Start Blog Seite 210

Co-Vergärung – neue Biogasquelle?

0

Die Mitbehandlung von Bio-Abfällen im Faulbehälter zur Erhöhung der Gasausbeute scheint auch für KA eine attraktive Quelle zusätzlicher Energiegewinnung zu sein. Doch wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Co- Vergärung?

Der Bericht der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Koblenz gibt einen Überblick, an welche Vorschriften zu denken ist:

Zu finden in der Rubrik Fachwissen/Biogaserzeugung:
https://klaerwerk.info/Biogaserzeugung/Wissenschaftliche-Berichte-zur-Biogaserzeugung

TOSU im Trinkwasser

0

Sauberes Trinkwasser für vier Millionen Menschen

Keine Kompromisse beim Gesundheitsschutz: Regierungspräsident Helmut Diegel wird die in den letzten Tagen bekannt gewordene Belastung der Ruhr durch die Industrie-Chemikalie Tetraoxaspiro(5.5)-undecan, kurz „Tosu“, nicht hinnehmen. Die Bezirksregierung hat am Freitag verfügt, dass das Arnsberger Chemieunternehmen Perstorp ab sofort sicher stellen muss, dass der von der Trinkwasserkommission beim Bundesumweltamt festgesetzte „lebenslang gesundheitlich duldbare Orientierungswert“ (GOW) von 0,3 Mikrogramm pro Liter Wasser auch in der Ruhr nicht mehr überschritten werden darf. „Auch wenn es bislang noch keine toxikologische Bewertung dieser Chemikalie gibt, ist eben nicht auszuschließen, dass ,Tosu‘ die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen kann. Ich sehe zum Schutz der vier Millionen Menschen, die ihr Trinkwasser aus der Ruhr beziehen, keinen anderen Weg, als die Einleitung durch die Firma Perstorp nachhaltig zu beschränken“, so Regierungspräsident Helmut Diegel.

In sechs Wasserwerken an der Ruhr war „Tosu“ bei Messungen im März in Konzentrationen deutlich jenseits des GOW nachgewiesen worden. Als Einleiter der Chemikalie kommt ausschließlich die Firma Perstorp in Frage – „Tosu“ fällt dort bei der Produktion von Pentaerythrit an, einem Grundstoff u.a. für die Lackherstellung und für Schmierstoffe.

Der Hochsauerlandkreis als damals zuständige Behörde hatte im Februar 2000 die Einleitung von „Tosu“ in die Ruhr genehmigt. Diese Genehmigung wurde am 11. April 2008 seitens der – seit dem 1. Januar 2008 zuständigen – Bezirksregierung mit strengen Auflagen modifiziert. Danach darf die Firma ab sofort nur noch 1,2 Milligramm Tetraoxaspiro(5.5)-undecan statt 42 Milligramm pro Liter in die Ruhr einleiten. Des Weiteren wurde dem Unternehmen aufgetragen, wöchentlich Abwasseruntersuchungen an der Einleitungsstelle vorzunehmen – statt bislang acht Untersuchungen pro Jahr. Gleichzeitig ist die sofortige Vollziehung des Änderungsbescheides angeordnet worden.

„Die Bezirksregierung setzt damit ein klares Zeichen für sauberes Wasser für vier Millionen Menschen. Dies besitzt für mich höchste Priorität“, so Helmut Diegel.

Sonderpublikationen

0

Zu den Sonderpublikationen 2012 bis 2023:
https://klaerwerk.info/archiv/sonderpublikationen/


2025


DWA-Themen T5/2025 – Rückbau von Wasserbauwerken – Dezember 2025

Dieser Themenband bietet einen umfassenden Überblick über Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen beim Rückbau von Wasserbauwerken. Ziel ist es, fundierte Entscheidungsgrundlagen sowie praktische Hinweise für Planung, Umsetzung und Nachbereitung bereitzustellen.

mehr: https://shop.dwa.de/DWA-Themen-T5-2025-Rueckbau-von-Wasserbauwerken-Dezember-2025/TH-WW-6.3-Hauptprodukt-25-main

(nach oben)


DWA-Themen T1/2025 – Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustandes von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen – November 2025

Eigentümer, Betreiber und Fachplanende von Grundstücksentwässerungen sehen sich gegenwärtig mit einer Vielzahl unterschiedlichster Themen und Aufgabenstellungen hinsichtlich ihrer Grundstücksentwässerung konfrontiert. Während die einschlägigen technischen Regelwerke allgemeine Gültigkeit besitzen, gibt es aufgrund der unterschiedlichen Landeswassergesetze, den dazugehörigen Verordnungen und verschiedensten Vorgaben kommunaler Abwassersatzungen keine bundesweit einheitlichen Regelungen bezüglich der Nachweispflicht und Dokumentation neu erstellter beziehungsweise auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüfter und gegebenenfalls sanierter Grundstücksentwässerungen. Eine überregionale vergleichbare Bewertung von Grundstücksentwässerungen ist daher zurzeit nur schwer möglich. Hinzu kommt, dass, neben dem baulichen Zustand der Entwässerungsanlage und dem Nachweis der Dichtheit der Leitungen, in den letzten Jahren weitere Themen zum häuslichen Objektschutz stärker in den Fokus geraten sind. Ein weiterer Aspekt, welcher aktuell mehr in den Blickpunkt gerückt ist, ist der Umgang mit Dränagewasser. Für viele Industrie- und Gewerbebetriebe kommen neben den zuvor genannten Aufgabenstellungen oftmals noch die Unterhaltung, der Betrieb und die Dokumentation von privaten Abwasserbehandlungsanlagen, wie zum Beispiel Fettabscheidern, hinzu. Zur Zusammenführung der verschiedenen fachtechnischen Aspekte in einem Dokument wird mit diesem Themenband ein Muster-Entwässerungspass zur Verfügung gestellt, der aufgrund seines modularen Aufbaus nach den jeweiligen Anforderungen, Bedürfnissen und Schwerpunkten zusammengestellt werden kann. Dazu wurden einheitliche Standards auf Grundlage der bestehenden technischen Regelwerke entwickelt. Acht Checklisten aus den Bereichen Erfassung der Grundstücksentwässerung, Rückstau, Sanierung, Versickerung, Überflutungsnachweis, Oberflächenwasser, Abscheider sowie Kleinkläranlagen inklusive Abwassergruben dienen als Beurteilungshilfe für die Erstellung des Entwässerungspasses.

