von 8100 EW erweitert worden. Ungewöhnlich ist vielleicht, dass bei dieser Größe die Anlage bereits damals mit einem 332 m³ „großen“ Faulbehälter und einem 35-m³-Niederdruck-Gasbehälter errichtet wurde. In den vergangenen 42 Jahren wurde die Kläranlage mehrfach umgebaut und dem Stand der Technik angepasst. Mit Rechen, Schneckenhebewerk, Sandfang, Vorklär-, Denitrifikations- und Nitrifikationsbecken sowie mit einer Eisenphosphatfällung verfügt die Anlage über alle Einrichtungen einer zeitgemäßen Abwasserreinigung. Natürlich blieb es nicht aus, dass es auf der Kläranlage, dem Verbandssammler und den Einrichtungen der Regenwasserbehandlung immer wieder einmal zu größeren und kleineren Betriebsproblemen kam. Aber durch kontinuierliche Verbesserungen und Erneuerungen ist es uns gelungen, den Betrieb positiv voranzubringen. Besonders erfolgreiche Veränderungen gab es vor allem beim Betrieb des Faulbehälters sowie der energetischen Verwertung des Klärgases. Darüber will ich hier berichten.

Der Faulturm schäumt
Zustand 1999

Der Überschussschlamm wurde direkt in den Voreindicker gepumpt. Er dickte ein, und das Wasser konnte abgezogen werden. Anschließend wurde der Primärschlamm dazugegeben, und der Faulbehälter konnte nach Augenmaß, täglich zwei- bis viermal beschickt werden. Mit der Faulraumtemperatur gab es gewisse Probleme. Sie konnte gerade so auf knapp 30 °C gehalten werden. Die Heizungsvorlauftemperatur lag bei 80 bis 90 °C. Bei dieser Betriebsführung wurden pro Jahr ca. 8000 l Heizöl verbraucht. Der Faulbehälter schäumte mehrmals im Jahr – vor allem im Winter. Da halfen nur noch Entschäumungsmittel. Die „regelmäßige“ Schaumbildung störte nicht nur den Betriebsablauf. Die Situation war auch sonst nicht zu unterschätzen, denn die Gasleitungen verstopften, sodass die Sicherheitseinrichtungen ansprangen. Und natürlich wurde im Endeffekt Klärgas ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben. Sehr lästig war auch, dass alle Komponenten, die mit dem Schaum in Berührung gekommen waren, unter Beachtung aller Sicherheitsmaßnahmen aufwendig von Hand gereinigt werden mussten.

Zustand 2008
Der Überschussschlamm wird im Vorklärbecken zusammen mit dem Primärschlamm eingedickt und im Voreindicker zwischen gelagert…
Den ganzen Artikel lesen Sie in:
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 2 – 2011

