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Gefährliche Substanz in Freizeithäfen

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Antifouling für Sportboote belastet Gewässer

Das Wasser in deutschen Freizeithäfen ist teilweise stark belastet und gefährdet die natürliche Flora und Fauna der Gewässer. Auffällig sind die Schadstoffkonzentrationen so genannter Antifouling-Wirkstoffe. Diese übersteigen laut Stichproben des Umweltbundesamts (UBA) vielfach die Umweltqualitätsnorm der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die Antifouling-Wirkstoffe stammen im Wesentlichen aus den Schutzanstrichen für Sport- und Freizeitboote, die den Aufwuchs kleiner Tiere und Algen auf den Bootsrümpfen verhindern sollen. Die Stoffe können von der Schiffshaut ins Wasser übergehen und dort weiter auf Wasserpflanzen und -tiere einwirken. Das Umweltbundesamt rät dazu, Anstriche mit Antifouling-Wirkstoffen, insbesondere im Süßwasser, möglichst ganz zu vermeiden. Auf dem Ratzeburger See dürfen bereits seit Jahren Sportboote mit Antifouling-Anstrichen nicht mehr fahren. Mit seiner Untersuchung legt das Umweltbundesamt erstmalig eine gesamtdeutsche Übersicht zu Sport- und Freizeithäfen vor.

http://www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/gefaehrliche-substanz-in-freizeithaefen
 

 

Anpassung der Trinkwassergewinnung und -aufbereitung an sich wandelnde Rahmenbedingungen

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Der Klimawandel ist nur ein Faktor von mehreren, auf den sich die Trinkwasserversorgung zukünftig einstellen muss. Der demografische Wandel und damit veränderte Wasserbedarfsprognosen stellen ebenso hohe Anforderungen an die Trinkwasserversorgung wie Veränderungen in der Wirtschafts- oder regionalen Siedlungsstruktur.

Der demografische Wandel und damit veränderte Wasserbedarfsprognosen stellen ebenso hohe Anforderungen an die Trinkwasserversorgung wie Veränderungen in der Wirtschafts- oder regionalen Siedlungsstruktur. Die Sicherstellung der Wasserversorgung auch bei langen Trockenperioden, bei Qualitätsveränderungen des Rohwassers, oder bei sinkendem Wasserbedarf mit höherem Spitzenverbrauch sollten im gesamten Kontext analysiert werden, um eine langfristig sinnvolle und wirtschaftlich optimale Anpassungsstrategie zu ermöglichen.

Eine hohe Versorgungssicherheit für die Trinkwasserversorgung kann unter den oben beschriebenen Wandelbedingungen nur erzielt werden, wenn eine rechtzeitige Auseinandersetzung mit den möglichen Risiken und den Möglichkeiten der Anpassung stattfindet. Hierbei hilft eine systematische Vorgehensweise, wie sie das IWW Zentrum Wasser im Rahmen von dynaklim entwickelt hat. Diese wird gemeinsam mit einer umfassenden Darstellung der Vulnerabilitäten und möglicher Anpassungsoptionen der Trinkwasserversorgung in der jüngst erschienen dynaklim-Publikation „Anpassungsoptionen der Trinkwassergewinnung und -aufbereitung an sich ändernde Rahmenbedingungen“ beschrieben.

http://www.dynaklim.de/
 

 

Umwelt-Sünden: In allen Flüssen sind riskante Spurenstoffe zu finden

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Stuttgart – Es ist die aufwendigste Suche nach Spurenstoffen, die jemals in Baden-Württemberg angestellt worden ist: 17 Bäche und Flüsse sowie sechs Kläranlagen sind ein Jahr lang auf 86 Stoffe hin geprüft worden – die Ergebnisse liegen nun vor. Die Leitfrage lautete: Wie belastet sind unsere Gewässer durch Arzneimittelrückstände, …mehr:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.umwelt-suenden-in-allen-fluessen-sind-riskante-spurenstoffe-zu-finden.70db44ac-2dcf-4265-98fa-3d07eee0d8de.html

 

 

Alleskönner: Hightech auf engstem Raum

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Das niederländische Unternehmen Pharmafilter hat ein zukunftsweisendes Entsorgungskonzept für medizinische Großeinrichtungen entwickelt. Es kombiniert die Abwasseraufbereitung mit der Abfallentsorgung und der biogasbasierten Energieerzeugung in einer kompakten Anlage. Sitrans Messtechnik liefert die präzisen Informationen für die Steuerung des Prozesses.