mehr: https://shop.dwa.de/DWA-Themen-T1-2025-Entwaesserungspass-Beurteilung-und-Dokumentation-des-ordnungsgemaessen-Zustandes-von-Anschlusskanaelen-und-Grundstuecksentwaesserungsanlagen-November-2025/TH-ES-6.6-Hauptprodukt-25-main

(nach oben)


DWA-Themen T1/2025 „Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustands von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen“

Die DWA hat in der Reihe DWA-Themen den Band T1/2025 „Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustands von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen“ veröffentlicht. Eigentümer, Betreiber und Fachplanende von Grundstücksentwässerungen sehen sich gegenwärtig mit einer Vielzahl unterschiedlichster Themen und Aufgabenstellungen hinsichtlich ihrer Grundstücksentwässerung konfrontiert. Während die einschlägigen technischen Regelwerke allgemeine Gültigkeit besitzen, gibt es aufgrund der unterschiedlichen Landeswassergesetze, den dazugehörigen Verordnungen und verschiedensten Vorgaben kommunaler Abwassersatzungen keine bundesweit einheitlichen Regelungen bezüglich der Nachweispflicht und Dokumentation neu erstellter beziehungsweise auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüfter und gegebenenfalls sanierter Grundstücksentwässerungen.
Eine überregionale vergleichbare Bewertung von Grundstücksentwässerungen ist daher zurzeit nur schwer möglich. Hinzu kommt, dass, neben dem baulichen Zustand der Entwässerungsanlage und dem Nachweis der Dichtheit der Leitungen, in den letzten Jahren weitere Themen zum häuslichen Objektschutz stärker in den Fokus geraten sind. Hierzu zählen beispielsweise die Auswirkungen immer häufiger auftretender Starkregenereignisse auf das Grundstück. Deshalb fordern immer mehr Kommunen dezentrale Rückhalteanlagen in Form von Stauräumen oder Versickerungsanlagen auf den Grundstücken. Darüber hinaus wird der Nachweis zum Überflutungsschutz verlangt.
Eigen tümer, deren Grundstücksentwässerung keine fachgerechte Rückstausicherung besitzt, sehen sich vermehrt mit dem Thema Rückstau aus dem öffentlichen Abwasserkanal konfrontiert.

Ein weiterer Aspekt, welcher aktuell mehr in den Blickpunkt gerückt ist, ist der Umgang mit Dränagewasser. Hier bleiben bei den Betreibern von Grundstücksentwässerungen häufig viele Fragen offen. Darf die Dränageleitung an den öffentlichen Abwasserkanal angeschlossen werden? Muss der Anschluss gegen Rückstau gesichert werden? Für viele Industrie- und Gewerbebetriebe kommen neben den zuvor genannten Aufgabenstellungen oftmals noch die Unterhaltung, der Betrieb und die Dokumentation von privaten Abwasserbehandlungsanlagen, wie zum Beispiel Fettabscheidern, hinzu.
Zur Zusammenführung der verschiedenen fachtechnischen Aspekte in einem Dokument wird mit diesem Themenband ein Muster Entwässerungspass zur Verfügung gestellt, der aufgrund seines modularen Aufbaus nach den jeweiligen Anforderungen, Bedürfnissen und Schwerpunkten zusammengestellt werden kann.
Dazu wurden einheitliche Standards auf Grundlage der bestehenden technischen Regelwerke entwickelt.
Acht Checklisten aus den Bereichen Erfassung der Grundstücksentwässerung, Rückstau, Sanierung, Versickerung, Überflutungsnachweis, Oberflächenwasser, Abscheider sowie Kleinkläranlagen inklusive Abwassergruben dienen als Beurteilungshilfe für die Erstellung des Entwässerungspasses. Die Checklisten werden zusätzlich unter DWAdirekt (www.dwadirekt.de, dort: Zusatzdateien) als digital auszufüllende Formulare zur Verfügung gestellt. Es ist vorgesehen, den Themenband zum Entwässerungspass nach ersten Erfahrungen in der Anwendung fortzuschreiben. Anregungen diesbezüglich werden gerne aufgenommen.
Dieser Themenband wurde von der DWA-Arbeitsgruppe ES-6.6 „Dokumentation von Grundstücksentwässerungen“ (Sprecher: Dipl.-Ing. Tobias Rottmann) im Auftrag des DWA-Hauptausschusses „Entwässerungssysteme“ im DWA-Fachausschuss ES-6 „Grundstücksentwässerung“ erarbeitet. Er richtet sich vorrangig an Kommunen sowie Ingenieur- und Planungsbüros, die beabsichtigen, für ordnungsgemäße Grundstücksentwässerungen einen Entwässerungspass auszustellen.

DWA-Themen T1/2025 „Entwässerungspass – Beurteilung und Dokumentation des ordnungsgemäßen Zustands von Anschlusskanälen und Grundstücksentwässerungsanlagen“, März 2025

Herausgeberin und Vertrieb
DWA-Bundesgeschäftsstelle
Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef
Tel. 0 22 42/872-333
E-Mail: info@dwa.de
DWA-Shop: www.dwa.info/shop

(nach oben)

Ausschreibung des IKT-Preises Goldener Kanaldeckel 2008

0

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur schreibt bereits zum siebten Mal den Preis „Goldener Kanaldeckel“ aus.

