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Actimel kann helfen, durch Antibiotika verursachte Durchfälle zu verhindern

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Neue unabhängige Studie in Hamburg vorgestellt

München, 6. Dezember 2007. Dr. Mary Hickson, Mitglied der For-schungsgruppe am Hammersmith Hospital NHS Trust und am Imperial College in London, hat heute in Hamburg die Ergebnisse einer neuen und unabhängigen Studie (Fußnote 1) zur Vorbeugung von antibiotikabedingten Durchfallerkrankungen vorgestellt. „Wir konnten nachweisen, dass die einfache Verabreichung von spezifischen probiotischen Bakterien bei Patienten, die Antibiotika einnehmen, das Durchfallrisiko deutlich verringert. Durchfallerkrankungen sind eine häufige, un-angenehme und für die Patienten zusätzlich schwächende Nebenwir-kung von Antibiotika. In unserer Studie wurde Actimel eingesetzt, das Lactobacillus casei DN114-001, Streptococcus thermophilus und Lactobacillus bulgaricus enthält. Die positive Wirkung gilt nur für die-se Bakterienkombination, obwohl es prinzipiell möglich ist, dass auch andere probiotische Bakterienstämme eine ähnliche Wirkung aufwei-sen. Dies muss jedoch durch weitere Forschungen belegt werden“, erläutert Hickson.
Ergänzend zu diesen Ergebnissen informierte Prof. Jürgen Schrezenmeir, Leiter des Instituts für Physiologie und Biochemie der Er-nährung an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Le-bensmittel in Kiel, über den aktuellen Stand der Probiotikforschung. Marion Fürst, Direktorin Unternehmenskommunikation Ernährung & Gesundheit bei Danone Deutschland, unterstrich darüber hinaus den wissenschaftlichen Anspruch, den Danone an die Entwicklung seiner funktionellen Produkte stellt.

Keine Clostridium difficile-Keime in der Actimel Gruppe

Die kürzlich im British Medical Journal veröffentlichte Studie wurde mit 135 Krankenhauspatienten im Alter von über 50 Jahren durchge-führt, da ältere Menschen besonders häufig und stark von antibiotika-bedingten Durchfällen betroffen sind. Schwerwiegende Beschwerden löst vor allem der Krankenhauskeim Clostridium difficile aus, der für 15 bis 25 % aller antibiotika-bedingten Durchfallerkrankungen in Krankenhäusern verantwortlich ist. Bei den Studienteilnehmern, die zwei Mal täglich Actimel tranken, konnten keine Clostridium difficile-Keime nachgewiesen werden, und nur 12 % litten an einer anderen Durchfallerkrankung. Von den Patienten der Vergleichsgruppe, die einen entsprechenden Placebo-Drink verzehrten, erkrankte ein Drittel (34 %) an Durchfall, darunter in 9 Fällen (17 %) an einer Clostridium difficile-Diarrhoe.

Kostenfaktor Krankenhaus-Infektionen

„Wir wissen, dass eine Infektion mit Clostridium difficile schwere Symptome hervorrufen und sogar zum Tode führen kann – dadurch werden höhere Pflegekosten verursacht. Wenn man das Erkran-kungsrisiko bei älteren Patienten durch die Gabe von probiotischen Drinks signifikant reduzieren kann, bedeutet das nicht nur eine bes-sere Behandlung für Ältere, sondern auch erhebliche Kosteneinspa-rungen“, erklärt Dr. Mary Hickson. Der Keim Clostridium difficile infi-ziert in Großbritannien etwa 52.000 Patienten jährlich, pro Patient fallen im Durchschnitt Kosten von rund 5.300 Euro an. In Deutsch-land liegen die Durchschnittskosten pro Patient bei etwa 3.000 Euro Fußnote 2).

