Start Blog Seite 173

Nilpferde in Kläranlage glücklich

0

In Kenia haben Nilpferde sich das Becken einer Kläranlage zum Baden ausgesucht. Ob sie es sich dauerhaft in der Abwasserbehandlungsanlage gemütlich machen, bleibt abzuwarten. An der Wasserqualität scheinen sie sich jedenfalls nicht zu stören.

NAIROBI – Weil im Nakuru-See in Kenia der Wasserstand niedrig ist, planschen einige Nilpferde lieber im Wasserbecken einer nahe gelegenen Kläranlage. Die Tiere aus dem Nationalpark im kenianischen Rift Valley haben es sich in der Abwasserbehandlungsanlage gemütlich gemacht, berichtete die Zeitung „Daily Nation“ am Dienstag.

Der Wasserstand im See, in dem die Nilpferde mit zahlreichen Flamingos, Pelikanen und anderen Wasservögeln leben, ist trotz des vielen Regens der vergangenen Wochen nicht deutlich gestiegen, mehr unter:
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1262873724530.shtml

Prallschutz Fällmittelbehälter

0

Um die Lösewasserleitungen in Salzbunkern zu schützen, werden meist Steine mit einem Durchmesser von 6 bis 10 cm benutzt. Auf die am Boden des Salzbunkers befindlichen Rohre, wird üblicherweise eine 30 bis 40cm hohe Steinschicht aufgetragen. Durch die saure Salzlösung und die mechanische Beanspruchung beim Einfüllen des Fällmittelsalzes, zerbröseln die Steine im Laufe der Zeit. Der entstehende Sand setzt sich in die Bohrungen der Lösewasserleitungen. Bei Zugabe von Lösewasser, wird dieses ungleichmäßig verteilt, was zu Salzbergen im Fällmittelbunker führen kann. Ebenso wird die Schutzwirkung für die Lösewasserrohre deutlich geschwächt. Das Ausräumen des Bunkers und Ersetzen der Steine in regelmäßigen Abständen ist die Folge. Das erfordert viel Aufwand und Zeit, in der der Behälter nicht betriebsbereit ist.
Eine wirkungsvolle Abhilfe besteht in der Verwendung eines alternativen Prallschutzes. Gute Erfahrungen wurden mit einfachen Kunststoffpaletten gemacht. Diese Kunststoffpaletten haben zusätzlich den Vorteil, weniger Behältervolumen in Anspruch zu nehmen, so dass mehr Nutzvolumen für den Salzstock oder die Fällmittellösung übrig bleibt. Der Abstand zu den Wänden sollte nicht mehr als 2 cm betragen. Die Paletten lassen sich zum Anpassen mechanisch gut bearbeiten.

Bild: PE-Recycling-Paletten im Lösebunker

Bild FW-AWT-Prallschutz-G.JPG

Je nach Anordnung müssen an den Paletten Stege für die Lösewasserrohre ausgeklinkt werden. Dadurch, dass das Salz zwischen die Hohlräume wandert, ist ein sehr guter Prallschutz gegeben. Die Paletten müssen miteinander verbunden werden, damit sie nicht ausgehebelt werden können. Das einfache Aneinanderschrauben hat sich dabei nicht bewährt, da die Stege in aller Regel zu dünn sind. Besser ist das Zusammenbinden mit beständigen Metallbändern. Gegen die Auftriebsgefahr, da z.B. Paletten aus Recyclingpolyethylen eine geringere Dichte als die Salzlösung haben, ist eine Beschwerung erforderlich, die jedoch auch beständig gegen das Fällmittel sein muss. Wenn es einmal notwendig sein sollte, den Behälter auszuräumen, dann ist es so sehr einfach möglich. Das Restsalz wird einfach mit einem Wasserstrahl aufgelöst bis die Paletten frei sind. Eine Palette wird herausgenommen und schon ist sogar ein Pumpensumpf vorhanden.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel haben, dann freuen wir uns auf Ihre E-Mail an Fachwissen@klaerwerk.info


Autor: CS

 

Neues vom Bärtierchen: Müll-Heimlichkeiten

0

Wissen Sie, was ein Marienkäfer, ein Hummer und ein Echiniscus-Bärtierchen gemeinsam haben?

