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Bundeskabinett verabschiedet Verordnung zur Förderung der Biogaseinspeisung

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Freising, 14.3.2008. Nachdem der Bundesrat am 15. Februar sein Votum abgegeben hatte, hat am vergangenen Mittwoch, den 12. März 2008, das Bundeskabinett die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie erarbeitete Verordnung zur Förderung der Biogaseinspeisung in das bestehende Erdgasnetz endgültig verabschiedet. Die Verordnung ist eine wichtige Weichenstellung für eine vorrangige und kostenmäßig erleichterte Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz. Sie nimmt Änderungen in der Gasnetzzugangsverordnung, der Gasnetzentgeltverordnung, der Anreizregulierungsverordnung und der Stromnetzentgeltverordnung vor.

Der Fachverband Biogas e.V. hat sich in den vergangenen Jahren intensiv dafür eingesetzt, dass der Zugang zum Erdgasnetz für Biogasanlagen einfacher möglich wird. Bei Novellen des Energiewirtschaftsgesetzes und der Gasnetzzugangsverordnung ist immer wieder auf den Änderungsbedarfs hingewiesen worden. Mit dem nun vorliegenden Entwurf sind viele dieser Änderungen aufgenommen worden, so dass der Zugang zum Erdgasnetz, die Einspeisung und die Durchleitung erheblich vereinfacht werden.

Die Verordnung wird voraussichtlich im Laufe des Aprils 2008 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt einen Tag nach der Verkündung in Kraft.

 

 

 

Bundeskabinett verabschiedet Verordnung zur Förderung der Biogaseinspeisung

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Freising, 14.3.2008. Nachdem der Bundesrat am 15. Februar sein Votum abgegeben hatte, hat am vergangenen Mittwoch, den 12. März 2008, das Bundeskabinett die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie erarbeitete Verordnung zur Förderung der Biogaseinspeisung in das bestehende Erdgasnetz endgültig verabschiedet. Die Verordnung ist eine wichtige Weichenstellung für eine vorrangige und kostenmäßig erleichterte Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz. Sie nimmt Änderungen in der Gasnetzzugangsverordnung, der Gasnetzentgeltverordnung, der Anreizregulierungsverordnung und der Stromnetzentgeltverordnung vor.

Der Fachverband Biogas e.V. hat sich in den vergangenen Jahren intensiv dafür eingesetzt, dass der Zugang zum Erdgasnetz für Biogasanlagen einfacher möglich wird. Bei Novellen des Energiewirtschaftsgesetzes und der Gasnetzzugangsverordnung ist immer wieder auf den Änderungsbedarfs hingewiesen worden. Mit dem nun vorliegenden Entwurf sind viele dieser Änderungen aufgenommen worden, so dass der Zugang zum Erdgasnetz, die Einspeisung und die Durchleitung erheblich vereinfacht werden.

Die Verordnung wird voraussichtlich im Laufe des Aprils 2008 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt einen Tag nach der Verkündung in Kraft.

Günstige Kläranlagen für Entwicklungsländer – Abwasserreinigung in heißen Klimazonen

