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Lexika rund ums Thema Abwasser gibts hier: https://klaerwerk.info/Neue-Fachliteratur/Lexika-und-Woerterbuecher
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Mehr als nur sauberes Wasser
„Die Rückstände von Medikamenten belasten mehr und mehr das Abwasser“, fasst Univ.-Prof. Dr.-Ing. Johannes Pinnekamp vom RWTH-Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) die aktuelle Entwicklung zusammen. Es ist zu erwarten, dass der Arzneimittelverbrauch – unter anderem bedingt durch den demographischen Wandel – weiter zunimmt. Dies führt seinen Worten zufolge zu einem Anstieg von Medikamentenrückständen in allen Abwasserströmen.
„Besonders Abwässer aus Krankenhäusern, Pflegeheimen und Ärztehäusern enthalten zum einen pharmazeutische Wirkstoffe, die oft in konventionellen Kläranlagen nur unzureichend eliminiert werden und so im Wasserkreislauf verbleiben. Für viele solche Stoffe werden Wirkungen für Mensch und Umwelt vermutet bzw. wurden bereits nachgewiesen“, diagnostiziert der Aachener Wasserwirtschaftler. „Die Abwässer aus Einrichtungen des Gesundheitswesens enthalten zudem auch Krankheitserreger.“ Offene Fragen bestehen hinsichtlich der jeweiligen Wirkstoffmengen und der Interaktionen dieser Erreger mit den im Abwasser enthaltenen Medikamentenrückständen, der Bildung von multiresistenten Keimen und der Reinigungsmöglichkeiten der entsprechenden Abwässer.
Zur Untersuchung dieser Fragestellungen startete mit seiner Auftaktveranstaltung jetzt das Verbundprojekt „SAUBER+ – Innovative Konzepte und Technologien für die separate Behandlung von Abwasser aus Einrichtungen des Gesundheitswesens“. Das dreijährige Projekt unter der Leitung von Professor Pinnekamp wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf“ mit rund 3 Millionen Euro gefördert.
Zentrale Bausteine des Projekts sind:
• die transdisziplinäre Risikocharakterisierung der Abwasserströme aus Pflegeeinrichtungen, Seniorenresidenzen, Hospizen, Ärztehäusern und Kliniken für Mensch und Umwelt;
• die Untersuchung und Optimierung von Technologien zur Elimination von Medikamenten und Keimen aus diesen Abwasserströmen sowie
• innovative Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen zur Verbreitung der Erkenntnisse und Sensibilisierung aller beteiligter Akteure (Ärzte, Apotheker, Pflegekräfte, Patienten, Angehörige, etc.).
Als Ergebnisse werden einrichtungs-, einzugsgebiets- und zielgruppenspezifische Maßnahmen zur Vermeidung des Eintrags von pharmazeutischen Wirkstoffen und Krankheitserregern in die Umwelt anhand konkreter Anwendungsfälle entwickelt. Darauf aufbauend werden Empfehlungen für innovative Konzepte und Technologien für die separate Behandlung von Abwasser aus Einrichtungen des Gesundheitswesens und Veränderungen in der Organisation des Betriebs formuliert.
Das interdisziplinäre Projektteam setzt sich aus Experten von sechs Forschungseinrichtungen und fünf Praxispartnern zusammen: Neben dem ISA arbeiten das Institut für Nachhaltige Chemie und Umweltchemie (INUC, Leuphana Universität Lüneburg) und das Institut für Umwelt-medizin und Krankenhaushygiene (IUK, Universitätsklinikum Freiburg) aus dem naturwissen-schaftlichen Bereich im Projekt. Die vorrangig sozialwissenschaftlich ausgerichteten Projektaufgaben werden vom ISOE-Institut für sozial-ökologische Forschung (Frankfurt am Main), dem Institut für Umweltkommunikation (INFU, Leuphana Universität Lüneburg) und der DIALOGIK gemeinnützigen Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung (Stuttgart) bearbeitet. Zu den Praxispartnern gehören die Emschergenossenschaft aus Essen, das Ortenau Klinikum sowie die Industrieunternehmen Carbon Services and Consulting GmbH (Vettweiß), Microdyn-Nadir GmbH (Wiesbaden) und UMEX GmbH (Dresden). Durch eine kontinuierliche Einbindung wichtiger Akteure aus Gesundheitswesen, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in das Verbundprojekt werden die Praktikabilität und Akzeptanz der entwickelten Lösungen sowie die Verbreitung der Projektergebnisse stark erhöht. Dazu Professor Pinnekamp: „In dieser Kooperation sind wir zuversichtlich, Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, sodass Medikamentenrückstände unsere Umwelt nicht mehr belasten.“
Weitere Information finden Sie auf www.sauberplus.de
Nach erfolgreichem Probelauf wurde in Straubing Ende Januar die neue Klärschlammentsorgung eingeweiht. Die deutschlandweit einzigartige Anlage verbrennt Klärschlamm zu phosphorreicher Klärschlammasche und erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme.
