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Meldungen zur Schlammbehandlung 2020

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Mai 2020
Innovative Lösung für Verwertung organischer Abfälle in Paris  
März 2020
Förderung eines Projekts zur Karbonisierung von Klärschlamm 
Mehr kommunaler Klärschlamm verbrannt  
Dossier: Neuordnung der Klärschlammentsorgung – Was kommt jetzt auf Abwasserentsorger zu?

Innovative Lösung für Verwertung organischer Abfälle in Paris

Deutsch-französisches Konsortium errichtet Pilotanlage für innovative Technologiekombination im Großraum Paris

Zuschlag für ein deutsch-französisches Konsortium: Ab März 2020 werden die fünf Partner Tilia GmbH (Leipzig), GICON – Großmann Ingenieur Consult GmbH (Dresden), France Biogaz Valorisation (Strasbourg), Fraunhofer IGB (Stuttgart) und DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (Leipzig) im Großraum Paris eine Pilotanlage mit neuen Verfahren zur gemeinsamen Behandlung von organischen Restabfällen und Klärschlämmen errichten und betreiben. Wenn sich das Pilotprojekt bewährt, soll nach diesem Konzept ab 2025 eine industrielle Großanlage unter anderem bis zu 76.000 Tonnen organischer Reststoffe pro Jahr umweltgerecht zu Biogas und Dünger verarbeiten.

Verfahrensschema zur Verwertung der organischen Abfälle.
Neues Vertragsmodell macht mehr möglich

Gestartet war das Projekt bereits 2017 mit einem neuen Vertragsmodell – die Innovationspartnerschaft. „Diese neue Art eines öffentlichen Auftrags ermöglicht es, Anforderungen und Bedürfnisse zu erfüllen, die der Markt und vorhandene Produkte oder Dienstleistungen bisher nicht abdecken konnten“, sagt Christophe Hug, Geschäftsführer des Leipziger Dienstleisters Tilia. „Im Gegensatz zu üblichen Forschungsprojekten bleibt es aber nicht dabei, innovative Lösungen zu entwickeln – sie werden auch unmittelbar in der industriellen Praxis umgesetzt. Der Auftraggeber hat dann die Möglichkeit, bei mehreren Auftragnehmern mitzuarbeiten und verschiedene Wege zu testen, bevor er sich für eine Lösung entscheidet.“

Für eine erste Labor- und Konzeptphase haben zwei kommunale Pariser Zweckverbände (Syctom und SIAAP) 2018 zunächst 4 Konsortien ausgewählt, technologische Konzepte für eine maximale Verwertungsquote der Abfallfraktionen zu entwickeln. Dies erfolgte zeitlich parallel im Sinne eines Wettbewerbs. Das in Phase 1 von der Leipziger Tilia geführte deutsch-französische Konsortium hatte im Ergebnis der ersten Projektphase ein innovatives Technologiekonzept aus verschiedenen Modulen präsentiert, mit denen eine maximale Umwandlung von organischem Kohlenstoff in den Energieträger Biomethan sowie eine Nährstoffrückgewinnung ermöglicht wird. Dafür wurden fast 8.000 Kilogramm organischer Reststoffe (Hausmüll, Klärschlamm, Pferdemist sowie Fett) analysiert und hunderte Tests durchgeführt.
Um die Machbarkeit und die Leistung des konzipierten Behandlungskonzeptes beweisen zu können, entwarf das Konsortium anschließend eine Pilotanlage, die eine spätere Großanlage im „Kleinen“ darstellt. Grundlage für die Planung und Auslegung der Pilotanlage bildeten dabei die in den Laboren von DBFZ, Fraunhofer IGB und GICON ermittelten Versuchsergebnisse.

GICON®-Geschäftsführer Dr. Hagen Hilse beschreibt die Bedeutung eigener Forschung & Entwicklung: „GICON setzt seit der Firmengründung vor mehr als 25 Jahren auf die Entwicklung innovativer Technologien und hat dabei neben eigenen Forschungstätigkeiten eine enge Kooperation mit Forschungseinrichtungen aufgebaut. Dank unseres aufgebauten Know-hows und der vorhandenen Infrastruktur für Substratversuche konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern eine passgenaue Lösung zur Behandlung und Weiterverwertung der Pariser Abfälle entwickeln. Das ist ein Musterbeispiel für anwendungsorientierte Forschung.“

Vom Pilotprojekt zur industriellen Großanlage
Das Konzept hat offenbar überzeugt: Im Januar 2020 haben Syctom und SIAAP zwei Konsortien beauftragt, in Phase 2 der Innovationspartnerschaft eine Pilotanlage zu errichten, darunter das von Tilia geführte Konsortium. Für den Auftrag hatte auch die langjährige Erfahrung der deutschen Konsortiumsmitglieder bei der Methanisierung und Nährstoffrückgewinnung eine entscheidende Rolle gespielt. „Tilia verfügt über ein breites Wissen in der Konzipierung von innovativen technischen Lösungen sowie im Betrieb von Anlagen und gewährleistet die technisch-wirtschaftliche Integration“, so Christophe Hug. „Als deutsch-französisches Unternehmen und dank ihrer Erfahrung bei der Zusammenarbeit mit Partnern aus unterschiedlichen Bereichen konnten wir auch den kooperativen Dialog und das Projektmanagement erfolgreich meistern.“