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Das Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart hat im Lehr- und Forschungsklärwerk der Uni in Stuttgart-Büsnau eine Versuchsanlage eingerichtet, in der die Abwasserbehandlung mit Tropfkörpern unter hohen Temperaturen erforscht werden kann. Die Ergebnisse machen die in Europa und Nordamerika weit verbreitete Technologie auch für Entwicklungsländer mit heißem Klima hoch interessant.
Die Tropfkörpertechnik gehört zu den ältesten Systemen in der Abwasserreinigung. Dabei rieselt das zu reinigende Wasser über einen Drehverteiler in ein Betonbecken, das mit Luftöffnungen versehen und mit einem durchlässigen Material gefüllt ist. Die kontinuierliche Zufuhr von Nährstoffen ermöglicht das Wachstum von Mikroorganismen. Diese bleiben an der Oberfläche des Füllmaterials haften und bilden einen Biofilm, mit dessen Hilfe die organischen Substrate im Wasser abgebaut werden. Eine unbegrenzte Zufuhr von organischen Nährstoffen und Sauerstoff lässt jedoch auch den Biofilm wuchern. Dies kann zu Verstopfungen und zu Einschränkungen der Belüftung führen. Dabei entstehen sauerstofffreie Zonen, was Geruchsbelästigungen und eine schlechte Abbauleistung nach sich zieht.
Hohe Temperaturen beschleunigen unter anderem das Wachstum der Mikroorganismen und verschärfen diesen Effekt. Die europäischen und amerikanischen Bemessungsansätze für die Auslegung von Tropfkörperanlagen sind jedoch auf gemäßigte Temperaturen ausgelegt und berücksichtigen klimatische Unterschiede bisher nicht. Überträgt man diese Ansätze auf Entwicklungsländer mit heißem Klima, führt dies zu überdimensionierten – und teuren – Anlagen.
Um diese Lücke zu schließen und die Abwasser-Behandlung mit Tropfkörpern unter hohen Temperaturen zu untersuchen, errichteten die Wissenschaftler des ISWA mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung auf dem Gelände des Lehr- und Forschungsklärwerks der Uni Stuttgart einen halbtechnischen Tropfkörper in einer Klimakammer. Mit einer speziellen Klimatechnik beziehungsweise mit Hilfe von Wärmeaustauschern werden die Lufttemperatur bei 30 Grad und die Abwassertemperatur bei 25 Grad gehalten. Um den Vergleich verschiedener Füllmaterialen zu ermöglichen, experimentierten die Wissenschaftler mit Lavaschlacke sowie mit Kunststoffmaterial.
Für die Auswertung wurden die Leistungskurven der Versuchsanlage mit den Leistungskurven der in Deutschland üblichen Anlagendimensionen verglichen. Es zeigte sich unter anderem, dass bei alleiniger Berücksichtigung der Kohlenstoffelimination eine Reduzierung von mindestens 60 Prozent des Tropfkörpervolumens möglich ist. Durch diese Einsparung besteht die Möglichkeit, günstigere Tropfkörperanlagen in Ländern mit warmen Klimaten aufzubauen. Zudem ist das Verfahren einfach, zuverlässig und erzeugt kaum Verschleißteile. Dadurch ist die Technik für den Einsatz in Entwicklungsländern besonders gut geeignet.

Ansprechpartner: Fabio Pressinotti, Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte-und Abfallwirtschaft,
Tel. 0711/685-65445, e-mail: fabio.pressinotti@iswa.uni-stuttgart.de, http://www.iswa.uni-stuttgart.de/awt
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Keplerstraße 7, 70174 Stuttgart, Tel. 0711/685-82297. -82176, -82122, -82155, Fax 0711/685-82188, e-mail: presse@uni-stuttgart.de, http://www.uni-stuttgart.de/aktuelles/
Text und Bilder unter http://www.uni-stuttgart.de/presse/mediendienst/3/

