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Homogenisieren aber wie?

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Immer wieder stellt sich im Abwasserlabor die  Frage nach der richtigen Homogenisierung. Jeder ist sich sicher, dass genau seine Vorgehensweise korrekt ist. Trotzdem ist oft das Warum Woher und Wie ungeklärt.

Wie immer hilft ein Blick in Gesetze und Verordnungen z.B. die Richtlinie des Rates über die Behandlung von kommunalem Abwasser. Für den Biologischen und für den Chemischen Sauerstoffbedarf steht da:
Homogenisierte, ungefilterte, nicht dekantierte Probe.

In der sogenannten „Abwasserverordnung“ der Bundesrepublik gibt es als Anlage zum §4 der Verordnung einen umfangreichen Teil, der die „Analysen und Messverfahren“ für jeden einzelnen Untersuchungs-Parameter beschreibt. Für den CSB ist die Bestimmung in der Originalprobe festgelegt, unter dem Punkt „Allgemeine Verfahren“ ist geregelt wie die „Vorbehandlung, Homogenisierung und Teilung heterogener Wasserproben in der Originalprobe“ durchzuführen ist. Die einzelnen Länder beziehen sich in ihren Eigenkontroll- oder Selbstüberwachungsverordnungen deshalb auf die Regelungen der „Abwasserverordung“.

Kurzbeschreibung der Norm: Homogenisierung heterogener Wasserproben nach DIN 38402 Teil 30

Was? Proben, die ungelöste Stoffe oder unterschiedliche Flüssigphasen enthalten
Warum? Gleichmäßige Verteilung von gelösten und ungelösten Bestandteilen
Wie? Verschiedene Möglichkeiten
  Von Hand schütteln bei Volumen < 5l
  Mit Magnet/ Flügelrührer
  Mittels Ultraschall,  Bad oder Sonde
  Aufschlaggerät (DIN T30 38402 z.B. Ultraturrax)
  Probe zuvor auf 20°C temperieren
Worin? In einem sauberen + fettfreien  Glas- oder Kunststoffgefäß
Welches Verfahren wählen? Die Auswahl richtet sich  nach Ausgangsvolumen, Größe und Art der Partikel und den zu bestimmenden Parametern. Teilvolumen sind so groß wie möglich zu wählen


Proben mit feinen Partikeln

Wird meistens mittels Magnetrührer durchgeführt. Auf ausreichende Größe des Magnetrührstabs achten. (1/3 des Gefäßdurchmessers)

Rührfrequenz so einstellen, dass sich ein Trichter bildet, der etwa 10% der Flüssigkeitshöhe ausmacht. Etwa 2 Minuten rühren, dann Probe daraus abpipettieren.

Proben mit grobem Feststoffanteil     

Die Probe  wird eine dem Volumen angepasste Zeit homogenisiert (z.B. 500ml bei 20000 U/min -1 60sec lang). Pflanzenteile und Wasserorganismen vorher entfernen.

Danach Probe weiter behandeln wie unter „ Probe mit feinen Partikeln“ beschrieben.

Beachten: Unangemessen langes Rühren oder Aufschlagen lässt flüchtige Bestandteile entweichen. z.B. bei TOC, AOX.   

 

Autor: AB                  

Konflikte entschärfen durch ein integriertes Wasserresourcenmanagement

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Lösungsmöglichkeiten für dieses Dilemma suchen Wissenschaftler am Beispiel des Wassereinzugsgebietes des Toten Meeres. In kaum einer Region ist der Kampf um Wasser so spürbar eine Frage des Überlebens wie rund um den Fluss Jordan, wo sich die Grenzen von Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten und Jordanien treffen. Insgesamt leben hier knapp 17 Millionen Menschen. Für 2050 wird erwartet, dass sich die Einwohnerzahl verdoppelt. Allein die Bevölkerung der Palästinenser wird sich in dieser Zeit verdreifachen. Wichtigstes Trinkwasserresservoir ist der See Genezareth, der pro Jahr über 400 Millionen Kubikmeter Wasser liefert.

