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Schnelle Auskunft beim Chemieunfall

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Gemeinsamer Stoffdatenpool von Bund und Ländern künftig auch für Bürgerinnen und Bürger zugänglich

Aktuelle, schnelle und verlässliche Informationen über chemische Stoffe und ihre Wirkungen auf die Umwelt sind wichtig – für den Umweltschutz und die Gefahrenabwehr durch Feuerwehr oder Polizei. Seit 1995 gibt es dafür den „Gemeinsamen Stoffdatenpool Bund/Länder“, kurz GSBL. Ab sofort sind die Daten zu rund 400.000 chemischen Stoffen noch besser aufbereitet und für alle Bürgerinnen und Bürger im Internet verfügbar.

Am 28. Mai 2009 gaben Bund und Länder als Partner des GSBL den Startschuss zum neuen Online-Auftritt der Anwendung. Acht Länder und der Bund betreiben die Rechercheanwendung zu Stoffinformationen zentral. Die Daten sind über das Internet an jedem Ort mit Netzanschluss zugänglich. Bürgerinnen und Bürger haben künftig direkten und kostenlosen Zugriff auf den GSBL.
Der GSBL ist die größte und wichtigste Stoffdatenbank in Deutschland. Zu den rund 400.000 Stoffen sind in 480 Merkmalen die Stoffeigenschaften und rechtlichen Regelungen abgebildet. Dargestellt werden die Informationen als Faktendaten, wie Messwerte und beschreibt Maßnahmen – etwa für Havarien. Sowohl Experten als auch Laien erhalten die Stoffbeschreibungen in der für sie verständlichen Form. Zugangsberechtigt zur Gesamtanwendung sind alle staatlichen und kommunalen Behörden der beteiligten Partner. Für die breite Öffentlichkeit existiert eine Public-Use-Version, mit der die Daten online über das neue Portal recherchiert werden können.
Die Kooperation zwischen Bund und Ländern im GSBL hat lange Tradition: Schon seit 1995 pflegen Bund und Länder die Stoffdaten im gemeinsamen Daten-Pool. Seit 1998 gibt es eine Vereinbarung zur Rechercheanwendung. Umweltbehörden nutzen den GSBL für die Gewerbeaufsicht, den Arbeitsschutz oder bei der Entsorgung gefährlicher Stoffe. Die Wissenschaft schätzt die qualitativ hochwertige und aktuelle Zusammenstellung relevanter Information. Auch zur Gefahrenabwehr ist der GSBL seit Jahren über seine Gefahrstoff-Schnellauskunft (GSA) ein wichtiges Informationsinstrument, etwa bei Katastrophen, Unfällen und Havarien mit gefährlichen Stoffen. Ersteinsatzkräfte, wie Feuerwehr und Polizei, sind wichtige Institutionen, die den GSBL nutzen.

Martin Ittershagen, Pressestelle
Umweltbundesamt (UBA)

Mehr Informationen unter www.gsbl.de.

Ergebnisse zur Bewertung der (organischen) Schadstoffbelastung von kommunalen Klärschlämmen

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Auswertung eines Untersuchungsprogramms von 2006 – 2008 in Schleswig-Holstein

Zusammenfassung

Die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung hat in Schleswig-Holstein nach wie vor einen hohen Stellenwert, da rd. 80% der kommunalen Klärschlämme aus Schleswig-Holstein regelmäßig zur Düngung eingesetzt werden. Diese Verwertungsform ist in der öffentlichen Diskussion umstritten, da Klärschlamm als Schadstoffsenke der Abwasserreinigung gilt und mit einer Vielzahl von Schadstoffen belastet sein kann. Hierbei wird zunehmend neben der Belastung mit Schwermetallen die Belastung mit organischen Schadstoffen diskutiert, deren ökotoxikologisches Verhalten im Boden zum Teil noch unbekannt ist. Nur für einen Teil der Schadstoffe existieren Grenzwerte, genormte Analysenvorschriften und umfangreiche Kenntnisse zum Verhalten in der Umwelt, während für andere ein deutlicher Kenntnismangel vorliegt und zudem noch keine Grenzwertregelungen existieren.
Vor dem Hintergrund dieser Diskussion sowie im Hinblick auf die anstehende Novelle der Klärschlammverordnung wurde die Belastung der schleswig-holsteinischen Klärschlämme mit organischen Schadstoffen genauer ermittelt, um eine bessere Grundlage zur Bewertung der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung zu erhalten. Dazu wurde im Rahmen einer Studie die Belastungssituation kommunaler Klärschlämme aus 81 repräsentativ ausgewählten Kläranlagen bezüglich Schwermetalle, organischer Schadstoffe und Arzneimittel bewertet. Insgesamt wurden rd. 220 verschiedene Schadstoffe untersucht. Die festgestellten Schadstoffbelastungen wurden für die untersuchten Kläranlagentypen (AWT=Abwasserteichanlagen und KKA=konventionelle Kläranlagen) mit-tels statistischer Methoden auf mögliche Zusammenhänge zwischen Kläranlagenmerk-malen, Einzugsgebiet und Untersuchungsergebnissen ausgewertet.