Danone: Forschung und Entwicklung im Dienste der Gesundheit

„Wir freuen uns sehr über die positiven Ergebnisse dieser unabhän-gigen Studie mit Actimel und dem darin enthaltenen probiotischen Bakterienstamm Lactobacillus casei DN-114 001“, so Marion Fürst. „Sie zeigen einmal mehr, dass Actimel ein wirksames funktionelles Lebensmittel ist, das positive Effekte auf die Gesundheit hat. Um-fangreiche wissenschaftliche Studien zeigen darüber hinaus, dass Actimel hilft, die Abwehrkräfte zu unterstützen.“ Das Unternehmen legt größten Wert auf moderne und funktionelle Produkte, deren Nut-zen für Gesundheit und Wohlbefinden wissenschaftlich belegt ist. Marion Fürst zeichnete den Weg von Danone als forschungsgetrie-benes Unternehmen in Sachen Ernährung und Gesundheit von An-fang des 20. Jahrhunderts bis ins Jahr 2007 nach. Heute sind in un-ternehmenseigenen Forschungszentren bei Paris und weltweit über 900 Wissenschaftler in Forschung und Entwicklung tätig. 2006 hat das Unternehmen 140 Mio. Euro in die Forschung investiert.

Anwendungsgebiete von Probiotika

Prof. Jürgen Schrezenmeir führte in das Themenfeld der Probiotik ein. Neben der Prävention antibiotika-assoziierter Diar-rhöen skizzierte er verschiedene Anwendungsgebiete, in de-nen Probiotika bereits erfolgreich im medizinischen Alltag eingesetzt werden. „Probiotika können nicht nur bei der Behandlung von Ver-dauungsbeschwerden helfen, vielversprechende Studiendaten zeigen ebenfalls positive Effekte bei der Reduktion von Schwere und Dauer von Winterinfektionen“, erklärte Schrezenmeir. Darüber hinaus zeig-ten Probiotika Effekte, die auch für gesunde Menschen von Interesse seien, wie beispielsweise die Aktivierung der Immunabwehr und die Förderung der Verdauung bei Verstopfung.

Quellen:
1 Mary Hickson, Aloysius L D’Souza, Nirmala Muthu, Thomas R Rogers, Susan Want, Chakravarthi Rajkumar und Christopher J Bulpitt. Use of probi-otic Lactobacillus preparation to prevent diarrhoea associated with antibio-tics: randomised double blind placebo controlled trial. British Medical Journal. 14. Juli 2007; 335 (7610):80

2 Raig, S.C: Ökonomische und epidemiologische Aspekte von nosokomialen Clostridium difficile assoziierten Erkrankungen. Dissertation, Kiel 2006

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Danone Presseservice c/o Fleishman-Hillard Germany GmbH
Hanauer Landstr. 182c 60314 Frankfurt am Main, Fax: 069/ 43 03 73

Tarja Boden
Tel.: 069/ 40 57 02 – 268
Email Tarja.Boden@fleishmaneurope.com

Martin Klingler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Danone GmbH
10.12.2007
Tel.: 069/ 40 57 02 -241
Martin.Klingler@fleishmaneurope.com

Weitere Informationen:
http://www.actimel.de

Wie geht man im Labor mit gefärbten Proben um?

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In den meisten Klärwerkslaboren wird heute routiniert mit Küvettentests analysiert und man kennt die Zuverlässigkeit seines Systems durch viele Vergleichsmessungen mit externen Labors.  Doch gelegentlich hat man auch mal Proben, die etwas stärker gefärbt sind. Die können z. B. von einer Indirekteinleiterüberwachung stammen und da fragt man sich dann, ob die übliche Arbeitsweise zum richtigen Ergebnis führt.

Küvetten werden immer photometrisch vermessen, im Allgemeinen wird die Bildung und die Intensität Färbung gemessen.

Welchen Einfluss hat nun die gefärbte Probe?

Grundsätzlich ist es so, dass es eine Abhängigkeit zwischen Färbung und der Wellenlänge bei der gemessen wird, gibt. Beispielsweise wird eine rot gefärbte Probe

bei der Nitritbestimmung mit Sicherheit zu Mehrbefunden führen, während sie bei einer „blauen“ Wellenlänge von 800 nm (Phosphatmessung) kaum Einfluss hat.

