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Wie viel Aktivkohle kann mit verschiedenen Verfahren zurückgehalten werden?

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Wie und wie oft soll der Aktivkohle-Schlupf ins Gewässer bestimmt werden? Diese Interpretationshilfe liefert Antworten darauf:

Bei Verfahren zur Elimination von Mikroverunreinigungen auf Kläranlagen mit Aktivkohle (AK) muss diese zurückgehalten werden. Ein geringer Anteil davon gelangt trotzdem ins Gewässer, da ein vollständiger Feststoff-Rückhalt nur mit extrem grossem Aufwand möglich ist. Dieser AK-Schlupf soll jedoch analog der Feststoff-Einträge ins Gewässer minimal sein (Art. 63 GSchG, sachgemässer Gewässerschutz). Das bedeutet, dass es im Fall von Pulveraktivkohle (PAK) eine wirksame Feststoffabtrennung braucht und dass bei Verfahren mit granulierter Aktivkohle (GAK) der Feststoffabrieb minimal sein soll.

Die vorliegende Zusammenstellung dient als Anhaltspunkt für Betreiber und Kantone indem sie aufzeigt, welchen AK-Rückhalt die gängigen Abtrennverfahren erreichen. Es handelt sich um eine aktuelle Beurteilung des Aktivkohle-Rückhalts durch die Arbeitsgruppe der Plattform „Verfahrenstechnik Mikroverunreinigungen“, die bei Bedarf mit neuen Erkenntnissen ergänzt und spätestens 2022 erneut überarbeitet werden soll.

Wie misst man den Aktivkohle-Rückhalt?
Da AK zu den Feststoffen gehört, liegt die Vermutung nahe, dass die AK-Konzentration auf Basis der Konzentration der Feststoffe, also mit den gesamten ungelösten Stoffen (GUS), abgeschätzt werden kann. Aber aus den Resultaten des VSA-Projekts «Aktivkohle-Schlupf aus Reinigungsstufen zur Elimination…mehr:

https://www.micropoll.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Dokumente/02_Faktenblaetter/190620_aktueller_Stand_PAK-Schlupf.pdf

Köln: Vertikale KlimaKlärAnlage – Start der Forschung zur vertikalen Fassadenbegrünung für ein besseres Stadtklima

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Die StEB Köln (Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR) und die Stadt Köln haben unter Leitung von Björnsen Consult Forschungsgelder zur Entwicklung innovativer Fassadenbegrünungsmodule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung erhalten. Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft“ gefördert. Das Projekt trägt den Namen Vertikale KlimaKlärAnlage (VertiKKA) und soll unter anderem dazu beitragen, die Hitzeinseln im urbanen Raum zu bekämpfen. Am Projekt sind zusätzlich die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HFWU) Nürtingen-Geislingen, das Photovoltaik Institut Berlin (PI), die Bauhaus Universität Weimar, das Institut für Automation und Kommunikation e.V. (ifak), das Institut für ZukunftsEnergie- und Stoffstromsysteme (IZES) und die Technische Universität Chemnitz (TUC) beteiligt.

Gerade urbane und stark verdichtete Räume neigen während der Sommermonate zur Überhitzung. Durch den Klimawandel und die Abwesenheit von kühlenden Grünflächen entstehen Hitzeinseln, welche für die Bevölkerung zur gesundheitlichen Belastung werden können. In vielen Innenstädten kommt es z.B. regelmäßig zu tropischen Nächten mit Temperaturen, welche nicht unter 20 Grad sinken. Während der Sommermonate sind gerade Städte durch Unwetter mit Starkregen bedroht. Durch wärmere Temperaturen kann die Luft mehr Feuchtigkeit und Energie speichern. Folglich haben höhere Temperaturen das Potential stärkere Unwetter mit Starkregenereignissen auszulösen. Lokal kann es zu starken Überflutungen mit Personen- und Sachschäden kommen.

