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Engpass Fällmittel

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Engpass Fällmittel: Gewässerschutz sicherstellen, Sanktionen vermeiden und Alternativen entwickeln
Politik und Wasserwirtschaft in engem Schulterschluss für den Schutz der Gewässer
Hennef. Ausgeprägte und zunehmende Lieferengpässe für Betriebsmittel für die Phosphorfällung stellen die deutsche Abwasserwirtschaft aktuell vor erhebliche Probleme. Ohne diese Betriebsmittel können die Einleitegrenzwerte für Phosphor nicht eingehalten und damit der Schutz der Gewässer vor Eutrophierung nicht gewährleistet werden. Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) setzt sich ausdrücklich für einen bestmöglichen Gewässerschutz ein. „Bund, Länder und die Wasserwirtschaft müssen alle Kräfte mobilisieren, um die Abwasserentsorger, aber auch Schlachthöfe und Molkereien, mit den nötigen Fällmitteln zu versorgen. Höchste Priorität hat, die Knappheit schnellstmöglich zu beenden, um die betriebsübliche Phosphor-Elimination störungsfrei zu gewährleisten,“ fordert DWA-Präsident Prof. Uli Paetzel. „Dies haben Vertreter der Wasserwirtschaft sowie der Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft Mitte September bei einem Krisentreffen einstimmig betont.“

Kurzfristig können die Engpässe auf den Liefermärkten nicht behoben werden, dies haben die Hersteller der entsprechenden Betriebsmittel gegenüber der DWA ausdrücklich betont. Es fehlen insbesondere Eisensalze, die als Nebenprodukte bei der Herstellung von z.B. Titandioxid für Farben und Lacke anfallen. Eine deutlich verminderte Nachfrage nach diesen Produkten sowie unterbrochene Lieferketten und Preisexplosionen u.a. bei Salzsäure führen zu extremen Lieferengpässen für Eisensalze. Auch alternative Fällmittel sind auf dem Markt kaum zu bekommen. Eine repräsentative Umfrage der DWA zeigt, dass bereits heute ein Viertel der Kläranlagen Ausfälle von Lieferungen meldet. Bis Oktober erwartet jeder zweite Kläranlagenbetreiber den Ausfall von Lieferungen beziehungsweise wurde ihm dieser von den Lieferanten angekündigt… weiter in der Pressemitteilung der DWA.

Weitere Informationen zum Thema in der Rubrik Nachrichten des mdr unter dem Titel:
Gewässerschutz gefährdet: Wichtige Chemikalien fehlen

Aus Israel

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Israel und Jordanien wollen Jordan sauberer machen

Die israelische und jordanische Regierung haben am Donnerstag auf der UN-Klimakonferenz in Ägypten eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die beiden Staaten wollen künftig enger zusammenarbeiten, um den gemeinsamen Fluss Jordan zu schützen. Sie wollen das ökologische System des Flusses wiederherstellen und ihn säubern. Hierzu ist auch der Bau von neuen Kläranlagen vorgesehen. Darüber hinaus verpflichten sich die Nachbarstaaten dazu, die nachhaltige …mehr:

https://www.israelnetz.com/israel-und-jordanien-wollen-jordan-sauberer-machen/


Israel: Regierung will Jordan säubern

Touristen sollen sich wieder wohlfühlen und die Natur soll sich erholen können. Israel plant, ein Teilstück des Jordan zu säubern und Wasserrouten neu zu definieren.

JERUSALEM (inn) – Die Idee, den israelisch-jordanischen Grenzfluss Jordan zu säubern und nachhaltiger zu gestalten, ist nicht neu. Vergangenes Jahr gab die israelische Wasserbehörde bereits grünes Licht. Mitte Juli wurde es politisch beschlossen,…mehr:

https://www.israelnetz.com/regierung-will-jordan-saeubern/

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Gaza: Sauberes Wasser an Gazas Stränden

Auch für Israel von Vorteil

Drei Kläranlagen verbessern die Wasserqualität an Badestränden im Gazastreifen. Das Umweltprojekt ist eines von wenigen, die dort erfolgreich umgesetzt werden konnten.

Die israelisch-palästinsisch-jordanische Umweltgruppe „EcoPeace“ hat gemeinsam mit verschiedenen internationalen Organisationen für sauberes Wasser an den Badestränden von Gaza gesorgt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren sei das Wasser zum Schwimmen geeignet, berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. Mehr:

https://www.israelnetz.com/sauberes-wasser-an-gazas-straenden/

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Düngerkrise: Algen aus dem Abwasser als Alternative

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Aus Kläranlagen entsteht nicht nur der Klärschlamm – künftig könnten auch nährstoffreiche Algen als Dünger übrig bleiben. Nebenbei sorgen sie für noch saubereres Wasser.

Kläranlagen als Düngerquelle: Das ist wenig neu. Doch hier geht es nicht um den Klärschlamm. Wie Algen Gratisstickstoff liefern. Mehr:

https://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/teurer-duenger-algen-abwasser-alternative-595798

Aufbereitete Abwässer in der Landwirtschaft: Gesundheitliches Risiko durch Krankheitserreger auf Obst und Gemüse?

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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät in bestimmten Fällen von Bewässerung ab

Bodennah wachsendes und roh konsumiertes Obst und Gemüse wie Salat, Möhren, Erdbeeren, oder auch frische Kräuter sollten in Deutschland nicht mit aufbereitetem Abwasser bewässert werden. Davon rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor allem im Hinblick auf krankmachende Viren und Parasiten ab, die über diesen Weg auf oder in die Pflanzen gelangen können. Für eine abschließende Risikobewertung ist die derzeitige Datenlage noch unzureichend. Belegt ist jedoch, dass bestimmte Viren und einzellige Parasiten (Protozoen) Umwelteinflüssen trotzen und über rohes Obst und Gemüse Erkrankungen auslösen können. „Aufbereitetes Abwasser in der Landwirtschaft stellt die Lebensmittelsicherheit vor eine neue Herausforderung“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Um Krankheitserreger bestmöglich zu reduzieren, benötigen wir sehr gute Aufbereitungs- und Nachweisverfahren.“

Klimawandel, unvorhersehbare Wetterverhältnisse und Dürren verknappen die Wasserressourcen in Deutschland und Europa. Um dem zu begegnen wurden in der Verordnung (EU) 2020/741 Mindestanforderungen an die Nutzung von aufbereitetem Abwasser zur landwirtschaftlichen Bewässerung festgelegt. Die EU-Verordnung für die Wasserwiederverwendung ist ab dem 26. Juni 2023 gültig und soll die Umwelt sowie die Gesundheit von Mensch und Tier schützen. Das BfR hat mögliche gesundheitliche Risiken durch die Nutzung von aufbereitetem Abwasser für die Bewässerung von pflanzlichen Lebensmitteln mit Blick auf ausgewählte krankmachende Viren und Protozoen bewertet. Im besonderen Fokus standen dabei roh verzehrbares Obst und Gemüse, bei dem möglicherweise vorkommende Krankheitserreger nicht durch Erhitzen reduziert oder abgetötet werden.

Auf Basis der verfügbaren Daten spricht das BfR die Empfehlung aus, auf die Bewässerung von Pflanzen mit aufbereitetem Abwasser zu verzichten, deren roh verzehrbarer Anteil im Boden oder bodennah wächst. Diese gilt solange, bis geeignete Aufbereitungsverfahren und Kontrollen sicherstellen können, dass im Bewässerungswasser keine Krankheitserreger enthalten sind, insbesondere humanpathogene Viren oder Protozoen. Denn bei jedem der betrachteten Bewässerungssysteme (unterirdische und oberirdische Tropfbewässerung, wasserführende Gräben, Beregnungssystem, hydroponische Kultur) können Krankheitserreger nach derzeitigem Wissensstand auf oder in die essbaren Teile der Pflanzen gelangen und bei deren Rohverzehr Erkrankungen beim Menschen auslösen. Je nach Art des Krankheitserregers und Gesundheitszustands der betroffenen Person kann die gesundheitliche Beeinträchtigung variieren, bei Risikogruppen sind mitunter schwere Verläufe möglich. Hinsichtlich der Eignung von Methoden zur Inaktivierung oder Reduzierung von Krankheitserregern während der Abwasseraufbereitung besteht weiterer Forschungsbedarf.