Im März 2020 wird die Umsetzung des Pilotprojekts beginnen, wofür der Dresdner Ingenieurdienstleister GICON die übergreifende Generalplanung für die gesamte Pilotanlage übernimmt. Zunächst beschäftigt sich das Konsortium mit den detaillierten Planungen für die Pilotanlage, die aus mehr als 8 einzelnen technologischen Komponenten (Modulen) besteht und eine Behandlungskapazität von ca. 400 Tonnen pro Jahr erreichen wird.
Ab 2021 werden die Bauarbeiten in der Nähe von Paris starten. Anschließend werden alle Module zusammen in einer zwölfmonatigen Testphase betrieben. Dabei werden die optimalen Betriebsparameter sowie ein für alle innovativen Module aufeinander abgestimmtes Betriebsregime ermittelt. Aufbauend darauf erfolgt eine Validierung der Umsetzbarkeit und Leistungsfähigkeit des Behandlungskonzeptes für die industrielle Anlage.
Am Ende dieser Erprobungsphase werden die zwei Zweckverbände auf Basis der Versuchsergebnisse und der Leistungsfähigkeit der Pilotanlage entscheiden, ob das Konzept auch im industriellen Maßstab realisiert werden soll. Mit der industriellen Anlage könnten dann pro Jahr enorme Mengen organischer Reststoffe mit einem hohen Wertschöpfungsgrad verarbeitet werden – unter anderem bis zu 76.000 Tonnen aufbereiteter organischer Restabfall und erhebliche Mengen von Klärschlamm und Pferdemist.

Hintergrundinformation
Bei der Aufbereitung von Abfällen und Abwässern, entstehen verschiedene Reststoffe. In Frankreich ist deren Weiterverwertung, Entsorgung oder Rückführung mittlerweile stark reglementiert – teilweise sogar verboten. Lösungen zur stofflichen und energetischen Verwertung sind gefragt. So auch im Großraum Paris, wo die Verbände Syctom und SIAAP für Abfall- und Abwasserbehandlung zuständig sind. Um die strengen Vorgaben umzusetzen, haben sie ein gemeinsames Co-Behandlungs-Projekt aufgesetzt: „Cométha“.
• Presseinformation [ PDF 0,07 MB ]
https://www.igb.fraunhofer.de/content/dam/igb/de/documents/pressemitteilungen/2020/SIAAP_Syctom_PresseMitteilung_Fin.pdf
• Nährstoffrückgewinnung am Fraunhofer IGB
https://www.igb.fraunhofer.de/de/forschung/wasser-abwasser/naehrstoffmanagement.html
• Thermische Trennverfahren am Fraunhofer IGB
https://www.igb.fraunhofer.de/de/forschung/funktionelle-inhaltsstoffe/thermische-trennverfahren.html
• Tilia Communiqué de presse (francais) [ PDF 0,19 MB ]
https://www.igb.fraunhofer.de/content/dam/igb/de/documents/pressemitteilungen/2020/Tilia-Communiqu%C3%A9-de-presse-Projet-Com%C3%A9tha.pdf

https://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2020/innovative-loesung-fuer-verwertung-organischer-abfaelle-in-paris.html

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Förderung eines Projekts zur Karbonisierung von Klärschlamm

Das TerraNova®-Ultra-Verfahren zur hydrothermalen Karbonisierung von Klärschlamm soll bis 2020 um zwei weitere Komponenten ergänzt werden: Durch die Zugabe von Säure innerhalb des Prozesses kann der im Klärschlamm enthaltene Phosphor gelöst und über das abgetrennte Schlammwasser mittels Adsorption, Fällung oder Kristallisation zurückgewonnen werden. Auf dieser Basis wird von der TerraNova Energy GmbH (TNE) die wirtschaftliche Herstellung eines handelbaren Sekundärphosphor-Produkts entwickelt und in einer Demonstrationsanlage umgesetzt. Der Ruhrverband stellt für das Vorhaben einen geeigneten Standort auf der Kläranlage Duisburg-Kaßlerfeld zur Verfügung. Das verbleibende, phosphorarme Restwasser eignet sich aufgrund des hohen Gehalts an biologisch abbaubaren organischen Bestandteilen gut zur Biogaserzeugung. Das Deutsche Biomasseforschungszentrum gGmbH (DBFZ) führt dazu über einen Zeitraum von zwölf Monaten kontinuierliche Technikumsversuche sowohl unter mesophilen als auch thermophilen Bedingungen am Standort Leipzig durch, um Umsetzungsgrade und Methanproduktion zu optimieren und die Langzeitstabilität der Biogaserzeugung nachzuweisen. In einer abschließenden Energiebilanz wird untersucht, in welcher Höhe der Eigenenergiebedarf des Verfahrens durch das zusätzlich produzierte Faulgas und die bei der anschließenden Verstromung anfallende Abwärme gedeckt werden kann. Diese Versuche laufen im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts CarBioPhos. Das TerraNova®-UItra-Verfahren wird bereits großtechnisch in China eingesetzt und dient bislang der Reduktion der Entsorgungsmenge um bis zu 80 Prozent und ersetzt damit thermische Trocknungsverfahren.

Weiterführende Links
www.terranova-energy.com
http://www.gfa-news.de/webcode.html?wc=20200219_003

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Mehr kommunaler Klärschlamm verbrannt

2018 wurde noch mehr Klärschlamm aus kommunalen Kläranlagen verbrannt als im Jahr davor. Dafür sank die stoffliche Verwertung des Schlamms in zwei anderen Bereichen.
Die Menge des verbrannten Klärschlamms aus kommunalen Kläranlagen in Deutschland ist im Jahr 2018 um rund 100.000 Tonnen auf 1,3 Millionen Tonnen gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entspricht dies einem Anstieg von rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wurden 74 Prozent des entsorgten Klärschlamms verbrannt.

