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Wärmeübertrager für verschmutztes Wasser

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Um Abwasser ohne zusätzliche Druckerhöhungspumpen und aufwendige Mess- und Regeltechnik im freien Gefälle ableiten zu können, ist eine Wärmeübertrager-Konstruktion mit möglichst geringem Druckverlust erforderlich.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Unanfälligkeit gegenüber Verstopfungen und Verschmutzungen, also die Beibehaltung eines möglichst großen Fließquerschnittes und sauberer Wärmeübertragerflächen.

Hier empfiehlt sich der Einsatz von doppelwandigen Platten („Thermoplatten“), die durch ein einfaches Reinigungssystem ständig sauber gehalten werden.

Thermoplatten-Wärmeübertrager bestehen aus einer Anordnung von jeweils zwei Wärmeübertragungsblechen, die an den Rändern vollständig und auf der Wärmeübertragungsfläche durch Punktschweißungen miteinander verbunden sind. Die verschweißten Bleche sind zum erforderlichen Kanalquerschnitt hydraulisch aufgeweitet. Position, Anzahl und Muster der Punktschweißungen sowie die Kanalquerschnitte bestimmen den möglichen Betriebsdruck und die Art der Strömung.

Durch eine zentrische Anordnung von Thermoplatten, die zu Kreissegmenten geformt sind entstehen gekrümmte, ringförmig angeordnete Strömungskanäle. Der Wärmeübertrager wird spiralförmig durchströmt mit dem verschmutzten Medium zwischen den Platten und dem sauberen Medium im Platteninnenraum. Durch ein kontinuierlich rotierendes Bürstensystem wird die Verschmutzung auf ein Minimum reduziert und die Wärmeübertragung optimiert.

Die rotierenden Bürsten sorgen nicht nur für eine permanente Reinigung der Wärmeübertragerflächen, sondern auch für hohe Strömungsgeschwindigkeit und damit verbunden eine höhere Wärmeübertragerleistung. 

Bild FW-Ene-Dez-13-WT-01.jpg

Funktionsprinzip:
Das Kühlwasser wird gleichmäßig auf alle Thermoplatten verteilt und strömt ringförmig einmal durch den Wärmeübertrager. Das Abwasser wird von unten in den Wärmeübertrager geleitet und strömt nach der Verteilung auf alle Ringspalte aufwärts durch den Behälter, um an der Oberseite abgeleitet zu werden. Durch die Drehbewegung der Bürsten wird das Abwasser zusätzlich in einen spiralförmigen Umlauf gebracht (Spiral-WÜ). Dadurch wird der Effekt eines Gegenstrom-Wärmeübertragers erzielt.

Dieses Konstruktionsprinzip erlaubt eine Installation im Ablauf bestehender Abwasserreinigungsanlagen ohne die Notwendigkeit, zusätzliche Pumpen zur Überwindung der sonst entstehenden Druckverluste zu installieren. 

Referenzanlage: 

Bild FW-Ene-Dez-13-WT-02.jpg Bild FW-Ene-Dez-13-WT-03.jpg
Schumacher Packaging – Abwasserreinigungsanlage  Wärmeübertrager im Zulauf der ARA 

Installation zweier Wärmeübertrager mit folgenden Leistungsdaten:

Verfahrenstechnische Daten:
  ME  Warme Seite  Kalte Seite 
Eintrittstemperatur °C 55 20
Austrittstemperatur °C 40 38
Volumenstrom m³/h 65 55
Druckverlust bar 0,1 0,4

Konstruktive Daten:
  ME Wert
Übertragene Wärmeleistung kW 1.120
Anschlussleistung Bürstenmotor kW  1.5
Durchmesser außen mm 2.200
Höhe gesamt mm 2.100
Wärmeübertragerfläche 40
Zulässiger Betriebsdruck Kühlwasser bar 10
Leergewicht kg 860
Betriebsgewicht kg 5.200
Material Edelstahl 1.4404

Autor: Bernd Dzedzig

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Das Analyselabor zum Mitnehmen – Mini-Spektrometer im Mobiltelefon

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Im BMBF-Forschungsprojekt »nanoSPECS« entwickeln Forscher der TU Dresden und des Fraunhofer FEP Grundlagen für ein Spektrometer auf Basis von Nano-Antennen. Das Spektrometer könnte durch seine winzige Größe perspektivisch in Mobiltelefone integriert werden. Dünnschicht-Herstellungsverfahren machen den Sensor zudem für den Massenmarkt erschwinglich.

Spektrometer im Miniaturformat sind vielseitig einsetzbar. Schnell lässt sich mit ihnen beispielsweise der Reife- und Frischegrad von Obst oder Fleisch im Supermarkt überprüfen: Einmal das Smartphone angehalten und schon kennt man den Zuckergehalt des Obstes. Zuhause könnte man in Zukunft berührungslos durch Analyse der Atemluft den Blutzuckerspiegel von Zuckerkranken ermitteln. Auf Flughäfen oder in anderen sicherheitsrelevanten Bereichen könnten Miniaturspektrometer vor giftigen Gasen oder Flüssigkeiten warnen.