Die Aufbereitung von Krankenhausabwasser ist eine Herausforderung: Kommunale Kläranlagen sind primär auf die Beseitigung von biologisch abbaubaren Materialien ausgelegt. Auch modernste Aufbereitungsmethoden können hohe Konzentrationen von Arzneimittelrückständen nicht ausreichend entfernen. Dezentrale Wasseraufbereitungsanlagen direkt auf dem Klinikgelände stellen daher den sinnvollsten Lösungsansatz dar. Das Entsorgungskonzept des Unternehmens Pharmafilter geht noch einen Schritt weiter. Das Prinzip folgt dem Motto „Recycling statt Mehrweg“ – und lohnt sich in mehrfacher Hinsicht. Erprobt wurde es im Reinier de Graaf Krankenhaus in Delft. Dort wurden Gebrauchsgegenstände aus dem Klinikalltag durch Einwegprodukte aus Biokunststoff ersetzt – erzeugt aus nachwachsenden Rohstoffen und biologisch abbaubar. Die gebrauchten Einwegprodukte werden in speziellen Schreddern zermahlen und zur Kläranlage der Klinik gespült. Dort wird dann sowohl das Wasser aufbereitet als auch die Biogaserzeugung eingeleitet.

 

Hochpräzise Messtechnik gewährleistet Effizienz
Speziell für die Messtechnik birgt die Kombination von Abwasseraufbereitung und Biogaserzeugung eine Vielzahl von Herausforderungen: Für beide Prozesse werden fortlaufend Informationen über Temperatur, Durchfluss, Füllstand und Druck benötigt. In Delft vertraut man daher auf die Prozessinstrumentierung von Siemens. Als Temperaturmessgeräte sind hochpräzise Sitrans TH Kopfmessumformer im Einsatz. Im Zulauf zum MBR oder bei den Aktivkohlefiltern sorgen acht Sitrans Probe LU Kompaktmessumformer für die kontinuierliche Füllstandmessung per Ultraschall. Bei den Zulauf-, Ablauf- und Rückspülvorgängen in der Filtration wurden 20 magnetisch-induktive Durchflussmesser vom Typ Sitrans FM MAG 5100 eingesetzt. Für das Monitoring der MBR-Aktivität wird der Druckmessumformer Sitrans P DS III genutzt und für die Verfahrenssteuerung in der Biogaserzeugung der Mehrkomponenten-Gasanalysator Ultramat 23. Auch Siwarex Wägezellen sind auf der Anlage im Einsatz: Sie sind für die exakte Erfassung des eingesetzten Substrats im Fermenter zuständig.

Konzept überzeugt auf der ganzen Linie
Dank des neuen Entsorgungskonzepts hat sich die Abfallmenge im Reinier de Graaf Krankenhaus erheblich reduziert und das Abwasser ist nahezu frei von Schadstoffen. Außerdem ist der Hygienestandard durch den Einsatz von Einwegprodukten gestiegen. Die Nachhaltigkeit des Konzepts beruht neben der Reinigung des Wassers auch auf der Verwendung von Abfallstoffen als Energieträger. Die Effizienz und Ausfallsicherheit der Anlage werden durch die eingesetzte Messtechnik gewährleistet.

 

 

TAGE DER INDUSTRIEKULTUR: Die Schönheit einer Kläranlage

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Nostalgie und Fortschritt: die Tage der Industriekultur führen wieder an sonst verborgene Orte der Wirtschaftsgeschichte. Die Reihe ist im zwölften Jahr zur Institution geworden, die viele anzieht.

