Start Blog Seite 203

Gebäudefassaden als Quelle für Gewässerverschmutzung

0

Wurden in Bächen und Flüssen Pestizide gefunden, galt lange die Landwirtschaft als Sündenbock. Jetzt zeigen Untersuchungen der Eawag und der Empa, dass solche Stoffe zu einem beträchtlichen Anteil auch aus dem Siedlungsgebiet stammen, wo sie unter anderem aus Fassadenfarben und Putzen ausgewaschen werden und mit dem Regenwasser in die Umwelt gelangen. Dort können sie toxisch auf Organismen wirken. In Zusammenarbeit mit Herstellern, kantonalen Fachstellen und weiteren Partnern haben die Forscher die Prozesse der Fassadenauswaschung untersucht und diskutieren nun Lösungen für das Problem.

Routinemässig untersucht das zürcherische Amt für Wasser, Energie und Luft (Awel) Gewässer auf Pestizide. Regelmässig werden in einzelnen Fliessgewässern zu hohe Pestizidkonzentrationen gefunden. Neue Messungen am Furtbach (bei Würenlos) und an der Glatt haben 26 Wirkstoffe nachgewiesen. Bei 22 Verbindungen wurde die Qualitätsanforderung der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung (maximal 0.1 μg/l) überschritten, teils um ein Mehrfaches. Nicht alle dieser Stoffe können aus der Landwirtschaft stammen. Denn einzelne Substanzen sind für landwirtschaftliche Anwendungen verboten oder die Konzentrationen zeigen keinen typischen saisonalen Verlauf, wie er für Mittel üblich ist, die auf den Feldern eingesetzt werden. Sie müssen also anderswo herkommen. Dieser Befund wird durch Studien des Wasserforschungsinstituts Eawag im Ausfluss von Abwasserreinigungsanlagen und im abfliessenden Regenwasser im Einzugsgebiet des Greifensees bestätigt. Sie zeigen klar auf, dass auch nicht-landwirtschaftliche Quellen via Siedlungsentwässerung massgeblich zur Gewässerbelastung beitragen.

Bis zu 300 Tonnen Biozide jährlich

Für mehrere Substanzen hat nun die Eawag im Rahmen des Forschungsprojekts „Urbic“ zusammen mit Empa-Materialforschern im Labor und unter realen Bedingungen nachgewiesen, dass sie aus Gebäudefassaden ausgewaschen werden. Dort sind sie zum Schutz vor Algen- und Pilzbefall heute standardmässig in kunststoffgebundene Farben und Putze für Aussenwärmedämmungen eingebaut. Für die Schweiz wird der jährliche Biozidverbrauch für solche Anwendungen auf 60 bis 300 Tonnen geschätzt. Stark zugenommen hat der Biozideinsatz mit der verbesserten Dämmung von Gebäuden sowie einer Architektur ohne oder mit (zu) geringem Dachvorsprung.

Spitzenwerte beim ersten Regen

Um die Auswaschung zu beziffern, wurden im Labor Fassadenelemente künstlich beregnet, mit UV-Licht bestrahlt und verschiedenen Temperaturen ausgesetzt. An einem eigens gebauten kleinen Haus (Bild) konnte bei realen Wetterbedingungen im Freien getestet werden. Und schliesslich haben die Forscher auch an mehreren Neubauten in der Region Zürich Experimente durchgeführt. Sie fanden dabei heraus, dass vor allem in den ersten Fassadenabflüssen bei frisch verputzten oder gestrichenen Häusern die Biozidkonzentrationen enorm hoch sind. Vom Wirkstoff Diuron (Herbizid/Algizid) etwa wurden im ersten Liter Fassadenabfluss 7000 µg/L gemessen. In einen Bach geleitet müsste dieser Liter 70’000mal verdünnt werden, damit die Anforderung der Gewässerschutzverordnung nicht überschritten würde. Das zeigt, dass die Versickerung von Fassadenwasser und Einleitung aus dem Siedlungsbereich in kleine Gewässer problematisch ist. Die Konzentrationen nehmen dann allerdings sowohl bei längeren Regenfällen, als auch mit weiteren Regenereignisse rasch ab. Abhängig sind die Auswaschungsraten nicht nur von der Löslichkeit des jeweiligen Wirkstoffs, sondern auch vom photochemischen Abbau der Stoffe sowie von der Beschaffenheit der Putze und Farben.

In kleinsten Konzentrationen wirksam

Die im Fassadenablauf gemessenen und zusätzlich mit einem Computermodell abgeschätzten Biozidkonzentrationen wirken laut der Studie zweifellos giftig auf Algen, Wasserpflanzen und Gewässerlebewesen. Denn verschmutztes Fassadenwasser kann via Drainagen oder Regenwasserentlastungskanäle direkt in Bäche gelangen. Was an der Fassade das Algenwachstum hemmt, übernimmt diese Funktion auch im Gewässer – auch bei starker Verdünnung. Von einzelnen Wirkstoffen ist bekannt, dass bereits wenige Nanogramm pro Liter einen toxischen Effekt zur Folge haben; dazu zählt das aus Schiffsanstrichen bekannte Cybutryn (Synonym Irgarol®1051). Es gilt also nicht nur das pauschale Qualitätsziel des Gesetzes im Auge zu behalten, sondern auch zu differenzieren, welche Stoffe ökotoxikologisch besonders heikel sind. Ausserdem besteht nach wie vor grosser Forschungsbedarf, weil unklar ist, wie die auftretenden „Stoffcocktails“ in der Umwelt wirken.

Mit der Praxis Lösungen erarbeiten

Für Michael Burkhardt, der das Projekt „Urbic“ koordiniert hat, ist klar, dass die Biozidprodukteverordnung bei diesen Materialschutzmitteln eine Bewertungslücke aufweist, da der direkte Eintrag ab Fassaden ins Gewässer heute nicht berücksichtigt wird. Generell müsse bei der Regenwasserentsorgung aus dem Siedlungsgebiet den eingesetzten Baumaterialien und der Wasserqualität mehr Beachtung geschenkt werden, fordert Burkhardt. Doch auch die Frage müsse erlaubt sein, ob wirklich überall Biozide eingebaut werden müssen. Denn längst nicht überall ist Algen- und Pilzbefall zu erwarten. Und viele Probleme an Fassaden liessen sich vermeiden: Architekten könnten einen konstruktiven Feuchteschutz einplanen. Oder Hausbesitzer sollten mit Pflegemassnahmen, wie Fassadenreinigung oder Zurückschneiden von Bäumen, mehr Eigenverantwortung übernehmen, statt auf Garantieleistungen zu pochen. Gerade die Garantien zwingen nämlich die Hersteller von Kunststoffputzen und Fassadenfarben zum vermehrten Einbau von Bioziden. Zusammen mit Herstellern diskutiert die Forschergruppe aber auch innovative Einbettungsverfahren für die Wirkstoffe, die Nutzung weniger problematischer Wirkstoffe oder biozidfreier Beschichtungen und fördert einen intensiven Dialog zwischen Wissenschaft, Industrie und Behörden.

