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Freier Zugang zu Umweltinformationen: Onlineumfrage gestartet

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Freier Zugang zu Umweltinformationen: Onlineumfrage gestartet

Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf freien Zugang zu Umweltinformationen von Behörden und bestimmten privaten Stellen. Dies regelt das Umweltinformationsgesetz (UIG). Das Umweltbundesamt untersucht den Zugang zu Umweltinformationen jetzt in der Praxis: Bis zum 30. September 2017 können Sie Ihre Erfahrungen zu dem Thema in einer Online-Umfrage mitteilen.

Das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) e.V. untersucht in einem Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA), wie das Umweltinformationsgesetz (UIG) in der Praxis umgesetzt wird. Das Gesetz sieht vor, dass Stellen der öffentlichen Verwaltung und bestimmte private Stellen auf Anfrage verpflichtet sind, Umweltinformationen herauszugeben. Zudem müssen diese Stellen die Öffentlichkeit aktiv und systematisch über die Umwelt unterrichten. Ziel des Gesetzes ist es, Bürgerinnen und Bürgern einen ungehinderten Zugang zu Umweltinformationen zu ermöglichen und dadurch mehr Transparenz und Kontrolle des Verwaltungshandelns zu erreichen.

Nähere Informationen zu den Zielen der Evaluation, dem Projektkonsortium sowie dem Projektverlauf finden Sie unter: http://www.ufu.de/projekt/evaluation-des-umweltinformationsgesetzes/.
Für die Evaluation sind wir auf die Erfahrungen der Nutzerinnen und Nutzer des Umweltinformationsanspruches nach dem UIG angewiesen. Daher möchten wir Sie herzlich einladen, die Evaluation mit Ihrer Teilnahme an der Befragung zu unterstützen.

Die Onlineumfrage ist noch bis zum 30. September 2017 aktiv. Der Zugang erfolgt über den folgenden Link auf dem Internetportal FragDenStaat: http://blog.fragdenstaat.de/2017/uig-evaluation/
http://www.umweltbundesamt.de/themen/freier-zugang-zu-umweltinformationen-onlineumfrage

Neues Projekt kombiniert Dünnschichtchromatographie und Biotests

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Wasser und Lebensmittel können Gemische von Chemikalien enthalten, deren Toxizität mit herkömmlicher Analytik schwer zu beurteilen ist. Effektbasierte Methoden können hier weiterhelfen. Sie erlauben den hochempfindlichen Nachweis der verantwortlichen Stoffe, wenn sie mit Hochleistungs-Dünnschichtchromatographie (HPTLC) und hochauflösender Massenspektrometrie (LC-HRMS/MS) gekoppelt werden. Mit HPTLC werden die Gemische aufgetrennt und mit Hilfe von Biotests diejenigen Banden bestimmt, die potentiell toxische Stoffe enthalten. Diese werden nachfolgend mit LC-HRMS/MS charakterisiert. Ein gemeinsames Projekt des Oekotoxzentrums, der Eawag (Juliane Hollender) und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (Andreas Schönborn) treibt diese neuen Methoden für den Nachweis von Östrogenen und von Gentoxizität voran. Die Stoffprofile realer Proben wie Verpackungsmaterial, Trinkwasser und Umweltwasser (Grundwasser, Oberflächenwasser) werden charakterisiert. Finanziert wird das Projekt vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Mehr:

http://www.oekotoxzentrum.ch/news-publikationen/news/neues-projekt-kombiniert-duennschichtchromatographie-und-biotests/
 

 

Studie zeigt: Aluminiumschalen für Lebensmittel sind bedenklich

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Bundesinstitut für Risikoforschung

 

Aluminiumschalen sind eine beliebte Verpackungsart für Speisen. Allerdings bergen sie auch Gefahren für die Konsumenten, wie eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Risikoforschung zeigt. So haben die Experten festgestellt, dass bestimmte Lebensmittel bei unbeschichteten Schalen eine Menge an Aluminium aufnehmen, die ein Vielfaches der wöchentlich duldbaren Menge entspricht.

Berlin – Speisen aus unbeschichteten Aluminiummenüschalen können hohe Gehalte an Aluminium enthalten. Dies ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts des Bundesinstitutes für Riskoforschung, in dem einige Lebensmittel orientierend untersucht wurden, die nach den Regeln des Cook&Chill-Verfahrens zubereitet und anschließend warmgehalten wurden. Die Messergebnisse zeigen trotz der begrenzten Zahl der untersuchten Proben, dass insbesondere beim Warmhalten im Anschluss an das Cook&Chill-Verfahren Aluminiumionen auf saure Lebensmittel übergehen.