Handelsübliche Spektrometer sind für den Einbau in Elektronikartikel wie Smartphones bislang zu groß und stoßen durch ihren prinzipiellen Aufbau an Grenzen der machbaren Miniaturisierung. Wissenschaftler des Institutes für Angewandte Photophysik (IAPP) der TU Dresden und des Fraunhofer-Institutes für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP setzen im BMBF-Projekt »nanoSPECS« zu einem Innovationssprung an. Mit einem völlig neuen Konzept, welches auf Nano-Antennen beruht, entwickeln die Forscher ein Mini-Spektrometer, das ohne bewegliche Teile auskommt, eine hohe Empfindlichkeit und Auflösung besitzt sowie das gesamte Spektrum von UV bis zum nahen Infrarotbereich detektieren kann.

Der Ansatz der Dresdner Forscher basiert auf Nano-Drähten, die wie kleine Antennen das eintreffende Signal verstärken und an den Detektor weiterleiten. Je nach Länge, Durchmesser, Material und gegenseitigem Abstand zueinander verstärken die Nano-Drähte das eintreffende Licht einer ganz bestimmten Wellenlänge. Man kann nun ein Antennen-Array aus Nano-Drähten unterschiedlicher Abmessungen, das heißt mit unterschiedlichen Resonanzfrequenzen, herstellen und somit ein breites elektromagnetisches Spektrum aufnehmen. Die Antennen wirken gleichzeitig als optischer Verstärker, Konzentrator und optisches Filter. Da die optisch-sensitive Antennen-Schicht mehrere Bauteile in einem vereint und direkt auf einem CCD/CMOS-Chip integriert werden soll, wird das Spektrometer extrem klein, kaum größer als der Chip, und findet damit in jedem Mobiltelefon Platz.

Das IAPP hat das Verfahren, Gold- oder Silber-Nanostäbchen kontrolliert in den Poren einer Aluminiumoxid-Matrix elektrochemisch aufwachsen zu lassen, bereits im Labormaßstab entwickelt und seine Variabilität und Funktionalität nachgewiesen. Hauptziel des im August 2013 begonnenen dreijährigen Projektes »nanoSPECS« ist die Aufskalierung und die Herstellung eines Gradienten-Antennen-Arrays auf 8″-Wafern. Eine der Herausforderungen besteht darin, eine Aluminiumschicht als Vorstufe für die Aluminiumoxid-Matrix besonders präzise, reproduzierbar und homogen in Schichtdicke und ihrer mikrokristallinen Struktur herzustellen. Das Fraunhofer FEP wird bei diesem Schritt sein langjähriges Know-how in der Präzisionsbeschichtung einbringen und mit dem Magnetron-Sputtern ein Dünnschichtverfahren zur Verfügung stellen, welches eine präzise und wirtschaftliche Herstellung des Mini-Spektrometers auch für den Massenmarkt ermöglicht.

Was auf dem Bild wie ein Fakirteppich aussieht, sind Gold-Nanoantennen von wenigen 100 nm Länge und 30 nm Durchmesser. Diese Winzlinge sind sensitiv auf das elektromagnetische Spektrum im sichtbaren Wellenlängenbereich und können durch Plasmonenresonanzen bestimmte Wellenlängen filtern, konzentrieren und verstärken. Sie bilden die Basis für die moderne optische Sensorik wie sie im Projekt nanoSPECS angegangen wird.

Das Projekt »nanoSPECS« wird gefördert durch das Programm »Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP« des BMBF, Förderkennzeichen: 03V0763)

Weitere Informationen:
http://www.fep.fraunhofer.de

1.000€ für Energiesparthema : „Rohrwärmetauscher mit Zwangsführung“

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Der Klärwerkspreis für Innovation 2012 geht nach Bobingen 

Die Firma Bioserve GmbH hat in Zusammenarbeit mit dem bekannten Internetportal www.klärwerk.info den „ Klärwerkspreis für Innovation 2012″ ausgelobt. Ziel des Preises ist es, Innovationen im Klärwerksbereich zu fördern und innovative Mitarbeiter von Klärwerken zu unterstützen.

Das Preisgeld für den ersten Preis beträgt 1.000 €.

Die eingereichten Vorschläge mussten innovativ, neu und realisierbar sein sowie mindestens einem der folgenden Ziele dienen:
1. Kostensenkung und/oder Gewinnerhöhung beim Klärwerksbetreiber
2. Arbeitserleichterungen des Personals
3. Verbesserung der Ablaufwerte
4. Geringere Störanfälligkeit
5. Umweltentlastung

Bild Preisverleihung-Klaerwerkpreis-2012.JPG
Ein Gremium aus fünf erfahrenen Fachleuten hat aus den eingegangenen Vorschlägen einstimmig denjenigen von Herrn Dieter Panhans aus 86476 Neuburg als besten Vorschlag zum Gewinner des Klärwerkspreises für Innovation 2012 ausgewählt. Herr Panhans ist auf der Kläranlage in 86399 Bobingen beschäftigt und hat einen Vorschlag mit dem Thema „Rohrwärmetauscher mit Zwangsführung“ eingereicht. Die Grundaufgabe bestand darin, die Wärmeenergie, welche mit dem ausgefaulten Schlamm den Faulturm verlässt, für die Erwärmung des zugeführten Rohschlammes zu verwenden. Dazu muss man wissen, dass die Aufheizung des Rohschlammes den größten Posten des thermischen Energiebedarfs einer Faulung ausmacht – insbesondere in der kalten Jahreszeit. Ohne nennenswerte Änderungen an der Leitungsführung des Schlammes wurde das Problem durch einen besonderen Doppelrohrwärmetauscher gelöst. Die täglich eingesparte Wärmemenge beträgt etwa 140 kWh, so dass sich die Entwicklung in weniger als drei Jahren amortisieren kann. 