Richtig, jede Menge Carotinoide im Stoffwechsel. Klar, daher kommen die schönen roten und rot-orangen Farbtöne – wenn auch leider beim Hummer erst unter menschlich-kulinarisch-brutalen Randbedingungen…mehr unter:

http://www.baertierchen.de/archiv.html

Neuer Arbeitskreis Schachtsanierung beim RSV

0

Gesamtbauwerk im Fokus

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) führt seit
1984/85 Umfragen zum Zustand der Kanalisation in Deutschland durch. Im Jahr 2001 standen
erstmalig auch die Schäden an Schachtbauwerken im Blickpunkt. Das ernüchternde Ergebnis:
Genauso wie bei den Leitungen besteht auch bei den Schachtbauwerken zunehmender Sanierungsbedarf.

Schäden an Abdeckung und Rahmen sowie schadhafte Steighilfen gehören dabei
zu den Schadensbildern, die in fast 50% der Kanalnetze häufig auftreten. Aber noch häufiger
fallen falsch eingebundene oder hinterläufige Schachteinbindungen sowie biogene Schwefelsäurekorrosion
an Schachtinnenwandungen auf. Grund genug für den RSV – Rohrleitungssanierungsverband
e.V., sich dem Thema gezielt zu widmen. Deshalb wurde Anfang November
der Arbeitskreis „Schachtsanierung“ ins Leben gerufen. Bei der Arbeit der 25 Teilnehmer
steht in erster Linie die Betrachtung des Gesamtbauwerks im Fokus. Bereits Ende 2010 soll
der Entwurf für ein neues RSV-Merkblatt vorgestellt werden, das sich „rund um den Schacht“
mit allen Aspekten von der Statik bis zu den geeigneten Sanierungsverfahren beschäftigt. Zur
Zeit erfolgt die Sanierung von Schächten mit vorgefertigten Kurzrohren, örtlich hergestellten
und erhärtenden Auskleidungen, montierten Einzelelementen, integrierten Verankerungen,
GfK-oder PE-Segmenten, Ortslaminaten, mineralischen Beschichtungen, organischen Beschichtungen
und anderen Verfahren. Im Merkblatt sollen Anforderungen an die Verfahren,
Gütesicherung und Prüfungen beschrieben werden.
Die Teilnehmer des Arbeitskreises kommen aus Ingenieurbüros oder kommunalen Verwaltungen.
Auch Vertreter von ausführenden Unternehmen und von Herstellerseite sitzen mit am
Tisch. Das sorgt laut Aussage des geschäftsführenden RSV-Vorstandsvorsitzenden Dipl.-
Volkswirt Horst Zech für den nötigen Praxisbezug. Der Arbeitskreis, der aufgrund seiner
Größe und der Vielseitigkeit des Themas in verschiedene Untergruppen aufgeteilt werden
soll, will in einem ersten Schritt den aktuellen Stand der Technik im Bereich der Schachtsanierung
abbilden. In den nächsten Monaten soll dann Schritt für Schritt ein RSV-Arbeitsblatt
entstehen, das zu allen Aspekten eines Schachtbauwerkes von der Produktion über den Einbau
bis hin zur Sanierung Stellung nimmt. Ende 2010 – so rechnet Zech – wird die Arbeitshilfe
für Auftraggeber und Auftragnehmer im Entwurf fertig sein. Mit dem Merkblatt will der
RSV das Qualitätsniveau bei Herstellung und Einbau sowie bei der Nutzungsdauer von
Schachtbauwerken deutlich anheben.
Dies entspricht der Philosophie des Rohrleitungssanierungsverbandes: „Die Qualitätssicherung
und die Förderung des Einsatzes von modernen und ausgereiften Sanierungsverfahren
gehört zu den Hauptzielen“, so Zech. Die in den bisher erschienenen zehn RSV-Merkblättern
beschriebenen Anforderungen an die verschiedenen Sanierungsverfahren haben in der Branche
Maßstäbe gesetzt und werden sowohl bei der Ausbildung von Fachpersonal als auch in
der täglichen Praxis von Auftraggebern, Planern und ausführenden Unternehmen genutzt.
Entwickelt und regelmäßig aktualisiert werden die Merkblätter von den RSV-Arbeitskreisen.
Das Ergebnis sind Verfahrensmerkblätter nach dem neuesten Stand der Technik, die neben
anwendbaren Normen ebenfalls für Ausschreibungen genutzt werden.