Ausgezeichnet werden einzelne Mitarbeiter aus Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern oder Stadtwerken für herausragende Leistungen beim Bau, Sanierung oder Betrieb einer modernen Kanalisationsinfrastruktur.
Der „Oscar“ der Kanalbranche wird im gesamten Bundesgebiet öffentlich ausgelobt und für die drei Schwerpunkte Neubau, Sanierung und Betrieb verliehen. Für den 1. Preis werden 3.000,00 Euro ausgelobt, für den 2. Preis 2.000,00 Euro und 1.000,00 Euro für den 3. Preis.
Auswahlkriterien

Preisträger haben die Projekte entweder initiiert oder umgesetzt. Ihre Projekte zeichnen sich aus durch ein besonderes Maß an:
technischer Innovation,
Wirtschaftlichkeit und Qualitätsbewusstsein,
Umweltschutz und
Bürgerfreundlichkeit.

Wie bewerbe ich mich richtig?
Vorschläge zu Kandidaten können von jedermann eingereicht werden. Übrigens: Es ist keine Schande, sich selbst zu bewerben. Worauf es den fünf Jurymitgliedern ankommt und wie eine Bewerbung zielgerichtet und Erfolg versprechend gestaltet werden kann, verraten sieben Tipps: Lesen Sie mehr …
Vorschläge müssen einen Bezug zu einem bestimmten Projekt haben und mit den besonderen Leistungen des möglichen Preisträgers begründet sein. Für eine erste Kurzbewerbung finden Sie ein Formular im Internet: Download Kurzbewerbung

Dieses muss zunächst bis zum 29. August 2008 ausgefüllt an das IKT gesendet werden. Nach einer Vorauswahl durch die Jury erhalten ausgewählte Bewerber die Möglichkeit, sich bis zum 29. September 2008 ausführlicher vorzustellen.
Die Mitglieder der Jury sind:
Artur Graf zu Eulenburg, bi-UmweltBau
Dr. Helmuth Friede, Güteschutz Kanalbau
Volkmar Holzhausen, DWA
Dr. Eckhart Treunert, IKT-Förderverein der Netzbetreiber e.V.
Roland W. Waniek, IKT

Bekannt gegeben werden die Preisträger auf dem IKT-Forum „Betrieb und Sanierung“ am 29. Oktober 2008 in Gelsenkirchen.

Reform des kommunalen Finanzausgleichs könnte Naturschutz honorieren

0

Neue Chancen für Kommunen in strukturschwachen Regionen

Leipzig. Eine Reform des kommunalen Finanzausgleichs könnte dafür sorgen, dass Kommunen belohnt würden, die Ressourcen schützen. Gerade Gemeinden in strukturschwachen Regionen mit ökologisch wertvollen Gebieten könnten von einer solchen Reform profitieren. Das geht aus Forschungsergebnissen des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hervor. Dabei wurde anhand des kommunalen Finanzausgleichs in Sachsen durchgerechnet, wie sich die Finanzzuweisungen des Freistaates für die Kommunen verändern, wenn Naturschutzflächen berücksichtigt würden.

In Deutschland würden zum Beispiel Großschutzgebiete häufig als Störfaktoren in der Entwicklung gesehen, sagt die Ökonomin Dr. Irene Ring vom UFZ. Und dies gelte besonders für die Kommunen: Denn wenn die Nutzung von Land eingeschränkt ist, wird dies vor Ort sehr direkt als Bedrohung erlebt. Da die Kommunen einen großen Teil ihrer Einnahmen aus dem kommunalen Finanzausgleich beziehen, könnten hier Anreize geschaffen werden, den Naturschutz stärker zu berücksichtigen. Anhand des kommunalen Finanzausgleichs, wie er 2002 in Sachsen durchgeführt wurde, hat sie durchgerechnet, wie die Zuweisungen für Kommunen gesteigert werden könnten, die sich dem Naturschutz intensiv widmen.

Dazu ermittelte sie zunächst die Schutzgebietsflächen, die den Kommunen zuzuordnen sind. Dabei hat sie die Strenge des Schutzes abgestuft berücksichtigt: Für den höchsten Schutzgrad, den Nationalpark, setzte sie den Faktor 1 an, während das Landschaftsschutzgebiet als niedrigste Schutzstufe mit dem Faktor 0,3 bewertet wurde. Dann setzte Ring einen Hektar Schutzgebietsfläche als Einheit mit einem Einwohner gleich, da die Zahl der Einwohner beim kommunalen Finanzausgleich einer der Hauptindikatoren für die Schlüsselzuweisungen an die Kommunen ist. „Im Ergebnis zeigte sich, dass nur wenige Kommunen tatsächlich Einschränkungen hätten hinnehmen müssen, eine ganze Reihe aber davon deutlich profitiert hätte“, fasst die Ökonomin ihre Ergebnisse zusammen.

Dass eine solche Finanzierungsform auch wirklich funktioniert, macht Ring am Beispiel von Brasilien deutlich. Im dortigen Bundesstaat Paraná wurden bereits im Jahr 1992 Schutzgebiete als Indikatoren für den kommunalen Finanzausgleich eingeführt. Mit großem Erfolg: Nicht nur nahm die Anzahl der Schutzgebiete insgesamt zu, auch deren Qualität konnte gesteigert werden. Dies hat seinen Grund darin, dass Qualitätsindikatoren aufgenommen wurden, die zum Beispiel berücksichtigen, welche Schutzziele erreicht worden sind. Inzwischen haben 12 der 27 brasilianischen Bundesstaaten ähnliche Modelle entwickelt, andere diskutieren aktuell die Einführung. In Europa ist Portugal Vorreiter bei der Idee, Natura-2000-Gebiete, die der Fauna-Flora-Habitat- und der Vogelschutz-Richtlinie der Europäischen Union entsprechen, durch Zahlungen aus dem kommunalen Finanzausgleich zu fördern.

