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Lohnt sich die Nutzung sozialer Medien im Berufsleben?

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Können soziale Medien erfolgreich im Arbeitsleben eingesetzt werden? Berufliche Netzwerke wie LinkedIn versprechen ihren Nutzern, durch „Zugang zu Personen, Stellen, News, Updates und Insider-Informationen […] im Beruf erfolgreich zu bleiben“. Aber ist dies wirklich der Fall? Und haben andere soziale Medien dieselben informationellen Vorteile? Prof. Dr. Sonja Utz (Leibniz-Institut für Wissensmedien, IWM Tübingen) hat herausgefunden, dass insbesondere Nutzer beruflicher Netzwerke wie LinkedIn von höheren informationellen Vorteilen berichten als Nicht-Nutzer. Darüber hinaus ist die Art der Nutzung von den jeweiligen Social-Media-Plattformen von Bedeutung.

Prof. Dr. Sonja Utz erforschte, ob Nutzer sozialer Medien (LinkedIn, Twitter, Facebook) berufliche Vorteile aus der Verwendung sozialer Medien ziehen können. Als berufliche informationelle Vorteile werden das rechtzeitige Erhalten von relevanten Informationen und Hinweise auf Karrieremöglichkeiten vom eigenen Netzwerk definiert – wichtige Anzeichen für Karriereerfolg.

Es wurde eine Umfrage unter einer repräsentativen Auswahl von niederländischen Online-Nutzern durchgeführt. Von den 1959 Berufstätigen nutzen 76% Facebook oder ein anderes soziales Netzwerk für private Zwecke, 32% nutzen LinkedIn oder ein anderes berufliches Netzwerk und 18% nutzen Twitter oder einen anderen Mikroblogging-Dienst.
Die Ergebnisse der Studie, welche neulich in der Fachzeitschrift New Media & Society erschien, zeigt deutliche Plattform-Effekte auf: LinkedIn-Nutzer berichteten von erheblich höheren beruflichen informationellen Vorteilen als Nicht-Nutzer. Das gleiche Ergebnis, wenn auch weniger stark ausgeprägt, wurde bei Nutzern von Twitter gefunden, während Facebook-Nutzer von geringeren informationellen Vorteilen als Nicht-Nutzer berichteten.

Nur ein Profil zu haben reicht allerdings nicht. Für alle drei Arten von Social-Media-Plattformen wurden die beruflichen informationellen Vorteile vorhergesagt durch die Häufigkeit der beruflich relevanten Posts und durch strategisches Netzwerken, z. B. das Hinzufügen von potentiell wichtigen Kontakten. Daraus folgt, dass sowohl der Inhalt als auch die Gestaltung von Online-Netzwerken von Bedeutung sind. Regelmäßiges Lesen von fremden Posts war nur bei LinkedIn wichtig. „Berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder Xing sind explizit auf berufliche Zwecke ausgelegt. Der Großteil der Kommunikation dort ist arbeitsbezogen, deshalb ist die Chance größer als bei Facebook, relevante Informationen zu erhalten“, so Prof. Dr. Sonja Utz. Zusätzlich ist es wichtig, mit wem die Nutzer reden. Berufliche Netzwerke vereinfachen es, mit engen Freunden und Kollegen in Kontakt zu bleiben (sogenannte strong ties), aber auch mit ehemaligen Bekannten oder Menschen, die man nur einmal getroffen hat (sogenannte weak ties). Die Studie zeigt, dass die Anzahl an strong ties und weak ties bei LinkedIn informationelle Vorteile voraussagten. Die Ergebnisse sind damit im Einklang mit zwei Forschungstraditionen: Soziologischen Theorien, welche die Bedeutung von weak ties betonen, und Arbeiten in Organisationen, die zeigten, dass Leute es vorziehen, sich an ihre strong ties zu wenden, da sie diesen mehr vertrauen. Insgesamt zeigt die Studie, dass das Nutzen von sozialen Medien berufliche informationelle Vorteile hat. Dennoch sollten Nutzer dem Rat folgen: Eher berufliche Netzwerke als Facebook nutzen, über die Arbeit sprechen und Kontakte strategisch auswählen!