In allen Ländern Nordafrikas, im Nahen Osten und vielen Ländern in Zentralasien hat die Bevölkerung weit weniger als 1000 Kubikmeter Wasser pro Person und Jahr zur Verfügung.
Wenn traditionelle Quellen versiegen, haben vor allem die Beduinen darunter zu leiden, die hier das Wasser für ihre Familien und ihr Vieh bezogen. Heute werden diese Familien mit Tanklastern versorgt.
Doch je nachdem, wo und wie viel dort entnommen wird, dringt Salzwasser von unten in den Süßwassersee vor. Den Forschern wurde schnell klar: Das, was um den See herum passiert, beeinflusst entscheidend die Wasserqualität. Eine Gesamtbetrachtung ist notwendig. Zusammen mit israelischen, palästinensischen, jordanischen und deutschen Wissenschaftlerkollegen haben sie jetzt begonnen, Pläne für ein integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) im Jordangraben zu entwerfen, um die Wasservorräte besser zu managen. Denn die politisch ohnehin schon unter Spannung stehende Region steuert auf eine Wasserkatastrophe zu. Es wird mehr Grundwasser abgepumpt als sich nachbilden kann. Tendenz steigend. „In Israel hat jeder eine Trinkwasserleitung im Haushalt – in der Westbank kommt in manchen Orten ein, zweimal der Wasserwagen. So sind die Unterschiede“, sagt Dr. Christian Siebert.
Dabei sind die natürlichen Gegebenheiten gar nicht so ungünstig, meint der UFZ-Hydrogeologe. „Gerade im nördlichen Bereich sind die Niederschlagsmengen mit denen in Deutschland vergleichbar. Das Problem ist aber, dass es als Oberflächenwasser ungenutzt in die Kloake Jordan oder ins Tote Meer fließt.“ Da nur wenig Niederschlagswasser versickert, können sich die Grundwasserreserven praktisch nicht erneuern. Die Wissenschaftler suchen nun nach Wegen, wie das Versickern unterstützt werden kann, damit natürlich gereinigtes Wasser die Reserven wieder auffüllt. Deutlich wird dies auch 50 Kilometer weiter östlich. Zwischen den kargen Hügeln Nord-Jordaniens wird intensiv nach Grundwasser gebohrt. Seit mehr als einem halben Jahr hat es hier nicht mehr geregnet. Jetzt, am Ende der Trockenzeit, sind die Flusstäler, die Wadis, vollständig ausgetrocknet. Wasser fließt hier nur einige Wochen im Winter. Ghozi Al-Hamad, Mitarbeiter der staatlichen Wasserbehörde, ist Herr über 13 Grundwasserbrunnen im Wadi Al-Arab. Ein Tal, das sich quer durch den gesamten Nordosten Jordaniens zieht. 1986 habe man hier mit vier Brunnen angefangen, erklärt er. Seitdem sei der Wasserbedarf ständig gestiegen. Die nahe Universitätsstadt Irbid mit ihren derzeit rund 400.000 Einwohnern wächst rapide. Jedes Jahr werden 3000 neue Haushalte an das Versorgungsnetz angeschlossen. Ghozi Al-Hamad blickt auf das Kontrollfeld seiner kleinen Wasserstation. Das Problem sei, dass die alten Grundwasserquellen immer unergiebiger werden. Deshalb müssten ständig neue Brunnen erschlossen werden – mit erheblichen Nebenwirkungen: Traditionelle Quellen versiegen. Quellen, die Jahrhunderte lang – für jedermann zugänglich – aus dem Gestein flossen.

Dass die Region über ihren Verhältnissen lebt, zeigt sich eindrucksvoll am Ufer des Toten Meeres, das sich weiter zurückzieht, da immer weniger Wasser aus dem Zufluss Jordan ankommt. Pro Jahr sinkt der Wasserspiegel um einen Meter. Der überwiegende Teil des Wassers wird nicht als Trinkwasser verwendet, sondern dient zur Bewässerung in der Landwirtschaft die weltweit als der größte Wasserverbraucher gilt. Abwasser wird in vielen Ländern zu Bewässerungszwecken eingesetzt. Nicht nur das Wasser, sondern auch die Düngerkomponenten des Abwassers sind begehrt. Damit erhöht sich jedoch die Gefahr von Infektionen. Die Forscher wollen deshalb die Wiederverwendung von hygienisch gereinigtem Abwasser fördern. Dafür entwickeln sie nicht nur optimale, den Standorten angepasste Methoden zur Abwasserreinigung. Am Projekt sind auch deutsche Unternehmer, Soziologen und Ökonomen beteiligt, die die Akzeptanz der neuen Verfahren untersuchen und die Märkte dafür analysieren. Sie wollen außerdem Finanzierungsmodelle anbieten, die auf die lokalen Verhältnisse zugeschnitten sind. Das alles geschieht in enger Zusammenarbeit der Forscher und Unternehmer mit den Entscheidungsträgern aus den verantwortlichen Ministerien. Auf der jordanischen Seite wird in den nächsten Monaten eine dezentrale Forschungs- und Demonstrationsanlage gebaut, in der verschiedene Methoden wie zum Beispiel membrantechnologien oder eine Pflanzenkläranlage zu Modulen zusammengeschaltet werden können, um die kostengünstigste Kombination je nach benötigter Wasserqualität zu erhalten. „Heute gießt der jordanische und palästinensische Bauer mit Grundwasser. Statt dessen soll er dafür künftig das gereinigte Wasser aus der dezentralen Abwasseranlage nehmen und das Grundwasser trinken oder weitgehend schonen.“ Keine Frage, es muss etwas getan werden. Jordanien zählt zu den zehn Ländern weltweit, in denen Wasser am knappsten ist. Aber auch andere aride Gebiete profitieren von der Forschung.

UFZ-Ansprechpartner:

Dr. Stefan Geyer,
Department Hydrogeologie
Telefon: 0345/558-5217
stefan.geyer@ufz.de

Dr. Roland Müller
Umwelt- und Biotechnologisches Zentrum (UBZ)
Telefon: 0341/235-3000
roland.mueller@ufz.de

Weiterentwicklung der Wasserrahmenrichtlinie notwendig

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Europäische Experten berieten über Risiken für Flüsse

Leipzig. Experten aus 20 Ländern haben eine Weiterentwicklung der Leitlinien zur Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gefordert. Die Richtlinie sei ein guter Anfang, aber sie müsse weiter entwickelt werden, so der Konsens unter den Wissenschaftlern und Interessenvertretern, die vergangene Woche am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Risiken für europäische Flüsse diskutiert hatten. Bereits heute sei abzusehen, dass das Ziel, bis 2015 alle natürlichen Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen, nicht erreicht werden könne. Aus Sicht der Experten sollten aber nicht die Qualitätsansprüche reduziert, sondern die Instrumente zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie überprüft werden.