Die stoffliche Verwertung von kommunalem Klärschlamm in der Landwirtschaft oder beim Landschaftsbau hat sich 2018 gegenüber 2017 um rund 80.000 Tonnen verringert. Dabei sank der Anteil …mehr:

https://www.zfk.de/entsorgung/abwasser/artikel/mehr-kommunaler-klaerschlamm-verbrannt-2019-12-12/

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Dossier: Neuordnung der Klärschlammentsorgung – Was kommt jetzt auf Abwasserentsorger zu?

Im Oktober 2017 ist die novellierte Klärschlammverordnung in Kraft getreten. Sie regelt den Umgang mit Klärschlamm komplett neu: Größere Kläranlagen sind künftig verpflichtet, den im kommunalen Abwasser bzw. Klärschlamm enthaltenen Phosphor zurückzugewinnen – ab 2029 alle Kläranlagen größer 100.000 Einwohnerwerten und ab 2032 alle Kläranlagen größer 50.000 Einwohnerwerten. Zudem endet für viele Kläranlagen die bodenbezogene Verwertung.

Mehr:
Mehr zum Thema Klärschlamm lesen Sie in unserem wöchentlichen Brancheninformationsdienst EUWID Wasser und Abwasser, der in der Regel dienstags als E-Paper und Printmedium erscheint. Die Fachzeitung informiert Leser mit knappem Zeitbudget kompakt über die relevanten Entwicklungen in der Wasser- und Abwasserbranche. Auch unsere Publikation EUWID Recycling und Entsorgung berichtet regelmäßig über das Thema Klärschlamm.
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Nachrichten von Verbänden 2020

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Dezember 2020
VKU Erfahrungsaustausch Wasser- und Zweckverbände – Wir bleiben im Austausch
aöw Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V: Agenda 2030 – Wo steht die Welt? 5 Jahre SDGs – eine Zwischenbilanz
AGW Nationaler Wasserdialog: Akteure überreichen offiziellen Abschlussbericht. Arbeiten an der Nationalen Wasserstrategie gehen weiter
aöw Léo Heller: Menschenrechte und die Privatisierung von Wasser- und Abwasserdienstleistungen
bdew Chefin Kerstin Andreae zur EEG-Novelle
VKU BMEL Standpunkt „Recyclingphosphate in der Düngung – Nutzen und Grenzen“Empfehlungen zur Phosphor-Rückgewinnung
VKU Gesamtblick auf die Kosten der Abwasserentsorgung notwendig
bdew BDEW zum aktuellen Nitratbericht

VKU: Erfahrungsaustausch Wasser- und Zweckverbände – Wir bleiben im Austausch

Auch und gerade in Zeiten von Corona gibt es einen hohen Bedarf im gegenseitigen Austausch zu bleiben und sich zu den vielfältig aufkommenden Fragen auf kurzen Wegen auszutauschen. Für Wasser- und Zweckverbände gibt es dafür im VKU schon seit Jahrzehnten eine besondere Plattform, die jetzt den Sprung ins Digitale gemacht hat. Im Erfahrungsaustausch der Wasser- und Zweckverbände tauschen sich die Mitglieder regelmäßig über aktuelle Geschehnisse und Herausforderungen aus. Normalerweise trifft sich der Kreis zweimal im Jahr persönlich. Doch auch wenn aktuell keine persönlichen Treffen möglich sind, bleiben wir im engen Austausch und schalten uns regelmäßig per Videokonferenz zusammen, um uns über die aktuelle Situation in den Unternehmen auf dem Laufenden zu halten. Sie sind als Wasser- oder Zweckverband noch nicht Mitglied im Erfahrungsaustausch und wollen sich uns gerne anschließen? Dann melden Sie sich bei uns!

Der Erfahrungsaustausch ist eine eigene Plattform für Zweck-, Wasser- und Bodenverbände im VKU, der sich regelmäßig physisch oder digital zusammenfindet, um sich über aktuelle Entwicklungen der Wasserwirtschaft auszutauschen sowie über Fragestellungen aus den einzelnen Unternehmen zu diskutieren. Dieses Gremium setzt sich aus Geschäftsführern von Wasser- und/oder Abwasserzweckverbänden, Wasser- und Bodenverbänden aus ganz Deutschland zusammen. Die Teilnahme steht allen VKU-Mitgliedern offen. Dem Erfahrungsaustausch werden seitens der Geschäftsstelle wichtige Entscheidungen und Entwicklungen im Bereich der interkommunalen Kooperationen zur Verfügung gestellt.

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Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V: Agenda 2030 – Wo steht die Welt? 5 Jahre SDGs – eine Zwischenbilanz

Der neuste Report des Global Policy Forums bietet – als SDG-Handbuch – grundlegende Analysen zum Stand des Umsetzungsprozesses in Deutschland und der Welt sowie wesentliche Zahlen, Fakten und Fallbeispiele zu jedem der SDGs. Die Analyse zu SDG 6 (Wasser) befasst sich kurz zusammenfassend mit Themen wie Wasserprivatisierung, Zugang zu sauberem Trinkwasser und zur Sanitärversorgung, Wasserökosysteme, Wasserknappheit, Wasserfußabdruck und zu der anstehenden Nationalen Wasserstrategie.

Quelle und weitere Informationen:
GPF, Agenda 2030: Wo steht die Welt? 5 Jahre SDGs – eine Zwischenbilanz, 09.12.2020

UN-Sonderberichterstatter: Terminbörse für Wasser lädt zu Spekulationen ein und stellt Menschenrechte in Frage
Weltweit erste Terminbörse für Wasser
„Man kann Wasser keinen Wert beimessen, wie man es bei anderen gehandelten Gütern tut. Wasser gehört allen und ist ein öffentliches Gut. Es ist eng mit unser aller Leben und Lebensgrundlage verbunden und ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Gesundheit“ erklärte Pedro Arrojo-Agudo.