Zum Artikel: https://klaerwerk.info/Energie–und-E-Technik/Waermerueckgewinnung-aus-dem-Nacheindicker

 

Direkte Analyse von nitrifizierenden Bakterien

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Mit mikrobiologischer Kontrolle des Prozesses für Stabilität sorgen
Bakterien gehören zu den wichtigsten Akteuren in biologischen Abwasserreinigungsanlagen. Sie sorgen dafür, dass die eingetragenen Substanzen und Abwasserinhaltsstoffe abgebaut werden und bedingen dadurch die eigentliche Reinigungsleistung der Anlage. Gleichzeitig sind sie aber auch für verschiedene Störungen verantwortlich.

Die Nitrifikation als Achillesferse der biologischen Abwasserbehandlung
Bei der mikrobiologischen Nitrifikation innerhalb der Abwasserreinigung findet die biologische Oxidation von NH4-N statt. Der Prozess erfolgt dabei in zwei wesentlichen Teilschritten. Die sogenannten Ammoniumoxidierer oxidieren in einem ersten Schritt Ammonium zu Nitrit. In einem nachfolgenden Schritt oxidieren die Nitritoxidierer das gebildete Nitrit zu Nitrat, welches in der Denitrifikation zu elementarem Stickstoff reduziert wird.

Für eine stabile Nitrifikation müssen beide Bakteriengruppen in ausreichender Menge im Schlamm vorhanden sein und möglichst vergesellschaftet vorkommen. Voraussetzung hierfür sind eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Bakterien sowie die Einhaltung eines Mindestschlammalter, da diese beiden Bakteriengruppen nur verhältnismäßig langsam wachsen. Leider sind diese aeroben Nitrifikationsprozesse sehr empfindlich gegenüber Sauerstofflimitationen, Temperatur- und pH-Wert-Schwankungen sowie toxischen Abwasserinhaltsstoffen. Zusammenbrüche der Nitrifikation oder verminderte Abbauleistungen sind daher keine Seltenheit, so dass die Nitrifikation als die eigentliche „Achillesferse“ der modernen Abwasserreinigung gilt.

Mikrobiologisches Monitoring der Nitrifikation
Die Überwachung und Steuerung dieses wichtigen Prozesses von der mikrobiologischen Seite aus unterliegt mehreren Herausforderungen, die eine robuste, von Kultivierung unabhängige Technologie erfordern. Dies liegt zum einen an der Diversität der Abwasserbiozönose und damit des zu untersuchenden Probenmaterials und zum anderen an den nur schwierig zu kultivierenden Bakterien – rein zu Analysezwecken ist dies kaum möglich. Für eine mikrobiologische Analyse der Nitrifikation eignet sich die VIT®-Gensondentechnologie der vermicon AG geradezu ideal. Sie erfüllt alle Anforderungen und macht ein aussagekräftiges Monitoring des Abwassers möglich.
Bild FW-Labor-Nov-13-Vermicon-2.jpg

Die VIT®-Gensondentechnologie stellt genau die Eigenschaften zur Verfügung, die notwendig sind, um Abwasserproben schnell und zuverlässig auf die gewünschten Mikroorganismen zu analysieren. Bakterien werden mit VIT®-Gensonden beschossen und beginnen unter dem Mikroskop bei Anregung mit energiereichem Licht spezifisch zu leuchten. Für die Nitrifikation hat die vermicon AG den Nachweis Nitri-VIT entwickelt. Damit können die beiden wichtigen Nitrifikantengruppen direkt in der Belebtschlammprobe identifiziert und quantifiziert werden. Durchgeführt wird die Analyse direkt auf der Anlage. Die Handhabung ist einfach und schnell, die Auswertung eindeutig. Alternativ zum Produkt bietet die vermicon AG verschiedene Dienstleistungen für diesen Bereich an:

– Nitri-VIT Schnellanalytik
– Spezifische Nitrifikantenanalyse
– Spezifische Denitrifikantenanalyse

Prozessstörungen können durch eine regelmäßige Kontrolle effektiv vermieden werden. Die Produkte und Dienstleistungen der vermicon AG wurden direkt für die Bedürfnisse von Kläranlagen entwickelt und helfen einen direkten Einblick in die Anlage zu bekommen.

Kontakt:
vermicon AG,
München
www.vermicon.com
 

 

Ursachen für schlecht absetzbare Belebtschlammflocken und was man dagegen tun kann

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(Sie wünschen den folgenden Artikel als pdf-Datei? Schicken Sie einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten und der Überschrift dieses Artikels an Kontakt@klaerwerk.info)

1. Einleitung
Das Belebtschlammverfahren ist das am weitesten verbreitete Verfahren zur Reinigung kommunaler Abwässer. Die Qualität des Ablaufwassers ist sehr stark von der Effizienz der Fest/ Flüssig-Trennung im Nachklärbecken abhängig. Diese ist nur hoch, wenn die Bildung von Belebtschlammflocken im Belebungsbecken ungestört funktioniert.