Durch verstärkte Anstrengungen für den Naturschutz könnten in Deutschland etliche Kommunen das kompensieren, was ihnen gegenüber anderen an wirtschaftlicher Kraft fehlt. Zugleich könnten sie ihre eigene Position auch ökonomisch stärken, indem sie beispielsweise im Tourismus mit dem Pfund ausgedehnter Schutzgebiete wuchern. Und nicht zuletzt hätten sie damit auch ein Instrument in der Hand, um Abwanderung zu stoppen.
Jörg Aberger / Tilo Arnhold

Mehr zu diesem und anderen Themen lesen Sie in einer Sonderausgabe des UFZ-Newsletters zum Thema Biodiversität:
Newsletter UFZ-Spezial zur Biodiversität
(http://www.ufz.de/index.php?de=10690)

download Newsletter UFZ-Spezial
(http://www.ufz.de/data/ufz_spezial_april08_20080325_WEB8411.pdf)

Pressemitteilung vom 8. April 2008

Weitere fachliche Informationen:

Dr. Irene Ring
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1741
Dr. Irene Ring
(http://www.ufz.de/index.php?de=1661)

oder über

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Pressestelle
Tilo Arnhold / Doris Böhme
Telefon: +49 (0)341 235 2278
presse@ufz.de

Unberührter Regenwald reinigt die Atmosphäre

0

Natürliche chemische Prozesse regenerieren Hydroxylradikale, die verunreinigende Gase aus der Luft entfernen

Dass die Tropen die Atmosphäre reinigen und das Klima regeln, ist schon lange bekannt. Doch nach welchen Mechanismen funktioniert dies? Um die Atmosphärenchemie über dem Regenwald Amazoniens genauer zu untersuchen, haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Chemie im Oktober 2005 ein Forschungsflugzeug eingesetzt und zusätzlich Messungen in der Bodenstation Brownsberg in Surinam durchgeführt. Die jetzt publizierten Ergebnisse verblüffen die Wissenschaftler: Denn die Reinigungskraft der natürlichen Atmosphäre ist viel größer als bisher angenommen (Nature, 10 April 2008).
Die Messkampagne fand größtenteils über unberührtem Regenwald statt, in dem lokale Emissionen, die von den Menschen verursacht werden, vernachlässigbar gering sind. Die Flugdaten zeigten eine bemerkenswert hohe Konzentration von Hydroxylradikalen. Diese äußerst reaktiven Moleküle entfernen verunreinigende Gase aus der Atmosphäre. Computermodelle beruhten bislang darauf, dass der Regenwald große Mengen an Kohlenwasserstoffgasen freisetzt, die diese Hydroxylradikale verbrauchen und dadurch die Reinigungskraft der Atmosphäre vermindern. Die jetzt durchgeführten Messungen bestätigen, dass der Regenwald tatsächlich eine gewaltige Kohlenwasserstoffquelle ist, zeigen jedoch auch, dass natürliche chemische Prozesse die Hydroxylradikale – das „Reinigungsmittel“ der Atmosphäre – regenerieren.

Um diese komplexe Kohlenwasserstoffchemie besser zu verstehen, führten Atmosphärenforscher um Jos Lelieveld zusätzlich Laboruntersuchungen im Max-Planck-Institut in Mainz und eingehende Computermodellrechnungen auf einem Supercomputer des Max-Planck-Rechenzentrums in Garching durch. Mithilfe der neuen Ergebnisse können sie nun erklären, wie die Atmosphäre ihren Reinigungsmechanismus über geologische Zeiträume hinweg aufrechterhalten konnte, insbesondere auch während Wärmeperioden, als die Vegetation der Erde noch viel üppiger war als heute.

Pflanzen und Bäume emittieren jährlich mehr als eine Gigatonne flüchtiger organischer Verbindungen. Davon sind etwa 40 Prozent Isopren. Diese gasförmige chemische Verbindung, die zu den Terpenen zählt, schützt die Pflanzen vermutlich vor dem Austrocknen. Die Menge an Kohlenwasserstoffen, die von Pflanzen stammt, übersteigt um ein Vielfaches die Menge, die von anthropogenen Quellen herrührt. Die Max-Planck-Forscher nehmen an, dass in unberührter Atmosphäre die natürliche Oxidation des Isoprens Hydroxylradikale sehr effizient recycelt. „Die gemessene hohe Hydroxylkonzentration lässt sich mit einer Recycling-Effizienz von 40 bis 80 Prozent erklären“, so Lelieveld. In verschmutzter Luft mit höheren Gehalten an Stickoxiden führt diese Oxidation dagegen zum photochemischen Smog unter Bildung von Ozon und anderen Schadstoffen.

Die Ergebnisse geben somit auch Anlass zur Beunruhigung: Da die Zerstörung des Ökosystems durch die Abholzung des Amazonasregenwaldes und die landwirtschaftliche, städtische und industrielle Entwicklung in den Tropen weiter fortschreitet, verändert dies auch die äußerst wirksame natürliche Selbstreinigungskraft der Luft, die Verunreinigungen steigen und tragen damit zum Klimawandel bei. „Ohne den Einfluss des Menschen jedoch hält der Wald in bemerkenswerter Weise das Gleichgewicht mit seiner atmosphärischen Umgebung aufrecht“, ist der Max-Planck-Wissenschaftler überzeugt.