Welttoilettentag: Gemeinsame Erklärung der UN-Mandatsträger
Anlässlich des Welttoilettentages am 19. November haben UN-Mandatsträger inmitten der COVID-19-Pandemie die dringende Notwendigkeit unterstrichen, den Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen zu gewährleisten, insbesondere für die Menschen in den am stärksten gefährdeten Situationen. Sie erinnern daran, dass eine Möglichkeit, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, darin besteht, eine angemessene persönliche Hygiene zu praktizieren.

Kontaktieren Sie uns:
Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft e.V.
E-Mail: info(at)aoew.de
Tel.: 0 30 / 39 74 36 06
http://www.aoew.de

Werden Sie Mitglied
Ihre Stimme für die Wasserwirtschaft in öffentlicher Hand. Werden Sie jetzt Mitglied.

https://aoew.de/daseinsvorsorge/wasser_in_oeffentlicher_hand/agenda-2030-wo-steht-die-welt-5-jahre-sdgs-eine-zwischenbilanz/

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AOEW: Rundbrief 10/2020

Aus dem Inhalt: Abschlussbericht zum Nationalen Wasserdialog, Léo Heller: Privatisierung und die Menschenrechte auf Wasser- und Sanitärversorgung, Gastbeitrag von Sonderberichterstatter*innen der UN: „Öffentliche Dienste nicht privatisieren“, England: Umweltleistungsbericht 2019 zeigt Verschlechterung auf, Stand: Übernahme von Suez durch Veolia, Stand: Trinkwasserrichtlinie, UBA-Kurzeinschätzung zur EU-Verordnung zu Wasserwiederverwendung, UBA-Studie zu grünen Konjunkturprogrammen und strukturellen Reformen, Bundesnetzagentur: Leitfaden „Messen und Schätzen bei EEG-Umlagepflichten“ (Foto: iStock/Plainview)…mehr:

https://aoew.de/?mailpoet_router&endpoint=view_in_browser&action=view&data=WzI4LCI2MzZiNTFmNDY2ZDAiLDAsMCwwLDFd

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AGW: Nationaler Wasserdialog: Akteure überreichen offiziellen Abschlussbericht. Arbeiten an der Nationalen Wasserstrategie gehen weiter

Der Nationale Wasserdialog ist gestern im Rahmen des 2. Nationalen Wasserforums mit der Überreichung des Abschlussdokuments an Herrn Staatssekretär Pronold und Herrn Prof. Dr. Messner, Präsident des UBA, abgeschlossen worden. Das Abschlussdokument finden Sie hier.

Im Nationalen Wasserdialog wurden in den vergangenen zwei Jahren branchenübergreifend u.a. mit Vertretern der Wasserwirtschaft, der Landwirtschaft, der Industrie sowie des Naturschutzes die zukünftigen Herausforderungen der Wasserwirtschaft, wie z.B. Klimawandel, demografischer Wandel oder Landnutzungsänderungen, diskutiert. Ausgesprochenes Ziel des Dialogs war die Formulierung einer Strategie mit Zeithorizont 2050. Die Teilnehmer des Dialogs haben sich dazu an vier Dialogterminen sowie einem Midterm-Workshop in fünf Clustern mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten ausgetauscht. Dabei wurden Handlungsoptionen und Aktionsfelder für die künftige Entwicklung der Wasserwirtschaft in Deutschland erarbeitet. Die agw hat sich intensiv in mehreren Clustern beteiligt.

Nun obliegt es dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, aus den Ergebnissen des Dialogs eine Nationale Wasserstrategie für Deutschland abzuleiten, die die Interessen aller Stakeholder berücksichtigt.

Weitere Informationen:
Kernbotschaften des Nationalen Wasserdialogs (PDF, nicht barrierefrei)
Abschlussdokument des Nationalen Wasserdialogs (PDF, nicht barrierefrei)
Link zur Internetseite des BMU zum Nationalen Wasserdialog (externe URL)
Pressemitteilung des BMU vom 08.10.2020 zur Nationalen Wasserstrategie (externe URL)
https://www.agw-nw.de/home/

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Léo Heller: Menschenrechte und die Privatisierung von Wasser- und Abwasserdienstleistungen

Bericht des UN-Sonderberichterstatters
Léo Heller, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Menschenrecht auf Wasser fasst in seinem Bericht die Risiken der Privatisierung für die Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung zusammen.

Zentrales Ergebnis ist, dass die Frage der Privatisierung oder öffentlichen Bereitstellung von Wasser- und Abwasserdienstleistungen nicht neutral ist im Bezug auf die Umsetzung der Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung, auch wenn dies von einigen Stellen immer wieder behauptet wird. Im Gegenteil gestalten drei Faktoren mögliche Risiken für die Umsetzung der Menschenrechte auf Wasser durch Privatisierung:
– Profitmaximierung
– Natürliches Monopol
– Machtungleichgewichte

Diese Risiken zeigt Léo Heller an praktischen Beispielen auf und gibt Empfehlungen an Regierungen, Unternehmen und internationale Finanzinstitutionen wie die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds, um die Risiken zu minimieren. Insbesondere sollten Kredite, Zuschüsse und technische Unterstützung nicht von Privatisierung im Wasser- und Abwassersektor abhängig gemacht werden.