Ansprechpartner:
RSV – Rohrleitungssanierungsverband e.V.
Dipl.-Volkswirt Horst Zech
Eidechsenweg 2
49811 Lingen (Ems)
Tel.: 0 59 63-981 08 77
E-Mail : rsv-ev@t-online.de
Internet: www.rsv-ev.de

Wie viel Wasser hat das Meer?

0

Schwankungen des Meeresspiegels zu messen, ist vergleichsweise einfach. Weitaus komplizierter ist es,
daraus die Änderung der Wassermasse zu berechnen. Einem Team von Geodäten und Ozeanographen der Universität Bonn, des Deutschen Geoforschungszentrums GFZ und des Alfred-Wegener-Instituts für Polarund Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft ist das nun erstmals gelungen. Die Forscher konnten kurzzeitige Schwankungen in der räumlichen Verteilung der Ozeanwassermassen beobachten. Ihre Ergebnisse sind unter anderem für bessere Klimamodelle wichtig.

Um das Ozeanvolumen in einer bestimmten Region zu berechnen, muss man (neben der Topographie des Meeresbodens) lediglich die Höhe des Meeresspiegels kennen. Dazu greifen Forscher schon seit langem auf Pegelstationen und Satellitenverfahren zurück. Die Ozeanmasse hängt aber nicht nur vom Volumen, sondern auch von der Temperatur und vom Salzgehalt ab. So dehnt sich Wasser bei Erwärmung aus.

Warmes Wasser wiegt daher weniger als dieselbe Menge kalten Wassers.
Zur Berechnung der Ozeanmasse müsste man daher die Temperatur- und Salzgehalts-Profile kennen.
Diese lassen sich aber nicht einfach messen. „Wir haben für unsere Studie daher verschiedene Verfahren kombiniert, um auf Masseänderungen zu schließen“, erklärt Professor Dr. Jürgen Kusche. Der Bonner Geodät ist Coautor des Fachartikels, das nun im Journal of Geophysical Research erschienen ist.
Einerseits nutzten die Forscher Daten der deutsch-amerikanischen Satellitenmission GRACE. Dabei werden die Abstände zweier Satelliten (im Volksmund Tom und Jerry genannt, weil sie auf der gleichen Umlaufbahn hintereinander herjagen) auf Tausendstel Millimeter genau vermessen. Je größer die Ozeanmasse an einem bestimmten Punkt der Erde ist, desto stärker ist dort die Gravitationskraft. Das wirkt sich auf die Flughöhe der Satelliten und damit auf ihren Abstand voneinander aus. Über die Abstandsänderung lässt sich die Anziehungskraft und daher die Masse ableiten.

Meeresboden biegt sich unter der Last des Wassers Außerdem machten sich die Wissenschaftler einen
Effekt zu Nutze, den vor allem Vielleser kennen dürften: Ähnlich wie sich in einem überfüllten Bücherregal die Regalböden wölben, biegt sich der Meeresboden unter der Last der Wassermassen durch. Dadurch sinken stationäre GPS-Messstationen am Land um bis zu einem Zentimeter ab und rücken wenige Millimeters näher aneinander. Je schwerer das Wasser, desto stärker fällt diese Bewegung aus.

„Wir haben diese Messdaten mit numerischen Modellen des Ozeans kombiniert“, erklärt Kusche. „So
konnten wir erstmals nachweisen, dass insbesondere in den höheren Breiten regelmäßig bedeutende
Schwankungen der Wassermasse auftreten, und das innerhalb von nur ein bis zwei Wochen.“
Bislang wusste man lediglich, dass die Masse des weltweiten Ozeanwassers jahreszeitlich im Schnitt um
etwa drei Billiarden Kilogramm schwankt – das entspricht etwa sieben bis acht Millimetern
Meeresspiegelvariation. Dieser Effekt wird unter anderem durch Variationen in Niederschlag und
Verdunstung sowie der Speicherung von Wasser als Schnee hervorgerufen. Aber auch das Abschmelzen
der Gletscher und der Eismassen in Grönland und der Antarktis spielen eine Rolle.
Aus dem Vergleich der Massen- und Volumenänderung wollen die Forscher insbesondere auf
Veränderungen der im Ozean gespeicherten Wärmemenge schließen. Demnächst sollen daher auch die
langzeitlichen Veränderungen untersucht werden. Die Ergebnisse sollen unter anderem in bessere
Klimamodelle einfließen.