Urbane Räume müssen sich deshalb besonders auf ein sich veränderndes Klima vorbereiten. Hierzu müssen die öffentlichen Verwaltungen verschiedenen Maßnahmen umsetzen, um den sich verändernden Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Grünflächen haben für urbane Räume in vielerlei Hinsicht eine besondere Bedeutung: Durch die Verdunstung von Wasser kann die Umgebung gekühlt werden und die Grünflächen können bei Starkregenereignissen Regenwasser aufnehmen und versickern lassen. Somit kommen Grünflächen eine zentrale Bedeutung bei der Anpassung an den Klimawandel zu. Wie aber kann man die positiven Eigenschaften von Grünflächen an Orten nutzen, welche aus städtebaulicher Sicht keine größeren Grünflächen mehr zulassen?

An diesem Punkt setzt das VertiKKA-Projekt an. Zusammen mit Partnern aus der Wissenschaft und Praxis möchten wir gemeinsam smarte Module zur Fassadenbegrünung entwickeln. Diese Module sollen in vielerlei Hinsicht innovativ sein: Die Module sollen über gereinigtes Regen- und Brauchwasser bewässert werden. Somit ist auch während der heißen Sommermonate eine durchgängige Bewässerung gewährleistet. Bei Starkregen kann ein Teil des Niederschlages in den Modulen gespeichert werden. Die Stromversorgung zur Bewässerung soll über integrierte Solarzellen gewährleistet werden. Überflüssiger Strom soll in das öffentliche Stromnetz abgegeben werden. Die Module sollen leicht zu montieren und wartungsarm sein. Durch die Beteiligung von Biologen am Projekt soll gewährleistet werden, dass die Bepflanzung unterschiedlichen Witterungsansprüchen angepasst ist. Die Soziologen und das Transformationsmanagement sorgen mit verschiedenen Umfragen und Veranstaltungen dafür, dass die Bevölkerung über das Projekt informiert wird, und dass die Wünsche und Anregungen der Bevölkerung bei der Modulentwicklung berücksichtigt werden.

Bei erfolgreicher Umsetzung des Projektes steht den Stadtplanern ein neues Instrument zur nachhaltigen und smarten Stadtentwicklung zur Verfügung. Diese Module erlauben eine Stadtbegrünung auch in urbanen Räumen, welche eigentlich nicht direkt dafür geeignet scheinen. Somit kann die Stadtplanung die Vorteile urbaner Begrünung in allen Teilen der Stadt zur Anpassung an den Klimawandel nutzen. Die Stadt Köln und StEB Köln streben an, dass die Module auf dem Kölner Stadtgebiet nach der dreijährigen Entwicklungsphase zur Anwendung kommen. Hierzu soll ein Folgeantrag beim Ministerium gestellt werden. Das Projekt soll Teil der SmartCity Strategie der Stadt Köln werden.

Weitere Informationen können unter den folgenden Links abgerufen werden:
• Bundesministerium für Bildung und Forschung (2019): Ressourceneffiziente Stadtquartiere. Online: https://ressourceneffiziente-stadtquartiere.de/

• VertiKKA (2019): Vertikale-Klima-Kläranlagen. Online: https://www.vertikka.de
Bild Act-Oct19-Verikka.JPG

https://www.steb-koeln.de/Aktuelles/Vertikale-KlimaKlärAnlage-Start-der-Forschung-zur-vertikalen-Fassadenbegrünung-für-ein-besseres-Stadtklima.jsp?ref=/Aktuelles/Aktuelles.jsp

Automatisierter Primärschlammabzug mit Schlammspiegelmessung

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Bei einer konventionellen Kläranlage stellen die Vorklärbecken ein Bindeglied zwischen Biologie und Schlammbehandlung dar. Die Vorklärbecken werden dabei meist nach zwei unterschiedlichen Verfahrensweisen betrieben.
Beim reduzierten Betrieb, mit wenigen Vorklärbecken, wird versucht die Aufenthaltszeit des Abwassers in der Vorklärung zu verkürzen, um mehr leicht abbaubare Kohlenstoffverbindungen für die vorgeschaltete Denitrifikation zu erhalten.
Insbesondere bei Kläranlagen mit einer anaeroben Faulung und Verstromung des Klärgases wird zunehmend versucht, durch eine maximale Anzahl von Vorklärbecken, den Rückhalt von Kohlenstoffverbindungen zu erhöhen. Diese stehen dann für die Klärgasgewinnung zur Verfügung.
In beiden Fällen ist es interessant, wie sich die Schlammspiegel in den Vorklärbecken einstellen. Nachfolgend wird erläutert wie der Primärschlammabzug bei maximalen Vorklärbeckenbetrieb, ohne statischen Voreindicker oder mechanische Eindickverfahren, dennoch an die unterschiedlichen hydraulischen und saisonalen Einflüsse angepasst werden kann.