Industrie und Kultur passen auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen, verfolgen sie doch ganz unterschiedliche Ziele. Bei den zwölften Tagen der Industriekultur Rhein-Main ist jedoch zu sehen, wie beides hier in der Region sehr gut miteinander harmoniert. Von der historischen Kläranlage über eine…mehr:

http://www.fr-online.de/freizeittipps/tage-der-industriekultur-die-schoenheit-einer-klaeranlage,1474298,27633784.html
 

 

Tierschutz gegen Abwasserbeseitigung

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Biber bauen Dämme

Bettina Sättele ist seit 2002 Biberbeauftragte im Regierungsbezirk Freiburg im Südwesten von Baden Württemberg. Die Biologin bietet ihre Dienstleistungen im Fachbüro für Biberfragen in Waldshut-Tiengen an. Sie informiert zum Beispiel darüber, wie Biber an Flussläufen Dämme errichten, um den Eingang zum Bau unter Wasser außer Reichweite von Fressfeinden anzulegen. Dadurch wird der Zugang zum Bau weitgehend frostfrei gehalten sowie eine optimale Schwimm- und Tauchtiefe erreicht. Nur im Schutz des sicheren Baus können die Biber ihren Nachwuchs …

Den ganzen Artikel lesen Sie in KA Betriebs-Info (44) • Juli 2014

Autor
Dipl.-Ing. (FH) Passam Tiendrebeogo Ingenieurbüro IAB Auf dem Platz 4, 78609 Tuningen, Deutschland
E-Mail: p.tiendrebeogo@iab-seitingen.de

Ergebnis
Die Biber im Gebiet des Abwasserzweckverbands Ostbaar können aufatmen und weiter an ihrem Damm bauen. Dieser war zeitweise für die Überflutung von Teilen des Abwasserkanals verantwortlich, verbunden mit Folgekosten für die Gemeinde wegen des hohen Mischwasseraufkommens und Rückstauproblemen. Mit dem Einbau der Fremdwasserverschlüsse konnte Abhilfe geschaffen werden. Die Biberdämme müssen nicht durch die Gemeinde beseitigt werden. So konnte allen geholfen werden.  

 

Blähschlamm – das keinesfalls gelöste Problem! Alte und neue Herausforderungen bei der Einstellung optimaler Belebtschlammeigenschaften

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(Sie wünschen den folgenden Artikel als pdf-Datei? Schicken Sie einfach eine Mail mit Ihren Kontaktdaten und der Überschrift dieses Artikels an Kontakt@klaerwerk.info. Wir möchten gerne unsere Leser etwas kennenlernen und bitten deshalb um Angabe ihrer Kontaktdaten.)  

1 Einleitung
Das Belebtschlammverfahren ist das am weitesten verbreitete Verfahren zur Reinigung kommunaler Abwässer. Die Qualität des Ablaufwassers ist sehr stark von der Effizienz der Fest-Flüssig-Trennung im Nachklärbecken abhängig. Diese ist nur hoch, wenn die Bildung von Belebtschlammflocken im Belebungsbecken ungestört funktioniert.
Das ist allerdings nicht immer der Fall.

Die Fest/ Flüssig-Trennung im Nachklärbecken kann durch folgende Faktoren nachhaltig beeinträchtig werden:

•  Blähschlamm (per Definition ist das ein Belebtschlamm, der einen Schlammvolumenindex von
> 150 ml/g aufweist) 
Gestörte Flockenbildung (ungünstige Wasserchemie, Vergiftungen) 
Flockenzerstörung durch Pumpen, Rührer, Klappen etc. 
Hydraulische Mängel und Fehlplanungen (z.B. im Kanal, an Verteilerbauwerken, an Nachklärbecken, an Rücklaufschlamm- und Rezirkulationsbauwerken etc.) 
Betriebsstörungen (verstopfte Leitungen, defekte Pumpen, Steuerungsfehler etc.) 

Im Rahmen dieses Vortrags soll die Blähschlammproblematik im Rückblick, aktuell und im Ausblick näher beleuchtet werden. Blähschlamm wird fast immer durch Fadenbakterien verursacht, jedoch ist deren Entstehung in den meisten Fällen von mehreren Faktoren abhängig, so dass sich die oben genannten Probleme sehr häufig gegenseitig beeinflussen bzw. bedingen. Das bedeutet aber auch, dass die Gegenmaßnahmen gegen Blähschlamm an allen oben genannten Faktoren ansetzen können und sich nicht z.B. auf eine Chemikaliendosierung beschränken sollten.

