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Klärschlamm: CO2- neutraler Brennstoff

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Die Firma IST- Anlagenbau GmbH berichtet, dass getrockneter Klärschlamm als kostengünstiger Braunkohleersatz CO2 -neutral verbrannt werden kann, wenn für die Verdunstung des Wassers weniger Energie aufgebracht werden muss als der Brennstoff in getrocknetem Zustand beim Verbrennen wieder abgibt.

In der Praxis habe sich das Trocknungsverfahren “ WendeWolf “ bereits bewährt, seit Sommer 2006 betreibt das Unternehmen auf der Kläranlage Miltenberg am Main (90.000 EW) die größte Solar -Klärschlamm- Trocknungsanlage Deutschlands. Die  anfallenden 4.000 t /a werden in Kohlekraftwerken verbrannt. Das Verfahren ist weltweit auf 52 Anlagen im Einsatz, in Deutschland arbeiten 8 Anlagen.

Weitere Informationen unter www.ist-anlagenbau.de

Teures Dilemma

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Bild FW-KAN-Dilemma-J.jpg Gemeinden, die voll Ehrgeiz planen ihr öffentliches und privates Kanalnetz zu sanieren, können böse überrascht werden. Und zwar dann, wenn hierdurch das Grundwasser steigt und bisher trockene Keller plötzlich feucht werden.

In einem Pilotprojekt in Billerbeck haben Bürger und Stadt das Problem einvernehmlich gelöst.

Die Stadt Billerbeck im Landkreis Coesfeld will ihr rund 70 Kilometer langes Abwasser-Kanalnetz sanieren. Ein Grund ist auch, dass das auf 20.000 EW ausgelegte Klärwerk mit erheblichen Problemen zu kämpfen hat. Eigentlich ging man von 450.000 Kubikmeter Abwasser pro Jahr aus, tatsächlich strömen sogar bei Trockenwetter mehr als die dreifache Menge Richtung Kläranlage. Damit steigt die Rückstau-Gefahr für das Kanalnetz, die Behandlung von Niederschlagswasser wird erschwert und die Reinigungsleistung beeinträchtigt. Erhöhte Schadstofffrachten bei der Einleitung in den Vorfluter sind die Folge.

 Deshalb wurde bereits im Jahr 2000 das Kanalnetz vollständig inspiziert und bis 2003 wurden über  2 Millionen € in die Abdichtung der öffentlichen Kanäle investiert. Mit Ernüchterung musste festgestellt werden, dass das Fremdwasser weiterhin unvermindert floss. Es stellte sich heraus, dass die Quellen auf privaten Grund lagen, einmal in Form schadhafter Hausanschlussleitungen oder privater  Drainageanschlüsse ans Mischwassernetz. Nun ist zwar jeder Hauseigentümer gesetzlich selbst dazu verpflichtet, seine Abwasserleitungen dicht zu halten und muss das nach Nordrhein- westfälischer Bauordnung bis 2015 durch eine Dichtheitsprüfung nachweisen. Folge der Abdichtung wäre jedoch vielerorts ein erhöhtes Risiko, dass auf Grund des zu erwartenden Anstiegs des Grundwassers die Grundmauern der Häuser durchfeuchten. Grundsätzlich ist zwar jeder Eigentümer selbst dafür verantwortlich, dass sein Keller trocken bleibt und muss gegebenenfalls selbst Maßnahmen gegen drückendes Grundwasser ergreifen, ein teures Unterfangen.

Deshalb hat das Umweltministerium ein Pilotprojekt unterstützt, das in mehrere Arbeitsschwerpunkte unterteilt wurde.

Man kam letztlich  zu dem Schluss, dass es prinzipiell mehre technische Alternativen gibt. Zum Beispiel Ertüchtigung und Ausbau des Klärwerks, aktive Grundwasser-Bewirtschaftung oder Umbau des bestehenden Mischsystems in ein Trennsystem. Zum Tragen kam schließlich eine so genannte “ Schwerpunktlösung Drainagesystem „. Es  wurden zunächst rund € 230.000,- investiert. Um dieses System im Untersuchungsgebiet flächendeckend anzubieten, müssen allerdings im öffentlichen Raum noch weitere € 350.000,- investiert werden.