Die zweite Größe, die sich auswirkt ist der vorgelegte Küvetteninhalt des Herstellers und das zu pipettierende Probenvolumen. Am Beispiel der Nitritbstimmung lässt sich das wieder gut beschreiben. Da die Küvette kaum gefüllt ist, wird die Farbe der Probe einen fast 100%igen Einfluss haben. Im Gegensatz dazu wirkt sich die Färbung bei sehr kleinen Probevolumen kaum aus, da sie quasi durch den vorgelegten Küvetteninhalt stark verdünnt wird.

Deshalb ist es bei Analysen gefärbter Proben praktisch, wenn man sich zuerst mal Gedanken über einen möglichen Einfluss macht.

Wie ermittelt man den Fehler?

Wenn man mit einer kurzen Vorprüfung seine Überlegungen bestätigt bekommt, dann  hat man schon die halbe Plausibilitätsprüfung erledigt.

Genauer bekommt man es mit dem Probenblindwert hin. Die Arbeitsweise ist ganz einfach und entspricht in etwa der der „richigen“ Analyse. Am Nitritbeispiel würde man eine leere Nitritküvette auswerten, beim Ammoniumtest dagegen arbeitet man nach Arbeitsvorschrift, lässt nur den letzten Arbeitsschritt weg. Das heißt, wenn das Reagenz, das die grüne Färbung über die Reaktionszeit entstehen lässt nicht zugegeben wird, ist der photometrische Messwert der Probenblindwert. Er wird vom Ergebnis der Analyse einfach abgezogen.

Wie geht man bei Tests mit Probenvorbereitung vor?

Eine Sonderstellung nehmen Tests ein, die vor der Analyse gekocht werden. Die CSB -oder Phosphatbestimmung gehören dazu. Beim Aufschluss in stark saueren und stark oxidierenden Medien wird die Farbe einfach zerstört und ist dann ohne Einfluss. Bei der Phosphorbestimmung kann man das selbst beobachten, nach der 100°-Behandlung ist die Probe in der Regel farblos.

Die Hersteller der Tests unterstützen im Zweifel zur richtigen Arbeitsweise über ihre Hotline.  Die beschriebene Vorgehensweise trifft nicht für trübe Proben zu, da sich Trübungen analytisch anders auswirken.

 

AB 1-08

Geothermieanlage im Oberrheingraben erzeugt Strom und Wärme

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Rüdiger Mack, Stabsabteilung Kommunikation
Fachinformationszentrum Karlsruhe
17.12.2007

Anlage Landau am Netz

Die Wärme im Inneren der Erde steht unabhängig von Tages- und Jahreszeiten zur Verfügung. Gelingt es auch in Deutschland, diese Wärme für die Stromerzeugung zu nutzen, dann könnte Strom aus geothermischen Kraftwerken zur Grundlastversorgung eingesetzt werden. Dank Fortschritten in der Kraftwerkstechnik ist es mittlerweile möglich, auch auf der Basis natürlicher Warmwasservorkommen mit einer Temperatur zwischen 100 – 200 °C Strom zu produzieren. In Landau fand man in 3.000 m Tiefe knapp 160 °C warmes Wasser. Hier ging im November 2007 ein geothermisches Kraftwerk ans Netz. Das neue BINE-Projekt-Info „Geothermische Stromerzeugung in Landau“ (14/2007) stellt die Anlage und das Energiekonzept vor.

Der Oberrheingraben bietet besonders günstige Voraussetzungen für Geothermieprojekte. An verschiedenen Stellen gibt es sogenannte „Hot Spots“, bei denen schon ab 2.500 m Tiefe mit heißem Wasser um die 150 °C zu rechnen ist. An der Anlage Landau wird das Thermalwasser zunächst zur Stromerzeugung in einem speziellen Kraftwerksprozess (ORC) genutzt. Anschließend wird das Wasser, mit einer verbliebenen Temperatur von 70 – 80 °C, in ein Fernwärmenetz eingespeist. Die Anlage Landau wird im Jahr 22 Mio. kWh Strom erzeugen, was rechnerisch zur Versorgung von 6.000 Haushalten ausreicht.

