Mittwoch, Oktober 28, 2020
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Noch Verbesserungsmöglichkeiten bei der Phosphor-Elimination

Anlässlich der Karlsruher Flockungstage, sagte Prof. Erhard Hoffmann vom Institut für Wasser und Gewässerentwicklung der Universität Karlsruhe Anfang Oktober 2007, dass bei bestehenden Anlagen im Bezug auf „Phosphor “ noch was gehe. Zusätzliche Anreize zur Verbesserung der Reinigungsleistung würde das Interesse der Betreiber finden. Erforderlich seien dafür eine stärkere Einbeziehung von Messe-, Steuer- und Regeltechnik. In seinem Vortrag wurden dazu auch interessante statistische Daten vorgestellt. So würde selbst bei der Rückgewinnung des gesamten Phosphors aus dem kompletten Abwasser kommunaler Kläranlagen, der Düngerbedarf der Bundesrepublik nur zu 20 Prozent gedeckt werden. Interessant sind auch die veränderten Frachten über die Jahre. In 1975 lag der P-gehalt noch bei 5 g /E/d. Heute geht man von 1,6 bis 1,9 g E/d aus. Bei der Menge 1,6 g stammen 85 Prozent der P-Fracht von menschlichen Ausscheidungen, was bedeutet, dass eine weitere Reduktion nicht mehr möglich ist.

Die gesamte die Fracht aus maschinellen Geschirrspülmitteln betrug 2006 etwa 7000 t/a. Wenn man auf Polyphosphate in den Geschirrspülmitteln verzichten würde, könnte man eine Reduktion und von rund 25 Prozent pro Einwohner/d erreichen.

Bei der Belastung der Gewässer kann man im Vergleich zu 1975 stolze Zahlen präsentieren:  die in Oberflächengewässer eingeleitete P-Fracht wurde um 75 Prozent von 91350 t/a auf 9070 t/a reduziert.

Auf die Möglichkeiten der P-Elimination speziell in Baden Württemberg war der  Referent der Ansicht, dass die Bereitschaft  der Betreiber derzeit der auf Grund der guten Ergebnisse gering sei. Optimierungspotenziale sieht er bei der Prozesskontrolle. den Dosierstellen und bei der Steuer- und Regelungstechnik. Für den Betreiber gebe es derzeit wenig Anreize zu weiteren Investitionen, da die wasserrechtlich geforderten Werte erreicht würden und zusätzliche Maßnahmen nur die Betriebskosten erhöhten. Trotzdem sieht Hoffmann Handlungsbedarf, da der Pges- Zielwert von 0,1 bis 0,15 mg/l für die Gewässergüteklassen eins bis zwei in Baden Württemberg nur etwa zu 50 Prozent erreicht würden.