Stichwort Additive

Additive sind Zusatzstoffe, die Produkten in geringen Mengen zugesetzt werden, um bestimmte Eigenschaften zu erreichen oder zu verbessern. Dieser Sammelbegriff umfasst z.B. Antioxidantien, UV-Filter und Flammschutzmittel. Auch Biozide gehören zu den Additiven, unterliegen auf Grund ihrer spezifischen Wirkung gegen Organismen aber der Biozidprodukteverordnung (VBP). Diese reguliert das Zulassungsverfahren, den Einsatz in Produkten und die Produktdeklaration. Die Schweizer VBP ist seit 2005 in Kraft und deckt sich mit der Biozid-Produkte-Richtlinie 98/8/EG der EU. Zum Schutz von Fassaden gegen Pilze und Algen steht eine relativ kleine Anzahl von Bioziden zur Verfügung, die in kunstharzgebundenen Putzen und Fassadenfarben als Mischungen kombiniert eingesetzt werden. Teilweise enthalten sie Wirkstoffe, die auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden, z.B. die auch als Algizid wirkenden Herbizide Diuron und Isoproturon. Einzelne Stoffe sind für die landwirtschaftliche Anwendung nicht mehr zugelassen (z.B. Terbutryn, in der EU verboten, Zulassung in der Schweiz läuft aus) oder aus anderen Gebieten bekannt – etwa das Algizid Cybutryn, das in Schiffsfarben zum Einsatz kommt.

Weitere Auskünfte

Dr. Michael Burkhardt, Eawag, Abteilung Siedlungswasserwirtschaft, 044 823 5332; michael.burkhardt@eawag.ch / Projektinformationen auf: www.eawag.ch/urbic

Dr. Peter Schmid, Empa, Abteilung Analytische Chemie, 044 823 4651; peter.schmid@empa.ch

http://www.eawag.ch/media/20080826/index

Hocheffizient: Strom und Wärme aus Holzgas in Senden

0

Erste Anlage im Praxismaßstab in Deutschland
Mit knapp 6,6 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt das Bundeslandwirtschaftsministerium den Bau eines Holzvergasungsheizkraftwerkes in Senden, ein Projekt der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU), das in Sachen Wirkungsgrad und Effizienz von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) mit Biomasse neue Maßstäbe setzen wird.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftministerium Dr. Gerd Müller, überreichte heute den Zuwendungsbescheid an den technischen Geschäftsführer der SWU Energie GmbH, Jürgen Schäffner.

Die geplante Anlage wird Strom und Wärme mit einem Gesamtwirkungsgrad von rund 80 Prozent erzeugen, das übertrifft die Werte herkömmlicher Biomassekraft- und -heizkraftwerke deutlich. Gleichzeitig ist das Vorhaben mit einer Gesamtenergieleistung von gut 15 MW die erste Holzvergasungsanlage in Deutschland in diesem Maßstab.
„Wir erhoffen uns von dieser Anlage nichts weniger als einen Durchbruch bei der dezentralen Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse. Die Holzvergasung gilt als Schlüsseltechnologie – mit der geplanten Demonstrationsanlage, der ersten in dieser für den dezentralen Bereich wichtigen Größe in Deutschland, wollen wir zeigen, dass sie marktreif ist,“ erklärte Müller.
Biomasse kann durch kombinierte Erzeugung von Wärme und Strom energetisch besonders effektiv genutzt werden. „Der effizienteste Weg zur Erzeugung von Strom und Wärme aus fester Biomasse im dezentralen Bereich ist die thermochemische Vergasung mit anschließender Kraft-Wärme-Kopplung,“ so der Parlamentarische Staatssekretär.

Die Sendener Anlage stellt eine Weiterentwicklung des Holz-Heizkraftwerkes (HKW) mit Holzvergasung im österreichischen Güssing dar. Das Sendener Biomasse-HKW muss nun zeigen, dass es im Versorgungsalltag eines Stadtwerkes bestehen kann. Mit immerhin 7.200 Volllaststunden im Jahr soll die Anlage Produktgas erzeugen und die daraus gewonnene Wärme ins Fernwärmenetz der Stadt einspeisen. Der Strom, ausreichend zur Versorgung von rund 10.000 Haushalten, wird ins Stromnetz geleitet und gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet.

Den Rohstoff Holz wandeln die Sendener mit hoher Effizienz um: Den elektrischen Wirkungsgrad erhöhen die Betreiber durch die zusätzliche Nutzung eines Organic-Rankine-Cycle- (ORC-) Prozesses auf gut 33 Prozent, der Gesamtwirkungsgrad beträgt rund 80 Prozent. Als Brennstoff kommen Holzhackschnitzel aus der Region zum Einsatz, geplant sind außerdem Versuche mit anderen Biomassen wie Grünschnitt und Kleie.

Das Sendener Biomasse-Heizkraftwerk stellt den Sprung in ein neues technologisches Zeitalter der Bioenergieproduktion dar, zum Nulltarif ist der jedoch nicht zu haben. Das HKW wird rund 20 Millionen Euro teurer sein als ein vergleichbares Erdgas-HKW. Für die Demonstration dieser Technologie ist eine Anschubfinanzierung durch das BMELV unabdingbar. Der große Stellenwert, den die Holzvergasungstechnologie auf dem Weg zu einer immer effizienteren Bioenergienutzung hat, rechtfertigt die hohe Fördersumme jedoch. Zumal die Technik, einmal am Markt etabliert, aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades auch wirtschaftliche Vorteile sowie eine nachhaltige dezentrale Energieversorgung verspricht.

