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Notwendigkeit und Alternativen zur Abschlussdesinfektion mit Chlor oder Chlordioxid

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Viele Wasserversorger in Deutschland nutzen als Abschlussdesinfektionsverfahren die Desinfektion mit Chlor oder
Chlordioxid. Diese Desinfektionsmittel führen jedoch häufig zu Geruchsbeanstandungen beim Verbraucher, so dass
viele Wasserversorger über eine Abstellung oder Veränderung des Desinfektionsverfahrens nachdenken. Gerade wenn
dann nach mehreren Jahren Betrieb Reinvestitionen für die Erneuerung dieser Anlagen anstehen, sind auch Alternativen
zu prüfen.
Hierfür gilt es vor allem, die beiden folgenden Fragen zu beantworten:
– Ist eine Desinfektion in Bezug auf die Rohwasserqualität (Primärdesinfektion) notwendig?
Dies ist immer dann der Fall, wenn das Rohwasser immer oder gelegentlich fäkal verunreinigt ist.
– Ist die Aufrechterhaltung von Desinfektionsmittelrestgehalten bei der Verteilung des Wassers im Leitungsnetz
(Sekundärdesinfektion) notwendig?
Dies wird i.d.R. mit der Vermeidung einer Wiederverkeimung im Leitungsnetz und der Sicherheit gegen
Kontaminationen aus dem Leitungsnetz begründet.
Ob zur Vermeidung einer Wiederverkeimung Desinfektionsmittelrestgehalte erforderlich sind, lässt sich durch Messungen
des Wiederverkeimungspotentials (bzw. des AOC-Gehaltes, assimilierbarer organischer Kohlenstoff) prüfen. Wenn
dieses sehr niedrig ist, kommt es auch ohne Restgehalte nicht zur Wiederverkeimung. Im Gegenteil wird bei vielen
Wässern das Wiederverkeimungspotential durch eine Chlor- oder Chlordioxidzugabe ebenso wie bei einer Ozonung
sogar erhöht, so dass es nach Zehrung der Restgehalte zu einer stärkeren Wiederverkeimung als ohne Zugabe dieser
Desinfektionsmittel kommen kann.
Die Sicherheit gegen Kontaminationen aus dem Leitungsnetz ist bei den in Deutschland zulässigen Restgehalten nur
minimal. Hier sollte das Ziel sein, das Leitungsnetz entsprechend der technischen Regeln so zu betreiben, dass es
nicht zum Eintrag von Kontaminationen kommt.
Wenn sich zeigt, dass eine Primärdesinfektion nicht erforderlich ist, kann auf diese ganz verzichtet werden, sofern
auch das Wiederverkeimungspotential so niedrig ist, dass keine Restgehalte im Netz erforderlich sind. Mehr unter:

Technologiezentrum Wasser
Karlsruher Straße 84
D-76139 Karlsruhe
Tel.: (0721) 9678-0
Fax: (0721) 9678-101
Mail: info@tzw.de
Web: http://www.tzw.de

Neue Methode zur Grundwasserüberwachung

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Wie erreichen innovative Konzepte und Technologien den nationalen und internationalen Markt?
Leipzig. Die Überwachung von Wasserressourcen kann in Zukunft effektiver und sicherer erfolgen. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Universität Stockholm entwickelten dazu ein neues Berechnungsverfahren, das es erlaubt, von einzelnen Kontrollbrunnen besser auf den gesamten Wasserkörper im Untergrund zu schließen. Das Monitoring von Schadstofffahnen und die Vorhersage ihres Verhaltens sind entscheidend für ein effektives Management von Grundwasserverunreinigungen, schreiben die Forscher im Fachblatt Water Resources Research.
Durch das neue Rechenverfahren ist es nun möglich, die Qualität des Grundwassers und mögliche Umweltbeeinträchtigungen einzuschätzen. Immerhin stammen drei Viertel des Trinkwassers in Deutschland aus dem Grundwasser. „Früher musste dazu aufwendig an vielen Stellen gebohrt und unzählige Wasserproben ausgewertet werden“, erläutert Prof. Georg Teutsch vom UFZ. „Das neue Verfahren wird die Überwachung von Schadstofffahnen im Grundwasser, wie sie unter vielen ehemaligen Industriestandorten existieren, wesentlich vereinfachen.“ Seit 2000 arbeiten die Forscher an dem Verfahren im Rahmen des Forschungsprogrammes SAFIRA II, das an verschiedenen Standorten in Deutschland neue technische Methoden zur Untersuchung und Sanierung von großflächigen Schadstoffverunreinigungen – so genannte Megasites – untersucht. Geplant ist, die neuen Formeln in eine Software zu integrieren, damit sie künftig von Behörden und Ingenieurbüros genutzt werden können. Dabei werden die Wissenschaftler von einem Kompetenzzentrum unterstützt, das den Wissenstransfer aus der Forschung in die Praxis fördert. Das Terra-, Aqua- und Sanierungskompetenzzentrum Leipzig (TASK) hat sich die Förderung einer effizienten Verwertung von Forschungsprodukten im Bereich Boden, Grundwasser und Flächenrevitalisierung zum Ziel gesetzt.
Um aus Ideen wie dieser schneller marktreife Produkte zu machen treffen sich am 23. und 24. Juni 2009 Experten aus Forschung, Verwaltung und Technik auf dem 1. TASK-Symposium in Leipzig. Die TASK-Initiative wird von Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung unterstützt und steht unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Außerdem wird in Leipzig das Konzept und Vorgehen der TASK-Initiative für den Eintritt von Produkten im nationalen und internationalen Markt vorgestellt. Die Unterstützungsmaßnahmen von TASK laufen derzeit in den Bereichen Sickerwasserprognose, …mehr unter:

http://www.ufz.de/index.php?de=18294

Tilo Arnhold

Studie zu Fleischverzehr und Sterblichkeit

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Im März diesen Jahres wurde in der Tagespresse eine amerikanische Studie zum Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und einer erhöhten Sterblichkeitsrate durch Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislaufleiden diskutiert. Das Bundesinstitut für Risi-kobewertung (BfR) hat den Artikel Sinha et al. „Meat Intake and Mortality“ und die Evidenz für den Zusammenhang zwischen einer erhöhten Mortalitätsrate und einem erhöhten Kon-sum von Fleisch bewertet.
In der prospektiven Kohortenstudie wurde untersucht, ob der Verzehr von Rotfleisch (Rind, Schwein), weißem Fleisch (Geflügel, Fisch) sowie Wurstwaren (Aufschnitt, Schinken, Würst-chen) eine erhöhte Sterblichkeit durch Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen und andere To-desarten bedingt. Dazu wurden die Daten von rund 550.000 Männern und Frauen im Alter von 50-71 Jahren aus 6 US-Staaten und zwei Städten über 10 Jahre lang zum Fleischkon-sum und zu den Todesursachen erhoben. Die Kohorte wurde in fünf Gruppen je nach Menge des Fleischkonsums unterteilt. In der Studie hatten Vielverzehrer von Rotfleisch und Wurst-waren eine um 31 % (Männer) bzw. 36 % (Frauen) höhere Sterberate als Wenigverzehrer. Bei weißem Fleisch war ein umgekehrter Effekt zu beobachten, d.h. bei größerem Verzehr von Geflügel und Fisch nahm das Sterberisiko im untersuchten Zeitraum ab.
Nach Ansicht des BfR ist die prospektive Kohortenstudie zur statistischen Auswertung der…mehr unter:

http://www.bfr.bund.de/cm/208/studie_zu_fleischverzehr_und_sterblichkeit.pdf

Stellungnahme Nr. 023/2009 des BfR vom 29. Mai 2009

Süßstoffe im Wasserkreislauf

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Künstliche Süßstoffe kommen als Zuckerersatzstoffe in zahlreichen Getränken und Lebensmitteln vor. Sie sind ausführlich untersucht und gelten als gesundheitlich unbedenklich. Aufgrund ihrer Verwendung kann davon ausgegangen werden, dass sie über kommunale Abwässer in den Wasserkreislauf eingetragen werden und daher sehr gut als Indikatoren für kommunales Abwasser dienen.

Am TZW wurde daher eine neue spurenanalytische Methode zur Bestimmung von sieben künstlichen Süßstoffen in Wasser entwickelt. Über die Ergebnisse der ersten Messungen in zwei kommunalen Kläranlagen sowie verschiedenen Oberflächengewässern informiert ein in Kürze erscheinender Fachartikel (M. Scheurer, H.-J. Brauch, F.T. Lange, Analysis and occurrence of seven artificial sweeteners in German waste water and surface water and in soil aquifer treatment (SAT), Analytical & Bioanalytical Chemistry 2009, im Druck).

Von den sieben untersuchten Süßstoffen waren die vier Stoffe Acesulfam, Cyclamat, Saccharin und Sucralose in allen untersuchten Abwasser- und in Oberflächenwasserproben nachweisbar. Die Kläranlagenzuläufe enthalten einzelne Süßstoffe in Konzentrationen von mehreren zehn µg/L bis zu 190 µg/L für Cyclamat. Während Cyclamat und Saccharin in den untersuchten Kläranlagen zu über 94% eliminiert werden, werden Acesulfam und Sucralose nur unvollständig entfernt.

Acesulfam kommt von allen Süßstoffen in den höchsten Konzentrationen in den Kläranlagenabläufen und in den untersuchten Oberflächengewässern (Rhein, Main, Donau, Neckar, bis zu 2,7 µg/L) vor. Wegen der vergleichsweise hohen Acesulfam-Konzentrationen in den Kläranlagenabläufen und seiner Spezifität für kommunales Abwasser ist es ein besserer Tracer als z.B. pharmazeutische Wirkstoffe wie Carbamazepin. Über Acesulfam-Rückstände lassen sich daher zukünftig selbst sehr geringe Abwassereinflüsse, sei es direkt durch undichte Abwassersammler oder indirekt durch Infiltration von abwasserbeeinflusstem Oberflächenwasser usw. feststellen.

Nachdem erste Ergebnisse aufgrund mehrerer nationaler und internationaler Forschungsarbeiten bekannt geworden sind, wurden am TZW verschiedene Untersuchungen zum Vorkommen und Verhalten der Süßstoffe in der Trinkwasseraufbereitung begonnen. Mit ersten Ergebnissen ist in den kommenden Wochen zu rechnen. Aufgrund der sehr guten Wasserlöslichkeit der Süßstoffe und der Persistenz einzelner dieser Verbindungen, ist zu erwarten, dass sich aufgrund der hohen Analysenempfindlichkeit auch Spuren in oberflächenwasserbeeinflussten Trinkwässern nachweisen lassen werden. Das mögliche Auftreten von Spurenkonzentrationen im Trinkwasser kann ein Akzeptanzproblem für die Verbraucher darstellen, was offensiv diskutiert werden muss.

Schon heute wird dieses Thema in der Fachpresse diskutiert. Es ist damit zu rechnen, dass die Süßstoffe ähnlich wie andere Spurenstoffe Anlass zu einer öffentlichen Diskussion geben werden. Darauf sollten wir fachlich vorbereitet und mit entsprechenden Daten zum Vorkommen gerüstet sein.