Bild Akt-Wasserrahmenrichtlinie-Weiter-J.jpg Durch die zunehmende Biomasseproduktion rechnen die Forscher auch mit einem wieder zunehmenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und damit mit einer steigenden Pestizidbelastung. „Der verstärkte Anbau von Energiepflanzen wird die Gewässer negativ beeinflussen“, fürchtet Dr. Peter von der Ohe vom UFZ. Die Wasserrahmenrichtlinie wird also trotz aller Fortschritte der letzten Jahre auch in Zukunft gebraucht und muss auf die aktuellen Entwicklungen reagieren

Einen Schwachpunkt der momentanen Richtlinie sehen die Wissenschaftler in der Auswahl der Schadstoffe, die in Flüssen europaweit überwacht werden. „Diese Prioritätenliste mit derzeit 41 Stoffen ist nicht geeignet, die Auswirkungen von Chemikalien in den Flüssen ausreichend zu erklären“, sagt Dr. Werner Brack, der das EU-Forschungsprojekt MODELKEY leitet, das Schlüsselchemikalien in drei europäischen Modellflüssen untersucht. Diese 41 Chemikalien stellten einen winzigen Ausschnitt der chemischen Belastung dar und seien vielfach Stoffe, die bereits lange gemessen werden, aber zum Teil eine immer geringere Rolle spielten. „Zum Beispiel steht das Insektizid DDT mit auf der Liste, obwohl es in den meisten westlichen Industrieländern bereits in den 1970er Jahren verboten wurde und deshalb nicht mehr benutzt wird. Aus unserer Sicht wäre es besser, in dieser wichtigen Liste nicht nur prioritäre Stoffe mit entsprechenden Qualitätsstandards festzulegen, sondern auch prioritäre Effekte. Auf diese Weise könnten wir zelltoxische, hormonell wirksame oder erbgutverändernde Stoffe überwachen, ohne sie im vorhinein genau zu kennen. Dies würde die Entdeckung neuer Gefahrenstoffe mit schädlichen Wirkungen erleichtern und die Ressourcen dorthin lenken wo sie wirklich gebraucht werden. Die Behörden könnten damit viel flexibler reagieren.“ Für das Ökosystem entscheidend sei nun einmal nicht die bloße Anwesenheit eines Stoffes, sondern was er verursache.

Giftige Chemikalien sind jedoch nur ein Teil des Problems. Flussökosysteme sind auch vielen anderen Stressfaktoren ausgesetzt, die oft gleichzeitig wirken, wie z.B. bauliche Veränderungen, Sauerstoffmangel durch Überdüngung und eingeschleppte Arten. Durch ihren Fokus auf den ökologischen Zustand statt auf die Betrachtung einzelner Stressfaktoren fördert die Wasserrahmenrichtlinie eine ganzheitliche Betrachtung dieser vielfältig beeinträchtigten Ökosysteme. Diese Stärke kann sich jedoch auch als Schwäche erweisen, wenn Konzepte fehlen, um die Bedeutung und das Zusammenwirken der verschiedenen Stressfaktoren zu bewerten und vorherzusagen. Hier sehen die Wissenschaftler großen Forschungsbedarf für die Zukunft. Dies wurde im Rahmen einer internationalen Konferenz zur Risikobewertung in europäischen Flussgebieten betont, die vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig ausgerichtet wurde. „Die Konferenz hat gezeigt, dass auf vielen Gebieten bessere Bewertungsmethoden zur Verfügung stehen, die nur darauf warten in die Leitlinien zur WRRL integriert zu werden“, findet Dr. Michaela Hein.

Eine wichtige Rolle in vielen europäischen Flussgebieten spielt auch die Beeinträchtigung der Durchgängigkeit der Flüsse und der Struktur von Flussbett und Uferzone. Hier steht die Wasserrahmenrichtlinie im Konflikt mit anderen europäischen Vorgaben. So zielt eine EU-Direktive zur Förderung erneuerbarer Energien darauf ab, die Nutzung von Wasserkraft um 10 bis 20 Prozent zu steigern. Studien aus Skandinavien, wo schon seit einem Jahrhundert Strom aus Wasserkraft gewonnen wird, haben gezeigt, dass diese Art der Stromerzeugung große Folgen für den ökologischen Zustand der Gewässer hat. Besonders betroffen sind die Flachwasserbereiche, da der Wasserspiegel im Jahresverlauf stark schwankt. Das schränkt unter anderem das Wachstum von Wasserpflanzen in diesen Bereichen stark ein, die wiederum Fischen als Laichgelegenheit und für die Nahrungssuche fehlen. Die Frage nach dem ökologischen Zustand ist daher in vielen Fällen nicht nur aus der Sicht des Umweltschutzes interessant, die vielfältigen Güter und Dienstleistungen gesunder Ökosysteme für den Menschen wie die Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser oder die Aufrechterhaltung von Nährstoffkreisläufen sind auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung.
Tilo Arnhold

Pressemitteilung der Helmholtzgesellschaft

12-07

Demonstrationsvorhaben zur Umsetzung eines integrierten Betriebs von Kanalnetz und Kläranlage zur Kosten- und Emissionsminderung in Rheinland Pfalz

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Unter http://tectraa.arubi.uni-kl.de/projekte.php3?lang=&parea=1&pid=0132 wird das Projekt einer die großtechnische Untersuchung an zwei Referenzanlagen durch die Universität Kaiserslautern im Auftrag des Ministeriums für Umwelt und Forsten in Rheinland Pfalz beschrieben.

Bohren für Erdwärme – Zukunft trifft Vergangenheit im Wittenberger Land

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Pressemitteilung von: FIBAV Immobilien GmbH
PR Agentur: FIBAV-Marketing

Am 04.12.2007 fand in Klitzschena bei Wittenberg eine Bohrung zur Erdwärmexploration statt, bei der die alte Welt der fossilen Energieträger und die Zukunftsenergie Erdwärme gleichsam einander begegneten. Denn bei der in zwei parallelen Bohrungen auf 65 m Tiefe niedergebrachten Exploration wurde als Bohrgut Braunkohlesand zu Tage gefördert.

