Start Blog Seite 120

Porentief rein dank Strom?

0

Erste Ergebnisse von Laborversuchen auf AquaConSoil vorgestellt

Barcelona/Leipzig. Mit elektrischen Feldern lassen sich selbst schlecht wasserlösliche Schadstoffe gut aus porösen Materialen, wie etwa Böden, herauslösen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) nach Laborversuchen mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Die entstehen bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material wie Kohle oder Öl und stellen wegen ihrer Giftigkeit ein weltweites Problem dar. Erste Ergebnisse ihrer Laborversuche stellen die Wissenschaftler auf der größten europäischen Konferenz zum Management von Boden-Wasser-Systemen „AquaConSoil 2013″ vor, die vom 16. bis 19. April in Barcelona stattfand.

„In einem elektrischen Feld wandern die positiv geladenen oberflächennahen Ionen zur Kathode und erzeugen so eine Wasserströmung. Diese sogenannte Elektroosmose bewirkt, dass selbst winzige Poren, die mit einem normalen Wasserstrahl nicht gereinigt werden könnten, ausgespült werden“, berichtet Dr. Lukas Y. Wick vom UFZ. Der Umweltmikrobiologe hatte zusammen mit Kollegen in den letzten Jahren den Einfluss von elektrischen Feldern auf Bakterien und deren Schadstoffabbauleistung (Elektro-Bioremediation) untersucht. Dabei konnte kein negativer Einfluss schwacher elektrischer Felder auf die Aktivität und die Zusammensetzung mikrobieller Gemeinschaften gefunden werden. Es zeigten sich jedoch positive Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit und den möglichen Abbau von Chemikalien: Die Elektroosmose sorgt nämlich dafür, dass sich Schadstoffe nicht nur schneller, sondern auch porentief, also nur wenige Nanometer oberhalb der Oberfläche von Bodenporen, ablösen und so möglicherweise die biologische Sanierung verschmutzter Ökosysteme beschleunigen. Die bisherigen Versuche wurden in kontrollierten Laborsystemen mit Modellböden durchgeführt. In den nächsten Schritten wollen die Forscher nun in komplexeren Systemen die Interaktionen zwischen Bakterien, Boden und Schadstoffen studieren. Dieses Wissen kann später helfen, die noch bestehenden Einschränkungen bei biologischen Sanierungstechnologien zu überwinden, um kostengünstige und effektive Anwendungen zu entwickeln.
Zur AquaConSoil 2013, der größten europäischen Konferenz zum Management von Boden-Wasser-Systemen, werden vom 16. bis 19. April über 700 Experten aus Forschung, Behörden und Industrie in Barcelona erwartet. Organisiert wird sie vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zusammen mit dem niederländischen Forschungszentrum Deltares. Die Schirmherren der wissenschaftlichen Tagung sind Prof. Dr. Georg Teutsch, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des UFZ, und Prof. Dr. ir. Huub Rijnaarts, Lehrstuhlinhaber für Umwelttechnologie der Universität Wageningen, Niederlande. Tilo Arnhold

http://www.aquaconsoil.org

 

 

Kombination von Kohlenstoff und Nanoeisen eröffnet neue Perspektiven zur Wasserreinigung

0

Erste Ergebnisse eines Pilotversuchs auf AquaConSoil vorgestellt

Barcelona/Leipzig. Eine Kombination aus Kohlenstoff und Nanoeisen könnte künftig helfen, kontaminiertes Grundwasser besser vor Ort zu reinigen. Das neue Verbundmaterial mit dem Namen Carbo-Iron® enthält Eisenstrukturen in der Größe von wenigen Nanometern, die fest in den Kohlenstoff eingebunden sind. Die Kombination beider Materialen verbindet Reaktivität mit Schadstoffanreicherung. Carbo-Iron® kann zudem breite Reaktionszonen im Grundwasserleiter erzeugen und es kann direkt in die Schadstoffquelle injiziert werden. Erste Ergebnisse eines in-situ-Versuchs werden auf der größten europäischen Konferenz zum Management von Boden-Wasser-Systemen „AquaConSoil 2013″ vorgestellt, die vom 16. bis 19. April in Barcelona stattffand.

Die Feldversuche im Kleinstmaßstab führten die Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und der Fa. Golder Associates GmbH in den vergangenen Monaten auf einem ehemaligen Militärgelände im niedersächsischen Celle durch, dessen Grundwasser mit dem Schadstoff Perchlorethen (PCE) belastet ist. Perchlorethen ist ein weit verbreitetes organisches Lösungsmittel, das als hartnäckiger Schadstoff häufig im Grundwasser zu finden ist. Wie viele chlorierte Kohlenwasserstoffe ist es krebserzeugend.

Um die neue Sanierungstechnologie zu testen, wurden bei Celle mit Genehmigung der Behörden 20 Kilogramm des neuen Reinigungsverbundstoffes über zwei Bohrungen direkt in das kontaminierte Grundwasser eingebracht und anschließend der Abbau des Schadstoffs ausgewertet. Parallel dazu fanden im Labor Untersuchungen zur Ökotoxizität des eingebrachten Materials statt. Beide Ergebnisse erscheinen aus Sicht der Wissenschaftler vielversprechend: „Wir erhoffen uns von diesem neuen Verbundmaterial eine sehr umweltfreundliche Lösung, um kontaminiertes Grundwasser vor Ort reinigen zu können. Aus unserer Sicht ist Carbo-Iron® die bessere Alternative zum bislang in solchen Fällen oft verwendeten nano-Eisen“, erklärt Dr. Katrin Mackenzie vom UFZ. Denn es enthält nicht nur Eisen, um Schadstoffe reduktiv abzubauen. Der Kohlenstoff sammelt mit seiner riesigen Oberfläche die Schadstoffe wie ein Schwamm ein und stellt sie dem Eisen zur Zerstörung bereit. Außerdem wird Carbo-Iron® im Vergleich zum nano-Eisen aufgrund seiner geringeren Dichte und günstigeren Oberflächenbeschaffenheit besser im Grundwasserleiter transportiert. Diese Beweglichkeit erhöht seine Wirksamkeit.

