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Energieautarke Kläranlage Koblenz als europaweites Leuchtturmprojekt

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Großkläranlage Koblenz: „Abwasser energetisch sinnvoll nutzen“

Die Stadtentwässerung Koblenz hat sich erfolgreich um EU-Fördermittel aus dem Umweltprogramm LIFE+ beworben. Gefördert wird der Umbau der städtischen Kläranlage mit dem Ziel, einen möglichst energieautarken Betrieb zu erreichen. Die Rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad begrüßte das Großprojekt bei der Auftaktveranstaltung.

Umweltministerin Conrad: „Da Kläranlagen häufig die größten Energieverbraucher der Kommunen sind, entsteht hier ein Projekt mit besonderer Vorbildfunktion, welches in dieser Kombination von Techniken europaweit einzigartig ist. Es ist ein wichtiger Baustein zur Initiative des Landes im Bereich der Energieeffizienz insgesamt und speziell zur Energieoptimierung von Kläranlagen. Die Einzigartigkeit des Projekts liegt in dem ganzheitlichen Ansatz, mit dem die Energieautarkie erreicht werden soll bei der vorliegenden Kläranlagengröße. Damit trägt das Projekt auch zur Nachhaltigkeitsstrategie des Landes bei.“

Erreicht werden soll die Energieautarkie der zweitgrößten Kläranlage in Rheinland-Pfalz durch ein ganzes Maßnahmenpaket, darunter die Nutzung von Energieeinsparpotentialen, die Nutzung der Strömungsenergie des Abwassers mittels Turbinen (Wasserkraftnutzung), thermische Klärschlammverwertung, Abwärmenutzung z. B. aus der Gebläseluft oder aus dem anfallenden Filtratwasser, den Einbau neuer energieeffizienter Blockheizkraftwerke zur Stromerzeugung, die Verbesserung der Faulraumdämmung, der Einsatz von Photovoltaik und vieles mehr.

Ziel ist es zunächst, den kompletten Prozess der Schlammbehandlung energieautark, d.h. ohne zusätzlichen Energieinput zu gestalten und die anfallende Schlammmenge um mindestens 85 % zu reduzieren. Das LIFE + – Projekt ist maßgebend, um das Gesamtziel einer energieautarken Großkläranlage zu erreichen. Damit würde erstmals die Nutzung nicht nur des Energiepotenziales aus dem Klärschlamm, sondern auch aus den Abwasserströmen in großtechnischem Maßstab umgesetzt werden, so die Ministerin.
Das Projekt mit dem offiziellen Namen „Nutzung immanenter Energien für eine selbstversorgende Klärschlammbehandlung – ein zentraler Schritt auf dem Weg zu autarken Klärwerken“, hat bei der Europäischen Union Interesse geweckt. Das Projekt wurde in das LIFE+ Förderprogramm als Innovations- und Demonstrationsprojekt aufgenommen und wird während der Projektlaufzeit von 2010-2013 mit EU-Fördermitteln ausgestattet. Die Gesamtkosten in Höhe von 10 Millionen Euro werden mit 2 Millionen Euro aus dem EU-Förderprogramm LIFE+ gefördert.

Das Land begleitet das Projekt fachlich und wird die hierzu durchgeführte Machbarkeitsstudie zu dem Projekt mit 30.000 Euro fördern. Zudem stellte die Ministerin die Förderung von innovativen Maßnahmen, welche die LIFE+ – Maßnahmen sinnvoll ergänzen, in Aussicht.

Das Projekt ist eines von 196 EU-weit ausgewählten LIFE+ Förderprojekten, für die die EU insgesamt über 207 Millionen Euro bereitstellt. Rund ein Drittel davon fließt in 18 Projekte aus Deutschland, die im Rahmen des Auswahlverfahrens 2008 von der Europäischen Kommission hierfür ausgewählt wurden.
(Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz)

http://www.umweltruf.de/ticker/news3.php3?nummer=6206

Energieautarke Kläranlage – Wunschtraum oder Wirklichkeit?

