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Beschäftigte durch Auswahl geeigneter Arbeitsmittel schützen – BAuA-Bericht:

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Dresden – Gute Arbeit braucht die richtigen Arbeitsmittel. Der Preis allein sollte dabei nicht entscheidend sein. Denn wenn das Arbeitsmittel nicht zur Betätigung passt, kann das teuer werden. Auch die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten ist gefährdet. Nur auf den Preis zu gucken lohnt sich deshalb nicht, egal worum es sich handelt, ob Hammer oder Hebebühne. Mit dem Bericht „Auswahl von Arbeitsmitteln – Stand der Technik zur Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung“ gibt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) betrieblichen Einkäufern und Beschaffern eine Handlungshilfe für die richtige Entscheidung an die Hand.

Erfahrungen zeigen, dass sich der Aufwand bei der Auswahl von Arbeitsmitteln lohnt. Korrekturen einer einmal getroffenen Entscheidung sind später meist nur noch teuer oder mit geringerer Wirkung zu erkaufen. Somit gefährdet eine falsche Auswahl nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Qualität der Produkte und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens leiden. Nach der Betriebssicherheitsverordnung ist in erster Linie der Arbeitgeber in der Pflicht, den Arbeitsplatz sicher zu gestalten. Der BAuA-Bericht soll helfen, bei der Beschaffung von Arbeitsmitteln alle relevanten Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die seltener große Investitionen tätigen, ist es schwierig nach den richtigen Kriterien auszuwählen.

Wo und wie soll das Arbeitsmittel verwendet werden? Und wer soll am Gerät arbeiten? Solche Fragen helfen bei der Beurteilung der Situation und geben wichtige Hinweise darauf, welches Arbeitsmittel das richtige ist. Damit die Auswahl getroffen werden kann, ist es für diesen Prozess aber beispielsweise ebenso wichtig, dass die Bedienungsanleitung schon vor der Beschaffung des Produktes vorliegt. Wichtig sind außerdem weitere Überlegungen, auch bei der Vorbereitung der Arbeit. Beispielsweise kann für einige Tätigkeiten eine Schutzausrüstung erforderlich sein. Viele Geräte müssen zudem regelmäßig gewartet werden, damit sie gefahrlos betrieben werden können. Der BAuA-Bericht „Auswahl von Arbeitsmitteln“ enthält einen Katalog von Fragen, die bei der Beschaffung von Arbeitsutensilien geklärt werden sollten. Dabei beleuchtet der Bericht sowohl die Auswahl von Arbeitsmitteln bei der Beschaffung als auch bei der Arbeitsvorbereitung.

„Auswahl von Arbeitsmitteln – Stand der Technik zur Umsetzung der Betriebssicherheitsverordnung“; Christof Barth; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2012; 54 Seiten. Der Bericht steht als PDF unter http://www.baua.de/publikationen auf der BAuA-Homepage.

Windeln als Meerwasserfilter

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Für 700 Millionen Menschen weltweit, so die UN, ist Trinkwasser knapp. Abhilfe kann in Küstengebieten die Entsalzung von Meerwasser schaffen. Die gängigen Methoden, vor allem Destillation und Umkehrosmose, benötigen jedoch viel Energie – und sind für die oft armen Regionen zu teuer. Chemiker des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) arbeiten an einem völlig neuen Verfahren. Quellfähige Kunststoffpartikel (Superabsorber), ähnlich denen in Windeln, dienen dabei als Filter: Beim Quellen nehmen sie nur einen Teil des Salzes auf, beim Auspressen geben sie salzarmes Wasser ab.

