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Leitfaden zur Verminderung des Phosphoreintrags aus Kläranlagen

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Einleitung
Phosphor, im Allgemeinen als Nährstoff bekannt, begünstigt besonders das Pflanzenwachs-tum, deshalb wirkt er im Gewässer eutrophierend – das Algenwachstum wird gesteigert, dessen Auswirkungen vielschichtig sein können. Im Extremfall kommt es zur Sauerstoffarmut im Gewässer mit tödlichen Folgen für Fische und andere Wasserorganismen.

Gemäß dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) zeigen die Ergebnisse aus der Gewässerüberwachung im Rahmen der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie für die Thüringer Gewässer vielfach eine Überschreitung der Zielwerte für die Phosphorkonzentrationen. Neben diffusen Einträgen und auch Mischwasserentlastungen sind vor allem Kläranlagenabläufe für die hohen Phosphor-Konzentrationen in den Oberflächengewässern verantwortlich. Somit besteht ein Handlungsbedarf zur Verminderung des Phosphoreintrags aus Kläranlagen in die Gewässer. Insbesondere kommunale Kläranlagen, die als Punktquellen immerhin bundesweit noch ca. 25 % der P-Einträge beisteuern, können durch optimierten Betrieb, gezielte und/oder weitergehende P-Elimination zur Reduzierung der P-Gehalte im Gewässer beitragen.

Daher wurde im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) von der Technischen Universität Berlin ein Leitfaden zur Verminderung des Phosphoreintrags aus Kläranlagen ausgearbeitet.

Dieser Leitfaden zur P-Elimination auf kommunalen Kläranlagen wurde auf Basis des Standes der Technik erstellt, wobei zusätzlich neueste Erkenntnisse der Wissenschaft eingearbeitet wurden. Für das Betriebspersonal werden zum besseren Verständnis Beispiele aus der Praxis aufgeführt und Hinweise zum Handeln bei Betriebsstörungen gegeben. Im Hinblick eines optimierten Betriebes werden Methoden des Kennzahlenvergleichs (kP -Werte) dargestellt. Mit speziell angefertigten Excel-Arbeitshilfen sollen für die P-Elimination notwendige Berechnungen erleichtert werden.Mehr:

http://www.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload1044.pdf

Wien: Start der Tunnelbauarbeiten für neuen Superkanal in der Donaustadt

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Als einen „ökologischen Meilenstein für künftige Generationen“ bezeichnete Umweltstadträtin Ulli Sima den Asperner Sammelkanal Entlaster bei der heutigen Tunnelanstichfeier: „Bis 2013 baut Wien Kanal damit an einer neuen Hauptschlagader der Abwasserentsorgung im 22. Bezirk, der die Abwässer bestehender Siedlungsgebiete und zukünftiger Stadtentwicklungsflächen in Aspern sicher und umweltfreundlich zur ebswien hauptkläranlage transportiert“, erläutert Sima, die sich heute mit Bezirksvorsteher Norbert Scheed vor Ort ein Bild vom Baufortschritt des Superkanals gemacht hat.

1,7 km lang und 1,8 m Durchmesser: Hightech für Aspern
Mittels modernster unterirdischer Bohr- und Presstechnik wird derzeit ein 1,7 Kilometer langer Rohrkanal mit einem Durchmesser von 1,8 Meter unter dem Biberhaufenweg neben der bestehenden Kanalisation errichtet. Am Tiefpunkt des Kanals, in der Raffineriestraße, sorgt ein neues Pumpwerk für die Weiterleitung der Abwässer in Richtung Kläranlage. Die Arbeiten werden rd. 2,5 Jahre dauern, die Fertigstellung ist für Sommer 2013 geplant. Die Gesamtbaukosten dieses Superkanals, der bis zu 4.500 Liter Abwasser pro Sekunde transportieren kann, liegen bei 18,6 Millionen Euro. „Die Kanalisation der umliegenden Gebiete wird künftig im Teilmischsystem betrieben. Das heißt, dass nicht beeinträchtigtes Niederschlagswasser wie Dachwasser dabei aus ökologischen Gründen nicht in die Kanalisation eingeleitet, sondern an Ort und Stelle versickert und seinem natürlichen Kreislauf zugeführt wird“, erläutert Sima.