Link zum Bericht:
https://undocs.org/en/A/75/208

Graphisch aufbereitete Zusammenfassung:
https://www.ohchr.org/Documents/Issues/Water/10anniversary/Privatization_EN.pdf

https://aoew.de/daseinsvorsorge/menschenrecht_wasser/

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BDEW: Chefin Kerstin Andreae zur EEG-Novelle

Zum Entwurf der EEG-Novelle erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW):

„Der BDEW unterstützt die klimapolitische Zielsetzung der Bundesregierung und fordert einen forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der EEG-Entwurf enthält viele richtige Ansätze, bedarf an vielen Stellen jedoch der Nachschärfung. Der BDEW hat hierzu eine umfangreiche Stellungnahme an das Bundeswirtschaftsministerium übermittelt und wird sich intensiv in das Gesetzgebungsverfahren zur Novelle einbringen.

Wir begrüßen ausdrücklich die neue Regelung im EEG-Entwurf, wonach die Nutzung Erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung im öffentlichen Interesse liegt und der öffentlichen Sicherheit dient. Die reine Festschreibung dieser neuen Regelung reicht aber nicht aus, um den Ausbau voranzubringen und bestehende Genehmigungshemmnisse zu überwinden. Vielmehr muss sichergestellt werden, dass die getroffenen Festschreibungen auch in den einzelnen Fachgesetzen widergespiegelt werden und tatsächlich angewendet werden.

Die in der Novelle vorgesehenen technologiespezifischen Ausbaupfade für Erneuerbare Energien erscheinen uns angemessen. Aber: Es fehlt ein Mechanismus, mit dem die Ausbaupfade an die wahrscheinliche Anhebung der europäischen Klimaziele angepasst werden können. Eine weitere Gefahr für die Zielerreichung liegt in der Entwicklung des Bruttostromverbrauchs. Auch hier sollte zeitnah und flexibel bei Zubaumengen und Ausschreibungsvolumina nachgesteuert werden können.

Absolut richtig und wichtig sind die Pläne der Bundesregierung, die Kommunen an den Erlösen von Windparks zu beteiligen. Die vorgesehene verpflichtenden Schenkung an die Standortgemeinde ist ein sinnvolles Instrument, um die Akzeptanz für den Bau neuer Windparks zu erhöhen. Um die Akzeptanz effektiv zu steigern, sollte der EEG-Entwurf hier im Detail noch nachgeschärft werden.

Im Bereich der Photovoltaik brauchen wir endlich einen Boom auf den Dächern. Hier ist der Entwurf noch viel zu zaghaft! Zu begrüßen ist allerdings die Ausweitung der Korridore neben Straßen und Schienen bei der Freiflächen-PV. Auch die Übertragbarkeit nicht ausgeschöpfter Ausschreibungsvolumina sind wichtig und richtig. Noch konsequenter wäre es allerdings, auch etwaige nicht realisierte Volumina den Ausschreibungsvolumina wieder zuzuschlagen.

Die Zusammenarbeit und Koordination von Bund, Ländern sowie Kommunen muss deutlich intensiviert werden. Dies gilt insbesondere für die Identifizierung möglicher Standorte für EE-Anlagen, die Erschließung und Nutzbarmachung dieser Standorte sowie die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Bislang ist in der Novelle allerdings nur vorgesehen, Berichtspflichten weiterzuentwickeln. Bundesregierung und Gesetzgeber sollten hier konkretere Vorschläge unterbreiten, um eine umfassende Koordination sicherzustellen.

Der BDEW zeigt in seiner Stellungnahme darüber hinaus zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten bei den geplanten Ausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächen und Dachanlagen auf und macht Vorschläge zum Umgang mit den wichtigen Themen Eigenversorgung, Mieterstrom, zur Verbesserung der Fördereffizienz sowie für Anschlussregelungen für ausgeförderte EEG-Anlagen und zum weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie.“

https://www.bdew.de/presse/presseinformationen/bdew-chefin-kerstin-andreae-zur-eeg-novelle/

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VKU: BMEL Standpunkt „Recyclingphosphate in der Düngung – Nutzen und Grenzen“Empfehlungen zur Phosphor-Rückgewinnung

Vor kurzem hat der „Wissenschaftliche Beirat für Düngungsfragen (WBD)“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) seinen Standpunkt zur „Recyclingphosphate in der Düngung – Nutzen und Grenzen“ veröffentlicht. In dem Standpunkt wird zunächst der potenzielle Beitrag von Reststoffen zur Deckung des P-Bedarfs in der deutschen Pflanzenproduktion geschätzt. Für die wichtigsten Reststoffe werden technische Verfahren zur P-Rückgewinnung bzw. -Aufarbeitung skizziert. Auf Basis der Anforderungen der Landwirtschaft bzw. der Düngemittelindustrie an die P-Recyclingprodukte werden deren Herstellungsverfahren bewertet. Schließlich…mehr:

https://www.vku.de/themen/umwelt/bmel-standpunkt-recyclingphosphate-in-der-duengung-nutzen-und-grenzen/

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VKU: Gesamtblick auf die Kosten der Abwasserentsorgung notwendig

Die kommunalen Abwasserentsorger benötigen ihre Investitionsmittel um Infrastrukturen zu erneuern und klimarobuster zu gestalten, demografische Veränderungen abzufedern, Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz zu nutzen, mit Spurenstoffen umzugehen und die Digitalisierung zu gestalten. Bei der Finanzierung für den Umgang mit Spurenstoffen oder dem Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung wird von Seiten der Politik allzu oft auf die Umlagefähigkeit der Kosten auf die Abwasserentgelte verwiesen. Andere Finanzierungswege werden ausgeblendet und der Gebührenzahler immer stärker belastet. Die Umlage von Kostensteigerungen auf die Entgelte ist jedoch endlich. Sie zu überdehnen hieße, die politische Akzeptanz der im Einzelnen politisch gewollten Maßnahmen in der Bevölkerung zu verlieren.

