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Informationen aus Thüringen

Zu den Archiv Meldungen aus 2010 bis 2022.

2023


Zum Tag der Umwelt erklärt Umweltminister Stengele

„Für den natürlichen Klimaschutz sind unsere Wälder und Moore in Thüringen enorm wichtig. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz helfen unsere natürlichen C02-Speicher. Aber sie sind gefährdet und brauchen auch unseren Schutz: Richtig gesund ist nur rund ein Fünftel unserer Wälder, dabei ist Thüringen zu fast einem Drittel mit Wald bedeckt.
Für den natürlichen Klimaschutz sind unsere Wälder und Moore in Thüringen enorm wichtig. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz helfen unsere natürlichen C02-Speicher. Aber sie sind gefährdet und brauchen auch unseren Schutz: Richtig gesund ist nur rund ein Fünftel unserer Wälder, dabei ist Thüringen zu fast einem Drittel mit Wald bedeckt. Hitze, Stürme und Borkenkäfer setzen den Bäumen zu. Wir brauchen also besseren Wasserrückhalt im Boden, genauso wie den gezielten und natürlichen Umbau von Monokulturen hin zu klimarobusteren Mischwäldern. Damit der Kreislauf intakt bleibt und unsere Bäume klimaschädliches CO2 binden und Sauerstoff produzieren, brauchen sie auch unseren Schutz. Ebenso unsere Moore als hoch effektive C02-Speicher, als Hochmoore im Thüringer Wald und als tausende kleinere Nieder-, Zwischen- und Übergangsmoore, die sich auf insgesamt 300 Hektar zusammenzählen lassen. Für guten Arten- und Klimaschutz werden sie nicht weiter entwässert , um wirtschaftlich genutzt zu werden. Der natürliche Klimaschutz geht vor.“

Hintergrund:
In Erinnerung an die Eröffnung der Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Umwelt am 5. Juni 1972 in Stockholm haben die Vereinten Nationen und vier Jahre später auch die Bundesrepublik Deutschland den 5. Juni zum jährlichen „Tag der Umwelt“ erklärt. Mit unterschiedlichen Veranstaltungen, Aktionen und Maßnahmen wird an diesem Tag global ökologische Courage gefördert. Weltweit beteiligen sich rund 150 Staaten an diesem World Environment Day, der das Bewusstsein dafür stärken soll, dass es vor allem der Mensch selbst ist, der die Vielfalt und Stabilität der Umwelt bedroht. Link: www.bmuv.de/service/veranstaltungen/veranstaltung/internationaler-tag-der-umwelt-weltumwelttag
https://umwelt.thueringen.de/aktuelles/anzeigen-medieninformationen/zum-tag-der-umwelt-erklaert-umweltminister-stengele

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Starkregen- und Hochwasservorsorge: Mehr Geld für die Hochwasserabwehr in Sonneberg