14 Kanalbauprojekte in der Donaustadt um 76 Millionen Euro
Der Asperner Sammelkanal Entlaster stellt damit das größte und teuerste von insgesamt 14 Kanalbauprojekten in der Donaustadt dar, für die mit einem Investitionsprogramm 2009 der Startschuss gegeben wurde. Das Investitionsprogramm mit einem Bauvolumen von 76 Millionen Euro wurde 2009 in einer wirtschaftlich besonders schwierigen Zeit geschnürt und war ein wichtiger Impuls für die Bauwirtschaft.

Mit dem neuen Transportkanal stellt man sich auch den Anforderungen einer pulsierenden und wachsenden Metropole. „So garantiert der neue Kanal, dass neben der Aufschließung bestehender Siedlungen auch die Abwässer aus zukünftigen Stadtentwicklungsgebieten problemlos entsorgt werden. Alleine die Flächen der geplanten Seestadt Aspern sind so groß wie der 7. und 8. Wiener Gemeindebezirk“, erläutert Bezirksvorsteher Norbert Scheed.

Hohe Anforderungen an die Planer
Neben dem Schmutzwasser aus Haushalt und Gewerbe werden im ASKE auch die belasteten Straßenabwässer der neu anzuschließenden Gebiete eingeleitet. „Dieser Umstand stellt an die Kanalplaner eine besondere Herausforderung, galt es doch, eine leistungsfähige, aber dennoch wirtschaftliche Dimensionierung des Kanals zu finden“, erläutert Andreas Ilmer, Chef von Wien Kanal. Dazu bedienen sich die Spezialisten von Wien Kanal modernster, komplexer hydrodynamischer Abflusssimulationen. Indem verschiedenste Ausbauvarianten mit unterschiedlichsten Niederschlagssituationen überlagert werden, erhält man Abflussszenarien und erkennt sofort die Auswirkungen auf das betrachtete Kanalnetz. Alleine aus dem Einzugsgebiet des Asperner Sammelkanal Entlaster wird nach den Berechnungen von Wien Kanal bei Trockenwetter ein Spitzenabfluss von mehr als 300 Liter pro Sekunde aus Haushalt und Gewerbe abgeleitet. Bei Regenwetter ist es ein Vielfaches dieser Menge, mit dem der neue Transportkanal fertig werden muss. Ohne Kanalnetz würde diese Abwassermenge alle paar Sekunden einen Tankwagen füllen.
Die Planer von Wien Kanal setzen in Zukunft aber auch auf Hightech im Kanal. Kanalnetzbewirtschaftung, also die Steuerung der Wasserströme, gewinnt angesichts der weltweiten Wetterkapriolen immer mehr an Bedeutung. Mit Geschwindigkeitssensoren und Ultraschallpegel ausgerüstet, kann in Echtzeit die Wassermenge im Kanal bestimmt und damit das neue Pumpwerk und die Regulierschieber in den Verbindungsbauwerken zwischen altem und neuem Kanal gezielt gesteuert werden. Ziel der Kanalplaner ist, durch Steuerungsmaßnahmen auch bei Niederschlägen eine gleichmäßige Auslastung des gesamten Kanalnetzes zu erreichen.

Hydroschildmaschine bohrt Tunnelquerschnitt
Der Asperner Sammelkanal Entlaster wird mit einem unterirdischen Rohrvortriebsverfahren hergestellt. Dabei wird der rund 1,7 Kilometer lange Tunnelkanal von zwei Schächten aus aufgefahren. Mit einer sogenannten „Hydroschildmaschine“ wird der Tunnelquerschnitt mit einem Durchmesser von 2,2 Meter gebohrt. Am Kopf der Maschine ist das gewaltige Schneidrad montiert, das für den Abbau des Bodenmaterials sorgt. Angetrieben wird die Bohrmaschine über gewaltige Pressen, die mit einem Druck von bis zu 6.500 Tonnen Fertigteilrohre ins Erdreich nachschieben und so den Bohrkopf weiter vorantreiben.