Den Schlussbericht des Pilotprojektes “ Dränagewasser von Privatgrundstücken- umweltgerecht Sammeln und Ableiten “ gibt es im Internet unter www.ikt.de

Kanalnetz — zweite Runde

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Bild FW-KANKanalnetz2-J.jpg Der Bundesverband der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft wehrt sich in einem offenen Brief an den Vizekanzler gegen die Kritik, nicht genügend für die Verbesserung des Deutschen Kanalnetzes zu tun. Es wird darauf hingewiesen, dass die Deutschen Abwasserunternehmen  rund  5,5 Milliarden € investieren. Als Beleg führen sie den Vergleich mit den Europäischen Nachbarn an. Dazu wird eine, vom Verband selbst in Auftrag gegebene Studie “ Vergleich europäischer Wasser- und Abwasserpreise “ zitiert. Aus dieser geht hervor, dass sowohl die deutsche Trinkwasserversorgung als auch die Abwasserentsorgung das höchste Leistungsniveau zu niedrigeren Preisen aufweist.

Andererseits mahnt der Rohrleitungsbauverband, Köln seit Jahren, dass nicht ausreichend investiert wird, um einen zuverlässigen Zustand zu erhalten. Der Verband geht davon aus, dass dazu jährlich ein bis zwei Prozent des Systems erneuert werden müssten, die Erneuerungsraten aber nur auf ca. 0,5 Prozent geschätzt würden.

Benchmarking in der Analytik

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Bild FW-AWT-Benchmarking-F.JPGEin Pilotprojekt mit dem Thema “ Analytik und Indirekteinleiter – Überwachung „ aus dem Jahre 2005 ist abgeschlossen. Die Ergebnisse stellt die Firma Aquabench/ Hannover am 16. Mai vor. Es haben 14 kommunale Betreiber daran teilgenommen, das Projekt soll fortgesetzt werden mit den Themen  “ Benchmarking Analytik “ und “ Benchmarking Indirekteinleiterüberwachung „.

In der Analytik sollen vor allem die unterschiedlichen Schwerpunkte der Analytik für Kläranlagen transparent gemacht werden. Es geht um das Parameter- Spektrum und um die Häufigkeit von Bestimmungen und Probenahmen, sowie um die Methoden der Bestimmung. Aus den Ergebnissen sollen Antworten auf die Auslastung und Effizienz der Labore gewonnen werden.

Bei der Indirekteinleiterüberwachung stehen unterschiedliche Schwerpunkte und Strategien im Mittelpunkt.

Weitere Informationen unter www.aquabench.de

Steigerung der Energieeffizienz kommunale Kläranlagen

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Unter diesem Thema stand ein Fachgespräch am 29. Januar 2007 Umweltbundesamt.

Unter www.umweltbundesamt.de in der Rubrik Wasser, Trinkwasser und Gewässerschutz können die ausführlichen Vortragsfolien zu den Schwerpunkten

– Energieeffizient bei der Klärschlamm Verwertung

– Energienutzungspotenzial durch Co-Vergärung für Kläranlagen mittlerer Größe

– neue Techniken der Faulgasverwertung

– Ökobilanzielle Bewertung von Klärschlammverwertungsverfahren

– Potenzial der Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser

– rechtliche Rahmenbedingungen für die Co- Vergärung

– Vorschläge zur Konkretisierung der Anforderungen zur Energieeffizienz

-Co-Vergärung aus Sicht eines Kläranlagenbetreibers

heruntergeladen werden.

Kläranlage produziert Solarstrom

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Bild FW-AWT-Photovoltaik-F.JPGAuf der Filteranlage des Klärwerks Mannheim läuft seit Jahresbeginn eine Photovoltaikanlage im Probebetrieb. In das öffentliche Stromnetz wird der so erzeugte Strom von 2300 Quadratmeter Fläche eingespeist. Man rechnet mit ca. € 108.000,- pro Jahr aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, das bedeutet dass die Investitionen von ca. einer Millionen Euro sich nach einer Laufzeit von 15 Jahren amortisiert haben. Ein zusätzlicher Vorteil liegt darin, dass die Flockungsfiltration konstruktionsbedingt in den Sommermonaten stark von  Algen bewuchert wurde. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen plante man die Verschattung der Filteranlage. Im Zusammenhang mit der aktuellen Klimaschutzdiskussion entschied man sich deshalb, die Dachflächen mit einer PV- Anlage zu versehen, bei Abschluss des Einspeisevertrags wird die Vergütung für 20 Jahre festgeschrieben.