Autor
Klärwärter Edwin Bailer
Kläranlage Fischingen

Sorgen mit Nitrit

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Unsere Kläranlage der Samtgemeinde Wathlingen liegt in Niedersachsen in der Nähe von Celle; sie hat eine Ausbaugröße von 18 800 EW mit vorgeschalteter Denitrifikation, Nitrifikation und Bio-P-Elimination. Durch den strengen und langen Winter stellte sich nach einigen Wochen eindeutlicher Anstieg von Nitrit in unserer Biologie ein. Dies ist für uns deshalb von Bedeutung, weil wir nach unerem Bescheid einen Grenzwert fürNO2-N von 0,5 mg/l einhalten müssen. Wir leiten nämlich in ein empfindliches Gewässer ein. Innerhalb von nur einem Wochenende war der Nitritwert im Ablauf von 0,02 mg/l auf 0,5mg/l angestiegen. Dieser Wert erhöhte sich in den nächsten Tagen auf 0,95 mg/l, mit einem gemessenen Spitzenwert von 5,2mg/l. Hierdurch wurde unsere Biologie empfindlich beeinträchtigt, denn die Nitrifikation wurde im zweiten Schritt erheblich gestört. Jetzt hieß es für uns zu handeln -aber die Frage war „wie“? Meine Kollegen und ich erinnerten uns an ein DWA-Praxisseminar, das wir am10. September 2009 in Verden/Allerunter der Leitung von Dr.-Ing. Holger Scheer aus Essen besucht haben. Bei dieser Tagung lernte ich Dipl.-Ing.Wilfried Osterloh kennen, der über Strategien zur Vermeidung von Betriebsstörungen auf Kläranlagen referierte. Ein Thema dabei war die Überschreitung der Einleiterwerte. Nun waren wir beim Thema Nitrit und den Maßnahmen, die helfen können. Ich wurde sehrhellhörig und hörte aufmerksam zu, denn schon einmal erlebte ich vor Jahren unruhige Wochen durch hohe Nitritwerte in unsere Anlage. Wilfried Osterloh sprach über einen kurzzeitigen und gezielten Einsatz von Essig-säure. Nun wurden meine Kollegen und ich aktiv. Die Essigsäure für eine Versuchsanlage zu bekommen, war kein Problem. Frau Klostermann von der Firma SKAD versorgte uns sehr schnell mit dem Material. Nun brauchten wir für den Versuch noch eine geeignete Dosieranlage, die auch winter- und wetterfest ist. Da wir selber ausbilden, stand uns ein guter Auszubildender mitgroßem handwerklichem Geschick zur Verfügung. Innerhalb von zwei Tagen hatten wir unsere Dosieranlage mit Dosierpumpe, Vorratsbehälter, Schrankheizung (wichtig!) Thermostat für die Heizung und kälteisoliert fertig (Abbildungen 1und 2).So konnte der Probelauf beginnen. Wird dosierten zwei Liter Essigsäure reinst (min. 99,5 % CH3COOH) in unsere vorgeschaltete Denitrifikation (Volumen der Biologie 2550 m3). Am nächsten Tag stellten wir im Ablauf der Anlage eine Reduzierung von 0,62 mg/l auf0,38 mg/l fest. Nach einer weiteren Woche erreichten wir Werte von 0,02mg/l, dann aber wollte die Essigsäure nicht mehr so, wie wir wollten. Die Säure kristallisierte und an eine Dosierung war nicht mehr zu denken. Wo lag…

Den ganzen Artikel lesen Sie in:
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 2 – 2011

Autor
Horst Strohmeyer
Samtgemeinde Wathlingen.

Schon gehört? Das EPH-Verfahren

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Es gibt es zwei Verfahren, um phosphathaltige Abwässer so zu reinigen, dass die Anforderungen nach dem Stand der Technik beim Einleiten in ein Gewässer sicher eingehalten werden können: chemische Fällung als Vorfällung und als Simultanfällung, biologische Phosphoreliminierung. Nach Ansicht des Autors gehört als dritte Möglichkeit das EPH-Verfahren (Elektrophosphatfäller) ebenfalls dazu, denn die elektrochemische Fällung ist eine ideale Ergänzung zu den zwei vorgenannten Verfahren. Ziel des Verfahrens ist die Reduzierung von Fällmitteln bei Einhaltung der Grenzwerte. Das Verfahren ist der einschlägigen Fachwelt wenig bekannt, obwohl es auf zahlreichen Kläranlagen seit Jahren erfolgreich angewendet wird. Deshalb will der Autor mit diesem Beitrag das Verfahren einerbreiten Öffentlichkeit vorstellen.

Geschichtliche Entwicklung
Anfang der 1990er-Jahre wurde das Verfahren auf einer Kläranlage in Österreich entwickelt. In jahrelangen Versuchen brachte ein Klärwärterteam unter der Leitung von Herrn Schwabegger die elektrochemische Fällung zur Praxisreife. Am 12. April 2000 wurde für das Verfahren ein EU-Patent erteilt. Seit 1996 wird das Verfahren auf Kläranlagen in Österreich, Deutschland und Tschechien mit unter-schiedlichem Erfolg angewendet.