Anfragen zum Thema bzw. zu Untersuchungen können gerichtet werden an:

Dr. Frank Thomas Lange
Tel.:+49(0)721/9678-157

Quelle: http://www.tzw.de/index.php?content_id=238

Tracerversuch bringt den Beweis – PFT kam von Rüthener Ackerfläche – Staatsanwalt ermittelt weiter

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Lippstadt. Die Stadtwerke Lippstadt GmbH hat durch einen Tracerversuch nachweisen können, dass ein bereits saniertes, ehemals stark mit PFT (Perfluorierte Tenside) verseuchtes Feld in Rüthen mit der PFT-Belastung des Rohwassers in der Quellfassung Eikeloh zusammenhängt. Durch ein Markierungsmittel wurde nachgewiesen, dass es einen direkten unterirdischen Fließweg zwischen der Bodenfläche in Rüthen und der Quellfassung in Eikeloh gibt. Wie Martin Sandknop, Betriebsleiter Wasser bei den Stadtwerken Lippstadt erklärt, habe die Auswertung eindeutige Ergebnisse erbracht. Martin Sandknop: „Das Gutachten belegt, dass die Fläche in Rüthen eine Quelle für die PFT-Belastung in Eikeloh darstellt.“ Hinzu kämen diffuse Einträge aus weiteren Flächen. SWL-Geschäftsführer Siegfried Müller: „Aufgrund des klar nachgewiesenen Fließpfades kann das Verfahren von der zuständigen Staatsanwaltschaft jetzt weiter verfolgt werden.“
Die Stadtwerke Lippstadt hatten schon länger den Verdacht, dass die PFT-Belastung auf der Fläche in Rüthen etwas mit der PFT-Verschmutzung in Eikeloh zu tun haben könnte. Martin Sandknop: „Auf einer rund 2,5 ha großen Fläche nördlich von Rüthen waren im Jahr 2007 erhebliche Bodenbelastungen an PFT festgestellt worden. Diese Fläche kam aufgrund der geologischen Situation als eine Quelle für die Belastung in Frage.“ Der Kreis Soest hat diesen stark mit PFT belasteten Acker im vergangenen Jahr mit erheblichem Einsatz öffentlicher Mittel saniert. Um mögliche Fließwege zwischen dieser Fläche und der Quellfassung in Eikeloh zu prüfen, hatten die Stadtwerke Lippstadt zusammen mit dem Büro Schmidt und Partner, der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und in Abstimmung beteiligter Fachbehörden einen Tracerversuch konzipiert und durchgeführt. Der Tracerversuch fand von November 2008 bis März 2009 statt. Sandknop: „Der Versuch ging so vonstatten, dass das Grundwasser auf dem Feld in Rüthen mit einem unsichtbaren und für die Gesundheit unbedenklichen Färbemittel namens Uranin versetzt wurde. An fünf verschiedenen Stellen in Höhe der B1 haben wir dann aus dem Fließwasser Proben entnommen. In allen war das Uranin nachzuweisen.“

http://www.stadtwerke-lippstadt.de/

Vorbeugende Instandhaltung elektrischer Anlagen

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Betriebssicherheit: Erfahrungsbericht zu Sicherheitsprüfungen auf Kläranlagen
Umfangreiche Wartungs-, Umbau- und Prüfarbeiten strapazieren die Personalressourcen
Wie können Verantwortliche allen Anforderungen gerecht werden?
Störungsfrüherkennung zeigt akuten Handlungsbedarf auf
Gesetzliche Bestimmungen und Normen erhöhen das persönliche Haftungsrisiko
Welche Erwartungen sollte ein externer Mitarbeiter erfüllen?
Praktische Fragen zur Prüfung im laufenden Betrieb
Welche Prüfmethoden sind sinnvoll?
Neue Methode (IR-Messungen) erfordert spezielle Methodenkenntnis und Qualifikation
Welche Auffälligkeiten werden entdeckt?
Mit Sicherheit in die Betriebssicherheitsprüfung


Betriebssicherheit: Erfahrungsbericht zu Sicherheitsprüfungen auf Kläranlagen

Bild 1: Kläranlage mit freundlicher Unterstützung der DTA

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-1-H.jpg Gehen wir davon aus, dass eine Kläranlage z.B. einen Trockenwetterzufluss von 1.500 m³/h und einen Regenwetterzufluss von 2.800 m³/h bewältigt, dann beträgt die rechnerische Belastung ca. 96.500 EW (bezogen auf 60 mg BSB5 / EW d.). Dieses aufkommende Volumen wird mit zahlreichen abwassertechnischen Einrichtungen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, gesammelt und zur Kläranlage weitergeleitet. Bei derartigen Kläranlagen und ihren Abwassernetzen ist es nicht ungewöhnlich, dass sie über die Jahre schrittweise modernisiert und ausgebaut werden. Insbesondere betrifft dies auch die elektrischen Anlagen und ihre Steuerungssysteme. Das bedeutet für die Klärwerksbetreiber, dass die Mitarbeiter bereits mit regelmäßigen Wartungen und den notwendigen Umbau- und Anpassungsarbeiten mehr als gut beschäftigt und ausgelastet sind. Die Folge ist – für die wichtigen und regelmäßigen Sicherheitsprüfungen gemäß der Betriebssicherheitsverordnung bleibt kaum ausreichend Zeit.


Umfangreiche Wartungs-, Umbau- und Prüfarbeiten strapazieren die Personalressourcen

Elektroschaltanlagen und –Steuerungen regeln die Prozesse in den Pumpwerken, den Regenrückhaltebecken und auf der Kläranlage. Durch den kontinuierlichen Aus- und Umbau der Anlage müssen in den einzelnen Anlagenschwerpunkten immer größere und komplexere Elektroschaltanlagen installiert werden. Nur so können die Anforderungen an die Abwasserreinigung erfüllt werden. Die Folge ist – das Aufkommen der erforderlichen Wartungs- und Prüfungsarbeiten wächst weiter sehr stark an. Nicht zu vergessen sind die allgemeinen Aufgaben wie: Störungsdienst und Anpassungsarbeiten. Zu diesen regelmäßigen Arbeiten an den Elektroanlagen kommen die wiederkehrenden Prüfungen im Rahmen der Anforderungen nach BetrSichV hinzu. Auch hier ist ein stetiger Aufgabenzuwachs deutlich zu erkennen, der nicht zuletzt durch die neuen gesetzlichen Anforderungen verstärkt wird.
Die tägliche Verantwortung eines Klärwerksbetreibers erreicht so eine Größenordnung, die nur dann zu bewältigen ist, wenn besonders geschulte Mitarbeiter zur Verfügung stehen und diese nicht krankheits- oder urlaubsbedingt ausfallen.