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Erfahrungen aus der österreichischen Praxis

Der Ölpreis und in der Folge die Energiekosten sind in den
letzten Jahren dramatisch angestiegen. Ein Ende dieser
Entwicklung ist nicht abzusehen. Auch die letzten Zweifler
haben inzwischen erkannt, dass wir als wirkungsvolle Gegenmaßnahme
alle Möglichkeiten ausschöpfen müssen, um
Energie zu sparen.
Auch Abwasseranlagen sind hiervon betroffen. Schon seit
geraumer Zeit gibt es hierüber Untersuchungen und
Verbesserungsvorschläge [1-3]. Im Zuge eines Benchmarking-
Projekts österreichischer Kläranlagen wurden bis
2006 insgesamt 94 Kläranlagen bewertet [4], eine günstige
Gelegenheit, auch den Energieverbrauch und die Energiekosten
näher zu analysieren.
Bei dieser Analyse wird der Energieverbrauch in vier Hauptprozesse
und zwei Hilfsprozesse untergliedert. Zusätzlich
wird betrachtet, wie viel Energie für das Belüften, das Rühren
und die Rücklaufschlammpumpwerke erforderlich ist.
Nur wenn bekannt ist, welche Anlagenteile wie viel Energiebenötigen, können Einsparpotenziale gefunden werden.
Anhand einer sehr energieeffizienten Anlage wird abschließend
der Frage nachgegangen, ob ein energieautarker Betrieb
bei kommunalen Kläranlagen denkbar ist.

Energiekosten österreichischer Kläranlagen

Der Energieverbrauch – und damit die Energiekosten – einer
Kläranlage entsprechen der Summe aus elektrischem
und fossilem Energiebedarf (Öl, Gas). Im Wesentlichen werden
die Energiekosten von den Kosten für elektrische Energie
dominiert. Diese Kosten wiederum resultieren aus dem
elektrischen Energieverbrauch, dem durchschnittlichen Preis
je zugekaufter Kilowattstunde sowie dem Anteil an auf der
Anlage produziertem elektrischem Strom.
Wie aus …mehr:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info2-2010.pdf

Autor
Dr. Stefan Lindtner
Ingenieurbüro kaltesklareswasser

1020 Wien, Österreich

Großalarm auf der Kläranlage

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Auf der Kläranlage der Stadt Schwabach bahnt sich eine
Katastrophe an. Höchste Explosionsgefahr! Zwei Speicherbehälter
mit einem Fassungsvolumen von je 1000 m³, ein
weiterer Gasbehälter mit einem Volumen von 500 m³ und
zwei Faulbehälter mit je 2000 m³ drohen zu explodieren.
Aus einem der Gasspeicherbehälter mit einem Volumen von
1000 m³ kommt eine 10 m hohe Stichflamme heraus. Die
anderen angrenzenden Gasspeicher, Faulbehälter, Maschinenhallen
und Betriebsgebäude drohen in die Luft zu
fliegen. In allen Gebäuden sind gasführende Leitungen verlegt.
Hinzu kommt noch, dass ein Mitarbeiter vermisst wird.
Er hatte zuletzt Arbeiten an einer Gasleitung durchgeführt.
Eine Horrorvorstellung – doch Gott sei Dank nur eine Inszenierung!
Aber so oder so ähnlich könnte tatsächlich ein
Unglück passieren. Klar gibt es Sicherheitseinrichtungen;
aber niemand kann sagen, wie lange sie solch einer Hitzeentwicklung
standhalten. Grund genug für die städtische
Kläranlage, zusammen mit der Feuerwehr ein derartiges
Szenario durchzuspielen. Gemeinsam wird auf der Anlage
eine Großübung durchgeführt . Nur so können
sich die Einsatzkräfte mit dem Betriebspersonal auf solche
Situationen vorbereiten. Denn die Voraussetzungen sind
alles andere als einfach und ohne Übung kaum zu meistern.
Die Einsatzleitung der Feuerwehr muss genauestens überlegen,
was als erstes zu tun ist. Das beginnt bereits bei der
Beschaffung des Löschwassers, denn die Kläranlage verfügt
nur über eine eigene Brauchwasserversorgung. Das heißt,
es gibt nur einen einzigen Hydranten, der mit Stadtwasser
versorgt wird. Die restlichen Hydranten in der Kläranlage
sind als Ringsystem angelegt, das über eine Brauchwasseranlage
mit Brunnenwasser gespeist wird. Für die Feuerwehr
bedeutet das, dass sie ihre Löschwasserversorgung darüber
nicht aufbauen kann, denn schon nach kürzester Zeit würde
nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung stehen. Deshalb
muss die Feuerwehr ihre Versorgung vom nahe gelegenen
Gewässer, der Rednitz, her aufbauen. Viele Feuerwehrschläuche
sind nötig, um das Flusswasser zum Brandherd
zu bringen.
Nach dem Aufbau der Wasserversorgung wird das Feuer gelöscht,
die anderen Tanks gekühlt und angrenzende Gebäude
vom Überspringen des Feuers geschützt. Erst danach
dürfen die Schweratemschutzträger nach der vermissten
Person suchen. Ein anderer Trupp, mit hitzebeständigen
Anzügen ausgerüstet, muss versuchen, die Gasversorgung
zu kappen. Hierfür gibt es Anweisungen durch Kläranlagenpersonal,
welche Schieber geschlossen werden müssen.
Bereits während der Übung werden problematische Fragen
zwischen der Leitung der Feuerwehr und der Kläranlage
angesprochen, um für den Ernstfall gewappnet zu sein.
Diese spezielle Übung war in erster Linie nicht so sehr für
das Kläranlagenpersonal bestimmt, sondern für die Feuerwehr.
Die Feuerwehrfrauen und -männer …mehr:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info2-2010.pdf