Das Cook&Chill-Verfahren ist ein gängiges Verfahren für die Essensversorgung in Gemeinschaftsverpflegungen wie Kindertagesstätten, Schulen, Kantinen oder Außer-Haus-Verpflegung. „Angesichts der ohnehin vorhandenen Belastung mit Aluminium in der Bevölkerung sollte eine Minimierung jedes vermeidbaren, zusätzlichen Eintrags angestrebt werden. Dies gilt vor allem für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder oder Senioren, die unter Umständen täglich Speisen verzehren, die in Aluminiumschalen warmgehalten werden“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Grundsätzlich sind Aluminiumverbindungen ein natürlicher Bestandteil des Trinkwassers und vieler unbehandelter Lebensmittel, wie beispielsweise Früchte und Gemüse. Zudem können Verbraucherinnen und Verbraucher Aluminium bei unsachgemäßem Gebrauch von aluminiumhaltigen Kochgeschirr oder Aluminiumfolie sowie auch aus kosmetischen Mitteln aufnehmen.

Sauerkrautsaft, Apfelmus und passierte Tomaten als Testlebensmittel
In dem BfR-Forschungsprojekt „Ausmaß der Freisetzung von Metallen aus Lebensmittelkontaktmaterialien“ wurde der Übergang von Aluminiumverbindungen aus vier unbeschichteten Aluminiummenüschalen in die Prüflebensmittel Sauerkrautsaft, Apfelmus und passierte Tomaten untersucht. Diese wurden unter den Bedingungen des Cook&Chill-Verfahrens zubereitet und anschließend für zwei Stunden warm gehalten. Das Cook&Chill-Verfahren ist ein Verfahren, das im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung eingesetzt wird. Das Verfahren besteht aus den Prozessschritten Heißabfüllung, Schnellabkühlen, Kühllagern und Regenerieren (Wiedererhitzen). Bis zum Verzehr der Speisen werden die Aluschalen üblicherweise warm gehalten.

Bei allen Proben wurde nach der Warmhaltephase der Freisetzungsgrenzwert des Europarates für Aluminium von 5 Milligramm Aluminium je Kilogramm Lebensmittel erheblich überschritten. Das Expertenkomitee des Europarates für Lebensmittelkontaktmaterialien hat den Freisetzungsgrenzwert für Aluminium nach dem ALARA-Prinzip abgeleitet. Das ALARA-Prinzip bedeutet, dass von einem Stoff so wenig wie vernünftigerweise durch technische oder andere Maßnahmen erreichbar in einem Lebensmittel enthalten sein soll. Trotz der begrenzten Zahl der untersuchten Proben geht das BfR davon aus, dass die Freisetzung von Aluminiumionen aus den unbeschichteten Menüschalen materialspezifisch ist und die Ergebnisse deshalb verallgemeinert werden können. Das BfR plant weitere Untersuchungen mit salzhaltigen Prüflebensmitteln. Mehr:

http://www.laborpraxis.vogel.de/studie-zeigt-aluminiumschalen-fuer-lebensmittel-sind-bedenklich-a-612776/

 

 

 

Mikroplastik in kommunalen Kläranlagen nachhaltig entfernen

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Inerte organisch-chemische Stressoren (IOCS), zu denen auch Mikroplastik zählt, können derzeit nicht durch kommunale Kläranlagen zurückgehalten werden, sondern gelangen in den Wasserkreislauf. Nun wurde ein konzeptbasierter Forschungsansatz in eine ganzheitliche Lösung überführt.

Inerte organisch-chemische Stressoren (IOCS) sind Verbindungen, die aufgrund langer Abbauzeiten sehr lange im Ökosystem verbleiben und dieses schädigen. Vertreter dieser Gruppe von Stressoren sind auch kleinste Kunststoffpartikel, die unter dem Begriff Mikroplastik bekannt sind. Gelangen Mikroplastikpartikel in den Wasserkreislauf, kommen Kläranlagen an ihre Grenzen. Dies gilt auch für viele andere organisch-chemische Stoffe wie Pharmazeutika.