Generell lassen die Untersuchungsergebnisse darauf schließen, dass die schleswig-holsteinischen Klärschlämme – bis auf wenige Ausnahmen – sehr gering belastet sind. Eine Besonderheit sind regional erhöhte Kupfergehalte im Klärschlamm, die auf Einträge aus Hausinstallationen durch korrosives Trinkwasser zurückzuführen sind. Eine Vielzahl der untersuchten organischen Schadstoffe wurde überhaupt nicht oder nur bei ei-nigen Anlagen nachgewiesen. Die Stoffgruppen Moschusverbindungen, Tenside, polybromierte Diphenylether und einige Pharmaka konnten dagegen ähnlich wie bei Studien aus anderen Bundesländern bei einigen Klärschlämmen in auffälligen Konzentrationen nachgewiesen werden.
Untersuchungen auf Perfluorierte Tenside (PFT) wurden im Rahmen dieses Programms wegen der zum Zeitpunkt der Untersuchung noch nicht vereinheitlichten Untersuchungsmethode und wegen der erwarteten niedrigeren Relevanz bei schleswig-holsteinischen Klärschlämmen nicht durchgeführt. Allerdings wurden als Nachtrag zum Untersuchungsprogramm an 7 Kläranlagen PFT-Untersuchungen durchgeführt, die alle unterhalb des Wertes von 100µg/kg TS lagen.
Die statistischen Ergebnisse von derzeit laufenden PFT-Untersuchungen werden an anderer Stelle veröffentlicht.

Auffällig sind die unterschiedlichen Schadstoffgehalte in Klärschlämmen aus Abwasserteichanlagen und konventionellen Anlagen. Ursächlich hierfür ist die lange Lagerzeit von 10 bis 15 Jahren der Klärschlämme in Abwasserteichanlagen. Durch die lange Lagerzeit findet ein starker überwiegend anaerober Abbau von organischer Substanz statt, wodurch die Nähr- und Schadstoffgehalte bezogen auf die Trockenmasse nominal ansteigen. Einige Stoffe werden bei diesen Prozessen abgebaut, wodurch die Klärschlämme aus Abwasserteichanlagen hier geringere Gehalte aufweisen. Außerdem finden sich in alten Teichanlagen noch relevante Anteile von Klärschlämmen aus früheren Jahren mit höheren Konzentrationen bestimmter Schadstoffe im Abwasser. Niedrigere Schadstoffgehalte im Vergleich zu größeren konventionellen Anlagen sind nicht verfahrensspezifisch sondern dem meist ländlichen Einzugsgebiet der Anlagen zuzuschreiben. Insgesamt werden auch bei den Teichanlagen in Schleswig-Holstein in der Regel keine erhöhten Schadstoffgehalte erreicht, die einer landwirtschaftlichen Verwertung entgegenstehen.