Sehr positiv verlaufen sind die Tests zur ökologischen Verträglichkeit von Carbo-Iron®, die ebenfalls am UFZ durchgeführt wurden. Sie zeigten keine akute Toxizität. „Wir sehen daher in der Grundwasserreinigung mit Carbo-Iron® eine nanobasierte Technologie, die mit gutem Gewissen in der Umwelt eingesetzt werden kann“, so Katrin Mackenzie.
Die Untersuchungen sind Teil des Forschungsprojektes Fe-NANOSIT, das im Laufe dieses Jahres abgeschlossen wird. Mit Nanopartikel-basierten in-situ-Sanierungstechnologien werden sich die UFZ-Wissenschaftler auch danach weiter befassen. Zusammen mit 28 Partnern untersuchen sie im EU-Großprojekt NANOREM bis 2017 das Potenzial dieser neuen Materialien im größeren Maßstab. Die UFZ-Wissenschaftler arbeiten daran, eisenbasierte Komposite wie Carbo-Iron® zu implementieren und neue in-situ-Oxidationskatalysatoren zu entwickeln. Außerdem erstellen sie ökonomische Verwertungsstrategien und führen Kosten-Nutzen-Analysen durch.

Zur AquaConSoil 2013, der größten europäischen Konferenz zum Management von Boden-Wasser-Systemen, werden vom 16. bis 19. April über 600 Experten aus Forschung, Behörden und Industrie in Barcelona erwartet. Organisiert wird sie vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zusammen mit dem niederländischen Forschungszentrum Deltares. Die Schirmherren der wissenschaftlichen Tagung sind Prof. Dr. Georg Teutsch, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des UFZ, und Prof. Dr. ir. Huub Rijnaarts, Lehrstuhlinhaber für Umwelttechnologie der Universität Wageningen, Niederlande.

www.aquaconsoil.org

Weitere Informationen
Dr. Katrin Mackenzie
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1760
katrin.mackenzie@ufz.de

 

 

Auch Imbissbetriebe brauchen einen Fettabscheider

0

Zitat aus dem Urteil:

In dem genannten Imbissbetrieb fallen Fette und Öle (z.B. Speisefette und tierische Fette) an und gelangen in das Küchenabwasser. Dies zeigt bereits die im Internet veröffentlichte Speisekarte, die überwiegend frittierte Fischgerichte umfasst. Hieraus ist auch zu ersehen, dass die haushaltsübliche Menge von mit dem Abwasser aus dem Imbissbetrieb abgeschwemmten Fetten im Falle des klägerischen Grundstücks bei weitem überschritten ist. Der Kläger kann sich demgegenüber auch ersichtlich nicht auf einen Vergleich mit einem großen Mehrfamilienhaus berufen, bei dem der Einbau eines Fettabscheiders nicht erforderlich sei. Denn in einem Mehrfamilienhaus werden wegen der Heterogenität des Wasserverbrauchs (z.B. Duschen, Waschmaschine etc) ersichtlich Fette nicht in einer derartigen Konzentration in die öffentliche Entwässerungsanlage mit abgeschwemmt, wie bei dem auf dem Grundstück des Klägers betriebenen Fischimbiss. So zeigt auch die vom Kläger in der mündlichen Verhandlung vorgelegte Wasserrechnung …mehr:

VG Ansbach • Urteil vom 26. März 2013 • Az. AN 1 K 11.01972

Quelle: http://openjur.de/u/618766.html

 

 

Neue biobasierte Flockungsmittel für eine effiziente und umweltfreundliche Wasseraufbereitung

0

Know-how aus dem IPF Dresden ermöglicht maßgeschneiderte Flockungsmittel

Wissenschaftlerinnen aus dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) präsentierten auf der Messe WASSER BERLIN INTERNATIONAL vom 23. bis 26. April 2013 neue biobasierte und auf zahlreiche Anwendungen anpassbare Flockungsmittel.

Soßenreste in der Kanalisation, ölhaltige Wässer aus der Autowaschanlage oder Schwermetalle im Trinkwasser – es gibt viele Möglichkeiten, wie Verunreinigungen ins Wasser gelangen. Wie aber bekommt man sie wieder heraus? Gerade wenn diese Substanzen fein verteilt oder gar gelöst im Wasser vorliegen, sind Flockungsmittel die erste Wahl. Zu ihnen gehören auch wasserlösliche Polymere, sogenannte Polyelektrolyte, und hier vor allem solche, die biologisch abbaubar und toxisch unbedenklich sind. Bei diesen Polymeren handelt es sich um langkettige Kohlenwasserstoffe, die Ladungen in der Polymerkette tragen.

Basierend auf umfangreichen Grundlagenuntersuchungen sowie Kooperationen mit Partnern in Forschung und Industrie sind die Wissenschaftler um Frau Dr. Simona Schwarz in der Lage, aus der breiten Palette an verfügbaren Flockungsmitteln das jeweils passende zu finden bzw. zielgerichtet für eine Anwendung z. B. in der Abwasser- und Mineralienaufbereitung, der Schwermetallabtrennung oder bei der Trennung öl- und fetthaltiger Abwässer zu optimieren. Von Interesse sind hier vor allem die molaren Massen und die Art und Menge der Ladungen der Polymere, da diese Größen einen entscheidenden Einfluss auf die Effizienz der Abtrennung unerwünschter Stoffe in Abwässern haben. Hinzu kommen weitere variierbare Eigenschaften, wie wasserabweisendes Verhalten, das sich durch Einbringen zusätzlicher Gruppen in das Polymermolekül einstellen lässt.

Es konnte nachgewiesen werden, dass natürliche Polymere wie Chitosan, Stärken und Pektine bei Trennprozessen eine viel versprechende Alternativen zu synthetischen Polymeren sind. Chitosan ist ein Abkömmling des Chitins, das aus den Panzern von Krustentieren wie Krabben, Käfern u.a. gewonnen wird. Stärken kommen in vielen Pflanzen wie Kartoffeln und Mais vor und Pektine werden aus Früchten, z. B. Äpfeln und Zitronen, gewonnen. Dank ihres natürlichen Ursprungs sind diese Produkte ungiftig, abbaubar und umweltfreundlich. Vom wirtschaftlichen Standpunkt ist es interessant, dass die Ausgangstoffe für diese Flockungsmittel vielerorts als Abfallprodukte kostengünstig verfügbar sind.