Quelle: http://www.bmelv.de/cln_044/nn_751694/DE/12-Presse/Pressemitteilungen/2008/137-Holzvergasungsheizkraftwerk.html__nnn=true

Preis für Trink- und Abwasser 2008 um 7 Cent gestiegen

0

Kubikmetergebühr in Baden-Württemberg aktuell bei 4,02 Euro

Verbraucher in Baden-Württemberg bezahlten aktuell durchschnittlich 4,02 Euro (Stand 1. Januar 2008) für einen Kubikmeter (m3) Trink- und Abwasser. Damit ist der Preis im Vergleich zum Vorjahr um 7 Cent gestiegen. Dies ergab die vom Statistischen Landesamt im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführte Erhebung der Trink- und Abwassergebühren. Gegenüber den 90er-Jahren hat sich die jährliche Preissteigerung jedoch deutlich verlangsamt. Zwischen 1988 und 1998 ist die Kubikmetergebühr im Durchschnitt noch um 15 Cent pro Jahr gestiegen. Grund dafür waren vor allem die erhöhten Anforderungen an den Gewässerschutz.

Neben der verbrauchsabhängigen Kubikmetergebühr erheben 1 079 der insgesamt 1 109 Gemeinden eine verbrauchsunabhängige Grundgebühr für Trink- und Abwasser von durchschnittlich 2,47 Euro im Monat. Diese deckt in der Regel die Bereitstellungskosten für die Wasserzähler. In den einzelnen Gemeinden weichen die Trink- und Abwasserpreise zum Teil erheblich vom Landesmittelwert ab. Die Gebühren liegen zwischen 1,82 Euro und 8,20 Euro je m3 Trink- und Abwasser. Die Spanne der Grundgebühren in den Gemeinden Baden-Württembergs liegt sogar zwischen 0,21 und 17,28 Euro pro Monat. Grund dafür sind vor allem die unterschiedlichen naturräumlichen Standortbedingungen der Gemeinden, die den Aufwand und damit die Kosten der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung bestimmen.

Gesplittete Abwassergebühr nur langsam im Kommen

Nahezu alle Städte und Gemeinden Baden-Württembergs decken die Kosten der Abwasserentsorgung über eine Einheitsgebühr von durchschnittlich 2,18 Euro pro m3. Dieser Preis bezieht sich auf den Frischwasserverbrauch und deckt sowohl die Kosten der Schmutzwasserbeseitigung als auch die der Regenwasserbeseitigung. Nur wenige Gemeinden erheben statt dieser Einheitsgebühr eine gesplittete Abwassergebühr (27 von 1 109 Gemeinden). Ihr Anteil ist in den letzten zehn Jahren nur leicht von 0,6 auf 2,5 Prozent gestiegen. Dieser Gebührenmaßstab splittet die Kosten der Abwasserbeseitigung in eine Kubikmetergebühr nach Frischwassermaßstab und eine Niederschlagswassergebühr je Quadratmeter (m2) versiegelter Fläche. Dadurch wird berücksichtigt, dass die Kosten der Regenwasserentsorgung nicht über den Frischwasserverbrauch eines Verbrauchers bestimmt werden können. Von versiegelten Flächen werden die Niederschläge über das Kanalnetz abgeleitet und in Kläranlagen mitbehandelt. Je mehr Regenwasser über ein Grundstück in eine Kläranlage gelangt, um so höher ist die Abwasserrechnung. Besitzt ein Grundstück viele Grünflächen, auf denen der Regen versickern kann, sind die Niederschlagswassergebühren entsprechend niedriger. Es wird also ein Anreiz zur Flächenentsiegelung geschaffen, der sich positiv auf die Grundwasserneubildung aus Niederschlägen auswirkt. Der Kubikmeterpreis einer gesplitteten Abwassergebühr ist daher immer geringer als der einer Einheitsgebühr, da diese die Niederschlagswassergebühr nicht einzeln ausweist.

Bild Akt-September-08-Wasserpreis-1.jpg

Pressestelle

Tel.: 0711/641-2451
E-Mail:
pressestelle@stala.bwl.de

Fachliche Rückfragen

Diana Heitzmann
Tel.:
0711/641-2741
E-Mail:
diana.heitzmann@stala.bwl.de

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Prognosewert schafft Sicherheit und hilft sparen

0

Der effizienten Dosierung von externen C-Quellen in Form von leicht abbaubaren Kohlenstoffverbindungen kommt eine besonders wirtschaftliche Rolle zu.
Zum einen sind die Rohstoffpreise für Methanol, Ethanol und Essigsäure, welche am häufigsten dosiert werden stark angestiegen. Zum anderen gewinnt die eigene Stromerzeugung aus Klärgas immer mehr an Bedeutung nachdem die Strompreise in den letzten Jahren geradezu explodiert sind.
Daher ist es zumindest zu überdenken, ob die derzeitige Strategie die Aufenthaltszeit in den Vorklärbecken zu verkürzen um genügend Kohlenstoff für die Denitrifikation zu haben, gesamtwirtschaftlich die richtige Alternative ist.

Es kann durchaus sinnvoll sein die Aufenthaltszeit in den Vorklärbecken zu verlängern, mehr Kohlenstoffverbindungen zu entnehmen und in die Faulung zu geben um dadurch mehr Klärgas zu erzeugen.
Die fehlenden leicht abbaubaren Kohlenstoffverbindungen müssen dann nur durch die Zugabe von externen C-Quellen ersetzt werden.

Untenstehende Grafik zeigt den typischen Verlauf von TKN im Ablauf der Vorklärbecken über einige Tage. Deutlich sind die starken Schwankungen von Fracht und Konzentration im Tagesverlauf zu sehen.

Grafik 1: Ganglinie TKN abl. VKB
Bild FW-AWT-Stickstoff-1.JPG

Die Dosierung der externen C-Quellen findet hauptsächlich an den Wochenenden bei ungünstigen C/N-Verhältnissen statt. Das Ziel der Dosierung ist, dass die Konzentration des Summenparameters
Nanorganisch (Summe aus NO2-N, NO3-N und NH4-N) im Ablauf der Kläranlage einen bestimmten intern festgelegten Wert nicht übersteigt. Bei einer Dosierung der Kohlenstoffverbindungen in die Biologie z.B. in die Denitrifikationszone einer vorgeschalteten Denitrifiktation tritt das Problem auf, dass zwischen Dosierstelle in der Biologie und der Messstelle im Ablauf der Kläranlage eine sehr lange Aufenthaltszeit des Abwassers besteht.