Bild Nuet-Welt-Erdwaerme-Bohrung-J.JPG Bauherr ist der 24 jährige Landwirt Daniel Rettel, der auf dem Gelände des elterlichen Hofs ein FIBAV-Haus vom Typ „Frühling“ gebaut hat Der Hof beherbergt auch die Dorfgaststätte, die zugleich Tagungslokal der örtlichen Agrargenossenschaft ist. Das 140m² große FIBAV-Haus wird seine gesamte Heizenergie aus der Erdwärmenutzung beziehen, der Kohlesand hingegen wird entsorgt. Augenfälliger lässt sich wohl kaum zeigen, dass energietechnisch neue Zeiten angebrochen sind. Schon gehen in Mitteleuropa die ersten Erdwärmekraftwerke ans Netz. Im Vergleich zu anderen alternativen Energiequellen ist die Nutzung von Erdwärme eine zwar sehr neue, aber bereits ausgereifte, störfallfreie und wirtschaftliche Technologie. Zur Durchführung der nötigen Bohrungen verfügt die FIBAV-Gruppe über zwei eigene modernste Bohrgeräte, die gegenüber den sonst eingesetzten Brunnenbohrsystemen entscheidende Vorteile haben. Sie bohren problemlos durch massivstes Felsgestein und zeichnen sich neben störungsarmem Betrieb durch eine hohe Bohrgeschwindigkeit aus. Daher werden die Bohrgeräte der FIBAV-Gruppe, die gerade in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Baumaschinendienst“ vorgestellt wurden, auch von anderen Unternehmen gerne eingesetzt. Dazu gehört etwa der führende Heiz- und Umwelttechnik-Anbieter Vaillant Deutschland GmbH & Co KG.

Erdwärme clever finanziert
Für ein Einfamilienhaus ist ab einem Einstiegspreis von ca. 14.700 Euro eine komplette, betriebsfertige Erdwärmeanlage einschließlich Bohrung, Wärmepumpe, Installationsarbeiten und Fußbodenheizung durchaus erschwinglich. Auch schon errichtete Häuser und selbst Altbauten können auf Erdwärme nachgerüstet werden. Neubau wie Nachrüstung von Häusern mit energiesparenden Systemen werden in vielen Fällen von der öffentlichen Hand gefördert. Neben der Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau kommt in Sachsen-Anhalt noch ein besonderes Förderprogramm des Landes hinzu. Auch Daniel Rettel profitiert von diesem Förderpaket.

Dr. Andreas Lüddecke
Konzernmarketing
Unternehmensgruppe FIBAV
FIBAV Finanzdienstleistungs-ImmobilienvermittlungsGmbH
Rottorfer Straße 1
38154 Königslutter
Tel.: 05353/9136-74
Fax: 05353/9136-99
lueddecke@fibav.de

Geschäftsführung: Kfm. Günter Hansmeier, Dipl.-Kfm. Sven Hansmeier und Dipl.-Kfm. Joachim – B. Seifert
Amtsgericht Braunschweig, HRB Nr.100602

www.fibav.de
www.elmbau.de
www.loewen-haus.de

www.erdwaerme.de
www.altebaumschule.de
www.musterhaus-aktuell.de

Konzernmutter der FIBAV Immobilien GmbH (Dienstleister für Hausbau, Wohnungskauf, Grundstücksvermittlung, Finanzierung), der EB-Elm Bau GmbH (Bauunternehmen für Neubau und Sanierung, Abbund, Erdwärmeexploration), der HS-Bau GmbH (Bauträger, Bauregie), KHD-Königslutter Haus Design GmbH (Planungsbüro mit eigenen Architekten).

Die Zehn Gebote heute – eine Gebrauchsanweisung

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Greifswalder Theologe plädiert für eine Kultur der Ehrlichkeit

Das neue Buch von Roland Rosenstock (41/Foto) „Die Zehn Gebote und was sie heute bedeuten. Eine Gebrauchsanweisung“ reflektiert die aktuelle Relevanz der traditionsreichen Grundregeln im alltäglichen Leben. Der Juniorprofessor für Praktische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Greifswald ermöglicht mit seiner jüngsten Publikation Einblicke in mediale Wertewelten der heutigen Kultur. Die unbewusste Orientierung an den Geboten und deren Einfluss auf das menschliche Miteinander waren Anlass genug, um auf insgesamt 240 Seiten eine unterhaltsame und zugleich gedankenvolle Gebrauchsanweisung zu verfassen. Das Buch ist im Rowohlt Verlag erschienen und ab sofort im Handel erhältlich.

Mit Hilfe von zahlreichen Beispielen veranschaulicht der Theologe und Medienwissenschaftler die allgegenwärtige Wertedebatte. Nicht nur in der Generation der Älteren, sondern gerade in der Alltagswelt der Jugendlichen haben die Zehn Gebote ihren Stellenplatz. Da werden dann auch Fragen wie „Was haben die Gebote mit Tokio Hotel zu tun?“ oder „Warum darf Valdemorts Name bei Harry Potter nicht genannt werden?“ näher beleuchtet. Das Spektrum reicht von Raubkopierern über den „Da Vinci Code“ bis zur Überalterung der Gesellschaft. Der ursprünglichen Bedeutung der Gebote wird hierbei ebenso Platz eingeräumt wie ihrer heutigen. Die zahlreichen Beispiele belegen die Berechtigung und zeigen, wie sie in schwierigen Situationen Orientierung geben können. Das Buch ist ein Plädoyer für eine Kultur der Ehrlichkeit und des Respekts in unserer Gesellschaft.