Dass das Prinzip funktioniert, haben Professor Manfred Wilhelm und sein Doktorand Johannes Höpfner vom Institut für Technische Chemie und Polymerchemie des KIT bereits nachgewiesen. Mit ihrem Verfahren können sie den Salzgehalt in einem Durchlauf um mehr als ein Drittel reduzieren. Als Quellmaterial dient ein Hydrogel auf Acrylsäurebasis: kugelförmige, vernetzte Polymere, die in Wasser aufquellen und das 100-fache ihrer Masse aufnehmen können. Das Besondere daran sind die geladenen Gruppen in den Polymeren: Beim trockenen Material ist die Ladungsdichte hoch – und sorgt dafür, dass das Salz zunächst abgestoßen wird und vor allem Wasser eindringt. Quillt das Netz weiter auf, wird die Ladungsdichte geringer und Salz dringt ein. „An diesem Punkt drehen wir den Prozess um: Wir pressen das aufgequollene Hydrogel mechanisch wieder aus, ähnlich wie einen Schwamm“, sagt Johannes Höpfner. „Das Wasser hat dann gegenüber Meerwasser bereits einen deutlich reduzierten Salzgehalt.“ Der Salzgehalt von Meerwasser entspricht 35 Gramm Natriumchlorid pro Liter. „Wir wollen im ersten Durchlauf auf zehn Gramm kommen, im zweiten auf drei und im dritten schließlich auf ein Gramm pro Liter – das ist eine Menge, die man trinken kann“, so Manfred Wilhelm.

Zurzeit arbeitet Johannes Höpfner daran, den Superabsorber genau auf diese Verwendung anzupassen. „In Windeln muss das Material auch unter Druck, wenn das Baby darauf sitzt, trocken bleiben. Bei uns soll es – um Energie zu sparen – die Flüssigkeit gerade mit möglichst wenig Druck wieder abgeben.“ Erreichen will er dies etwa über eine chemisch ideal eingestellte Vernetzungs- und Ladungsdichte der Hydrogele. „Setze ich die Knotenpunkte und damit die Ladungen sehr eng, sind die Kugeln sehr hart: Das hat den Vorteil, dass das Salz sehr gut abgestoßen wird, allerdings brauche ich dann viel Energie, um das Hydrogel auszupressen. Hier geht es darum, das Optimum zu finden“, erläutert der Doktorand. Um das Verfahren anhand detaillierter Analysedaten weiterzuentwickeln, hat er einen präzisen Teststand konstruiert: eine Halbliter-Hydraulikpresse, die Polymer und Wasser voneinander trennt, und an der sich der Stempelweg, Druck und Salzgehalt genau messen lassen. Die Daten fließen dann auch in Computersimulationen, die in Kooperation mit der Universität Stuttgart durchgeführt werden.

Mit ihrer Idee stießen Wilhelm und Höpfner bereits bei mehreren Firmen auf großes Interesse. Ob sie den Weg in die Anwendung findet, hängt unter anderem von der Energiebilanz ab. „Für die gängigen Verfahren Destillation und Umkehrosmose, die unter Druck über eine Membran Süßwasser von salzhaltigerem Wasser trennt, benötigt man in der Praxis zwischen drei und zehn Kilowattstunden pro Kubikmeter Wasser. Ob wir besser sind, wissen wir noch nicht – aber wir arbeiten aktuell an der Abschätzung“, sagt Manfred Wilhelm. Destillation und Umkehrosmose werden in der Regel aber durch Dieselgeneratoren angetrieben, beim Verfahren der Karlsruher Chemiker wäre ein direkter Antrieb über ein Windrad denkbar – rein mechanisch und somit sehr effektiv.

Die Polymerpresse könnte damit eine besser skalierbare Alternative zu den herkömmlichen Verfahren darstellen, die technische Umsetzung ist aber noch offen. „Wir schaffen die naturwissenschaftlichen Grundlagen, eine entsprechend größere Anlage zu entwickeln, wäre dann Aufgabe für Chemieingenieure und Maschinenbauer“, sagt Manfred Wilhelm. Bei möglichen Anwendungen denkt er aber vor allem an Nischen, beispielsweise eine Kartusche, die es ermöglicht, Meerwasser von Hand auszupressen und so mobil und unkompliziert Trinkwasser zu gewinnen. Lohnen könnte sich das Verfahren insbesondere bei der Aufbereitung von Brackwasser, da es umso besser funktioniert, je niedriger der Salzgehalt ist.