Die Studie ist Teil des ERC-Starting Grant Projektes ReDefTie (Redefining tie strength – how social media (can) help us to get non-redundant useful information and emotional support). Die Forscher untersuchen die Auswirkungen der Nutzung sozialer Medien. Basierend auf den Resultaten werden Empfehlungen zur Nutzung sozialer Medien für bestimmte Zwecke abgeleitet.

Link zur Studie (open access):
http://nms.sagepub.com/content/early/2015/10/15/1461444815604143

Kontakt:
Prof. Dr. Sonja Utz, Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen. Tel.: 07071/ 979-308, E-Mail: s.utz@iwm-tuebingen.de

Das Leibniz-Institut für Wissensmedien
Das Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht das Lehren und Lernen mit digitalen Technologien. Rund 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kognitions-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften arbeiten multidisziplinär an Forschungsfragen zum individuellen und kooperativen Wissenserwerb in medialen Umgebungen. Seit 2009 unterhält das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten Leibniz-WissenschaftsCampus zum Thema „Bildung in Informationsumwelten“. Internetadresse: www.iwm-tuebingen.de.

Kontakt & weitere Informationen zum Leibniz-Institut für Wissensmedien
Dr. Evamarie Blattner, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Wissensmedien, Schleichstraße 6, 72076 Tübingen.
Tel.: 07071/ 979-222, E-Mail: presse@iwm-tuebingen.de

Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 89 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.100 Personen, darunter 9.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,64 Milliarden Euro.
www.leibniz-gemeinschaft.de

https://idw-online.de/de/news642925

Wie man aus Abwasser Strom produzieren kann

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Es ist nahe Zukunftsmusik: Mithilfe von Bakterien oder Mikroben im Abwasser der Kläranlagen wird Energie erzeugt. Ein Projekt der Fachhochschule Westschweiz.

Energieproduktion mit Mikroben. Klingt kompliziert. Kann jedoch einfach erklärt werden. Bei der Energieproduktion mit Mikroben nutzt man Bakterien, um Energie zu produzieren. Dieses Verfahren wenden Fachleute der Fachhochschule Westschweiz Hesso an. Mehr:

http://www.rro.ch/cms/es-ist-nahe-zukunftsmusik-mithilfe-von-bakterien-oder-mikroben-im-abwasser-der-klaeranlagen-wird-energie-erzeugt-ein-projekt-der-fachhochschule-westschweiz-81048 

 

Alles Gute im neuen Jahr!

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Alles Gute im neuen Jahr wünscht allen Lesern das Team von klärwerk.info.

Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.
Antoine de Saint-Exupéry 

 

AZV Döbeln-Jahnatal: Bakterien auf Diät

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Auf der Kläranlage des AZV Döbeln-Jahnatal in Westewitz soll getestet werden, wie man den Kohlenstoff im Abwasser optimal gewinnen und nutzen kann

Hans-Jürgen Gemkow geht. Nach über 23 Jahren auf dem Chefsessel des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz und als Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes (AZV) Döbeln-Jahnatal hat er es zum Ende seiner Dienstzeit noch mit einem, wie er findet, „sehr spannenden und zukunftsweisenden Projekt“ zu tun bekommen. Es geht um CARISMO. Und die Tatsache, wie man aus dem energiereichen Abwasserstrom noch mehr Nutzen, sprich Energie, ziehen kann.

„Warum sollten wir den Bakterien in den Belebungsbecken etwas zum Fraß vorwerfen, was wir anderweitig noch wunderbar nutzen können?“ Die Frage stellte sich Gemkow und war bereit, die Kläranlage des AZV in Westewitz als Pilotanlage zur Verfügung zu stellen. Hier sollen die Bakterien, die bekanntermaßen dafür sorgen, dass die organischen Bestandteile im Abwasser abgebaut werden und es auf diese Weise reinigen, demnächst bewusst auf Diät gesetzt werden, also weniger Nahrung bekommen.

Das ist der Ansatz von CARISMO. Entwickelt im Kompetenzzentrum Wasser Berlin. Der Begriff steht für Carbon is money. Heißt. der im Abwasser enthaltene Kohlenstoff ist bares Geld. Aus der CARISMO-Idee ist schließlich das Projekt POWERSTEP entwickelt worden, das die OEWA Wasser und Abwasser GmbH als Betriebsführer des AZV in den kommenden Jahren in Westewitz auf seine Praxistauglichkeit hin testen will.