Die Geschichte der Kanalisation in Aspern
In den Jahren 1975/76 wurde der Asperner Sammelkanal als Schmutzwasserkanal für das GM-Werk in Aspern errichtet. Damit der Kanal die beiden Altarme der Donau, das „Mühlwasser“ und die „Alte Naufahrt“ unterqueren konnte, wurden damals auch zwei Pumpwerke am „Schilfweg“ und „Steinspornweg“ errichtet. Durch den Anschluss von rd. 1.200 Haushalten an das öffentliche Kanalnetz, die bisher über Senkgruben entsorgt wurden sowie die bevorstehende Erschließung des ehemaligen Flugfeldes Aspern, wurde ein Ausbau des bisherigen Sammelkanals erforderlich.

Wien Kanal – Die Abwasserprofis
Das Kanalnetz der Stadt Wien ist mehr als 2.400 Kilometer lang. Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich im Einsatz und arbeiten daran, das Kanalnetz funktionsfähig und sauber zu halten. Täglich wird etwa eine halbe Milliarde Liter Abwasser sicher und umweltgerecht zur ebswien hauptkläranlage in Wien Simmering transportiert.

Emschergenossenschaft: PILLS-Kläranlage geht in Gelsenkirchen an den Start

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Offizielle Inbetriebnahme am Marienhospital: Neue Anlage ist europaweit einmalig in ihrer Art

Gelsenkirchen. Die Spezialkläranlage, die am Marienhospital im Rahmen des EU-Projekts „PILLS“ (Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources) entstanden ist, wurde am Freitag, 22. Juli, offiziell in Betrieb genommen. Dr. Jochen Stemplewski (Vorstandsvorsitzender der EMSCHERGENOSSENSCHAFT), Peter Weingarten (Geschäftsführer des Marienhospitals), Udo Paschedag (Staatssekretär aus dem NRW-Umweltministerium) und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski gaben den Startschuss für das europaweit einmalige Klärwerk, das künftig die Krankenhaus-Abwässer von Spurenstoffen befreien soll.
Die bei dem europäischen Kooperationsprojekt federführende EMSCHERGENOSSENSCHAFT hat die Kläranlage in den vergangenen 20 Monaten direkt auf dem Gelände des Marienhospitals in Gelsenkirchen gebaut, also unmittelbar an einem sogenannten „hot spot“, wo vermehrt Spurenstoffe ins Abwasser eingeleitet werden.

Der Betrieb der Kläranlage, die neben einer mechanischen und biologischen Klärung über weitergehende Reinigungsstufen wie Membranfiltration, Ozonung und Aktivkohlefiltration verfügt, soll Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit einer solchen Vorbehandlungsanlage liefern. Über Spurenstoffe im Abwasser wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert – besonders, seit die Analytik seit wenigen Jahren auch geringe Konzentrationen nachweisen kann. Über ihre Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen weiß man auch heute noch nicht genug. Fakt ist jedoch: Dort, wo diese Stoffe in hohen Dosen auftreten, sollte eine Zuleitung ins Abwasser vermieden werden. Zu solchen „hot spots“ können zum Beispiel Krankenhäuser gehören, deren Abwässer einen hohen Anteil von Arzneimittelrückständen und Röntgenkontrastmitteln enthalten.