Nähere Informationen: http://www.itcp.kit.edu/wilhelm/577.php

Die Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts

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Zusammenfassung
Es wird eine erste Übersicht gegeben über das zum 1. Juni 2012 in Deutschland in Kraft getretene Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und die damit zusammenhängenden Folgevorschriften. Mit dem Inkrafttreten des neuen KrWG wird ein über zweijähriger Umsetzungsprozess für die europäische Abfallrahmenrichtlinie (AbfRRL) vom 19. November 2008 vorläufig abgeschlossen. Es bleibt abzuwarten, ob die im Gesetzgebungsverfahren aufgetretenen Probleme durch das Gesetz abschließend gelöst worden sind.

Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 6-2012 ab Seite 569

Autor
Rechtsanwalt Michael Scheier
Fachanwalt für Verwaltungsrecht
Stammheimer Straße 17,
50735 Köln
www.umweltrecht-scheier.de

Schmieren in der Höhe oder Tiefe – ohne Leiter

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Anmerkung:
Der nachfolgende Beitrag hat den 2. Platz des Deutscher Klärwerkpreis für Innovation 2012 belegt.
Der Preis wurde auf der IFAT am 9.5.2012 verliehen.
Ziel des Deutschen Klärwerkpreises für Innovation ist es, Innovationen im Klärwerksbereich zu fördern und innovative Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Klärwerken zu unterstützen.
http://www.klärwerkpreis.de/

Jeder kennt das Problem:
An einer hoch liegenden Stelle z.B. an einem Flügeltor oder an einer tief liegenden Stelle z.B. Spindel in einem Schacht muss geschmiert werden. Wird, wie üblich auf eine Leiter gestiegen oder in den Schacht eingestiegen, steigt das Unfallrisiko und es ist zusätzlich Personal zur Sicherung notwendig.

Eine einfach Lösung zeigen die nachfolgenden Bilder:
Bild FW-Tipps-Juni-12--Fulda4.JPG
Die Auslösung findet über eine Verlängerungsstange vom sicheren Boden aus statt.

Bild FW-Tipps-Juni-12-Fulda1.JPG
Die Aufnahme, eine Rohrschelle, kommt mit jeder Schmierdose zurecht. Das Auslösesystem drückt auf den originalen Sprühkopf.

Bild FW-Tipps-Juni-12--Fulda5.JPG
Über einen Seilzug kann der Sprühstoß fein justiert und ohne große Kraftaufwendung aktiviert werden.

Autor:
Erhard Brähler
Abwassermeister
Abwasserverband Fulda

Rohrwärmetauscher mit Zwangsführung

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Wärmerückgewinnung aus dem Nacheindicker

Anmerkung:
Der nachfolgende Beitrag hat den 1. Platz des Deutscher Klärwerkpreis für Innovation 2012 belegt.
Der Preis wurde auf der IFAT am 9.5.2012 verliehen.
Ziel des Deutschen Klärwerkpreises für Innovation ist es, Innovationen im Klärwerksbereich zu fördern und innovative Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Klärwerken zu unterstützen.
http://www.klärwerkpreis.de/
Bild Akt-Jun-12-Klaerwerkspreis.JPG

Folgende Betriebsverhältnisse stellten sich im Klärwerk ein:
Das erzeugte Klärgas wurde nahezu vollständig im BHKW verwertet. Die erzeugte elektrische Energie deckte knapp die Hälfte des Bedarfs. Die erzeugte Wärmenergie reichte allerdings nicht für die benötigte Prozesswärme und die Beheizung der Betriebsgebäude aus.