Originalveröffentlichung:

J. Lelieveld, T. M. Butler, J. N. Crowley, T. J. Dillon, H. Fischer, L. Ganzeveld, H. Harder, M. G. Lawrence, M. Martinez, D. Taraborrelli and J. Williams
Atmospheric oxidation capacity sustained by a forest.
Nature 10. April, 2008
Dr. Mirjana Kotowski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Chemie
09.04.2008
Kontaktinformationen:

Prof. Dr. Jos Lelieveld
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel.: 06131 305 – 459
Fax: 06131 305 – 511
E-Mail: lelieveld@mpch-mainz.mpg.de

Dr. Mirjana Kotowski, Presse- und Öffentlichkeitsreferat
Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
Tel. +49 6131 305-465
Fax +49 6131 305-487
kotowski@mpch-mainz.mpg.de

URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news254013

 

 

 

 

Schlaf und Gedächtnis: Schon ein kurzer Schlaf hat positive Auswirkungen

0

Warum Menschen schlafen müssen, das ist nach wie vor nicht ganz geklärt. Die Hypothese, dass Schlaf dazu dient, Informationen besser zu speichern, wurde nun von Wissenschaftlern der Heinrich-Heine-Universität untersucht. Dr. Olaf Lahl, Christiane Wispel, Bernadette Willigens und Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky vom Institut für Experimentelle Psychologie haben in der Zeitschrift „Journal of Sleep Research“ die viel beachteten Ergebnisse zweier Experimente veröffentlicht.

Nur erwachsene Menschen haben diesen monolithischen Schlafblock“, erklärt Olaf Lahl, „Aber das ist die Ausnahme. Die meisten Tiere, und zum Beispiel auch Säuglinge, sind polyphasische Schläfer, d.h. sie schlafen öfter und kürzer.“ Die Aufnahme und die Speicherung von neuem Wissen sind dabei gerade im Säuglingsalter enorm hoch. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sich kurze Schlafphasen auch positiv auf die Gedächtnisbildung und die Verknüpfung bestehender Informationen mit neuen auswirken.
In zwei Experimenten untersuchten Lahl und seine Kollegen, wie sich Perioden des Schlafs und des ruhigen Wachseins auf das Behalten von Wortlisten auswirkt. Dazu wurden 26 Probanden untersucht. Alle waren zwischen 20 und 29 Jahren alt, Nichtraucher, hatten einen regelmäßigen Schlaf in der Nacht und litten nicht an psychisch bedingten Schlafstörungen. Keiner wusste die genauen Untersuchungsfragen oder das Ziel der Studie.
Die Probanden sollten in zwei Minuten eine Liste mit 30 Adjektiven auswendig lernen, danach folgte eine Ruhe- oder Schlafphase, nach der die gelernten Vokabeln wieder gegeben werden sollten.

Im ersten Experiment dauerte die Ruhephase 60 Minuten, bei der die Probanden entweder ein Nickerchen hielten oder wach waren. Dabei wurde festgestellt, dass die Erinnerung der Probanden, die schliefen, deutlich besser war als die derjenigen, die in der Ruhezeit wach waren. Außerdem stellte sich heraus, dass die individuelle Abrufleistung, das Erinnerungsvermögen, weder mit der Schlafdauer noch mit der Schlaftiefe der Probanden zusammenhing.

Um die genaue Rolle der Schlafdauer zu klären wurde im zweiten Experiment eine dritte Bedingung hinzugefügt, unter der die Probanden nur sechs Minuten lang schlafen durften. Es stellte sich heraus, dass auch bereits diese kurze Schlafdauer zu einer deutlichen Steigerung der Abrufleistung gegenüber der Wachbedingung führte.

Vergleicht man nun die Ergebnisse der beiden Experimente, so wird deutlich, dass sich der Schlaf unter allen Bedingungen positiv auf das Gedächtnis auswirkte. „Möglicherweise werden direkt zu Schlafbeginn Prozesse der aktiven Gedächtniskonsolidierung in Gang gesetzt, die im weiteren Verlauf selbst dann wirksam bleiben, wenn der Schlaf kurze Zeit später wieder abgebrochen wird“, erklärt Lahl.

Kontakt: Dr. Olaf Lahl (0211) 81-12146, E-Mail: olaf.lahl@uni-duesseldorf.de
Dr. Victoria Meinschäfer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Karriereberatung auf der IFAT 2008

0

In der Eingangshalle West des Münchner Messegeländes wird die DWA gemeinsam mit den Partnern European Water Association e. V. (EWA) und Gesellschaft zur Förderung der Abwassertechnik e.V. (GFA) an prägnanter Stelle ihren Verbändestand einrichten und Besucher aus aller Welt begrüßen. Im Laufe der Messe-Woche werden verschiedene Präsentationen, Vorträge und Diskussionsrunden angeboten.

Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) GmbH und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH bieten für Ingenieure und qualifizierte Fachkräfte der Wasserwirtschaft eine individuelle Karriereberatung für internationale Einsätze in Schwellen- und Entwicklungsländern. Für interessierte Bewerber werden Dr. Brigitta Meier (DED) und Frau Anne Ramp (GTZ) nach vorheriger Terminabstimmung am 7. und 8. Mai von 14:00 bis 16:00 Uhr für Gespräche am DWA-Verbändestand zur Verfügung stehen. Vorgesehen sind Einzelgespräche sowie Gesprächsrunden an reservierten Tischen für DED und GTZ.

Sie können sich schon heute zu einem Gesprächstermin anmelden. Bitte senden Sie eine E-Mail mit Name, Interesse, E-Mail-Adresse, Mobilnummer und Wunschtermin an Knitschky@dwa.de. Während der Messetage pflegen die Mitarbeiter/innen am DWA-Verbändestand eine Liste, über die noch freie Termine auch kurzfristig vergeben werden können.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter www.ded.de und www.gtz.de.

Weltneuheit im Klärwerk Schwelm: Schlammentwässerung mit Presse aus der Saftindustrie.