Seit 2012 erforscht ein Team rund um Jun.-Prof. Dr. Katrin Schuhen von der Universität Koblenz-Landau einen neuen Ansatz zur Entfernung von anthropogenen Stressoren aus dem Wasser. Neben dem Entfernen von Medikamenten und Medikamentenrückständen (so genannten reaktiven organisch-chemischen Stressoren, ROCS) beschäftigen sich die Wissenschaftler seit 2015 auch intensiv mit der Eliminierung von so genannten inerten organisch-chemischen Stressoren (IOCS).

Im Projekt Wasser 3.0 wird aktuell gemeinsam mit den Industriepartnern abcr GmbH und Zahnen Technik der Kläranlagentransfer umgesetzt, um sowohl Pharmazeutika als auch Mikroplastik in einem Verfahrensschritt nachhaltig aus dem Wasser zu entfernen.

Mehr:
http://www.laborpraxis.vogel.de/mikroplastik-in-kommunalen-klaeranlagen-nachhaltig-entfernen-a-617719/

 

 

Biofilme: Bakterien schützen sich durch Lotuseffekt

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Plaque auf den Zähnen oder der bräunlich-zähe Schleim in Abflussrohren sind zwei bekannte Beispiele für bakterielle Biofilme. Solche Beläge von den Oberflächen zu entfernen, ist oft sehr schwierig, unter anderem weil sie sehr stark wasserabweisende Eigenschaften haben können. Ein Team von Wissenschaftlern der Technischen Universität München (TUM) konnte nun zeigen, wie solche Biofilme ihre Oberfläche anpassen, um Wasser abzuweisen und dabei Blättern ähneln.

Bakterien umgeben sich mit einer dichten Hülle von selbst hergestellten chemischen Bausteinen (Polymere), um sich vor Umwelteinflüssen zu schützen. Diese Kombination von Bakterien und dem von ihnen produzierten Schleim nennt man Biofilm. Mikroorganismen, die diese Oberflächenbeläge bilden, sind äußerst trickreich, um sich vor fließendem Wasser – und damit vor dem Ablösen – zu schützen. Nicht nur in Abflussrohren, sondern auch an medizinischen Implantaten oder Schläuchen kann das zum großen Problem werden.

Prof. Oliver Lieleg, Professor für Biomechanik, erforscht mit seiner Arbeitsgruppe „Biologische Hydrogele“ an der Munich School of BioEngineering die physikalischen Prinzipien, die bakterielle Biofilme so widerstandsfähig machen. In ihrer aktuellen Studie im Journal NPJ Biofilms and Microbiomes haben sie die Oberfläche von Biofilmen mit konfokalen Reflexions-Lichtmikroskopen genau vermessen.

Nahrungsangebot bestimmt die Oberfläche der Biofilme
„Unsere erste Erkenntnis war: Biofilm ist nicht gleich Biofilm – auch wenn er vom selben Bakterium erzeugt wird“, sagt Oliver Lieleg. Die Forscher stellten fest, dass das Bodenbakterium Bacillus subtilis Biofilme mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften herstellen kann: Einmal breiten sich Wassertropfen fast sofort auf der Oberfläche aus, ein anderes Mal rollen die Wassertropfen von der Oberfläche herunter und ein drittes Mal bleiben die Wassertropfen in kugeliger Form auf der Oberfläche haften – selbst wenn diese senkrecht gestellt wird.

Wie die Wissenschaftler zeigen konnten, nutzen die Mikroorganismen dabei Effekte, die aus der Pflanzenwelt bekannt sind: das wasserabweisende Verhalten der Blätter von Lotuspflanzen und Rosen. Lieleg und sein Team konnten nachweisen, dass die Oberflächenstruktur in der Tat stark verwandt zu denen der Pflanzenblätter ist. Genau wie die Blätter weist auch der Biofilm rauhe Strukturen sowohl im Mikrometer- als auch im Nanometerbereich auf, die dazu führen, dass die Benetzung mit Wasser erschwert wird.

Ein wesentlicher Unterschied, der sowohl bei den Pflanzenblättern als auch bei den Biofilmen auftritt: Beim Lotus-Effekt werden kleine Luftbläschen zwischen dem Wassertropfen und der Oberfläche des Blattes eingeschlossen, beim Rosenblatt-Effekt dagegen nicht. Deshalb perlen Wassertropfen von Lotusblättern ab, haften aber an Rosenblättern. Ob sich ein Biofilm eher wie ein Lotus- oder wie ein Rosenblatt verhält, hängt von den Nährstoffen ab, die die Bakterien beim Wachstum vorfinden, da dies die genaue Oberflächenstruktur des Biofilms bestimmt.