Aufgabenstellung:
Die im Klärschlamm enthaltene Wärmeenergie soll zur Aufheizung des Rohschlamms verwendet werden.
– Dabei soll kein zusätzliches Bauwerk zur nterbringung des Wärmetauschers benötigt werden.
– Die Leitungsführung soll unverändert bleiben.
– Der Leitungsquerschnitt dard an keiner Stelle verringert werden, um die Verstopfungsgefahr nicht zu  
  erhöhen.
– Es sollen keine zusätzlichen Schlammpumpen benötigt werden.
– Die Investition soll sich innerhalb von drei Jahren amortisieren.

Lösung:
Um alle Anforderungen zu erfüllen wurde ein besonderer Rohrwärmetauscher entwickelt. Die Nennweite richtete sich nach den vorhandenen Schlammleitungen und  die Flansch-Flansch-Länge von zwei Metern erwies sich als optimal für den unprobematischen Einbau in die vorhandene Leitungsführung.
Material, Spaltweite und eine Zwangsführung für das Übertragungsmedium sorgen für eine gute Wärmeübertragung bei geringer Oberfläche. Durch die Serienanfertigung der immer gleichen Elemente konnten die Fertigungskosten niedrig gehalten werden.
Bild FW-Ene-Jun-12-WT-3.jpg

Ergebnis:
Mit zehn Elementen wurde der Rohrwärmetauscher realisiert. Die Investitionskosten betrugen 12.000 Euro. Die täglich gewonnene Wärmeenergie beträgt durchschnittlich 140 kWh. Bei einem Wirkungsgrad der Heizung von 90% würden für diese Wärmemenge 15,5 Liter Heizöl benötigt. Im Jahr beträgt die Einsparung damit 5.657 Liter Heizöl. Bei einem Heizölpreis von 0,91 Euro/Liter (Stand März 2012) incl. MwSt. werden im Jahr 5.148 Euro für Heizöl eingespart. Zusätzliche Kosten verursacht lediglich die Umwälzpumpe mit 189 Euro für den Stromverbrauch.
Bild FW-Ene-Jun-12-WT-1.JPG

Unter Berücksichtigung der Betriebskosten für die Umwälzung ergibt sich eine Amotisationszeit für die Gesamtinvestition von 2,42 Jahre.

Die Eigenentwicklung zeichnet sich dadurch aus, dass der Wärmetauscher keinen zusätzlichen Platzbedarf und keine zusätzliche Schlammpumpe benötigt. Die hydraulischen Verhältnisse bleiben unverändert, was eine zusätzliche Verstopfungsgefahr mit dem damit verbundenen erhöhten Wartungsaufwand ausschließt.

Für die Herstellung und den Einbau der benötigten Rohrwärmetauscher mit Zwangsführung konnte die Firma ABB Service GmbH mit Sitz in Bobingen gewonnen werden.
Die bestechende Funktionalität und Wirtschaftlichkeit dieser Anlage zur Energierückgewinnung im Klärwerk hat auch die ABB Service GmbH Bobingen überzeugt. Unter dem Namen „BIO-Heater“ bietet sie diesen Wärmetauscher für alle Kläranlagen mit Faulbehälter an.

Autor:
Dieter Panhans
Abwassermeister
Kläranlage Bobingen

Abwasserbiologische Untersuchungen – muss das sein?

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In der Kläranlagenpraxis lösen sie Probleme

Zusammenfassung
In der biologischen Abwasserreinigung sind seit langem organismische
Indikatoren für die dort vorherrschenden Lebensbedingungen
bekannt. Deren Auftreten und Leistung mithilfe von Mikroskopie
und Aktivitätsmessungen zu untersuchen, hat sich in
unzähligen Beispielen als äußerst nützlich erwiesen, um neben
chemisch-physikalischen Parametern redundante Hinweise zur
Betriebsoptimierung und effizienten Problembekämpfung zu erlangen.
In den letzten Jahren werden jedoch solche abwasserbiologischen
Untersuchungen im Kläranlagenbetrieb oft aus vermeintlichen
Zeit- und Kostengründen immer mehr zurückgedrängt.
Es ist daher wieder einmal Zeit für ein Plädoyer.
Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 5-2012 ab Seite 437