0

Wupperverband nimmt neue Anlage in Betrieb.

Der Wupperverband hat heute im Klärwerk Schwelm eine neue Anlage zur Entwässerung von Klärschlamm offiziell in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um eine Hydraulikpresse wie sie bei der Herstellung von Frucht- und Gemüsesäften bereits seit Jahrzehnten eingesetzt wird. Im Klärwerk Schwelm wird eine solche Presse weltweit erstmals im vollautomatischen Betrieb zur Klärschlammentwässerung genutzt.

Die Schweizer Firma Bucher, die das Hydraulikpresssystem entwickelt hat, der Wupperverband und seine Tochtergesellschaft WiW haben das in der Saftherstellung seit den 1960er Jahren etablierte System gemeinsam für die Schlammentwässerung weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht. Hinter dem gemeinsamen Projekt stand die Idee, das Rad nicht neu zu erfinden, sondern zur Optimierung des Entwässerungsprozesses auch Ideen und Technologien aus anderen Industriebereichen aufzugreifen.

Nach ersten Kontakten der beteiligten Partner in 2001 wurde der Einsatz der Hydraulikpresse im Klärwerk Schwelm in 2003 zunächst mit einer mobilen Pilotanlage getestet, ab 2005 dann mit einer technischen Presse.
Da Früchte und Klärschlamm sehr unterschiedliche Materialien sind, wurde die Technik im Laufe des Testbetriebs angepasst. So wurden z. B. das Filtergewebe in der Filterkammer sowie das Dichtungssystem speziell auf die Anforderungen zur Entwässerung von Klärschlamm zugeschnitten.
In 2006 wurde diese Maschine nach den guten Erfahrungen im Testbetrieb dauerhaft installiert und wird nun anstelle der alten Entwässerungszentrifuge betrieben. Der letzte Schritt war der Umbau der Entwässerungsanlage für den voll automatisierten Dauerbetrieb, der jetzt abgeschlossen ist.

Der im Klärwerk Schwelm anfallende Schlamm, der mit mehr als 95 % aus Wasser besteht, wird in der zentralen Verbrennungsanlage des Wupperverbandes in Wuppertal-Buchenhofen thermisch entsorgt. Um die Transport- und Verbrennungskosten möglichst gering zu halten, muss der Schlamm zunächst entwässert werden. Wie bei der Saftherstellung lautet daher auch im Klärwerk die Devise, möglichst viel Flüssigkeit aus dem Rohsubstrat herauszuholen. Mit der neuen Hydraulikpresse wird im Klärwerk Schwelm mit bis zu 35 % Feststoffgehalt im entwässerten Schlamm ein höherer Entwässerungsgrad erreicht als mit der alten Zentrifuge. Diese erreichte nur Feststoffgehalte von 22 bis 25 %.
Der erhöhte Feststoffgehalt ermöglicht es, dass die Container für den Transport zur Schlammverbrennungsanlage nun vollständig gefüllt werden können, während dies aufgrund der nasseren Konsistenz des Schlamms früher nicht möglich war. Dadurch sind heute deutlich weniger Containertransporte erforderlich: die Zahl hat sich von rund 500 auf ca. 300 Containerladungen (Hochrechnung für 2008) deutlich reduziert.
Ein weiterer Vorteil ist der reduzierte Personalaufwand, da die Presse vollautomatisch im 24-Stunden-Betrieb bei geringem Wartungsaufwand laufen kann. Die Lebensdauer der Presse liegt bei bis zu 30 Jahren.

Der Wupperverband hat im Klärwerk Schwelm mit der Hydraulikpresse sehr gute Erfahrungen gemacht. Inzwischen wird diese Entwässerungstechnologie auch auf den Klärwerken Radolfzell am Bodensee und Zwillikon (Schweiz) eingesetzt.
Die WiW mbH wird die neue Technik zur Schlammentwässerung auch auf der Internationalen Fachmesse für Wasser-Abwasser-Abfall-Recycling (IFAT) vom 5. bis zum 9. Mai 2008 in München vorstellen (Halle B1, Stand 227/328).

 

Membranbelebungsanlagen in der Abwasserreinigung – unter besonderer Berücksichtigung der Stickstoffelimination

0

Bracklow, U., Barjenbruch, M., Kraume, M.,
18. Magdeburger Abwassertage, 20./21.09. 2007

Membranbelebungsverfahren in der Abwasserreinigung – unter besonderer Berücksichtigung der Stickstoffelimination

Seit einigen Jahren werden Membransysteme bei der Reinigung von kommunalem Abwasser eingesetzt. Die derzeit größte deutsche Abwasserreinigungsanlage mit Membranbelebungsreaktoren (MBR) ist das Gruppenklärwerk Nordkanal, Kaarst mit ca. 80.000 angeschlossenen Einwohnern. Ansonsten werden Membranbelebungsanlagen bevorzugt für mittlere und kleine bis kleinste (Hauskläranlagen) Größenklassen eingesetzt. Während für Hauskläranlagen häufig der geringe Platzbedarf ein Einsatzkriterium darstellt, spielt für kleine bis mittlere Anlagen oft die sehr gute Reinigungsleistung eine große Rolle. Durch den kompletten und sicheren Feststoffrückhalt können bessere Ablaufwerte erzielt werden als in Anlagen mit klassischen Nachklärbecken, was insbesondere für sensible Gewässer interessant ist. Das bedeutet allerdings auch, dass auch kleine bis mittelgroße MBRs neben Kohlenstoffverbindungen auch Stickstoff und Phosphor eliminieren müssen.
In den nachfolgenden Darstellungen werden die grundsätzlichen und zurzeit üblichen Methoden der Nährstoffelimination dargestellt. Außerdem werden Ergebnisse aus drei Versuchsanlagen, die mit nachgeschalteter Denitrifikation ohne zusätzliche Kohlenstoffdosierung betrieben wurden, vorgestellt. Diese Variante der Denitrifikation ergab in einem vorherigen Projekt überraschend hohe Denitrifikationsraten bis zu 2,8 mgN/goTS/h (Adam 2001). Zwei der vorgestellten Anlagen (Pilot- und Demonstrationsanlage) wurden dabei von den Berliner Wasserbetrieben in Zusammenarbeit mit dem KompetenzZentrum Wasser Berlin betrieben und waren an einen Schmutzwasserkanal angeschlossen. Die Laboranlage wurde am Fachgebiet der Verfahrenstechnik der TU Berlin mit synthetischen Abwasser betrieben. Synthetisches Abwasser wurde gewählt um den Zulauf variabel zu gestalten und klar zu definieren.
 