Pflanzen, deren roh verzehrbarer Anteil bodenfern wächst, zum Beispiel Weinstöcke und Obstbäume, können nach Ansicht des BfR mit aufbereitetem Abwasser der Güteklasse A oder B bewässert werden, sofern ein direkter Kontakt der roh verzehrbaren Anteile mit dem aufbereiteten Abwasser (durch Auswahl eines geeigneten Bewässerungssystems) und dem bewässerten Boden ausgeschlossen wird. Da die betrachteten Viren und Protozoen sensibel auf Hitze reagieren, sind bei pflanzlichen Lebensmitteln, die vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden, keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Krankheitserreger im aufbereitetem Abwasser zu erwarten.

Stellungnahme „Aufbereitete Abwässer: Virale Krankheitserreger auf pflanzlichen Lebensmitteln vermeiden“
https://www.bfr.bund.de/cm/343/aufbereitete-abwaesser-virale-krankheitserreger-a…

Stellungnahme „Aufbereitete Abwässer: Protozoen auf pflanzlichen Lebensmitteln vermeiden“
https://www.bfr.bund.de/cm/343/aufbereitete-abwaesser-protozoen-auf-pflanzlichen…

Auch für den Menschen krankmachende humanpathogene Bakterien in landwirtschaftlich genutztem aufbereiteten Abwasser können das Erkrankungsrisiko durch roh verzehrtes Obst und Gemüse steigern. Dies hat bereits eine im Jahr 2020 veröffentlichte gemeinsame Bewertung von BfR, Julius Kühn-Institut (JKI) und Max Rubner-Institut (MRI) ergeben:

Stellungnahme „Aufbereitete Abwässer: Bakterielle Krankheitserreger auf frischem Obst und Gemüse vermeiden“
https://www.bfr.bund.de/cm/343/aufbereitete-abwaesser-bakterielle-krankheitserre…

Über das BfR
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

https://idw-online.de/de/news799073

Dr. Suzan Fiack Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Online-Workshop: Nachhaltiges kommunales Rattenmanagement

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Der Online-Workshop am 13. September 2022 dient dem Erfahrungsaustausch zwischen Städten und Kommunen über nachhaltige Methoden des Rattenmanagements. Einzelne Kommunen stellen dafür ihre ganzheitlichen Konzepte vor und teilen ihre Erfahrungen bei der Umsetzung von innovativen Methoden zum Schadnager-Management.

Wanderratten sind im öffentlichen Raum allgegenwärtig. Sie können Nahrung unbrauchbar machen und materielle Werte zernagen. Aber weil sie auch zahlreiche Krankheitserreger verbreiten können, werden sie gemäß Infektionsschutzgesetz im Nahbereich der Menschen bekämpft. Rattenbekämpfung zählt zu den Aufgaben von Städten und Gemeinden, die sie selbst wahrnehmen oder an Schädlingsbekämpfungsfirmen vergeben.

Seit Jahrzehnten wurden Rodentizide regelmäßig, flächendeckend und präventiv ausgebracht, aber seltener kurativ bei Befallsmeldung. Die Giftstoffe geraten zu Recht zunehmend in die Kritik. Ihr Einsatz birgt hohe Risiken der Vergiftung für Wildtiere, in denen die Wirkstoffe bereits vielfach nachgewiesen wurden. Bei Dauergebrauch verlieren sie ihre Wirkung. Zudem sind sie nicht nur für Ratten, sondern auch für andere Tiere giftig und lange in der Umwelt haltbar. Seit Jahren werden deshalb die Vorschriften zur Ausbringung von Rattengift immer weiter verschärft.

Ratten sind schlau und können sich rasch stark vermehren. Ein nachhaltiges Rattenmanagement setzt an den Ursachen für Befall an. Diese gilt es zu ermitteln und durch bauliche Veränderungen, Instandsetzung oder organisatorische Maßnahmen abzustellen. Zentral dabei ist der Umgang mit Abfällen, die Befallserhebung im Vorfeld, Erfolgskontrollen und im Anschluss an die Bekämpfung vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Wiederbefall. Gleichzeitig gewinnen digitale Geräte und innovative Verfahren zunehmend an Bedeutung. Laufendes und fernüberwachtes ⁠Monitoring⁠ giftfrei und digital sowie das Timing der Befallsermittlung und der Bekämpfung können die Effektivität drastisch verbessern und die benötigte Giftmenge erheblich reduzieren. Voraussetzung ist kompetente Sachkunde zur Nagetierbekämpfung sowie die Bereitschaft, neue Wege des Rattenmanagements zu gehen und dabei alle betroffenen Behörden, Berufsgruppen und nicht zuletzt die Bevölkerung mitzunehmen.

Der Workshop dient dem Erfahrungsaustausch zwischen Städten und Kommunen über nachhaltige Methoden des Rattenmanagements. Kommunen stellen ihre ganzheitlichen Konzepte vor und teilen ihre Erfahrungen bei der Umsetzung von innovativen Methoden zum Schadnager-Management vor. Sie haben dabei nicht nur eine wirksame und dauerhafte Verringerung der Ratten-Befalle sondern auch der Umweltbelastung mit Rattengift im Blick. Ihre Maßnahmen umfassen Sensibilisierung und Aufklärung der Bevölkerung, ein systematisches Rattenmonitoring, den Einsatz giftfreier Schlagfallen, gezielter Einsatz von Giften in wassergeschützten Köderschutzstationen sowie bauliche Maßnahmen. Weitere Themen des Workshops sind qualitative Zuschlags- und Eignungskriterien im Falle einer Vergabe und die Möglichkeiten und Grenzen der Stadtreinigung.

Der Workshop richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Bereichen wie Ordnung, Gesundheit, Öffentlichkeitsarbeit, Garten- und Landschaftsbau, Stadtentwässerung und -sauberkeit von Kommunen. Er wird von der Akademie Obladen im Auftrag des ⁠UBA⁠ organisiert.

https://www.umweltbundesamt.de/service/termine/online-workshop-nachhaltiges-kommunales

Gesucht: BMBF-Verbundprojekt eloise erfolgreich abgeschlossen

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Im Verbundprojekt eloise wurden mit einer neuartigen Verfahrenskombination Wasserstoff erzeugt und schädliche Spurenstoffe wie Arzneimittel und Industriechemikalien aus Abwasser entfernt. Die Verfahrenskette aus Elektrolyse zur Produktion von Wasserstoff und ozonbasierter Spurenstoffentfernung wurde in einer Pilotanlage auf der Kläranlage Kaiserslautern erprobt.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte dreijährige Verbundprojekt eloise wurde von fünf Partnern aus Gaswirtschaft, Wasserwirtschaft und Wissenschaft durchgeführt: Wupperverbandgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft mbH, Argo-Anleg GmbH, DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, Kaufmann Umwelttechnik GmbH und Technische Universität Kaiserslautern.

Die Produktion von Wasserstoff ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Bei der Elektrolyse von Wasser mit regenerativ erzeugtem Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen fällt neben „grünem“ Wasserstoff als Abfall- bzw. Nebenprodukt in hohem Maße Sauerstoff an. Dieser Sauerstoff wird bisher oft nicht genutzt. Das Projekt eloise hat an dieser Stelle angesetzt und die Bereiche Energiespeicherung und Abwasserreinigung in einem neuen Ansatz miteinander verknüpft. Der erzeugte Sauerstoff wurde hierbei als Grundstoff für die Herstellung von Ozon verwendet. Das Ozon wurde genutzt, um Spurenschadstoffe wie Arzneimittel und Industriechemikalien aus Abwasser zu entfernen. In Kombination mit einem nachgeschalteten Aktivkohlefilter wurde eine Spurenstoffelimination von über 90 % erreicht. Darüber hinaus wurden schädliche Substanzen, die bei der Ozonung entstehen können, durch den Aktivkohlefilter beseitigt.