Ein dringender Wunsch der Wissenschaftler ist die Realisierung einer rechtzeitigen Nachfolgemission für das Satellitentandem GRACE. Der Wert der mit GRACE gewonnenen Informationen, der insbesondere in der Erfassung von Trends im Erdsystem liegt, könnte sonst nicht voll für die Erdsystem- und Klimaforschung ausgeschöpft werden.

Die Arbeiten werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Schwerpunktprogramm
„Massentransporte und Massenverteilungen im System Erde“ gefördert. Das Programm wird am Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn koordiniert.

Ansprechpartner:
Dr. Frank Flechtner
GFZ Potsdam
E-Mail: Frank.Flechtner@gfz-potsdam.de
Dr. Jens Schröter
AWI Bremerhaven
E-Mail: Jens.Schroeter@awi.de
Prof. Jürgen Kusche
Universität Bonn
E-Mail: kusche@geod.uni-bonn.de

Das Leben im Wasser verstehen und schützen

0

Weltweit einzigartiges Forschungsprojekt stellt gebündeltes Wissen zur Artenvielfalt zur Verfügung

Wir befinden uns am Rande einer globalen Biodiversitätskrise. Bis zum Jahre 2050 ist mit einem Verlust von bis zu 50 Prozent der weltweiten Artenvielfalt zu rechnen. Der Erhalt der Biodiversität ist daher eine globale gesellschaftliche Herausforderung, vergleichbar dem Klimaschutz, der nachhaltigen Energieversorgung und der Sicherung der Welternährung. Unter Federführung des Leibniz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin entwickeln Wissenschaftler aus 19 internationalen Institutionen in einem weltweit einzigartigen Forschungsprogramm eine allgemein zugängliche Informationsplattform, um Veränderungen der Biodiversität in Süßwassersystemen rasch dokumentieren und besser vorhersagen zu können.
Das Projekt BioFresh startet im November 2009. Insbesondere unsere Seen, Flüsse und Feuchtgebiete zählen zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen. Mit dem Verlust von Biodiversität geht nicht nur die Schönheit unseres Planeten verloren, wir verlieren auch grundlegende Leistungen der Ökosysteme, von denen wiederum unser Wohlergehen abhängt. So ist sauberes Trinkwasser eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen, die von Binnengewässern bereitgestellt wird.
Mangelhaftes Wissen über die einzigartige biologische Vielfalt in Binnengewässern sowie die fehlende Verknüpfung und Verfügbarkeit von vorhandenen Daten und Modellen sind mitverantwortlich, dass viele nationale und internationale Biodiversitätsprogramme viel zu kurz greifen. Erschwerend kommt hinzu, dass nur wenig darüber bekannt ist, wie sich Ökosysteme in Zeiten des Klimawandels und der damit zusammenhängenden sozioökonomischen Veränderungen entwickeln werden.
Wissenschaftler aus 19 internationalen Institutionen entwickeln in dem Projekt BioFresh, das im November 2009 unter Koordination des IGB startet, eine weltweit einzigartige Informationsplattform, welche die vorhandenen Informationen zu Süßwasserorganismen bündelt, Modelle zur Veränderung der aquatischen Biodiversität erarbeitet und diese Informationen dann der Politik und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. „Anstatt immer wieder neue Daten zu generieren, können Wissenschaftler über BioFresh vorhandene Daten nutzen, um beispielsweise Vorhersagemodelle zur Veränderung der Artenvielfalt zu entwickeln.
Eine interaktive Informationsplattform wie BioFresh ist wesentliche Grundlage für ein erfolgreiches Biodiversitätsmanagement“, so Klement Tockner, Direktor des IGB und Initiator des Projektes. Ziel ist es zugleich, den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Planern und Entscheidungsträgern zu fördern, bisherige Strategien zum Schutz der Artenvielfalt zu verbessern und damit die Biodiversitätsstrategie der EU sowie in Deutschland zu unterstützen. Das mit 6,5 Millionen Euro von der Europäischen Kommission geförderte Verbundprojekt ist zunächst über einen Zeitraum von vier Jahren angelegt.