Im Zuge der weitergehenden Abwasserreinigung ist auf Kläranlagen die Stickstoff- und Phosphorelimination eingeführt worden. Besonders für die Optimierung der Nitrifikation ist der Parameter „Säurekapazität“ von großer Bedeutung, da die nitrifizierenden Bakterien Säure produzieren. Sofern das Abwasser nicht über eine ausrei-chend hohe Säurekapazität verfügt, kann der pH-Wert dadurch unter 7,0 fallen. In diesem pH-Bereich sind jedoch sowohl die Nitrifikationsleistung als auch die Belebtschlammflockenbildung stark beeinträchtigt.

Doch nicht immer ist eine zu geringe Säurekapazität die alleinige Ursache für kleine, leichte und scherempfindliche Belebtschlammflocken. Fast genau so häufig sind erhöhte Natriumkonzentrationen im Zulauf für schlecht absetzbare Belebtschlammflocken (mit)verantwortlich.

2. Die Entstehung von schlecht absetzbaren Belebtschlammflocken
Ursache für die ungünstige Flockenstruktur ist in der Regel die Aneinanderreihung folgender Umstände:

Niedrige Härtegrade im Einzugsbereich der Kläranlage und/oder ein hoher An-teil an Niederschlagswasser im Zulauf führen zu niedrigen Calciumgehalten im Zulauf der Kläranlage. 
Der Belebtschlamm und das zufließende Abwasser kommen in Kontakt und die Calciumionen im Schlamm und im Wasser verteilen sich gemäß dem Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht auf beide Fraktionen. 
Ist die Calciumkonzentration im Zulauf gering – was bei hohem Niederschlagswasseranteil die Regel ist – wird dem Belebtschlamm viel Calcium entzogen und gelangt in den Vorfluter. Da das Calcium jedoch für den Zusammenhalt der Belebtschlammflocken entscheidend verantwortlich ist, werden die Flocken mit der Zeit immer kleiner, leichter und scherempfindlicher. 
Aufgrund der Nitrifikation, bei der Salpetersäure (HNO3) produziert wird, wird Calcium zur Bildung von Puffersubstanzen (Calciumhydrogencarbonat) benötigt und bei Bedarf aus dem Belebtschlamm herausgelöst. Je mehr nitrifiziert wird, desto mehr Calcium aus dem Schlamm herausgelöst. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man Trüb- und Filtratwässer behandelt. 
Bei der Denitrifikation wird Lauge produziert, wodurch die Hälfte der bei der Nitrifikation verbrauchten Säurekapazität zurück gewonnen werden kann. Ist die Denitrifikationsleistung aufgrund von „Futtermangel“ (Mangel an leicht abbaubaren Kohlenstoffverbindungen) nur eingeschränkt möglich, wird auch wenig Säure abgepuffert. Der pH-Wert im Ablauf sinkt. 
Bei niedrigen Temperaturen löst sich Sauerstoff im Belebungsbecken wesentlich besser als bei hohen Temperaturen. Deshalb kann die Belüftungsintensität reduziert werden. Infolge dessen wird jedoch auch weniger CO2 aus der Belebung herausgestrippt und bleibt als Kohlensäure im Wasser. Diese Kohlensäure verbindet sich ebenfalls mit Calcium zu Calciumhydrogencarbonat und gelangt in den Vorfluter. 
Reicht das im Zulaufwasser und im Belebtschlamm verfügbare Calcium nicht mehr aus, um sowohl die bei der Nitrifikation entstehende Salpetersäure, als auch die beim C-Abbau entstehende Kohlensäure anzupuffern, sinkt der pH-Wert des Abwassers, wodurch die Nitrifikation deutlich verlangsamt wird, bis sie zum Erliegen kommt. 
Bei einem pH-Wert < 6,8-7,0 im Belebungsbecken ist das Wasser in der Belebung in der Regel „kalkaggressiv“ und löst alle verfügbaren Kalk- bzw. Calciumverbindungen sowohl im Belebtschlamm als auch im Beton der Beckenwände auf. Die gelösten Calciumverbindungen gelangen in den Vorfluter. Mit der Zeit können so erhebliche Schäden am Beton entstehen. 
Ohne Calciumverbindungen im Schlamm gibt es keine vernünftige Belebtschlammflocke. Der Belebtschlamm treibt bei hydraulischer Belastung der Kläranlage in Form von Feinsuspensa ab. Der Ablauf ist trüb, die CSB- und Ges.-P-Gehalte steigen deutlich an. 
Kommt der durch oben genannte negative Einflüsse vorgeschädigte Belebtschlamm mit Natriumionen (aus industriellen Abwässern oder durch Streusalzeinsatz im Einzugsgebiet)in Kontakt, tauschen die Natriumionen die verbleibenden Calciumionen im schlimmsten Fall innerhalb weniger Stunden aus, so dass der Belebtschlamm vollends seine Flockungsfähigkeit verliert.  