Diese Aufenthaltszeit entsteht hauptsächlich durch die großen Volumen der Nachklärbecken. Eine Regelung nach dem Auslaufwert der Kläranlage hat den Nachteil, entweder nicht sicher den Zielwert im Auslauf einhalten zu können oder es sind relativ große Dosiermengen erforderlich, um ständig sehr große Sicherheitsreserven einzukalkulieren. Der Regelwert ist aufgrund der langen Aufenthaltszeit praktisch nicht konstant zu halten ist. Die Alternative, den Messwert am Ablauf der Biologie zu wählen hat den Nachteil dass schon bei relativ kurzen Spitzen dosiert wird, obwohl durch die lange Aufenthaltszeit in den Nachklärbecken die Spitzen stark geglättet werden.

Als Lösung bietet sich an, dass man auf der Grundlage des Ablaufwertes der Biologie den Auslaufwert der Kläranlage hochrechnet. Dieser errechnete Wert wird als „Prognosewert“ bezeichnet. Da die Aufenthaltszeit in den Nachklärbecken in aller Regel größer ist als in der Biologie, besteht immer noch die Möglichkeit rechtzeitig korrigierend einzugreifen. Der prognostizierte Auslaufwert der Kläranlage wird mit einer linearen Funktion berechnet. Die Funktionsgleichung sollte sich mit jeder gängigen SPS auf Kläranlagen programmieren lassen.

Formel:
Bild FW-AWT-Prognose-Formel-J.JPG

y = Prognosewert
y1 = Mittelwert Nanorg abl. Biologie der letzten Stunde
y2 = Mittelwert Nanorg abl. Biologie der letzten 15 Stunden
x1 = 1 (Durchflusszeit Nachklärbecken 1 Stunde)
x2 = 15 (Durchflusszeit Nachklärbecken 15 Stunden)
x = momentane Durchflusszeit Nachklärbecken
b = momentaner Wert Nanorg abl. Biologie

Die Durchflusszeit der Nachklärbecken errechnet sich aus Volumen der Nachklärbecken dividiert durch die Abwassermenge plus der Rücklaufschlammmenge, da Abwasser und Rücklaufschlammmenge in das Nachklärbecken fließen.

Grafik 2: Grafische Darstellung zur Berechnung des Prognosewertes

Bild FW-AWT-PrognosewertBerechnung-J.JPG

Um den Prognosewert noch zu optimieren eliminiert man die Abweichung zwischen Ergebnis Ablauf Biologie und Ergebnis Kläranlagenauslauf. Diese Abweichung ist entsteht wenn z.B. eine Denitrifikation im Nachklärbecken auftritt.
Die Berechnung des „korrigierten Prognosewertes“ ist sehr einfach. Es wird die Differenz zwischen den Mittelwerten der beiden Messwerte über eine längere Zeit z.B. 2 Tage zum ursprünglichen „Prognosewert“ addiert.

Grafik 3: Verlauf der Stickstoffwerte von Nanorg mit Prognosewert über 2 Tage
Bild FW-AWT-Nanorg-J.JPG

In der obigen Grafik über 2 Tage sind die Verläufe der Messwerte Nanorg Ablauf Biologie und Kläranlagenauslauf sowie der Prognosewert dargestellt. Trotz der hohen Spitzen im Ablauf der Biologie brauchte nicht dosiert werden. Eine Genauigkeit von ± 1 mg/l zwischen Prognosewert und tatsächlichen Auslaufwert sind durchaus realistisch.
Es ist jedoch unabdingbar, dass die dazugehörige On-Line-Messtechnik gut gewartet wird und anhand von Laboranalysen überprüft wird. Ebenso wichtig ist es, eine Ersatzstrategie für den Ausfall eines Messgerätes zu erstellen. Die Ersatzstrategie richtet sich dabei nach den betrieblichen Rahmenbedingungen.
Mit Hilfe des Prognosewertes können zielgerichtet externe C-Quellen dosiert werden.

Prinzipiell lässt sich das alles theoretisch auf alle Messparameter an gelösten Stoffen (z.B. o-P) ausweiten, ebenso sind komplexere Funktionsgleichungen denkbar um die hydraulischen Gegebenheiten im Nachklärbecken besser zu erfassen.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel haben, dann freuen wir uns auf Ihre E-Mail an Fachwissen@klaerwerk.info

Autor: CS

Abwassergebühren im Vergleich

0

Die 100 größten deutschen Städte
Bericht der IW Consult GmbH Köln

Die Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH (IW Consult) hat im Auftrag der
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) die Abwassergebühren der nach Einwohnern
100 größten Städte in Deutschland untersucht. Für diesen Vergleich wurden die Schmutzund
Niederschlagswassergebühren erhoben, die für eine Musterfamilie in den jeweiligen
Städten jährlich anfallen.

Die Abwassergebühren wurden auf Grundlage der Bedürfnisse einer vierköpfigen
Musterfamilie erhoben. Neben den Kosten für das Schmutzwasser wurden auch die Kosten
für die Niederschlagswassergebühr ermittelt. Hinzu kommen außerdem anteilig die in vielen
Städten einmalig erhobenen Beiträge zur Deckung der Kosten für die Herstellung der
öffentlichen Entwässerungseinrichtungen. Zur Erhebung dieser beiden Kostenblöcke war es
notwendig, passend zu der Musterfamilie auch ein Musterhaus zu definieren.
Mit diesem Vergleich wird den Einwohnern die Möglichkeit gegeben, sich über ihre
Gebührenhöhe zu informieren und die eigenen Kosten denen anderer Städte gegenüber zu
stellen. Auch den kommunalen Verwaltungen und den politisch Verantwortlichen wird hiermit
ein Instrument gegeben, um ihre aktuelle Positionierung im Wettbewerb der Städte um
attraktive Standortbedingungen besser einschätzen zu können.
Die Analyse der Kosten ist interessant, da sie für Außenstehende sehr intransparent
erscheinen und der Bürger keine Auswahlmöglichkeit beim Anbieter hat. Er ist somit an das
kommunale Entsorgungsunternehmen gebunden und hat im Gegensatz zu Strom- oder
Gaslieferungen keine Wahlmöglichkeit beim Anbieter. Die Bürger können lediglich durch eine …

Den ganzen Artikel lesen Sie unter:
http://www.insm.de/Suche.html

Goldener Kanaldeckel ausgeschrieben

0

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur hat den Goldenen Kanaldeckel 2008 ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Mitarbeiter aus Stadtentwässerungen, Tiefbauämtern oder Stadtwerken für herausragende Leistungen beim Bau, bei der Sanierung oder dem Betrieb einer modernen Kanalisationsinfrastruktur. Verliehen werden die Preise am 28. Oktober 2008 in Gelsenkirchen. Kurzbewerbungen sind möglich bis zum 29. August 2008, Langfassungen nach Vorauswahl bis zum 30. September 2008.