Nah- und Fernwärmenetze sind eine Schlüsselkomponente, um künftig bei der Wärmeversorgung verstärkt erneuerbare Energien, wie z. B. die Geothermie, einsetzen zu können. Dem Neu- und Ausbau derartiger Netze kommt daher eine große Bedeutung zu. Idealerweise erfolgt dabei die Energiebereitstellung in Kraft-Wärme-Kopplung. Das Projekt-Info „Geothermische Stromerzeugung in Landau“ ist kostenfrei beim BINE Informationsdienst von FIZ Karlsruhe erhältlich – telefonisch unter 0228 – 923790 oder im Internet unter http://www.bine.info

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BINE ist ein Informationsdienst von FIZ Karlsruhe und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert. FIZ Karlsruhe ist Dienstleister und Servicepartner für das Informationsmanagement und den Wissenstransfer in Wissenschaft und Wirtschaft. Schwerpunkte sind die weltweit einzigartige Datenbankkollektion von STN International und die Entwicklung von e-Science-Lösungen. Weitere Informationen unter http://www.fiz-karlsruhe.de

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Studie zu Biogasanlagen sieht keine Konkurrenz zur Viehhaltung

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Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen haben sich in den letzten Jahren für die CO2-neutrale Energieerzeugung aus Biogas entschieden und in eigene Anlagen oder Gemeinschaftsanlagen investiert. Dies hat in Landkreisen mit ausgeprägter tierischer Veredelungswirtschaft zu Diskussionen um steigende Pachtpreise und Konkurrenzwirkungen von Biogasanlagen auf die traditionelle Viehwirtschaft geführt. Im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums hat der Fachbereich Agrarwirtschaft Soest der Fachhochschule Südwestfalen daher eine Studie zu regionalen Struktur- und Einkommenswirkungen der Biogasproduktion durchgeführt.

„Die Studie stellt eine fundierte Grundlage für eine vorurteilsfreie Diskussion der Wettbewerbssituation dar“, so Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg. „Danach gibt es derzeit keine wettbewerbsverzerrende Förderung von Biogasanlagen. Die Anlagen stellen auch keine Bedrohung für Vieh haltende Betriebe dar, sondern können – insbesondere als Gemeinschaftsanlagen – ein zusätzliches Standbein für die Betriebe sein.“ Die Studie macht aber auch deutlich, dass es unter den aktuellen Marktbedingungen erforderlich ist, gezielte Anreize für eine verstärkte Vergärung von Gülle und Reststoffen zu geben. Hier existiert ein hohes Potenzial zur Vermeidung von Treibhausgasen und zur regenerativen Energieerzeugung, ohne dass es zu Konkurrenz mit der Erzeugung von Nahrungsmitteln kommt.

Die Studie vergleicht in Modellrechnungen die Wettbewerbsfähigkeit von Biogasanlagen unter verschiedenen Rahmenbedingungen. Die Autoren stellen darin unter anderem fest, dass derzeit die Anreize zum Bau von Biogasanlagen angesichts der hohen Getreidepreise zu gering sind, um noch einen nennenswerten Zubau von Anlagen zu bewirken. Sie empfehlen deshalb eine Verstärkung und Erweiterung der Anreize zur Wärmenutzung sowie eine Erhöhung der Förderung für kleine, dezentrale Anlagen. Dagegen warnen sie davor, die Anreize für den Anbau von Energiepflanzen wesentlich zu verstärken oder gar an die Getreidepreise zu koppeln.

Die Ergebnisse der Studie dienen auch als Diskussionsbeitrag für die anstehende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, mit dem die Vergütung für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien geregelt wird. Die Novelle ist Teil des von der Bundesregierung vorgelegten „Integrierten Klima- und Energiepaketes“ im Rahmen des Meseberger Programms und wird in Kürze im Bundesrat beraten.

Die vorläufigen Ergebnisse des ersten Teils der Studie beziehen sich auf die Struktur- und Einkommenswirkungen in Veredelungsregionen (am Beispiel der Kreise Borken und Steinfurt). Derzeit wird die Studie um den Bereich Grünlandregionen ergänzt, im kommenden Jahr soll sich eine Bewertung der Situation in Ackerbauregionen anschließen.