Hintergrund „Zehn Gebote“
Die Zehn Gebote sind eine Werteorientierung, die in nahezu jeder Kultur fest verankert sind. Die christlich-jüdischen Ausformungen wurden im Alten Testament festgehalten. Als Grundregeln menschlichen Verhaltens geben sie Auskunft über das Verhältnis des Menschen zu Gott und über das Verhältnis der Menschen untereinander. Dabei enthalten sie keine Strafmaßvorgaben.

Roland Rosenstock (2007): „Die Zehn Gebote und was sie heute bedeuten.
Eine Gebrauchsanweisung“, 240 Seiten, ISBN: 978-3-499-62232-8, Preis: 8.95 €

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Theologische Fakultät
Prof. Dr. Roland Rosenstock
Rubenowstraße 2-3, 17487 Greifswald
T +49 3834 86-25 22
M+49 170 235-27 70
E roland.rosenstock@uni-greifswald.de
http://www.uni-greifswald.de
http://www.roland-rosenstock.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news239290

Zukunftsstudie „Delphi2017 – Was Menschen morgen bewegt“

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Studie „Delphi2017 – Was Menschen morgen bewegt“ prognostiziert deutlichen Wertewandel in Deutschland

Dr. Rusanna Gaber, Unternehmenskommunikation
Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM)
 
Heidelberg, 22. November 2007 – „Weniger Ich – mehr Wir“ – so lautet eine der neuen Grundorientierungen der Deutschen, die eine langfristige Veränderung der gesellschaftlichen Werte zur Folge haben werden. Dies ist eine zentrale Erkenntnis der Studie „Delphi2017 – Was Menschen morgen bewegt“, die von der GIM, der Gesellschaft für innovative Marktforschung in Heidelberg, durchgeführt wurde. Anhand der Studie wurden fünf zukunftsrelevante Grundorientierungen identifiziert, die in den nächsten zehn Jahren für Lebensbereiche wie Gesundheit, Bildung, Arbeit und Familie prägend sein werden:

1. Managing „Dutility“: Funktionieren im System
2. Living Substance: Zurück zum Wesentlichen
3. Embedding Individuality: Weniger Ich – mehr Wir
4. Creating „Lifeholder Value“: Gestalten und Partizipieren
5. Engaging in a Sane Society: Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Mehr Informationen unter http://www.g-i-m.com und http://www.delphi2017.com.
Die Zusammenfassung der Studienergebnisse für Deutschland ist auf Anfrage kostenfrei bei Frau Dr. Rusanna Gaber (r.gaber@g-i-m.com) erhältlich.

Die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts waren von Individualisierung, Differenzierung und Pluralisierung geprägt. Nun sind die Menschen in Deutschland bereit, sich auf soziale Gemeinschaften einzulassen und ihre Ansprüche an die individuelle Selbstverwirklichung zurückzufahren (Embedding Individuality). Zugleich tritt die soziale Verantwortung wieder in den Vordergrund. Diese ist jedoch frei von Sozialromantik. Vielmehr erscheint sie in Kombination mit konkreten Hoffnungen auf persönliche Benefits (Enganging in a Sane Society). „Besonders die bürgerliche Mitte wird sich um das Thema ‚Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung‘ neu konstituieren“, lautet ein Resümee der Studie „Delphi2017 – Was Menschen morgen bewegt“, die von den GIM-Forschern Dr. Kerstin Ullrich und Dr. Christian Wenger durchgeführt wurde. Das Thema „Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung“ bietet der von Globalisierung und Reformen gebeutelten Mitte die Chance, eine neue Identität zu entwickeln.

Als weitere Grundorientierung haben die GIM-Forscher das Funktionieren im System (Managing „Dutility“) identifiziert. Dies bezeichnet eine große gesellschaftliche Herausforderung, die jeden einzelnen und alle Schichten der Gesellschaft betrifft: Immer mehr Lebensbereiche müssen in immer weniger Zeit erledigt, organisiert und synchronisiert werden, das Leben ist vollgepackt mit Verpflichtungen, Ansprüchen und Anforderungen. Die frei zur Verfügung stehende Zeit schrumpft. Die Lebensform „Work Versus Life“ wird zu „Multi-Duty-Life“, in dem „Just in-Time“ und „Always On“ zum Alltag gehören. Das Leben wird zunehmend bestimmt von konsequenter Nutzenorientierung und Effizienzsteigerung. Die Folge: Der Raum für Individualität und Selbstverwirklichung schrumpft.

Der kleiner werdende Freiraum ist ein wichtiger Auslöser für die weitere Grundorientierung „Zurück zum Wesentlichen“ (Living Substance). Die Menschen werden sich wieder stärker nach innen richten, so die GIM-Forscher. Es wird ihnen bewusst, dass sie mit ihren Kräften haushalten müssen. Und sie stellen sich deshalb die Frage, was in ihrem Leben wichtig und wesentlich ist. Sie sehnen sich nach Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit. Hinzu kommt der Wunsch, das eigene Leben stärker in die eigene Hand zu nehmen. Es findet eine Änderung der Einstellung statt: vom Akzeptieren der auferlegten Eigenverantwortung (Rückzug des Staates) und der Verpflichtungszwänge zu einer selbstbestimmten Eigenverantwortung. Als Mitglieder der Gesellschaft wollen die Menschen wieder stärker gestalten und partizipieren, weniger in traditionellen Formen des Engagements (Vereine, Kirche), sondern punktuell und situativ. Sie sind dabei geleitet sowohl von persönlichen als auch beruflichen Interessen (Creating „Lifeholder Value“). Partizipieren heißt heute schon, mit anderen etwas zu bewegen und zugleich in eigener Sache zu handeln.