2 Blähschlamm
Wie bereits oben erwähnt versteht man unter „Blähschlamm“ einen Belebtschlamm mit einem Schlammindex > 150 ml/g.

Schlammindices > 150 müssen jedoch nicht unbedingt zu Schlammabtrieb o.ä. Betriebsproblemen führen. Das hängt sehr von den hydraulischen Gegebenheiten einer Kläranlage ab. Für manche Kläranlagen ist ein Schlammindex > 100 ml/g bereits ein Problem, andere Anlagen kommen mit Schlammindices > 200 immer noch gut zurecht.

Entscheidend für den Erfolg einer Kläranlage ist immer die Güte der Fest/Flüssig-Trennung im Nachklärbecken. Diese muss möglichst bei allen Wetterlagen und in allen Jahreszeiten gut funktionieren, sonst kommt es sehr leicht zu Grenzwertüberschreitungen bzgl. Phosphor und BSB5 bzw. CSB durch abtreibende Belebtschlammflocken. Bei länger andauerndem Schlammabtrieb können auch für die Abwasserreinigung wichtige Bakterien verloren gehen (z.B. Nitrifikanten, Spezialbakterien für den Abbau schwer abbaubarer Verbindungen wie z.B. Tensiden, Öl, etc.). Da diese Spezialisten in der Regel langsam wachsen, ist ein Verlust dieser Bakterien häufig die Ursache mehrwöchiger Betriebsstörungen. Daher ist jeder Suspansa- bzw. Schlammabtrieb ein sehr ernstzunehmendes Problem und möglichst sofort einzudämmen.

2.1 Ursachen für Blähschlamm
Blähschlamm wird fast immer durch Fadenbakterien verursacht. Wie wir aus unserer inzwischen über zehnjährigen Erfahrung wissen, sind die von uns festgestellten Fadenbakterienarten und deren Eigenschaften einem ständigen Wandel unterworfen, der wiederum mit den auf den Kläranlagen eingestellten Betriebsbedingungen direkt in Verbindung zu bringen ist.

Bevor fast alle Kläranlagen mit Nitrifikation/ Denitrifikation (3. Reinigungsstufe) ausgerüstet wurden, dominierten ganz andere Fadenbakterienarten die Belebtschlämme als heutzutage, wo z.B. das Thema „Energieeffizeinz“ allgegenwärtig ist.

Vor der Umrüstung auf die 3. Reinigungsstufe wurde Blähschlamm sehr häufig von so genannten „Hochlast-Fadenbakterien“ verursacht. Diese wachsen z.B. bei:

Sauerstoffmangel, 
hoher Schlammbelastung (> 0,15 kg BSB5/kg TS *d), 
niedrigem Schlammalter, 
gestörtem C:N:P-Verhältnis im Zulauf, 
schlechter Durchmischung der Belebungsbecken, 
Einleitung angefaulten Abwassers,  
generell gestörter Flockenbildung, 
ungünstigem Ca/Na-Verhältnis,  
dispergierenden Abwasserinhaltsstoffen (Desinfektionsmittel, Tenside). 

Hochlast-Fadenbakterien sind u.a. Typ 021 N, Sphaerotilus natans, Thiothrix, Beggiatoa. In kommunalen Kläranlagen findet man diese Fadenbakterienarten nur noch selten und nur dann, wenn man Hochlaststufen (z.B. bei A/B-Anlagen) oder Kläranlagen mit hohem Industrieabwasseranteil untersucht (Lebensmittel, Weinbau etc.).

Mit der flächendeckenden Inbetriebnahme der 3. Reinigungsstufe wurden aufgrund der für die Stickstoffelimination notwendigen Betriebsparameter mit Schlammbelastungen < 0,12 kg BSB5/kg TS*d und relativ langen/ großen unbelüfteten Zeiten/ Zonen andere Fadenbakterienarten dominant. Dazu gehören Microthrix parvicella, Nocardioforme Actinomyceten, Nostocoida limicola, alle Fadenbakterien der Chloroflexi-Gruppe (Typ 0041, Typ 1851 etc.) und auch völlig neue, in der einschlägigen Fachliteratur bisher nicht beschriebene Arten wie Alphaproteobakterien (z.B. Alysiosphaera), die erst durch die Anwendung von Gensonden von den bisher bekannten Fadenbakterien unterschieden werden konnten. Schwachlast-Fadenbakterien profitieren von:

hohem Schlammalter, 
niedriger Schlammbelastung (< 0,12 kg BSB5/kg TS*d), 
hoher Verdünnung durch Fremdwasser, Niederschläge etc., 
zu langen unbelüfteten Zeiten (Fuzzy-Regler), 
niedrigen Sauerstoffgehalten (Stromeinsparung), 
Bio-P, 
Fällmitteleinsparung, 
dispergierenden Abwasserinhaltsstoffen (Desinfektionsmittel, Tenside), 
ungünstigem Ca/Na-Verhältnis, 
niedriger Säurekapazität bzw. weichem Wasser, 
Komplexbildnern im Abwasser (Spülmaschinentabs etc.), 
????? 

Wie man sieht ist die obenstehende Liste der möglichen Selektionsfaktoren lang und einen Großteil dieser Faktoren hat man als Betreiber selber in der Hand.

Daher sind Fadenbakterienprobleme heutzutage sehr häufig „hausgemacht“, weil man z.B. versucht Strom zu sparen oder die Stickstoff-Einleitwerte so weit wie möglich zu senken. Um diese Ziele zu erreichen, werden Betriebsbedingungen eingestellt, die den Fadenbakterien unabsichtlich sehr entgegen kommen (hier niedrige Sauerstoffgehalte, lange unbelüftete Zeiten).

Auch die Trinkwasserversorger sind häufig indirekt für die Fadenbakterienprobleme mit verantwortlich, z.B. wenn sie Hartwasserbrunnen stilllegen und den Verbrauchern vermehrt weiches Wasser liefern. Das ist für den Verbraucher gut, aber die Belebtschlammflockenbildung hängt direkt mit dem Calciumgehalt des Abwassers zu-sammen und daher ist Calciummangel eine häufige Ursache für eine gestörte Flockenbildung.

Bei Störungen der Belebtschlammflockenbildung kommt es zu vermehrtem Fadenbakterienwachstum, weil die Natur dann mit Hilfe der Fadenbakterien versucht, den Zusammenhalt der Flocken sicher zu stellen. Damit ist jedoch fast immer ein höherer Schlammindex verbunden, als wenn die Schlammflocke über positive Ionen (v.a. Calcium und Eisen) zusammengehalten wird.

Last but not least sind auch wir alle als Verbraucher mit schuld an der zunehmend schlechter werdenden Belebtschlammqualität, denn in fast allen Haushalten stehen Geschirrspüler, die vermehrt mit Tabs arbeiten (enthalten hohe Mengen an Komplexbildnern), wir bevorzugen weiches Wasser, wir verwenden desinfizierende Waschmittel und Reiniger u.s.w.

2.2 Aktuell relevante Fadenbakterienarten
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Fadenbakterienarten, die wir üblicherweise in den uns zugesandten Proben finden (diese Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit):

Tabelle 1: Fadenbakterienarten, Selektionsfaktoren und Gegenmaßnahmen

Fadenbakterienart
Hoch- oder
Schwachlast (HL/SL)
Typische Ursachen
indirekte
Gegenmaßnahmen
direkte
Gegenmaßnahmen
Alphaproteobakterien allgemein  ???  ???  evtl. PAC ??? ??? 
Alysiosphaera (ein Vertreter der
Alphaproteobakterien)
tendenziell HL niedrige Temperaturen;
hohes C:N:P-Verhältnis
oft nicht notwendig, da
Alysiosphaera meist nur
in den Flocken wächst
Sulfidfällung im Zulauf zur Biologie, P- oder N-Dosierung
Beggiatoa, Thiothrix, Typ 021 N HL (Schwefel) reduzierte
Schwefelverbindungen,
Sauerstoffmangel,
Totzonen, gestörtes C:N:P-Verhältnis
Beseitigung der
vorgenannten Ursachen
 