Wenn eine Kläranlage mehr als ein Vorklärbecken hat, stellt sich das Problem der hydraulischen Verteilung ein, so dass bei einem Abzug nach einem Zeitprogramm entweder in einem Becken der Schlamm zu lange liegen bleibt oder der Schlamm zu dünn abgezogen wird.
Ein weiteres Problem tritt ein wenn sich die zufließende Menge z.B. aufgrund von langen Trockenwetterperioden ändert. Bis die Veränderung realisiert wird ist es meist schon zu spät.

In Grafik 1 ist dargestellt wie der Schlammspiegel im Schlammtrichter des Vorklärbeckens durch den Räumerbetrieb und der unterschiedlichen Zulauffracht steigt. Durch die Ablassvorgänge wird der Schlammspiegel wieder gesenkt. Jedoch schwankt der Schlammspiegel im Tagesverlauf sehr stark. Bei einem starken Absinken wird zunehmend dünnerer Primärschlamm abgezogen.

Grafik1: Schlammspiegel Vorklärbecken bei Primärschlammabzug nach Zeitschaltuhr
Bild VKBGrafik2.jpg

Durch die Messung der Schlammspiegel in allen Trichtern der Vorklärbecken und einem automatischen Abzug, der sich nach dem höchsten Messwert richtet, stellt sich in allen Becken ein Schlammspiegel auf gleichem Niveau ein. Anhand von Vorklärbeckenzeichnungen kann dann nachvollzogen werden, ob die Trichter voll sind oder ob sie noch Schlamm zur Speicherung aufnehmen können.

Grafik 2 zeigt nur noch geringe Schwankungen in den Schlammspiegeln der Vorklärbecken. Es sind praktisch keine starken Anstiege durch den Räumerbetrieb oder größere Senkungen durch Ablassvorgänge zu erkennen.

Grafik 2: Schlammspiegel Vorklärbecken mit autom. Abzug nach Schlammspiegelmessungen
Bild VKBGrafik3.jpg

Mit einer TR-Messung in der Primärschlammabzugsleitung kann zusätzlich die abgezogene TR-Fracht berechnet werden. Damit kann die abgezogene Fracht an Primärschlamm an die tatsächlich anfallende Menge angepasst werden. In Grenzen ist es auch möglich, durch Ausnutzung des Speichervolumens der Trichter, eine Vergleichmässigung der abgezogenen Fracht zu bewirken.
Durch diese Anpassung kann auch der durchschnittliche TR-Gehalt im Primärschlamm gesteigert werden. Dies bedeutet, bei gleichbleibender Fracht, eine Verminderung der abgezogenen Menge. Damit reduziert sich die Menge, die von den Vorklärbecken bis zur Entwässerung gepumpt werden muss. Im gleichen Maße reduziert sich auch der Wärmebedarf, der für die Erwärmung des Primärschlammes auf die Temperatur des Faulbehälterinhaltes notwendig ist.
Die Kosten für die Messtechnik amortisieren sich schon nach geringer Zeit, durch den geringeren Energiebedarf für die Schlammförderung von den Vorklärbecken bis zur Entwässerung.
Insbesondere, wenn für die Erwärmung des Primärschlammes direkt Wärmeenergie aus Klärgas benötigt wird, ist das vorteilhaft, da dann mehr Klärgas für die Verstromung übrig ist.