In dem Projekt konnte gezeigt werden, dass die Verfahren der Elektrolyse und der Ozonierung koppelbar sind. Damit die Kopplung erfolgreich ist, muss der in der Elektrolyse produzierte Sauerstoff gekühlt und getrocknet werden. Zudem hat sich gezeigt, dass im Sauerstoff enthaltene Spuren von Wasserstoff den Prozess der Ozonerzeugung stören können und bei der Kopplung berücksichtigt werden sollten.

Die in der Praxis untersuchten Verfahrenskomponenten wurden modelltechnisch abgebildet, um die Wechselwirkungen zwischen der regenerativen Energieerzeugung über Wind- und Sonnenenergie, die durch hohe Dynamik und schwankende Überschüsse gekennzeichnet ist, und der ebenfalls dynamischen Abwasserreinigung zu untersuchen.
Mit der Umsetzung der Energiewende und den Bestrebungen, die Abhängigkeit von Gasimporten zu reduzieren, zeigt der untersuchte Projektansatz einen Pfad auf, um Synergien beim Einsatz der Elektrolysetechnologie nutzbar zu machen. Die kommunalen Kläranlagen können sich als Standorte für Elektrolyseanlagen anbieten.

Das Verbundprojekt „eloise – Innovative Verfahrenskette zur Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen“ war Teil der BMBF-Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Klimaschutz“, Anwendungsbereich „Nachhaltiges Wassermanagement“. Die Maßnahme gehört zur FONA-Strategie des BMBF (Forschung für Nachhaltigkeit). Der vollständige Projektbericht steht online unter http://tinyurl.com/BMBF-eloise zum kostenlosen Download bereit.

https://www.fona.de/de/bmbf-verbundprojekt-eloise-erfolgreich-abgeschlossen

Bundesanstalt für Gewässerkunde: Für den Ernstfall gewappnet: Erweiterung des Alarmmodells Elbe

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Vom 9. bis 13. Mai 2022 führte die BfG gemeinsam mit dem tschechischen Staatsbetrieb Povodí Ohře an der Elbe Messungen mit einem Fluoreszenz-Farbstoff (Tracer) durch. Diese fanden am Elbe-Nebenfluss Bílina in der Tschechischen Republik statt. Das Experiment ist Teil der Erweiterung des an der BfG entwickelten Alarmmodells Elbe (ALAMO).

Flüsse machen an keinen Ländergrenzen halt. Besonders deutlich wird dies beispielsweise bei Hochwasserereignissen sowie Havarien oder anderen Unglücken mit Schadstoffen. Die Folgen eines solchen Unfalls sind oftmals noch über viele Kilometer zu spüren. Zum Schutz der Bevölkerung existieren daher an den großen europäischen Strömen Schadstoff-Frühwarnsysteme – so auch an der Elbe.

Tracerversuch an der Bílina
Das von der BfG entwickelte Alarmmodell Elbe (ALAMO) wurde im Oktober 2004 der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) übergeben und ist seither in Betrieb. Das Modell ermöglicht im Falle einer unfallbedingten Gewässerbelastung, den Zeitpunkt des Eintreffens, die Dauer sowie die Maximalkonzentration einer Schadstoffwolke in der Elbe unterhalb des Unfallortes abzuschätzen. Die Prognose erlaubt den betroffenen Unterliegern, im Alarmfall rechtzeitig Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Minimierung von Folgeschäden in die Wege zu leiten.

Um das Modell weiter zu verbessern, fand in der Woche vom 9. bis 13. Mai 2022 die erste von drei Tracermessungen an der Bílina, einem Nebenfluss der Elbe, statt. Die Messung führten Mitarbeitende des Referats für Hydrometrie und Gewässerkundliche Begutachtung gemeinsam mit Kolleg/-innen der IKSE und des tschechischen Staatsbetriebs Povodí Ohře durch.

Ein Fluss mit neuer Farbe
Ziel war es, die zeitliche und räumliche Verteilung der Stoffkonzentration im untersuchten Flussabschnitt zu messen. Eingesetzt wurde der für die Umwelt unbedenkliche Farbstoff Sulforhodamin G (auch als Amidorhodamin G bezeichnet), der das Wasser der Bílina kurzzeitig orange-rot färbte und unter Lichteinfall grünlich fluoresziert.

„Der Tracer erlaubt es uns, stellvertretend für eine Vielzahl von Schadstoffen, die Ausbreitung zu erfassen“, erklärt die BfG-Mitarbeiterin Dr. Svenja Sommer, die die Messkampagne in Tschechien geleitet hat. „Die Arbeiten an der Bílina helfen uns dabei besser zu verstehen, wie sich Stoffe in der fließenden Welle verteilen. Die Beschreibung dieser physikalischen Prozesse in den Modellen ist komplex. Ohne diese Art Experimente wäre es nicht möglich, die Ausbreitung in der Bílina ausreichend genau zu modellieren“, so die Physikerin weiter.

Der Farbstoff wurde oberhalb eines Wehrs in der Nähe der Stadt Horní Jiřetín eingebracht. Stromabwärts installierten die BfG-Mitarbeitenden auf einer Fließstrecke von rund 50 km insgesamt neun Messstationen zur Erfassung der Fluoreszenz. Für die Strecke benötigte der Tracer ca. zwei Tage. Die Messungen fanden bei Mittelwasser statt, das bedeutet für das Gewässer durchschnittlichen Abflussbedingungen. Weitere Messkampagnen sind bei Niedrig- und Hochwasserbedingungen vorgesehen.

Verwertung der Ergebnisse
„Die Daten sind für uns besonders wertvoll, da es die ersten Experimente dieser Art an der Bílina sind“, erklärt Dr. Tim Scheufen, Hydrologe an der BfG. „Die gemessenen Daten werden im nächsten Schritt für die Erstellung und anschließende Kalibrierung eines Modells der Bílina genutzt“, so Tim Scheufen weiter. Die resultierenden Erkenntnisse zur Fließdynamik und Charakteristika der Verteilung werden anschließend in die Weiterentwicklung des Alarmmodell Elbe einfließen und können zukünftig im Schadensfall die Prognose der Schadstoffausbreitung im Elbe-Einzugsgebiet signifikant verbessern.

Die Arbeiten der BfG an der Bílina fanden im Auftrag der IKSE statt. Weiterhin unterstützt die BfG das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) durch Vertretung in der Arbeitsgruppe Unfallbedingte Gewässerbelastung (H) der IKSE sowie durch die Wartung und Pflege des Alarmmodells Elbe.

https://www.bafg.de/DE/07_Nachrichten/220520_ALAMO.html;jsessionid=8EC7A2B43A4700C0E7E5314770076338.live21321?nn=168630

„Bürger messen ihre Bäche selbst“ – Umwelt-Campus Birkenfeld unterstützt DRK – Modellprojekt an der Kyll

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Am 14./15. Juli 2021 hat die Flutkatastrophe die Menschen an der Kyll überrascht und ihr Leben nachhaltig verändert. Um sie angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit von Starkregen und Hochwasser zu stärken, haben der Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier, der DRK-Kreisverband Vulkaneifel und engagierte Bürger*innen zusammen ein Selbsthilfeprojekt geplant und Anfang Mai 2022 umgesetzt. Seit einem Monat messen die Bewohner in Jünkerath nun selbst den Pegel der Kyll.

Vor fast einem Jahr wurde der Lebensraum und die Existenzgrundlage vieler Bürgerinnen und Bürger in der Vulkaneifel in Folge eines Unwetters und des dadurch ausgelösten Hochwassers nachhaltig beschädigt oder zerstört. Das wirkt immer noch nach: Bei jedem starken Regen mit Unwetter sind die Menschen im Alarmzustand, schlimme Erinnerungen kommen in ihnen hoch. In der Beratung der DRK-Hochwasserhilfe berichteten die Menschen immer wieder: „Ich höre den Regen ganz anders als früher, viel lauter, ich habe Angst“.