www.ikt.de

Hepatitis-B-Infektion keine Berufskrankheit

0

Die Infektion eines Klärfacharbeiters mit Hepatitis B kann nach einem Urteil des Landessozialgerichts Saarbrücken vom 4. Juli 2007 (Az. L 2 U 137/05) ohne Nachweis eines konkreten Infektionsereignisses nicht als Berufskrankheit anerkannt werden. Klärfacharbeiter seien bei ihrer Tätigkeit einer Infektionsgefahr hinsichtlich Hepatitis B nicht in ähnlichem Maß besonders ausgesetzt wie die im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium Tätigen, so das Gericht in den Leitsätzen des Urteils. Hepatitis-B-Viren würden bei der Darmpassage so verändert, dass sie nicht mehr infektionstüchtig seien, und sie könnten auch nicht im Abwasser überleben. Ebenso sei eine Anreicherung von Heptatitis-B-Viren im Klärschlamm nicht bekannt. Nach diesem Urteil besteht für Kanal- und Klärwerksarbeiter kein besonders erhöhtes Risiko einer Infektion durch Hepatitis-B-Viren.

Das Urteil steht im Internet zum Download bereit:
www.rechtsprechung.saarland.de dort „Landesrechtsprechung Saarland“

Quelle: http://www.dwa.de

Meldungen zu Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm 2014

0
Dezember 2014
23.12.2014 Prophos
23.12.2014 Projekt PASCH  
23.12.2014 Phosphorrückgewinnung mittels Ionenaustausch und Elektrodialyse (PHOSIEDI) 
23.12.2014 „Kreislaufwirtschaft für Pflanzennährstoffe, insbesondere Phosphor“ 
21.12.2014 Studien zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen veröffentlicht 
August 2014
31.08.2014 Phosphor-Recycling aus Klärschlamm lohnt sich
31.08.2014 Phosphorrückgewinnung aus Abwasser 

Prophos

Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser, Klärschlamm und Rückständen thermischer Klärschlammbehandlung
Ziel dieses gemeinsamen Forschungsprojektes der TU-Darmstadt, der Universität Hannover und der Forschergruppe Feuchtemesstechnik (SMG) der Universität Karlsruhe ist es, umfassend die Möglichkeiten einer Phosphorrückgewinnung in der kommunalen Abwasserreinigung als wichtige P-Senke zu untersuchen und zu optimieren, um wieder verwertbare Rohstoffe zu schaffen. Durch die Kooperation der Projektteilnehmer kann dabei eine Betrachtung sowohl der wässrigen Phase als auch des Klärschlamms und der Klärschlammasche erfolgen.
Das Hauptziel ist, Phosphat verfahrenstechnisch praktikabel und wirtschaftlich aus Abwasser (Teilstudie A), Klärschlamm und -asche (Teilstudie B) zurückzugewinnen und ein gut verwertbares, möglichst reines, d.h. schadstofffreies Produkt zu schaffen, das entweder direkt z.B. als Dünger verwendet oder als Rohstoff in der Düngemittel- oder P-verarbeitenden Industrie eingesetzt werden kann.

Teilstudie A.1: Rückgewinnung von Phosphor aus der wässrigen Phase
Erhöhung der P-Konzentration in der Wasserphase und MAP-Fällung
Bearbeiter: ISAH Leibniz Universität Hannover
Der heute übliche Weg der Phosphatentfernung aus kommunalen Abwässern zielt darauf ab, Phosphor biologisch durch Einbindung in die Zelle und/oder Simultan- bzw. Nachfällung in die Festphase zu überführen. Ist das Ziel die Rückgewinnung des Phosphors, so ergeben sich drei Abwasserströme in denen eine gezielte Fällung als Calcium- oder Magnesium-Ammonium-Phosphat erfolgen kann. Das ist zum einen im Ablauf der Kläranlage als Nachfällung im Hauptstrom der Kläranlage, zum zweiten im Nebenstrom der Kläranlage kombiniert mit einer gezielten Rücklösung des biologisch gebundenen Phosphors aus dem Rücklaufschlamm oder eingedickten Überschussschlamm. Als Drittes besteht die Möglichkeit Phosphor im Schlammwasser (also nach der Faulung) durch Fällung erneut zu binden und der Rückgewinnung zuzuführen. Ziele des Teilprojektes A.1 innerhalb des Gesamtverbundes ProPhos sind daher:
a) Optimierung der Rücklösung von Phosphor aus dem Rücklaufschlamm und Überschussschlamm in die Wasserphase. Die für eine Maximierung der Phosphorkonzentration im Anaerobbecken des Nebenstromverfahrens notwendigen Milieubedingungen werden hierbei zunächst in Laborversuchen bestimmt und anschließend durch großtechnische Daten verifiziert.
b) Abschätzung von Aufwand und Wirkungsgrad verschiedener Desintegrationsverfahren im Hinblick auf die Phosphorrückgewinnung durch Messungen und Auswertung vorhandener Daten auf zwei großtechnischen Anlagen mit zwei unterschiedlichen Desintegrationsverfahren (Homogenisator, Ultraschall).
c) Bestimmung optimaler Betriebspunkte der MAP-Fällung (Magnesium-Ammonium-Phosphat) als alternatives Verfahren zu dem im Teilprojekt A.2 untersuchten Kristallisationsverfahren. Die verschiedenen Einflussfaktoren werden zunächst in Laborversuchen untersucht. Im Anschluss erfolgt eine Verifizierung im halbtechnischen Versuchsbetrieb. Aus den ermittelten Daten wird die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens abgeschätzt.
d) Bewertung des maximalen Rückgewinnungspotentials aus der wässrigen Phase in Abhängigkeit der verwendeten Verfahrenstechnik und dem Ansatzpunkt im Kläranlagenverlauf auf Basis der ermittelten Daten aus Teilprojekt A.1 und A.2. Basis bildet hierbei ein im Rahmen des Projektes angepasstes durchgängiges Kläranlagenbilanzmodell.