Vor-/Nachteile von Membrananlagen:

Konventionelle Belebungsanlage:
Bild Bracklow-1-1.jpg

Membran-Belebungsanlage:
Bild Bracklow-1-2.jpg

Vorteile  Nachteile 
• Platzbedarf  • Stoßbelastungen 
• Feststofffreier Ablauf  • Hohe Membrankosten 
• Entkeimung des Ablaufs  • Hohe Energiekosten 
• Entkopplung hydraulische Verweilzeit – Feststoffverweilzeit  • Membranreinigung 
• Unempfindlich bei Blähschlamm   

Reinigungsleistung:

Parameter  Konventionelle Belebungsanlage  Membran-belebungsanlage 
Feststoffe (AFS) [mg/L]  10 – 15 
CSB [mg/L]  40 – 50  < 30 
Nges [mg/L] < 13  < 13
Pges [mg/L] 0,8 – 1,0  0,8 – 1,0

Hyg. Parameter – KA Makranstädt:

  Zulauf  Ablauf  EU-Badegewässerrichtlinie 
Gesamtkeimzahl  3,5*105 KBE/mL  4,5*102 KBE/mL   
Psychrophile Keime  8,1*105 mL-1  29 mL-1   
Enterobacteriaceen  1,2*106 mL-1  n. n.   
Coliforme Keime  5,9*105 mL-1  n. n. 500 /100 mL 
Escherichia coli  1,8*105 mL-1  n. n. 100 /100 mL 
Salmonellen  1,6*105 L-1  n. n. 0 /1L 
Fäkalstreptokokken  1,0*106 mL-1  n. n. 100 /100 mL 

→ Im Allgemeinen Unterschreitung der Anforderungen gemäß EU- Badegewässerrichtlinie

Nährstoffelimination – generell

Nachgeschaltete Denitrifikation 

Bild Bracklow-3-1.jpg

Vorgeschaltete Denitrifikation
Bild Bracklow-3-2.jpg

Vorg. Deni + P-Fällung
Bild Bracklow-3-3.jpg

Vorg. Deni + biol. P-Elimin.
Bild Bracklow-3-4.jpg

 

Stickstoffelimination in MBRs

Vorgeschaltete Denitrifikation
Bild Bracklow-4-1.jpg
• VAX : VAE = 50% : 50 % → Schutz vor Sauerstoffverschleppung

Nachgeschaltete Denitrifikation
ENREM-Prozess
Bild Bracklow-4-2.jpg

•  95 % N-Elimination mit nachgeschalteter Denitrifikation erreicht 
sehr gute Phosphor-Elimination 
Deni-Raten (≤ 2,8 mg/(g*h) Adam 2004) > endogene Deni-Raten (0,2-0,8 mg/(g*h)) 
→  Stickstoff-Elimination ist unabhängig von Rezirkulation 

Phosphorelimination in MBRs

•  Biologische P-Elimination noch nicht in großtechnischen Anlagen eingesetzt 
  → Einsatz von Fällmitteln 
•  Untersuchungen an einer Laboranlage (Adam 2001): 
  → Pges Ablauf 0,1-0,5 mg/L (Spitzen bis zu 2 mg/L)‏
  → Mit Co-Fällung (FeCl3, alle Stellen, ß =(Fe(mol)/P(mol) = 0,15)
Pges Ablauf 0,01 – 0,03 mg/L

Schlammalter> 30 d

Bild Bracklow-5-1.jpg

Betrachtete Anlagen: Laboranlage

Bild Bracklow-6-1.jpg

QZu = 4 L/h 
= 50 L 
tauf = 12 h 
tTS = 25 d 
TS = 10 g/L 
Temp = 20 °C 

Vorge. Denitrifikation

 Bild Bracklow-6-2.jpg

Nachge. Denitrifikation ohne C-dosierung
Bild Bracklow-6-3.jpg

Betrachtete Anlagen: Pilotanlage

QZu  = 13 L/h 
V = 140 L 
tauf  = 11 h 
tTS  = 28 d 
TS  = 10 g/L

Bild Bracklow-7-1.jpg

•  Nachgeschaltete Denitrifikation ohne C-dosierung, biologische Phosphorelimination 
Container auf Pumpstation am Stadtrand von Berlin 
Anschluss an Trennkanalisation 

Betr. Anlagen: Demonstrationsanlage Margarethenhöhe (Berlin)
Bild Bracklow-8-1.jpg

• Patent: Berliner Wasserbetriebe/Veolia Water Bild Bracklow-8-2.jpg
•  Nachge. Deni ohne C-quelle, biol. P-Elimination
•  Verschärfte Anforderungen
(P < 0,1 mg/L, N < 10 mg/L,
CSB < 50 mg/L, Badewasser)‏

CSB Elimination

Bild Bracklow-9-1.jpg

• Gesamter Versuchszeitraum: stabile CSB-Elimination > 90 % für alle Anlagen
•  Hohe Zulaufkonz. für Pilot- und Demonstrationsanlage