Aus Abwasser wird Brauchwasser

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Seit Jahresbeginn arbeitet auf dem Klärwerk Biebrich/Wiesbaden eine Membran-Bio Reaktor-Anlage (MBR). Um Gewässer durch einen besseren Rückhalt von Problemstoffen und  zur besseren Nutzung gereinigter Abwässer, betreiben die Wiesbadener Entsorgungsbetriebe eine Versuchsanlage, die in einem zweijährigen Forschungsprojekt wissenschaftlich begleitet wird. Das Volumen der Anlage  beträgt ca.12 Kubikmeter und erreicht eine CSB-Elimination von 96 Prozent , der Betrieb der Anlage wird von umfangreichen Untersuchungen begleitet, die auf der Kläranlage selbst aber auch durch die TU Darmstadt und den Hersteller der Anlage Microdyn-Nadir durchgeführt werden.

Weitere Informationen unter www.microdyn.de.

Sinkender Verbrauch- steigende Gebühren

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Bild Akt-Gebuehren-F.JPG Die Abwassergebühren stiegen 2005 deutlich langsamer als in der Vergangenheit. Das Statistische Bundesamt nennt eine durchschnittliche Steigerung von 1,4 Prozent. Kommunen mit getrennter Gebühr für Schmutzwasser – und Regenwasser haben die Gebühren deutlich stärker angehoben als

Die Abwassergebühren stiegen 2005 deutlich langsamer als in der Vergangenheit. Das Statistische Bundesamt nennt eine durchschnittliche Steigerung von 1,4 Prozent. Kommunen mit getrennter Gebühr für Schmutzwasser – und Regenwasser haben die Gebühren deutlich stärker angehoben als Kommunen, die nach dem Frischwasserverbrauch berechnen. In Ostdeutschland bezahlte der Verbraucher durchschnittlich € 2,87 pro Kubikmeter gegenüber € 2,28 pro Kubikmeter  (Basis Frischwasserverbrauch).67 Prozent der Bundesbürger bezahlen inzwischen nachdem gesplitteten Maßstab, hier beträgt der Schmutzwasser- Preis durchschnittlich € 2,05 pro Kubikmeter.

Wie geht es weiter? Dazu hat die Stadtentwässerung Mannheim eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis lautet, dass bis zum Jahr 2020 die Gebühren für die Schmutzwasserentsorgung im Durchschnitt um 27,5 Prozent und die Niederschlagswasserentsorgung im Schnitt um16, 4 Prozent (an versiegelter Fläche) höher liegen werden. Berücksichtigt wurden dabei der wirtschaftliche und demographische Wandel, aber auch technologische Entwicklungen und Veränderungen. Der Wasserverbrauch der Industrie könnte durch eingeleitete Umweltschutzmaßnahmen weiter sinkenden. Wesentlich ist auch, dass im Bereich Abwasser ein hoher Fixkostenanteil den Preis bestimmt. Da dem Verbraucher der Effekt höherer Abwassergebühren bei niedrigerem Wasserverbrauch schwer erklärbar ist, schlagen die Autoren vor, Überlegungen zur  Einführung eines veränderten Berechnungsmodus  anzustellen. Der Kernpunkt ist die Einführung von fixen Grundgebühren und geringeren Verbrauchsgebühren für die privaten Haushalte. Man könne davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren viele Kommunen diese Überlegungen auf Umsetzbarkeit prüfen werden.

Die  Untersuchung wurde von der Prognos AG und der RWTH Aachen durchgeführt.

Kapazitätsreserven bei der CO- Vergärung

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Bild FW-SCHLA-Vergaerung-F.JPG Auf dem ersten deutschen Wasser- und Energie Tag Anfang Februar berichtete Hermann-Josef Roos/ Entsorgungsgesellschaft Niederrhein über Kapazitäten in Klär- und Biogasanlagen sowie über die Mengen geeigneter Abfälle.