Stärke, die kationisch modifiziert und zusätzlich mit wasserabweisenden funktionellen Gruppen versehen wurde, erlaubt so z. B. die effektive Entfernung von klebenden Bestandteilen aus Kreislaufwässern der Papierindustrie – ein zuvor ungelöstes Problem, das zu schwerwiegenden Störungen des Produktionsprozesses bzw. zu Einschränkungen in der Wiederaufbereitung von Altpapier führte (Patentanmeldung DE 10 2011 088 203.0).

Fachlicher Direktkontakt:
Frau Dr. Simona Schwarz
simsch@ipfdd.de
Tel.: 0351 4658-333

 

 

Eine wegweisende Idee reinigt das Regenwasser

0

Freiburg: Am Rande des Gewerbegebiets Haid entsteht eine Pilotanlage.

Es ist so etwas wie eine überdimensionale Kaffeetasse, die derzeit am Rande des Gewerbegebiets Haid entsteht. Nur setzt sich am Boden des Kessels kein Zucker ab, sondern hier sammeln sich Schadstoffe, die bei Regen von den Straßen gespült werden. Die Schmutzpartikel landen dadurch nicht mehr wie bisher in der Umwelt, sondern zukünftig in der Kläranlage. Das System, das dahinter steckt, ist ganz neu, deutschlandweit einmalig, spart Platz und Geld – und könnte deshalb zukünftig auch in anderen Kommunen eingesetzt werden.

Die Idee ist eigentlich simpel. Dass sie noch nicht früher umgesetzt wurde, hat einen einfachen Grund: Bislang durfte das Regenwasser ungeklärt…mehr:

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/eine-wegweisende-idee-reinigt-das-regenwasser

Meldungen von den Kläranlagen aus der Schweiz 2013

0
Dezember 2013
Basel Paukenschlag zum Auftakt 
Aviron Einsatz von Ferrat und Ozon zur Behandlung kommunalen Abwassers im Pilotmassstab
Schönau Schaumbildung auf der Lorze
Zürich Tag der offenen Türen vom 28./29.9.2013 
Basel Kläranlage muss aufrüsten 
Windisch ARA Windisch: Biofiltrationsanlagen in sensitiver Umgebung – WABAG Schweiz 
Oktober 2013
Bern Die neue Biogasaufbereitungsanlage ist seit 21. August 2013 in Betrieb  
Herisau ARA als Pionier 
September 2013
Bern arabern präsentiert ihre neue Biogasanlage  
August 2013
Bern Terminankündigung 
Mellingen Sanfte Biotopsanierung 
Bern Inbetriebnahme Biogasaufbereitungsanlage  
Mai 2013
Zürich Abwasserreinigung Kloten – Tag der offenen Türen 
Grenchen Eine der 24 besten ARA 
ARA Neugut Trügerisch klares Wasser 

Basel: Paukenschlag zum Auftakt

Die Wogen haben sich noch nicht geglättet: Wer gedacht hatte, dass in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit BASF über die Ergänzungsvereinbarung zur Kostenanpassung der Kläranlage diskutiert werden würde, der sah sich getäuscht. Mit einem Paukenschlag in Form eines Antrages zur Geschäftsordnung gab die CDU-Fraktion die strategische Richtung vor: Man wolle runter vom Giftmüll der Kläranlage und dieses Ziel dadurch erreichen, dass BASF den Vertrag mit der Gemeinde kündigt. Anschließend blieben fünf Jahre um eine neue Lösung zu finden: Anschluss nach Basel oder…mehr:

http://www.badische-zeitung.de/grenzach-wyhlen/streiflicht-paukenschlag-zum-auftakt–77735443.html

(nach oben)


Aviron (Schweiz): Einsatz von Ferrat und Ozon zur Behandlung kommunalen Abwassers im Pilotmassstab

Schlussbericht zu den Pilotversuchen an der ARA Aviron in Vevey
Mehr:

http://www.micropoll.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Dokumente/SB_Ferrat-O3.pdf

(nach oben)


Schönau /Schweiz: Schaumbildung auf der Lorze

Unterhalb der Kläranlage Schönau in Friesencham konnte in den letzten Tagen auf der Lorze eine Schaumbildung beobachtet werden. Die Ursache liegt nach ersten Erkenntnissen bei einer Substanz, die in der Kläranlage nicht oder nur schlecht abbaubar ist. Die Kläranlage Schönau leitet ihr gereinigtes Abwasser im Bereich Hagendorn bei Cham in die Lorze ein. Dabei kam es in letzter Zeit gelegentlich zu einer Schaumbildung. Dieser Zustand war auf der Lorze gut sichtbar, verschwand jedoch nach kurzer Zeit jeweils wieder vollständig. Die Ursache konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich dabei nicht um ein kläranlageninternes Problem, sondern um ein nicht oder nur schlecht abbaubares Waschmittel. Diese Substanz wird sporadisch in grösseren Mengen von einem noch unbekannten Verursacher in die Schmutzwasserkanalisation eingeleitet. Aktuell wird mittels Laboruntersuchungen die Zusammensetzung der schaumbildenden Substanz untersucht. Aufgrund der ersten Resultate kann derzeit davon ausgegangen werden, dass die Auswirkungen auf die Umwelt minimal sind. Es liegen zudem keine Schadensmeldungen vor. Des Weitern wird im Kanalisationsnetz die Herkunft der Substanz ermittelt. In Absprache mit dem Amt für Umweltschutz bitten wir die Bevölkerung, bei Meldungen über Schaum auf der Lorze direkt mit dem Gewässerschutzverband der Region Zugersee‐Küssnachtersee‐Ägerisee (GVRZ) Kontakt aufzunehmen (Kläranlage Schönau, Tel. 041 784 11 55).

Medienmitteilung http://www.gvrz.ch/media/131127_Medienmitteilung_Schaum%20auf%20Lorze.pdf

(nach oben)


ZÜRICH: Tag der offenen Türen vom 28./29.9.2013

Am Samstag 28. und Sonntag 29. September feierte die Kläranlage ihr 50-jähriges Jubiläum mit einem Wochenende der offenen Türen.
Über 350 Personen haben sich diesen speziellen Anlass nicht entgehen lassen.

http://www.klaeranlage.ch/?page=2&newsDetail=2422&archive=&focusElement=350&frame=1

(nach oben)


Basel: Kläranlage muss aufrüsten

Niederschläge treiben Abwassermenge nach oben / Mehr als 1500 Amphibien aus Anlage gerettet.