Es bedarf daher einer Gesamtschau, in welchem Umfang sich einzelne Herausforderungen und die damit verbundenen (hinzutretenden) Maßnahmen in der Summe auf die Abwasserentgelte auswirken. Dazu bedarf es auch einer ernsthaft geführten Diskussion, wie der bestehende Instrumentenkasten zum Beispiel durch eine stärkere In-die-Pflichtnahme der Verursacher erweitert werden kann.

https://www.vku.de/themen/preise-und-gebuehren/gesamtblick-auf-die-kosten-der-abwasserentsorgung-notwendig/

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BDEW zum aktuellen Nitratbericht

Zum aktuellen Nitratbericht für den Zeitraum 2016 – 2018 erklärt Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW):

„Der Nitratbericht verdeutlicht: Wir brauchen in Deutschland endlich eine echte und nachhaltige Verringerung der Nitrateinträge insbesondere in den roten Gebieten mit einer Überschreitung des europäischen Grenzwertes von 50 Milligramm je Liter Grundwasser. Der Vorschlag, den das Bundeslandwirtschaftsministerium jetzt zur Umsetzung der Düngeverordnung gemacht hat, ist dafür jedoch nicht geeignet. Im Gegenteil: Mit der vorgelegten Verwaltungsvorschrift wäre nicht mehr die tatsächlich gemessene Belastung in den roten Gebieten ausschlaggebend, sondern die Ergebnisse einer Modell-Betrachtung. Dabei sollen Standortfaktoren wie etwa Bodenart, Nitrateinträge, Witterungsverhältnisse mit in die Berechnung der Modellergebnisse einbezogen werden. Diese wären dann die Grundlage für eine Entscheidung darüber, ob überhaupt weitere Minderungsmaßnahmen in roten Gebieten erfolgen sollen und nicht mehr die tatsächlich gemessene Grenzwertüberschreitung. Damit droht ein künstliches „Wegrechnen“ der tatsächlichen Grenzwertüberschreitung. Dies ist keine Strategie, die die Belastung unserer Grundwasser-Ressourcen effektiv reduziert. Diese Vorgehensweise wird auch den Vorgaben der EU-Nitratrichtlinie nicht gerecht. Wir brauchen endlich ein effektives und strenges Düngerecht.“

Zum Hintergrund:
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat den Entwurf einer „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung von mit Nitrat belasteten und eutrophierten Gebieten“, (Verwaltungsvorschrift Gebietsausweisung), im Folgenden „AVV Gebietsausweisung“ genannt, Stand 24.6.2020, zur Stellungnahme übersandt. Der Entwurf ist noch nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt. Nach § 13a Abs. 1 Satz 2 Düngeverordnung hat die Bundesregierung eine allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Vereinheitlichung der Vorgehensweise bei der Ausweisung der betroffenen Gebiete durch die Landesregierungen zu erlassen. Die Bundesländer sollen ihre Ausweisungen der belasteten Gebiete anhand der Verwaltungsvorschrift bis Ende 2020 überprüfen und erforderliche Anpassungen vornehmen, um eine Fortsetzung des Zweitverfahrens der EU-Kommission gegen Deutschland zu vermeiden.

Aus Sicht des BDEW ist über die Umsetzung der im Entwurf vorliegenden AVV geplant, die Aussagekraft von real erhobene Messdaten mit einer Modellierung zu überprüfen, die auf vielen Annahmen basiert und große Datenlücken aufweist. Dem Modell-Ergebnis soll zudem ein höheres Gewicht zugesprochen werden, als den EU-konformen Messungen und Messwerten nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die an offiziellen Messstellen von einem akkreditierten Labor durchgeführt wurden. Die EU-Nitratrichtlinie sieht dieses Vorgehen nicht vor. Es stellt auch keine technisch-wissenschaftliche Weiterentwicklung dar, da die Datenbasis der Modellierung Fehler aufweist und nicht validiert ist. Über die Anwendung dieser AVV kann es daher auch keine Verbesserung in der Grundwasserqualität geben.

https://www.bdew.de/presse/presseinformationen/bdew-zum-aktuellen-nitratbericht/

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Wasser im Rhein enthält immer mehr Medikamenten-Rückstände aus Pharmafabriken

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In den Abwässern von Schweizer Arzneimittelfabriken finden sich immer mehr Arzneimittel, darunter Opioide und Antidepressiva, die in den Rhein gespült werden und das Trinkwasser belasten. Zur Reinigung sind kostspielige neue Klärstufen in den Wasserwerken geplant.

Abgelaufenen Medikamente sollte…

https://deutsch.rt.com/europa/106785-wasser-im-rhein-enthalt-immer/

„Wollmäuse“ im Meer: Die Nordsee flockt aus

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Kleine „Wollmäuse“ in küstennahen Bereichen der Nordsee können zu großen Veränderungen führen. In einer aktuellen Studie weisen Geesthachter Forscher nach, wie abgestorbenes organisches Material zusammen mit Sand in Form von Flocken auf den Meeresboden sinkt. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Deutsche Bucht.