Ein neuer Ansatzpunkt zur Bekämpfung von Biofilmen
Bakterien in Biofilmen lassen sich oft nur schwer mit Antibiotika und anderen Chemikalien bekämpfen. Teilweise ist dafür die wachsende Zahl bakterieller Resistenzen verantwortlich. Die Forscher schlagen nun vor, auch die wasserabweisenden Eigenschaften der Biofilme anzugreifen: „Wenn ein antibakterieller Stoff die Oberfläche eines Biofilms gar nicht erreicht, weil er abperlt, dann kann er auch nicht wirken. Wir müssen deshalb diese wasserabweisende Oberflächentextur verändern“, erklärt Oliver Lieleg. „Das wäre ein neuer Ansatzpunkt, um Biofilme von Oberflächen wie Rohren, Kathetern oder infizierten Wunden zu entfernen.“

Das Projekt wurde im Rahmen des SFB863 „Forces in Biomolecular Systems“ durchgeführt.

Originalpublikation
Werb, M., Falcón Garcia, C., Bach, N., Grumbein, S., Sieber, S., Opitz, M. and O. Lieleg, „Surface topology affects wetting behavior of Bacillus subtilis biofilms“, NPJ Biofilms and Microbiomes, DOI: 10.1038/s41522-017-0018-1 (2017)
https://www.nature.com/articles/s41522-017-0018-1

Kontakt
Prof. Dr. Oliver Lieleg
Technische Universität München
Professur für Biomechanik / Fakultät für Maschinenwesen und Munich School of BioEngineering
Tel: +49 89 289 10952
E-Mail: oliver.lieleg@tum.de

Mehr Informationen
Professorenprofil Prof. Dr. Oliver Lieleg: http://www.professoren.tum.de/lieleg-oliver/

 

 

 

Neue Methanabbauer in Seen entdeckt

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Bakterien bauen in Süsswasserseen einen grossen Teil des klimaschädlichen Methans ab, bevor es in die Atmosphäre gelangen kann. Jetzt zeigt eine Studie im Rotsee und im Zugersee, dass dabei nicht die bekannten Methanfresser die Hauptarbeit leisten, sondern eine bisher nur von Trinkwasseruntersuchungen bekannte, fädige Bakterienart.
Sinkt totes organisches Material in einem See oder im Meer auf den Grund, entsteht beim Abbau der Biomasse Methan. Ein Teil davon gelangt über die Wasseroberfläche in die Atmosphäre, wo es als Klimagas wirkt. Ein anderer Teil wird im freien Wasser von Bakterien abgebaut. Nun hat eine internationale Forschergruppe herausgefunden, dass nicht nur die „klassischen Methanfresser“ an diesem Prozess beteiligt sind, sondern auch bisher in der Umwelt kaum untersuchte, fadenförmige Bakterien der Gattung Crenothrix. Soeben haben sie ihre Studie im Journal der Internationalen Gesellschaft für mikrobiologische Ökologie (ISME) publiziert.

Zufällig entdeckt
Auf die Crenothrix-Bakterien sind die Wissenschaftler durch Zufall gestossen: Im Luzerner Rotsee und im Zugersee haben sie mit dem Labeling-Verfahren versucht, den Methanabbau noch besser quantifizieren zu können. Dabei werden Methanmoleküle mit „schweren“ 13C-Atomen markiert. Wird das gekennzeichnete Methan dann von Bakterien aufgenommen, können diese dank eines Massenspektrometers unter dem Mikroskop gezielt sichtbar gemacht werden. „Typischerweise sind das kleine runde Zellen“, sagt Jana Milucka vom beteiligten Max Planck Institut in Bremen. Doch diesmal, so Milucka, waren nicht nur diese Bakterien voll mit dem 13C, sondern auch lange, fadenförmige Vertreter daneben (Bild). „Das war sehr überraschend für uns, denn bis dahin hatten wir nicht einmal gewusst, dass diese fadenförmige Bakterien in der Natur so häufig vorkommen. Erst da begannen wir ihre Bedeutung für die natürliche Elimination von Methan zu untersuchen“, sagt die Forscherin.