Wissenschaftliche Studien warnen
Die Studie der World Weather Attribution (WWA) zum Starkregen in Westeuropa im Juli 2021 kommt zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit für solche extremen Regenfälle sich durch den bisherigen menschengemachten Temperaturanstieg um das 1,2 bis 9-Fache erhöht hat. Maarten van Aalst, Leiter des Klimazentrums des Internationalen Roten Kreuzes in Den Haag sagte im Deutschlandfunk: „Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass es immer wichtiger wird, auch solche extremen und sehr seltenen Ereignisse zu berücksichtigen. Denn durch den Klimawandel werden sie künftig wahrscheinlicher.“ In diesem Kontext arbeiten auch Forschende am Umwelt-Campus z. B. im BMBF Projekt FLOREST an wissenschaftlichen Lösungen zur Beherrschung der Klimafolgen. Aber auch die Bürgerinnen und Bürger vor Ort können sich im Rahmen von Bürgerwissenschaften (Citizen-Science) aktiv an den Forschungen beteiligen.

Selbst die Bäche in der Vulkaneifel beobachten
Hochwasservorhersage und frühzeitige Warnungen ermöglichen rechtzeitige Schutzmaßnahmen und werden überlebenswichtig. Das aktuelle Messnetz überwacht allerdings nur die Pegelstände der großen Flüsse. Bei lokalen Starkregenereignissen sind es aber auch die kleinen Fließgewässer in der Nähe, die über die Ufer treten und Schaden anrichten. Vor diesem Hintergrund leistet das Projekt „Bürger messen ihre Bäche selbst“ einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Resilienz jedes Einzelnen und der Gemeinschaft.

Intelligente Technik zum Internet der Dinge (IoT) startet in Jünkerath
Mit einer von der IoT2-Werkstatt am Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB) entwickelten Technik können die Menschen selbst tätig werden und den Bach in Nähe von Haus und Hof per Messstation überwachen. Dazu wurde ein Pegelsystem am Oberlauf der Kyll in Jünkerath eingerichtet. Gemessen wird mit einem Ultraschallsensor, der oberhalb der Wasseroberfläche an der Brücke befestigt ist und seine Informationen in das Internet sendet. Mit der Citizen-Science-Box wurde ein neuartiges Gerät mit wasserdichtem Gehäuse und einer autarken Energieversorgung entwickelt, welches sich per grafischer Tools fast spielerisch programmieren lässt. Professor Dr. Klaus-Uwe Gollmer vom Umwelt-Campus Birkenfeld zu dem von ihm mitentwickelten Projekt: „Der Pegel an der Glaadter Brücke ist ein tolles Beispiel für Hilfe zur Selbsthilfe und wurde in Kooperation des DRK Vulkaneifel, der IoT2-Werkstatt am UCB und engagierten Bürgern realisiert. Hier zeigt sich, wie wichtig MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) schon in der Schule für unsere Gesellschaft ist.“

Unterstützung von BBS Gerolstein und DRK Vulkaneifel
Viele Beteiligte arbeiten Hand in Hand: Die Kommunen gaben die Erlaubnis, das System in ihrer Infrastruktur zu montieren, das DRK-Reparatur-Café wartet die Technik, der Umwelt-Campus Birkenfeld und Ehrenamtliche vor Ort werten die Daten aus und stellen diese den Anliegern zur Verfügung. In Zukunft sollen auch die Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule Vulkaneifel in den Bau weiterer Geräte einbezogen werden. So lernen sie im Unterricht, wie IoT und Algorithmen funktionieren und wie MINT uns bei der Beherrschung der Klimafolgen unterstützen kann. Trockene Theorie wird dabei anfassbar konkret und vermittelt den jungen Menschen das Gefühl, die Zukunft selbst gestalten zu können. Manfred Wientgen ist als Projektverantwortlicher des DRK-Kreisverbandes Vulkaneifel überzeugt vom Nutzen der eigenverantwortlichen Messungen: „Aus vielen Gesprächen mit Flutopfern weiß ich, dass es von großer Bedeutung ist, etwas tun zu können und das Projekt Hochwassernetzwerk ermöglicht den Menschen, durch eigene Messungen aktiv zu werden. Der erste Monat hat gezeigt, dass wir neben wichtigen Daten auch das Gefühl vermitteln konnten, den Ereignissen nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern selbst das Wetter und mögliche Gefahren im Blick zu behalten.“
Die Pegelmessung und viele weitere spannende Forschungsprojekte können am Tag der offenen Tür (25.06.22) am Umwelt-Campus besichtigt werden.

Hintergrund
Der Umwelt-Campus Birkenfeld ist Teil der Hochschule Trier und bündelt Forschung und Lehre zu MINT-Themen mit Fokus auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Hier arbeiten Studierende der Informatik und der Ingenieurwissenschaften gemeinsam mit den Lehrenden an der Lösung drängender gesellschaftlicher Fragestellungen. Der Umwelt-Campus belegt im internationalen Wettbewerb GreenMetric Platz 6 von über 900 Hochschulen und Universitäten und ist damit Deutschlands nachhaltigster Hochschulstandort.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Klaus-Uwe Gollmer | k.gollmer@umwelt-campus.de | 06782/17-1223

www.umwelt-campus.de

https://idw-online.de/de/news795172

Algendünger aus Abwasser

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Wenn Landwirte ihre Felder düngen, versickert ein Teil des Düngemittels im Boden. Das belastet nicht nur das Grundwasser, auch wichtige Nährstoffe gehen verloren. Forschende der Universität Bielefeld und des Forschungszentrums Jülich untersuchen, wie sich diese Nährstoffe mit der Hilfe von Mikroalgen in den Düngekreislauf zurückführen lassen.

Gemeinsam mit den Stadtwerken Lichtenau haben die Wissenschaftler der Universität Bielefeld eine Testanlage zur Algenproduktion an einer Kläranlage in Lichtenau aufgebaut. „Die Idee unseres Projekts ist, mithilfe von Algen ein Kreislaufsystem zu errichten“, sagt Professor Dr. Olaf Kruse, wissenschaftlicher Direktor am Zentrum für Biotechnologie (Cebitec) der Universität Bielefeld. Er leitet die Arbeitsgruppe Algenbiotechnologie und Bioenergie und koordiniert BiNäA. „Wir versuchen, wichtige Nährstoffe zu recyceln und sie am Ende wieder als Düngemittel zu benutzen.“ BiNäA steht für „Biologischer Nährstofftransfer durch Mikroalgen“.

Pflanzen benötigen Nährstoffe wie Phosphor, Stickstoff und Kalium. Diese Elemente sind daher zentrale Bestandteile von Dünger. Weil aber ein Teil des Düngemittels im Boden versickert, gehen auch Nährstoffe verloren. „Es gibt zum Beispiel nur ein begrenztes Vorkommen an Phosphor. Bei solchen Stoffen ist es wichtig, möglichst nachhaltig mit ihnen umzugehen“, sagt Kruse. Auch Stickstoff ist ein Problem: Der Anteil, den die Pflanzen nicht verbrauchen, gelangt als Nitrat in das Grundwasser. Das kann negative Folgen für die Trinkwasserversorgung haben.

Mikroalgen lassen sich mit Nährstoffen anreichern
Algen sind in der Lage, Phosphor, Stickstoff und Kalium aus Abwässern zu verwerten. „Algen nutzen diese Stoffe, um zu wachsen – und das auf sehr nachhaltige Art und Weise: Sie brauchen außer einigen Mineralien nichts weiter als Sonnenlicht und Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre“, sagt Kruse. Im BiNäA-Projekt versuchen die Wissenschaftler, Mikroalgen, die bereits im Abwasser vorhanden sind, möglichst effizient zu vermehren und mit Nährstoffen anzureichern. Die so gewonnene Algen-Biomasse lässt sich trocknen und als Düngemittel verwenden.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf der Nährstoffgewinnung aus Klärwasser: Abwasser, das die Reinigungsstufen der Kläranlage schon durchlaufen hat und wieder zurück in den natürlichen Wasserkreislauf geleitet werden soll. Dieses Wasser enthält noch sehr viel Phosphor und Stickstoff. Zusammen mit den Stadtwerken Lichtenau haben die Wissenschaftler eine Versuchsanlage neben der Kläranlage Altenautal in Lichtenau aufgebaut.