Wie können Verantwortliche allen Anforderungen gerecht werden?

Spätestens jetzt muss sich der Klärwerksbetreiber Gedanken machen, wie er dafür sorgt, dass die anfallenden Aufgaben vollständig wahrgenommen werden, obwohl gerade in einer solchen Situation wenig Zeit zur Verfügung steht. Im Vorfeld der Risikoanalyse werden üblicherweise folgende Fragen genauer beleuchtet:

Welche innerbetrieblichen oder außerbetrieblichen Möglichkeiten bieten sich an, um die parallel notwendigen Sicherheitsüberprüfungen (BetrSichV) korrekt durchzuführen?
Welcher Mitarbeiter kann allgemeine Elektroaufgaben übernehmen? – Welche externe fachliche Unterstützung ist möglich?
Welche externe fachliche Unterstützung ist möglich?
Welcher Fachmann kann die speziellen elektrischen Anlagen richtig beurteilen und hat hinreichend Erfahrung mit Abwasseranlagen?

Bei näherer Betrachtung wird schnell klar – es kommen nur Mitarbeiter in Betracht, die neben den
Anlagenkenntnissen auch die elektrotechnische Qualifikation mitbringen und so für die notwendigen
Störungsbeseitigungen bzw. Wartungsarbeiten sorgen können.

Zum einen muss es ein Elektrofachmann sein, der die allgemeinen Wartungen der elektrischen Anlagen durchführt und die internen direkten Funktionsstörungen behebt,
und zum anderen ein erfahrener und möglichst zertifizierter Sachverständiger, der die regelmäßigen vorbeugenden Instandhaltungen, Störungsfrüherkennungen und die Betriebssicherheit nach BetrSichV als Aufgabe übernimmt.

Optimal ist ein externer Dienstleister, der in beiden Bereichen sicher ist und verschiedene Messmethoden kompetent anwenden kann.


Störungsfrüherkennung zeigt akuten Handlungsbedarf auf

Bild 2: Ausschnitt Elektroanlage

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-2-H.jpgVermeintlich kleine, fehlerhafte Veränderungen in der elektrischen Anlage wirken sich u. U. dramatisch auf die Sicherheit aus. Jeder Anlagenverantwortliche kennt das Phänomen, dass die meisten Funktionsstörungen dann auftreten, wenn die Anlage nicht besetzt ist (abends und an Wochenenden). Nicht selten sind lose Klemmen, defekte oder überlastete Kontakte Ursache für Überhitzung und im schlimmsten Fall der Grund für Brände. Hier fachmännisch aktiv zu werden, schützt nicht nur das Objekt, Leib und Leben, sondern wirkt sich auch Kosten sparend auf die Versicherungsprämien aus. Die richtige Auswahl und der kompetente Einsatz der einzelnen Prüfmethoden, im Rahmen der vorbeugenden Instandhaltung, verhindern erhöhte Folgekosten im Schadens-, Fehlerfall. Eine nachweislich sachgerecht durchgeführte vorbeugenden Instandhaltung und damit Störungsfrüherkennung bietet verschiedene Vorteile. Das rechtzeitige Erkennen, welche Steuerungen nicht korrekt funktionieren, hat direkten Einfluss auf das Sicherstellen der Einleitungswerte, die für die Kläranlage von höchster Wichtigkeit sind. Bereits bei intensiven Vorbesprechungen zum Thema, wird häufig deutlich, dass es einen akuten Handlungsbedarf gibt.

Gesetzliche Bestimmungen und Normenerhöhen das persönliche Haftungsrisiko

Anlagenverantwortliche tragen ein hohes persönliches Risiko, denn die BetrSichV fordert das Erfüllen der
gesetzlich notwendigen Sicherheitsprüfung mit folgenden Punkten:

Bild 3: Rechtssicherheit?

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-3-H.jpg

Prüfung durch Fachleute
Fachverantwortung
Risikoanalyse
Leitplan für Prüfintervalle
Genaue Dokumentation der Prüfungsdurchführung

Im Ernstfall wird das Unterlassen oder die falsche
Durchführung von Prüfungen als Strafrechtsbestand eingestuft.
Dieses Fehlverhalten gilt nicht mehr als Ordnungswidrigkeit.
Die nachfolgenden Definitionen machen deutlich wie sehr Klärwerksbetreiber, Abwassermeister, Werks-, und  Betriebsleiter in der unmittelbaren Verantwortung stehen.