Tabelle 1: Vergleich Schlammmengen und Gaserzeugung mit Ablass nach Zeitschaltuhr und autom. Abzug nach Schlammspiegelmessung

  Primärschlamm:  Primärschlamm + ÜSS  Gaserzeugung 
TR (%)  Menge (m³/d)  Menge (m³/d)  Fracht (t/d)  Menge (Nm³/d) 
Ablass nach Zeitschaltuhr  5,1 473 764 37,9 12.398
Anzahl Daten:  48 365 365 84 365
Bild 2pxmal5px.JPG
Ablass nach Schlammspiegel:  6,0 365 646 39,0 11.950
Anzahl Daten:  329 331 331 331 331
Bild 2pxmal5px.JPG
Änderung(absolut):  + 0,9 – 108 – 119 + 1,1 – 448
Änderung(%):  + 19 – 23 – 16 + 3 – 4

Grafik 3: Vergleich Schlammmengen und Gaserzeugung mit Ablass nach Zeitschaltuhr und autom. Abzug nach Schlammspiegelmessung
Bild VKBGrafik4.jpg
 
Im Vergleichszeitraum 12.11.06 bis 11.11.07 (Abzug nach Zeitschaltuhr) bzw. 12.11.07 bis 09.10.08 (Abzug nach Schlammspiegel) bedeutete dies eine Reduzierung der Primärschlammmenge mit dem Abzug nach Schlammspiegelmessungen von ca. 23%.
Die Mengenreduktion resultiert aus einer Erhöhung des Trockenrückstands im Primärschlamm von ca. 5,1% auf ca. 6%. Die TR-Fracht-Beschickung der Faulbehälter hat sich dabei, genauso wie die Klärgasproduktion, praktisch nicht verändert.

Je nach Anlage kann die Speicherung in den Trichtern der Vorklärung auch geringfügig an nachfolgende Betriebseinheiten angepasst werden. z.B. Verfügbarkeit von Blockheizkraftwerken, Entwässerung oder Trocknung. Die Spielräume sind dabei zwar nicht allzu groß, aber dennoch ist eine Verbesserung der Gesamtwirtschaftlichkeit in Engpasssituationen möglich.
Dabei darf jedoch der gesamte Faulungsprozeß, mit all seinen Randbedingungen, z.B. Verhältnis Überschussschlamm zu Primärschlamm wegen erhöhter Schaumbildung nicht aus den Augen verloren werden. Die betroffenen Maschinen müssen zusätzlich auf die geänderten Mengen und TR-Gehalte ausgelegt sein, oder sollten ausgetauscht werden, wenn sich dies wirtschaftlich rechnet. Insbesondere im Sommer muss darauf geachtet werden, dass die Vorklärung als Absetzbecken fungiert und nicht zur Flotation neigt.

Zusammenfassung:
Mit der Erfassung der Schlammspiegel in den Vorklärbecken, insbesondere kombiniert mit einer TR-Messung, kann der Primärschlammabzug an den Vorklärbecken optimiert werden. Dadurch lässt sich der Abzug den hydraulischen und witterungsabhängigen Gegebenheiten anpassen. Der frachtabhängige Abzug vergleichmässigt die Faulbehälterbeschickung, was eine gleichmässigere Gasproduktion zur Folge hat. Ist kein Voreindicker oder mechanische Voreindickung vorhanden lässt sich die Menge deutlich reduzieren, was sich auf der energetische Seite durch weniger Pumpenergie oder geringerer Heizwärme für die Faulung niederschlägt. Eine kontrollierte Anpassung des Primärschlammabzugs an nachgeschaltete Anlagenteile z.B. BHWK’s ist möglich. Möglicherweise verbessern sich zusätzlich die Entwässerungseigenschaften des ausgefaulten Schlammes, durch höhere TR-Gehalte im System.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel haben, dann freuen wir uns auf Ihre E-Mail an Fachwissen@klaerwerk.info

Autor: CS

„Kläranlage“ fürs Auge: Wie Pflanzenwände unser Wasser säubern

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In den Hotels dieser Welt wird jede Menge Süßwasser verbraucht – eine Erfindung eines Wiener Forschungsunternehmens reinigt verschmutztes Wasser mithilfe von Pflanzenwänden