Voraussetzungen für eine hohe Effektivität desVerfahrens
Wasserhärte > 5° dH regelbare Belüftung der Belebungsbecken je nach Abwasseranfall und Belastung, hohe Nitrifikationsleistung bei Ammoniumgehalt im Ablauf < 2,0 mg/l, Möglichkeit einer ausreichenden Denitrifikation mit Nitratwerten von < 3,0 mg/l und Phosphatrücklösung, optimal ist außerdem ein vorgeschaltetes Anox- oder Denitrifikationsbecken.

Chemischer Ablauf des Verfahrens
Der Grundgedanke für die Funktion des Verfahrens gründet dabei auf folgendem Zusammenhang: Das im Wasser vorhandene Magnesium und Calcium verbindet sich durch …

Den ganzen Artikel lesen Sie in:
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 2 – 2011

Autor

Dipl.-Ing. Helmuth Hauptmann
S & H Filter- und Klärtechnik

 

Swinging Redox – Prozesswasser-Deammonifikation im SBR mit wechselndem Redoxpotenzial

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Die Behandlung von hoch stickstoffreichen Prozesswässern aus kommunalen Biogasanlagen mittels Deammonifikation wird seit Anfang 2009 am Institut für Wasser und Umwelt der TUM im Technikum des Lehrstuhls für Siedlungswasserwirtschaft in Garching untersucht. Ziel der For-schungen ist es, Erfahrungen mit einem energiereduzierten Stickstoffumsatz zu gewinnen und geeignete Regelstrategien für die Praxis zu entwickeln. Dabei entstand in mehreren Projekten ein Behandlungskonzept, bei dem mittels optimierter SBR-Steuerung ein angenommener enzymgebundener Ladungsaustausch innerhalb der adaptierten Belebtschlammbakterien von geregelten Schwingungen des Redoxpotentials unterstützt wird. Ohne Schwierigkeiten zeigte die mit einem Drittel des Schlammwassers der Züricher Prozesswasserbehandlung angeimpfte Bakterienpopulation bereits nach zwei Wochen bei 30 °C Betriebstemperatur einen stabilen Stickstoffabbau von 95 % bei einer hydraulischen Verweilzeit des kommunalen Zentratwassers von drei Tagen. Eine Akkumulation von Nitrit wurde nach der Einfahrphase nicht mehr beob-achtet. Die Kapazität des Stickstoffabbaus konnte durch gezielte Bewirtschaftung des Über-schussschlamms innerhalb eines Jahres mit dem Start weiterer Versuchsanlagen verdreifacht werden. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die Prozesswasserbehandlung mit den Parametern Zu-laufmenge, Belüftungsintensität, pH-Wert, Leitfähigkeit und ORP (Redoxpotential) im SBR-Zyklus betriebsstabil geführt werden kann. Veränderungen der im Takt schwingenden Ampli-tuden des ORP zeigen den Regelungsbedarf frühzeitig auf. Die Untersuchungsergebnisse mit verschiedenen Prozesswässern unterschiedlicher Herkunft deuten an, dass die Betriebspara-meter pH-Wert und Leitfähigkeit in weiten Bereichen schwanken können und die Regelstrategie mit wechselnden aeroben und anoxischen Phasen an die jeweiligen Prozesswässer anzupassen ist. Dabei spielt das C/N-Verhältnis im Prozesswasser und auch die Qualität der Gärrest-Ent-schlammung eine wichtige Rolle. Die bisherigen Resultate liegen mit einer mittleren Stickstoff-Raumbelastung von 400 gN/(m³ d) im Bereich der in der Literatur angegebenen Werte von bereits realisierten Zentrat-Behandlungsanlagen. Das Verfahren der Deammonifikation ist etabliert, die festgestellte Prozess-Stabilität belegt die Eignung zur großtechnischen Umsetzung.