Ziel und Untersuchungsumfang der Studie

Ziel der aus den unten näher beschriebenen Teilen A, B und C bestehenden Studie war die Klärung der Frage, ob die landwirtschaftliche Klärschlammverwertung in Schleswig-Holstein auf Grund der ermittelten Schadstoffgehalte aus Sicht der Landwirtschaft sowie des Boden- und Gewässerschutzes auch zukünftig vertreten werden kann.
Mit umfangreichen statistischen Methoden wurden die Schlammqualitäten der untersuchten Klärwerke auf mögliche Zusammenhänge mit dem Einzugsgebiet und mit dem Schlammbehandlungsverfahren analysiert (Teil A).
Für alle untersuchten Parameter wurde eine ausführliche Beschreibung der Stoffe, ihrer Eigenschaften, ihrer Herkunft und ihrer Bedeutung im System Abwasser-Klärschlamm-Boden-Pflanze zusammengestellt und entsprechend dem Stand der Kenntnis eine ökotoxikologische Bewertung vorgenommen. Der sich hieraus ergebende Stand des Wissens wurde in Verbindung mit Ergebnissen anderer Studien und soweit vorhanden un-ter Berücksichtigung vorhandener oder vorgeschlagener Grenzwerte für Klärschlamm oder anderer Kompartimente des Ökosystems als Bewertungsgrundlage für die in den schleswig-holsteinischen Klärschlämmen gefundenen Schadstoffgehalte herangezogen (Teil B).
Den Abschluss der Studie bilden Maßnahmenvorschläge zur weiteren Verbesserung der Schlammqualitäten (Teil C).

Ergebnisse

Teil A: statistische Zusammenhänge
Die Verteilungsmuster der in den Klärschlämmen festgestellten Schadstoffgehalte wurden mit der Methodik der multivariaten Statistik untersucht. Es wurde festgestellt, dass sich die Schadstoffmuster der konventionellen Kläranlagen signifikant von denen der Abwasserteichanlagen unterscheiden. Für die Schadstoffe Lineare Alkylbenzolsulfonsäuren (LAS), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Nonylphenol (NP) wurden höhere Gehalte und Streuungen bei den Abwasserteichanlagen im Vergleich zu den konventionellen Kläranlagen festgestellt. Chlorbenzole, bromierte Diphenylether, Pharmaka und Steroide sind in beiden Kläranlagentypen gleichermaßen vorhanden, sofern die Gehalte oberhalb der Bestimmungsgrenze liegen.
Als Einflussgrößen auf die Schadstoffverteilung wurden bei den konventionellen Kläranlagen die Schlammstabilisierungs- bzw. Schlammentwässerungsverfahren sowie der Anteil gewerblicher Einleiter nachgewiesen. Bei den Abwasserteichanlagen korrelieren das Schlammalter und die Ausbaugröße mit den Schadstoffgehalten. Darüber hinaus wurde nachgewiesen, dass bei den unbelüfteten Teichanlagen das Entwässerungssystem sowie das Schlammalter und bei den belüfteten Teichanlagen die Ausbaugröße signifikant mit den Schadstoffmustern verknüpft sind.
Bei konventionellen Kläranlagen mit Saisonbetrieb konnten bezüglich der Schadstoffgehalte keine signifikanten Unterschiede zwischen Winter- und Sommerbeprobung ermittelt werden.