„In der Theorie sind die Effekte bekannt und mit ausgiebigen Versuchsreihen auch bestätigt“, weiß OEWA-Niederlassungsleiter Wolf-Thomas Hendrich. Aber wie sich der Kohlenstoff- und damit Energieentzug in der Realität auswirkt, das wisse man bisher nicht. Deshalb folgt nun die praktische Testphase. Die Herausforderung besteht darin, das System der biologischen Abwasserreinigung so einzustellen, dass die Bakterien trotz Diät ihre Arbeit weiter wie gewohnt verrichten können und das Abwasser den Umweltanforderungen entsprechend reinigen. Für Gemkow Grundvoraussetzung, dem Projekt überhaupt zuzustimmen. „Die Ablaufwerte müssen stimmen“, betont er.

Schon am Zulauf der Kläranlage, erläutert Hendrich, wird das ankommende Abwasser über eine Art Mikrosieb geschickt und der enthaltene Kohlenstoff mit einem speziellen Hilfsmittel in größeren Flocken gebunden, die man damit leichter aus dem Abwasserstrom herausfiltern kann. Zum Beispiel, um sie gezielt einer Faulungsanlage zuzuführen und dort Energie zu gewinnen. „Normalerweise warten die Bakterien im Belebungsbecken der Kläranlage auf diese Nahrung, die wir ihnen gleich am Anfang entziehen“, erklärt Gemkow. Aber sie müssten ja nicht hungern, nur mit weniger Nahrung auskommen. Wie stark man die Bakterien auf Diät setzen kann, das sei die Frage, die es zu beantworten gilt, ergänzt Hendrich.

Aktuell beschäftigten sich die Planer intensiv mit den Vorbereitungen für den POWERSTEP-Testlauf. Mit den Genehmigungsbehörden befindet man sich in der Abstimmung. Im Sommer 2016 könnte die Anlage in Betrieb gehen. Sie soll bis Ende 2017 im Testbetrieb laufen. „Wenn das Prinzip funktioniert, übernehmen wir die Anlage 2018″, sagt AZV-Geschäftsführer Gemkow, der dann schon einige Zeit im Ruhestand sein wird, das Projekt aber trotzdem verfolgen will. Übrigens, ein Fördermittelbescheid der EU liegt vor. Damit stehe die Finanzierung des Testlaufes, freut er sich.

Für Wolf-Thomas Hendrich ist es ein Glücksfall, dass man Westewitz für diesen Praxistest als eine von insgesamt sechs Versuchsanlagen auserkoren hat. In Malmö oder Braunschweig wird der POWERSTEP-Effekt auch auf weit größeren Anlagen getestet. „Wir bekommen die Chance, hier mit Unterstützung des AZV ein echtes Leuchtturmprojekt in der Region zu etablieren, das den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen anschaulich demonstriert“, betont der Leiter der OEWA-Niederlassung Döbeln und freut sich, wenn es im kommenden Jahr los geht.

Hintergrund:
Neu ist das Thema Energiegewinnung aus Abwasser für den AZV Döbeln-Jahnatal und seinen Betriebsführer, die OEWA, nicht. Über eine Wärmepumpe werden auf der Kläranlage Döbeln-Masten bereits die Betriebsgebäude beheizt – mit der Energie aus dem Abwasser. Über eine Faulungsanlage könnte man allerdings noch mehr bewirken, um Biogas und letztlich Strom zu erzeugen. Das wäre nicht nur umweltbewusst, sondern würde auch Kosten reduzieren. Die Anträge sind gestellt. Noch fehlt allerdings die Finanzierung einer solchen Faulungsanlage. Der AZV, so sagt dessen scheidender Geschäftsführer Hans-Jürgen Gemkow, stünde in dieser Angelegenheit erneut mit dem Sächsischen Umweltministerium in engem Kontakt. Die Kombination einer eigenen Faulung mit dem POWERSTEP-Effekt würde helfen, das energiehaltige Abwasser optimal zu nutzen, argumentiert er.

http://www.oewa.de/presse/pressemitteilungen/einzelansicht/artikel/bakterien-auf-diaet.html
 

 

Frohe Weihnachten

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Weihnachten steht vor der Tür und das Jahr 2016 ist schon in Sichtweite. Das Team von klärwerk.info wünscht allen Lesern eine Frohe Weichnachten und einen Guten Rutsch ins neue Jahr. Für das neue Jahr wünschen wir Ihnen Gesundheit, Glück und Erfolg.