An der Studie „Delphi2017 – Was Menschen morgen bewegt“ haben mehr als 40 Experten aus Deutschland und sechs weiteren Ländern mitgewirkt. Die Ergebnisse dieser Prognosen basieren auf einer zweistufigen qualitativen Befragung. Weil die Werteentwicklungen international verglichen wurde, entstand ein aussagekräftiges Bild des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland, Russland, USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre. Aus den fünf Grundorientierungen haben die Experten die Anforderungen für zukunftsorientiertes Marketing abgeleitet. Unter anderem müssen Unternehmen und Marken in Zukunft auf Kontinuität und Wiedererkennbarkeit setzen und müssen stärker Teil sozialer Gemeinschaften werden.

Das Buch zur Studie erscheint im April 2008 im Verlag Redline Wirtschaft unter dem Titel „Visionen2017 – Was Menschen morgen bewegt“. Autoren sind Dr. Kerstin Ullrich und Dr. Christian Wenger, GIM Heidelberg.

Das Exzerpt zur Studie erhalten Sie gerne auf Anfrage bei gim@talisman-pr.de oder R.Gaber@g-i-m.com im pdf-Format.

Hintergrundinformation:

GIM – Better decisions through deeper understanding

Das Marktforschungsunternehmen GIM, Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH, wurde im Oktober 1987 in Heidelberg gegründet und ist von Wilhelm Kampik (Psychologe) und Stephan Teuber (Soziologe) zu 100% eigentümergeführt. Das Team der GIM wächst kontinuierlich und zählt heute 100 Mitarbeiter weltweit. Das Unternehmen betreut über 40 internationale Kunden aus unterschiedlichen Branchen wie FMCG, Banken und Versicherungen, Pharma, Automotive oder Medien und zeigt seine umfassende Kompetenz in mehr als 400 Projekten jährlich. Der Schwerpunkt liegt in der qualitativen Marktforschung, bei der innovative Methoden zum Einsatz kommen. Aber auch die qualitativ orientierte quantitative Marktforschung wird von GIM in vielen Projekten favorisiert. Als Full-Service-Institut kann GIM Marktforschungsdienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette anbieten: Vom Tiefenverständnis der Konsumenten und Märkte über die Entwicklung von Konzepten, Marken, Produkten und Werbung bis hin zur Überprüfung des gesamten Marketing-Mix. Das Unternehmen verfügt über spezielles Know-how im Bereich der Tiefenanalyse von Konsumenten, Werteforschung und Innovationsforschung. 2006 zeichnete das Branchenmagazin context GIM als größtes deutsches unabhängiges Marktforschungsunternehmen aus.
GIM ist international tätig. Neben dem Hauptsitz in Heidelberg, an dem 60 Mitarbeiter forschen, wurden weitere Büros weltweit eröffnet: GIM Berlin 2001, GIM Russia in Moskau 2001, GIM Suisse in Zürich 2005 und GIM France in Lyon 2007.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.g-i-m.com

Pressebetreuung GIM / Delphi2017:
Talisman, Kommunikation und Imagebildung, Heike Bedrich, Telefon: 089/18 97 95 46, hb@talisman-pr.de

GIM Gesellschaft für innovative Marktforschung mbH: Dr. Rusanna Gaber, Qualitative Research & Corporate Communications, Telefon: +49 (0) 62 21 / 83 28 – 734, Telefax: +49 (0) 62 21 / 83 28 – 33, E-Mail: R.Gaber@g-i-m.com

Weitere Informationen:

http://www.delphi2017.com – Studienbeschreibung

http://www.g-i-m.com – News „Delphi2017“

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news239644

Letzte Winterruhe für die Alpenbären?

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WWF warnt vor einer erneuten Ausrottung der Braunbären

Frankfurt a.M. – Dieser Tage bereiten sich die Bären im Alpenraum auf ihre Winterruhe vor. Die kalte Jahreszeit verbringen sie meist in Höhlen, die sie zwischendurch immer wieder für kleine Ausflüge verlassen. Am Ende des Bärenjahres 2007 zieht der WWF Bilanz.  

„Wir freuen uns, dass 2007 wieder mehrere Braunbären aus dem italienischen Trentino nordwärts bis an die Grenze von Tirol, nach Südtirol und in die Schweiz gewandert sind“, begrüßt Volker Homes, WWF-Artenschutzexperte die Bären-Migration. „Allerdings sind wir darüber besorgt, dass in den vergangenen Jahren im Trentino und in Österreich etliche Bären spurlos verwunden sind“, so Homes weiter. Man habe noch keine Hinweise auf den Verbleib dieser Tiere und könne deshalb auch illegale Abschüsse nicht ausschließen. Auch die hinterhältigen Giftanschläge auf drei Bären im italienischen Nationalpark Abruzzen in diesem Jahr zeigen, dass noch viel für die Akzeptanz von Bären getan werden müsse.  

„Es ist fünf vor zwölf: Wenn sich jetzt nicht alle Alpenländer gemeinsam tatkräftig für den Bärenschutz einsetzen, sind die Bären der Alpen bald ein zweites Mal ausgerottet“, mahnt Homes eindringlich. Nur noch 38 Tiere gibt es derzeit in den Ostalpen – für ein langfristiges Überleben zu wenig. Ein vom WWF 2007 vorgelegter Statusbericht zeigt aber, dass für die Bären in Österreich, Bayern, Italien, sowie in Teilen der Schweiz und Sloweniens genügend geeigneter Lebensraum vorhanden wäre.  