Kontakt:
Nadja Neumann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Müggelseedamm 310
12587 Berlin
Tel: 030/64181631
Fax: 030/64181600
nadja.neumann@igb-berlin.de
www.igb-berlin.de

Verantwortlicher Wissenschaftler:
Prof. Dr. Klement Tockner
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) 

Wie finanziert sich die Weiterbildung in Deutschland?

0

Bildung hat (auch) eine ökonomische Seite. Marketing, Qualitätsmanagement und Kostendeckung gehören mittlerweile zum Hand-werkszeug für die Arbeit in Weiterbildungseinrichtungen, in denen die Teilnehmenden zunehmend als Kundinnen und Kunden betrachtet werden. Trotz der Alltäglichkeit von Finanzierungsfragen sind die Strukturen, auf denen die Finanzierung von Weiterbildung aufbaut, hoch komplex und vielschichtig. Mit dem Studientext „Finanzierung der Weiterbildung in Deutschland“ legt Autor Stefan Hummelsheim eine komprimierte und trotzdem umfassende Einführung vor, die Grundlagen für zukünftige Debatten schafft.

Stefan Hummelsheim stellt zunächst die wichtigsten Begriffe, Konzepte und Fragen der bildungsökonomischen Analyse vor und beleuchtet die bestehenden betrieblichen, individuellen, öffentlich- sowie SGB III-geförderten Finanzierungsstrukturen von Weiterbil-dung. Schließlich werden die wesentlichen theoretischen Finanzierungsalternativen aufgezeigt sowie konkrete Reformvorschläge für vorhandene Problemlagen diskutiert, die das Handlungspotenzial von in der Weiterbildung Tätigen vergrößern.

„Finanzierung der Weiterbildung in Deutschland“ erläutert den Leser/inne/n aus Wissenschaft, Politik und Praxis die wichtigsten Begriffe, Verfahren und Argumente, mit deren Hilfe eine kritische Beurteilung der existierenden oder alternativ vorgeschlagenen Finanzierungsmodelle möglich wird.

Stefan Hummelsheim
Finanzierung der Weiterbildung in Deutschland
Reihe: Studientexte für Erwachsenenbildung
W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2010
156 Seiten, 19,90 EUR

Bestell-Nr. 42/0026
ISBN 978-3-7639-1976-5

Der Autor Stefan Hummelsheim hält am 19. März 2010 (15 Uhr) auf der didacta in Köln einen Vortrag zum Thema „Öffentliche Förderung der Weiterbildung – Eine Bilanz individueller und institutioneller Förderwege“

Quelle: Sarah Maur, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen

Schlammbettreaktoren zur nachgeschalteten Denitrifikation

0

In der Dissertation von Jörn Einfeldt wurden
das Betriebsverhalten und die Leistungsfähigkeit
von Schlammbettreaktoren
zur nachgeschalteten Denitrifikation
untersucht. Im Ergebnis wurde anhand
von Laboruntersuchungen, großtechnischen
Messungen und der mathematischen
Modellierung mit einem geringfügig
modifizierten ASM3 (Activated
Sludge Model No. 3) für dieses Verfahren
ein Bemessungsansatz aufgestellt. Außerdem
ist es mit den erarbeiteten
Grundlagen nun möglich, das Verfahren
gezielt hinsichtlich Leistung und Substrateinsatz
zu optimieren.
Ein wichtiges Element in der biologischen
Abwasserreinigung ist die Stickstoffelimination,
bestehend aus den Teilschritten
Nitrifikation und Denitrifikation.
Für die Denitrifikation ist ausreichend
verfügbares Substrat verfahrenstechnisch
zur Verfügung zu stellen. Das
kostengünstigste Substrat für die Denitrifikation
von Nitrat sind normalerweise
die im Rohabwasser enthaltenen Kohlenstoffverbindungen.
Um das gebildete Nitrat
mit Rohabwasser in Kontakt zu bringen
und dieses Substrat für die Denitrifikation
zu nutzen, existiert bereits eine
Reihe bewährter Verfahren mit Kreislaufoder
Kaskadenführung des Abwasserstroms
oder mit zeitabhängigen Steuerungsmechanismen.
Unter besonderen
räumlichen Randbedingungen oder im
Zuge der Erweiterung bestehender Anlagen
kann es jedoch ein Vorteil sein, zusätzliche
Verfahrensstufen einzuführen,
die sich unabhängig vom übrigen Verfahren
modular ergänzen und optimieren
lassen, so dass an den vorhandenen, zum
Teil komplexen Verfahrensführungen keine
größeren Modifikationen vorgenommen
werden müssen. Hierzu zählt das
Verfahren der nachgeschalteten Denitrifikation.
Bei allen Varianten zur nachgeschalteten
Denitrifikation ist die Zugabe einer
internen oder externen Kohlenstoffquelle
erforderlich. Bei internen Kohlenstoffquellen
wie Rohabwasser, Primär- oder
Überschussschlamm haben die Schwankungen
der Substratqualität …