Die CO-Vergärung von biogenen Abfallstoffen in Faulbehältern verbessert die Auslastung und erhöht den Energieertrag. Obwohl wirtschaftliche Vorteile für Betreiber und Nutzer vorhanden sind, wurden nicht so viele CO-Substrate eingebracht, wie Kapazität vorhanden ist. Bundesweit wurden dagegen land- und abfallwirtschaftliche Biogasanlagen errichtet, die heute im Wettbewerb mit den Kläranlagen stehen. Für die Berechnung der freien Kapazitäten in Faultürmen hat Roos auf Daten des Statistischen Bundesamtes zurückgegriffen. Danach gibt es in Deutschland 3136 Kläranlagen mit einer Gesamtausbaugröße von 140 Mio. EW, die eigene Faultürme haben. Angeschlossen sind aber nur 117,8 EW, daraus ergibt sich eine Reserve von 28,9 Mio. EW. Hieraus leitet Roos ein insgesamt vorhandenes Faulbehältervolumen von 2,9 Millionen Kubikmeter ab. Davon sind 2,4 Millionen Kubikmeter für die Klärschlammbehandlung gebunden. 0,5 Millionen Kubikmeter stehen demnach für andere Verwendungen zur Verfügung, was einem Trockenmasseninput von 0,9 Mio. t/ Jahr entspricht. Dies wurde auf Basis einer Faulzeit von 20 Tagen berechnet, bei einer Faulzeit von nur 18 Tagen erhöht sich das freie Volumen auf 0,75 Mio. Kubikmeter. Daraus ergibt sich, dass  in Deutschland jährlich rund 6,6 Mio. t Speiseabfälle oder 3,1 Mio. t Bioabfälle von den vorhandenen Faultürmen aufgenommen werden könnten.

Laut Statistischem Bundesamt gibt es in Deutschland 581 Biogas- und Vergärungsanlagen mit einer Kapazität von 3,2 Mio. t. Dazu kommen Kompostierungsanlagen mit etwa 11 Mio. t/Jahr.

Neue Chancen für Kläranlagen könnten durch eine Gesetzesänderung bei der Entsorgung von Speiseabfällen entstehen. Bis Ende 2006 konnten Speise- und Küchenabfälle verfüttert werden, dies ist in 2007 nicht mehr möglich. Das Potenzial an Küchen- und Speiseabfällen wird auf 2 Mio. t geschätzt, bisher wurden nur 430.000 t/ Jahr entsorgt. Diesen theoretisch neu verfügbaren Mengen stehen jedoch rechtliche Hürden gegenüber, denn bei der CO Vergärung in Kläranlagen muss sowohl das Wasserrecht als auch das Abfallrecht berücksichtigt werden. Da Kläranlagen Abwasserbehandlungsanlagen sind und keine Abfallentsorgungsanlagen können nur Abfälle zur Verwertung eingesetzt werden. Deshalb müssen alle Abfallarten einzeln genehmigt werden.

Fremdwasser – was ist das?

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Bild FW-Kanal-Fremdwasser-J.jpg Den Begriff “ Fremdwasser “ gibt es weder in den Gesetzesnormen des Bundes noch der Länder. Deshalb gibt es auch keine rechtliche Definition, wohl aber eine technische von der DWA- Arbeitsgruppe ES-1.3:

Fremdwasser ist das in Abwasseranlagen abfließende Wasser, welches weder durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändert ist noch bei Niederschlägen von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt und gezielt eingeleitet wurde. Fremdwasser erfordert auf Grund seiner Qualität keine Abwasserbehandlung, erschwert diese oder belastet auf Grund seiner Quantität Abwasseranlagen unnötig und ist unter dem Aspekt des Gewässerschutzes unerwünscht „.

In der Rubrik “ Recht “ der KA Abwasser Abfall (5 /07 Seite 488) beschäftigt sich ein Artikel ausführliche mit folgenden Punkten (auf Basis des vierten Arbeitsberichts der Gruppe):

– ist Fremdwasser Abwasser im rechtlichen Sinne?

– existieren rechtliche Vorschriften, die Grenzwerte für Fremdwasser definieren?

– Wann ist der Netzbetreiber aus rechtlicher Sicht gezwungen, das Fremdwasser zu reduzieren?

– welche rechtlichen Möglichkeiten haben Aufsichtsbehörden und der Netzbetreiber, die Einleitung von Fremdwasser zu unterbinden?

– können bisher langjährig geduldete oder gar genehmigte Fremdwassereinleitungen zurückgenommen werden?

– können die Fremdwasser verursachten Kosten bei der Ableitung in bestehenden Entwässerungssystemgebühren rechtlich berücksichtigt werden? Wie können alternative Entwässerungssysteme zu Ableitung von Fremdwasser finanziert werden?

– haben Grundstückseigentümer einen Anspruch auf kostenlose Beseitigung von Drainagewasser ? Ist die Kommune für Folgeschäden bei Nichtannahme von Drainagewasser haftbar?

– wer haftet für Vermögensschäden durch einen infolge Kanalsanierung hervorgerufenen Grundwasseranstieg?

– welche Vorgaben können im Bebauungsplan zur Vermeidung von Fremdwasser bei Neubaumaßnahmen gemacht werden?