Zum Abschluss seiner Wassertour 2023 besuchte Thüringens Umweltstaatssekretär Burkhard Vogel am Donnerstag die Stadt Sonneberg. Dort besichtigte er ein Pilotprojekt zur Sturzflutfrühwarnung. Zudem erhielt die freiwillige Feuerwehr einen Fördermittelbescheid für die Erstanschaffung von Wasserwehrausstattung. Bereits seit Januar 2022 übernimmt die Freiwillige Feuerwehr in Sonneberg auch die Aufgaben des Wasserwehrdienstes für den Starkregen- und Hochwasserfall.
Dazu Umweltstaatssekretär Vogel: „In der Klimakrise sorgt Starkregen immer häufiger für schnell steigende Wasserstände und Überflutungen mit extremen Schäden, insbesondere bei kleineren Gewässern mit engen Tallagen wie hier in Sonneberg. Schnelle Informationswege und gute Ausrüstung für Wasserwehren und Gemeinden sind wichtig, um die Schäden solcher Extremereignisse zu verringern. Genau hier setzen wir mit unserer vereinfachten Förderung für die Wasserwehren und mit den Pilotprojekten zur Sturzflutwarnung an.“
In der Stadt Sonneberg führen schon kleinere Hochwasser am Fluss Steinach, einem Hochwasserrisikogewässer erster Ordnung, zu Überschwemmungen etlicher Straßen. Ein erhebliches Schadenspotenzial für die Ortslage besteht zusätzlich aufgrund von Sturzflutereignisse, insbesondere aus dem Einzugsgebiet der Röthen. Die Installation von zwei Warnpegeln an Steinach und Röthen ermöglicht eine frühzeitigere Warnung für die Gemeinde. Vom neuen Frühwarnsystem profitieren auch die Einsatzkräfte der lokalen Wasserwehr. Zur Wahrnehmung der Wasserwehrdienste erhielt die Feuerwehr zudem 25.000 Euro an Fördermitteln für die Anschaffung von Ausstattung. Die Erstausstattung der kommunalen Hochwasserabwehr wird im Rahmen des Landesprogramm Hochwasserschutz 2022-2027 durch das Umweltministerium gefördert. Eine sogenannte „Boxwall“, ein mobiles Hochwasserschutzsystem als Alternative zu Sandsäcken, führten die Kräfte der Wasserwehr beim Besuch vor.
Um noch mehr Wasser- und Feuerwehren zu unterstützen, können Thüringer Gemeinden seit dem 19. Juli 2023 mit einer vereinfachten Förderung Pauschalbeträge für die Erstausstattung der Wasserwehren bzw. Feuerwehren beantragen. Die Höhe der Pauschalen ergibt sich aus dem lokalen Hochwasserrisiko und Schadenspotential im Hochwasserfall. Gefördert werden mit maximal 50.000 Euro je Gemeinde unter anderem:
• Persönliche Schutzausrüstung (Stiefel, Warnwesten, Watthosen, Helme, Regenjacken etc.)
• Mobile Schutzelemente und Einsatzmittel (Sandsäcke, Sandsackbefüllgerät, Tauchpumpen, Nass- und Trockensauger etc.)
• Logistik (GPS-Geräte, Mobiltelefone, Anhänger, Notstromaggregate, Beleuchtungssatz, Markierungsfähnchen etc.)
• Sachausgaben zum Aufbau eines Hochwasserinformationssystems oder für die Erstellung von Alarm- und Einsatzplänen
In den letzten Jahren wurde die Erstausstattung von 15 Feuerwehren und Wasserwehren mit ca. 375.000 EUR gefördert. Mit dem vereinfachten Förderprogramm sollen nun weitere Wehren ausgestattet werden. Weitere Informationen zur Einrichtung eines Wasserwehrdienstes und zum Thüringer Landesprogramm Hochwasserschutz 2022-2027 sind auf der Seite https://aktion-fluss.de zu finden.

Hintergrund:
Im Gegensatz zu Überschwemmungen durch erhöhte Wasserstände in den Gewässern z. B. infolge von langanhaltendem Dauerregen oder Schneeschmelze, treten Starkregenereignisse und ihre Folgen in der Regel sehr plötzlich auf und sind, wenn überhaupt, nur sehr kurzfristig vorhersagbar. Die für Anfang 2024 geplante Veröffentlichung der Hinweiskarte für Starkregengefahren, die derzeit im Auftrag des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie für Thüringen entwickelt wird, wird helfen, durch Sturzfluten gefährdete Ortslagen zu identifizieren.
Im Sinne der kommunalen Selbstvorsorge sollen dann die Gemeinden in die Lage versetzt werden, eigene Warnpegel mit Unterstützung/Beratung durch das TLUBN einzurichten und in Eigenregie zu betreiben. Weitere Pilotprojektes sind z. B. für die Städte Jena und Erfurt geplant. Zur Unterstützung der Gemeinden bei der Einrichtung der Wasserwehrdienste in Thüringen hat das TMUEN die „Handlungsempfehlung zur Einrichtung eines gemeindlichen Wasserwehrdienstes in Thüringen“ veröffentlicht (https://aktion-fluss.de/downloadbereich/ unter „Handreichungen“).
https://umwelt.thueringen.de/aktuelles/anzeigen-medieninformationen/starkregen-und-hochwasservorsorge-mehr-geld-fuer-die-hochwasserabwehr-in-sonneberg-erleichterte-foerderung-fuer-gemeinden

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