Teilstudie A.2: Rückgewinnung von Phosphor aus der wässrigen Phase
Kristallisation im Pilotmaßstab
Bearbeiter: Forschergruppe Feuchtemesstechnik, Universität Karlsruhe
Die Forschergruppe Feuchtemesstechnik (SMG) der Universität Karlsruhe beschäftigt sich in einer Teilstudie des ProPhos-Projekts mit der Phosphor-Rückgewinnung und Phosphor-Abtrennung aus kommunalem Abwasser mittels Kristallisation, um Calciumphosphat als wieder verwertbares Produkt zu generieren. Die halbtechnischen Kristallisationsreaktoren (Rührreaktor- und Schwebebetttechnologie) werden sowohl auf kommunalen Abwasserkläranlagen im Haupt- als auch im Nebenstrom eingesetzt. Dabei stehen die verfahrenstechnische Optimierung und die Materialcharakterisierung geeigneter Kristallisationssubstrate im Vordergrund.
Weiterhin wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Siedlungswasser- und Abfalltechnik (ISAH) der Universität Hannover die Möglichkeit untersucht, das Kristallisationsverfahren zur Phosphor-Abtrennung aus den Zentraten der Schlammdesintegration anzuwenden und hierin einen Vergleich mit der MAP-Fällung zunächst im Labormaßstab zu führen.

Teilstudie B: Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm und Klärschlammaschen
Bearbeiter: Institut WAR Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Abwassertechnik, Abfalltechnik, Industrielle Stoffkreisläufe, Umwelt- und Raumplanung, Technische Universität Darmstadt
Ziel des Teilprojektes B ist Phosphat wirtschaftlich aus Klärschlamm und -asche zurückzugewinnen. In diesem Teil des Vorhabens wird Phosphor aus den Klärschlämmen und Rückständen einer thermischen Klärschlammbehandlung über chemische Extraktions- bzw. Löseverfahren abgetrennt und aus der wässrigen Phase über verschiedene Technologien, wie z.B. Membranfiltration, Ionenaustauscher aber auch Fällungen/Kristallisationsprozesse, wiedergewonnen.
Dabei sollen im Einzelnen die Umlagerungsprozesse des Phosphors während der Schlammbehandlung, insbesondere während unterschiedlicher Stabilisierungsverfahren, sowie während der thermischen Behandlung von Klärschlamm untersucht werden. Zurückliegende Forschungsvorhaben haben gezeigt, dass die Bindungsart des Phosphors und der Metalle im Klärschlamm und in Klärschlammaschen vor allem von den eingesetzten Verfahren der Phosphorelimination und der Stabilisierung abhängen. Die unterschiedlichen Bindungsformen beeinflussen die Möglichkeiten den Phosphor aus Klärschlamm und Klärschlammaschen bei verschiedenen pH Bereichen zu eluieren.
Daneben soll untersucht werden, ob es möglich ist, die Bindungsformen des Phosphors im Klärschlamm und in Klärschlammaschen durch Zuschlagsstoffe gezielt zu beeinflussen sowie eine wirtschaftliche Abtrennung und Rückgewinnung zu ermöglichen.

http://www.phosphorrecycling.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=11&Itemid=25&lang=de

(nach oben)


Projekt PASCH

PASCH – Rückgewinnung von Pflanzennährstoffen, insbesondere Phosphor aus der Asche von Klärschlamm
Ziel des interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojektes ist es, ein Verfahren zur Nährstoffrückgewinnung aus der Verbrennungsasche von Klärschlamm und ggf. von weiteren phosphorhaltigen Aschen zu entwickeln. Insbesondere gilt es, den Phosphor als Pflanzennährstoff zurück zu gewinnen.

In einem ersten Schritt werden für die Aschen aufbereitungstechnische Maßnahmen untersucht, um eine weitere Aufkonzentrierung des Wertstoffes Phosphor zu erzielen. Die phosphorangereicherten Aschen werden anschließend chemisch und/ oder biologisch aufgeschlossen und so der Phosphor in Lösung gebracht. Gegebenenfalls mitgelöste Metalle und Schwermetalle werden aus der Aufschlusslösung abgetrennt und der Phosphor als pflanzenverfügbares Produkt ausgefällt.

Umfangreiche Produktanalysen zur Pflanzenverfügbarkeit des eingebundenen Phosphors sowie zur Unbedenklichkeit des produzierten mineralischen Düngemittels sind im Projekt enthalten.

Mittels einer ökobilanziellen Betrachtung werden die verschiedenen Entsorgungsoptionen für Klärschlamm und Klärschlammaschen beleuchtet. Durch einen ingenieurtechnischen Vorentwurf einer nach dem entwickelten Verfahrenskonzept betriebenen großtechnischen Anlage ist eine Aussage zu den erwarteten Verfahrens- respektive Rückgewinnungskosten möglich.

Der Schlussbericht steht Ihnen hier zur Verfügung:
http://www.phosphorrecycling.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=9&Itemid=23&lang=de

(nach oben)


Phosphorrückgewinnung mittels Ionenaustausch und Elektrodialyse (PHOSIEDI)

Ziel des Vorhabens ist es, eine in diesem Zusammenhang neue und erfolgversprechende Verfahrenskombination zur Phosphatrückgewinnung zu untersuchen und im Labormaßstab zu realisieren. Das Konzept beinhaltet einerseits den Einsatz eines phosphatselektiven Ionenaustauschers und andererseits die anschließende Rückgewinnung des Phosphats mittels der bislang in diesem Sektor nicht untersuchten elektrochemischen Verfahrenstechnik der Elektrodialyse respektive der Elektrodeionisation.
Das Vorhaben untergliedert sich in die beiden Teilschritte Quantifizierung der Effektivität des Ionenaustauschers und Realisierung der Regeneration des Ionenaustauschers sowie der Phosphorrückgewinnung unter Einsatz der Elektrodialyse.
Das Arbeitsprogramm umfasst im Wesentlichen folgende Schritte:
Untersuchungen zur Effektivität des Ionenaustauschers
• Aufnahme von Isothermen
• Optimierung der Beladung
• Regeneration des Ionenaustauschers.
Elektrodialyse und Phosphatrückgewinnung
• Realisierung der elektrochemischen Regeneration des Ionenaustauschers
• Optimierung der elektrochemischen Randbedingungen
• Untersuchung verfügbarer Membranen zur Stoffstromtrennung und Wasserspaltung im Hinblick auf Effizienz und Lebensdauer
• Übertragung der Ergebnisse auf Dauerstrombetrieb.
Untersuchung der Qualität der Phosphorsäure
• Produktqualität und Produktakzeptanz
• Verfahrenstechnische Bilanzierung
• Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
• Vergleichende Bewertung mit konkurrierenden Technologien zur P-Rückgewinnung.
Als Abwasser für die geplanten Untersuchungen sollen einerseits Prozesswässer aus der Schlammbehandlung kommunaler Kläranlagen und andererseits phosphatreiche Industrieabwässer (Daimler/Wörth) verwendet werden.