Im Jahr 2008 war der Spatenstich für das 6 Millionen Euro teure Projekt erfolgt, das auf beispielhafte Weise das Entsorgungsproblem von Klärschlamm löst. Ein Großteil des erzeugten Stroms wird direkt an Ort und Stelle für den laufenden Betrieb der gesamten Anlage genutzt, mit dem Überschuss kalkuliert die Stadt bei der Einspeisung immerhin Einnahmen von 220.000 Euro pro Jahr. Noch positiver fällt die Bilanz im Bereich der Wärmegewinnung aus, hier werden Einkünfte von über einer halben Million Euro pro Jahr erwartet. Professor Martin Faulstich, Geschäftsführender Direktor des Wissenschaftszentrums in Straubing und wissenschaftlicher Leiter des ATZ Entwicklungszentrums, ist Ideengeber des Vorhabens „sludge2energy“ und freut sich über den Erfolg des Projekts: „Die Anlage ist schon jetzt ein herausragendes Beispiel, wie die thermische Klärschlammverwertung auch wirtschaftlich profitabel zur Energiewende beitragen kann.“ Zugleich denkt Faulstich bereits an neue Möglichkeiten, wie die Kläranlage in Straubing einen weiteren wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Industriegesellschaft leisten kann: „Das nächste Projekt, das an der Kläranlage in Straubing in Angriff genommen werden sollte, ist die Rückgewinnung von Phosphor aus der Klärschlammasche.“ Phosphor ist ein lebensnotwendiger Dünger, dessen natürliche Vorkommen begrenzt sind, während die weltweite Nachfrage in den kommenden Jahren deutlich steigen wird.
Entwicklung und Bau der Anlage zur thermischen Verwertung des Klärschlamms wurden gemeinschaftlich vom Freistaat Bayern und von der Europäischen Union gefördert. Nach dem erfolgreichen Probelauf konnte diese vom Bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber eingeweiht werden.
Mehr:
http://www.atz.de/news/de/energie-und-phosphor-aus-kl%C3%A4rschlamm-0
Wer kennt das nicht: Kanaldeckel mit Scharnieren lassen sich zwar mit geeigneten Werkzeugen öffnen, um sie zuschließen, muss man aber den geöffneten Kanaldeckel ca. 1bis 2 cm von Hand anheben, um die Arretierung zu lösen und ihn dann zufallen lassen zu können. Wer hat nicht schon geschnauft: Weil die Kanaldeckel ein Gewicht von ca. 40 bis 60 kg haben, geht das ganz ordentlich auf die Wirbelsäule! Außerdem sind die Scharniere öfters mit Sand und kleinen Steinen verzwickt, also eine ganz schön anstrengende Arbeit. Alois Wabro, Klärfacharbeiter aus Lasberg in Oberösterreich, ließ dies keine Ruhe. Er suchte Rat bei seinem Nachbarn, Gerhard Pirchenfellner, der eine kleine Hobbyschmiede besitzt .Zusammen überlegten sie, wie sich das Problem im wahrsten Sinne des Wortes „in den Griff bekommen“ ließe. Die Idee: Einen Krampen so umzubauen, dass sich damit auch ein Kanaldeckel mit Scharnier kräfteschonend öffnen und schließen lässt. Jetzt galt es nur noch, diese Idee in die Praxis umzusetzen. Klingt ja einfach, bedeutete aber zahllose Umbau …mehr:
Autor
Gerhard Pirchenfellner 4291 Lasberg/Oberösterreich