Zusammenfassend führen folgende Faktoren zu dem auf Kläranlagen zu schlecht absetzbaren Belebtschlammflocken:

Niedrige Wasserhärte im Trinkwasser des Einzugsgebietes 
Hoher Niederschlagswasseranteil im Zulauf 
Geringe Temperaturen 
Hohe Stickstoffgehalte im Zulauf  
Behandlung von Trüb- und Zentratwässern 
Eingeschränkte Denitrifikation aufgrund von „Futtermangel“ 
Häufiger Schneefall mit Streusalzeinsatz 
Hohe Natriumgehalte im Zulauf 
Problem: Effektive Belüftungssysteme 

Leider treffen alle Faktoren vor allem im Winter, aber teilweise auch im Sommer, zu.
Die einzige Möglichkeit, den oben beschriebenen Teufelskreis zu durchbrechen, ist eine gezielte Calciumzugabe mit Hilfe eines geeigneten calciumhaltigen Produkts. Dafür kommen folgende Kalkprodukte in Frage:

Kreide (CaCO3
Kalkhydrat 
Dolomit (CaCO3+MgCO3

Aus folgenden Gründen empfehlen wir in der Regel den Einsatz von Kreide:

Schnelle Verfügbarkeit (Zugabe aus dem LKW möglich) 
Vorteile beim Handling (kein Risiko für Haut, Augen und Lunge, da pH-neutral) 
Günstiger Preis 
Sehr hohe Säurepufferwirkung 
Geringe Calcium-Verluste über den Ablauf  
Hohe Oberfläche  
Gute Unterstützung vom Hersteller. 

Mit dem Einsatz von Kreide sind folgende Effekte zu erwarten:

Verringerung des Flockenabtriebes aus den Nachklärbecken, 
Erhöhung der Sichttiefen, Verringerung der Trübung und der Gehalte an abfiltrierbaren Stoffen im Ablauf, 
Verringerung der Ammonium-, CSB-, BSB5– und Phosphatkonzentrationen im Ablauf und Vermeidung von Spitzen, 
Verbesserung der Entwässerungseigenschaften des Faulschlammes. 

Die Zugabe der Kreide sollte direkt aus dem Silo in das Belebungsbecken erfolgen. Die Kreide sollte nicht mit Rohabwasser in Kontakt kommen. Die Dosierung ist einfach und unkompliziert und erfolgt trocken.

Zu beachten ist, dass sich durch den Kreideeinsatz der Schlammanfall etwas erhöht. Da die Kreide sich sehr positiv auf die Klärschlammentwässerbarkeit auswirkt, führt der Trockenmassezuwachs in der Regel nicht zu einer Erhöhung der zu entsorgenden Schlammmengen.

Autorin:
Bioserve GmbH
Kirsten Sölter
Carl-Zeiss-Straße 53
55129 Mainz
Tel.: 06131 – 90622 – 68
Fax.: 06131 – 90622- 69
soelter@bioserve-gmbh.de

Literatur:

1. Sölter, K.: Die Bedeutung der Säurekapazität auf Kläranlagen, Anwendungsbericht Ch. No. 77, Hach Lange GmbH (siehe www.hach-lange.de
2. Kara, F. et al: Monovalent cations and their influence on activates sludge floc chemistry , structure and physical characteristics von Kara, F. et. al; Biotechnoloy and Bioengineering Volume 100, No. 2, June 1, 2008, http://www3.interscience.wiley.com/journal/117864364/abstract?CRETRY=1&SRETRY=0 
3. Bever, J. et. al. 1993: Weitergehende Abwasserreinigung, R. Oldenbourg Verlag München, Wien, 2. Auf-lage, ISBN 3-486-26277-7 
4. Hänel, K. 1986: Biologische Abwasserreinigung mit Belebtschlamm, VEB Gustav Fischer Verlag Jena, ISBN 3-334-00023-0 
5. Kapp, H., 1983: Zur Interpretation der Säurekapazität des Abwassers, gwf wasser/abwasser 124 (1983), H. 3, S. 127 – 130 
6. Tlamicha, J., 1999: Ergebnisse einer Berechnung mit dem dynamischen Simulationssystem der Fa. UAS Messtechnik GmbH, Ruhmannsfelden für den Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie e.V., Köln 
7. Sölter, K., 1998: Einsatz von Kalk zur Unterstützung der biologischen Abwasserreinigung, Vortrag an-lässlich der 12. Karlsruher Flockungstage, 14./15. 12.1998 
8. Strohmaier, A. 1996: Fällungschemikalien – Auswahlkriterien und Kosten, Vortrag, ATV-Seminar für die Abwasserpraxis, 6./7. 11. 1996, BITZ 13/96 

 

Klärwerkpreis für Innovation 2014

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Die beste Idee ist 1.000 € wert – im Land der Ideen – plus 3 x 50 € für praxisrelevante, kleinere Ideen

Preise gibt es viele, aber der Klärwerkpreis für Innovation 2014 ist etwas Besonderes, denn Ziel des Preises ist es, Innovationen im Klärwerksbereich zu fördern und Klärwerksmitarbeiter mit neuen Ideen zu unterstützen.