Autorin
Michaela Jilg
Leiterin des Städtischen Klärwerks Schwabach
Lehrerin der Kläranlagen-Nachbarschaften in Bayern
Mail: michaela.jilg@schwabach.de

Siebrechen im Trennbauwerk vor der Kläranlage

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Der Abwasserverband „Oberes Nettetal“ ist Träger der gleichnamigen
Kläranlage und liegt in Rheinland-Pfalz, in der
Nähe des Klosters Maria Laach und des Nürburgrings. Die
Reinigungsanlage wurde 1975 gebaut. Die im Lauf der Jahre
veraltete Technik führte dazu, dass die Anlage erneuert
und vergrößert werden musste. Nach dreijähriger Bauzeit
ist im Jahr 2008 die neue Anlage mit einer Ausbaugröße
von 11 500 EW offiziell fertig geworden.
Um die Kläranlage hydraulisch nicht zu überlasten, errichteten
wir im Rahmen des Umbaus im Zulauf ein Trennbauwerk.
Hier sollte bei größeren Regenereignissen das
überschüssige Mischwasser in ein Regenüberlaufbecken
(RÜB) geleitet werden. Damit die Leerung und die Reinigung
des RÜB problemlos möglich sind, wollten wir an der
Entlastungsschwelle im Trennbauwerk die Grobstoffe aus
dem Mischwasser herausholen.
Die große Frage war dabei für uns, welche technische Einrichtung
sich für diese Aufgabe eignet bzw. bewährt hat.
Lösbar wäre diese Aufgabe natürlich mit entsprechend
leistungsstarken Rechenanlagen im Kläranlagenzulauf. Doch
wegen der großen Wassermengen müssen diese extrem groß
dimensioniert sein und sind deshalb auch entsprechend teuer.
Tauchwände jeder Bauart sind hinsichtlich der Schwebstoffrückhaltung
bekanntermaßen wenig wirkungsvoll. Die
Schwebstoffe können problemlos der Strömung durch die
mehr oder weniger großen Spalten einer Tauchwand folgen.
Schwimmstoffe, zu deren Zurückhaltung eine Tauchwand
wirkungsvoll eingesetzt werden kann, finden sich im
Mischwasser eher selten.
Bleiben noch Siebrechen übrig. Bei diesen ist aber bekannt,
dass es regelmäßig zu Problemen mit der Belegung der Siebflächen
kommt, wenn sie in einem Trennbauwerk direkt im
Zulauf eingesetzt werden. Die Ursache dafür ist offensichtlich.
Der Zulaufkanal vor der Kläranlage ist meist ein längerer
Kanal mit minimalem Gefälle, in dem sich Schmutzstoffe
in größerem Maß absetzen. Kommt es zu einem Regenereignis,
wird der Zulaufkanal gespült, und die sedimentierten
Schmutzstoffe gelangen in hoher Konzentration in
das Trennbauwerk.
Die im Mischsystem eingesetzten Siebrechen sind aber für
große Zuflüsse mit eher geringen Feststoffkonzentrationen
konstruiert. Kommt es hier im Trennbauwerk …mehr:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info2-2010.pdf