http://www.phosphorrecycling.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=39&Itemid=63&lang=de

(nach oben)


„Kreislaufwirtschaft für Pflanzennährstoffe, insbesondere Phosphor“

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Förderinitiative steht die Rückgewinnung von Phosphor (Phosphat) aus Abfallstoffen – insbesondere aus kommunalen Abwässern und Klärschlämmen sowie anderen geeigneten Sekundärrohstoffen. Da viele der in Frage kommenden Ausgangsmaterialien neben Phosphor auch andere Pflanzennährstoffe wie z. B. Stickstoff, Kalium, Magnesium sowie Spurennährstoffe enthalten, werden Projekte, die auf ein Recycling auch dieser Nährstoffe abzielen, bevorzugt.
Als Beispiele für Ausgangsmaterialien, die Phosphat und andere Pflanzennährstoffe in erheblichen Konzentrationen enthalten, sind zu nennen:
• Kommunales Abwasser und Klärschlamm sowie Aschen der Klärschlammverbrennung
• Tiermehl, Knochenmehl, Fleischbrei sowie Schlachthofabfälle
• Überschussgülle, Hühnerkot und Stallmist
• Lebensmittelabfälle sowie Abfälle der Lebensmittelindustrie
Die erzeugten Ausgangstoffe für die Düngemittelindustrie müssen folgenden Bedingungen genügen:
• Die enthaltenen Pflanzennährstoffe, insbesondere Phosphat, müssen ausreichend löslich sein, um über die Pflanzenwurzeln aufgenommen werden zu können.
• Der Gehalt an Schadstoffen wie z. B. an Schwermetallen und (persistenten) organischen Schadstoffen soll die gesetzlichen Vorgaben für Düngemittel möglichst deutlich unterschreiten und bei sachgerechter Anwendung nicht zu einer Schadstoffanreicherung im Boden führen.
Die erzielten Materialien sollen entweder ohne weitere verfahrenstechnische Behandlungsschritte allein oder in Form von Gemischen als Düngemittel einsetzbar oder als Zwischenprodukt für die Düngemittel herstellende Industrie geeignet sein.

http://www.phosphorrecycling.de/index.php?option=com_content&view=category&layout=blog&id=14&Itemid=37&lang=de

(nach oben)


Studien zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen veröffentlicht

Als Land ohne eigene Phosphorvorkommen kann Baden-Württemberg seine Phosphorversorgung langfristig ökologisch und wirtschaftlich nur sichern, wenn es zunehmend gelingt, Phosphor aus Abfällen zurückzugewinnen. Vor diesem Hintergrund investiert Baden-Württemberg bereits seit Jahren in die Forschung und Entwicklung von Rückgewinnungstechnologien.

Zwei wichtige Studien wurden jetzt veröffentlicht. Eine Machbarkeitsstudie zur großtechnischen Phosphorrückgewinnung in der Kläranlage in Göppingen sowie eine Untersuchung zur Rückgewinnung aus Klärschlammaschen in den Verbrennungsanlagen in Stuttgart, Karlsruhe und Ulm/Neu-Ulm wurden zu 50 Prozent mit insgesamt rund 45.000 Euro vom Umweltministerium finanziert.

Umweltminister Franz Untersteller: „Der Rohstoff Phosphor ist lebensnotwendig, er wird aber knapper und teurer. Da er durch keinen anderen Stoff zu ersetzen ist, wird die Rückgewinnung insbesondere aus Abwasser und Klärschlamm zu einer Zukunftsfrage für Baden-Württemberg. Im Klärschlamm steckt ein so großes Potenzial, dass wir damit etwa die Hälfte unserer aktuellen Phosphorimporte ersetzen könnten!“

Bundesweit spiele Baden-Württemberg auf dem Gebiet der Phosphorrückgewinnung eine führende Rolle, sagte Untersteller. In Offenburg stehe bereits eine viel beachtete und erfolgreiche Pilotanlage zur Rückgewinnung aus Klärschlämmen, die jetzt vorgelegten Studien ließen weitere Pilotanlagen zur Erforschung von Rückgewinnungstechnologien in Stuttgart und Göppingen sinnvoll erscheinen. Solche Anlagen würden vom Land finanziell gefördert: „Wir brauchen weitere praktische Erfahrungen und Entwicklungen, um Rückgewinnung lohnend betreiben zu können. Zwar gibt es schon Verfahren, mit denen bis zu 90 Prozent des Phosphors aus Klärschlammasche wiedergewonnen werden können, aber diese Verfahren müssen zur großtechnischen Anwendungsreife gebracht und wirtschaftlich optimiert werden.“

Untersteller kündigte an, dass die Untersuchung, Weiterentwicklung sowie großtechnische Umsetzung unterschiedlicher Phosphor-Rückgewinnungsverfahren in Pilotanlagen auch mit Mitteln der Europäischen Union in Höhe von acht Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014 – 2020 unterstützt würden. Diese Summe würde durch Landesmittel in einer Größenordnung von etwa sechs Millionen Euro ergänzt.

Weitere Informationen
Das Land finanziert bisher eine großtechnische Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor in Offenburg. Die nach dem so genannten „Stuttgarter Verfahren“ arbeitende Anlage läuft seit November 2011. Mit der Pilotanlage wird ein etwa 5.000 Einwohnerwerten entsprechender Teilstrom des Klärschlamms behandelt und Magnesium-Ammonium-Phosphat (MAP) produziert. Die Ergebnisse dieser Anlage sind erfolgversprechend. An dieser Anlage wird derzeit die Aufbereitung des gewonnenen Phosphors weiter verbessert und an einem Verwertungskonzept gearbeitet.
Die Göppinger Studie „Rückgewinnung aus Klärschlamm“ wurde von iat – Ingenieurberatung GmbH in Zusammenarbeit mit dem Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte und Abfallwirtschaft (ISWA) der Universität Stuttgart erstellt.
Die Studie „Interkommunales Pilotprojekt zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammaschen in Baden-Württemberg“ ist eine Arbeit des ISWA.

http://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/studien-zur-phosphorrueckgewinnung-aus-klaerschlaemmen-veroeffentlicht/

(nach oben)