Ursula Zitzler, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Stuttgart

Wasserstoff kann Erdölverbrauch reduzieren

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Der Erölverbrauch im Straßenverkehr könnte durch die Nutzung von Wasserstoff bis zum Jahr 2050 um 40 Prozent verringert werden. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt. Zunächst müssen jedoch erhebliche wirtschaftliche, technische und institutionelle Hemmnisse rasch überwunden werden. Der Bericht wurde zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, da die Zustimmung der Mitgliedstaaten zu einer neuen, mit 940 Millionen Euro dotierten öffentlich-privaten Forschungspartnerschaft für die Entwicklung der Wasserstoff- und der Brennstoffzellentechnik ansteht.
Die Kosten der Wasserstoffanwendungen, insbesondere im Straßenverkehr, müssen erheblich gesenkt werden, um diese wettbewerbsfähig zu machen. Aus im Rahmen des Projekts durchgeführten Simulationen ging hervor, dass die Rentabilitätsschwelle aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen 2025 und 2035 erreicht wird. Im HyWays-Fahrplan wird geschätzt, dass es 2030 16 Millionen Wasserstofffahrzeuge geben wird und dass die Investitionen für den Infrastrukturaufbau insgesamt 60 Milliarden Euro betragen werden.
Das Projekt HyWays führt Industrie, Forschungsinstitute und Regierungsstellen aus zehn europäischen Ländern zusammen. Ausgehend von einer länderspezifischen Analyse der Lage in Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich wurde ein Fahrplan zusammen mit einem Aktionsplan erarbeitet, in dem die für eine stärkere Nutzung von Wasserstoff erforderlichen Maßnahmen beschrieben werden. So setzt seine Nutzung allmähliche Veränderungen in der gesamten Energiewirtschaft und daher in diesem frühen Stadium eine sorgfältige Planung voraus. Die Übergangsphase bietet Europa die Chance, bei der Entwicklung und Anwendung der Wasserstoff- und der Brennstoffzellentechnik eine führende Rolle zu spielen.
Die für Wettbewerbsfähigkeit zuständigen Minister der 27 Mitgliedstaaten werden heute voraussichtlich einen Vorschlag der Europäischen Kommission für eine öffentlich-private Forschungspartnerschaft für die Entwicklung der Brennstoffzellen- und der Wasserstofftechnik erörtern und billigen. Dieses von der Industrie geleitete integrierte Programm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration wird in den nächsten sechs Jahren 470 Millionen Euro dem EU-Forschungsprogramm erhalten, wobei der private Sektor den gleichen Betrag aufbringen wird.
EU_Pressemitteilung:
25.02.2008 –
http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/index_7625_de.htm

Studie „Klimawandel in Bayern“ zeigt Anpassungsstrategien auf und legt Wissensdefizite offen

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Eine unter Federführung Bayreuther Forscher vorgelegte Studie „Klimawandel in Bayern“, an der Wissenschaftler mehrere bayerischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen mitwirkten, analysiert die Klimaentwicklung im Freistaat und wie Ökosysteme und wichtige Bereiche der Gesellschaft auf die Veränderungen reagieren werden. Zudem zeigt sie Anpassungsstrategien in verschiedenen Bereichen auf, legt Wissensdefizite offen und entwickelt Forschungsstrategien.

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Er wird sich unvermeidlich in vielen Gebieten auswirken; das Spektrum reicht von der menschlichen Gesundheit über die Nahrungsmittelproduktion, die Ökosysteme bis zur politischen Stabilität. Über die Bemühungen zur deutlichen Senkung klimaschädlicher Emissionen hinaus ist es notwendig, Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des sich ändernden Klimas zu konzipieren. Durch präventives Handeln können die nachteiligen Folgen des Klimawandels eingegrenzt werden.
In der Studie „Klimawandel in Bayern“ wird für den Freistaat Bayern aufgearbeitet und analysiert, wie sich das Klima entwickeln wird und wie Ökosysteme und wichtige Bereiche der Gesellschaft auf die Veränderungen reagieren werden. Eine Vielzahl von Experten verschiedenster Einrichtungen, Universitäten, Forschungszentren und Behörden haben dabei mitgewirkt. Ziel der Studie ist es, geeignete Maßnahmen zur Eingrenzung negativer Konsequenzen frühzeitig aufzuzeigen und aus dem heutigen Kenntnisstand heraus Konzepte zur Lenkung der Entwicklung abzuleiten. Darüber hinaus werden Wissensdefizite offen gelegt und Forschungsstrategien entwickelt.
Die Studie entstand unter Federführung des Bayreuther Biogeografen Professor Dr. Carl Beierkuhnlein und des Mikrometeorologen Professor Dr. Thomas Foken mit Beteiligung von Wissenschaftlern der Universitäten Bayreuth (Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung – BayCEER), Augsburg, Würzburg und TU München. Sie kann bestellt werden unter
http://www.bayceer.uni-bayreuth.de
Carl Beierkuhnlein, Thomas Foken
KLIMAWANDEL IN BAYERN
Auswirkungen und Anpassungsmaßnahmen
Band 113 im Bayreuther Forum Ökologie
501 S., 99 Abbildungen, broschiert, 2008, 25.- €
ISSN 0944-4122
Jürgen Abel M. A., Pressestelle
Universität Bayreuth