Quelle: http://www.wga.bv.tum.de/content/view/129/39/lang,de/

Heizen und Kühlen mit Abwasser – ein neuer Markt für Deutschland

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Die Wärmequelle Abwasser eröffnet dem Markt für Großwärmepumpen neue Chancen, von denen Hersteller, Planer und Energiedienstleister profitieren können. Die Technologie ist erprobt und bei den heutigen Erdölpreisen wirtschaftlich konkurrenzfähig. Das Potenzial ist sehr groß, es liegt alleine in Deutschland bei ungefähr 20.000 Anlagen mit 500 kW. Das würde einem Markt von 30 Mrd. Euro eröffnen. Diesen Markt gilt es aber zuerst zu entwickeln, mit dem Ziel der Wirtschaftsförderung, Arbeitsplatzbeschaffung und CO2-Reduktion. Hier sind Bund und Länder gefordert, rasch Impulsprogramme zu starten, wie es die Schweiz mit Erfolg vormacht. Eine wichtige Grundlage für diese Marktentwicklung ist die neue Broschüre „Heizen und Kühlen mit Abwasser“, ein umfassender Ratgeber für Bauherrschaften und Kommunen zur Umsetzung der innovativen Technologie der Abwasserwärmenutzung.

Die vergessene Wärmequelle Abwasser

Die Wärmepumpe ist im Einfamilienhausbereich bereits weit verbreitet. Bei den Neubauten erreicht ihr Marktanteil in der Schweiz z.B. rund 60%! Da der Einsatz in größeren Überbauungen direkt zu einem größeren Auftragsvolumen führt, liebäugelte die Branche schon lange mit einem Aufschwung der Großwärmepumpe. Doch es mangelte meist an der verfügbaren Wärmequelle. Da erinnerte sich plötzlich ein kluger Kopf an eine Anlage in Basel, welche die Wärme aus einem nahe gelegenen Abwasserkanal gewinnt und die seit ihrer Geburtsstunde ohne Probleme ihre Dienste leistet. Da solche Kanäle in allen größeren Kommunen vorhanden sind, lässt sich, so war die Idee, die Abwasserwärmenutzung an vielen anderen Orten ebenfalls einsetzen. Initiative Firmen arbeiteten an der Weiterentwicklung der Wärmetauschertechnologie und mit Bundessubventionen wurden weitere Demonstrationsanlagen realisiert.

Entscheidend für die Verbreitung dieser Technologie in der Schweiz aber war, dass der Bund ein Impulsprogramm startete. Dabei wurde von spezialisierten Gutachtern zunächst das Wärmepotenzial der Kläranlagen ermittelt, in den entsprechenden Gemeinden geeignete Standorte eruiert, Machbarkeitsstudien finanziell unterstützt und die (privaten oder öffentlichen) Bauherrschaften aktiv angegangen und beraten. Anfänglich wurden auch an die Investitionen der Anlagen Finanzbeiträge ausgerichtet, die in den letzten Jahren aber zurückgenommen wurden. Der Erfolg dieses Programmes blieb, trotz bescheidenem Budget, nicht aus; in der Schweiz stehen heute rund 50 Großwärmepumpen mit Abwasserwärme in Betrieb. Jährlich werden Dutzende neue Projekte ausgelöst.
Marktpotenzial

Im Abwasser steckt eine enorme Wärmemenge, mit der Gebäude mittels Wärmepumpen beheizt – und auch gekühlt – werden können. In Nordrhein-Westfalen könnten mit der Wärme im Abwasser 5 Prozent aller Gebäude beheizt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Unterirdische Infrastruktur (IKT) in Gelsenkirchen und des Instituts „Energie in Infrastrukturanlagen“ in Zürich im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNLV). Bestätigt werden diese Zahlen durch die Erfahrungen in der Schweiz. Werden diese Erkenntnisse auf ganz Deutschland hochgerechnet, so ergibt sich ein realisierbares Potenzial von rund 20.000 Anlagen mit durchschnittlich 500 kW. Das entspricht einem Investitionsvolumen von rund 10 Mrd. Euro. Erfahrungsgemäß werden solche Anlagen häufig im Contracting realisiert, so dass sich hier insgesamt ein Markt von ungefähr 30 Mrd. Euro entwickeln könnte.