Zur Aufklärung des ungeklärten Bärenschwundes wurde 2007 in Österreich erstmals auch das Bundeskriminalamt (BKA) aktiv. Außerdem sollen die wenigen verbliebenen Bären in den Nördlichen Kalkalpen mit einem Sendehalsband ausgestattet werden. Auf diese Weise könnten die Bärenanwälte ihre Schützlinge besser erforschen und überwachen, so der WWF. Bedingung für einen gesunden Bestand an Braunbären ist es außerdem, die natürlichen Wanderbewegungen der Trentiner Bären nach Norden zu fördern. Des Weiteren gilt es, die mit 300 bis 700 Tieren vergleichsweise hohe Population in den südlich der Alpen gelegenen Gebieten Sloweniens zu sichern. Denn auch diese Tiere wandern und stützen die Bestände in Italien und Österreich.  

In Bayern wurde im April 2007 erstmals ein Managementplan für den Umgang mit dem Wildtier Bär vorgestellt. Er dient den Behörden als Leitfaden und Informationsquelle für den möglichen Besuch von Bären. Laut WWF ist auch Bayern als Heimat für Bären geeignet. Und sie wären auch willkommen: In einer WWF-Umfrage gaben mehr als die Hälfte der bayerischen Bürger an, eine Rückkehr von Meister Petz zu begrüßen.

Pressemittelung des WWF 11-07

Alpengipfel werden immer ähnlicher

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St. Moritz/Leipzig. Die Flora der Alpengipfel wird sich durch den Klimawandel immer mehr angleichen. Das schreiben Forscher der Universität Bayreuth und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung im internationalen Fachblatt „Journal of Vegetation Science“. Die Biologen hatten Daten über die Zusammensetzung und die Artenanzahl der Pflanzen auf den Gipfeln von sieben Dreitausendern der Bernina-Gruppe in der Schweiz über einen Zeitraum von fast einem Jahrhundert ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass klimabedingt eine Verschiebung der Flora nach oben stattfindet. Diese sorgt dafür, dass die Anzahl der Arten auf den untersuchten Berggipfeln zunimmt, aber gleichzeitig sich die Gipfel in der Zusammensetzung der Pflanzenarten immer mehr gleichen. Das bedeutet, dass die Artenvielfalt auf einzelnen Flächen (so genannte Alpha-Diversität) zwar zunimmt, aber in der Summe der Lebensräume (so genannte Beta-Diversität) abnimmt.

Wenige Meter unter dem Gipfel des 3262 Meter hohen Piz Languard untersuchen Biologen die Hochgebirgsflora. Die 2003er Daten wurden im Rahmen eines vom Geobotaniker Dr. Gian-Reto Walther (damals Universität Hannover) organisierten und geführten Feldpraktikums von Studenten erhoben. Im Hintergrund sind weitere Gipfel der Bernina-Gruppe an der schweizerisch-italienischen Grenze zu sehen.

Allgemein betrachtet kann die Biodiversität aus zwei Gründen zurückgehen: durch das Verschwinden von Arten oder dadurch, dass spezialisierte Arten durch Generallisten ersetzt werden. Die daraus resultierende Homogenisierung kann zu einer Reduzierung der räumlichen Biodiversität führen. Bisher wurde die Frage der Homogenisierung jedoch vor allem im Zusammenhang mit den Auswirkungen von invasiven Arten und weniger im Kontext des Klimawandels diskutiert. Die Auswertung der Daten aus der Bernina-Gruppe wirft nun auf diese Debatte ein neues Licht. Die beiden Forscher hatten für ihre Arbeit Daten ihres Kollegen Gian-Reto Walther analysiert, der 2003 die obersten zehn Meter dieser Gipfel genau untersucht und alle Pflanzen notiert hatte, um diese Aufnahmen mit Erhebungen aus den Jahren 1907 und 1985 zu vergleichen. Die Anzahl der Pflanzenarten stieg im Durchschnitt von 10 auf 28 Arten pro Gipfel an. Offenbar hatte die Erwärmung für ein regelrechtes „Gipfeltreffen“ gesorgt. Immer mehr Arten müssen sich die Gipfel teilen. Bei der letzten Zählung 2003 konnten jedoch noch keine Arten beobachtet werden, die seit 1907 verschwunden wären. Die Unterschiede zwischen den Gipfeln nahmen im gleichen Zeitraum dagegen signifikant ab.
Heute sind die Gipfel der Minorgruppe nicht nur untereinander ähnlicher, sie ähneln auch der benachbarten Languardgruppe stärker als früher, obwohl sie innerhalb der Berniner Alpen durch das Faintal voneinander getrennt sind. „Das ist ein deutliches Zeichen für eine beginnende Angleichung“, meint der Biogeograph Gerald Jurasinski von der Universität Bayreuth. „Wir vermuten, dass die Zugänglichkeit und Popularität dieser Gipfel bei Bergsteigern dabei eine Rolle spielt – schließlich verbreiten Menschen den Samen auch durch ihre Kleidung und ihre Schuhe. Nur leider gibt es dafür bisher keinerlei Daten“ konstatiert Jürgen Kreyling vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ). Mit ihrer Arbeit wollen die beiden Forscher darauf aufmerksam machen, dass Biodiversität mehr als nur Artenvielfalt ist. Auch die Zusammensetzung des Artenspektrums, die Beta-Diversität und die funktionale Vielfalt spielt eine wichtige Rolle für funktionierende Ökosysteme. An der Universität Bayreuth wird zu diesem Thema in Kooperation mit dem UFZ intensiv geforscht, was sich auch in der Lehre niederschlägt, z.B. im Rahmen des Bayrischen Elite-Programms aufgelegten Master-Studienganges „Global Change Ecology“.