Algen helfen dabei, Abwasser besser zu filtern
In der Versuchsanlage wird das nährstoffreiche Wasser über eine geneigte Reaktorfläche geleitet, auf der dann ein natürlicher Algenteppich heranwächst. Die Algen binden Kohlendioxid aus der Luft und führen dem Wasser Sauerstoff zu. Somit produziert die Anlage nicht nur Algen, die Landwirte als Düngemittel verwenden können, sondern hilft auch dabei, das Abwasser zu filtern und die Wasserqualität zu verbessern.

„Wir sind immer daran interessiert, unsere Kläranlagen zu optimieren. Für die Zukunft können sich so neue Möglichkeiten der biologischen Abwasserreinigung ergeben“, sagt Henning Suchanek, der technische Betriebsleiter Abwasserversorgung bei den Stadtwerken Lichtenau. „Der Nährstofftransfer aus den städtischen Abwässern in die Landwirtschaft ist gerade im ländlichen Bereich wichtig.“ Die Stadtwerke Lichtenau haben die Testanlage angeschafft und kümmern sich um Wartungs- und Reparaturarbeiten. Solche Systeme zur Wasseraufreinigung mittels Algenteppich gibt es bereits weltweit, oft werden sie als Algal Turf Scrubber (ATS) bezeichnet.

Algendünger oft besser als Mineraldünger
Von Anfang an waren Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich (FZJ) an dem Projekt BiNäA beteiligt. Sie unterstützen neben der Planung und dem Aufbau bei der Analyse von Algen-Biomasse und Nutzungskonzepten. „Wir forschen seit mehreren Jahren zum algenbasierten Nährstofftransfer vom Abwasser zur Kulturpflanze“, sagt Dr.-Ing. Diana Reinecke-Levi vom Bereich Pflanzenwissenschaften am Institut für Bio- und Geowissenschaften (IGB-2). „Unsere ATS-Anlagen zeichnen sich durch ihre einfache Handhabung, stabile Kultivierung, und geringere Kosten aus. Das macht sie für die dezentrale Abwasseraufbereitung und regionale Landwirtschaft so attraktiv.“

Mit der Versuchsanlage in Lichtenau prüfen und optimieren die Forschenden im Projekt das Verfahren zur Nährstoffgewinnung. Die Biotechnologen vom Bielefelder CeBiTec untersuchen etwa, welche Algenarten dort heranwachsen und wie hoch der Anteil an Phosphor und Stickstoff ist. Wie der entstandene Algendünger im Vergleich abschneidet, testen die Wissenschaftler am Jülicher IBG-2 derzeit an Weizenpflanzen. Erste Ergebnisse zeigen: Der Algendünger funktioniert – und zwar mindestens so gut wie herkömmlicher Mineraldünger, oft sogar besser. Darüber hinaus befasst sich das Projekt auch mit der Nachhaltigkeit des Algendüngers und erforscht, ob von ihm Risiken für Mensch und Umwelt ausgehen.

Enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren
Eine Besonderheit des BiNäA-Projekts ist die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und lokalen Akteuren. Neben den Stadtwerken Lichtenau sind mehrere Landwirte aus Ostwestfalen-Lippe als Projektpartner eingebunden. In einer weiteren Versuchsanlage wird das Verfahren für Abwässer getestet, die in landwirtschaftlichen Betrieben entstehen. „Das Ziel ist, ein möglichst einfaches und robustes Verfahren zu entwickeln, das die Rückgewinnung von Nährstoffen auf einer regionalen Ebene ermöglicht. Kommunen können so ihre eigenen Düngemittel produzieren“, sagt Kruse. Das Landesamt für Natur, Umwelt, und Verbraucherschutz NRW fördert BiNäA im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft EIP-Agrar. Das Projekt ist im März 2020 gestartet und läuft noch bis Dezember 2022.

https://www.fz-juelich.de/de/aktuelles/news/meldungen/2022/algenduenger-aus-abwasser-1

Meldungen der ÖWAV 2021

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ÖWAV Meldungen 2019 ÖWAV Meldungen 2020
Oktober 2021
ÖWAV-Seminarteaser „1. Österreichischer Wasserstofftag“
Kommunale Abfallwirtschaft in Graz
Coronavirus: Basisinformationen für die Betreiber von Abwasseranlagen
August 2021
Österreichische Wasserwirtschaftstagung 2021
Webinar „Fischschutz & Fischabstieg“
Erste ÖWAV-Kurse „Fettabscheider-Schulungsnachweis“ abgehalten
Januar 2021
Online-Kamingespräch der „Jungen Abfallwirtschaft“
Coronavirus-Update: Informationen für die Betreiber von Abwasseranlagen
Aktuelle Information zu SARS-CoV-2-Viren und Betrieb von Abwasseranlagen

 


ÖWAV-Seminarteaser „1. Österreichischer Wasserstofftag“

ÖWAV-Vizepräsident DI Mag. Gerhard Gamperl und Hon. Prof. Dr. Christian Schmelz stellen den 1. Österreichischen Wasserstofftag vor, der am 20. Oktober 2021 in Wien stattfinden wird…mehr:

https://www.oewav.at/Page.aspx?target=427727

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Kommunale Abfallwirtschaft in Graz

Am 6. Oktober 2021 veranstaltete der ÖWAV, in Kooperation mit dem Land Steiermark, das Seminar „Kommunale Abfallwirtschaft“ unter dem Thema „Herausforderungen, Strategien und Praxis“ in Graz. 

Nach Begrüßung und Eröffnung durch Mag. Evelyn Wolfslehner (BMK) und HR DI Johann Wiedner (Amt d. Stmk. LR) startete die Veranstaltung mit Block 1 unter dem Titel „Herausforderungen und Strategien“, moderiert durch Mag. Dr. Ingrid Winter. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Notfallplanungen auch in der kommunalen Abfallwirtschaft fest verankert sein sollten. Eine Branche, welche eine umfassende Erfahrung auf diesem Gebiet hat, ist die Stromversorgung; der heurige Plenarvortrag betrachtete dieses Thema aus dem Blickwinkel der österreichischen Übertragungsnetzbetreiberin APG. Neben wesentlichen Schritten zur Umsetzung des Kreislaufwirtschaftspaketes auf Bundes- und Landesebene wurde der Frage nachgegangen, wie die Weiterentwicklung der kommunalen Abfallwirtschaft hin zu einem ganzheitlichen Abfall- und Ressourcenmanagement gelingen kann.

DI Elisabeth Punesch (Amt d. NÖ LR) führte nachfolgend durch den zweiten Veranstaltungsteil „Biogene Abfälle – Praxisberichte“. Der 2. Themenblock spannte den Bogen von der Relevanz der biogenen Abfälle für die Erreichung der Recyclingquoten bis hin zu Praxisbeispielen, wie deren getrennte Sammlung besser gelingen kann. 

Der letzte Teil des Seminars, moderiert durch GF DI Georg Pfeifer, widmete sich „Zukunftsthemen für die kommunale Abfallwirtschaft“, so diskutierten u.a. im Round Table hochkarätige VertreterInnen der Branche zur Problematik Alttextilien.

https://www.oewav.at/Page.aspx?target=430735

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Coronavirus: Basisinformationen für die Betreiber von Abwasseranlagen

Basisinformationen für Betreiber von Abwasseranlagen zum SARS-CoV-2 Virus (COVID-19 Pandemie)

Informationen: ÖWAV-Kernteam COVID-19 und Abwasser (Stand: Juli 2021)

Sehr geehrte Anlagenbetreiber und ÖWAV-Mitglieder!

Aufgrund der laufenden Entwicklungen rund um die COVID-19 Pandemie ist der Österreichische Wassser-und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) in bundesweite ExpertInnengruppen eingebunden. Der ÖWAV hat für die Betreiber von Abwasseranlagen die folgenden Informationen zusammengestellt. Es wird ersucht, die angeführten Empfehlungen jedenfalls kritisch zu prüfen und – soweit zutreffend – im eigenen Bereich anzuwenden.