Teil B: Ökotoxikologische Bewertung der Schadstoffgehalte
Zur Bewertung der im Rahmen der Untersuchung festgestellten Schadstoffgehalte wurden die jeweils bestehenden oder vorgeschlagenen niedrigsten und damit schärfsten Grenz- bzw. Orientierungswerte von geltenden Regelungen auf Bundes- und EU-Ebene sowie Vorschläge aus anderen Untersuchungsprogrammen angesetzt.
Zur Bewertung der Schwermetalle sowie der organischen Schadstoffe polychlorierte Biphenyle (PCB), Moschusverbindungen und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wurde das zum Zeitpunkt der Beauftragung der Studie vorliegende Eckpunktepapier zur Novelle der AbfKlärV (BMU, 2006) zugrunde gelegt.
Inzwischen liegen neuere Grenzwertvorschläge für die Novelle der AbfKlärV (Arbeitsdokument BMU, 2007) sowie Schadstoffgrenzwerte in der Düngemittelverordnung (BMELV, 2008) vor, die auch in der nachfolgenden Zusammenstellung herangezogen wurden.
Zur Bewertung der Pharmaka, für die keine Grenzwerte existieren und über die bislang kaum Angaben über Gehalte in Klärschlämmen vorliegen, wurde ein Orientierungswert von 100µg/kg TS angesetzt. Dieser Wert leitet sich aus dem Triggerwert von Tierarzneimitteln im Boden zur Bewertung des Umweltverhaltens von Tierarzneimitteln nach dem Konzept der europäischen Arzneimittelagentur (EMEA, 1998) ab.
Liegen die im Rahmen dieser Studie ermittelten Schadstoffgehalte oberhalb dieser Grenz- bzw. Orientierungswerte wird von „Überschreitung“ gesprochen.
Bei der Interpretation von „Überschreitungs“- Werten muss zwingend die fachlich-wissenschaftliche Belastbarkeit der zum Vergleich herangezogenen Orientierungswerte berücksichtigt werden.
Für einen Teil der Schadstoffe existieren Grenzwerte, genormte Analysenvorschriften und umfangreiche Kenntnisse über das Umweltverhalten (z.B. Schwermetalle, PCB, PCCD/F, PAK). Die Güte des herangezogenen Grenzwertes ist hoch und die Überschreitungshäufigkeit ein belastbares Kriterium.
Für andere Schadstoffgruppen (Moschusverbindungen, LAS, Nonylphenol, Flammschutzmittel) existieren auf Bundes- bzw. EU-Ebene Vorschläge für Grenzwerte. Allerdings fehlen z.T. genormte Analyseverfahren und/oder das Umweltverhalten und ihre ökotoxische Wirkung ist zwar für das aquatische aber nicht für das terrestrische System bekannt.
Für die Stoffgruppe der Pharmaka liegt ein erhebliches Wissensdefizit bzgl. des Abbauverhaltens und der Wirkung im Boden vor. Überschreitungen eines wie vor beschrieben formal abgeleiteten Orientierungswertes können aus diesem Grund nur eingeschränkt beurteilt werden.
Insgesamt ist bei der Bewertung zu berücksichtigen, dass viele der derzeit diskutierten Schadstoffe im Klärschlamm bei einer landwirtschaftlichen Verwertung eine deutlich geringere ökotoxikologische Relevanz aufweisen als z. B. in Lebens- und Futtermitteln oder in verschiedensten Bedarfsgegenständen.

Zur Gesamtbewertung der ökotoxikologischen Wirkung der untersuchten Stoffgruppen in den Klärschlämmen wurden daher verschiedene Kriterien und international entwickelte Testverfahren herangezogen. Maßgeblich für die Bewertung sind u. a. die physikalischen und biochemischen Eigenschaften der Stoffe, das Verhalten in der Umwelt einschließlich der biologischen Abbaubarkeit sowie die Toxizität in den verschiedenen Umweltkompartimenten und evtl. möglichen Belastungspfaden. Bei der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung wird der Klärschlamm als Düngemittel auf bzw. in den Boden eingebracht. Ausgangspunkt der Bewertung ist daher das Verhalten und die Wirkungen der Stoffe im Boden jeweils unter Berücksichtigung der zugeführten Mengen und den daraus resultierenden Konzentrationen. Darauf aufbauend sind die physikalischen und biochemischen Abbauraten, die mögliche Verlagerung in das Grundwasser und die mögliche Aufnahme durch die Pflanzen zu bewerten. Zusätzlich ist zu prüfen, ob durch Bodenpartikel und Bodenstaub Pflanzen, Tiere oder Menschen unerwünschten Belastungen ausgesetzt werden können.
Die neuen Grenzwerte bzw. Grenzwertvorschläge aus bestehenden Regelwerken, die Ergebnisse aus der Studie sowie eine Bewertung hinsichtlich einer landwirtschaftlichen Verwertung sind in der nachfolgenden Tabelle für eine Auswahl der wichtigsten Schadstoffe dargestellt.

Teil C: Maßnahmen zur Verbesserung der Schlammqualität
Die Studie bestätigt bereits vorliegende Erkenntnisse wonach eine Verbesserung der Schlammqualität insbesondere durch die Reduktion schadstoffbelasteter Zuläufe sowie durch Erhöhung der aeroben Kontaktzeit zu erreichen ist.
Abhängigkeiten zwischen erhöhten Schadstoffgehalten und den Entwässerungsverfahren bzw. den eingesetzten Konditionierungs-, Fäll- bzw. Flockungshilfsmitteln konnten nicht festgestellt werden.

