Sonntag, Mai 19, 2024
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Meldungen zur Abwasserreinigung 2023


Schallwellen können Mikroplastik aus dem Abwasser filtern

„Acousweep“ habe sich im Labor bewiesen. Es soll einmal die Textilindustrie revolutionieren.

Als „Durchbruch“ beschreibt die H&M Fundation die neue Technologie „Acousweep“. Die Anlage trennt mit Hilfe von Schallwellen Mikroplastik vom Abwasser. Entwickelt wurde sie von The Hong Kong Research Institute of Textiles and Apparel mit Unterstützung der H&M Foundation.

Acousweep nutzt schwingende akustische Wellen in einer speziell geformten Kammer, um Mikroplastikfasern aus dem Abwasser zu trennen. Dabei werden keine chemischen Zusatzstoffe benötigt. Das in einen Sammelbehälter getropfte Mikroplastik kann dann weiterverwendet werden.

…mehr: https://www.zfk.de/wasser-abwasser/abwasser/schallwellen-koennen-mikroplastik-aus-dem-abwasser-filtern

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Optimierte Nanofiltration für die Entsalzung bei der Reinigung von Abwasser

Die Versorgung mit Wasser in ausreichender Qualität und Menge ist zu einem zentralen Problem der Menschheit geworden. Deshalb haben Technologien zur Auf­reinigung von Salzwasser oder Abwasser eine strategische Bedeutung. Hierfür werden Membrantechnologien sehr stark zunehmend eingesetzt. Umkehrosmose (RO) oder Nanofiltration (NF) zur Aufreinigung von Abwasser sind am Markt etabliert. Es besteht aber noch Verbesserungsbedarf in Bezug auf leistungsfähige, sichere und robuste Membran­systeme mit weiter verringerten Kosten. Das kritischste Problem ist das Fouling von Membranen. Darüber hinaus fehlen für etliche spezielle Anwendungen Membranen mit geeigneten Trennselektivitäten; das war der Fokus für das Vorhaben „Optimierte Nanofiltration für die tertiäre Entsalzung“.

In Kooperation zwischen den Forschungsgruppen von Prof. Mathias Ulbricht (Lehrstuhl für Technische Chemie II, Universität Duisburg-Essen) und Prof. Viatcheslav Freger (Department of Chemical Engineering, Technion, Israel) wurden neue Materialien und Methoden zur Herstellung robuster NF-Membranen mit einstellbarer Trennselektivität etabliert. Die verschiedenen Ansätze basieren auf der gezielten Kombination von Polymeren mit positiv oder negativ geladenen Seitengruppen (Ionomere, Polyelektrolyte, Nanopartikel) bei der Herstellung von Dünnschichtkomposit-Membranen [1], [2]. Die damit zugänglichen Membranen haben Potential für Anwendungen, bei denen eine teilweise Entsalzung von Abwasser erforderlich ist, insbesondere wenn der Salzgehalt (v.a. Natriumchlorid) deutlich verringert werden soll, spezielle Ionen (z.B. Phosphat) jedoch nicht entfernt werden sollen. Das ist bei der Nutzung des gereinigten Abwassers für die Bewässerung in der Landwirtschaft relevant.

Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Deutsch-Israelischen Wassertechnologie-Kooperation gefördert.

https://www.uni-due.de/tech2chem/news.php

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Die Stickstoffentfernung aus dem Abwasser optimieren

In viele Gewässer gelangt nach wie vor zu viel Stickstoff und wirkt sich negativ auf Ökosysteme und menschliche Gesundheit aus. Das von der Eawag mitentwickelte Anammox-Verfahren kann einen wichtigen Beitrag leisten, um die Einträge aus Kläranlagen zu reduzieren, und spart ausserdem Energie und Ressourcen. Es wurde nun von Forschenden der Eawag weiter optimiert.

Viele Schweizer Gewässer sind nach wie vor überdüngt. Zu hohe Stickstoffmengen beinträchtigen nicht nur die Trinkwasserqualität und damit die menschliche Gesundheit, sondern wirken sich auch negativ auf die Artenvielfalt aus. Der grösste Teil der Stickstoffeinträge in die Gewässer stammt aus der Landwirtschaft, ein Teil aber auch aus Kläranlagen. Entsprechend den Vorgaben der Gewässerschutzverordnung entfernen Kläranlagen derzeit rund die Hälfte des Stickstoffs aus dem Abwasser. Um die Stickstoffeinträge in Gewässer zu reduzieren, sollen diese Vorgaben in den nächsten Jahren verschärft werden. Die Stickstoffentfernung aus dem Faulwasser mit dem von der Eawag mitentwickelten Anammox-Verfahren könnte einen wichtigen Beitrag leisten, um die strengeren Vorgaben zu erreichen.

Das Faulwasser entsteht bei der Behandlung des Schlamms, der sich…

https://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/die-stickstoffentfernung-aus-dem-abwasser-optimieren/

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Abwasserreinigungsanlage mit Biogaserzeugung

Der Senfhersteller Develey beauftragte Wehrle mit der Errichtung einer eigenen Behandlungsanlage zur Aufbereitung der Abwässer aus der Soßen-, Dressing- und Gurkenproduktion am Standort Dingolfing.

Neben der Reduktion der Abwasserschmutzfracht auf behördlich vorgegebenes Indirekteinleitniveau der nachgeschalteten kommunalen Kläranlage bietet die industrielle Abwasserreinigungsanlage von Wehrle eine synergetische Einbindung moderner Umwelttechnologie. Durch die Verringerung der Produktionsemissionen unterstützt sie außerdem die übergeordnete Nachhaltigkeitsinitiative des Kunden.