Bild 4: Prüfplaketten

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-4-H.jpg

Definition zur Qualifikation einer Elektrofachkraft nach BetrSichV:
Ein ausgebildeter Elektrogeselle besitzt mit erfolgreichem Abschluss seiner Ausbildung die Qualifikation zur Prüfung elektrischen Anlagen. Jedoch spricht die Rechtssprechung ihm diese Qualifikation ab,
– wenn er nicht regelmäßig auf diesem Fachgebiet geschult wird,
– wenn ihm die geeigneten Messgeräte nicht zur Verfügung stehen
– wenn er die Arbeiten nicht regelmäßig durchführt.
Prüfung elektrischer Anlagen, Maschinen und Betriebsmitteln nach:
BetrSichV
DIN VDE 0100-T610 – Erstprüfung elektrischer Anlagen
DIN VDE 0105 – Wiederholungsprüfungen von Anlagen (Anlagenprüfung)
DIN VDE 0701 – Prüfung nach Instandsetzung und Reparatur von ortsveränderlichen Betriebsmitteln
DIN VDE 0702 – Wiederholungsprüfung ortveränderlicher Betriebsmittel
DIN VDE 0298 – Verwendung von Kabeln und isolierten Leitungen in Starkstromanlagen
DIN VDE 0113 – Erstprüfung und Wiederholungsprüfungen elektrischer Maschinen
DIN VDE 0664 – Fehlerstromschutzeinrichtungen
VdS2859/60 – Thermografie elektrischer Anlagen
BGV A3 – Unfallverhütungsvorschrift
DIN 54191 Thermografie elektrischer Anlagen
Wichtige, ergänzende Prüfmethode zu den klassischen Prüfmethoden nach VDE
Neue Norm DIN 54191
Der Gesetzgeber wird die neue Norm DIN 54191 zerstörungsfreie Prüfung – Thermografische Prüfung elektrischer Anlagen verabschieden. Mit der Inkraftsetzung dieser Norm wird die Thermografie elektrischer Anlagen zur gesetzlichen Pflichtprüfung und somit verbindlich vorgeschrieben.
Normen und Vorschriften sind teilweise nicht leicht zu verstehen
Deshalb gibt es verschiedene, kommentierte Schriftreihen zur VDE.
Nachfolgend einige wichtige Schriften:
VDE Schriftenreihe, Band 106 – DIN VDE 0100 richtig angewandt
VDE Schriftenreihe, Band 43 – VDE Prüfung nach BGV A3 und BertSichV
VDE Schriftenreihe, Band 85 – Schadensverhütung in elektrischen Anlagen
VDE Schriftenreihe, Band 26 – Elektrische Ausrüstung von Maschinen und Anlagen
VDE Schriftenreihe, Band 62 – Prüfung elektrischer Geräte in der betrieblichen Praxis
VDE Schriftenreihe, Band 185 – EMV – Blitzschutz von elektrischen und elektronischen Systemen in baulichen Anlagen
VDE Schriftenreihe, Band 130 – Schutz gegen elektrischen Schlag
VDE Schriftenreihe, Band 143 – Schutz bei Überlast und Kurzschluss in elektrischen Anlagen


Welche Erwartungen sollte ein externer Mitarbeiter erfüllen?

Zur Durchführung der Prüfungen an den elektrischen Anlagen sollte der Prüfer, neben der erforderlichen
Qualifikation, auch spezielle Anlagenkenntnis von Abwasseranlagen nachweisen. Dazu gehören ebenfalls die Bereitstellung der erforderlichen Prüf- und Messgeräte und die regelmäßige Weiterbildung des Prüfers.

Die allgemeinen Prüfungen elektrischer Anlagen beinhalten, beim qualifizierten Fachmann, folgende Schwerpunkte:

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-5-H.jpg

Begehen der Anlage
Generelle Sichtkontrollen
Messtechnische Prüfungen (Schutzmaßnahmen, Isolationen)
Temperaturmessungen jeweils als Stichprobe
(umfassender und genauer ist die Thermografie)
Prüf- und Abschlussberichte

Die Messergebnisse der einzelnen Stromschienen, Schütze, sonstiger Bauteile und Verdrahtung, auf der Grundlage der gültigen Normen (DIN/VDE usw.) und
der aktuellen Strombelastung, müssen fachlich korrekt beurteilt werden.

Günstig ist, wenn der Mitarbeiter verschiedene Messmethoden beherrscht, z. B. die thermische Untersuchung mit der Infrarotkamera. Mit ihr kann systematisch nach Temperaturauffälligkeiten gesucht werden. Speziell bei der Thermografie ist es unabdingbar, dass ein – zertifizierter Sachverständiger Elektrothermograf – zusätzlich alle Fachkompetenzen für den Bereich der Elektrotechnik nachweist. Die notwendigen Qualifikationen auf beiden Fachgebieten besitzt ein nach VdS 2859 zertifizierter Thermograf, dessen Praxisgrundlage die Elektrotechnik ist. (mehr in: IR-Qualifikationen) Neben seiner fachlichen Kompetenz ist auch die technische Ausrüstung von entscheidender Bedeutung. (z.B. das Infrarotkamerasystem) In verschiedensten Publikationen beim VdS (Verband der Sachversicherer) und VATh (Verband für angewandte Thermografie) sind die wichtigsten Kriterien zur Qualifikation ausführlich dargelegt.


Praktische Fragen zur Prüfung im laufenden Betrieb

Gerade auf der Kläranlage ist die Sachkenntnis eines Elektrofachmanns mit Abwassererfahrung notwendig. Nur so können sehr spezifische Fragen und Voraussetzungen besprochen und berücksichtigt werden.

Wie können die zahlreich vorhandenen Reserveaggregate in die Prüfung mit einbezogen werden?
Kann während der Prüfung des Hauptaggregats auf das Reserveaggregat umgeschaltet werden?
Ist es möglich bei den Frequenzumformerabgängen auf die Bypass-Schaltung umzuschalten?
Kann z. B. zur Prüfung, das Regenfangbecken teilweise gefüllt werden, um alle Aggregate (Pumpen,
Rührwerke, Wibeljets) zu betreiben?


Welche Prüfmethoden sind sinnvoll?

Bild 5: IR-Bild mit Fehler

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-6-H.jpgUm Anlagenausfälle zu vermeiden, sollten Prüfmethoden gewählt werden, die elektrische Anlagen unter Betriebsbedingungen – also unter tatsächlicher Strombelastung – „abtasten“. Die herkömmlichen Methoden nach VDE werden heute bereits durch die Thermografie ergänzt und zukünftig sogar nach DIN 54191 gefordert. Die Thermografie ist effektiv, wirtschaftlich und deshalb den stichprobenartigen Temperaturmessungen klar vorzuziehen. Gerade die thermische Messmethode, insbesondere im Bereich der vorbeugenden Instandhaltung, bietet deutliche Vorteile, da sie die Oberflächentemperaturen berührungslos und chronologisch in den Schaltanlagen erfasst. Durch den Einsatz der Wärmebildkamera entstehen beeindruckende Infrarotbilder mit hohem technischem Informationsgehalt.