Einsatzmöglichkeiten

Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Einsatz der Abwasserwärmenutzung sind größere Bauten mit mehr als 150 kW Wärmeleistungsbedarf in der Nähe von geeigneten Kanälen, also Verwaltungsgebäude, Wohnsiedlungen, Gewerbebauten, Heime, Schulen und Sportanlagen. Besonders günstig ist, wenn es sich um Neubauten handelt oder die Gebäude gekühlt werden müssen. Im Kanal ist ein Abwasserdurchfluss von mindestens 15 l/s erforderlich (Mittelwert bei Trockenwetter) und ein Durchmesser von mehr als 60 – 80 cm. Geeignete Standorte sind in Gemeinden mit mehr als rund 10.000 Einwohner häufig zu finden, wie die erwähnte Studie in NRW gezeigt hat. Wichtig ist, dass bei einem Projekt bereits frühzeitig das Gespräch mit dem Kanal- und Kläranlagenbetreiber gesucht wird. Ein Wärmeentzug hat aber keinen negativen Einfluss auf den Kläranlagen- und Kanalbetrieb, wenn dieser fachgerecht geplant wird, wie eine DBU-Studie zeigt.

Ausgezeichnete Ökobilanz

Wärmepumpen arbeiten mit der Energierückgewinnung aus Abwasser besonders effizient, da Abwasser auch im Winter günstige Temperaturen aufweist (10°C bis 15°C). Dadurch kann der Primärenergie- sowie der CO2-Aufwand gegenüber einer Erdölheizung halbiert werden. Auch bei einer gesamtökologischen Betrachtung schneidet die Abwasserenergieanlagen (Basis: Strom aus Gasdampfkraftwerken) um Faktor 2 besser ab als Öl- und Gasheizungen bzw. herkömmliche Klimaanlagen, wie eine wissenschaftliche Studie an einer konkreten Anlage in Zürich mit der Methode Ecoindicator’99 aufzeigt. Abwasserwärmepumpen leisten damit einen wesentlichen Beitrag an den Klimaschutz und an die Luftreinhaltung in Städten und Gemeinden.

Für kommunale Bauten besonders geeignet

Nicht nur in der Schweiz oder in Oslo zeigen Anlagen, das die Abwasserwärmenutzung erprobt ist. Auch in Waiblingen bei Stuttgart versorgt eine Abwasserwärmepumpe seit 20 Jahren zuverlässig und sicher einen Wärmeverbund mit diversen Verwaltungs- und Schulbauten sowie einem Hallenbad.

Die erste moderne Anlage zur Energierückgewinnung aus Rohabwasser steht seit zwei Jahren in der Stadt Singen am Hohentwiel in Betrieb. Sie liefert Raumwärme und Klimakälte für das Gründer- und Technologiezentrum SinTec mit 4000 m2 Geschoßfläche. Die Idee, die eigene Energiequelle Kanalabwasser vor Ort zu nutzen, stiess auf derart große Zustimmung, dass nun sogar bei zwei weiteren Neubauten der Einsatz geprüft wird: bei der Stadthalle und dem 67 m hohen „Hegau-Tower“ – ein Glasturm des Amerikanischen Stararchitekten Helmut Jahn. Auslöser dieser ganzen Entwicklung war die Aufgeschlossenheit der Stadtväter und des Klärmeisters, die Erfahrungen aus der nahen Schweiz zu prüfen und zu nutzen.

Nicht zuletzt verfügen die Kommunen mit ihren eigenen Bauten vielfach über günstige Voraussetzungen für den Einsatz einer Abwasserenergieanlage. Damit können sie ihr Image und den Wirtschaftsstandort der Gemeinde fördern. Durch eine systematische Ermittlung geeigneter Standorte, insbesondere an den eigenen sowie an Neubaugebieten, kann die Gemeinde aktiv an der Verbreitung dieser umweltfreundlichen Technologie mitwirken.