Berücksichtigt werden alle Ideen, die neu sind, d. h. insbesondere noch nicht kommerziell angeboten, veröffentlich oder prämiert worden sind. Das kann ein Gerät sein, ein Steuerungskonzept oder eine selbst entwickelte Strategie.

Der Preisträger 2012 war Hr. Panhans aus Bobingen mit dem Thema „Rohrwärmetauscher mit Zwangsführung“. Eine Anerkennungsprämie erhielt Hr. Brähler aus Fulda mit dem Beitrag „Schmieren in der Höhe oder Tiefe – ohne Leiter“.

Auf der IFAT 2014 werden die von der Firma Bioserve in Zusammenarbeit mit www.klärwerk.info ausgelobten Preise verliehen. Abgabeschluss ist der 31. März 2014.

Teilen Sie Ihre Idee kurz per Mail oder Brief mit, beschreiben Sie sie mit Ihren eigenen Worten und fügen Sie ggf. eine kleine Zeichnung oder einfach ein Foto bei. Die kompletten Teilnahmebedingungen und was Sie sonst noch wissen müssen finden Sie unter:
http://www.klärwerkpreis.de/

Zur Preisverleihung 2012:
Bild Preisverleihung-Klaerwerkpreis-2012.JPG
Der Klärwerkspreis für Innovation 2012 geht nach Bobingen

 

 

Landwirtschaftliche Phosphorrückgewinnung

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Phosphor ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, die mineralischen Reserven jedoch begrenzt. Das von der EU geförderte Forschungsprojekt PhosFarm will daher auch organisch gebundenen Phosphor aus landwirtschaftlichen Reststoffen als Quelle für Phosphatdünger erschließen: Mithilfe von immobilisierten Enzymen sollen organische Phosphorverbindungen abgespalten und als Phosphat zurückgewonnen werden.

Phosphor ist ein elementarer Pflanzennährstoff für die Landwirtschaft. Um eine wachsende Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln sowie biobasierten Kraft- und Rohstoffen zu versorgen, wird der Bedarf an Düngemitteln weiter steigen. Im Jahr 2008 wurden allein in der EU ca. 1,4 Millionen Tonnen Phosphor für synthetisch hergestellte Phosphatdünger verbraucht. Dabei sind die Vorkommen an Rohphosphaten endlich und auf nur wenige Länder, darunter China, Marokko, Tunesien und die USA, begrenzt. Dies macht andere Länder abhängig von Importen. Neue Technologien, um gelöstes anorganisches Phosphat aus kommunalem Abwasser als Düngesalze zurückzugewinnen, stehen bereits zur Verfügung. Eine weitere, bisher weitgehend ungenutzte Phosphatquelle stellen Reststoffe wie Gülle aus der Tierhaltung oder Gärreste aus Biogasanlagen dar. Während in der wässrigen Flüssigphase dieser Reststoffe Phosphor – wie im Abwasser – als Phosphat gelöst ist, liegt Phosphor im Feststoffanteil dieser Reststoffe gebunden in biochemischen Molekülen wie Phospholipiden, Nukleotiden und Nukleinsäuren vor.
Landwirtschaftliche Reststoffe stellen ein enormes Reservoir für die Phosphorrückgewinnung dar: So fallen in der EU jährlich mehr als 1800 Millionen Tonnen Gülle an und das Aufkommen an Gärresten aus Biogasanlagen wächst. Vor allem Gülle aus der Geflügel- und Schweinezucht enthält rund die Hälfte des Gesamtphosphors in organisch gebundener Form. Im Projekt PhosFarm sollen auch diese organischen Reststoffe als Phosphatquelle erschlossen werden. Hierzu will das Projektkonsortium unter der Koordination des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB einen nachhaltigen Prozess entwickeln und in Form eines integrierten Anlagenkonzepts realisieren, in dem – vor allem durch eine enzymatische Mobilisierung des organisch gebundenen Phosphors – bis zu 90 Prozent des Gesamtphosphors zurückgewonnen werden.
Für diesen neuen Ansatz sollen Phosphat hydrolysierende Enzyme an geeigneten Trägern immobilisiert werden. »Wir konnten bereits in vorausgehenden Versuchen am Fraunhofer IGB zeigen, dass diese Enzyme in der Lage sind, anorganisches Phosphat aus Modellverbindungen abzuspalten«, erläutert Jennifer Bilbao, die das Projekt am IGB leitet. »Nach Abtrennung der festen Phase kann das gelöste Phosphat aus der flüssigen Fraktion als Magnesiumammoniumphosphat oder Calciumphosphat gefällt werden. Diese Salze sind gut pflanzenverfügbar und direkt als Dünger einsetzbar«, erklärt Bilbao.
Die verbleibende entwässerte feste Phase wird mit einem energieeffizienten Trocknungsprozess, der mit überhitztem Wasserdampf anstelle heißer Luft arbeitet, getrocknet und als organisches Substrat für die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit aufgearbeitet. Je nach Bedarf, das heißt abgestimmt auf die Pflanzenart und Bodenbeschaffenheit, können diese Bodenverbesserer mit den zurückgewonnenen mineralischen Düngesalzen zu einem Substrat mit definiertem N/P-Verhältnis vermischt werden.
»Mit den gewonnenen mineralischen Phosphatdüngern und den organischen Bodenverbesserern können synthetische Phosphatdünger eingespart und eine Überdüngung durch das direkte Ausbringen von Gülle vermieden werden«, beschreibt Bilbao die Vorteile des neuen Konzepts. »Durch den Erlös aus dem Verkauf der Produkte verbinden wir zudem die wirtschaftliche Wertschöpfung aus einem Reststoff mit einem umweltfreundlichen Kreislaufprozess für Phosphor.«
Seit September 2013 wird das Projekt »PhosFarm – Process for sustainable phosphorus recovery from agricultural residues by enzymatic process to enable a service business for the benefit of European farm community« im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU gefördert (Grant Agreement No. 605771). Das Projektkonsortium umfasst neben dem Fraunhofer IGB als weitere Forschungspartner VITO (Belgien) und die Schwedische Universität für Agrarwissenschaft (SLU, Schweden) sowie die Firmen Chiral Vision (Niederlande), Geltz Umwelttechnologie GmbH (Deutschland), Heckmann Maschinenbau und Verfahrenstechnik GmbH (Deutschland), Purines Almazan, S.L. (Spanien), Agroenergie Hohenlohe GmbH (Deutschland), ASB Grünland Helmut Aurenz GmbH (Deutschland) und Servimed Almazan, S.L. (Spanien).