14 Personen waren im Schulungsraum des Klärwerks Zweckverband Bezirk Schwetzingen versammelt und blickten erwartungsvoll auf die aufgebauten Mikroskope. An diesem Tag wollten nicht nur Beschäftigte des Zweckverbands, sondern auch Gastteilnehmer von Nachbarkläranlagen die Grundlagen der Mikroskopie erlernen oder vertiefen. Diplom-Biologe Dr. Wolf – regelmäßig bei der DWA aktiv, wenn es um Mikroorganismen geht – hatte sich bereit erklärt, ein Inhouse-Seminar zum Thema „Mikroskopische Untersuchung belebter Schlämme“ anzubieten. Nach einer umfassenden Einführung in die technischen und praktischen Details eines Mikroskops ging es für die Teilnehmer in die Welt der „kleinen Riesen“. Nachdem jeder einen Objektträger mit Schlamm aus der biologischen Reinigungsstufe unter dem Objektiv liegen hatte, ging es auf Entdeckungstour. Schnell stellten sich die ersten Fragen ein. So wurde experimentiert, in welchem Phasenkontrast und bei welcher Einstellung des Leuchtfelds die optimale Betrachtungsmöglichkeit besteht. Auch die unterschiedlichen Objektive wurden erkundet, bevor die Suche nach den kleinen Lebewesen begann. Jedes Detail wurde gemeinsam besprochen und von allen begutachtet. Dank Beamer-Technik konnte jeder eine Fragestellung mitverfolgen, seine eigenen Schlüsse ziehen und schließlich ein gemeinsames Ergebnis erarbeiten. Auf diese eindrucksvolle Weise wurde mit Leichtigkeit allen Kursteilnehmern ein einheitliches Bewertungssystem näher gebracht und vermittelt. So wurden in mehreren Schritten
Den ganzen Artikel lesen Sie in:
Betriebsinfo Informationen für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen Heft 1-2012
Autor
Ralf Weber, stellv. Betriebsleiter
ZVB Schwetzingen – Klärwerk –
Brühler Landstraße 5
68775 Ketsch
„Die Bemessung der Schmutzwassergebühren nach Einwohnergleichwerten gibt dem Gebührenpflichtigen nämlich keinen (angemessenen) finanziellen Anreiz, mit Frischwasser sparsam umzugehen….
Aus der Begründung:
„Die zulässige Klage ist begründet.
Der Bescheid der Beklagten vom 5. Februar 2010 ist insoweit rechtswidrig und verletzt den Kläger in seinen Rechten (§ 113 Abs. 1 Satz 1 Verwaltungsgerichtsordnung, VwGO), als darin Schmutzwassergebühren in Höhe von 356,40 Euro festgesetzt worden sind.“
„Die Bemessung der Schmutzwassergebühren nach Einwohnergleichwerten gibt dem Gebührenpflichtigen nämlich keinen (angemessenen) finanziellen Anreiz, mit Frischwasser sparsam umzugehen und die Schmutzwassermenge gering zu halten. Denn ein tatsächlich (weit) unterdurchschnittlicher Verbrauch führt angesichts der Bestimmungen des § 4 GS zu keiner monetären Ersparnis, ein (weit) überdurchschnittlicher Verbrauch führt für den Abgabenpflichtigen zu keiner individuelle Mehrbelastung. Gleiches gilt für eine Nutzung von Regenwasser als Brauchwasser, die sich nicht schmutzwassergebührenmindernd auswirkt. Allein hinsichtlich der Niederschlagswassergebühr kann eine Gebührenminderung …“
Das gesamte Urteil finden Sie unter:
http://www.justiz.nrw.de/nrwe/ovgs/vg_muenster/j2012/7_K_499_10urteil20120106.html
Vor rund 2 Wochen kam es vermutlich zu einer illegalen Einleitung
von bis jetzt unbekannten Stoffen in die Kanalisation der Stadt Goch.
Diese konnten im Klärwerk Goch nicht entfernt werden.
Nach bisherigen Erkenntnissen des Niersverbandes kam es jedoch
nicht zu einem Schaden im Gewässer. „Die Stoffe konnten im
Klärwerk nicht abgebaut werden, scheinen aber für die
Gewässerorganismen nicht giftig zu sein.“ erklärte Professor Dietmar
Schitthelm, Vorstand des Niersverbandes, der das Klärwerk Goch
betreibt.
Trotz einer sofort eingeleiteten umfangreichen Untersuchung ist die
Ursache bis heute ungeklärt.
Für den Verband ergeben sich durch die Überschreitung der
behördlich vorgegebenen Ablaufwerte und die damit zu erwartenden
erhöhten Abwasserabgabezahlungen erhebliche Zusatzkosten.