Mit dem PILLS-Projekt wird erstmalig eine dezentrale Behandlungsanlage an einem Krankenhaus zur gezielten Spurenstoffelimination großtechnisch umsetzt. Die rund 200 Kubikmeter Abwässer, die pro Tag im Marienhospital mit seinen rund 560 Planbetten, rund 75.000 Patienten pro Jahr und 1200 Mitarbeitern anfallen, werden aktuell in die städtische Kanalisation eingeleitet. Diese mündet in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses in den Schwarzbach, der derzeit noch als offener Schmutzwasserlauf betrieben wird. Im Zuge des Umbaus des Emscher-Systems wird auch dieser Bach entflochten und als dann abwasserfreies Gewässer ökologisch verbessert.

Die PILLS-Kläranlage arbeitet in mehreren Stufen, bis das Wasser gereinigt wieder austreten kann. In der ersten Phase kommt eine biologische Membranfiltration zur Verwendung, bei der das Abwasser von organischen Stoffen befreit wird. Das nun fast schon klare Wasser wird in der zweiten Stufe mit Ozon behandelt. Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel, das bestehende Spurenstoffe gezielt „aufbricht“. Um sicherzustellen, dass keine Medikamentenrückstände im Abwasser verbleiben, erfolgt in der dritten Phase der Klärung eine so genannte Aktivkohlefiltration.

Aktivkohle in Pulverform wirkt als effizienter Absorbierstoff, an dem auch die letzten Arzneimittelreste haften bleiben. Mit einem Filter werden die Kohlepartikel und damit auch die Spurenstoffe in der PILLS-Kläranlage zurückgehalten, während das nun saubere Wasser erst in den Schwarzbach und dann später in die Emscher fließen kann.

Die PILLS-Kläranlage ist auf einem rund 250 Quadratmeter großen Grundstück errichtet worden, das vom Gelsenkirchener Marienhospital zur Verfügung gestellt wurde. Die Projektkosten betragen rund zwei Millionen Euro.

Hintergrundinformationen:
Sechs Partner aus sechs europäischen Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande, Schweiz) arbeiten im Rahmen des PILLS-Projekts zusammen. Es hat eine Laufzeit bis Dezember 2011 und ein Budget von insgesamt zirka acht Millionen Euro. Die Hälfte davon steuern die Partner bei, die andere Hälfte kommt von der Europäischen Union (EU) und wird im Rahmen des INTERREG IV B-Programms der EU gefördert.

Weitere Informationen zu PILLS gibt es auch im Internet auf der Webseite www.pills-project.eu.
Quelle: http://www.eglv.de/wasserportal/meta/presse/presseinformationen/presseinformationen-detail/article/pills-klaeranlage-geht-in-gelsenkirchen-an-den-start.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=287&cHash=066e573ab4

„Automation in der Abwasserwirtschaft“: Verleihung des Industriepreises bei Gemeinschaftstagung von DWA und VDI

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Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG sponsert Preis in Höhe von 2.500 EUR

Erstmalig wird auf der Abendveranstaltung der Fachtagung „Mess- und Regelungstechnik in abwassertechnischen Anlagen“ der Industriepreis „Automation in der Abwasserwirtschaft“ verliehen, mit dem eine hervorragende Diplom- oder Masterarbeit an der Schnittstelle von Siedlungswasserwirtschaft und Automatisierung ausgezeichnet wird. Die Bewerbungsfrist zur Einreichung wurde bis zum 31.08.2011 verlängert.

Die gemeinsam mit der VDI/VDE Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik durchgeführte Fachtagung ist die 8. Veranstaltung einer Reihe, die in interdisziplinärer Sichtweise von Planern und Betreibern abwassertechnischer Anlagen und von Experten der Automatisierungstechnik praxisrelevante Aspekte der Automation abwassertechnischer Systeme beleuchtet.

Nach fünf erfolgreichen Tagungen in der historischen Stadthalle Wuppertal findet die Veranstaltung 2011 erstmalig in Fulda statt. Das Tagungsspektrum umfasst den Engineering-Prozess von EMSR-Lösungen ebenso wie aktuelle Entwicklungen in der Mess-, Kommunikations- und Leittechnik, wobei die zunehmende Durchdringung mit Methoden der IT-Welt deutlich wird. Besondere Beachtung finden Fragen der Wirtschaftlichkeit und der Sicherheit der Automation. Das ca. 20 Vorträge umfassende Programm wird durch Posterbeiträge und eine begleitende Fachausstellung ergänzt.