Tilo Arnhold
Pressemitteilung vom 30. November 2007 Helmholtzzentrum

Studie: Fußball-EM sollte Mehrwegbecher einsetzen – Bioplastik fällt in der Ökobilanz durch

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Hersteller sollten nicht mehr mit Klimaneutralität werben

Bern/Wien/Bonn – Mehrwegbecher-Systeme sind Einweg-Lösungen ökologisch deutlich überlegen. Kompostierbare Einwegbecher aus nachwachsenden Rohstoffen schneiden nicht besser ab als herkömmliche Einwegbecher. Das zeigt eine von den Umweltministerien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz in Auftrag gegebene vergleichende Ökobilanz für die Fußball-Europameisterschaft 2008. Auch unter ungünstigsten Annahmen sei ein Mehrweg-System jeder Einweg-Lösung ökologisch deutlich überlegen: „Selbst das beste Einwegszenario führt zu einer doppelt so hohen Umweltbelastung wie das ungünstigste Mehrweg-System. Wenn also ein Mehrweg-System gewählt wird, ist diese Lösung mit Sicherheit die ökologisch beste“, heißt es in der Studie. Die Untersuchungen würden zudem belegen, dass kompostierbare Einwegbecher aus nachwachsenden Rohstoffen ökologisch nicht besser abschneiden als herkömmliche Einwegbecher aus PET. Die Ökobilanz biete belastbare Ergebnisse für eine generelle Bewertung von biologisch-abbaubaren Verpackungen (BAW). Demnach sollten Hersteller und Interessenvertreter von Bioplastik nicht mehr damit werben, dass BAW-Verpackungen klimaneutral seien.

„Ich halte wenig von der Einschätzung, dass durch die Verwendung von biologisch abbaubaren Kunststoffverpackungen kein Treibhauseffekt entstehe und diese Verpackungen CO²-neutral seien. Um die tatsächliche Umweltbelastung einer Verpackung festzustellen, müssen alle relevanten Umweltauswirkungen entlang des gesamten Lebensweges vom Abbau der Rohstoffe – inklusive Hilfsstoffe und Energieträger, über die Transportwege bis hin zur Entsorgung betrachtet werden. Es dürfen also nicht nur einzelne Emissionen wie Kohlendioxid für einzelne Abschnitte des Lebensweges berechnet werden“, so Studienautor Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie Institut www.ecology.at im Interview mit dem Onlinemagazin NeueNachricht www.ne-na.de.

Die rohstoff- und energieintensive industrielle Agrarwirtschaft und Verpackungsherstellung sowie die von den BAW-Herstellern empfohlene Kompostierung seien Aktivitäten, die umweltschädliche Emissionen verursachen. „Aus meiner Sicht sind somit BAW-Verpackungen keinesfalls CO²-neutral. Die Diskussion über die Vor- und Nachteile einzelner Einwegverpackungen darf nicht auf dem Rücken von gut funktionierenden Mehrwegsystemen ausgeführt werden“, fordert Pladerer. Die Möglichkeit der Kompostierung bringe keine Umweltvorteile und sei in der Praxis nur schwer umsetzbar. „Die privaten und kommunalen Kompostwerke in Österreich, in Deutschland und in der Schweiz, die Kompost mit hoher Qualität herstellen, sind wenig begeistert von der Diskussion über ‚kompostierbare‘ Kunststoffe. Ziel der Kompostierung ist der möglichst rasche und verlustarme Abbau der organischen Ursprungssubstanzen und gleichzeitig der Aufbau stabiler, pflanzenverträglicher Humussubstanzen. Dass ein Werkstoff biologisch abbaubar ist, bedeutet noch lange nicht, dass diese Umwandlung in einem Rotteprozess der technischen Kompostierung tatsächlich im gewünschten Ausmaß erfolgt“, erläutert Pladerer.

Es fehle an der Glaubwürdigkeit, dass biologisch abbaubare Kunststoffe auch kompostierfähig seien. „Zudem werden BAW-Verpackungen wie herkömmliche Kunststoffverpackungen von automatischen und mechanischen Sortierschritten erkannt und als Fremdstoff aussortiert. Dies gilt nicht nur für die Kompostierung, sondern auch für Biogasanlagen“, weiß Pladerer. Da bleibe nur die Müllverbrennungsanlage als einzige derzeit praktikable Entsorgungsschiene übrig. Aus ökologischer Sicht sei es daher nicht nachvollziehbar, dass die deutsche Bundesregierung über die Novelle der Verpackungsverordnung plant, biologisch abbaubare Verpackungen von Entsorgungspflichten und damit von den Kosten zu befreien.

Die Werbebehauptung der Bioplastik-Industrie hält der Bonner Wirtschaftsanwalt Markus Mingers www.justus-online.de sogar für irreführend. „Es entsteht bei den Kunden der Eindruck, dass durch die Verwendung von biologisch-abbaubaren Verpackungen kein Treibhauseffekt entsteht und daher die Hersteller Angebote haben, mit denen kein Mitbewerber mithalten könne. Diese Werbung ist nach Art und Umfang geeignet, den Wettbewerb zum Nachteil der Mitbewerber spürbar zu verfälschen. Daher wären Mitbewerber befugt, eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung gegen die Hersteller von Bioplastik geltend zu machen“, resümiert Mingers.

Pressemitteilung von:
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