Quelle: Niersverband
Der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, Mark Weinmeister, übereichte heute in Bebra dem Abwasserbetrieb der Stadt Bebra einen Förderbescheid über 26.175 Euro. Mit den Landesmitteln soll eine Energieanalyse zur Verbesserung der Energieeffizienz der Abwasserbehandlungsanlage Bebra erstellt werden. Laut einer Studie der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) liegt der Stromverbrauch aller kommunalen Kläranlagen in Deutschland bei 4.400 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr. Sie sind damit die größten kommunalen Energieverbraucher. Im Vergleich verbrauchen Schulen jährlich 3.000 GWh und die Straßenbeleuchtung 3.400 GWh. In der genannten Studie wird geschätzt, dass durch Energiesparmaßnahmen und Optimierung des Betriebes bis zu 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Kläranlagen eingespart werden können. „Mit den Fördermitteln möchte die hessische Landesregierung zur Ausschöpfung dieses Einsparpotentials beitragen“, so Weinmeister.
Die Fördermittel aus dem Landesprogramm „Verbesserung der Energieeffizienz kommunaler Kläranlagen“, decken 75 Prozent der veranschlagten Investitionskosten in Höhe von etwa 34.900 Euro. Grundsätzlich kann die Energieeffizienz von Kläranlagen durch verstärkte Nutzung regenerativer Energien in Form der Verstromung von Klärgas oder durch die Senkung des Energieverbrauchs verbessert werden. „Für die Erfassung der Möglichkeiten und die Planung von Maßnahmen sind jeweils Untersuchungen vor Ort erforderlich. Die geförderten Analysen sind ein erster Schritt zu Einsparungen beim Energieverbrauch von Kläranlagen“, so der Staatssekretär abschließend.
Wie sich aus Abwasser ein Dünger produzieren lässt und damit Rohstoffe und Energie geschont werden, zeigen Eawag-Forschende zusammen mit der Kläranlage Kloten/Opfikon. Das innovative Projekt erhielt gestern Abend einen Anerkennungspreis. Es war eines von drei für den Umweltpreis Schweiz nominierten Projekten. Gewonnen hat die Firma Neurobat mit der Entwicklung eines intelligenten Energiereglers für die Haustechnik.
Dünger aus Abwasser: Dieses Projekt der Eawag und der Kläranlage Kloten/Opfikon wurde gestern im Rahmen der Messe Swissbau in Basel mit einem Anerkennungspreis geehrt. Der von der Stiftung «Pro Aqua – Pro Vita» mit 50‘000 Franken dotierte Umweltpreis Schweiz für technologie-, verfahrens- und produktorientierte Innovationen im Umweltbereich ging an die Firma Neurobat. 68 Eingaben waren der Jury in der Kategorie «Innovation» vorgelegt worden. Das Gemeinschaftsprojekt der ARA Kloten/Opfikon und der Eawag war unter den letzten drei Kandidaten für den Hauptpreis.
Erstmals volltechnisch umgesetzt
Das Projekt auf der Kläranlage Kloten/Opfikon (ZH) nutzt das technische Verfahren der Stickstoffstrippung erstmals in der Schweiz in volltechnischem Massstab, um aus Abwasser wertvollen Stickstoff zurückzugewinnen und zu einem Dünger für die Landwirtschaft zu verarbeiten. Bei der Strippung werden flüchtige Bestandteile in Flüssigkeiten (in diesem Fall Stickstoff) mithilfe von Luft ausgetrieben. Rund 90 Prozent des Stickstoffs können auf diese Weise aus dem Faulwasser der Kläranlage Kloten/Opfikon entfernt werden. Da der Nährstoff nicht ungenutzt in die Luft verpufft, sondern als Dünger wiederverwendet werden kann, lässt sich der Stoffkreislauf teilweise schliessen. Das trägt zur Schonung der Ressource Stickstoff bei und vermindert deren problematische Anreicherung in der Umwelt. Das Verfahren entlastet die konventionelle Stickstoffeliminierung auf der Kläranlage und hilft, Energie zu sparen. Zudem ist der Verkauf des anfallenden Flüssigdüngers wirtschaftlich interessant. Bereits besteht zwischen der Kläranlage Kloten/Opfikon und einem Düngerhändler ein langfristiger Abnahmevertrag.