Sie schmücken Fassaden und Wände im Inneren, sind hübsch anzusehen und lösen auf ökologisch saubere Weise ein drängendes Problem der heutigen Zeit: Vertikale „Kläranlagen“, die Abwasser durch mikrobiologische Aktivität in den Wurzeln von Pflanzen reinigen und in wiederverwertbares Wasser verwandeln. Erfunden und im Rahmen eines Forschungsprojektes …mehr:

https://derstandard.at/2000100889519/Klaeranlage-fuers-Auge-Wie-Pflanzenwaende-unser-Wasser-saeubern?ref=rss
 

 

Vom Regen zum Hochwasser

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Helmholtz-Forschungszentren starten Messkampagne zu hydrologischen Extremen
Extreme Wetterereignisse wie Gewitter oder starke Regenfälle und darauffolgende Überflutungen beeinflussen Erd- und Umweltsysteme langfristig. Um die Auswirkungen hydrologischer Extreme übergreifend – vom Niederschlag über den Wassereintrag in den Boden und den Abfluss bis hin zum Eintrag ins Meer – zu untersuchen, startet im Mai innerhalb der Helmholtz-Initiative MOSES eine Messkampagne im Müglitztal in Sachsen. Koordiniert wird die Messkampagne vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Ein einzelnes Starkregenereignis kann schwerwiegende Folgen für ein ganzes Flusssystem haben – von Landveränderungen durch Überflutung über Nährstoff- und Schadstofftransporte bis hin zu Veränderungen im Ökosystem. Die aktuelle Messkampagne der Helmholtz-Initiative MOSES untersucht hydrologische Extremereignisse übergreifend von der Quelle in der Atmosphäre bis hin zur Reaktion von Biosystemen. Sie läuft von Mitte Mai bis Mitte Juli 2019 im Müglitztal/Sachsen. In diesem Gebiet im Osterzgebirge kommt es bei bestimmten Wetterlagen zu extremen Niederschlägen und Überschwemmungen, wie bei der Flutkatastrophe 2002. Ausgelöst werden solche Extremereignisse entweder durch Tiefdruckgebiete, die verstärkt durch Staueffekte an Gebirgen kräftigen Niederschlag erzeugen, oder durch kleinräumige konvektive Niederschlagsereignisse, also Gewitter, die Hochwasser in einem begrenzten Gebiet wie einem Gebirgstal mit sich bringen können.

Koordiniert wird die aktuelle Messkampagne in Sachsen vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Ebenso beteiligt sind das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) aus Leipzig, das Forschungszentrum Jülich (FZJ) sowie das Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ.
Das KIT setzt sein mobiles Observatorium KITcube ein. Dieses liefert Informationen über Entstehung und Entwicklung von Starkniederschlägen, Niederschlagsverteilung und Verdunstung. Zum Einsatz kommen unter anderem ein Radar zur Erfassung des Niederschlags in einem Radius von 100 Kilometern, ein Mikrowellenradiometer zur Bestimmung des atmosphärischen Temperatur- und Feuchteprofils sowie ein Lidar-System zur Erfassung des Windprofils mithilfe von Lasern. Radiosonden liefern Informationen über den Zustand der Atmosphäre bis zu einer Höhe von 18 Kilometern. Ein Netz aus Distrometern (spezielle Messgeräte) überwacht kontinuierlich die Niederschlagsintensität und Größe der Regentropfen.

Im Fokus der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des UFZ steht die Bodenfeuchte. Sie ist eine zentrale Steuergröße für den Abfluss des Regenwassers: Ist der Boden sehr feucht oder extrem trocken, fließt das Regenwasser über die Landoberfläche ab und es kommt schneller zu Überflutungen. Um die Entwicklung der Bodenfeuchte optimal überwachen zu können, installiert das UFZ während der Messkampagne ein mobiles, drahtloses Sensornetzwerk, das Bodenfeuchte und Bodentemperatur in verschiedenen Tiefen misst. Gegenüber klassischen Systemen zeichnet sich das Sensornetzwerk dadurch aus, dass sich die Positionierung und Verteilung der Sensoren sowie die Abtastraten genau auf die lokalen Messbedingungen abstimmen lassen. Zusätzlich zu dem fest installierten Sensornetzwerk kommt der mobile Cosmic Ray Rover mit speziell entwickelten Neutronensensoren zum Einsatz. Durch sie können die Forscher die Variation der Bodenfeuchte im Einzugsgebiet der Müglitz auch großräumig beobachten.