Geesthacht – Durch den Wind und die Gezeiten wird die Nordsee ständig aufgewühlt. Im Nordseewasser treiben daher viele kleinere und größere Sandkörner, Schlickteilchen und organische Reste von Algen und Mikroorganismen. Die feinen Teilchen und die Nährstoffe haben große, geladene Oberflächen, dadurch kleben sie ähnlich wie Wollmäuse…mehr:

https://www.laborpraxis.vogel.de/wollmaeuse-im-meer-die-nordsee-flockt-aus-a-860923/?cmp=nl-297&uuid=1DC4B9E7-1718-4A70-B3EA-0C6A17F0F654

Drogen werden überall konsumiert, aber nicht überall dieselben

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Eine der beliebtesten Drogen in Mittel- und Südeuropa ist Kokain. In Osteuropa hingegen wird vor allem Methamphetamin konsumiert, bekannter als Crystal Meth. Das bestätigen Daten einer sieben Jahre dauernden Abwasserstudie.

Wie seit nunmehr acht Jahren hat das internationale Forscherteam SCORE https://www.eawag.ch/typo3/#_msocom_1 (Sewage analysis CORe group Europe), das Christoph Ort von der Eawag mitgegründet hat, auch in diesem Frühjahr das Abwasser von europäischen Metropolen auf Spuren von vier illegalen Drogen untersucht, nämlich Amphetamin, Kokain, MDMA (Ecstasy) und Methamphetamin. Erstmals präsentieren sie die Daten als Summe von typischen täglichen Dosen in Kreisdiagrammen auf einer Karte. Somit lässt sich auf den ersten Blick klar erkennen: Drogen werden überall konsumiert. Aber je nach Ort unterscheidet sich die Vorliebe für gewisse Substanzen: Während die Forschenden im Osten vor allem Spuren von Metamphetaminen im Abwasser detektierten, fanden sich in den Abwasserkanälen Nordosteuropas vorranging Amphetamine, in Mittel- und Südeuropa vorwiegend Kokain. Die Ergebnisse 2011-2017 werden heute im Fachjournal «Addiction» publiziert.

Seit 2011 wird im Rahmen eines von EMCDDA https://www.eawag.ch/typo3/#_msocom_1(Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht) unterstützten Projekts jeweils im Frühjahr das Abwasser während einer Woche in mehreren Städten analysiert. Seither haben Forschende Proben Abwasser von rund 60 Millionen Leuten in 120 Städten im Einzugsgebiet von insgesamt 143 Kläranlagen gesammelt. Für die Schweiz führten die Universität Lausanne und die Eawag die Analysen und Auswertungen des Abwassers durch.

Xenius: Drogenrückstände im Abwasser
Das deutsch-französische Wissenschaftsmagazin Xenius von Arte begleitete unseren Abwasseringenieur Christoph Ort während einem Tag bei der Probennahme im Kanal und der folgenden Analyse im Labor. Er erklärt unter anderem wieso für ihn vor allem der Biofilm aus dem Kanal und nicht das Abwasser von Bedeutung ist. Mehr unter:

https://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/news/drogen-werden-ueberall-konsumiert-aber-nicht-ueberall-dieselben/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=b1a54c30babf62eb86e643a52043c110

vertECO: Wiener Pflanzen-Kläranlage für zu Hause

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Als „vertikales Ökosystem für die Grauwasser-Reinigung“ bezeichnet das Unternehmen hinter der vertECO-Technologie die Erfindung. Die alchemia-nova GmbH aus Wien hat es sich zur Aufgabe gemacht, Abwasser beziehungsweise Grauwasser wieder aufzubereiten – und zwar mit Hilfe speziell angeordneter Pflanzen. Dadurch soll eine Wassereinsparung von bis zu 50 Prozent möglich sein.

„Wir versuchen Lösungen, die die Natur bereits hat, zu instrumentalisieren“, erklärt Heinz Gattringer von der alchemia-nova GmbH. Die Reinigung von Wasser …mehr:

https://www.trendingtopics.at/verteco-wiener-pflanzen-klaeranlage-fuer-zu-hause

Mehr als in der Kläranlage

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Forscher finden gefährliche Bakterien-Mischung in Flugzeugtoiletten. Krankheitserreger, gegen die kein Antibiotikum mehr wirkt, werden zu einer immer größeren Gefahr.
Das WC im Flieger trägt womöglich zur Verbreitung bei. In einer Untersuchung …mehr:

https://www.focus.de/finanzen/boerse/mehr-als-in-der-klaeranlage-resistente-bakterien-die-gefaehrliche-mischung-in-flugzeugtoiletten_id_11633638.html

Kläranlagen: Die heimlichen Gasproduzenten

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Methan und Lachgas aus Kläranlagen und Mülldeponien sind schädlich für das Klima. Man kann mit Methan aber zum Beispiel Strom herstellen oder heizen – das soll die Bilanz zumindest verbessern.
Kläranlagen und Mülldeponien sind stille, aber intensive Produzenten von Treibhausgasen. Insbesondere Methan…mehr:

https://www.wort.lu/de/lokales/klaeranlagen-die-heimlichen-gasproduzenten-5db316b0da2cc1784e34e6ed

Geld motiviert – wenn man mehr bekommt als der Kollege

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Frank Luerweg, Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Mit welchen Gefühlen man auf seinen Gehaltscheck reagiert, hängt maßgeblich davon ab, wie viel der Kollege verdient. Das legt ein Experiment von Ökonomen und Hirnforschern der Universität Bonn nahe. Darin ließen sie Versuchspersonen paarweise gegen Bezahlung eine einfache Aufgabe durchführen. Die Forscher untersuchten währenddessen die Hirnaktivität ihrer Probanden mit einem Magnetresonanz-Tomographen. Ergebnis: Bekam ein Teilnehmer mehr Geld als sein Mitspieler, zeigte sein „Belohnungszentrum“ eine weit stärkere Aktivierung, als wenn beide dieselbe Summe erhielten. Die Studie erscheint am Freitag, 23.11., in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Science.