http://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2013/phosfarm-landwirtschaftliche-phosphorrueckgewinnung-.html

 

 

Intelligente Kopplung von Regenwasser- und Abwassermanagement

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TU Berlin- Ein Beitrag zur Verbesserung der Gewässerqualität und des Stadtklimas

Mit dem Verbundforschungsprojekt KURAS soll am Fallbeispiel Berlin gezeigt werden, wie durch intelligent gekoppeltes Regenwasser- und Abwassermanagement die zukünftige Abwasserentsorgung, die Gewässerqualität, das Stadtklima und die Lebensqualität in der Stadt verbessert werden kann. Das Projekt hat ein Volumen von 4,5 Millionen Euro und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Projektkoordination übernehmen die TU Berlin und das Kompetenzzentrum Wasser Berlin. Das Projekt startete im Oktober 2013.

Die in der Berliner Innenstadt über 140 Jahre gewachsene Mischwasser-Kanalisation garantiert einen hohen Hygienestandard und schützt die Stadt vor Überschwemmungen. Bei heftigen Regenfällen kommt sie aber immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen mit der Folge, dass mit Regen verdünntes Schmutzwasser direkt in die Gewässer abgeleitet werden muss und deren Qualität sich dadurch verschlechtert. Sinkender Trinkwasserverbrauch und seltene Regenfälle sorgen hingegen dafür, dass Kanäle ungespült bleiben und es zu Störungen in Abwasserpumpwerken, Verstopfungen und Korrosion in Kanälen und Geruchsbelästigungen aus Gullys kommt.

Vor dem Hintergrund globaler Veränderungen durch den Klimawandel müssen nachhaltige Planungs- und Baukonzepte entwickelt werden, die den Anforderungen kommender Generationen gerecht werden.
Die KURAS-Strategie heißt intelligente Netzbewirtschaftung: Viele kleine im Stadtgebiet verteilte dezentrale Maßnahmen der gebäude- bzw. grundstücksbezogenen Regenwasserbewirtschaftung wie Gründächer, Versickerungsmulden, Teiche und auch klassische Regenspeicher sollen dafür sorgen, dass die Aufnahmekapazität der Kanalisation seltener an ihre Grenzen stößt. Zudem können solche dezentralen Lösungen die städtische Wohn- und Freiraumqualität verbessern: Sie bringen Kühlung im Sommer und neue Grün- und Wasserflächen für Mensch und Natur.

Berlin verfügt bereits heute über ein Pumpwerksleitsystem, um das Abwasser optimal auf sechs Klärwerke zu verteilen. Die Innovation des Projekts KURAS liegt darin, das Zusammenspiel neuer, dezentraler Lösungen mit der bestehenden Abwasserentsorgung zu untersuchen, zu bewerten und mit weiteren Themen zu vernetzen.

Das Projekt KURAS soll vor allem Antworten auf zwei Fragen liefern: Welche Konsequenzen hat die Bewirtschaftung des Abwasserkanalnetzes vor dem Hintergrund immer länger werdender Perioden von Unterlast, aber auch der gleichzeitigen Verschärfung von Überlastphasen bei Starkregen? Und wie kann in dichten Siedlungsräumen ein Umgang mit Regenwasser organisiert werden, der die Abwasserbewirtschaftung unterstützt und den Nutzen für Bewohner und Umwelt optimiert?