Weitere Informationen

Die vollständigen Untersuchungsergebnisse und Auswertungen finden Sie in der Langfassung.
Bei weiteren Rückfragen und ergänzendem Informationsbedarf zur landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung wenden Sie sich bitte per E-Mail an:

Regina.Kleinhans@mlur.landsh.de (Klärschlammentsorgung), 

Uwe.Schleuß@mlur.landsh.de (Düngemittelrecht),

pboysen@lksh.de (Landwirtschaftliche Klärschlammverwertung, Schadstoffe),

Birgit.Matelski@mlur.landsh.de (Abwasserbehandlung)

Unfallversicherung: Was Sie schon immer über Gefahrstoffe wissen wollten

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Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA) bietet einen neuen Internet-Service zum Thema Gefahrstoffe. Ab sofort können unter http://www.dguv.de/bgia/de/gestis/gefahrstoff_infos/index.jsp Leitfäden, Broschüren, Datenbanken, Berichte und Betriebsanweisungen der Unfallversicherungsträger und des BGIA eingesehen werden.

Mit Gefahrstoffen sicher umgehen, setzt viel Wissen voraus. Eine umfassende Sammlung praktischer Hilfen und Fachinformationen zum Thema bietet deshalb das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA) ab sofort unter http://www.dguv.de/bgia/de/gestis/gefahrstoff_infos/index.jsp an. Die Leitfäden, Broschüren, Datenbanken, Berichte und Betriebsanweisungen stammen von den Unfallversicherungsträgern und vom BGIA; sie richten sich an alle, die sich selbst oder andere vor Gefahrstoffbelastungen schützen wollen – am Arbeitsplatz und auch sonst.

Von Abbeizmittel, Alkohol im Betrieb und Asbest über Halogenkohlenwasserstoffe, Hautpflege und Holzschutzmittel bis hin zu Toluol, Tonern und Transport von Gasflaschen reicht das Spektrum. Das neue Internetportal des BGIA enthält – nach Stichworten geordnet – mehrere hundert Links zu praktischen Gefahrstoffinformationen der Unfallversicherungsträger. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Hilfen zur Gefährdungsbeurteilung bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten in einer Vielzahl von Branchen. Der Nutzer findet konkrete Anleitungen und Formulare, die dazu dienen, Gefährdungen systematisch zu erfassen, zu bewerten und Maßnahmen zur Verbesserung festzulegen.

Auch gefahrstoffrelevante Gesetze und Verordnungen sind übersichtlich gelistet, und aktuelle Themen wie REACH und GHS schnell gefunden. Daneben gibt es auch Hinweise auf Datenbanken mit kostenlosem Zugriff. Dazu zählen das Gefahrstoffinformationssystem GisChem der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie und die Stoffdatenbank GESTIS des BGIA, die auch Laien schnelle Antworten auf Gefahrstofffragen gibt.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Online-Spektroskopie in Brauereiabwasser

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Vor dem Hintergrund von Verfahrensstabilität, Betriebssicherheit und nicht zuletzt
der Wirtschaftlichkeit kommunaler und industrieller Abwasserreinigung
wird es immer wichtiger Online-Messsysteme einzusetzen, die für die jeweiligen
Messpunkte und Parameter optimal eingestellt sind. Im nachfolgenden Text
wird eine UV/VIS Spektroskopiesonde vorgestellt und deren Einsatz in Brauereiabwasser
untersucht. Im Minutentakt gemessene Daten können direkt in ein
Prozessleitsystem zur Optimierung des Betriebes eingespeist werden. Damit
lassen sich schon im Zulauf frühzeitig Problemstoffe nachweisen und die Nährstoff-
bzw. Frachtverhältnisse können optimiert eingestellt werden. Der Einsatz
der Sonde kann damit sowohl den Produktionsprozess optimieren als auch
gleichzeitig der Kläranlage zu einem optimalen Wirkungsgrad verhelfen
http://www.die-wasserlinse.de/download/ausgabe_0909/onlinespektroskopie.pdf

Bernd Hoffmann
Dr. Michael Teufel
NIVUS GmbH

Dipl.-Ing. (FH) Rainer Gutknecht
Jörg Seidler
Badische Staatsbrauerei Rothaus AG
79865 Grafenhausen