Gegebenenfalls sollten zusätzliche Schritte im Sinne dieser Empfehlungen gesetzt werden, angepasst an die konkreten Bedingungen für den Betrieb der eigenen Anlage.

Die folgenden Informationen und Empfehlungen basieren auf regelmäßig durchgeführten Recherchen sowie ExpertInnengesprächen seitens des ÖWAV (siehe auch die unten angeführten Links) und werden durch den ÖWAV-Ausschuss Team COVID-19 & Abwasser getragen, welcher eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe bestehend aus der Interaktion FG Qualität und Hygiene sowie FG Abwassertechnik und Gewässerschutz darstellt. Die laufenden Recherchen zum Stand des Wissens zu COVID-19 und Abwasser basieren auf der Recherche und Analyse der international verfügbaren qualitätsgesicherten aktuellen Literatur in akkreditierten Datenbanken. Bis Dato konnten über 300 spezifische Arbeiten zum Thema gefunden werden.

Eine zentrale Frage: Kommen infektiöse SARS-CoV-2-Viren im Abwasser vor? 
Laut derzeitigem Stand der international  anerkannten wissenschaftlichen Literatur werden infektiöse Partikel über den Stuhl infizierter Personen nicht oder nur in sehr geringen Konzentrationen in das Abwasser ausgeschieden. Der Hauptübertragungsweg ist die aerogene Übertragung von Mensch zu Mensch (Aerosole, Tröpfchen). Auf Basis von Informationen über verwandte Corona-Viren ist anzunehmen, dass selbst wenn infektiöse SARS-CoV-2-Viren ins Wasser gelangen, diese deutlich kürzer infektiös bleiben als andere bekannte fäkalbürtige virale Krankheitserreger (z.B. Rotaviren, Adenoviren, Noroviren, Hepatitis A Viren). Aktuelle Laborstudien mit Abwasser und experimentell hinzugefügten infektiösen SARS-CoV-2-Viren deuten jedoch darauf hin, dass diese Virenpartikel durchaus für einige Zeit im Rohabwasser infektiös bleiben können.

Das Risiko einer Übertragung durch Fäkalien wird von der WHO aufgrund des derzeitigen Informationsstandes als gering bewertet (WHO Website 01.04.2021: Interime Guidance Document 29.7.2020). Das Auftreten infektiöser SARS-CoV-2-Partikel kann in kommunalem Abwasser jedoch nicht ausgeschlossen werden. Ungeachtet dessen sind die einschlägigen arbeitshygienischen und arbeitsmedizinischen Richtlinien für Abwasseranlagen so ausgelegt, dass sie alle mikrobiologischen Gefährdungen, einschließlich solcher durch Viren, umfassen und dass die vorzusehenden Maßnahmen zur Reduktion der Infektionsrisiken effektiv und optimal ausgelegt sind. Das konsequente Einhalten der allgemeinen Arbeitsschutzregeln und betrieblichen Hygienemaßnahmen reicht auch für den Schutz gegen SARS-CoV-2 völlig aus. Das gilt ebenso für unterschiedliche Varianten dieses Virus (Mutationen). 

Nach wie vor ist gemäß der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Corona-Krankheit über Fäkalien als vernachlässigbar einzuschätzen. Die prinzipielle Übertragbarkeit über Fäkalien konnte jedoch anhand einer Tierstudie mit Frettchen experimentell gezeigt werden. Seitens der WHO wird das Betriebspersonal von Wasser- oder Abwasseranlagen nicht als eine besonders gefährdete Berufsgruppe eingeschätzt, und es wurde bis Dato keine gehäufte Anzahl an Erkrankungen unter dieser Personengruppe nachgewiesen. 

Mit Hilfe der PCR-Nachweismethode (molekularbiologische Nachweismethoden für DNA- oder RNA-Moleküle) können Teile der SARS-CoV-2-RNA (RNA, Ribonukleinsäure) in kommunalem Abwasser nachgewiesen und Varianten (Mutationen) von SARS-CoV-2 im Abwasser durch Sequenzierung unterschieden werden. Bei der im Abwasser nachweisbaren RNA handelt es sich um genetisches Material des Virus im Zufluss von Kläranlagen, von welchem keine Ansteckungsgefahr ausgeht. Diese Nachweismethode („abwasserbasierte Epidemiologie“) wird mittlerweile in vielen Ländern und Regionen der Welt zur Bereitstellung ergänzender Informationen zum COVID-19-Infektionsgeschehen in der Bevölkerung für Gesundheitsbehörden herangezogen. Als Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung eines solchen Abwasser-Monitorings in Österreich kann die Vorgangsweise der Länder Tirol (www.tirol.gv.at/covid-abwasser) und Vorarlberg (vorarlberg.at/-/covid-19-covid-19-abwasserüberwachung-in-vorarlberg) genannt werden.

Der ÖWAV ist bestrebt, zum Thema „Corona im Abwasser“ aktuelle Informationen zu sammeln und seinen Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Seit Anfang Juni 2020 existiert eine hierfür eingerichtete ÖWAV Arbeitsgruppe zum Thema COVID Pandemie und Abwasser, die in alle diesbezüglichen Fragestellungen eingebunden ist und auch eine laufende Evaluierung zum Stand des Wissens und der Pandemiesituation vornimmt (> Team COVID-19 und Abwasser).

Empfehlungen – folgende Punkte sind möglichst zu beachten:

• Strikte Einhaltung der allgemeinen Arbeitsschutzregeln und betrieblichen Hygienemaßnahmen (Maßnahmenplanung und Evaluierung gemäß ÖWAV Regelblatt 405)

• Ressourcenplanung in Bezug auf Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Desinfektionsmittel beachten (Lieferengpässe!)

• Nicht unbedingt notwendige Tätigkeiten auf einen späteren Zeitpunkt verschieben

• Vorausplanung Notbetrieb: Es kann zu personellen Engpässen (und damit zu Einschränkungen des Normalbetriebs) kommen:

– Welche Aufgaben sind auch im Notbetrieb zu leisten?

– Wer steht zur Verfügung?

– Welche Funktionen können über die Fernwartung gesichert werden?

– Welche Kommunikationswege stehen bei eingeschränkter Mobilität (verordnete Ausgangssperren u.Ä.) zur Verfügung?

• Entsprechende Planung von Schicht- bzw. Bereitschaftsdiensten (z.B. wechselweiser Dienst zur Kontaktvermeidung, fernmündliche Dienstübergaben bzw. unter möglichst einfacher Nutzung schriftlicher digitaler Kommunikation, Reinigung bzw. Desinfektion von Arbeitsplätzen, keine gemeinsamen Pausen)

• Unterstützung zwischen benachbarten Anlagen (Nützen der Kontakte in den ÖWAV-Kanal- und Kläranlagen-Nachbarschaften)

• Kontakte im Betrieb (und auch im Privaten) auf ein notwendiges Maß reduzieren und die allgemeinen Verhaltensregeln einhalten (siehe Links unten)

• Ausstellen einer Bestätigung durch den Betreiber (Gemeinde, Abwasserverband etc.) für jene Mitarbeiter, die für Betrieb und Aufrechterhalten der Funktionsfähigkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge wie insbesondere der Abwasserentsorgung im Einsatz sind (zum Mitführen mit dem Ausweis im Falle von Ausgangsbeschränkungen)

Hinweis: Die Umsetzung bzw. Prüfung der angeführten Maßnahmen muss kritisch und in Bezug auf den eigenen Betrieb erfolgen. Dies sollte in Eigenverantwortung auch dann geschehen, wenn keine ausdrücklichen individuell oder generell anzuwendenden rechtlichen Vorgaben definiert sind.

Die ExpertInnen beim ÖWAV sind bemüht, die Entwicklungen laufend zu beobachten und aktuelle Informationen an die Anlagenbetreiber weiterzugeben.