Berlin im Endspurt zu Volksbegehren gegen Privatisierung

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Berlin hat im Bundesschnitt mit die höchsten Wasserpreise. Durch die Teilprivatisierung 1999 sollte das Wasser für den Verbraucher eigentlich günstiger werden. Doch weit gefehlt. Stattdessen erzielen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) Rekordgewinne. Ein Volksbegehren fordert vom rot-roten Senat die Offenlegung der Privatisierungsverträge. 20.000 Unterschriften sind nötig, doch will man lieber 30.000 um sicher zu gehen.
Lesen Sie mehr:
http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=18012008ArtikelBBBurghofer1

RWE Dea will auf Errichtung weiterer Bohrinseln im Wattenmeer verzichten

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Hamburg: Der WWF begrüßt den Verzicht der RWE Dea AG auf die Errichtung weiterer Öl-Bohrinseln im schleswig-holsteinischen Nationalpark Wattenmeer. Dies hatte ein Konzernsprecher am Samstag gegenüber der WELT angekündigt. „Das ist ein erster Teilerfolg. Aber wir sind noch nicht am Ziel“, so Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF Wattenmeerbüros. Denn der Konzern will grundsätzlich am umstrittenen Ausbau der Ölförderung im Wattenmeer festhalten.
Aus den bekannt gewordenen Erklärungen ergibt sich Ansicht des WWF noch kein genereller Verzicht des Unternehmens auf weitere künstliche Öl-Inseln im Nationalpark. „Wir erwarten, dass RWE Dea alle Pläne für eine Ausweitung der Ölförderung im Nationalpark Wattenmeer und den Bau von neuen Bohr- oder Förderinseln auch für die Zukunft aufgibt“, erklärte Rösner. Dieser Verzicht müsse auch den niedersächsischen Wattenmeer-Nationalpark einschließen, für den der Konzern ebenfalls eine Probebohrung im Gebiet Knechtsand angekündigt hat.
Die geplanten Probebohrungen selbst würden erhebliche Störungen im Nationalpark verursachen, selbst wenn eventuell entdeckte Ölvorkommen später von außerhalb des Nationalparks gefördert würden. Aus diesem Grund seien auch solche Bohrungen nach dem schleswig-holsteinischen Nationalparkgesetz unzulässig, betont der WWF.
Ein von RWE Dea bei der Bergbehörde gestellter Antrag auf neue Öl-Konzessionen im nordfriesischen Teil des Nationalparks Wattenmeer passe nicht zu der Ankündigung des Verzichts auf neue Bohrinseln und müsse ebenfalls zurückgezogen werden, fordert der WWF. „Konsequent wäre es, aus diesem Antrag wenigstens alle im Nationalpark oder in europäischen Schutzgebieten liegenden Flächen herauszunehmen“, so Rösner.
Heftige Kritik üben die Umweltschützer an aktuellen Baumaßnahmen bei der bereits im Wattenmeer liegenden Förderplattform „Mittelplate“. Hier werden wegen der Unsicherheit der Plattform gegenüber natürlichen Veränderungen im Wattenmeer derzeit rund 40.000 Quadratmeter Watt mit Steinschüttungen überbaut. „Dieser Eingriff belegt ein weiteres Mal die Unvereinbarkeit der Ölförderung mit dem Nationalpark Wattenmeer“, so WWF-Experte Rösner. Eine Genehmigung für diesen schwerwiegenden Eingriff in den Nationalpark liege bislang nicht vor, sie soll erst nachträglich eingeholt werden.
Kontakt

Dr. Hans-Ulrich Rösner
Leiter WWF-Wattenmeerbüro Husum
Tel. 0162-2914456; Ralph Kampwirth
WWF-Pressestelle
Tel. 0162-2914473

 

Schlammbehandlung, -verwertung und –beseitigung

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WasserWirtschafts-Kurse M/4
Oktober 2007 in Kassel, 409 Seiten, 139 Abbildungen, 64 Tabellen, broschiert, DIN A5
ISBN 978-3-940173-33-1
Ladenpreis: EUR 52,00 / Fördernde DWA-Mitglieder: EUR 41,60