Ziele von KURAS:
– Für Abwasserentsorger und kommunale Kanalnetze, die wie Berlin ein geringes Gefälle aufweisen, werden Handlungsoptionen zur Anpassung der Abwasserinfrastruktur an den Klimawandel und deren Folgen erarbeitet. Diese sollen Empfehlungen liefern für Maßnahmen, mit denen diese Infrastruktur vor dem Hintergrund der erwarteten Veränderungen langfristig und zukunftsorientiert weiter betrieben, angepasst und ausgebaut werden kann.
– Parallel dazu sollen verschiedene Möglichkeiten der Vernetzung von Konzepten der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung entwickelt und hinsichtlich ihrer Effekte auf Umwelt, Stadtklima, Bauphysik und Wirtschaftlichkeit verglichen werden. So werden bereits realisierte Berliner Modellvorhaben detailliert ausgewertet und Erkenntnisse und Empfehlungen für künftige Projekte dokumentiert.
– Betreiber von Abwasserinfrastrukturen sollen mit Prognosen, die durch Modellierung und Simulation des bestehenden Abwassersystems erarbeitet werden, Unterstützung dabei erhalten, das Kanalnetz trotz vermehrter Extremwettersituationen (Zunahme langer Trockenperioden, aber auch von Starkregen) zukunftssicher zu bewirtschaften.
– Mit diesen Prognosemodellen sollen die Effekte der Maßnahmenvorschläge zur Vermeidung von Problemen im Kanalnetz nach langen Trockenwetterphasen sowie von Mischwassereinleitungen in Gewässer bei Starkregen überprüft werden.
– Entwicklung von Vorschlägen für zukunftsfähige Finanzierungsmodelle und ordnungsrechtliche Maßnahmen zur Förderung dezentraler Regenwasserbewirtschaftungsmaßnahmen.
– Simulation vernetzter Maßnahmen der Regenwasserbewirtschaftung und des Abwassermanagements in realen Berliner Modellgebieten.

Stefanie Terp
Stabsstelle Presse,
Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Technische Universität Berlin

 

 

Nitratbelastung des Wassers: Ergebnisse eines 24 Jahre andauernden Experiments

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In Frankreich wird das meiste Trinkwasser aus dem Grundwasser gewonnen, dessen Nitratbelastung auf lange Sicht zu einem Problem werden könnte. Für seine Studie nutzte das INRA (Institut für Agrarforschung) ein einzigartiges Testgelände: das Wassereinzugsgebiet in Bruyeres-et-Montbérault (Departement Aisne). Dieses Plateau umfasst 187 Hektar, auf dem 137 Feldkulturen (Weizen, Zuckerrüben, Raps, Erbsen etc.) angebaut werden. Am 4. Oktober 2013 veröffentlichte das INRA die wissenschaftlichen und technischen Ergebnisse seines 24 Jahre andauernden Experiments in diesem Gebiet.

1989 starteten das INRA, die Landwirte, der Gemeinderat und die Landwirtschaftskammer von Aisne ein partnerschaftliches Experiment, um den Nitratgehalt im Wassereinzugsgebiet zu reduzieren. Auf den einzelnen Parzellen wurden dafür bewährte landwirtschaftliche Methoden überprüft, insbesondere die Stickstoffdüngung. So wurde beispielsweise mit Hilfe der Simulationssoftware ″Azobil″ die zur Düngung verwendete Stickstoffmenge bei verschiedenen Kulturen getestet. Untersucht wurde auch der Anbau von stickstoffbindenden Zwischenfrüchten. Es wurde auch empfohlen, die Ausfallpflanzen auf den Feldern zu belassen und das Stroh unterzupflügen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich mit den bewährten landwirtschaftlichen Methoden die Stickstoff-Belastung verringern lässt. Heute liegt der Nitratgehalt bei der Wassergewinnung bei einem stabilen Wert von etwa 50 mg pro Liter (Grenzwert laut Trinkwasserverordnung). Im Vergleich dazu lag dieser Wert 1990 noch bei über 60 mg pro Liter.

Die Daten bestätigen ebenfalls eine starke zeitliche Trägheit. Diese ist darauf zurückzuführen, dass das Nitrat mehrere Jahrzehnte benötigt, um ins Grundwasser zu gelangen. Aus diesem Grund gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Nitratgehalt in den kommenden 30 Jahren weiter sinken wird.

Das Experiment zeigt auch deutlich, dass sich die Nitratbelastung nur durch eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen den Gebietskörperschaften, Landwirten, Transfer- und Forschungseinrichtungen beherrschen lässt.

Quelle:
Pressemitteilung des INRA
http://presse.inra.fr/Ressources/Communiques-de-presse/pollution_nitrique_Bruyer…
Marie de Chalup Wissenschaftliche Abteilung
Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Redakteur:
Clément Guyot, clement.guyot@diplomatie.gouv.fr

 

 

Exkursion: „Verfahrenstechnik Mikroverunreinigungen“

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Das Kompetenzzentrum Baden-Württemberg – KomS-BW – und die Plattform „Verfahrenstechnik Mikroverunreinigungen“ des VSA (CH) führen am 6./7. November gemeinsam eine Fachexkursion zu vier in Bau und im Betrieb befindlichen Kläranlagen mit Pulveraktivkohlebehandlung in Baden-Württemberg durch.
Mit einem Flyer möchten wir Sie auf die gemeinsame Veranstaltung hinweisen. Bitte beachten Sie, dass nur 25 Personen aus Baden-Württemberg teilnehmen können.
http://www.geanetz-bw.de/koms/pulsepro/data/img/uploads/Flyer_Exkursion.pdf

Es zählt das Datum des Posteingangs.
http://www.koms-bw.de/aktuelles/news/