  1. Vorläufiger Bericht zum Projekt „Regionale Struktur- und Einkommenswirkungen der Biogasproduktion in NRW“

Pressemitteilung vom Dezember 2007

Unfallursache Riedlingen bisher ungeklärt

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In der Nacht zum vergangenen Sonntag ist bei Riedlingen-Daugendorf im baden-württembergischen Landkreis Biberach eine Biogasanlage durch einen Unfall zerstört worden. Dabei kamen keine Personen zu Schaden. Die Unfallursache ist bisher unklar. Der Fachverband Biogas e.V. möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass von Biogasanlagen kein erhöhtes Explosionsrisiko ausgeht.

Pressemitteilung :Freising, 19.12.2007.

Erlanger Forscher suchen neue Strategien vor Sturzfluten

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Wenn der Regen kommt, kann aus einem friedlich vor sich hin plätschernden Bach schnell ein reißender Strom werden, der über die Ufer tritt und Keller und Grundstücke unter Wasser setzt. Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg wollen jetzt im Rahmen eines Forschungsprojekts Strategien entwickeln, mit denen man solch verheerende Sturzfluten künftig eindämmen kann. Das Projekt des Erlanger Lehrstuhls für Geologie in Zusammenarbeit mit dem Büro für ökologische Studien Bayreuth ist voraussichtlich im August 2009 abgeschlossen und wird mit 121.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.

„Unser Hauptaugenmerk liegt auf den kleinen schnellen Hochwässern, die in den letzten Jahren immer häufiger vorkommen“, erklärt der Erlanger Geograph David Bertermann, der das Forschungsprojekt betreut. Sie entstehen, wenn der Boden nach heftigem Regen oder starker Schneeschmelze die großen Niederschlagsmengen nicht mehr aufnehmen kann. Das Wasser sammelt sich in Bächen und Flüssen und tritt rasch über die Ufer. Solche Sturzfluten können große wirtschaftliche Schäden verursachen, da sie Bevölkerung und Behörden meist völlig unverbereitet treffen.

„Um solche Hochwasserereignisse abzumildern, müssen wir in den Einzugsgebieten an den Oberläufen der Flusssysteme in den Mittelgebirgen ansetzen„, sagt Bertermann. Die Erlanger Wissenschaftler haben deshalb die Gebiete um Rothenkirchen im Frankenwald und um Weidenberg im Fichtelgebirge für ihre Forschungen ausgewählt. Hier wollen sie analysieren, wie stark neben der Gestaltung der Bach- und Flussläufe die Bodenbeschaffenheit, die Vegetation und die Landnutzung beeinflussen, ob Regen- und Schmelzwasser versickert oder sich in Flüssen sammelt und zu einer potentiellen Gefahr wird. Am Ende ihrer Arbeit sollen Hinweise und Lösungsvorschläge stehen, wie Infrastruktur und Bewirtschaftung in kleinen, aber auch größeren Einzugsgebieten möglichst ökologisch gestaltet werden können, um den optimalen Hochwasserschutz zu erreichen.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.200 Studierenden, 550 Professoren und 2000 wissenschaftlichen Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in enger Verknüpfung mit Jura, Theologie, Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.

Weitere Informationen für die Medien:

David Bertermann
Tel.: 09131/85-25824
bertermann@geol.uni-erlangen.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news239445

Bundesregierung geht beim Biogas in die richtige Richtung

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In seiner gestrigen Sitzung hat das Bundeskabinett das Paket zum Integrierten Klima- und Energieprogramm (IKEP) verabschiedet. Es umfasst 14 Gesetze und Verordnungen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zum Umbau der Energieversorgung hin zu mehr Effizienz und Erneuerbaren Energien. Ein wesentlicher Baustein des Pakets ist die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Der Fachverband Biogas e.V. begrüßt grundsätzlich die neuen Regelungen für Biogas im vorliegenden EEGKabinettsentwurf.

Freising, 6.12.2007.