Pges Elimination
Bild Bracklow-10-1.jpg

•  Sehr gute Phosphorelimination in allen Anlagen (96 – 99 %) 
Ca-/Mg-ausfällungen 
Durchschn. Ablaufwerte:
0,3 mg/L (Laboranl.)
0,6 mg/L (Pilotanl.)
0,2 mg/L (Demo-Anl.) 
Einbrüche bei:
– Wurmbefall (Labor-/Pilotanlage)‏
– Anlagenüberlastung (Stickstoff)‏
– pH-Problemen (synthetisches Abwasser Laboranl.)‏ 

Nges Elimination
Bild Bracklow-11-1.jpg

•  Gesamtelimination Stickstoff abhängig von Nitrifikation 
Pilotanlage: NH4-freier Ablauf durch belüftete Membrankammer 
Demonstrationsanlage: Stickstoffkonz. im Zulauf deutlich höher als erwartet 

Nitrifikation – Raten

•  Alle Anlagen ca. 1,5 – 4 mgN/(goTS*h)  (bei stabilem Betrieb)‏ 
Probleme bei Überlastung/niedrigen Temperaturen zuerst mit Nitrifikation 
Wurmbefall – zuerst Probleme mit P-Elimination 

Denitrifikation – Raten
Bild Bracklow-12-1.jpg

•  Vergleich:
– 1,2 – 3,0 mgN/(goTS*h) vorg. DN Ruhleben (Vocks, 2005)
– 0,2 – 0,8 mgN/(goTS*h) endog. DN (Kuwaja, 1999)‏‏
Laboranlage: 0,7 – 1,6 (0,9) mgN/(goTS*h) (Anlage 18-21°C)‏ 
Pilotanlage: 0,6 – 2,0 (1,5) mgN/(goTS*h) (Anlage 16-26°C)‏ 
Demo-Anlage: 0,5 – 2,1 (1,0) mgN/(goTS*h) (Anlage 10-27°C)‏ 

Denitrifikation – Ergebnisse IMF Projekt
Bild Bracklow-13-1.jpg

Denitrifikation – C-Quellen
Bild Bracklow-14-1.jpg

•  Bildung spezieller Speicherstoffe in anaerober Zone (Acetat)‏ 
Hydroloyse adsorbierter org. Substanzen (fehlendes Vorklärbecken)‏ 

Zusammenfassung/Fazit

•  Nachweis guter Denitrifikationsraten für nachge. Deni (ohne C-Dosierung) für verschiedene Anlagen 
Stabile biologische Phosphorelimination und Kohlenstoffelimination 
 
   
→  Sehr gute Ablaufwerte „klassischer“ MBRs 
MBRs für sensible Vorfluter oder Wasserwiederverwendung 
„Neue“ Konfigurationen interessan

Adressen
TU Berlin
Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, TIB 1B-16
Gustav-Meyer-Allee 25
D-13355 Berlin
http://www.siwawi.tu-berlin.de
Ute Bracklow (ute.bracklow@tu-berlin.de)

TU Berlin
Fachgebiet Verfahrenstechnik, MA 5-7
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin
http://www.verfahrenstechnik.tu-berlin.de

Herzlichen Dank an:
Fr. Gnirss (BWB), Hr. Vocks & Hr. Lesjan (KWB) für Daten aus ENREM-Projekt
GKSS Forschungszentrum Geesthacht GmbH für Membranmodul

Weitere Informationen:
Webseite des ENREM-Projekts
http://www.kompetenz-wasser.de/ENREM.157.0.html
Webseite des IMF-Projekts
http://www.kompetenz-wasser.de/IMF.27.0.html
Übergeordnete Seite:
http://www.kompetenz-wasser.de/Forschung.12.0.html?&type=http%3A%2F%2Fbusca.uol.com.br%2Fuol%2Findex.html%3F
 

Literatur

Adam, C., Kraume, M., Gnirss, R., Lesjean, B. (2001) Vermehrte biologische Phosphorelimination in Membranbioreaktoren. in 4. Aachener Tagung Siedlungswasserwirtschaft und Verfahrenstechnik, Aachen, Germany

Adam, C. (2004): Weitgehende Phosphor- und Stickstoffelimination in einer Membranbelebung mit nachgeschalteter Denitrifikationsstufe. Reihe 15 Umwelttechnik, Nr. 250, VDI Verlag: Düsseldorf

Gnirss, R. (2007) Evaluation of Concept and Outlook. Presented at techn. workshp. Performances and economics of membrane-based concepts for decentralised wastewater treatment, Berlin, 6 June.

Kujawa, K, Klapwijk, B. (1999) A method to estimate denitrification potential for predenitrification systems using NUR batch test, Water Res. 33(10) 2291-2300.

Kraume, M.; Bracklow, U. (2003) Das Membranbelebungsverfahren in der kommunalen Abwasserbehandlung – Betriebserfahrungen und Bemessungsansätze in Deutschland. in 5. Aachener Tagung Siedlungswasserwirtschaft und Verfahrenstechnik, Aachen, Germany

Lesjean, B. (2007) Design parameters and construction of the ENREM demonstration plant. Presented at techn. workshp. Performances and economics of membrane-based concepts for decentralised wastewater treatment, Berlin, 6 June.

MUNLV Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.) (2003) Abwasserreinigung mit Membrantechnik, Düsseldorf

Vocks, M., Adam, C., Lesjean, B., Gnirss, R. and Kraume, M. (2005) Enhanced post-denitrification without addition of an external carbon source in membrane bioreactors. Wat. Res., 39(14), 3360-3368.

Vocks, M. (2007) Nachgeschaltete Denitrifikation ohne externe Kohlenstoffdosierung. Presented at techn. workshp. Performances and economics of membrane-based concepts for decentralised wastewater treatment, Berlin, 6 June.