Hier erhalten Sie weiterführende Informationen: 
https://www.oewav.at/Page.aspx?target=391804

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Österreichische Wasserwirtschaftstagung 2021

Die alle vier Jahre stattfindende Österreichische Wasserwirtschaftstagung mit dem Schwerpunkt Abwasser stand in diesem Jahr unter dem Leitthema „Die Abwasserwirtschaft in Österreich – Im Spannungsfeld von Krisen und neuen Herausforderungen“. Die in Kooperation mit dem Land Steiermark, dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und der Graz Holding am 23. und 24. Juni 2021 als Webinar veranstaltete Tagung bot VertreterInnen von Kommunen, Verbänden und Behörden, aber auch PlanerInnen, und VertreterInnen der Wirtschaft und Wissenschaft die Möglichkeit, aktuelle Fragestellungen der Abwasserwirtschaft zu diskutieren.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit über 140 TeilnehmerInnen von ÖWAV-Präsident BR h.c. DI Roland Hohenauer. Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl, Stadt Graz und Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus per Video-Grußbotschaften sowie LR Ök.-Rat Johann Seitinger, Land Steiermark, lobten die Krisenfestigkeit der österreichischen Wasserver- und Abwasserentsorgung und leiteten mit ihren Begrüßungsworten in die Vorträge ein.

Im anschließenden Festvortrag erläuterte Vorstandsvorsitzende DI Dr. Sabine Herlitschka, MBA, von der Infineon Technologies Austria AG, ihre Ansätze zu neuen Chancen im Hinblick auf die Corona-Pandemie unter dem einst von Winston Churchill verkündeten: „Never waste a good crisis“. In den fachlichen Vorträgen wurden einerseits technische Innovationen und Anlagen, andererseits aber auch organisatorische und wirtschaftliche Herausforderungen insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie präsentiert. Im Programm enthalten waren sowohl Vorträge zum Themenbereich Kläranlagen, als auch zum Themenbereich Kanalanlagen. Zudem wurde erstmals ein Block von der Jungen Wasserwirtschaft im ÖWAV unter dem Motto „Die Umsetzung einer nachhaltigen Wasserwirtschaft aus Sicht der Jungen im ÖWAV“ gestaltet. Gastvorträge aus Europa rundeten das Programm ab. Nele Rosenstock, MSc, Europäische Kommission, DG Environment, gab dazu einen Einblick über die aktuelle Folgenabschätzung für die Revision der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser (UWWTD) während Oliver Loebel, Generalsekretär der EurEau, über die Ziele der europäischen Abwasserwirtschaft für die Neufassung des gesetzlichen Rahmens in der EU referierte. 

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten die Schlussworte von Univ.-Prof. DI Dr. Thomas Ertl, ÖWAV-Vorstand und Vorsitzender der ÖWAV-Fachgruppe „Abwassertechnik und Gewässerschutz“. 

Der ÖWAV bedankt sich bei allen Mitwirkenden und Vortragenden sowie bei allen Teilnehmer und Sponsoren für die Durchführung dieser erfolgreichen Tagung. 

https://www.oewav.at/Page.aspx?target=424395

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Webinar „Fischschutz & Fischabstieg“

Am 16. Juni 2021 veranstaltete der ÖWAV im Rahmen des Schwerpunktjahres Hochwasserschutz das Webinar „Fischschutz und Fischabstieg – Erfordernisse, Sichtweisen, Maßnahmen“. Wasserkraftanlagen verändern Fließgewässer. Die flussabwärts gerichtete Wanderung von Fischen wird oft erheblich eingeschränkt. Der Fischschutz und der Fischabstieg stellen die Fachleute vor große Herausforderungen. Im Rahmen des Seminars wurden Antworten auf wichtige Fragen gesucht und diskutiert: Wie hoch müssen die Anforderungen an Fischschutzeinrichtungen sein? Wie ist die gesetzliche Situation? Wie ist der Stand der Forschung Welche Möglichkeiten des Fischschutzes gibt es schon heute?

Univ.Prof.Dr.-Ing. Markus Aufleger (Universität Innsbruck), DI Peter Matt (FG-Leiter „Wasserbau, IB und Ökologie“ / ÖWAV-Vorstand) und DI Markus Federspiel (FG-Leiter „Wasserbau, IB und Ökologie“ / ÖWAV-Vorstand) eröffneten die Veranstaltung und begrüßten die rund 80 Teilnehmer:innen zum Webinar.

Univ. Prof. DI Dr. Stefan Schmutz (Boku Wien) führte durch den ersten Block, in dem die ExpertInnen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zum Thema „Erfordernisse und Möglichkeiten zum Schutz von Fischen an Wasserkraftanlagen“ referierten. 

Im Laufe der Veranstaltung konnten die TeilnehmerInnen ihre Fragen und Anmerkungen nicht nur über die Chat-Funktion sondern auch direkt über ihr Mikrofon einbringen, was trotz der virtuellen Durchführung doch einen guten Dialog und Erfahrungsaustausch ermöglichte.

Der zweite und zugleich letzte Teil der Veranstaltung, moderiert von DI Dr. Robert Fenz (BMLRT), widmete sich den „Fischschutzmaßnahmen an Wasserkraftwerken“. Im Anschluss an die Diskussion übergab Robert Fenz das abschließende Wort an Univ.Prof.Dr.-Ing. Markus Aufleger, der die ZuschauerInnen nach einem kurzen Resümee verabschiedete.

https://www.oewav.at/Page.aspx?target=423787

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Erste ÖWAV-Kurse „Fettabscheider-Schulungsnachweis“ abgehalten

Nach einer coronabedingten Verschiebung konnten unter Einhaltung der aktuell geltenden Sicherheitsbestimmungen und mit strengem COVID-19 Sicherheitskonzept am 8. Juni in Salzburg sowie am 10. Juni 2021 in Wien die ersten beiden Kurse des neuen ÖWAV-Ausbildungskurses „Fettabscheider-Schulungsnachweis“ abgehalten werden. 

Unter der Leitung von Ing. Gerhard Gross, welcher auch als Leiter des ÖWAV-Unterausschusses „Fettbelastete Abwässer“ intensiv in die Überarbeitung des ÖWAV-Regelblattes 39 „Einleitung von fetthaltigen Betriebsabwässern“ eingebunden war, wurden den jeweils ca. 20 Teilnehmer:innen (die Kurse waren somit ausgebucht) die notwendigen Kenntnisse, um den ordnungsgemäßen Betrieb, die Wartung und die jährliche Überprüfung einer Fettabscheideranlage durchführen zu können, vermittelt. Der Abschluss dieses Kurses dient als Schulungsnachweis für das Ansuchen um erleichterte Überwachung (gem. IEV § 4 Abs. 5a) als Alternative zum Abschluss eines Wartungsvertrages und die Teilnehmer:innen können somit beim zuständigen Kanalisationsunternehmen als eingeschulte Person namhaft gemacht werden. 

Für Herbst 2021 sind zwei weitere Kurse geplant. Eine Anmeldung ist bereits möglich!
• 14. Oktober 2021, Graz
• 23. November 2021, Innsbruck

Information und Anmeldung: ÖWAV, Isabella Seebacher, Tel.: +43-1-535 57 20-82, seebacher@oewav.at,

https://www.oewav.at/Page.aspx?target=423774

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Online-Kamingespräch der „Jungen Abfallwirtschaft“

Bei ihrem ersten Kamingespräch am 1. Dezember 2020 beleuchtete die „Jungen Abfallwirtschaft im ÖWAV“ das Thema „Der Austrian Green Deal“. Bei dieser Online-Veranstaltung, die überaus gut besucht war, konnten mit Mag. Sarah Warscher (BMK) und Prof. DI Dr. Vasiliki-Maria Archodulaki (TU Wien) zwei kompetente Interviewpartnerinnen aus Politik und Forschung interviewt werden. Dabei wurde unter anderem über zielführende Ansätze zur Umsetzung des „Green Deals“ diskutiert. Auch die knapp 50 TeilnehmerInnen nutzten die Chance, Fragen an die Expertinnen zu richten.

https://www.oewav.at/Page.aspx?taret=406113

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Coronavirus-Update: Informationen für die Betreiber von Abwasseranlagen

Informationen für Betreiber von Abwasseranlagen zum COVID-19 Virus (SARS-CoV-2)

Informationen: ÖWAV-Kernteam COVID-19 und Abwasser
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Sehr geehrte Anlagenbetreiber und ÖWAV-Mitglieder!