Autoren

Dr. Hilde Lemmer
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Kaulbachstraße 37
80539 München

PD Dr.-Ing. habil. Dipl.-Biol. Christine Helmer-Madhok
WBBau Wasser und Umwelt, Leibnitz Universität Hannover
Callinstraße 34
30167 Hannover

Dr. Jürg Kappeler
Kappeler Infra Consult AG
Rampenweg 2
4242 Laufen, Schweiz

Biol. Susanne Zander-Hauck
Ruhrverband Essen

Hochwasserwarnung per Scheibenwischer

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RainCars setzt auf unkonventionelle Messtechnik – DFG fördert Projekt
an der Leibniz Universität Hannover

Regelmäßig richten Überschwemmungen große Schäden an. Doch in Deutschland gibt es zu wenig Regenmessstationen, mittels derer zeitlich genaue Aussagen über die zu erwartende Wassermenge getroffen werden können. Eine verbesserte flächendeckende Erfassung des Niederschlages könnte für genauere Vorhersagen sorgen. Das Projekt RainCars an der Leibniz Universität Hannover verfolgt diesen Ansatz: Es nutzt Autos als mobile Messstationen mit Scheibenwischern als Regensensoren. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt RainCars für eine Laufzeit von zunächst zwei Jahren.

Regenmessstationen in Deutschland liegen häufig weit auseinander. Regenradare liefern nur indirekte und damit unsichere Daten. Da es nicht die Möglichkeit gibt, flächendeckend neue Messstationen zu errichten, kam das Forscherteam auf die Idee, auf etwas zurückzugreifen, was vorhanden ist, in diesem Fall auf Autos. Die Idee dahinter ist simpel: Scheibenwischer werden eingeschaltet, wenn es regnet, sie sind daher ein Indikator für den Niederschlag und können ihn indirekt messen. Die Regenmenge wird in erster Linie über die Wischerfrequenz ermittelt. Zusätzlich werden optische Sensoren als Regensensoren untersucht.

Der Kerngedanke hinter dem Projekt: Relativ ungenaue Messungen an vielen Orten sind besser als exakte Messungen an sehr wenigen. Die Position der Autos und die Wischerfrequenz werden gemessen und mit fest installierten Wetterstationen abgeglichen. Die Kombination mit den genauen Messdaten ermöglicht eine schnelle und präzise Ermittlung, wie groß die Regenmenge an welchem Ort ist. Auch die Autos untereinander sollen ihre Daten abgleichen, so dass am Ende des Messprozesses möglichst präzise und räumlich gut verteilte Datenmengen stehen.

Die Ergebnisse der Messungen dienen als Datenbasis für Computersimulationen. Unterschiedliche Szenarien für Verkehrsdichten und Wetterlagen werden durchgespielt. Außerdem prüfen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie genau die räumliche Regenerfassung mit Scheibenwischern im Vergleich zu konventionellen Methoden ist. Um das Projekt in der Praxis zu testen, ist eine Kooperation mit Taxis oder Lieferfahrzeugen geplant.

Für das Projekt bilden Hydrologen und Geoinformatiker ein Team. Beteiligt sind das Institut für Kartografie und Geoinformatik (ikg) unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Monika Sester und das Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und landwirtschaftlichen Wasserbau (wawi) unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Uwe Haberlandt. Das ikg verarbeitet und analysiert die Daten aus dem Geosensorennetz, mit denen die Niederschlagsmengen aus den Sensordaten ermittelt werden. Das wawi beschäftigt sich mit den Themen Niederschlagsschätzung und räumlicher Interpolation sowie mit der Erfassung und Quantifizierung der Genauigkeit der gewonnenen Daten.

Das Projekt ist eines von zehn DFG-Projekten, die in der Wanderausstellung „Von der Idee zur Erkenntnis“ präsentiert werden; die Schau ist ab dem 23. April im Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover zu sehen.