Die gereinigten Abwässer, die die von Pro-Rheno betriebene Basler Abwasserreinigungsanlage (ARA) 2012 in den Rhein eingeleitet hat, waren überwiegend von guter Qualität. Das geht aus dem vergangene Woche vorgelegten Jahresbericht des Unternehmens hervor. Gleichwohl hat die Kläranlage Handlungsbedarf, und zwar vor allem, weil Basel eine der wenigen Großkläranlagen am Rhein ist, die noch keine Reinigungsstufe zur Stickstoffreduktion hat. Mehr:

http://www.badische-zeitung.de/basel/basler-klaeranlage-muss-aufruesten–75932872.html

(nach oben)


ARA Windisch: Biofiltrationsanlagen in sensitiver Umgebung – WABAG Schweiz

Vor kurzem hat WABAG Schweiz zwei neue Aufträge für das Biofiltrationsverfahren BIOPUR® erhalten. Beide Projektstandorte befinden sich in einer sensitiven Umgebung – im Schweizer Windisch in einem Naturschutzgebiet und im Tourismusort Llanes in Spanien nahe einer Badebucht, in den Felsen gebaut. Die Projekte sind insgesamt sehr verschieden und zeigen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie.

Biofiltration ARA Windisch, Schweiz
Die heute bestehende ARA Windisch des Abwasserverbandes Kläranlage Brugg-Windisch wurde in den 60er Jahren gebaut. Damals für 30’000 Einwohnerwerte und den Abbau organischer Verbindungen konzipiert, wurde diese Ausbaugröße mit den Jahren deutlich überschritten und auch die Reinigungsleistung entspricht nicht mehr den aktuellen Standards. Insbesondere fehlt eine Stickstoffelimination. Im Rahmen einer Nutzwertanalyse wurde entschieden, den Ausbau der Kläranlage für 90’000 Einwohnerwerte mittels einer Biofiltration zu realisieren. Im folgenden Submissionsverfahren hat WABAG mit dem erprobten BIOPUR®-Verfahren den Zuschlag erhalten.
Das flexible und kompakte Biofiltrationsverfahren ist eine optimale Lösung für den Ausbau von Anlagen und gerade beim Standort in Windisch, im Schutzgebiet der Zusammenflüsse der drei großen Schweizer Flüsse Aare-Reuss-Limmat, war ein kompakter Bau von großer Wichtigkeit.
Aufgrund der geforderten Stickstoffelimination kommt das Biofiltrationsverfahren BIOPUR® in zweistufiger Ausführung mit vorgeschalteter Denitrifikation zum Einsatz. Zusätzlich ist die Anlage vorausschauend für einen sehr einfachen, späteren Ausbau zur Elimination von Mikroverunreinigungen mittels Pulveraktivkohle oder Ozon zusammen mit einer tertiären Filtrationsstufe konzipiert.
Der Lieferumfang von WABAG umfasst die gesamte elektromechanische Ausrüstung der Biofiltration mit einem Auftragswert von knapp 3,5 Mio. EUR. Die Inbetriebnahme ist für 2015 vorgesehen.

http://www.wabag.com/de/wabagmedia/wabag-schweiz-biofiltrationsanlagen-in-sensitiver-umgebung/

(nach oben)


BERN: Die neue Biogasaufbereitungsanlage ist seit 21. August 2013 in Betrieb

Die gesamte produzierte Biogasmenge wird mit der neuen Anlage auf Erdgasqualität (Biomethan) aufbereitet und ins Erdgasnetz von ewb eingespeist

http://www.arabern.ch/aktuelles/news/news-einzelansicht/article/die-neue-biogasaufbereitungsanlage-ist-seit-21-august-2013-in-betrieb.html

(nach oben)


Herisau: ARA als Pionier

Am Freitag, 16. August, wurde mit dem Bau einer neuen Reinigungsstufe in der
ARA Bachwis in Herisau begonnen. Für 4,7 Mio. Franken wird in den nächsten
anderthalb Jahren eine schweizweit pionierhafte Reinigungsstufe erstellt, die auch
Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser entfernen kann. Unter
Mikroverunreinigungen versteht man kleinste Stoffteilchen, die bei unserem
täglichen Gebrauch von Körperpflege- und Reinigungsmitteln ins Abwasser
gelangen. In Herisau führen zudem Medikamentenrückstande aus Kliniken und
Spitälern sowie chemische Verbindungen aus der Textilindustrie zu einer
zusätzlichen Belastung durch die unerwünschten Kleinststoffe. Diese lassen sich am
besten mit Pulver-Aktivkohle (PAK) aus dem Abwasser entfernen.
Nach Jahren aufwändiger Planungs- und Vorbereitungsarbeiten ist nun die
Realisierung der neuen Reinigungsstufe in Angriff genommen worden. Bis zum
Winter wird die Baugrube erstellt. Danach erfolgt der Bau der Klärbecken und der
technischen Räume. Die maschinelle und elektrotechnische Ausrüstung des
Rohbaues ist im Laufe des kommenden Jahres vorgesehen.
Als Folge davon wird künftig das Wasser der Glatt auch weniger Verfärbungen und
Schaum aufweisen, was sich ebenfalls positiv auf die Qualität der Flüsse Thur und
Rhein auswirkt. An den Gesamtkosten beteiligen sich neben der Gemeinde mit 1,75
Mio. Franken der Kanton und die Industrie. „In der Schweiz wird Pulveraktivkohle
zwar seit Jahren in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt, aber Herisau ist die erste
Anlage, die im Abwasserbereich realisiert wird“, sagte Gemeinderätin Regula
Ammann-Höhener an der Medienkonferenz. „Herisau ist also Pionier und
Wegbereiter.“

Kontakt: Regula Ammann-Höhener, Ressortchefin Tiefbau/Umweltschutz
Regula.Ammann@herisau.ar.ch

(nach oben)


BERN: arabern präsentiert ihre neue Biogasanlage

Seit diesem Sommer ist auf dem Gelände der arabern eine neue Biogasanlage in Betrieb. Am Donnerstag, 5. September, konnten interessierte Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort einen Augenschein der neuen Anlage nehmen.
Die neue Biogasanlage ist das zweite von drei Erneuerungsvorhaben, die nun abgeschlossen sind. Ebenfalls im Rohbau fertig gebaut ist die Rücklaufbehandlungsanlage. Zurzeit wird das alte Dienstgebäude rückgebaut, damit anschliessend der Neubau für die Schlammbehandlungsanlage in Angriff genommen werden kann. Der Baubeginn für dieses letzte Vorhaben der laufenden Erneuerungsetappe ist im kommenden Herbst geplant. Die Etappe dauert – inklusive Bau der Schlammbehandlungsanlage – noch bis Dezember 2014.