Bisher nur als Brunnenfäden bekannt
Geologe Carsten Schubert von der Eawag, gilt als Spezialist für den bakteriellen Methanabbau im Wasser. Auch für ihn kam der Befund aus den beiden Innerschweizer Seen überraschend. Die sehr grossen, fädigen Crenothrix-Bakterien seien zwar schon lange bekannt, doch eigentlich nur aus Trinkwassersystemen. Dort sind sie lästig, weil sie sich so stark vermehren können, dass Rohre, Sandfilter und Siebe verstopfen. Crenothrix-Bakterien wurden darum auch als „Brunnenfäden“ bezeichnet. Im Seewasser wurden sie bisher nicht nachgewiesen, weil nicht spezifisch danach gesucht wurde und weil sie mit molekulargenetischen Methoden schwierig zu entdecken seien. „Wir haben wohl ihre Rolle im biogeochemischen Kreislauf völlig unterschätzt“, räumt Schubert jetzt ein. Denn inzwischen haben die Forschenden nicht nur nachgewiesen dass die Brunnenfäden fester Bestandteil im Plankton von Süsswasserseen sind, sondern dass sie dort sogar die Hauptmethanoxidierer sein können.

Originalartikel
Kirsten Oswald, Jon S Graf et al.: Crenothrix are major methane consumers in stratified lakes; ISME Journal (2017) 00, 1-17. http://dx.doi.org/10.1038/ismej.2017.77

http://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/news/neue-methanabbauer-in-seen-entdeckt/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=5ea9a14cc9d345dcb4d7e79ddd9c39b8

 

 

Dieses winzige Tier wird der letzte Überlebende sein

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Dornen auf dem Körperpanzer – mit seinem Outfit übersteht Echiniscus granulatus sogar Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius
Kein Herz, keine Lunge – und das Blut schwappt frei durch den nicht mal einen Millimeter kleinen Körper. Dieses Sparprogramm hat dem „Bärtierchen“ ausgereicht, um die ganze Welt zu besiedeln.

Aber die Erfolgsgeschichte des Winzlings hört…mehr:
http://www.bild.de/ratgeber/wissenschaft/wissenschaft/dieses-tier-wird-der-letzte-ueberlebende-der-erde-sein-52557896.bild.html
 

 

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

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Mobiles und flexibles Messsystem soll dauerhaft ein zuverlässiges Gewässer-Monitoring in Katastrophenfällen ermöglichen – und das völlig autark
Starke Regenfälle und Überschwemmungen nehmen im Zuge des Klimawandels immer mehr zu. In Katastrophenfällen wird die vorhandene Messtechnik zur Gewässerüberwachung oft stark beansprucht oder fällt ganz aus. Gerade dann ist jedoch eine kontinuierliche Überwachung von Pegelständen besonders wichtig, um ein angemessenes Risikomanagement betreiben zu können. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Professur Mess- und Sensortechnik der Technischen Universität Chemnitz im neuen Verbundprojekt „HydroMon“ gemeinsam mit der SEBA Hydrometrie GmbH & Co. KG und der JuB – Creative Product GmbH ein mobil einsetzbares autonomes Messsystem, welches schnell einsatzbereit und ausfallsicher sein soll.

Ziel der Entwicklung ist eine verlässliche Überwachung von Pegelstand und Wellenausbreitung im Verlauf einer Überschwemmung. Dies ermöglicht Gefahrenabschätzungen und Risikobewertungen, um Gegenmaßnahmen einleiten und koordinieren zu können. Das künftige System selbst soll über eine energiesparende Messtechnik sowie hocheffiziente Elektronik zur Datenverarbeitung und Funkübertragung verfügen. Dabei soll durch eine hybride Energieversorgung auf Basis von Energy Harvesting eine besonders schnelle Einsatzbereitschaft erreicht werden. Hierzu wird ein neuartiger Pendelwandler entwickelt, welcher die Bewegungen des Wassers in elektrisch nutzbare Leistung umwandelt. Zusätzlich soll der Temperaturunterschied zur Umgebung genutzt werden, um die Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit der Sensorik weiter zu steigern. Das System kann somit wartungsfrei auch nach längeren Pausenzeiten eingesetzt und genutzt werden, so die Vorstellung der Forscherinnen und Forscher. Gleichzeitig soll eine modulare Funkübertragung unter Verwendung verschiedener Mobilfunkfrequenzen einen universellen Einsatz in möglichst vielen Ländern der Erde ermöglichen, unabhängig von deren Mobilfunkausbaustufe.