Den ganzen Artikel lesen Sie In der Korrespondenz Abwasser Heft 12-2009 ab Seite1280

Schlammbettreaktoren zur nachgeschalteten
Denitrifikation:
Bemessung, Betrieb und Modellierung
Dissertation von Jörn Einfeldt
Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Ralf Otterpohl
Institut für Abwasserwirtschaft und
Gewässerschutz der TU Hamburg-Harburg
erschienen als Band 65 der Hamburger
Berichte zur Siedlungswasserwirtschaft
30 Euro, ISBN 978-3-930400-39-3
Gesellschaft zur Förderung und
Entwicklung der Umwelttechnologien an
der Technischen Universität Hamburg-
Harburg e. V. (GFEU), Hamburg, 2008
kostenloser Download:
www.tu-harburg.de/aww/publikationen/
pdf/diss/Dissertation-Joern-Einfeldt-
TUHH-AWW-Band-65.pdf

 

Biogas auf der IFAT 2010: Energie nicht nur vom Acker

0

Neben landwirtschaftlicher Biomasse können auch organische Abfälle aus Kommunen, Gewerbe und Industrie zur Biogaserzeugung dienen

Die internationale Umwelttechnologiemesse IFAT 2010 wird diesem zukunftsträchtigen Verwertungsweg ein umfassendes Forum bieten

Die Erzeugung von Biogas ist in der Abfallentsorgung eine bisher noch kaum genutzte Option. Nach Angaben des Fachverbands Biogas werden zum Jahresende 2009 in Deutschland rund 4.500 Biogasanlagen in Betrieb sein. Etwa 95 Prozent davon nutzen landwirtschaftliche Substrate wie Gülle, Mist und Energiepflanzen. Kommunal eingesammelter Haushaltsbiomüll oder organische Abfälle aus der Lebensmittelproduktion dienen bislang nur in sehr begrenztem Umfang als Energiequellen.

Ein Grund hierfür liegt in der stark schwankenden Zusammensetzung dieser Inputstoffe, die für die Vergärungstechnologien eine besondere Herausforderung darstellt. Außerdem müssen abgelaufene Lebensmittel und sonstige Speiseabfälle vor der Vergärung hygienisiert werden, was zusätzliche Kosten bedeutet.
Nichtsdestotrotz haben sich in Deutschland und weiteren, vor allem europäischen Staaten, ein Reihe von Firmen etabliert, die auch für kommunale und industrielle Bioabfälle Vergärungsverfahren anbieten. Ein bedeutender Teil dieser Unternehmen wird die internationale Umweltleitmesse IFAT im September 2010 nutzen, um Lösungen zu präsentieren. Technik und Dienstleistungen rund um das Thema Biogas bilden seit der Vorgängerveranstaltung im Jahr 2008 einen neuen Schwerpunkt der traditionsreichen Münchner Umwelttechnologiemesse.

Neben die Erzeugung von Strom und Wärme über Blockheizkraftwerke ist in den letzten Jahren die Aufbereitung des Biogases auf Erdgasqualität als weitere energetische Verwertungsoption getreten. Der Charme dabei ist, dass das veredelte Biogas direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden und so leitungsgebunden zu jedem Einsatzort und zu jeder Verwendungsart gelangen kann. Laut dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES (Kassel) waren im November 2009 in Europa mehr als 80 Biogasaufbereitungsanlagen in Betrieb. Von diesen speisten nach Informationen der Deutschen Energie Agentur (dena, Berlin) 44 Anlagen das aufbereitete Biogas in öffentliche Gasnetze ein.