Denen, die zu diesen Fest- und Feiertagen im Schichtdienst auf den Anlagen arbeiten oder Rufbereitschaft haben, wünschen wir entspanntes Arbeiten und wenig Einsätze.

Das Team von klärwerk.info

 

Weihnachten – die schönste Zeit,
wo im Schimmer vieler Kerzen
wir vergessen sollen Stress und Streit –
dann zieht Friede ein in unsre Herzen!

Verfasser unbekannt

 

„Fachkraft für Abwasser“ ein Beruf stellt sich vor

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Hier findest Du eine Sammlung von Links zu kurzen Filmen des Berufes „Fachkaft für Abwassertechnik“.
Euer Film ist noch nicht dabei? Schickt einfach den Link an fachwissen@klaerwerk.info.

Bayerischer Rundfunk 
  http://www.ardmediathek.de/tv/Ich-mach-s/Fachkraft-f%C3%BCr-Abwassertechnik/ARD-alpha/Video?documentId=28846542&bcastId=14913126
Bundesagentur für Arbeit 
  http://www.berufe.tv/ausbildungsberufe/landwirtschaft-natur-umwelt/fachkraft-abwassertechnik/
Stadtverwaltung Konstanz 
  http://ausbildung.konstanz.de/cms/index.php?id=29
Handwerkskammer Hamburg
  https://www.hk24.de/aus_und_weiterbildung/ausbildungsberatung/ausbildungsberufsbilder_und_ansprechpartner/chemie_physik_biologie/fk_abwassertechnik/1163984
Stadtentwässerungsbetriebe Köln AöR 
  https://www.youtube.com/watch?v=VxYEmwazCf4
Entsorgungsverband Saar 
  https://www.youtube.com/watch?v=aGTbVETbovg
Stadt Heilbronn 
  https://www.youtube.com/watch?v=TB9aLqbelvw
Stadtwerke Osnabrück AG 
  https://www.youtube.com/watch?v=jNUUrjTbfIE 
Stadt Einbeck 
  https://www.youtube.com/watch?v=8VMunYiq1Qg 
Stadt Rodgau  
  https://www.youtube.com/watch?v=VDEcvzZPqYQ
Stadtwerke Jena Gruppe 
  https://www.youtube.com/watch?v=deRQQzbZmHQ
Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Fürstenwalde und Umland 
  https://www.youtube.com/watch?v=KDe31PGy8F4
Stadt Schweinfurt  
  https://www.youtube.com/watch?v=z9DYLaFSpEM
Stadt Nürnberg 
  https://www.youtube.com/watch?v=-JD9x2KRRr8
Stadt Langenau 
  https://www.youtube.com/watch?v=n7dAJQhJ3Lk
•  Sendung – ARD-alpha  
  https://www.youtube.com/watch?v=n6NFSOp5dCs&feature=youtu.be 
Servicebetriebe Neuwied AöR  
  https://www.youtube.com/watch?v=xZW5UJIbheQ&feature=youtu.be
Berliner Wasserbetriebe
  https://www.youtube.com/watch?v=1YqPatGE9Fg&feature=youtu.be

 

 

Vernichtung von 25.000 Litern beschlagnahmten Agaven-Brands

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Hochrangige mexikanische Delegation zu Gast im Klärwerk Hetlingen

Die größte Beschlagnahmung illegalen Alkohols im Hamburger Hafen führte zur Vernichtung von 24.700 Litern einer Flüssigkeit, die im deutschen Markt als Tequila verkauft werden sollte. Die Sicherstellung gelang aufgrund der engen Kooperation zwischen mexikanischen und deutschen Behörden. Durch die Beschlagnahmung werden nicht nur tausende Konsumenten, sondern auch die Originalität und Herkunftsbezeichnung des mexikanischen Getränks geschützt.