Potentielle Absatzmärkte beschränken sich deshalb nicht nur auf die Bundesrepublik Deutschland, sondern zielen vor allem auch auf das Ausland ab. Speziell in ariden Klimazonen, wo während der Regenzeit typischerweise mit Überschwemmungen zu rechnen ist, stehen oft nicht ausreichend finanzielle Mittel für dauerhafte stationäre Lösungen bereit. Hier sind flexible und vor allem kostengünstige Systeme gefragt, welche situationsbedingt eingesetzt werden können. HydroMon leistet somit einen wertvollen Beitrag zum Katastrophenschutz unter den klimatischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und schärft das Profil der Professur Mess- und Sensortechnik der TU Chemnitz im Bereich Umweltmesstechnik.

Das Verbundprojekt „Hydrologisches Messsystem für dauerhaftes und zuverlässiges Gewässer-Monitoring (HydroMon)“ wird im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-innovativ“ im Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Weitere Informationen erteilt Dr. Christian Viehweger,
Telefon 0371 531-39686,
E-Mail christian.viehweger@etit.tu-chemnitz.de

Zukunftsfähige Wasserinfrastrukturen: Empfehlungen zur Transformation

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Die Zukunftsfähigkeit der Wasserinfrastruktursysteme in Deutschland steht auf dem Prüfstand: In wachsenden Ballungsräumen stoßen sie bereits an Kapazitätsgrenzen, in schrumpfenden ländlichen Regionen sind sie vielfach nicht ausgelastet. Die vorhandenen Systeme sind nicht flexibel genug, um sich an veränderte Bedingungen anzupassen. Zu ihnen zählen nicht nur demografische Entwicklungen – auch der Klimawandel oder die notwendige Steigerung der Ressourceneffizienz stellen Herausforderungen dar. Im Forschungsprojekt netWORKS 3 wurde untersucht, wie notwendige Transformationen der Wasserinfrastrukturen gestaltet werden können. Die Ergebnisse sind jetzt in einer Publikation erschienen.

Die Siedlungswasserwirtschaft steht vor komplexen Aufgaben. Einerseits muss sie weiterhin eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Trinkwasser sicherstellen. Andererseits muss sie sich flexibel an regionale demografische Veränderungen anpassen, eine angemessene Abwasserbehandlung garantieren und den derzeit hohen Energiebedarf senken. Ursachen für den Veränderungsdruck sind nicht zuletzt auch die Folgen des Klimawandels: Starkregen, Überschwemmungen und Trockenperioden erfordern eine Transformation der bereits im 19. Jahrhundert entwickelten Systeme. Mit Blick auf diese komplexen Anforderungen bieten sich heute neue technische Systemlösungen an. Sie zeichnen sich durch eine hohe Flexibilität aus und zielen auf die Schließung von Energie- und Stoffkreisläufen ab.
„Die neuartigen Wasserinfrastrukturen eignen sich für ganz unterschiedliche Einsatzgebiete in städtischen Teilräumen“, sagt netWORKS 3-Projektleiterin Martina Winker vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung. „Sie können die vorhandenen Systeme unter anderem deshalb sinnvoll ergänzen, weil sie die Wiederverwendung von Abwasser vorsehen oder Nährstoffe aus dem Wasser verwerten können.“ Das Forschungsprojekt mit Modellquartieren in Frankfurt am Main und Hamburg habe zeigen können, dass geeignete Transformationen für unterschiedliche Bedarfe möglich sind. Voraussetzung: eine gute Kooperation zwischen Unternehmen der Siedlungswasserwirtschaft und der Stadtentwicklung bzw. Regionalplanung. „Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung neuer, noch wenig bekannter Wasserinfrastrukturlösungen ist, dass alle betroffenen Akteure in den Prozess involviert sind, vom Stadtplaner bis zum Installateur“, betont Martina Winker.

Den Wandel gestalten: Spielräume für eine nachhaltige Transformation
Alle Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojekts sind in der Publikation „Wasserinfrastruktur: den Wandel gestalten“ nachzulesen. Die Studie stellt Varianten, Potenziale und Spielräume für eine nachhaltige Transformation vor. „Unsere Studie zeigt, wie die hohe Qualität der kommunalen Daseinsvorsorge im Bereich Wasserinfrastruktur auch künftig gewährleistet werden kann“, sagt Jens Libbe vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), das die Forschungsarbeiten maßgeblich mitgetragen hat. „Die heutigen Rahmenbedingungen zeigen nicht nur vorhandene Schwächen in den bestehenden Systemen auf, sondern bieten eine strategische Chance, um neu über Wasserinfrastrukturen und über unseren Umgang mit Wasser nachzudenken“, sagt Libbe.