Die Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich lassen Ballonsonden bis in 35 Kilometer Höhe steigen, um unter anderem zu ermitteln, wie sich Gewitter langfristig auf das Klima auswirken. Mit Wasserdampf, Ozon und Wolkeninstrumenten untersuchen sie den Spurengastransport durch das Gewitter in die obere Troposphäre – die unterste Schicht der Erdatmosphäre – oder sogar in die darüber liegende Stratosphäre.
Die Forscher des GFZ ermitteln mit mobilen Messeinheiten den Einfluss des gespeicherten Wassers auf den Verlauf eines Hochwassers. Neben Cosmic Ray Sensoren zur Messung des Wassers im Oberboden und Sensoren zur Messung des oberflächennahen Grundwassers verwenden sie dabei auch sogenannte Gravimeter. Diese Geräte detektieren die Änderungen der Schwerkraft der Erde infolge sich ändernder Wassermassen im Untergrund, auch in größeren Tiefen.
MOSES steht für „Modular Observation Solutions for Earth Systems“. In dieser Initiative bauen neun Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mobile und modular einsatzfähige Beobachtungssysteme auf, um die Auswirkungen zeitlich und räumlich begrenzter dynamischer Ereignisse, wie extremer Niederschlags- und Abflussereignisse, auf die langfristige Entwicklung von Erd- und Umweltsystemen zu untersuchen.

Mehr Informationen zur Messkampagne:
https://blogs.helmholtz.de/moses/de/2019/05/13/wo-bleibt-der-regen/

Als Filter in Klärwerken – Wissenschaftler setzen auf Quallen gegen Mikroplastik

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Rötungen, Quaddeln, Schmerzen: Mit Quallen verbinden Urlauber an Ost- und Nordsee oft getrübte Badefreuden. Wissenschaftler aber sehen Chancen, Quallen als Dünger, Futter, Nahrungsmittel, für Kosmetik und als Biofilter für Mikroplastik einzusetzen.

Mit Quallen ist es wie mit Mücken: Sie werden von vielen Menschen nur als lästig und schmerzhaft empfunden. Dabei könnten die seit rund 500 Millionen Jahren in den Weltmeeren existierenden Nesseltiere eine neue Bedeutung…mehr:

https://www.stern.de/panorama/wissen/als-filter-in-klaerwerken-wissenschaftler-setzen-auf-quallen-gegen-mikroplastik-8787480.html?utm_campaign=alle-nachrichten&utm_medium=rss-feed&utm_source=standard

Der Einfluss der Abwesenden

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Wenn Tiere in ein Ökosystem wandern, verwandelt sich dieses kurzzeitig in ein Schlaraffenland für Raubtiere. Aber auch im Ökosystem, aus dem die Tiere ausgewandert sind, verändern sie durch ihre Abwesenheit die Nahrungsnetze. Das zeigt erstmals eine neue Studie über lokale Fischwanderungen in Nordeuropa.

Am liebsten fressen Hechte in seichten dänischen und schwedischen Seen Rotaugen. Sieben von zehn Fischen, die Forschende in den Mägen der Hechte fanden, waren Rotaugen – im Winter eher noch mehr. Allerdings waren die Rotaugen, welche die Hechte in Seen mit Zu- oder Abflüssen gefressen hatten, im Winter kleiner, und die Hechte wurden im Laufe des Winters etwas magerer. Anders ihre Artgenossen in isolierten Seen: Ihre Kondition blieb das ganze Jahr über etwa gleich.