Chloroflexi (Typ 0041/0675; Typ
1851; Typ 0803)
SL niedrige
Schlammbelastung, lange unbelüftete Zeiten
meist nicht notwendig,
da Chloroflexi in den
Flocken wachsne und
als „Back-bone-Fäden“
gute Dienste leisten
PAC, bei zu viel Typ
1851: unbelüftete Zeiten
verkürzen
Haliscomenobacter hydrossis  HL (Schwefel) Sauerstoffmangel,
gestörtes C:N:P-Verhältnis
Intensivierung der
Belüftung
P- oder N-Dosierung
Microthrix parvicella SL Fett, Tenside, hohes
Schlammalter, niedrige
Schlammbelastung (< 0,1 kg CSB/kg TS*d),
Ammonium-
Stoßbelastungen, lange
unbelüftete Zeiten,
schlechte Flockenbildung,
viel Niederschlag,
Temperaturstürze, 
Schneeschmelze etc.
Erhöhung der
Schlammbelastung,
vollständige Nitrifikation,
höhere
Sauerstoffgehalte,
dosierte Zugabe der
Schlammwässer, Kreide
+ Eisen (vorbeugend)
monomere
Aluminiumsalze
(Aluminiumchlorid,
Aluminiumsulfat); PAC sehr häufig unwirksam
Nocardioforme Actinomyceten  SL Fett, Tenside, kein freier
Abfluss, hohes
Schlammalter
Fettabscheider,
Indirekteinleiterkontrolle,
Besprühen (Wasser, NaOH)
kontinuierlicher
Schaumabzug,
Flockungshilfsmittel, 
freier Abfluss
(Beseitigung von
Tauchwänden etc.)
Nostocoida limicola tendenziell SL Molkereiabwasser,
Lebensmittelindustrie,
hohes C:N-Verhältnis
oft nicht notwendig, da
Nostocoida meist nur in
den Flocken wächst 
Eisensalze
Sphaerotilus natans HL (Schwefel) hohe Konzentrationen an leicht abbaubaren
Kohlenhydraten, Fettsäuren
oder Alkoholen, hohes
C:N:P-Verhältnis,
Sauerstoffmangel
Intensivierung der
Belüftung
P- oder N-Dosierung
Typ 0092 SL  kurzkettige org. Säuren,  hohes Schlammalter,
niedrige Schlammbelastung
(< 0,1 kg CSB/kgTS*d),
Temperatur > 15 °C; hohes  C:N-Verhältnis.
oft nicht notwendig, da
Typ 0092 meist nur in
den Flocken wächst
Aluminiumchlorid,
Aluminiumsulfat, PAC

3. Ausblick
Gleich die beiden ersten Fadenbakterienarten (Alysiosphaera, Alphaproteobakterien) entwickeln sich zunehmend zu einem Problem, da sie bisher kaum einer kennt und wenig über die relevanten Selektionsfaktoren bekannt ist. Daher sind auch keine zuverlässigen Gegenmaßnahmen beschrieben.

Die Forschung auf dem Gebiet der Fadenbakterien wurde jedoch -nicht nur in Europa- weitestgehend eingestellt. Mikroskopiert wird auf Kläranlagen immer weniger – manche Bundesländer haben das mikroskopische Bild aus der Selbstüberwachungsverordnung heraus genommen.

Wir stellen aber in unserer Arbeit täglich fest, dass die betrieblichen Probleme mit Fadenbakterien und/oder der Belebtschlammqualität nicht kleiner, sondern immer größer und auch kostenrelevanter werden.

Fadenbakterien und/oder eine schlechte Flockenstruktur führen zu folgenden Problemen:

Schlammabtrieb, Suspensabtrieb, 
Verlust der Nitrifikanten und anderer „Spezialisten“, 
Nitritprobleme, 
ineffiziente oder instabile Nitrifikation, 
Schaum im Faulturm, 
schlechte Ausfaulraten, 
hoher Fällmittelverbrauch, 
hoher Polymerverbrauch, 
schlechte Eindick- und Entwässerbarkeit, 
hoher Klärschlammanfall, 
hohe Entsorgungskosten, 
u.s.w. 

Wir plädieren daher ausdrücklich dafür, die Mikroskopie von Belebtschlamm wieder häufiger durchzuführen und mehr Geld in die Erforschung der biologischen Zusammenhänge auf Kläranlagen zu investieren. Das Einsparpotential, das „glückliche Tierchen“ dem Betreiber von Kläranlagen offerieren, kann sich durchaus mit dem messen, dass Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu bieten haben. Das erleben wir fast täglich.