Die Tagung behandelt die Schwerpunkte:
• Investitionskosten vs. Automation: Chancen und Anforderungen an die Projektsteuerung
• Integrale Leittechnik – Vernetzung vom Feldgerät bis zum Instandhaltungsprogramm
• Funktechnologien in der Anwendung, Fernüberwachung, Kommunikationssysteme
• Trends in der Messtechnik – intelligente Sensoren
• Netzersatzanlagen und flexible Aggregatverwendung
• LifeCycle-Management und Migration in der Automation
• Automatisierung der biologischen Trübwasserbehandlung
• Regelungskonzepte im Kläranlagen- und Kanalnetzbetrieb – vom Entwurf bis zur Realisierung
• Nutzen, Wirtschaftlichkeits-, Energie- und Sicherheitsaspekte
Erstmalig wird bei der Tagung der Industriepreis „Automation in der Abwasserwirtschaft“ verliehen. Der im Jahr 2011 zu verleihende Preis ist mit 2.500 EUR dotiert und wird diesmal vom Unternehmen Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG gesponsert.

Ausgezeichnet wird eine hervorragende Diplom- oder Masterarbeit, die thematisch an der Schnittstelle von Abwasserwirtschaft und Automatisierung angesiedelt ist. Eine Industriebeteilligung bei der Arbeit ist nicht Voraussetzung und Absolventen von Universitäten und Hochschulen können ihre Arbeit gleichermaßen einreichen. Einreichungstermin ist der 31. August 2011.

Die Teilnahmebedingungen finden Sie unter:
http://www.de.endress.com/eh/sc/europe/dach/de/home.nsf/?Open&DirectURL=FCCA5C134569BE3CC12578860027C92E&ns_campaign=mixed&ns_channel=nl_umwelt&ns_source=nr21&ns_linkname=firma&ns_fee=0

Der Preis wird zusammen mit einer Urkunde bei der Abendveranstaltung der Fachtagung übergeben. Die Preisträgerin oder der Preisträger wird eingeladen und gebeten, die prämierte Arbeit in Form einer allgemeinverständlichen Kurzpräsentation vorzustellen.

Hochwasserschutz auf der IFAT ENTSORGA 2012: Überschwemmungen besser überstehen

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Hochwassergefahr – auch und gerade für Abwasserbehandlungsanlagen – steigt
IFAT ENTSORGA 2012 legt erneut einen Fokus aus das Thema Küsten- und Hochwasserschutz
Pumpen, Armaturen und die ganze Welt der abwassertechnischen Produkte, Systeme und Dienstleistungen sind seit jeher zentrale Ausstellungsbereiche der internationalen Umwelttechnologiemesse IFAT ENTSORGA, die vom 7. bis 11. Mai 2012 in München, stattfindet. Seit 2008 gehört auch der Küsten- und Hochwasserschutz zu den festen Themen der IFAT ENTSORGA. Zurecht – gewinnt dieser Bereich doch immer mehr an Bedeutung:

So werden künftig Hochwasser, wie sie Deutschland heute im Durchschnitt alle 50 Jahre erlebt, alle 25 Jahre eintreten. Das ist eines der Ergebnisse einer Klimastudie, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammen mit Forschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Freien Universität Berlin und der Universität Köln im Mai dieses Jahres präsentierte. In der Folge rechnen die Versicherer mit einer drastischen Erhöhung der Schäden durch Flussüberschwemmungen und Sturzfluten bis zum Ende des Jahrhunderts: Die finstersten Prognosen lassen sogar eine Verdreifachung erwarten. Von welchen Kosten dann auszugehen ist, zeigt ein vergleichender Blick auf das Elbe-Donau-Hochwasser im Jahr 2002. Damals zahlten die Versicherungen nach Angabe des GDV 1,8 Milliarden Euro an die Geschädigten aus. Der volkswirtschaftliche Schaden lag bei mehr als elf Milliarden Euro.