Phosphor-Recycling aus Klärschlamm lohnt sich

Knapp 13 Prozent der Phosphormenge, die in Deutschland jährlich für mineralische Dünger benötigt wird, könnte schon heute aus Aschen zurückgewonnen werden, die bei der separaten Verbrennung von Klärschlamm (Monoverbrennung) anfallen. Das zeigt eine Studie im Auftrag des UBA.
Die Studie analysierte erstmals, wie hoch der Gehalt an Phosphor, Metallen und seltenen Erden bei den rund 300.000 Tonnen Klärschlammasche ist, die in Deutschland pro Jahr bei der Monoverbrennung entstehen. Das Potenzial für die Rückgewinnung von Phosphor ist groß, das anderer Rohstoffe dagegen eher gering. Das Interesse am Phosphor-Recycling ist hoch, da die Vorkommen an phosphathaltigem Gestein, die sich derzeit wirtschaftlich abbauen lassen, zukünftig knapper werden.

http://www.umweltbundesamt.de/themen/phosphor-recycling-aus-klaerschlamm-lohnt-sich

(nach oben)


Phosphorrückgewinnung aus Abwasser

Insbesondere nach dem im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Paradigmenwechsel der Bundesregierung bei der Klärschlammverwertung stehen Technologien zur Phosphorrückgewinnung bei der Klärschlammverbrennung verstärkt im Fokus. Dipl.-Ing. Tobias Reinhardt von der Universität Stuttgart stellte diesbezüglich die Ergebnisse des interkommunalen Pilotprojektes der Kläranlagen Stuttgart, Karlsruhe und Neu-Ulm vor. Bei dem Projekt wurden verschiedene Rückgewinnungsverfahren – nasschemische Verfahren wie PASCH und ähnliche, thermische Verfahren wie Ash Dec – verglichen und bewertet. Erste Erkenntnis: Die nasschemischen Verfahren können eine bessere Schwermetallentfrachtung leisten, auch die Pflanzenverfügbarkeit des Phosphors ist hier besser. Auf der anderen Seite liegen bei den nasschemischen Verfahren die Kosten pro kg elementarem Phosphor höher als bei den thermischen Verfahren. Außerdem fallen bei den thermischen Verfahren geringere Mengen an zu entsorgenden Stoffen an. Das Pilotprojekt hat aber auch die Potenziale der Phosphorrückgewinnung aufgezeigt. So lassen sich laut Reinhardt bei einer Rückgewinnung von annähernd 100 Prozent des Phosphors aus der Klärschlammasche über 13 Prozent des als Düngemittel eingesetzten Phosphors substituieren. Durch die Erweiterung der Monoverbrennungsanlagen könne das Substitutionspotenzial noch weiter gesteigert werden, so Reinhardt.

Quelle: http://www.dwa-bw.de/landesverbandstagungen.html

(nach oben)

Anzeigen in www.klärwerk.info schalten

0

Sehr geehrter Interessent,

da das Portal von www.klärwerk.info jeden Monat mit über 750.000 Seitenaufrufen pro Monat (pages) und über 50.000 Besuchen pro Monat (number of visits) eine der beliebtesten, vielleicht sogar die beliebteste Seite auf diesem Sektor ist, bieten wir für Firmen aus dem Abwasserbereich auch die Schaltung von Anzeigen an. Nach Einrichtung der technischen Voraussetzungen können wir Ihnen ab sofort Folgendes anbieten:

Sie können Ihre Anzeige zielgenau in eine entsprechende Rubrik platzieren. Wenn Sie Fällmittelhersteller sind, z.B. in Fachwissen-Abwasserreinigung.

Sie können aber auch eine Stellenanzeige unter Offene Stellen schalten.

Da das Lieferantenverzeichnis sehr häufig genutzt wird, kann auch hier eine Anzeige sinnvoll sein.

Die Anzeigen stehen immer in der rechten Spalte parallel zu den redaktionellen Artikeln.

Eine Anzeige kostet 42 € für die Dauer von 3 Monaten plus MwSt. Dieser Preis beinhaltet die Schaltung einer Anzeige an 3 verschiedenen Stellen auf www.klärwerk.info. Die Abrechnung erfolgt vierteljährlich im Voraus auf Rechnung.
Bei einer Einstellung für 1 Jahr erhalten Sie einen Sonderpreis von 120 Euro plus MwSt.

Haben Sie spezielle Wünsche für Ihre Anzeige, so schreiben Sie uns bitte an schweizer@klaerwerk.info.

Damit es für Sie und uns möglichst einfach ist, haben wir eine „Technische Information“ erstellt.

Alle unsere Leistungen finden Sie in unserer Preisliste.

Wir freuen uns auf Ihre Anzeige

Ihr klärwerk.info Team

P.S. Der Eintrag ins Lieferantenverzeichnis geht ganz einfach. Nehmen Sie Kontakt (schweizer@klaerwerk.info) mit uns auf.

Anzeigen in www.klaerwerk.info schalten

0

Sehr geehrter Interessent,

da mittlerweile jeden Monat viele Tausend Klärwerksmitarbeiter das Portal www.klaerwerk.info nutzen, wird die Schaltung von Anzeigen immer häufiger nachgefragt. Nach Einrichtung der technischen Voraussetzungen können wir Ihnen ab sofort Folgendes anbieten.

Sie können Ihre Anzeige zielgenau in eine entsprechende Rubrik platzieren. Wenn Sie Fällmittelhersteller sind, z.B. in Fachwissen-Abwasserreinigung.

Sie können aber auch einen neuen Mitarbeiter in der Rubrik Berufliches suchen.

Da die Lieferantensuche sehr häufig genutzt wird, kann auch hier eine Anzeige sinnvoll sein. Die Anzeigen stehen immer in der rechten Spalte auf den Rubrikenseiten.

Eine Anzeige kostet 20 € /Monat plus MwSt. Dieser Preis beinhaltet die Schaltung einer Anzeige an 3 verschiedenen Stellen auf www.klaerwerk.info. Die Mindestlaufzeit beträgt drei Monate. Die Abrechnung erfolgt vierteljährlich im Voraus auf Rechnung.

Haben Sie spezielle Wünsche für Ihre Anzeige, so schreiben Sie uns bitte an Kontakt@klaerwerk.info.

Damit es für Sie und uns möglichst einfach ist, haben wir eine „Technische Information“ erstellt.

Wir freuen uns auf Ihre Anzeige

Ihr klaerwerk.info Team

 

P.S. Der Eintrag ins Lieferantenverzeichnis geht ganz einfach. Nehmen Sie Kontakt
(lieferanten@klaerwerk.info)mit uns auf.  Per Web-Formular können Sie Ihr Logo,
Firmendaten und Ihre Produktpalette einstellen. Schauen Sie doch mal rein.