Die Studie verdeutlicht anhand von Beispielen, was für eine erfolgreiche Transformation wichtig ist: Dazu zählen technische Systemalternativen, die Erfahrungen aus Pilot-Kommunen wie Frankfurt am Main und Hamburg, aber auch rechtliche Regelungen und neue Unternehmensstrategien. In der Publikation geht es zudem um Fragen der Systemwahl, des Managements für die Einführung neuartiger Systeme und der Akzeptanz der NutzerInnen. Die AutorInnen benennen darüber hinaus den noch bestehenden Forschungs- und Handlungsbedarf, der unter anderem in der Finanzierbarkeit oder der nötigen Kompetenzvermittlung der wissenschaftlichen und technischen Grundlagen in Aus- und Fortbildung liegt.

Wasserinfrastruktur: Den Wandel gestalten. Technische Varianten, räumliche Potenziale, institutionelle Spielräume. Winker, Martina; Trapp, Jan Hendrik gemeinsam mit Libbe, Jens; Schramm, Engelbert (Hrsg.) Printpublikation in der Reihe Edition Difu – Stadt Forschung Praxis, Band Nr. 16. ISBN: 978-3-88118-584-4; ISSN: 1863-7949
Weitere Informationen: www.difu.de/11299 oder per E-Mail: vertrieb@difu.de
Der Forschungsverbund netWORKS 3 hat zudem Handreichungen für Entscheidungsträger erstellt, die auf der Homepage des Forschungsverbunds zum Download bereitstehen.

www.networks-group.de
netWORKS 3 wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb der Fördermaßnahme „Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (INIS)“ im BMBF-Programm „Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA)“ gefördert. Forschungs- und Projektpartner waren das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu), die Tech¬nische Universität Berlin mit dem Fachgebiet Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik (WIP) sowie COOPERATIVE – Infrastruktur und Umwelt. Praxispartner waren die ABG FRANKFURT HOLDING und die Hamburger Stadtentwässerung AöR

http://www.isoe.de/wissenskommunikation/aktuelles/news-single/zukunftsfaehige-wasserinfrastrukturen-empfehlungen-zur-transformation/?tx_ttnews%5Byear%5D=2017&tx_ttnews%5Bmonth%5D=06&tx_ttnews%5Bday%5D=13&cHash=7e9b36bbe7affff8123eea98eb654a06

 

 

Messung des Schlammspiegels in (Klein)kläranlagen

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Bei Gemischen aus Wasser und Feststoffen, z. B. in Kläranlagen, ergibt sich für bestimmte Anlässe die Notwendigkeit, die Höhe des abgesetzten Schlamms zu ermitteln.

Ein mögliches Verfahren ist die Ermittlung der Schlammoberfläche durch die unterschiedliche Lichtdurchlässigkeit der Bestandteile mit einer wasserdichten Endoskopkamera mit Beleuchtung.

Bild FW-TippsJun-17-SchlaSp-01.jpg             Bild FW-TippsJun-17-SchlaSp-02.jpg
Endoskopkamera                                                             Beleuchtung

Bild FW-TippsJun-17-SchlaSp-03.jpg Die Kamera wird an einem Stab befestigt und kann eingetaucht werden. Die Kamera muß langsam eingetaucht werden, damit kein Schlamm aufgewirbelt wird.

Solange sich die Kamera in der Flüssigkeitsphase befindet, erscheint ein helles Bild. Bei der Annäherung an den Schlamm verdunkelt sich das Bild und bei Erreichen der Schlammoberfläche erscheint ein dunkles Bild.

Mit Anbringen einer Markierung am Stab und Eintauchen bis zum Boden kann Höhe der Schlammschicht ermittelt werden. 

Bild FW-TippsJun-17-SchlaSp-04.jpg                           Bild FW-TippsJun-17-SchlaSp-05.jpg
Bild in der Flüssigkeitsphase                                         Bild in der Schlammphase

Die beschriebene Endoskopkamera ist preisgünstig im Onlinehandel erhältlich.
Die Meßabweichung beträgt weniger als 1 cm.

J. Becker, 2017