Autor
Abwassermeister Hans Moll
Kläranlage „Oberes Nettetal“
AZV „Oberes Nettetal“
Tel. ++49 (0)26 36/27 17
E-Mail: ka_brohltal@rz-online.de

Keine Hexerei: Eine automatische Schwimmschlamm-Erkennung

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Halberstadt ist die fünftgrößte Stadt Sachsen-Anhalts und
liegt im Nordharz. Bereits seit 1906 wird nachweislich in
Halberstadt Abwasserbehandlung betrieben. Zurückblickend
war es ein Jahrhundert der Veränderung und Entwicklung,
in dem alles getan wurde, um eine rationelle und zunehmend
eine umweltfreundliche Abwasserreinigung zu erreichen.
Der letzte größere Umbau der Kläranlage Halberstadt
(60 000 EW) erfolgte im Jahr 2000. Für mich und meine
Mannschaft auf der Kläranlage heißt das jetzige Ziel: weitere
Optimierung der Kläranlage. Während einer Veranstaltung der Kläranlagen-Nachbarschaft
1 „Oschersleben“ erhielt das Technische Büro Holger Pinta
aus Drübeck die Gelegenheit, sein Know-how vorzustellen.
Auf besonderes Interesse stieß bei uns die Idee einer automatischen
Schwimmschlamm-Erkennung.
Auf unserer Kläranlage wurde bisher die Schwimmschlammräumung
in den zwei runden Nachklärbecken jeweils mithilfe
einer höhenverstellbaren Schwimmschlammrinne sowie
einer Zeit- und Füllstandsregelung durchgeführt. Der
Nachteil dabei war, dass der Schwimmschlamm mit einem
sehr hohen Wasseranteil in die Schlammeindickung gefahren
werden musste.
Das Prinzip der Schwimmschlamm-Erkennung erläuterte uns
das Büro wie folgt:
Durch zwei Sensoren wird in der Schwimmschlamm-Druckleitung
die Trübung nach dem Einschalten der Schwimmschlammpumpe
erfasst. In einer speziell für diesen Einsatzbereich
entwickelten Steuerung werden die Signale der
Sensoren so ausgewertet, dass kein unnötiges Pumpen von
Klarwasser erfolgt. Es entstehen aber auch keine …mehr:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info2-2010.pdf

Autor
Udo Fuhrmeister
Betriebsleiter Technik Abwasser
Kläranlage Halberstadt

Die Trocknung von Rechengut

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Es ist nie verkehrt, von Zeit zu Zeit zu prüfen, ob sich nicht
in der Kläranlage etwas verbessern lässt. Gibt es neue Erkenntnisse
in der Abwassertechnik, den Tipp eines Praktikers
im KA-Betriebs-Info oder gar eine eigene Idee?
In unserem Fall geht es um das Rechengut. Eigentlich nichts
besonderes, denn normalerweise heißt es: Container voll –
Anruf oder E-Mail – Abfuhr, bezahlen und fertig! Dies war
auch bei uns nicht anders.
Unsere Gruppenkläranlage Rülzheim (41 500 EW) liegt in
Rheinland-Pfalz. Wir betreiben zwei Blockheizkraftwerke
(BHKW) mit einer elektrischen Leistung von je 84 kW und
einer thermischen Leistung von je 141 kW. Die überschüssige
Wärme wird über einen Notkühler abgeschlagen und
nicht genutzt.
Und dann gibt es auch die Entsorgung unseres Rechenguts.
Immerhin kostet im Landkreis Germersheim die Tonne 333
Euro, ohne Transportkosten. Das Rechengut hat trotz Waschung
und Rechengutpresse noch einen sehr hohen Wasseranteil
von ca. 60 %. Danach transportieren wir pro Tonne
600 kg Wasser und zahlen dafür auch noch rund 200 Euro,
während wir für den eigentlichen Feststoffanteil im Rechengut
mit 400 kg rund 130 Euro bezahlen. Dies war absolut
unbefriedigend.
Aber warum nicht eins und eins zusammenzählen. Auf der
einen Seite hatten wir überschüssige Wärme und auf der
anderen Seite ein zu nasses Rechengut. Da muss es doch
eine Lösung geben. Da einfache Dinge meist zum Erfolg führen,
war schnell eine einfache „Heizplatte“ gefertigt. Der
volle Rechengutcontainer wurde nicht abgefahren, sondern
wie ein Topf auf den Herd gestellt: Diese Heizplatte ist so
groß wie die Grundfläche des Containers (Abbildung 1). Sie
kann mit dem Container-LKW bewegt werden.
Zur Erwärmung der Heizplatte wurde der Vorlauf zur Notkühlung
angezapft, so dass das Kühlmedium zuerst durch
die Heizplatte geleitet wird, bevor die Wärme den Notkühler
erreicht. Verteilt wird die Wärmeenergie über eine Heizwendel
(Abbildung 2), die in der mit Wasser gefüllten Platte
installiert ist.
Der volle Rechengutcontainer wurde gewogen und dann auf
die Heizplatte gestellt. Die Wärmeenergie verteilt sich über
den Containerboden in das Rechengut. Bis der nächste
Rechengutcontainer wieder gefüllt ist, ergibt sich eine mittlere
Standzeit auf der Heizplatte von ca. vier Wochen. Bevor
das Rechengut abgefahren wurde, wogen wir es erneut,
denn schließlich wollten wir den Erfolg prüfen. Somit konnten
wir bereits zu Beginn der Versuche „per Wiegeschein“
feststellen, dass der Wasseranteil erheblich gesunken war.
Noch etwas wurde deutlich: Die Materialkosten für die Versuche
amortisierten sich sehr schnell.
Um der Sache weiter auf den Grund zu gehen….mehr:

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Autor
Abwassermeister Marc Sickelmann
67360 Lingenfeld

Am Tag als der Schaum kam

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Als Abwassermeister einer Kläranlage habe ich so manche
betriebliche Überraschung erlebt. Aber was am 3. Februar
2009 passierte, war auch für mich eine ganz neue Herausforderung.
Dienstag, 3. Februar 2009
Unser Abwasserverband betreibt im hessischen Eltville-Erbach
die Kläranlage Grünau mit einer Ausbaugröße von
60 000 EW. Zufällig hörte ich gegen 10.00 Uhr im Radio die
Nachricht, dass in der Stadt Eltville ein Großbrand mit katastrophalem
Ausmaß in einem Kunststoff verarbeitenden
Betrieb ausgebrochen ist. Nach der Warnmeldung sollten
die Anwohner im gesamten Umfeld der Stadt die Fenster
schließen. Ich war beunruhigt und rief die Leitstelle an, um
mich näher zu informieren. Es könnte ja sein, dass der Betrieb
der Abwasseranlage davon betroffen ist. Der Abwasserverband
war zu diesem Zeitpunkt noch nicht von der
Leitstelle über das Unglück informiert worden.
Die Auskunft war etwas vage. So schickte ich umgehend
zwei Kollegen zur Brandstelle, die sich einen Eindruck von
dem Ausmaß des Unglücks verschaffen sollten, zum Beispiel
ob vielleicht Löschwasser oder gar Löschschaum in das
Kanalnetz eingeleitet wird. Leider war es den beiden wegen
der Größe des Brandes und der Hektik am Einsatzort
nicht möglich, eine Aussage über die Folgen für die Abwasseranlage
zu treffen. Bisher war auch kein Schaummittel
eingesetzt worden. Sicherheitshalber entnahmen wir eine
Abwasserprobe aus dem Kanal und analysierten sie. Das
Ergebnis ergab folgende Werte:
pH 7,3
CSB 1335 mg/l …mehr:

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Autor
Abwassermeister Thomas Berger
Abwasserverband Oberer Rheingau

Flughafen prüft, ob er weiter streiten will

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Filderstadt. Noch ist offen, ob die Stadt 3,26 Millionen Euro für Wasser- und Abwasserbeiträge behalten darf.
Von Otto-H. Häusser

Die Große Kreisstadt könnte das Geld dringend gebrauchen. Es geht um 3,26 Millionen Euro, die bereits eingenommen wurden, möglicherweise aber wieder zurückbezahlt werden müssen. Denn: noch ist der Rechtsstreit um Wasser- und Abwasserbeiträge, die von der Stadt vom Flughafen verlangt wurden, nicht endgültig entschieden.

Bisher hat die Stadt zwar bereits zweimal vor Gericht Recht bekommen. Die Flughafengesellschaft (FSG) hat jedoch noch eine letzte Chance. Sie könnte eine Revision beim Bundesverwaltungsgericht anstrengen. Bisher ist dieses Rechtsmittel nicht vorgesehen. Deshalb müsste der Flughafen eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision einlegen.