Neue Methode (IR-Messungen) erfordert spezielle Methodenkenntnis und Qualifikation

Bei der IR-Messmethode gibt es eine große Anzahl von Faktoren zu beachten, damit die Werte im Bild
(Thermogramm) und später im Bericht korrekte Aussagen enthalten. Einige wichtige Parameter bei dieser Messung sind:

der Emissionsgrad der zu prüfenden Materialien
die reflektierte Wärmestrahlung der zu prüfenden Geräte bzw. der Umgebung
die Messfleckgröße
die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit
Bild 6: Messinstrumente

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-7-H.jpg

Einen entscheidenden Einfluss auf die IR-Bildqualität haben
die technischen Eigenschaften der IR-Kamera.

die Auflösung der einzelnen Thermogramme (jedem Pixel wird ein eigener Temperaturdetektor zugeordnet)
Normalbilder zum Vergleich
die Auswahl spezieller Objektive
(geometrische Eigenschaften)
Abstand zum Messobjekt
beeinflusst die Messfleckgröße
Abstimmen der Geräteeigenschaften auf das Messobjekt

Damit die Ergebnisse später verwertbar sind, müssen sie fachgerecht und richtig beurteilt werden. Das setzt eine hohe Fachkompetenz auf den Gebieten – Elektrotechnik, Thermografie und Kläranlagen – voraus. Um konkrete Aussagen zum Stand der Anlagensicherheit zu treffen, wird zusätzlich ausgeführt:

Messen der Stromkreisbelastung
Umwelt- und Umgebungseinflüsse
Besprechen der Auffälligkeiten im Detail
Wenige Tage später der Abschlussbericht
sämtliche Aufnahmen und Kopien des Berichts auf
Datenträger


Welche Auffälligkeiten werden entdeckt?

Zu den thermisch typischen Auffälligkeiten und ihrer Behebung gehören:

Bild 7: Thermografie

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-8-H.jpg

Nachziehen von Klemmstellen und Anschlussverbindungen
Austausch defekter Bauteile
Korrektur von Ausführungsmängeln der Schaltanlagenbauer z. B. Einzeladern mit unterschiedlichen Leitungsquerschnitten,
falsche bzw. zu geringe Aderquerschnitte bezogen auf die Strombelastung

Es werden oft Fehler gefunden:

die man mit herkömmlichen Prüfungsmethoden nicht oder nur
zufällig entdeckt
die sich noch in einem frühen Stadium ihrer Entwicklung befinden
die als gefährlich einzustufen sind und eine direkte Gefahr darstellen

Nach Abschluss der Sicherheitsprüfungen sind Klärwerksbetreiber häufig positiv überrascht und erleichtert.

Bild 8: Messdaten zur Berichtserstellung auswerten

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-9-H.jpg

Bild 9: Prüfbericht Ausschnitt

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-10-H.jpg

Mit Sicherheit in die Betriebssicherheitsprüfung

Gefundene Fehler entlasten nicht nur den Bereitschaftsdienst, sondern erhöhen die Sicherheit der elektrischen Anlage, des Verantwortlichen, der Mitarbeiter und auf der Klärwerksanlage um ein Vielfaches. (mehr im Prüfbericht: FW-Ene-Juli-09-AB0900999) Der Schutz vor größeren Anlagenausfälle oder Schäden muss gewährleistet sein. Deshalb haben regelmäßige Kontrollen und Überprüfungen der Schaltanlagen die höchste Priorität.

Gehen Sie kein Risiko ein!

Bild FW-Ene-Juli-09-Thermografie-11-H.jpgSicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.

Nicht zuletzt spielt auch die wirtschaftliche Komponente eine Rolle – effektives Messen in einem angemessenen Zeitraum ist Voraussetzung.
Der zeitliche und finanzielle Aufwand zur Vorbereitung und Durchführung der Sicherheitsmaßnahmen (nach BGV A3 / BetrSichV), im Verhältnis zum Ergebnis, ist nachhaltig wirtschaftlich und rechtfertigt eindeutig den Prüfungsaufwand.

Herzlichen Dank an die Detmolder Abwasser GmbH für das freundliche und kooperative Bereitstellen von Informationen und Bildmaterial.

Herbert Bäumer, www.bl-automation.de

Analytik an den Knotenpunkten und den Kläranlageneinläufen

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Maßgeschneiderte Lösungen für die Umweltüberwachung

Immer mehr Kunden fordern schlüsselfertige Gesamtlösungen statt Einzelkomponenten: Der weltweite Trend in der Wasseranalyse geht zu maßgeschneiderten Analysensystemen für vielfältige Anforderungen in der Online-Messtechnik. Die Ansprüche steigen in der Gewässerüberwachung, in Chemieparks, in der industriellen und kommunalen Wasseraufbereitung und in der Trinkwasserversorgung hinsichtlich Verfügbarkeit der Messwerte und der zu überwachenden Parameter. Endress+Hauser und Bayer Technology Services lösen herausfordernde Kundenprojekte. 

Besondere Anforderungen an Einzel- und Gemeinschaftskläranlagen 

Die stark verzweigten und kilometerlangen Abwassernetze stellen besondere Anforderungen an Einzel- und Gemeinschaftskläranlagen. Abwässer vieler verschiedener Einleiter unterschiedlicher Wassergüte werden dort gesammelt. Besonders die Abwässer aus Chemie- oder Industrieparks enthalten komplexere Verunreinigungen als das Abwasser aus einem einzelnen Betrieb. Dies erfordert eine detaillierte Analytik an den Knotenpunkten und den Kläranlageneinläufen. Folglich werden die zu überwachenden Prozess- und Stoffströme gebündelt und die Messaufgaben zentralisiert, um die erforderliche Messtechnik effizient einzusetzen und Qualität und …den ganzen Artikel lesen Sie unter: 

 http://www.de.endress.com/eh/sc/europe/dach/de/home.nsf/?Open&DirectURL=8A48A8C42B0966E5C12575CF0049E315
 

Energiesparender Betrieb der Flockungsfiltration

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Beträchtliche Energieeinsparungen sind in Flockungsfiltrationsanlagen möglich. Ohne Einbussen bei der Ablaufqualität lassen sich bei einer im Abstromverfahren betriebenen Anlage durch intelligent gesteuerten durchflussproportionalen Betrieb Einsparungen erzielen.