Nach wie vor steht die geregelte Klärschlammentsorgung in einem Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Regelungen, der Relevanz von schädlichen Inhaltsstoffen sowie Nährstoffen, den gegebenen technischen Möglichkeiten und ökonomischen Gesichtspunkten. Die Einengung der Entsorgungswege infolge der gesetzlichen Vorgaben soll für die Bundesrepublik Deutschland durch verschärfte Grenzwerte für die landwirtschaftliche Verwertung weitergehen. Demgegenüber gilt es, insbesondere im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit Klärschlamm für die Zukunft vermehrte Möglichkeiten zur Nährstoffrückgewinnung zu realisieren. In diesem Kontext bietet der Tagungsband neben den klassischen Themen der Schlammbehandlung, -verwertung und -beseitigung vor allem auch die Möglichkeit, sich über neueste Entwicklungen zu informieren.

Energie-Forschungszentrum Niedersachsen erhält Auftrag, energieautarke Kläranlage zu planen

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Goslar/Clausthal-Zellerfeld. Mithilfe von Clausthaler Forschern soll im Landkreis Goslar die erste energieautarke Kläranlage der Region entstehen. Um diesen Beitrag zum Klimaschutz zu verwirklichen, hat die Goslarer Niederlassung der Eurawasser Betriebsführungsgesellschaft eine Studie beim Energie-Forschungszentrum Niedersachsen (EFZN) in Auftrag gegeben. Ziel ist es, die Kläranlage so auszubauen, dass sie sich selbst komplett mit Strom und Wärme versorgen kann. „Ein solches Zukunftskonzept zu erstellen, ist eine überaus reizvolle Aufgabe. Es kann beispielgebend für andere Objekte sein“, sagt EFZN-Chef Professor Hans-Peter Beck. Zusammen mit dem Clausthaler Umwelttechnik-Institut (Cutec) und der Firma Inensus könne sehr viel Know-how eingebracht werden.
Diplom-Ingenieur Axel Krause, Geschäftsführer der Eurawasser-Niederlassung in Goslar, will die Energieversorgung der Kläranlage aus zwei Gründen umstellen. „Einerseits gewinnen durch die steigenden Energiepreise und den zu beobachtenden Klimawandel Fragen der Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung.“ Zum anderen macht eine neue Verordnung die landwirtschaftliche Verwertung von Goslarer Klärschlamm künftig schwieriger. Deshalb wird Klärschlamm als Energieträger interessanter.

Aber nicht nur das Verfahren zur dezentralen thermischen Verwertung von Klärschlamm soll wissenschaftlich betrachtet werden. Die Forscher werden gemeinsam mit der Betriebsführungsgesellschaft den Einsatz verschiedenster regenerativer Energien ausloten, zum Beispiel von Wasser- und Windkraft, Photovoltaik sowie Biogaserzeugung aus organischen Rest- oder nachwachsenden Rohstoffen. „Es gilt, eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Kombination der unterschiedlichenMöglichkeiten zu entwickeln und wirtschaftlich zu bewerten“, sagt Krause. Denn jedes Energieerzeugungsverfahren für sich genommen sei zwar schon in Kläranlagen umgesetzt worden, aber eine komplexe Systemlösung bedeute hierzulande mit großer Wahrscheinlichkeit ein Novum.

„Deshalb freuen wir uns, dass mit dem Energie-Forschungszentrum ein Partner gefunden worden ist, der dieses bedeutsame Projekt wissenschaftlich begleitet“, betont Krause. Bei der Stadtentwässerung Goslar GmbH, die als kommunaler Partner an der Kläranlage beteiligt ist, stieß die Idee ebenso auf Zustimmung wie beim Mutterkonzern von Eurawasser, der französischen Suez-Gruppe. „Unser Projekt besitzt innerhalb der Gruppe Pilotcharakter und wird aus Paris gefördert“, sagt Krause. Die Ergebnisse der Studie könnten bereits am 23. und 24. September, wenn in Goslar das dritte Eurawasser-Forum „Innovation und Technik“ stattfindet, vorliegen.
Christian Ernst, Pressestelle
Technische Universität Clausthal
18.03.2008
Weitere Informationen:
http://www.efzn.de/
http://goslar.eurawasser.de/

 

Wasserproben konservieren oder nicht? Wann und wie?