Nach einer Konzeptstudie, in der verschiedene aerobe und anaerobe Verfahren verglichen wurden, erarbeitete Wehrle gemeinsam mit dem Kunden ein ganzheitliches Gesamtkonzept. Dieses umfasst neben der sorgfältigen Abwasserbehandlung auch bei Frachtspitzen eine zuverlässige Reinigung des Wassers gemäß den behördlichen Auflagen.

Des Weiteren erlaubt die integrierte Biogaserzeugung der Abwasserreinigungsanlage gemeinsam mit einem modernen Blockheizkraftwerk die direkte Verstromung des generierten Biogases, welches wiederum direkt vor Ort genutzt werden kann. So kann der Kunde seinen ökologischen Fußabdruck minimieren und gleichzeitig Energiekosten einsparen. Die eingesetzte Technologie ist das anaerobe Hochleistungsverfahren Biodigat SB. Mit seinem 3-Phasen-Separationssystem unter Einbindung hocheffizienter Biogasverwertungs- sowie Wärmepumpentechnologie mit maximierten Gesamtenergiewirkungsgraden erfüllt das Verfahren alle Vorgaben des Kunden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Wehrles Aufgabenbereich im Rahmen des Projekts beinhaltet neben der Lieferung und Montage der Aufbereitungsanlage auch die Inbetriebnahme des Hochleistungsverfahrens Biodigat SB. Die Ausführung der Bautechnik sowie die Wärmebereitstellung inklusive der zugehörigen Wärmetauscherflächen im Zu- und Ablauf erfolgen durch den Kunden.

Die Inbetriebnahme der neuen Abwasserbehandlungsanlage konnte trotz der Pandemie nahezu pünktlich abgeschlossen werden. Bereits vier Wochen nach Animpfung der Anlage mit Biomasse beträgt die Leistung laut Firmenangaben bereits 100 %. Das Reinigungsergebnis und die Gasausbeute weisen eine Steigerung von ca. 20-30 % gegenüber den erwarteten Werten auf. Intelligente steuerungstechnische Regelungen ermöglichen einen Durchlaufbetrieb von Biologie und Blockheizkraftwerk – vierundzwanzig Stunden, sieben Tage die Woche.

Herr Reiter, technischer Leiter von Develey in Dingolfing, zeigt sich sehr zufrieden: „Die Robustheit des biologischen Prozesses hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Das Hochleistungssystem reinigt unser in Quantität und Qualität stark schwankendes Abwasser zuverlässig im Dauerbetrieb. Die Biogasproduktion ist sogar so gut, dass wir über ein weiteres Blockheizkraftwerk zur Verstromung nachdenken.

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Industrieabwässer: Die Spur des Salzes

Zu viel Salz im Fluss tötet, und zwar die Fische, Flusskrebse und Insekten im Wasser. Dennoch fließt in Deutschland salziges Industrie-Abwasser über Kläranlagen in viele Flüsse. Ganz legal. Die Investigativ-Journalistin Alexa Höber hat die Spur des Salzes verfolgt und berichtet darüber bei 11KM: Von einem kleinen Fluss in NRW namens Lutter, quer durch den Behördendschungel, bis hin zu der Erdgasfirma, bei der das salzige Abwasser aus der Tiefe kommt. Viele der Tierarten, die aus diesem Fluss verschwunden sind, gelten laut Bundesamt für Naturschutz als bestandsgefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die Wasserinsekten sind oft Nahrung für Vögel, solch ein Artensterben kann daher zu einem irreversiblen Verlust der Biodiversität führen. Über die Recherche zur Lutter hat Alexa Höber einen Film für die NDR-Sendung Panorama 3 gemacht:
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Versalzen-Abwasser-eines-Erdgasunternehmens-bedroht-Fluesse,fluesse160.html

An dieser Folge waren beteiligt: Autoren: Hans Christoph Böhringer und Sandro Schröder Redaktionelle Betreuung: Katharina Hübel Produktion: Fabian Zweck, Victor Veress und Alex Berge Redaktionsleitung: Fumiko Lipp und Lena Gürtler Host: Hannes Kunz 11KM: der tagesschau-Podcast ist eine Produktion von BR24 und NDR Info. Die redaktionelle Verantwortung für diese Folge liegt beim NDR.

https://www.ardaudiothek.de/episode/11km-der-tagesschau-podcast/industrieabwaesser-die-spur-des-salzes/tagesschau/12349065/

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Lieferengpässe bei Betriebsmitteln für die Phosphorfällung

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU

Seit September 2022 verdichten sich zunehmend die Hinweise aus der Wasserwirtschaft (exemplarisch: https://www.vku.de/verban/struktur/vku-in-den-laendern/nordrhein-westfalen/newsletter/q1-2022-1-1/lieferengpaesse-von-faell-und-flockungsmitteln-in-der-ab-wasserwirtschaft/), dass wichtige Betriebsmittel für die Abwasserbehandlung und die Aufbereitung von Trinkwasser entweder nur noch sehr eingeschränkt – und dann zu deutlich gestiegenen Preisen – oder teilweise gar nicht mehr verfügbar sind.
Bei der Abwasserbehandlung betreffen die Engpässe insbesondere Fällungsmittel (Eisenchloride, Eisensulfate) für die Phosphorelimination. Ohne diese Betriebsmittel können die Einleitungsgrenzwerte für Phosphor nicht eingehalten und damit der Schutz der Gewässer vor Eutrophierung nicht gewährleistet werden.

https://dserver.bundestag.de/btd/20/049/2004942.pdf

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