CO2-Vorbehandlung als Eawag-Erfindung
Besonders innovativ am prämierten Projekt ist, dass vor der Entfernung des Stickstoffs CO2 aus dem Abwasser abgeschieden wird – ebenfalls mithilfe einer Strippung. Damit erhöht sich der pH-Wert des Abwassers und der Klärwärter muss nur noch rund die Hälfte an Lauge zuführen, welche die Abtrennung des Stickstoffs normalerweise benötigt. Das spart wiederum Ressourcen sowie Energie und steigert die Wirtschaftlichkeit. Diese Vorbehandlung wurde von der Eawag neu entwickelt.
Erste Versuche zeigen, dass sich mit der Anlage auch separat gesammelter Urin mitbehandeln lässt. Neben Stickstoff enthält Urin wertvollen Phosphor, der mit einem separaten Verfahren ebenfalls rezykliert und als Dünger vermarktet werden könnte. Phosphor ist ein zunehmend knapper werdender Rohstoff. Dessen Wiederverwertung sowie die getrennte Sammlung von Urin werden daher in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
Aufgrund des hohen Innovationsgehaltes und der Nachhaltigkeit der Technologie unterstützt das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich das Projekt finanziell massgeblich. Im Frühjahr 2011 gewann es den Klimapreis der Zurich-Versicherung.
DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.
Neue BMBF-Fördermaßnahme zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
Neue Schadstoffe und Krankheitserreger im Wasserkreislauf stellen auch in Deutschland eine akute Herausforderung für die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung dar. Mit der neuen BMBF-Fördermaßnahme „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf – RiSKWa“ sollen Antworten darauf gefunden werden. 12 Forschungsverbundprojekte mit über 90 Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Behörden arbeiten in den kommenden drei Jahren an einem innovativen und dynamischen System des Risikomanagements im Wasserkreislauf.
Seit einigen Jahren werden viele neuere Stoffe mit Umweltrelevanz in Kläranlagenabläufen und Fließgewässern im Spurenbereich nachgewiesen. Es handelt sich dabei z.B. um Arzneimittel, Hormone, Sonnenschutzmittel, Waschmittelinhaltsstoffe, Tenside oder auch Flammschutzmittel aus unterschiedlichsten Bedarfsgegenständen, die unter der Bezeichnung „Anthropogene Spurenstoffe“ bzw. „Xenobiotika“ zusammengefasst werden. Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass viele von ihnen schlecht abbaubar sind und sich in der Umwelt anreichern. Um sie zu entfernen, sind neben den klassischen Verfahren der Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung aufwändige Zusatzmaßnahmen notwendig; sonst können sie früher oder später ins Trinkwasser gelangen.
Eine ähnliche Situation besteht bei Krankheitserregern: In den letzten beiden Jahrzehnten wurden bislang wenig verbreitete Krankheitserreger in der Umwelt und im Trinkwasser entdeckt. Sie führten zu Krankheitsausbrüchen oder sporadischen Infektionen mit erheblicher epidemiologischer Bedeutung und waren mit den klassischen Strategien der Trinkwasserhygiene kaum zu kontrollieren. Auch das Muster des Auftretens bekannter Krankheitserreger (z.B. Cryptosporidien, Giardia, Noroviren) verändert sich sowohl durch den Wandel des Klimas als auch der demografischen Verhältnisse.
Vor diesem Hintergrund gehört es auch in Deutschland zu den größten Herausforderungen für ein nachhaltiges Wassermanagement, eine qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung sowie eine ökologisch wie ökonomisch effiziente Abwasserentsorgung sicherzustellen.
Gerade die Vielfalt der anthropogenen Spurenstoffe und der neuen Krankheitserreger erweist sich sowohl in Hinblick auf die Bewertung als auch Elimination als große Herausforderung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert deshalb in den nächsten drei Jahren im Rahmen der Fördermaßnahme „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf – RiSKWa“ 12 Verbundforschungsvorhaben mit insgesamt 30 Millionen Euro. Ziel ist es, innovative Technologien und Konzepte zum Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern für den vorsorgenden Gesundheits- und Umweltschutz zu entwickeln.
RiSKWa ist Teil des BMBF-Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) und in das BMBF-Forschungsrahmenprogramm „Forschung für nachhaltige Entwicklungen – FONA“ eingebunden (http://www.fona.de).
Weitere Informationen zur Fördermaßnahme und Ihrer 12 Verbundprojekte unter http://www.riskwa.de
Kontakt:
Wissenschaftliche Begleitung der BMBF-Fördermaßnahme RiSKWa
Dr. Thomas Track
DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.
Email: track@dechema.de