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Im Klärwerkslabor werden in den allermeisten Fällen die Proben zur Eigen/Selbstüberwachungs-kontrolle ohne größeren Zeitverzug untersucht. Deshalb braucht man gar nichts zu tun, ein Kühlschrank genügt zur kurzzeitigen Aufbewahrung.

In der Praxis werden Rückstellproben einfach eingefroren.

Warum gibt es dann eine DIN-Vorschrift?

In besonderen Fällen, beispielsweise bei der Indirekteinleiterüberwachung oder Vergleichsuntersuchungen, kann es ratsam sein, eine DIN -gerechte Vorgehensweise zu wählen.

Aufgrund biologischer oder chemischer Vorgänge in einer Wasserprobe, kann sich der gesuchte Stoff verändern. Deshalb konserviert man und beachtet dabei, dass man das richtige Material für das Probegefäß und das parameterspezifische Konservierungsmittel verwendet.

Worauf muss man besonders achten?

Bei den Gefäßen unterschiedet man zwischen (Borosilikat)-Glasflaschen und (Polyethylen)-Kunststoffflaschen. Die meist verwendeten chemischen Konservierungsmittel sind Schwefelsäure (H2SO4), Salpetersäure (HNO3) und Natronlauge (NaOH).

Es kann also bei dieser Vorgehensweise dazu kommen, dass man mehrere Flaschen mit einer Probe befüllen muss.

Beispielsweise wird für die CSB-Untersuchung Schwefelsäure zugegeben, wenn aber auch auf AOX untersucht werden soll, dann braucht man eine HNO3-konservierte Probe.

Der nachfolgenden Tabelle liegen die Empfehlungen der EN ISO5667-3:1995 zu Grunde.

Befüllen der Flaschen

In das gereinigte Probenahmegefäß füllt man bis zum Flaschenhals die repräsentative Probe ein und gibt 1ml/L Konservierungsmittel zu. Flasche verschließen, gut Schwenken und pH-Wert prüfen. Gegebenenfalls weiteres Konservierungsmittel vorsichtig dosieren. Mit der restlichen Probe die Flasche spundvoll auffüllen und luftblasenfrei verschließen.

Flasche genau kennzeichnen (Probenbezeichnung etc) und am besten noch ein Probenprotokoll mit Datum, Ort, Uhrzeit, Art der Probennahme etc anlegen.

Konservierungsliste

Parameter Gefäß Konservierung Bemerkung
Aluminium PE HNO3 pH < 2
Ammonium Glas H2SO4 pH < 2; kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
AOX Glas HNO3 pH < 2; kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C Bei Anwesenheit von Oxidationsmitteln die Probe vor Ansäuerung mit überschüssigem Natriumsulfit* versetzen
BSB5 Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Chlor (freies / gesamt) Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Chrom VI Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Chrom gesamt Glas HNO3 pH < 2
CSB Glas H2SO4 pH < 2 kurzzeitige; Lagerung bei2-5 °C
Cyanid, leicht freisetzbar PE NaOH pH > 12; kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Eisen PE HNO3 pH < 1,5
Kjeldahl-Stickstoff (TKN) Glas H2SO4 pH < 2; kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Kupfer Glas HNO3 pH < 2
Nickel Glas HNO3 pH < 2
Nitrat Glas H2SO4 pH < 2
Nitrit Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Organische Säuren Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Phosphat ortho Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Phosphat gesamt Glas H2SO4 pH ca. 1; kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Stickstoff gesamt Glas H2SO4 pH < 2; kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Sulfid Glas NaOH pH ca. 10; kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Tenside (anionisch) Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Tenside (kationisch) Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Tenside (nichtionisch) Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
TOC Glas Ohne, kurzzeitige Lagerung bei 2-5 °C
Zink Glas HNO3 pH < 2

AB 3-08