Wirtschaftlich konkurrenzfähig

Die Abwasserwärmenutzung ist konkurrenzfähig. Zu diesem Schluss kommt das Bundesamt für Energie in der Schweiz aufgrund einer Überprüfung der Daten einer realisierten Anlage in Binningen, einem Vorort von Basel. Die gesamten Gestehungskosten für Verzinsung und Amortisation der Investitionen, für den Energieaufwand der Wärmepumpe und die bivalente Spitzenheizung sowie für Unterhalt und Betrieb liegt bei 6 Cent pro kWh. Das ist durchaus vergleichbar mit den Kosten einer Ölheizung, wenn die Kapitalkosten und Unterhalt ebenfalls berücksichtigt werden. In Deutschland sieht die Situation ähnlich aus, wie eine Forschungsarbeit der DBU ausgeführt von Energieconsulting Stodtmeister aus Berlin in Zusammenarbeit mit dem Institut „Energie in Infrastrukturanlagen“ an einem Dutzend konkreter Objekte zeigt. Bei entsprechenden Voraussetzungen lagen die Gestehungskosten der Abwasserwärmenutzung bei den effektiven Energiepreisen an diesen Orten vor einem Jahr noch um wenig über denjenigen der konventionellen Heizungen. Bei den heutigen Erdölpreisen sind die Abwasserenergieanlagen bereits konkurrenzfähig und zum Teil sogar wirtschaftlicher. Dabei handelt es sich um Anlagen zwischen 0,1 bis 2 MW, mehr

Kontakt:
Ernst A. Müller, Dipl. Univ. Geograf, Institutsinhaber
Felix Schmid, Dipl. Energieingenieur FH, Kommunikation.
Institut Energie in Infrastrukturanlagen
Lindenhofstrasse 15
CH-8001 Zürich
Schweiz
Tel. 0041 44 226 30 98
Fax 0041 44 226 30 99
Mail: energie@infrastrukturanlagen.ch
Internet: www.infrastrukturanlagen.ch

Broschüren zum Thema

Zwei neue Broschüren der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, des Bundesverbandes Wärmepumpen e.V. und des Institutes „Energie in Infrastrukturanlagen“ informieren zum Thema Heizen und Kühlen mit Abwasser:

• Ratgeber für Bauherrschaften und Kommunen. 32 Seiten, Bezug: Bundesverband Wärmepumpe e. V., Elisabethstr. 34, 80796 München, Tel. 089 2781 34 18, info@waermepumpe-bwp.de
• Ratgeber für Ingenieure und Planer, 26 Seiten, Bezug: Download unter www.infrastrukturanlagen.ch

Quelle: http://www.unitracc.de/aktuelles/artikel/heizen-und-kuehlen-mit-abwasser–ein-neuer-markt-fuer-deutschland

Senkung des Stromverbrauchs in der Praxis

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Ausgangssituation
Die Gemeinschaftskläranlage Bachtal (8000 EW) ist als Belebungsanlage mit gemeinsamer aerober Schlammstabilisierung sowie intensivierter Denitrifikation und biologischer Phosphorelimination konzipiert
.Im Maschinengebäude sind die Zulauf-, Rücklaufschlamm- und Überschussschlammpumpen sowie die Gebläse für die Belüftung untergebracht. Im Erdgeschoß reinigt eine Siebtrommel (Lochweite 1,5 mm) das Rohabwasser. Das Siebgut wird ausgewaschen, gepresst und in Container abgeworfen.

Lösungsansatz
Es wurde der Stromverbrauch der einzelnen Maschinen und Aggregate über den Drehstromzähler ermittelt (Zähler-konstante beachten).Beispiel: Abtrieb Räumer im Nachklärbecken 1 Zählerumdrehung in 830 s Zählerkonstante 7,5 U/kWh= 0,58 kW Verbrauch im Jahr:0,58 kW × 24 h/d × 365 d/a = 5080 kWh/a. Hierbei erfolgte immer wieder eine kurze Abschaltung der Anlage, um die einzelnen Daten der Aggregate zu ermitteln. Diese wurden mit den angegebenen Daten auf dem Typenschild der Aggregate verglichen.

Den ganzen Artikel lesen Sie in:
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 2 – 2011

Autor
Abwassermeister Franz Seeger
Gemeinschaftskläranlage
Bachtal