Um die Folgen der Überflutungen zu mindern, hat die Versicherungswirtschaft einen Forderungskatalog aufgestellt, der unter anderem eine Anpassung der Entwässerungssysteme verlangt. Auch die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) betont die Bedeutung der Hochwasservorsorge bei Abwasseranlagen. So könnten durch vom Hochwasser geflutete Kanäle oder durch hochwasserbedingte Abflussbehinderungen tiefer liegende Gebiete direkt gefährdet werden. Viele Kanalnetzbetreiber reagieren auf die Herausforderungen künftiger Starkregen und Hochwassersituationen mit dem Bau von Rückhaltebecken, Stauraumkanälen, Absperreinrichtungen oder Hochwasserpumpwerken.

Ein weiteres Risiko geht von überfluteten Kläranlagen aus. Durch ein Überspülen der Klärbecken kann ungeklärtes Abwasser in den Vorfluter gelangen mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt. Um dem vorzubeugen, umgibt zum Beispiel das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf das Klärwerk Straubing derzeit mit einem insgesamt 2,4 Kilometer langen Ringdeich. Der Schutzwall gegen die Donau, die in diesem Abschnitt fast jedes Jahr Hochwasser führt, wird nur an einer einzigen Stelle durch eine Zufahrtstraße unterbrochen. Diese „Schwachstelle“ wird im Hochwasserfall mit einem Aluminium-Deichbalkenverschluss abgeschottet. Das rund neun Millionen Euro teure Projekt soll im Herbst 2012 abgeschlossen sein.

Neben der Umwelt gilt es auch, die materiellen Werte der Abwasserwirtschaft selbst – also Technik und Bauten – gegen die Fluten zu schützen. Beispielsweise zerstörte im August 2010 in der Oberlausitz ein Extremhochwasser zwei Kläranlagen der Süd-Oberlausitzer Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft mbH. Eine davon wird gar nicht mehr aufgebaut, das hier zuvor behandelte Abwasser wird zukünftig zu einer anderen Kläranlage übergeleitet. Auf der zweiten Anlage in Zittau ist ein Schaden von rund 13 Millionen Euro entstanden. Hier laufen aktuell die Planungen für einen verbesserten Hochwasserschutz. Dazu zählen konzeptionelle Maßnahmen, wie das Höherlegen der elektro- und steuertechnischen Anlagen, sowie neue technische Lösungen, wie die Anschaffung von Pumpentechnik, die schadlos überflutet werden kann.

Erstmalig organisiert die Messe München einen Gemeinschaftsstand „Küsten- und Hochwasserschutz“. Weitere Informationen hierzu sowie Anmeldeunterlagen erhalten interessierte Unternehmen unter der Telefonnummer 089 – 949 20260 oder per E-Mail:
georg.moller@messe-muenchen.de

Weitere Informationen unter www.ifat.de

Ressourcenschutz durch Phosphatrecycling – Tagung am 22. September 2011 in Duisburg

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Phosphor ist ein für Menschen, Tiere und Pflanzen lebensnotwendiger Nährstoff. Da die Rohphosphatvorräte eng begrenzt sind, ist das Recycling von Phosphaten aus Abfällen erforderlich. Phosphate können zum Beispiel aus den Aschen der Klärschlammverbrennung oder direkt in der Kläranlage zurückgewonnen werden.