Die beschlagnahmte Flüssigkeit wurde heute am 10. Dezember im Klärwerk Hetlingen an der Unterelbe vernichtet. Dem Prozess wohnen deutsche und mexikanische Behörden, sowie hohe Repräsentanten des Consejo Regulador del Tequila (CRT) bei. Der Zoll hat die Vernichtung des fälschlich als Tequila deklarierten Agavenprodukts bestätigt.

Dank der engen Zusammenarbeit mit dem CRT wurde den mexikanischen Behörden der Export eines Produktes, das als “Agaven-Destillat” bezeichnet wurde, bekannt. Diese Informationen wurden dann an die deutschen Behörden weitergeleitet. Es konnte festgestellt werden, dass das Destillat mit einem gefälschten Herkunftszertifikat in den deutschen Markt hineingeschmuggelt werden sollte., was zur Beschlagnahmung gemäß der Vorschrift 608/2013 der Europäischen Union führte. Die Vorschrift zum Schutz des Urheberrechts schützt unter anderem auch den Tequila vor Fälschungen.

Die Beschlagnahmung und Vernichtung dieser Ladung ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der mexikanischen Behörden SAT, COFEPRIS, IMPI, der Botschaft von Mexiko in Deutschland und des Regulierungsrates für Tequila. Nicht nur Deutschland ist von dem Betrug betroffen, sondern dreizehn weitere Länder der EU. Die Hamburger Verladung zählt zu den mehr als 220.000 Litern Agaven-Destillat, die insgesamt als Tequila importiert wurden. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Tequila enorm gestiegen. 2014 wurden 172 Millionen Liter Tequila weltweit exportiert, 4,5 Millionen Liter davon waren für deutsche Konsumenten bestimmt. Durch das gemeinsame Vorgehen wurden auch die Konsumenten vor diesem Betrug geschützt. Da das Agaven-Destillat unter unbekannten Bedingungen hergestellt wurde, birgt es möglicherweise auch gesundheitliche Risiken.

Der beschlagnahmte Tequila wird im Klärwerk Hetlingen der Co-Vergärungsanlage zugeführt und über die Klärgasproduktion und das betriebseigene Blockheizkraftwerk verstromt. In der Co-Vergärung landen alle Stoffe, die nicht über das Kanalnetz, sondern per Lkw zum Klärwerk Hetlingen transportiert werden. Im Vorfeld wird geprüft, ob der Stoff zur Entsorgung im Klärwerk geeignet ist oder den empfindlichen Mikroorganismen, die bei der Abwasserreinigung und in der Klärschlammbehandlung eine wichtige Rolle spielen, schaden könnte. Vor allem energiereiche Stoffe wie Fette oder Alkohol sind besonders geeignet, um die Klärgasproduktion und damit die Stromerzeugung anzukurbeln. Das gilt auch für den vernichteten, falsch deklarierten Tequila: Umgerechnet ergeben die 25.000 Liter etwa 20.000 kWh Strom. Zum Vergleich: Ein 4-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt je nach Berechnungsweise 5.000 kWh Strom im Jahr.
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Und Action: Patricia Espinosa Cantellano, die mexikanische Botschafterin (l.) und Christine Mesek (r.), Vorstand des azv Südholstein, öffnen gemeinsam den Schieber der Leitung zur Co-Vergärung: Der gefälschte Tequila geht seiner Vernichtung entgegen.

Circa 24 Stunden dauert es, bis die gesamten 25.000 Liter über die Co-Vergärung in die Faulstufe des Klärwerks eingeleitet sind. Die Menge muss nach und nach hinzudosiert werden, um die Mikroorganismen nicht zu überfordern. Der erzeugte Strom wird später direkt im Klärwerk wieder verbraucht: Er wird zum Betrieb der technischen Anlagen verwendet. Bezogen auf den Energieverbrauch der gesamten Kläranlage fällt der Strom aus der heutigen Entsorgungsaktion unter zollamtlicher Überwachung aber nicht allzu sehr ins Gewicht: Im Jahr verbraucht das Klärwerk Hetlingen rund 24.000 MWh elektrische Energie. Bis zu 80 Prozent dieses elektrischen Energiebedarfs produziert das Klärwerk selbst über die Klärgasproduktion aus Klärschlamm. Außerdem sind zwei Photovoltaikanlagen auf dem Werksgelände im Einsatz.