Stichwort «Rücklaufbhandlung»
Im Verlauf der Abwasserbehandlung fällt ammoniumhaltiges Abwasser an. In der Rücklaufbehandlung wird dieses Wasser durch biochemische Nitrifikation und Denitrifikation vom Ammonium gereinigt.

Stichwort «Schlammbehandlungsanlage»
Die neue Schlammbehandlungsanlage nutzt Fernwärme aus der Energiezentrale Forsthaus, um den Klär-schlamm zu trocknen. Daraus entsteht hochwertiger, CO2-neutraler Festbrennstoff, der beispielsweise in der Zementindustrie Verwendung findet.

http://www.arabern.ch/uploads/media/Arabern_Flyer_Besichtigung_Biogasanlage_05.09.2013.pdf

(nach oben)


BERN: Terminankündigung

Am Donnerstag, 5. September 2013 (ab 17.00h) stehen das Gelände der ara-bern und die neue Biogasaufbereitungsanlage für die interessierte Anwohnerschaft zur Besichtigung offen. Mit anschliessendem Imbiss und…mehr unter:

http://www.arabern.ch/uploads/media/Flyer_Inbetriebnahme_Biogasaufbereitungsanlage.pdf

(nach oben)


Mellingen/Schweiz: Sanfte Biotopsanierung

Das alte Biotop aus den 70 Jahren ist am zuwachsen. Damit neuer Lebensraum entsteht, muss teilweise das Schilf und die Ablagerungen am Boden entfernt werden. Nur so ist es möglich genügend Freiraum zu schaffen, damit Frösche, Kröten, verschiedene Molcharten und Ringelnattern sich fortpflanzen können. Mit diesem Beitrag können wir die Artenvielfalt erhalten.

http://www.ara-mellingen.ch/cms/front_content.php?idcat=8&idart=106

(nach oben)


BERN: Inbetriebnahme Biogasaufbereitungsanlage

Ende März wurden die Installationsarbeiten für die neue Biogasaufbe-reitungsanlage der arabern abgeschlossen. Vor der endgültigen In-betriebnahme der Anlage stehen letzte Vorbereitungsarbeiten an der Dampfleitung zur Energiezentrale Forsthaus an. Dieses sogenannte «Durchspülen» verursacht Dampfwolken und teilweise Lärm.

Stichwort «Biogasaufbereitungsanlage»
In der arabern fallen pro Jahr rund 275‘000 Tonnen Biomasse an. Die neue Biogas-aufbereitungsanlage stellt daraus CO2-neutrales Biomethan her. Jährlich wird so eine Energiemenge von 45 GWh produziert. Als Treibstoff genutzt entspricht dies 20‘000 Litern Diesel pro Tag.
Stichwort «Rücklaufbehandlung»
Im Verlauf der Abwasserbehandlung fällt ammoniumhaltiges Abwasser an. In der Rücklaufbehandlung wird dieses Wasser durch bio-chemische Nitrifikation und Denitrifikation vom Ammonium gereinigt.

Stichwort «Schlammbehandlungsanlage»
Die neue Schlammbehandlungsanlage nutzt Fernwärme aus der Energiezentrale Forsthaus, um den Klärschlamm zu trocknen. Daraus entsteht hochwertiger, CO2-neutraler Festbrennstoff, der beispielsweise in der Zementindustrie Verwendung findet.
Die Abschlussarbeiten für die Inbetriebnahme der Biogasaufbereitungsanlage finden zwischen 27. Mai und 3. Juni statt. Als letzter Schritt vor der endgültigen Inbetriebnahme wird die Dampfleitung zwischen der Energiezentrale Forsthaus und der arabern «durchgespült» (dabei wird Dampf im Gelände der arabern aus der neuen Leitung abgeblasen). Dieser Prozess verursacht Dampfwolken und ist teilweise mit Lärm verbunden. Die arabern bittet die Anwohnerschaft um Verständnis.
Mit der Inbetriebnahme der Biogasaufbereitungsanlage ist ein erster Meilenstein bei der laufenden Erneuerung der arabern-Anlagen erreicht. Bis Dezember 2013 laufen noch die Arbeiten an der Rücklaufbehandlungsanlage. Ab Sommer 2013 ist der Baubeginn der Schlammbehandlungsanlage vorgesehen. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Dezember 2014 vorgesehen.
I
Weitere Auskünfte: Beat Ammann, Direktor der arabern (Tel. 031 300 52 52)

http://www.arabern.ch/uploads/media/Flyer_Inbetriebnahme_Biogasaufbereitungsanlage.pdf

(nach oben)


ZÜRICH: Abwasserreinigung Kloten – Tag der offenen Türen

Am Samstag 28. und Sonntag 29. Sepember feiert die Kläranlage ihr 50-jähriges Jubiläum.
Aus diesem Anlass ist die Bevölkerung herzlich zu einem Besuch auf der Kläranlage eingeladen.

Details zum Anlass folgen in Kürze.
Reservieren Sie sich doch schon das Datum!