Die Größe von Flockungsfiltrationsanlagen richtet sich im Allgemeinen nach der Filtrationsgeschwindigkeit und der zulaufenden Trockensubstanzfracht. Dabei werden der maximale Zufluss zur Filteranlage und eine maximale Filtrationsgeschwindigkeit für die Berechnung der Filterfläche herangezogen. Die Filteranlage muss so ausgelegt werden, dass die Ablaufwerte im Filtrat bei diesen Bedingungen eingehalten werden. Das Filterbett muss auch groß genug sein, um die Trockensubstanzbelastung von den Nachklärbecken in dieser hydraulischen Situation aufnehmen zu können. Die Flockungsfiltration ist in aller Regel in 24 bis 30 einzelne Filterzellen aufgeteilt. Meist sind unabhängig von der Zulaufmenge alle Filterzellen in Betrieb.

Bild: Filterzellen einer Flockungsfiltration

Bild FW-AWT-Filter-G.jpg

Die meiste Energie in der Flockungsfiltration wird von den Filterzulaufpumpen verbraucht, da das Abwasser meist zuerst zur Filtration angehoben werden muss. Zusätzlich erfordert die Rückspülung beträchtlichen Energieaufwand. Die Filterzellen werden entweder nach einer maximalen Beladung mit Trockensubstanz oder nach einem Zeitintervall rückgespült. Die Spülung der Filter nach dem Beladungszustand wird abhängig vom Öffnungsgrad der Regelklappe eingeleitet. Meist wird jedoch die Spülung nach einem festen Zeitintervall vorgenommen. Das Zeitintervall zwischen zwei Spülungen wird auf maximal 36 Stunden eingestellt. Längere Intervalle werden selten gewählt, da es aufgrund der langen Aufenthaltzeiten des Schlammes im Filterbett sonst zu Verbackungen kommen kann.

Beim durchflussproportionalen Betrieb werden nur die benötigten Filterzellen in Betrieb gesetzt. Die Anzahl der Filterzellen richtet sich nach der Zulaufmenge zur Filteranlage. Die geringere Anzahl von Filterzellen die in Betrieb sind, führt auch zu einer geringeren Anzahl von Filterspülungen. Die Filtrationsgeschwindigkeit für den durchflussabhängigen Betrieb sollte frei einstellbar sein, um eine optimale Einstellung zu finden. Sobald der errechnete Wert der Filtrationsgeschwindigkeit über dem eingestellten Wert liegt, schalten Filterzellen zu bis der Sollwert wieder unterschritten wird. Sinkt die Zulaufmenge wieder, geht auch die Filtrationsgeschwindigkeit zurück. Wird in dieser Phase ein Filter gespült, so wird er nach der Spülung nicht wieder in Betrieb genommen, sondern reiht sich in die Warteschleife der betriebsbereiten Filterzellen ein. Durch das Einrichten eines solchen Umlaufspeichers der betriebsbereiten Filterzellen im Programmablauf, geht bei üblichen Einstellungen spätestens nach ca. 4 Tagen jede Filterzelle in Betrieb.

Als günstige Filtrationsgeschwindigkeit für den durchflussabhängigen Betrieb hat sich ein Wert von ca. 2/3 der maximalen Filtrationsgeschwindigkeit herausgestellt. Es ist jedoch darauf zu achten, dass eine Mindestanzahl von Filterzellen immer in Betrieb ist. Ebenso sollte eine Niveaumessung im Zulaufbereich der Filterzellen dafür sorgen, dass bei Ausfall der Zulaufmessung oder starker Beladung der Filterzellen, automatisch weitere Filterzellen zugeschaltet werden. Filterzellen die einmal zugeschaltet wurden bleiben in Betrieb bis sie nach einer Spülung in den Stand-by Betrieb gehen.

Grafik: Beispiel des Betriebs von Filterzellen nach der Zulaufmenge

Bild FW-AWT-Filter-1.JPG

In der Grafik ist zu sehen, dass bei Erreichen der eingestellten Filtergeschwindigkeit von 10 m/h zusätzliche Filter zuschalten. Die durch das Regenereignis zugeschalteten Filterzellen am 10.03.07 bleiben in Betrieb bis sie nach 36 Stunden am 11.03.07 nach dem Rückspülen in den Stand-by Betrieb gehen. Danach sind nur noch ca. 30% der Filterzellen in Betrieb. Zusätzlich zum durchflussabhängigen Betrieb sollte jederzeit ein Umschalten auf die Betriebsart mit allen Filterzellen möglich sein. Dies kann erforderlich werden wenn die Filteranlage besonders belastet wird oder eine hohe Aufenthaltszeit der Biomasse im Filterbett für eine Restnitrifikation bzw. eine Denitrifikation erwünscht ist.

Je nach Anlagenbauart und abhängig von der Zulaufmenge ist bei einem durchflussabhängigen Betrieb der Filterzellen mit einer Reduzierung der Filterspülungen von 50% zu rechnen. Dies bedeutet auch gleichzeitig eine Reduzierung des anfallenden Schlammwassers um die Hälfte. Meist wird dieses Schlammwasser vor der biologischen Reinigung eingeleitet und muss in der Filtrationsanlage erneut hoch gepumpt werden. Durch die Reduzierung des Schlammwassers sinkt die hydraulische Rückbelastung durch die Filteranlage um 50%. Das Einsparpotential an elektrischem Strom liegt bei ca. 10% des gesamten Strombedarfs der Filteranlage. Zusätzlich wird der Verschleiß an den Filtermaterialien durch die verringerte Anzahl an Filterspülungen deutlich gemindert. Durch den durchflussproportionaler Betrieb der Filteranlage lässt sich ohne viel Aufwand sehr viel Energie einsparen und der Verschleiß an Maschinen und Einrichtungen deutlich mindern. 

 

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Autor: CS

Wirksamkeit der Ausgaben im Rahmen von Strukturmassnahmen für die Abwasserbehandlung während der Programmplanungszeiträume 1994-1999 Uund 2000-2006

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Unter: http://eca.europa.eu/portal/pls/portal/docs/1/2588314.PDF kann die EU-Studie heruntergeladen werden.