Üblicherweise werden an der Co-Vergärung beispielsweise fettreiche Speisereste aus der Gastronomie angeliefert. Im Rahmen der Amtshilfe entsorgt der Betreiber des Klärwerks, das Kommunalunternehmen azv Südholstein, aber auch Flüssigstoffe, die der Zoll zuvor beschlagnahmt hat. „Die Menge von 25.000 Litern ist für uns nichts Außergewöhnliches, aber das Produkt an sich ist natürlich etwas, das bei uns nicht alle Tage angeliefert wird. Und eine Delegation aus Mexiko war bislang auch noch nie bei uns zu Besuch“, sagt Christine Mesek, Vorstand des azv Südholstein.

Über den Tequila
Tequila ist eine Art Schnaps, der im Bundestaat Jalisco hergestellt wird. Der fermentierte Most des Kerns der Blauen Agave stellt die Basis des Getränks dar. Der Kern der Agave kann an eine gigantische Ananas erinnern und das Getränk wird z.T. als „Mezcal“ bezeichnet. In der Nahuátl-Sprache bedeutet das Wort „Haus des Mondes“ und wird genutzt, um die Essenz, das Zentrum oder den Kern eines Objekts zu beschreiben. Beim Tequila handelt es sich um das Produkt des Zusammenkommens zweier Welten. Auf der einen Seite wird eine alteuropäische Technik angewendet, um eine ursprünglich amerikanische Materie zu verwandeln. In Mexiko werden ähnliche Schnapsgetränke anhand von mehr als 200 Agavesorten hergestellt. Diese Getränke werden generell als Mezcal bezeichnet und erhalten je nach Herstellungsort verschiedene Bezeichnungen.

Die Tequilaindustrie ist seit mehr als 200 Jahren ein Schlüsselfaktor für die Wirtschaft des Bundestaates Jalisco. Die Produktion von Agaven und Tequila konnte eine wichtige Entwicklung im Westen des Landes herbeiführen. Tequila wurde 1974 als die erste Herkunftsbezeichnung (Appellation d’Origine Contrôlée, AOC) Mexikos registriert. Heutzutage zählt Mexiko 14 AOC.

Der Konsument sollte beim Kauf von Tequila auf Qualität achten. Auf dem Etikett sind bestimmte Merkmale zu beachten: Das Wort Tequila muss auf dem Etikett zu lesen sein und die Kategorie (Tequila oder Tequila 100% Agave) muss angegeben sein, die Sorte muss ebenfalls zu erkennen sein (Blanco; Joven oder Gold; Reposado oder Aged; Añejo, Extra Aged, Extra Añejo oder Ultra Aged). Die Kurzbezeichnung „NOM“ gefolgt von einer vierstelligen Zahl und „CRT“ müssen auch auf dem Etikett zu sehen sein.

Über den Conseja regulador del tequila, A.C.
Der Consejo Regulador del Tequila wurde am 17. Mai 1994 ins Leben gerufen. Er vereint alle wichtigen Akteure der Tequilaproduktion und überwacht Produktion und Abfüllung.

Quelle: azv Südholstein

 

 

Die Phosphor-Krise: Wenn der Baustoff allen Lebens sich dem Ende neigt

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Phosphor ist ein nicht ersetzbarer Grundbaustoff für Organismen – Menschen, Tiere und Pflanzen können ohne das chemische Element nicht existieren. Ihm verdanken wir die Festigkeit unsere Zähne und Knochen. Er fördert den Energiefluss in den Muskeln und aktiviert aufgenommenes oder enthaltenes Kalzium. Auch in der Landwirtschaft wird Phosphor als Futtermittel, zur Wachstumssteigerung von Pflanzen oder als Dünger in der Fleischproduktion verwendet. Das Element hat jedoch einen Nachteil – es gibt keine Alternative.