Anschrift des Verfassers:

Kirsten Sölter

Bioserve GmbH
Rheinhessenstraße 9a
55129 Mainz

Tel.: 06131-28 910-16
Fax: 06131-28 910-17
E-Mail: Soelter@bioserve-gmbh.de

 

 

Legionellen: 5.000 Proben auf Warsteiner Stadtgebiet bisher entnommen

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Warstein/Kreis Soest.
In seiner ersten Sitzung nach der Kommunalwahl befasste sich der Kreisgesundheitsausschusses am Montagabend auch kurz mit dem Thema Legionellen.

WAZ.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/warstein/5000-proben-auf-warsteiner-stadtgebiet-bisher-entnommen-aimp-id9805229.html#plx1832344523

 

 

Student entwickelt Biogas-Anlage aus Plastiktonne

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Jan Schellinger ist der erste Absolvent der Hochschule Biberach, der für seinen Studienabschluss ein interdisziplinäres Projekt der Studiengänge Energiesysteme (jetzt Energie-Ingenieurwesen) und Industrielle Biotechnologie bearbeitet hat. Ganz verkürzt dargestellt hat er eine Anlage entwickelt, die es beispielsweise Menschen in Entwicklungshilfeländern ermöglicht, in einem großen Plastikbehälter Biogas zu erzeugen, um es für die eigene Energieversorgung zu nutzen.

Das klingt einfach, war jedoch für Jan Schellinger „im Detail ganz schön schwierig“. Fast ein Jahr hat er sich mit dem Thema, der Vorbereitung und Umsetzung beschäftigt – viel länger als allgemein üblich.
Belohnt wurde sein außerordentliches Engagement mit einem besonders erfolgreichen Studienabschluss Bachelor of Engineering sowie jeder Menge Know-how in einem für ihn bislang fremden Fachgebiet: der Biotechnologie. „Meine Kenntnisse in Biologie und Chemie beschränkten sich auf die aus der Schulzeit, so Schellinger. Am Ende seines Projektes konnte er sich dagegen an Gesprächen seiner Studienkollegen aus dem Studiengang Industrielle Biotechnologie durchaus beteiligen: „Diskussionen über multiresistente Bakterien? – Aber gerne!“

Was genau also hat Jan Schellinger zum Abschluss seines Studiums gemacht? Für ein Entwicklungshilfeprojekt der Steyler Mission in Bolivien wollte der 25-Jährige aus dem Landkreis Sigmaringen eine Biomasse-Anlage für den Hausgebrauch entwickeln und bauen. Dafür reiste er in den Dschungel im Osten des Landes, verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Situation und Lebensgewohnheiten auf dem Land, das zu den ärmsten Regionen Südamerikas gehört. Nach ersten Versuchen, die jedoch nicht das gewünschte Ergebnis erzielten, entschloss sich Jan Schellinger, der Problematik umfassender und in wissenschaftlicher Tiefe zu widmen. Schellinger machte auf eigene Faust weiter und suchte sich an der Hochschule Biberach die notwendige Unterstützung, die er neben seinem betreuenden Professor, Dr.-Ing. Alexander Floß, in Professorin Dr. Heike Frühwirth fand.
Die Verfahrenstechnikerin ist Studiendekanin des noch jungen Studienganges Industrielle Biotechnologie. Auch dieser Studiengang beschäftigt sich mit der Erzeugung von Energie und Wertstoffen. Dr. Frühwirth beispielsweise hat einen Schwerpunkt ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit auf Algenbiotechnologie gesetzt. In innovativen Algen-Produktionssystemen werden Pigmente und hochwertige Omega-3- Fettsäuren erzeugt. Mikroalgen aber seien auch Allrounder, die ausgezeichnet in Abwasser wachsen und dieses „ganz nebenbei“ aufreinigen, so die Expertin.