Immer mehr Lachse in Nordrhein-Westfalen

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Der atlantische Lachs hat sich im Jahr 2007 in vielen Gewässern Nordrhein-Westfalens erfolgreich fortgepflanzt. Das haben Wissenschaftler im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg festgestellt.

Dass die Fortpflanzung der Lachse in Nordrhein-Westfalen keine Eintagsfliege war, hat sich in den letzten Monaten bei der Nachsuche mit Hilfe der Elektrobefischung gezeigt. In fünf Zuflüssen der Sieg wurden mehr als 500 Junglachse zwischen vier und sieben Zentimeter Körperlänge nachgewiesen (siehe Foto). Die Fische werden noch ein bis zwei Jahre im Sieggebiet bleiben und anschließend als sogenannte Smolts zum Fressen ins Meer abwandern. Zu diesem Zeitpunkt haben sie dann eine Größe zwischen 13 und 20 Zentimeter.

„Die Zahl der gefangenen Lachse erlaubt eine vorsichtige Hochrechnung, dass der Bestand von Junglachsen aus natürlicher Fortpflanzung etwa 100.000 Individuen im Sieggebiet erreicht“, erläutert Detlev Ingendahl von der Bezirksregierung Arnsberg. Dies entspräche etwa 20 Prozent der Junglachse, die durch das Wanderfischprogramm jährlich zur Stützung der Population ausgesetzt werden.

Seit 1990 wird die Wiederansiedlung des Lachses am Rhein durch die Internationale Kommission zum Schutze des Rheins koordiniert. Nach der Umweltkatastrophe von Sandoz im Jahr 1986 hatten die Rheinanliegerstaaten vereinbart den ökologischen Zustand des Rheins nachhaltig zu verbessern. Hintergrund: Auch anspruchsvolle Tierarten, wie der Lachs, sollten in das Gewässer zurückkehren können.

In Nordrhein-Westfalen wird seit 1998 im Wanderfischprogramm des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) in Kooperation mit dem Fischereiverband NRW für den Schutz der Wanderfische, Lachse, Meerforellen, Aale, Nordseeschnäpel und Maifische gearbeitet. Die Bezirksregierung Arnsberg kümmert sich um die Umsetzung des Projekts.

Auch in den kommenden Jahren sollen weiterhin Lachse ausgesetzt werden, um einen neuen „genetisch angepassten“ Rheinlachsstamm aufzubauen.

 Pressemitteilung

Jari Wieschmann 06.12.2007

Noch Verbesserungsmöglichkeiten bei der Phosphor-Elimination

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Anlässlich der Karlsruher Flockungstage, sagte Prof. Erhard Hoffmann vom Institut für Wasser und Gewässerentwicklung der Universität Karlsruhe Anfang Oktober 2007, dass bei bestehenden Anlagen im Bezug auf „Phosphor “ noch was gehe. Zusätzliche Anreize zur Verbesserung der Reinigungsleistung würde das Interesse der Betreiber finden. Erforderlich seien dafür eine stärkere Einbeziehung von Messe-, Steuer- und Regeltechnik. In seinem Vortrag wurden dazu auch interessante statistische Daten vorgestellt. So würde selbst bei der Rückgewinnung des gesamten Phosphors aus dem kompletten Abwasser kommunaler Kläranlagen, der Düngerbedarf der Bundesrepublik nur zu 20 Prozent gedeckt werden. Interessant sind auch die veränderten Frachten über die Jahre. In 1975 lag der P-gehalt noch bei 5 g /E/d. Heute geht man von 1,6 bis 1,9 g E/d aus. Bei der Menge 1,6 g stammen 85 Prozent der P-Fracht von menschlichen Ausscheidungen, was bedeutet, dass eine weitere Reduktion nicht mehr möglich ist.

Die gesamte die Fracht aus maschinellen Geschirrspülmitteln betrug 2006 etwa 7000 t/a. Wenn man auf Polyphosphate in den Geschirrspülmitteln verzichten würde, könnte man eine Reduktion und von rund 25 Prozent pro Einwohner/d erreichen.

Bei der Belastung der Gewässer kann man im Vergleich zu 1975 stolze Zahlen präsentieren:  die in Oberflächengewässer eingeleitete P-Fracht wurde um 75 Prozent von 91350 t/a auf 9070 t/a reduziert.