Phosphor lässt sich weder synthetisch herstellen, noch kann er durch andere Stoffe ersetzt werden. Experten sprechen daher von einer Phosphor-Krise, die die künftige Nahrungsmittelproduktion gefährden könnte. Die zunehmenden Bevölkerungszahlen, der steigende Energieverbrauch und der hohe Fleischkonsum zeigen, dass die Notwendigkeit der Rückgewinnung des Elements Phosphor wichtiger denn je sei.

Wissenschaftler des Instituts für Abfallwirtschaft und Altlasten der TU Dresden unter der Leitung von Frau Prof. Christina Dornack widmen sich in ihrer Forschung unter anderem dem Recycling von phosphorhaltigen Abfällen. Für die Rückgewinnung wurden bereits einige Verfahren entwickelt: Die Kristallisation und Fällung als Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP) aus Abwasser oder die thermochemische Rückgewinnung aus der Verbrennungsasche. Laut Aussagen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit kann theoretisch aus Abwasser und Klärschlamm gewonnenes Recyclingphosphat bis zu etwa 60 Prozent der Importe an Mineraldüngephosphat substituiert werden. Die Verfahren sind hinsichtlich ihres Rückgewinnungspotenzials und der Qualität des Produkts allerdings unterschiedlich zu bewerten. Auch wenn nur wenige dieser Verfahren bisher großtechnisch umgesetzt wurden, ist eine Verfahrensvielfalt von großer Bedeutung. Zum einen, um auf die unterschiedlichen Randbedingungen und Fragestellungen zu reagieren und zum anderen, um weitere Aspekte des Ressourcen- und Umweltschutzes künftig voranzutreiben. Dafür ist eine Vernetzung von Wissenschaft und Praxis erforderlich, die am Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten praxisnah erforscht wird und das Schließen von Kreisläufen ermöglicht.

Seit 20 Jahren arbeiten Wissenschaftler des Instituts für Abfallwirtschaft und Altlasten an der Bereitstellung hochwertiger Sekundärrohstoffe aus Reststoffen und widmen sich in Lehre und Forschung dem integrierten Wassermanagement im Klimawandel und den Einsparungen durch moderne Recyclingtechnologien mit der Nah-Infrarot-Technologie.

Exzellente Forschung braucht jedoch Raum. Raum für weitreichende Kenntnisgewinne. Diesen bietet die renovierte TUD-Außenstelle in Pirna-Copitz, die am 1. Oktober eingeweiht wurde. Das in den 1930er Jahre erbaute Gebäude sowie das Außengelände wurden im Auftrag vom Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB) renoviert und dabei zum Teil neukonzipiert. Künftig haben Wissenschaftler und Studierende für ihre Arbeit reichlich Platz sowie ausreichende Kapazitäten für Forschungsreaktoren und Versuchsstände. „Wir blicken auf eine erfolgreiche 20jährige Geschichte zurück, die durch einen stetigen Wandel gerade im Bewusstsein zur Ressourcenschonung und Abfallvermeidung geprägt war und nach wie vor ist. Die Mitarbeiter des Instituts entwickeln mit ihren nationalen und internationalen Partnern aus Wissenschaft und Praxis inspirierende Visionen und möchten dies mit einem Festakt zum 20jährigen Jubiläum honorieren“, so die Professorin Christina Dornack. Der Wandel spiegelt sich nicht nur im neuen Gewand des Gebäudes wider.

Zum 1. Oktober hat sich das Institut in Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft umbenannt, um so dem Kreislaufgedanken, der bereits in Forschung und Lehre fest verankert ist, auch im Namen Rechnung zu tragen.

Web: www.tu-dresden.de/fghhiaa/

 

 

Bärtierchen überleben sogar im All Gekocht

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Gekocht, gefroren, im All: Mit ihren Überlebensmechanismen beeindrucken Bärtierchen immer wieder Forscher. Nun wird den Winzlingen ein weiteres Geheimnis abgerungen.

Bärtierchen sind quasi unzerstörbar, sie überleben als einzige bekannte Tierart selbst im Vakuum des Alls. Forscher haben nun ein weiteres Extrem der tapsigen Winzlinge gefunden: Sie haben so viel fremde DNA …mehr:

http://www.n-tv.de/wissen/Baertierchen-ueberleben-sogar-im-All-article16424421.html