Das hat ein internationales Forschungsteam um Jakob Brodersen von der Eawag an je vier seichten Seen mit und ohne Verbindung zu Fliessgewässern untersucht. Die Resultate entsprechen den Erwartungen der Forschenden. Denn in den „offenen“ Seen wandert jeweils ein Teil der Rotaugen im Winter in die Zu- oder Abflüsse aus – vor allem die grössten Tiere aus Schwärmen, die im offenen Wasser leben. Während der Abwesenheit dieser grossen Rotaugen fangen die Hechte ufernahe Beute, also besonders kleinere Rotaugen. „In diesen Seen ändern sich die Wege, auf denen Nahrung und Energie durch das Seeökosystem fliessen – von den Algen bis zu den Hechten“, stellt Brodersen fest. Kehren die grossen Rotaugen im Frühling aus den Flüssen zurück, beginnt für die Hechte ein „Fest“: Sie legen schnell wieder Gewicht zu und werden bald sogar noch dicker als ihre Artgenossen in den isolierten Seen.

Abwanderungs-Effekte
Mit der Teilwanderung können sich die grössten und fittesten Rotaugen…mehr:

https://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/news/der-einfluss-der-abwesenden/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=13e85648ff13523f3b6284dfd02c2691

«Wir sollten keine Angst vor Bakterien haben»

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In einem Duschschlauch befinden sich oft mehr Bakterien als im gesamten Trinkwasserleitungssystem eines Hauses. Frederik Hammes und sein Team befassen sich seit vier Jahren intensiv mit diesem Thema. Für Ihre neueste Forschungsarbeit haben sie 78 Duschschläuche aus 11 Ländern unter die Lupe genommen. In 21 Schläuchen fanden sie Legionellen, einen potenziellen Krankheitserreger. Warum dies dennoch kein Grund zu grosser Sorge ist, erklärt Hammes im Interview.

Warum sind Duschschläuche für Sie ein derart interessantes Thema?
Da muss ich etwas ausholen: Die Forschung hat sich in den letzten Jahren verstärkt der Trinkwasserqualität in Gebäuden zugewandt. Dies aus gutem Grund: Über 80 Prozent der Gesamtlänge des Trinkwassernetzes befinden sich heute innerhalb von Gebäuden. Die Schweiz gehört zu den Ländern, die über eine Trinkwasserversorgung von hoher Qualität verfügen, aber sobald das Wasser ins Haus gelangt, wird die Wasserqualität nur noch unregelmässig bis gar nicht kontrolliert.

Es macht sicherlich Sinn, mehr über die Mikrobiologie des Wassers in Gebäuden in Erfahrung zu bringen. Die Eawag hat dabei eine führende Rolle übernommen. Mittlerweile wissen wir beispielsweise, dass sich in einem Duschschlauch mengenmässig oft mehr Bakterien befinden, als im ganzen restlichen Leitungssystem des Hauses. 99 Prozent davon im Biofilm..mehr:

http://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/news/wir-sollten-keine-angst-vor-bakterien-haben/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=71c9a1492896dbf36a6a6cfd95debfa0

Kreuzfahrtschiffe und ihr Abwasser: Weg mit der Brühe

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Kreuzfahrtschiffe stehen vor allem wegen ihrer schädlichen Abgase in der Kritik.

Doch auch beim Abwasser gibt es ökologische Bedenken. Bisher durften sie einfach so in die Ostsee geleitet werden. Damit ist ab 2021 Schluss. Mehr:

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kreuzfahrtschiffe-und-ihr-abwasser-weg-mit-der-bruehe.ce524810-79f3-4d6a-b008-38f519a175cd.html?reduced=true

Multiresistente Keime in Frankfurter Gewässern

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Händewaschen empfohlen
Mit einem neuen Verfahren hat Frankfurt alle Fließgewässer im Stadtgebiet testen lassen – und dabei auch Erreger gefunden, bei denen Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Auslöser war ein Mann, der betrunken in einen Bach stürzte.
Im April hatte ein Patient im Frankfurter Uni-Klinikum Mitpatienten mit einem lebensbedrohlichen Keim angesteckt. Die Intensivstation war zeitweise …mehr:

https://www.op-online.de/region/frankfurt/multiresistente-keime-frankfurter-gewaessern-9442610.html