Auf die Möglichkeiten der P-Elimination speziell in Baden Württemberg war der  Referent der Ansicht, dass die Bereitschaft  der Betreiber derzeit der auf Grund der guten Ergebnisse gering sei. Optimierungspotenziale sieht er bei der Prozesskontrolle. den Dosierstellen und bei der Steuer- und Regelungstechnik. Für den Betreiber gebe es derzeit wenig Anreize zu weiteren Investitionen, da die wasserrechtlich geforderten Werte erreicht würden und zusätzliche Maßnahmen nur die Betriebskosten erhöhten. Trotzdem sieht Hoffmann Handlungsbedarf, da der Pges- Zielwert von 0,1 bis 0,15 mg/l für die Gewässergüteklassen eins bis zwei in Baden Württemberg nur etwa zu 50 Prozent erreicht würden.

3.300 Tonnen Krankenhausabfälle in Tongrube Trottheide gekippt

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Wie erst jetzt bekannt wurde hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin schon im Oktober Klage gegen zwei Entsorgungsunternehmer eingereicht, die die Tongrube Trottheide in Marienthal (Kreis Oberhavel) illegal mit 3.300 Tonnen zum Teil hochinfektiösem Praxis- und Krankenhausmüll verfüllt haben sollen. In diesem Zusammenhang ist das brandenburgische Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) erneut in die Kritik geraten. Der Kreisverwaltung Oberhavel hätten nach eigenen Angaben schon vor zwei Jahren Hinweise auf die illegale Verfüllung der Grube vorgelegen. Anwohnern waren wiederholt LKW von einer Verleihfirma aus Hockenheim aufgefallen, die offensichtlich keinen Bauschutt, sondern große Mengen Krankenhausmüll in die Grube abgekippt haben sollen. Diese Hinweise habe der Kreis mehrmals an das zuständige Landesbergbauamt Cottbus weitergeleitet. Dort sei die Sache dann aber nicht weiterverfolgt worden – stattdessen habe der Kreis die Auskunft erhalten, dass in der Grube alles mit rechten Dingen zugehe. Auch habe das LBGR Mitarbeitern der Kreisverwaltung unter Berufung auf sein Hausrecht den Zutritt zum Gelände untersagt. Erst auf Intervention des Landrates Karl Heinz Schröter hin, der bei einer Besichtigung der Grube nach eigenem Bekunden förmlich „über Berge von Krankenhausabfällen gestolpert“ sei, habe die zuständige Staatsanwaltschaft in Neuruppin schließlich die Ermittlungen aufgenommen. Einer Sprecherin des Landgerichts zufolge wird das Verfahren wahrscheinlich schon Anfang des Jahres eröffnet werden.

Unterdessen hat der, im Zusammenhang mit den Müllskandalen in den brandenburgischen Gruben Markendorf und Malterhausen, von der Staatsanwaltschaft bestellte Gutachter angekündigt, dass er die Ergbnisse seiner Untersuchungen noch in diesem Jahr vorlegen wird. Durch das Gutachten soll insbesondere festgestellt werden, ob und ggf. in welchem Umfang das Grundwasser durch die illegalen Müllablagerungen belastet worden ist. Ermittler hatten die illegalen Deponien im Sommer entdeckt und stillgelegt. Insgesamt waren dort mehr als 700.000 Kubikmeter illegal abgelagerter Müll gefunden worden.

Pressemitteilung von: Wastecontrol – Initiative gegen illegale Abfallentsorgung
Initiative Wastecontrol
c/o Martin Reetz
Nesselrodestraße 6
50735 Köln
0163-7511611

Wastecontrol ist eine unabhängige Initiative gegen illegale Abfallentsorgung
mit Sitz im Rheinland. Die Initiative besteht aus einer kleinen Gruppe von Leuten aus Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen und verschiedenen politischen Parteien. Initiator ist Martin Reetz, freier Journalist aus Köln, der überwiegend Energie und Umweltthemen kommuniziert.
www.wastecontrol.de