Das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen führt zum Thema „Ressourcenschutz durch Phosphatrecycling“ eine Tagung durch. Sie ist der Auftakt zur Entwicklung einer Phosphatrecycling-Strategie für das Land Nordrhein-Westfalen. Diese Strategie ist ein wichtiger Beitrag zur ökologischen Abfallwirtschaft und damit zu einer konsequenten Kreislaufführung…mehr:

http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/presse/presse_aktuell/termin_110922.php

Entwicklung des hybriden modellunabhängigen Kalibrierungswerkzeuges CALIMERO

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Vor der Umsetzung umfangreicher Investitionen werden in einer Vielzahl technischer Sparten wie beispielsweise der Siedlungsentwässerung Computermodelle für die Bewertung etwaiger Baumaßnahmen verwendet. So kann ermittelt werden wie das vorhandene Kapital möglichst gut eingesetzt werden kann. Beispielsweise kann ermittelt werden durch welche Baumaßnahmen am Kanal die Gewässerqualität der Flusse verbessert wird, in welchen Stadtgebieten bei starken Regenereignisse eine Überflutung wahrscheinlich ist bzw. wie diese durch Ausbaumaßnahmen verhindert werden können. Genauso wird eine Kläranlage vor einem Neubau oder Umbau am Computer entworfen und simuliert um zu bestimmen welche Beckengröße für die Einhaltung des geforderten Wirkungsgrades notwendig ist. Die Anwendung von Softwaremodellen ist Stand der Technik und auch in den einschlägigen Regelwerken vorgeschrieben. Zur Berechnung stehen die unterschiedlichsten Softwareprodukte zur Verfügung.

Derartige Modelle müssen jeweils neu für das betrachtete Gebiet erstellt werden und hängen von der Bevölkerungsdichte, der Versiegelung von Flächen (durch Straßen, Parkplätze usw.), der lokalen Regencharakteristik und den klimatischen Bedingungen ab. Die dafür notwendigen Daten müssen im Zuge von Messkampagnen erfasst werden. Für die Erhebung des Anteils der versiegelten Flächen werden beispielweise Luftbildaufnahmen ausgewertet. Doch eine derartige Datenerfassung ist zwangsweise immer mit Fehlern behaftet. Zusätzlich ist ein Modell auch immer eine Vereinfachung der Realität und nicht alle Einflüsse können berücksichtigt werden. Beispielsweise ist es nicht möglich die örtliche Verteilung aller unter-schiedlichen Bodenarten zu erheben um zu errechnen welcher Anteil des Niederschlags versickert und welcher zum Abfluss kommt.

Ein Modell muss daher immer kalibriert werden um die Unsicherheiten in der Datenerfassung auszugleichen. Dafür werden parallel zu den Messungen der Modelleingangsdaten (z.B. Regen) auch Messungen der Resultate (z.B. Abflüsse oder Wasserstände im Kanal) durchgeführt. Die gemessenen Kalibrierungsdaten werden mit den Simulationsergebnissen verglichen und die Modellparameter werden entsprechend angepasst um eine möglichst gute Übereinstimmung von Mess- und Simulationsdaten zu erreichen.

Werden aber uncharakteristische (im Sinne von ungewöhnlich/speziell) Ereignisse für die Kalibrierung verwendet, so wird dadurch eine Kalibrierung unmöglich gemacht. Beispielsweise werden Regendaten nur an bestimmten Punkten durch Regenschreiber aufgezeichnet, in Realität ist der Niederschlag jedoch über das Gebiet räumlich verteilt. Im Extremfall könnte ein starker örtlich begrenzter Gewitterregen nur im Gebiet der Niederschlagsaufzeichnung niedergehen, während es im üblichen Gebiet nicht regnet. Solche Einflüsse können nie voll-ständig abgebildet werden und derartige nichtaussagekräftige Ereignisse müssen im Zuge der Kalibrierung identifiziert und eliminiert werden.