Die Publikation ist das erste Resultat einer neuen Forschungsrichtung, die sich momentan an der Uni Bonn etabliert: Wissenschaftler um den Epileptologen Professor Dr. Christian Elger und den Ökonomen Professor Dr. Armin Falk wollen zusammen herausfinden, wie der „Homo oeconomicus“ genau tickt. Dazu nutzen sie moderne bildgebende Verfahren, um ihren Testpersonen ins Gehirn zu schauen.

Für das jetzt publizierte Experiment mussten sich die Teilnehmer in zwei nebeneinander stehende Hirnscanner legen. Darin sollten sie parallel dieselbe Aufgabe durchführen: Auf einem Bildschirm erschien eine gewisse Anzahl Punkte, deren Menge die Probanden schätzen mussten. Danach wurden sie informiert, ob sie richtig getippt hatten. Falls ja, erhielten sie eine Belohnung, die von 30 bis 120 Euro reichte. Gleichzeitig wurde ihnen mitgeteilt, ob ihr Spielpartner erfolgreich gewesen war und welchen Lohn er dafür einstreichen konnte.

Der Tomograph erfasste derweil, in welchen Hirnregionen der Testpersonen sich die Durchblutung änderte. In gut durchbluteten Gebieten gelten die Nervenzellen als besonders aktiv. Insgesamt 38 Männer nahmen an dem Versuch teil. „Wir registrierten bei ihnen während des Experiments in verschiedenen Hirnbereichen eine verstärkte Aktivität“, erklärt der Bonner Neurowissenschaftler Dr. Bernd Weber. „Einer davon war das ventrale Striatum – eine Region, in der ein Teil des so genannten Belohnungssystems sitzt.“

Immer wenn wir eine erstrebenswerte Erfahrung machen, wird das Belohnungssystem aktiv. „Wir beobachteten dort beispielsweise eine Aktivierung, wenn der Spieler die Aufgabe richtig gelöst hatte“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe NeuroCognition-Imaging am Life&Brain Institut. Hatte der Teilnehmer dagegen mit seiner Schätzung daneben gelegen, nahm die Aktivität seines ventralen Striatum ab. Erstaunlicherweise spielte aber auch eine Rolle, wie der Teilnehmer im zweiten Scanner abgeschnitten hatte: „Am höchsten war die Aktivierung bei denjenigen, die richtig getippt hatten, während ihr Mitspieler sich verschätzt hatte“, fasst Webers Kollege Dr. Klaus Fließbach das Ergebnis zusammen.

Die Forscher nahmen nun die Fälle genauer unter die Lupe, bei denen beide Partner die Zahl der Punkte korrekt geschätzt hatten. Erhielten die Teilnehmer dafür dieselbe Bezahlung, kam es zu einer vergleichsweise geringen Aktivierung des Belohnungszentrums. Anders, wenn der eine Spieler beispielsweise 120 Euro bekam, sein Partner aber nur 60: Dann fiel die Aktivierung bei Spieler 1 viel höher aus. Bei Spieler 2 nahm die Durchblutung des ventralen Striatum dagegen sogar ab – und das, obwohl er die Aufgabe richtig gelöst hatte und dafür auch belohnt worden war.

Männer wollen sich im Wettbewerb behaupten

„Dieses Ergebnis steht im klaren Widerspruch zur traditionellen ökonomischen Theorie“, erklärt der Bonner Wirtschaftswissenschaftler Professor Dr. Armin Falk. „Danach sollte es nur auf die absolute Höhe der Entlohnung ankommen. Der Vergleich mit Anderen sollte dagegen für die Motivation keine Rolle spielen.“ Es ist das erste Mal, dass diese These mit Hilfe eines derartigen Experiments widerlegt wurde. Allerdings hat auch die absolute Höhe der Bezahlung einen Einfluss auf das Belohnungszentrum: Über 60 Euro freut man sich mehr als über 30. „Das Interessante an unserer Studie ist aber, dass die relative Höhe des Einkommens eine so bedeutsame Rolle spielt“, betont Falk.

„Zumindest Männer scheinen eine große Motivation aus dem Wettbewerb zu ziehen“, resümiert Dr. Bernd Weber. Die Forscher wollen nun herausfinden, ob das auch bei Frauen so ist. Außerdem planen sie eine Versuchsreihe mit asiatischen Probanden, um herauszufinden, ob Konkurrenzdenken auch durch kulturelle Faktoren beeinflusst wird.

Social Comparison Affects Reward-Related Brain Activity in the Human Ventral Striatum. K. Fliessbach, B. Weber, P. Trautner, T. Dohmen, U. Sunde, C. E. Elger, A. Falk. Science, 23.11.2007

Kontakt:
Professor Dr. Christian Elger
Direktor der Klinik für Epileptologie, Universität Bonn
Telefon: 0228/287-15727; E-Mail: christian.elger@ukb.uni-bonn.de

Professor Dr. Armin Falk
Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Universität Bonn
Telefon: 0228/73-9240; E-Mail: armin.falk@uni-bonn.de

Dr. Klaus Fließbach
Life&Brain-Center
Telefon: 0228/6885-264; E-Mail: Klaus.Fliessbach@ukb.uni-bonn.de

Dr. Bernd Weber
Life&Brain-Center
Telefon: 0228/6885-262; E-Mail: bweber@lifeandbrain.com

Pressemitteilung

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