Obwohl Schweden die weltweit größte Zahl an Biogasveredelungsanlagen hat, liegt die größte Einspeisekapazität in Deutschland. Ein Grund dafür ist, dass in Schweden – wie auch in einigen anderen europäischen Staaten – das aufbereitete Biogas in vielen Fällen direkt als Kraftstoff genutzt wird, ohne den Zwischenschritt der Einspeisung. Deutschland hingegen verfügt nach Angaben der dena im europäischen Vergleich über die höchste gesetzliche Einspeisevergütung für Bio-Erdgas, dicht gefolgt von Österreich.

Ein Marktanreiz, der auch auf die Anlagen zur Vergasung von Bioabfällen wirkt. Ein aktuelles Beispiel ist die Biogasanlage in Altenstadt/Schongau. Die im Jahr 2001 in Betrieb genommene Anlage vergärt gewerbliche Abfälle, wie überlagerte Lebensmittel, Reststoffe aus Käsereien und Molkereien, Schlachtabfälle sowie Biomüll. Bevor die Abfallstoffe in die Nassfermenter gelangen, durchlaufen sie eine Hygienisierungsstufe, die durch Hitze prozessschädliche Bakterien abtötet. Bisher produzierte die Anlage ein Rohbiogas, das in fünf Blockheizkraftwerken mit einer elektrischen Gesamtleistung von knapp zwei Megawatt vor Ort verstromt wurde. Die parallel entstehende Wärme wurde zu einem Drittel zur Hygienisierung der Inputstoffe und zu einem weiteren Drittel zur Beheizung der Fermenter genutzt. Der Rest wurde mangels Abnehmer über Wärmetauscher an die Umwelt abgegeben. Nicht zuletzt um diese ökonomisch wie ökologisch negativen Energieverluste abzustellen, hat die Erdgas Schwaben GmbH aus Augsburg zusammen mit der Ökopower GmbH (Altenstadt) im Sommer dieses Jahres eine ergänzende Anlage gebaut, die das Biogas auf einen Methangehalt von rund 98 Prozent aufbereitet. Aus stündlich 1.200 Kubikmetern Rohgas sollen 750 Kubikmetern Bio-Methan entstehen, die in das Erdgas-Verteilnetz eingespeist werden. Die Anlage arbeitet seit November 2009 im Probebetrieb; die offizielle Inbetriebnahme ist für Frühsommer 2010 geplant.

Die Biotonne als Energiequelle nutzen will künftig die Berliner Stadtreinigung (BSR). Aus 60.000 Tonnen bei den Hauptstadt-Haushalten eingesammelten, organischen Abfällen sollen über zwei Fermenter mit Trockenvergärung und eine anschließende Gasreinigung etwa 2.200 Tonnen Bio-Erdgas gewonnen und ins Netz eingespeist werden. Geplant ist, das Mengenäquivalent an anderer Stelle zur Betankung von Erdgas betriebenen Abfallsammelfahrzeugen der BSR wieder zu entnehmen. Damit könnten der Umwelt die Emissionen von umgerechnet 2,5 Millionen Litern Diesel erspart bleiben. Das Projekt ist derzeit in der Genehmigungsplanung.

Weitere Informationen unter www.ifat.de

Energieversorgung, Wasser- und Abwasserversorgung spielen Domino

0

Essentielle Versorgungsinfrastrukturen wie Wasser-, Strom-, Gas- und Wärmeversorgung sind komplexe soziotechnische Systeme, die stark voneinander abhängen. Im Falle einer akuten Krise oder Katastrophe könnten Ausfälle eines Sektors, im schlimmsten Fall kaskadenartig auf andere übertragen werden. Derartige Notfallsituationen würden die verantwortlichen Akteure in einer Großstadt wie Berlin vor ungewohnte Herausforderungen stellen. Es mangelt an konkreten Ablaufplänen, Maßnahmekatalogen und einer angemessenen Kommunikationsstrategie für derartige Situationen. Mehr unter:

http://de.imss-berlin.eu/projekte/-simkas-3d-simulation
und
http://www.igg.tu-berlin.de/1829/