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das COVID-19 Virus ist der ÖWAV auch in bundesweite ExpertInnengruppen eingebunden. Der ÖWAV hat für alle Betreiber von Abwasseranlagen die folgenden Informationen zusammengestellt. Es wird ersucht, die angeführten Empfehlungen jedenfalls kritisch zu prüfen und – soweit zutreffend – im eigenen Bereich anzuwenden.

Gegebenenfalls sollten zusätzliche Schritte im Sinne dieser Empfehlungen gesetzt werden, angepasst an die konkreten Randbedingungen für den Betrieb der eigenen Anlage.

Die folgenden Informationen und Empfehlungen basieren auf Recherchen sowie ExpertInnengesprächen seitens des ÖWAV (siehe auch die unten angeführten Links und die neu etablierte ÖWAV-Arbeitsgruppe zum Thema COVID19 und Abwasser). 

Kommen infektiöse SARS-CoV-2 Viren im Abwasser vor? Laut derzeitigem Stand des Wissens werden infektiöse Partikel über den Stuhl infizierter Personen nicht oder nur in sehr geringen Konzentrationen in das Abwasser ausgeschieden. Der Hauptübertragungsweg ist die aerogene Übertragung von Mensch zu Mensch (Aerosole, Tröpfchen, Spritzer). Auf Basis von Informationen zu verwandten Corona-Viren ist anzunehmen, dass selbst wenn infektiöse SARS-CoV-2 Viren ins Wasser gelangen, diese im Wasser oder im Abwasser deutlich kürzer infektiös bleiben als andere bekannte abwasserbürtige virale Krankheitserreger (z.B. Rotaviren, Adenoviren, Noroviren, Hepatitis-A-Viren). 

Das Risiko einer Übertragung durch Fäkalien wird von der WHO aufgrund derzeitiger Information daher als gering bewertet (Stand 23.4.2020). Ungeachtet dessen, sind die einschlägigen arbeitshygienischen und arbeitsmedizinischen Richtlinien für Abwasseranlagen so ausgelegt, dass sie alle mikrobiologischen Gefährdungen, einschließlich solcher durch Viren, beinhalten und dass deren Maßnahmen zur Reduktion der Infektionsrisiken effektiv und optimal ausgelegt sind. Das Einhalten der allgemeinen Arbeitsschutzregeln und betrieblichen Hygienemaßnahmen sind daher auch gegen SARS-CoV-2 als ausreichend anzusehen.

Nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Krankheit über Fäkalien nach wie vor gering, bis heute ist kein einziger Fall bekannt. Nach einer Information der WHO ist auch nicht bekannt, dass das Betriebspersonal von Wasser- oder Abwasseranlagen eine besonders gefährdete Berufsgruppe ist, oder dass sich eine gehäufte Anzahl an Erkrankungen unter dieser Personengruppe befindet. 

Mittlerweile wurden von verschiedenen Forschungsgruppen Teile des SARS-CoV-2 Virus (RNA, Ribonukleinsäure) im Abwasserstrom nachgewiesen (mittels molekularbiologischer Testungen). Dabei handelt es sich um genetisches Material im Zufluss von Kläranlagen, von welchem keine Ansteckungsgefahr ausgeht.

Der ÖWAV ist bestrebt, zum Thema „Corona im Abwasser“ aktuelle Informationen zu sammeln und seinen Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Seit Anfang Juni existiert eine hierfür eingerichtete ÖWAV-Arbeitsgruppe zum Thema COVID Pandemie und Abwasser, die in alle diesbezüglichen Fragestellungen eingebunden ist und auch eine laufende Evaluierung zum Stand des Wissens und der Pandemiesituation vornimmt (> ÖWAV-Arbeitsgruppe).

Empfehlungen – folgende Punkte sind möglichst zu beachten:
• Strikte Einhaltung der allgemeinen Arbeitsschutzregeln und betrieblichen Hygienemaßnahmen (gemäß Evaluierung, Maßnahmenplanung und ÖWAV-Regelblatt 405)
• Ressourcenplanung in Bezug auf PSA und Desinfektionsmittel beachten (Lieferengpässe!)
• Nicht unbedingt notwendige Tätigkeiten auf einen späteren Zeitpunkt verschieben
• Vorausplanung Notbetrieb: Es kann zu personellen Engpässen (und damit zu Einschränkungen des Normalbetriebs) kommen:
> Welche Aufgaben sind auch im Notbetrieb zu leisten?
> Wer steht zur Verfügung?
> Welche Funktionen können über die Fernwartung gesichert werden?
> Welche Kommunikationswege stehen bei eingeschränkter Mobilität zur Verfügung?
• Entsprechende Planung von Schicht- bzw. Bereitschaftsdiensten (z.B. wechselweiser Dienst zur Kontaktvermeidung, fernmündliche Dienstübergaben, Reinigung bzw. Desinfektion von Arbeitsplätzen, keine gemeinsamen Pausen)
• Abstimmung in der Kanal- und Kläranlagen-Nachbarschaft bzgl. Vertreterregelungen
• Kontakte im Betrieb (und auch im Privaten) auf ein notwendiges Maß reduzieren und die allgemeinen Verhaltensregeln einhalten (siehe Links unten)
• Ausstellen einer Bestätigung mit Firmenstempel, die die Mitarbeiter als Arbeitskraft in der Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge ausweist (zum Mitführen mit dem Ausweis im Falle von Ausgangsbeschränkungen)

Hinweis: Aktuell gibt es zu den oben angeführten Punkten keine gesetzlichen Vorgaben. Die Umsetzung bzw. Prüfung der angeführten Maßnahmen muss kritisch und in Bezug auf den eigenen Betrieb erfolgen. 

Der ÖWAV ist bemüht die aktuelle Situation ständig zu beobachten und aktuelle Informationen an die Anlagenbetreiber weiterzugeben.

Hier erhalten Sie weiterführende Informationen: 
NEU (Nov. 2020): > COVID-19: Regelungen zum Aufrechterhalten des Anlagenbetriebs für kommunale Trinkwasserversorgungsanlagen und für kommunale Abwasserentsorgungsanlagen (Land Tirol, Stand: 10.11.2020)
Information zum Thema Abwasser
DWA: Gefährdung durch Coronavirus
DWA: Pandemiemaßnahmen in Abwasserbetrieben
WHO
SVGW: Pandemiehandbuch

Informationen der Länder bzgl. Corona in der Wasserwirtschaft
Niederösterreich
Oberösterreich
Steiermark
Tirol
Vorarlberg (allgemeine Information, die Anlagenbetreiber werden vom Amt der Vorarlberger Landesregierung direkt kontaktiert)

ÖWAV-Regelwerk in Bezug auf Hygiene
ÖWAV-Regelblatt 405 „Arbeitshygienische und arbeitsmedizinische Richtlinien für Abwasseranlagen“ (aus dem Jahr 2016, welches im Rahmen der Kanal- und Kläranlagen-Nachbarschaften an alle teilnehmenden Anlagen verteilt wurde)
ÖWAV-Hygiene-Merkblatt für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen
Allgemeiner Umgang
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES)
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz
Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin – Infektionsprävention
Robert-Koch-Institut
WHO

https://www.oewav.at/Page.aspx?target=391804

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Aktuelle Information zu SARS-CoV-2-Viren und Betrieb von Abwasseranlagen

Aktuelle Information der ÖWAV-Arbeitsausschüsse „Kläranlagenbetrieb“ und „Team COVID-19 und Abwasser“ zu SARS-CoV-2-Viren und Betrieb von Abwasseranlagen (Stand: 4.12.2020)

www.oewav.at/sars_abwasser

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