Mehr:
http://www.klaeranlage.ch/?page=2&newsDetail=2422&archive=&focusElement=350&frame=1

(nach oben)


Grenchen: Eine der 24 besten ARA

Die Kläranlage Regio Grenchen ist unter den 800 Schweizer Kläranlagen mit der
«Wdaille d’eau» ausgezeichnet worden. Das Spezielle: Die 100-prozentige Stromeigenversorgung.
Auf dem Areal der Abwasserreinigungsanlage
Regio Grenchen riecht es teilweise
streng. Der Duft von faulem
Schlamm und Abwasser steigt einem
vor allem in den Toilettenräumen stark
in die Nase. «Das sind aber nicht immer
wir», sagt …mehr:.

http://www.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Aktuelles/Medien/20130313_BielerTagblatt.pdf

(nach oben)


ARA Neugut: Trügerisch klares Wasser

In den Schweizer Flüssen und Seen sieht man bis auf den Grund, so klar sind sie. Doch im klaren Wasser treiben unsichtbar – Rückstände von Hormonen, von Antibiotika oder von Flammschutzmitteln. Solche sogenannte Spurenstoffe werden für unsere Gewässer zunehmend zum Problem.
Am 16. März wurde im Wissenschaftsmagazin von SRF2 ein Beitrag zur Ozonung auf der ARA Neugut in Dübendorf ausgestrahlt. Der Beitrag kann unter dem Titel „Trügerisch klares Wasser“ abgerufen werden
Hören unter:

http://www.srf.ch/sendungen/wissenschaftsmagazin/jenseits-des-galaktischen-staubs

(nach oben)

Nanosilber aus Konsumprodukten landet kaum in Gewässern

0

Nanosilber im Abwasser kann stark umweltschädlich wirken, wenn es in metallischer Form vorliegt. Eine im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms „Chancen und Risiken der Nanomaterialien“ (NFP 64) der Schweiz durchgeführte Studie zeigt nun erstmals, dass Nanosilber auf dem Weg zur Kläranlage rasch in weniger problematische Formen (Silbersulfid) umgewandelt wird. Zudem wird es effizient (95 %) im Klärschlamm zurückgehalten. Was mit dem Nanosilber im Klärschlamm weiter passiert, war nicht Teil der Studie. In der Schweiz ist die Ausbringung des Klärschlamms auf landwirtschaftlich genutzte Flächen nicht erlaubt. Zum Einsatz kommen die Nanosilber-Partikel zum Beispiel in Kosmetika, Lebensmittelverpackungen und Desinfektions- und Reinigungsmitteln. Verbreitet sind auch antibakterielle Socken und Funktionskleidung, in deren Textilien Nanosilber eingearbeitet ist. Der weltweite Verbrauch von Nanosilber wird auf über 300 Tonnen pro Jahr geschätzt – ein beträchtlicher Teil davon gelangt über das Abwasser in den Wasserkreislauf.

Die Studie ist als pdf-Datei beim Schweizerischen Nationalfonds erhältlich:
com@snf.ch

Veröffentlichung in Water Research:
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0043135413001826

Quelle:
http://www.gfa-news.de/gfa/webcode/20130419_002/Nanosilber%20aus%20Konsumprodukten%20landet%20kaum%20in%20Gew%C3%A4ssern

Machen Kläranlagen glücklich?

0

Erkenntnisse aus 10 Jahren grenzüberschreitender Infrastrukturfors

Wie sehen Infrastrukturen aus, die aus dem demografischen Wandel, dem Wirtschaftsstrukturwandel und dem Klimawandel das Optimum für die Zukunft herausholen? Das neu erschienene Buch „Machen Kläranlagen glücklich“ des inter 3 Instituts für Ressourcenmanagement trägt zu diesen Problemstellungen in Deutschland und dem Mittleren Osten Lösungskonzepte aus 10 Jahren grenzüberschreitender Infrastrukturforschung zusammen.
Die Herausgeber stellen Erfahrungen und Erkenntnisse aus über 50 inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten zur Diskussion, die an der Schnittstelle zwischen Technik und Gesellschaft, Unternehmen und Wirtschaft, Personalstrategien und Ressourcenströmen gewonnen wurden.

Sektorübergreifende Infrastrukturen und neue Wertschöpfungsketten

Grenzüberschreitende Infrastrukturforschung im Bereich Unternehmen und Wirtschaft bedeutet, unternehmerisch zu denken und trotzdem das Gemeinwohl nicht zu vergessen, unterschiedliche Branchen und Sektoren zusammenzubringen, das Potenzial von Sekundärressourcen zu erkennen und auch Produkt- und Verfahrensdesigns zu überdenken. Die Rollen von Produzenten, Prosumenten und Konsumenten in Wirtschaftsprozessen werden analysiert und neu entwickelt, in der Personalentwicklung wird (kulturelle) Diversität angestrebt. Strukturen zur staatlichen Regulierung und privaten Steuerung werden hinterfragt.

Integrative Technikentwicklungsprozesse und Innovation

Klimawandel, Wirtschaftsstrukturwandel sowie die Endlichkeit fossiler Rohstoff- und Energiequellen stellen Gesellschaften verschiedener Regionen vor ernstzunehmende technologische Herausforderungen. Grenzüberschreitende Infrastrukturforschung befähigt dazu, für diese Herausforderungen passgenaue Technologieentwicklungen zu erkennen und zu implementieren. Sie evaluiert vor dem Hintergrund sich wandelnder Rahmenbedingungen aber auch die Zweckmäßigkeit des technologischen Status Quo immer wieder aufs Neue, um ihn den veränderten Anforderungen anzupassen. Ihr Anspruch ist es, Technikentwickler und Techniknutzer gemeinsam in den Entwicklungsprozess zu integrieren und bei Modularisierung und Flexibilisierung der Technik deren Einpassung in übergeordnete Systeme nicht zu vernachlässigen.

Infrastrukturen in gesellschaftspolitischen Spannungsverhältnissen

Das spannungsreiche Verhältnis von Politik und Gesellschaft bei der Einführung, Bereitstellung und Erhaltung spezifischer Infrastrukturen erfordert, die Vorstellungen von einem guten Leben immer wieder neu zu justieren und Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur zielorientierten Auseinandersetzung zu verhelfen. Grenzüberschreitende Infrastrukturforschung bildet Konflikte im Akzeptanz-Radar und mittels Konstellationsanalysen ab. Dabei bezieht sie eine Vielzahl von Ideen, Perspektiven und Interessen im Rahmen einer zielorientierten Auseinandersetzung in den Lösungsprozess mit ein – ohne reale Machtverhältnisse dabei aus den Augen zu verlieren.