Nachfolgend einige Auszüge als Leseprobe:

Die Abwässer und der Klärschlamm aus städtischen
Ballungsräumen können die Qualität
der Seen, Flüsse und Küstengewässer
Europas sowie die Qualität seiner Böden
und seines Grundwassers beeinträchtigen.
Deshalb hat die EU eine Reihe von Richtlinien
verabschiedet und den Bau von kommunalen
Abwasserbehandlungsanlagen mit
Kohäsionsfonds- und EFRE-Mitteln kofinanziert.
Dadurch wurde die Anschlussdichte
der städtischen Haushalte, die Zugang
zur Abwasserbehandlung haben, deutlich
verbessert.
II.
Die Prüfung des Hofes konzentrierte sich
auf Anlagen, die während der Programmplanungszeiträume
1994-1999 und 2000-2006
in Irland, Griechenland, Spanien und Portugal
aus dem Kohäsionsfonds und dem EFRE
gefördert wurden. Auf diese Länder entfiel
der größte Teil der Ausgaben in diesem
Bereich. Die in diesem Bericht vorgelegten
Prüfungsschlussfolgerungen stützen sich
auf eine Untersuchung der Verwaltungsund
Kontrollsysteme bei der Kommission
und auf die Bewertung der Leistung von
73 Behandlungsanlagen. Außerdem wurden
die Beseitigung von Klärschlamm als Nebenprodukt
der Abwasserbehandlung und die
Rolle der Kommission im Abwasserbereich
untersucht.
III.
Der Hof gelangte zu der Schlussfolgerung,
dass die Strukturmaßnahmen in den vier
geprüften Mitgliedstaaten im Allgemeinen
zur Verbesserung der Abwasserbehandlung
beigetragen haben.
IV.
Insgesamt war die Leistung der im Rahmen
von Strukturmaßnahmen kofinanzierten
Behandlungsanlagen angemessen. Allerdings
wurde auch festgestellt, dass …

Wenn Kanäle zum Himmel stinken

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TU-Wissenschaftler entwickeln Versuchsanlage für die Berliner Wasserbetriebe

Viele Berliner kennen das Problem: Wenn es lange heiß ist und kein Regen fällt, beginnen viele Gullis unangenehm zu riechen. Aufgrund des sinkenden Wasserverbrauchs erhöht sich die Aufenthaltszeit des Abwassers in den Kanälen. „Wenn in den Druckrohrleitungen des Berliner Kanalnetzes das Abwasser über längere Strecken transportiert wird, bildet sich unter anaeroben Bedingungen häufig Schwefelwasserstoff, und an der Einmündung der Druckrohrleitung in einen Freigefälleabschnitt kann es dadurch zu Geruchsbelästigungen kommen“, erläutert Dipl.-Ing. Stefan Rettig, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der TU Berlin. Dieses nach faulen Eiern riechende giftige Gas wird an den Wänden der Rohre zu Schwefelsäure umgewandelt und führt dort zu Korrosion, vornehmlich an Betonbauteilen.
Unter dem Titel „ODOCO-2“ finanzieren die Berliner Wasserbetriebe seit November 2008 ein Forschungsprojekt, an dem neben der TU Berlin auch die Materialprüfungsanstalt MPA Berlin-Brandenburg GmbH beteiligt ist. „Wir wollen herausfinden, was genau unangenehme Gerüche entstehen lässt und was man am sinnvollsten dagegen unternehmen kann“, beschreibt Stefan Rettig sein Projektziel. Das Vorläuferprojekt „ODOCO-1“ hatte bereits ermittelt, dass geeignete Messtechnik möglichst unter genau definierten Bedingungen in einer Versuchsanlage untersucht werden sollte. „Wir haben bereits eine Versuchsanlage konzipiert, deren Bau nun ausgeschrieben wird“, erläutert der Ingenieur. Das System wird aus zwei je 25 Meter langen Röhren bestehen, die einen Freigefällekanal nachbilden. In vorgeschalteten Fermentoren sollen die Bedingungen in den kritischen Druckrohrleitungen nachgestellt werden. An einem Betonschacht und zusätzlichen Materialproben werden die Experten der MPA Korrosionsuntersuchungen anstellen, dort wird auch die Abluft entnommen und behandelt.
„Wir werden flüssige und gasförmige Phasen mit Onlinetechnik messen, Proben entnehmen und im Labor untersuchen“, erläutert Stefan Rettig. Bei dem Projekt ginge es außerdem darum zu überprüfen, welche Dosierungen verschiedener Produkte tatsächlich nötig sind, die zur Geruchsbindung an kritischen Stellen eingesetzt werden können. „Da gibt es zum Beispiel Aluminium- und Kalzium-Nitrate verschiedener Hersteller oder geruchsbindende Gelmatten, die in die Kanäle gehängt werden“, sagt er. Für die Wasserbetriebe können die Ergebnisse der Arbeit, die vorerst bis zum März 2010 finanziert wird, Erkenntnisse für ein Konzept künftiger Kanalisationsentwürfe liefern. Vielleicht lässt sich durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen, sowohl planerisch, baulich als auch betrieblich, künftig auch der unangenehme sommerliche Geruch vermeiden.
Andrea Puppe

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dipl.-Ing. Stefan Rettig, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin, Gustav-Meyer-Allee 25 (TIB 13B), 13355 Berlin, Tel.: 030/314-72305, E-Mail: stefan.rettig@tu-berlin.de und Prof. Dr.-Ing. Matthias Barjenbruch, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, Institut für Bauingenieur-wesen der TU Berlin, Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin, Tel.: 030/314-72246, Fax. 030/314-72248, E-Mail: matthias.barjenbruch@tu-berlin.de www.siwawi.tu-berlin.de
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/ http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608
http://www.siwawi.tu-berlin.de
Technische Universität Berlin

Quelle: http://www.schattenblick.de/infopool/umwelt/abfall/uabab210.html