Mechtild Freiin v. Münchhausen

Referat für Kommunikation und Marketing

Gefährliche Chemie aus der Waschtrommel Greenpeace-Studie: Import-Textilien verschmutzen Gewässer in Deutschland

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Giftige und hormonell wirksame Chemikalien gelangen auch durch die normale Haushaltswäsche in deutsche Gewässer. Nach einer neuen Greenpeace-Untersuchung treten bis zu 94 Prozent der Nonylphenolethoxylate (NPE) in Import-Textilien bei der ersten Haushaltswäsche aus.

Bis zu 94 Prozent der Nonylphenolethoxylate (NPE) in Import-Textilien werden nach der ersten Haushaltswäsche freigesetzt.
Im Abwasser bildet sich aus NPE das Umweltgift Nonylphenol (NP). Die Verwendung dieser Chemikalien ist in der EU verboten oder stark eingeschränkt. „Modemarken machen ihre Kunden zu unfreiwilligen Komplizen bei der weltweiten Wasserschmutzung“, sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace: „Die Branche muss ihre Produktion endlich entgiften.“

Mehr:
http://www.greenpeace.de/themen/chemie/presseerklaerungen/artikel/gefaehrliche_chemie_aus_der_waschtrommel/

Kanalratten beeinflussen Messungen

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Masterarbeit untersucht Regenwasserbehandlung im Einzugsgebiet Radolfzeller Aach: Optimierte Kanalnetzsteuerung soll Stromverbrauch senken und die Aach entlasten.

Nach großen Regenfällen sind die Mitarbeiter der Kläranlage Moos künftig verstärkt mit Messungen an den zehn mit ihr verbundenen Pumpwerken und Regenüberlaufbecken gefordert. Im Rahmen seiner Masterarbeit mit vergleichenden Untersuchungen zum Regenwasserbehandlungskonzept des Einzugsgebiets Radolfzeller Aach hatte Sebastian Nadj vom Ingenieurbüro Raff in Gottmadingen große Diskrepanzen zwischen gemessenen und möglichen Überlaufmengen festgestellt. „Die Ursachenforschung zeigte, dass die Messungen im Abwasserbereich durch anhaftende Gegenstände, Nager und Spinnen in den Kanalsystemen falsche Daten aufzeichneten“, erklärt Sebastian Nadj, der in seiner Arbeit 18 Monate …mehr:

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/moos/Kanalratten-beeinflussen-Messungen;art372450,5416775

Bundesweites Forschungsprojekt zu Abwasserreinigung – Universität Tübingen koordiniert

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Das mit 2,7 Millionen Euro geförderte Projekt „SchussenAktivplus“ untersucht Wirkungen von Klärmaßnahmen.

Wasser ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Um diese auch zukünftig nachhaltig zu sichern, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den nächsten drei Jahren im Rahmen des Schwerpunktes Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf (RiSKWa) Forschungsprojekte zu diesem Thema. Eines davon ist der von der Universität Tübingen koordinierte Projektverbund SchussenAktivplus. Das Vorhaben umfasst 2,7 Mio. Euro, von denen der Bund 2,3 Mio. Euro übernimmt und das Land Baden-Württemberg eine Viertel Million Euro beisteuert. Den Rest tragen die beteiligten Kommunen und Firmen.

Drei Jahre lang werden 19 Partnereinrichtungen aus Wissenschaft, freier Wirtschaft und öffentlicher Hand im Einzugsgebiet der Schussen, das für den Trinkwasserspeicher Bodensee bedeutsam ist, Untersuchungen durchführen. Dank seines hohen Praxisbezugs ist das Projekt nicht nur für die Region wichtig, sondern auch bundesweit und international als Modell für die Abwasserreinigung und allen damit zusammenhängenden Betrachtungen relevant. „Ziel des Projektes ist es, den Erfolg von weitergehenden Reinigungsmaßnahmen an Kläranlagen unterschiedlicher Größe und an Regenwasserbehandlungssystemen zu dokumentieren und dies nicht nur über Konzentrationen von Chemikalien wie z.B. Arzneimitteln oder Industriechemikalien sowie Keimen, sondern auch über deren Wirkungen“, erklärt Prof. Rita Triebskorn von der Universität Tübingen bei der Auftaktpressekonferenz beim Abwasserzweckverband Mariatal im Landkreis Ravensburg. Die Projektkoordinatorin betont, dass es hierbei darum gehe, „Vorteile nicht nur für den Menschen, sondern auch für Fische und Kleinlebewesen in der Schussen aufzuzeigen.“