Das Buch kann zum Preis von 16,80 Euro unter buch@inter3.de bestellt werden.

Literaturhinweis
Susanne Schön, Shahrooz Mohajeri, Meinolf Dierkes (Hg.)(2013):
Machen Kläranlagen glücklich? Ein Panorama grenzüberschreitender Infrastrukturforschung.
128 Seiten. 16,80 EUR.
ISBN: 978-3-00-041528-9. 1. Auflage.
Berlin: inter 3 Institut für Ressourcenmanagement 2013

 

 

Kläranlage Peißenberg: Verbesserungen – es hat sich gelohnt

0

Die zum Teil sehr strengen Winter in unserer Gegend führten dazu, dass die Räumer des Sandfangs oder des Nachklärbeckens öfters ausfielen. Gegenmaßnahmen wie Enteisungsmittel, Quarzsand, Heißluftgebläse vor dem Antriebsrad oder mitlaufende Besen brachten keinen dauerhaften Erfolg. Es war ein ständiger Kampf, das Ausfallen der Räumer zu verhindern, bis wir vor einigen Jahren auf die Technik mit dem Zahnstangenantrieb stießen. Die robuste Ausführung der Zahnräder machte auf uns einen sehr zuverlässigen Eindruck. Mit diesem Antrieb erhofften wir uns, das Winterproblem in den Griff zu bekommen (Funktionsprinzip einer Zahnradbahn, und die fährt ja auch im Winter). Seit dem Einbau der Zahnstangenantriebe bei der Räumerbrücke des Sandfangs und des Nachklärbeckens sind nunmehr rund sechs Jahre vergangen, sodass wir über gesicherte Betriebserfahrungen berichten können.

Prinzip
Beim Längsräumer werden auf den Beckenkronen zwei Laufschienen (ähnlich Eisenbahnschienen) und zwei Zahnschienen montiert. Die Räumerbrücke liegt auf der einen Seite…den ganzen Artikel finden Sie unter:

http://www.kan.at/Kontext/WebService/SecureFileAccess.aspx?fileguid={42c2b8f2-f058-483f-a8e1-4ca29c31774d}

Autor
Stefan Sedlmeir,
Abwassermeister Gemeindewerke Peißenberg
Hauptstraße 77,
82380 Peißenberg,
Deutschland
Tel. +49 (0)88 03/29 97
E-Mail: Stefan.Sedlmeir@peissenberg.de  

 

Schad- und Spurenstoffe aus Abwasser entfernen

0

Das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB hat gemeinsam mit europäischen Partnern Verfahren entwickelt, um schwer abbaubare Schadstoffe im Abwasser effizient abzubauen. Diese Verfahren erzeugen reaktive Spezies, mit denen sich selbst hoch belastetes Deponiesickerwasser reinigen lässt. Polymere Adsorberpartikel wiederum können selektiv auch solche Schadstoffe entfernen, die in nur geringer Konzentration vorliegen. Die Verfahren zeigt das Fraunhofer IGB vom 23. bis 26. April 2013 auf der Messe Wasser Berlin.

Medikamente im Abwasser von Krankenhäusern werden ebenso wie halogenierte Verbindungen oder Cyanide aus Industrieabwässern kaum in den biologischen Stufen der Kläranlagen abgebaut. So haben sich Antibiotika und hormonell wirksame Verbindungen, beispielsweise Bisphenol A aus der Kunststoffherstellung, bereits in der Umwelt angereichert und sind im Grundwasser und selbst in Trinkwasserproben nachweisbar. Um solch persistente Schadstoffe aus Abwasser zu entfernen, müssen spezielle Reinigungsverfahren eingesetzt werden. Oxidative Prozesse, die Wasserstoffperoxid oder Ozon als Oxidationsmittel nutzen, haben sich in der Praxis bewährt.

Damit die verschiedenen Inhaltsstoffe industrieller Abwässer effektiv und effizient abgebaut werden, müssen die Verfahren in der Regel angepasst oder kombiniert werden. Für diese Aufgabe steht am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart eine Versuchsanlage zur Verfügung, mit der alle gängigen Verfahren einzeln und in beliebiger Kombination erprobt werden können. Ergänzt werden die bisherigen Verfahren durch zwei neue Verfahren, die reaktive Spezies, allen voran Hydroxyl-Radikale, effizient erzeugen. Diese oxidieren die Schadstoffe zu kleineren, abbaubaren organischen Molekülen oder mineralisieren sie vollständig zu CO2. Bei einem Verfahren werden die reaktiven Moleküle elektrochemisch in einem Anoden-Kathoden-Prozess erzeugt, bei dem anderen mit einem Atmosphärendruckplasma. Beide Verfahren kommen ohne den Zusatz von Hilfsstoffen aus.

Deponiesickerwasser oxidativ-elektrochemisch behandeln
Ein oxidatives Verfahren, welches ohne den Zusatz von Hilfsstoffen auskommt und aufgrund seines elektrochemischen Funktionsprinzips auch für sehr trübe Abwässer geeignet ist, hat das Fraunhofer IGB in dem von der EU geförderten Projekt CleanLeachate (Förderkennzeichen 262335, www.cleanleachate.eu) entwickelt. Das Konsortium mit sechs Partnern aus fünf europäischen Ländern behandelt hoch belastetes Sickerwasser, das auf Mülldeponien entsteht, mit einem gekoppelten Anoden-Kathoden-Prozess. Eine durch eine Membran geteilte Elektrolysezelle bildet dabei zwei getrennte chemische Reaktionsräume. Ein Schwerpunkt des Projekts war die Auswahl geeigneter Elektrodenmaterialien, vor allem der Anode, an der bei Anlegen einer Spannung Hydroxyl-Radikale als reaktive Spezies entstehen. Das verunreinigte Wasser passiert zunächst die Anode, wo es oxidiert wird, und wird danach zur Kathode gepumpt, wo die Inhaltsstoffe reduziert werden.

Das Verfahren wird derzeit in Tschechien auf einer Mülldeponie im Dauerbetrieb getestet. Der Prozess konnte bereits so optimiert werden, dass der chemische Sauerstoffbedarf und die Gesamtstickstoffkonzentrationen unter die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte gesenkt und die Anforderungen der Abwasserverordnung erfüllt werden. Um das Verfahren zur Marktreife zu bringen, wurde eine automatisierte und transportable Prototypanlage gebaut, mit der die Behandlung weiterer Abwässer getestet und Erfahrungen und verlässliche Daten für die weitere Optimierung gesammelt werden sollen.