In diesem Projekt soll das Werkzeug CALIMERO entwickelt werden, das das hohe Wissen des Anwenders über ein System (z.B. Topographie, Schwachstellen, Erfahrung über die Genauigkeit von Messmethoden, Glaubwürdigkeit von Daten) berücksichtigt und automatisch die Bestimmung der Kalibrierungsparameter übernimmt. Zusätzlich werden nur geeignete aussagekräftige Zeiträume für die Kalibrierung verwendet. Durch einen flexiblen Aufbau soll CALIMERO mit einer Vielzahl unterschiedlicher Softwareprodukte zusammenarbeiten …mehr:

Universität Innsbruck: http://www.uibk.ac.at/umwelttechnik/research/iut/calimero_web.pdf

USA: Betreiber von Abwasseranlagen zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt

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In Louisiana, USA, ist am 9. Juni 2011 der 58-jährige Jeffrey Pruett, Inhaber von zwei Unternehmen, die Abwasseranlagen betreiben, zu 21 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 310 000 US-Dollar verurteilt worden.

Pruett und die Unternehmen, für die er verantwortlich war, die Louisiana Land & Water Company und die LWC Management Company, haben gegen geltendes Recht, den Clean Water Act, verstoßen und damit, so das Gericht, das Trinkwasser und die Gesundheit der Anwohner gefährdet. Durch schlechte Betriebsführung sei es zum Aufstau von Abwasser in Privathäusern gekommen, betriebliche Dokumentationen seien nicht ordentlich geführt, Schadstoffe gesetzwidrig beseitigt und Abwasseranlagen nicht sachgemäß betrieben und unterhalten worden. Beispielsweise sei Abwasser in Straßengräben geleitet worden.

Trinkwasser aus den Wasserhähnen sei verunreinigt gewesen. Die Verstöße wurden als schwere Straftaten eingestuft.

www.epa.gov/compliance/criminal/index.html

Konzeption der Kanalnetzbewirtschaftung der Stadt Graz

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Zielsetzungen
Laufende bauliche Sanierungen
• Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit (Verringerung der Überstauereignisse)
• Reduktion des Schmutzfrachtaustrages über die Mischwasserentlastungen (ÖWAV Regelblatt 19)

Strategien
Verringerung des Regen- und Fremdwassereintrages in das Kanalnetz
– Entsiegelung befestigter Flächen
– Einführung eines gesplitteten Tarifsystems
– Errichtung von Regenwasserkanälen und Rückbau von Mischsystemen in Trennsysteme
– Ausleitung von Bächen und Oberflächengewässern aus dem Kanalsystem
• Hydraulische Optimierung des Kanalnetzes
– Beseitigung von Engstellen im Kanal
• Errichtung von Speicherraum
– Errichtung von Speicherkanälen und Speicherbecken

Das komplette Konzept finden Sie unter:
http://www.telegdy.at/downloads/SprungPirkner_KonzeptionKanalnetzbewirtschaftungGraz.pdf

Von Dipl.-Ing. Werner Sprung und Dipl.-Ing.(FH) Werner Pirkner

Konzeption der Kanalnetzbewirtschaftung der Stadt Graz

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Zielsetzungen
Laufende bauliche Sanierungen
• Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit (Verringerung der Überstauereignisse)
• Reduktion des Schmutzfrachtaustrages über die Mischwasserentlastungen (ÖWAV Regelblatt 19)

Strategien
Verringerung des Regen- und Fremdwassereintrages in das Kanalnetz
– Entsiegelung befestigter Flächen
– Einführung eines gesplitteten Tarifsystems
– Errichtung von Regenwasserkanälen und Rückbau von Mischsystemen in Trennsysteme
– Ausleitung von Bächen und Oberflächengewässern aus dem Kanalsystem
• Hydraulische Optimierung des Kanalnetzes
– Beseitigung von Engstellen im Kanal
• Errichtung von Speicherraum
– Errichtung von Speicherkanälen und Speicherbecken

Das komplette Konzept finden Sie unter:
http://www.telegdy.at/downloads/SprungPirkner_KonzeptionKanalnetzbewirtschaftungGraz.pdf

Von Dipl.-Ing. Werner Sprung und Dipl.-Ing.(FH) Werner Pirkner