Ein wichtiges Testsystem ist die Kläranlage Langwiese, in der nächstes Jahr eine großtechnische Pulveraktivkohleanlage in Betrieb geht. Mit dieser weitergehenden Reinigungsstufe wird die Wasserqualität der Schussen künftig deutlich verbessert. Alternativen hierzu wären Ozon und/ oder granulierte Aktivkohle. Diese Möglichkeiten werden in Eriskirch und Merklingen untersucht. Verbesserungen bei der Regenwasserbehandlung erfassen Messungen in Ravensburg (Regenüberlaufbecken) und Tettnang (Retentionsbodenfilter). Dr.-Ing. Klaus Jedele, Ingenieurbüro JuP aus Stuttgart, der die Anlagen im Projektgebiet betreut, betont: „Im Sinne des Vorsorgeprinzips sollten möglichst viele Mikroverunreinigungen bereits bei der Abwasserreinigung entfernt werden und nicht erst in der Trinkwasseraufbereitung, weil dann auch die Gewässer entlastet werden. Das ist eine zentrale Zukunftsaufgabe.“

In Bezug auf den Bodensee erläutert der stellvertretende Leiter des Instituts für Seenforschung der Landesamt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg LUBW in Langenargen, Dr. Herbert Löffler: „Bei keinem der im Freiwasser nachgewiesenen Spurenstoffe wurden geltende nationale und internationale Grenzwerte überschritten. Zu den langfristigen Auswirkungen dieser Substanzen auf die Umwelt liegen aber nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor und einige dieser Stoffe können bereits in sehr geringen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die aquatischen Ökosysteme haben. Im Trinkwasser sind anthropogene Spurenstoffe generell unerwünscht.“
SchussenAktivplus gehört zu den 13 vom Bund geförderten Projekten, die aus 67 beantragten Verbundvorhaben ausgewählt wurden. Es ist Teil des Förderschwerpunkts Nachhaltiges Wassermanagement NaWaM. In diesem bündelt das BMBF seine Aktivitäten im Bereich der Wasserforschung innerhalb des BMBF-Rahmenprogramms Forschung für nachhaltige Entwicklungen FONA. Beteiligt an dem Projekt sind neben der Universität Tübingen die Universitäten Frankfurt/Main, KIT Karlsruhe, Stuttgart und Brno, das ISF Langenargen, das TZW Karlsruhe, Dr.-Ing. Jedele & Partner GmbH, Stuttgart, Ökonsult GbR, Stuttgart, BBW Achberg, GÖL Starzach, Hydra Konstanz, die Städte bzw. Gemeinden Ravensburg, Eriskirch, Tettnang, Merklingen, der AZV Mariatal, der AV Unteres Schussental sowie das Regierungspräsidium Tübingen.

Kontakt:
Prof. Dr. Rita Triebskorn
Universität Tübingen
Fachbereich Biologie
Physiologische Ökologie der Tiere
Konrad-Adenauer-Str. 20
72072 Tübingen
Telefon +49 7071 75 73 555
rita.triebskorn@uni-tuebingen.de

http://www.uni-tuebingen.de/fakultaeten/mathematisch-naturwissenschaftliche-fakultaet/fachbereiche/biologie/institute/evolutionecology/lehrbereiche/physiologische-oekologie-der-tiere/research/schussenaktivplus.html