Die Zeit dafür drängt. Bis zum Ende des Monats müsste die FSG zu Potte kommen. Noch ist aber nicht klar, ob die Geschäftsführung diesen letzten Weg geht. Rechtsprofessor Hans-Jörg Birk, der den Flughafen vor Gericht vertritt, will sich in dieser Woche darüber mit den FSG-Geschäftsführern Georg Fundel und Walter Schoefer beraten. Dabei wird es darum gehen, ob das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim angefochten wird.

Dieses war wie bereits das Urteil in der Vorinstanz recht eindeutig zugunsten von Filderstadt ausgefallen. In der Urteilsbegründung machen die Richter des VGH deutlich, dass sie den Argumenten des Flughafens nicht folgen können. Wie berichtet hatte die FSG, als einer von drei betroffenen Betreibern des Luftfrachtzentrums, den Rechtsstreit angestrengt. Sie wehrt sich gegen Wasser- und Abwasserbeiträge, die von der Stadt für das Frachtzentrum erhoben wurden. Letztendlich sind es 3,26 Millionen Euro, um die gestritten wird.

Der Flughafen vertrat im Verfahren die Ansicht, dass seine Schuld bereits beglichen sei. Schließlich hätten die amerikanischen Streitkräfte, die früher das fragliche Gelände nutzten, schon für die Erschließung durch Wasserleitungen und Kanäle bezahlt. Hinzu komme, dass heute deutlich weniger Abwasser ins städtische Kanalnetz fließe als zu den Zeiten, in denen sich auf dem Gelände Mannschaftsunterkünfte der Soldaten befanden.

Darauf komme es aber nicht an, hielt die Stadt dagegen. Für die tatsächliche Nutzung würden Gebühren und keine Beiträge erhoben. Im vorliegenden Fall habe der Flughafen einen Nutzungsvorteil erlangt. Aufgrund des Planfeststellungsbeschlusses für das Frachtzentrum habe er wesentlich größere Gebäude erstellen können als es sie früher dort gab.

Dieser Auffassung sind die Richter des VGH vollkommen gefolgt. Es komme allein auf …mehr:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2353337_0_9223_-flughafen-prueft-ob-er-weiterstreiten-will.html

Am Anfang steht die Probenahme

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Überwachung von Indirekteinleitern (Teil 2)
Einsatz von automatischen Probenahmegeräten
Geräteauswahl

Wichtige Auswahlkriterien für die Beschaffung und den
Betrieb von automatischen Probenehmern sind in den Normen
ÖNORM M 5891, M 5892 und M 5893 sowie DIN
38402-11 und -11a festgehalten.
Für den Transport der Probe in das Probenahmegefäß des
automatischen Probenehmers sind zwei Verfahren verbreitet:
Im einen Fall wird die Probe durch Anlegen eines Vakuums
angesaugt, im anderen Fall wird das Wasser durch einePeristaltikpumpe (Schlauchquetschpumpe) befördert
Beide Verfahren haben ihre spezifischen Vor- und
Nachteile:
Das Vakuumsystem ist vor allem bei stark verschmutztem
Abwasser mit hohem Festkörperanteil erfolgreich
einsetzbar. Die Ansaughöhe hat keinen direkten Einfluss
auf das Probenvolumen. Eine durchflussabhängige
Probenahme ist mit dem Vakuumsystem jedoch nur mit
Zusatzeinrichtungen möglich. Dieses Verfahren ist bei
der nachfolgenden Messung von flüchtigen …mehr:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info1-2010.pdf

Autoren
Dr. Christoph Scheffknecht,
Rainer Florineth,
Norbert Lerchster,
Monika Schmieder
Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit
des Landes Vorarlberg
Montfortstraße 4, A-6900 Bregenz
Tel. (++43-55 74) 511-4 23 12
E-Mail:
christoph.scheffknecht@vorarlberg.at

Abwassererschließung mit Perfect-Schächten

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Einschränkungen bezüglich der Gestaltungsfreiheit, der Passgenauigkeit und der Produktqualität auf Grund fertigungstechnischer Grenzen gehören mit Perfect- Schachtunterteilen der Vergangenheit an.

Den ganzen Artikel lesen Sie unter:

http://www.bi-fachzeitschriften.de/ub/archivub.php