Mit offenem Plasma Wasser reinigen
Ein weiterer neuer Ansatz ist die Anwendung eines Atmosphärendruckplasmas. Ein Plasma ist ein ionisiertes Gas, das neben Ionen und Elektronen auch chemische Radikale und elektronisch angeregte Teilchen sowie kurzwellige Strahlung enthält. Ein solches Plasma lässt sich durch ein elektromagnetisches Feld, beispielsweise durch Anlegen einer Hochspannung, zünden. Charakteristisch ist das Plasmaleuchten, welches in Leuchtstoffröhren zur Leuchtreklame genutzt wird. Technisch werden Plasmaverfahren seit langem zur gezielten Modifizierung und Reinigung von Oberflächen eingesetzt.

Dieses Prinzip nutzen die Partner des von der EU geförderten Projekts Wasserplasma, bei dem ein Plasma für die oxidative Reinigung von Wasser eingesetzt wird (»Water decontamination technology for the removal of recalcitrant xenobiotic compounds based on atmospheric plasma technology«, Förderkennzeichen 262033, www.waterplasma.eu). Ergebnis des Projekts ist ein Plasmareaktor, bei dem die im Plasma gebildeten reaktiven Spezies direkt in das mit Schadstoffen belastete Wasser übertreten können. Hierzu ist das Plasma »offen«: Es steht in direktem Kontakt zum Wasserfilm. Der Plasmareaktor ist so aufgebaut, dass zwischen einer geerdeten Elektrode in Form eines Edelstahlrohres im Inneren des Reaktors und einem Kupfernetz, welches die Funktion der Hochspannungselektrode übernimmt, durch Anlegen einer Hochspannung ein Plasma gezündet und aufrechterhalten wird. Das Kupfernetz ist auf einem Glaszylinder angebracht, der als dielektrische Barriere fungiert und gleichzeitig den Reaktor nach außen abschirmt. Im Innern des Edelstahlrohrs, dem Zentrum des Plasmareaktors, wird verunreinigtes Wasser nach oben gepumpt. Wenn das Wasser auf der Außenseite des Edelstahlrohrs herunterläuft, passiert es die Plasmazone zwischen Edelstahlrohr und Kupfernetz, in welcher die Schadstoffe oxidiert werden.

In Laborversuchen konnten die Fraunhofer-Forscher zeigen, dass eine Lösung des Farbstoffs Methylenblau innerhalb nur weniger Minuten vollständig entfärbt wird. Auch Cyanid wurde innerhalb von nur 2 Minuten um 90 Prozent effektiv abgebaut. Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse wird das Verfahren momentan in einem größeren Maßstab erprobt. Bei einem Projektpartner steht ein Demonstrator, der für die Reinigung von 240 Liter kontaminiertem Wasser pro Stunde ausgelegt ist. Aufgrund dieser Ergebnisse sollen das Reaktordesign und die Prozessführung dann weiter optimiert werden, um das Verfahren mit weiteren Partnern aus der Industrie zur Marktreife bringen zu können. Das Potenzial ist groß, denn bei diesem offenen Plasmaverfahren gibt es keine Barriere zwischen dem Ort, wo die oxidativen Radikale entstehen (Plasma) und dem zu reinigenden Wasser.

Entfernung von Spurenstoffen mit selektiven Adsorberpartikeln
Schadstoffe können auch effektiv mit selektiven Adsorbern aus Abwasser entfernt werden. Eine solche Adsorptionsstufe eignet sich vor allem dann, wenn Schadstoffe stark verdünnt bzw. nur gering konzentriert oder sehr spezifisch vorliegen. Sinnvoll ist ihr Einsatz auch, wenn ein Abwasserinhaltsstoff in biologischen Klärstufen zu toxischen Metaboliten abgebaut wird. Hier kann es sich lohnen, das Abwasser vorzubehandeln und den fraglichen Stoff vor der Einleitung in die Kläranlage selektiv zu entfernen.

Hierzu hat das Fraunhofer IGB ein einstufiges und kosteneffizientes Verfahren für die Herstellung polymerer Adsorberpartikel entwickelt. In dem patentierten NANOCYTES®-Prozess werden funktionelle Monomere mit einem Vernetzer zu nanoskopisch kleinen Polymerkügelchen, sogenannten selektiven polymeren Adsorberpartikeln, umgesetzt. Die Selektivität der Adsorberpartikel kann noch erhöht werden, wenn dem Gemisch zusätzlich diejenigen Zielmoleküle zugefügt werden, die es aus dem Wasser zu entfernen gilt. Der Trick: Nach der Polymerisation der Monomere werden die Zielmoleküle wieder aus den Adsorberpartikeln entfernt. Dabei hinterlassen sie einen »Abdruck«, der die entsprechenden Schadstoffe adsorbiert.

Die Fraunhofer-Forscher konnten so bereits Bisphenol A und Penicillin G selektiv aus Abwasser entfernen. Die Adsorberpartikel sind chemisch und thermisch stabil und können äußerst vielfältig eingesetzt werden, ob als Schicht in einer Kompositmembran oder als Matrix auf Füllkörpern. Eine Adsorptionskolonne steht am Fraunhofer IGB für Testzwecke zur Verfügung. Nach der Adsorption der Schadstoffe können die Adsorberpartikel regeneriert und wiederverwendet werden.

Präsentation auf der Wasser Berlin – Halle 2.2, Stand 417
Die neuen Wasserbehandlungsverfahren stellt das Fraunhofer IGB vom 23. bis 26. April 2013 auf der Messe Wasser Berlin in Halle 2.2, Stand 417 vor. Die Forscher präsentieren zudem weitere Verfahren zur Wasseraufbereitung, zur Rückgewinnung von Abwasserinhaltsstoffen in Form von Energie und Düngesalzen und ein System zur semidezentralen Reinigung von häuslichem Abwasser.

http://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/presseinformationen/2013/schad–und-spurenstoffe-aus-abwasser-entfernen.html