Eine Schnittmenge zwischen dem energietechnischen und dem verfahrenstechnischen Bereich der Biotechnologie war also gefunden. Als angehender Ingenieur für Energiesysteme hieß das für Schellinger: Mikrobiologie, Fermentationstechnik, Labortechnik pauken! Von nun an begleitete er die Biotechnologie-Studenten von Prof. Frühwirth zu einer Fachmesse für Labortechnik, wälzte Biologie- und Chemiebücher und studierte die Skripte seiner Kommilitonen für Bioprocessing und Fermentation. Im Labor der Industriellen Biotechnologie baute er seinen Versuchsstand um eine blaue Chemie-Tonne herum auf, verbaute darin Messtechnik und startete seine dreiwöchige Versuchsreihe, in er seine Biogasanlage mit Dung, Gras und Speiseresten befüllte.
Als Ergebnis konnte er bei seinem Abschlusskolloquium vor den betreuenden Professoren Heike Frühwirth und Alexander Floß sowie Kommilitonen beider Fachrichtungen darstellen, wie seine Anlage funktioniert – und wie viel Biogas sie bei gegebener Befüllung erzeugt. Unerlässlich, so Schellinger, sei ein Rührwerk für die stehende Anlage. Der junge Ingenieur sieht einige Verbesserungsmöglichkeiten bei der technischen Ausführung wie bei der Substratwahl. Unterm Strich aber kann Schellinger belegen, dass „eine Biogasanlage ein lohnendes und fortschrittliches Entwicklungsprojekt darstellt“.
Für Dr. Heike Frühwirth war es „großartig zu sehen, wie Studierende verschiedener Studiengänge über den Tellerrand gucken und auf direktem Weg von einander profitieren.“ Und ihr Kollege Dr. Floß sieht „großes Potenzial für weitere gemeinsame Projekte in Lehre und Forschung, an denen die Studierenden beider Studiengänge beteiligt werden können“.

Und wie geht es nun weiter? Jan Schellinger hat seinen Bachelor-Abschluss in der Tasche, sein Projekt ist damit abgeschlossen. Seinem Kolloquium haben auch Mitglieder von Ingenieure ohne Grenzen zugehört – und das mit Interesse. Vielleicht wird seine Idee, nun mit konkreten Ergebnissen hinterlegt, ja doch noch in einem Entwicklungshilfeland aufgegriffen. Schellinger selbst will sein Wissen weiter vertiefen, ob im Entwicklungsbereich, der Energietechnik oder vielleicht sogar der Biotechnologie, ist noch nicht entscheiden. „Ich bin auf jeden Fall gespannt, was als nächstes auf mich zukommt“, sagt er.
Für die Hochschule sieht der 25-Jährige vielfältige Möglichkeiten für die auf den ersten Blick völlig unterschiedlichen Disziplinen Energie-Ingenieurwesen und Industrielle Biotechnologie. Sein eigener Ausflug in die Biotechnologie hat ihm Kompetenzen eingebracht und vor allem neue Freundschaften: „Der Studiengang Industrielle Biotechnologie ist wie eine kleine Familie. In die bin ich aufgenommen worden“.

Weitere Informationen:
http://www.hochschule-biberach.de

 

 

Die Mikrobielle Brennstoffzelle zur Stromerzeugung aus Abwasser

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Die Mikrobielle Brennstoffzelle ist eine sehr junge Technologie, die es ermöglicht, elektrischen Strom aus Biomasse, wie etwa Abwasser, zu gewinnen. Dabei werden die organischen Bestandteile des Abwassers durch sogenannte exoelektrogene Mikroorgansimen abgebaut. Die Mikroorganismen sind auf einer Elektrode immobilisierten (angesiedelt) und übertragen Elektronen auf ihre Elektrode (die Anode). Durch eine Gegenelektrode (die Kathode) kann ein elektrisches Potenzial geschaffen und ein elektrischer Strom abgegriffen werden. Dadurch wird es ermöglicht, einen Teil der Energie aus dem Stoffwechsel der Mikroorganismen „abzugreifen“ und in Form von elektrischem Strom nutzbar zu machen. Ein sehr angenehmer Nebeneffekt dieser Technologie ist, dass bei der Stromerzeugung auch gleich Abwasser gereinigt wird.

Das Thema in den Medien:
http://www.otv.de/mediathek/video/energieautarkes-haus/

Quelle:
http://www.oth-aw.de/bischof/forschung/energie_aus_abwasser/die_mikrobielle_brennstoffzelle/