Fortpflanzungsstrategien bei Einzellern und anderen Abwasserorganismen

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Autorin:
Dipl.-Biologin Karin Kulicke
SÜD-CHEMIE AG
Ostenriederstr. 15

Der Frühling naht und im Belebtschlamm tummeln sich erstaunlich viele Einzeller,
trotz des kalten Wassers. Untersuchungen haben belegt, dass das Vorkommen
von vielen verschiedenen Einzellern im Frühjahr groß ist,
zum Sommer hin aber abnimmt. Eine Vermehrung/Fortpflanzung
findet aber über das ganze Jahr statt. Eine häufig gestellte Frage
lautet: Wie schnell können sich die Indikatororganismen eigentlich vermehren
und wie funktioniert das? Wenn das Schlammalter …mehr unter:

http://www.die-wasserlinse.de/download/ausgabe_0909/fortpflanzungsstrategie.pdf

Unser Kampf mit den Fadenbakterien

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Autoren
Dipl.-Ing. Carsten Baumgarten
Dipl.-Chem.-Ing. Christian Feldhoff
Stadtentwässerung Hannover

Co-Autor
Manfred Kulzer
(staatl. gepr. Umweltschutz- und Biotechniker)
Feralco Deutschland GmbH,

Das Klärwerk Gümmerwald (750 000 EW) liegt im Herzen
Niedersachsens, nahe der Ausfahrt Wunstorf Luthe der Autobahn
2. Die Anlage behandelt das Abwasser der Landeshauptstadt
Hannover und Teile der Region Hannover im
Verbund mit der Hannoverschen Kläranlage Herrenhausen.
Das Klärwerk verfügt über eine weitergehende Abwasserreinigung
mit vorgeschalteter Denitrifikation und biologischer
Phosphatelimination.
Durch die jahreszeitliche Veränderung in der Biozönose des
belebten Schlamms im Klärwerk Gümmerwald kommt es
jedes Jahr zu einer gehäuften Bildung von Fadenbakterien.
Sie beeinträchtigen massiv den Prozessbetrieb der Abwasserreinigung.
Im Einzelnen entstehen folgende Störungen:
– Gefahr der Bildung von Schwimmschlamm,
-Schäumen im Faulbehälter, verursacht von Gasbläschen,
die aufgrund der veränderten Struktur des Faulschlamms
nicht entweichen können,
– Störungen beim Abpressen des ausgefaulten Schlamms
durch Kleben und Anhaften an den Filtertüchern der Kammerfilterpressen,
-Schwierigkeiten beim Pumpen des Schlammes durch
vermehrte Gasbildung im Schlamm.
Interessanterweise haben die Beeinträchtigungen des regulären
Abwasserreinigungsbetriebs seit Einführung der weitergehenden
Abwasserreinigung verstärkt zugenommen. Mit
Sorge beobachten wir das vermehrte Auftreten von fädigen
Organismen und dokumentieren deshalb seit dem Jahr 2000
die Biozönose durch mikroskopische Untersuchungen.
Versuche, die Fadenbakterien in den Griff zu bekommen
(Einsatz von Flockungshilfsmitteln, Änderung des Rückführverhältnisses
und der Schlammbelastung, Einbau von…mehr unter:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info2-2009.pdf

Optimierung einer bestehenden Kläranlage Erfolg durch viele Einzelschritte

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Autor
Andreas Wendel, Abwassermeister
Abwasserverband „Obere Dietzhölze“

Der Abwasserverband Obere Dietzhölze befindet sich im
hessischen Landkreis Lahn-Dill. Er betreibt die Kläranlage
Eibelshausen mit einer Ausbaugröße von 19 000 EW. Dabei
handelt es sich um eine Belebungsanlage mit feinblasiger
Belüftung und anaerober Schlammbehandlung in einem
Faulbehälter.
Im Laufe der Jahre wurden wir mit der Reinigungsleistung
unzufrieden. Angeregt durch neue Erkenntnisse in der
Verfahrentechnik und in der Messtechnik, machten wir uns
Gedanken, wie wir unsere Anlage verbessern könnten. Das
Hauptaugenmerk richteten wir auf eine Prozessoptimierung
einschließlich einer Modernisierung der Messtechnik mit
Überarbeitung der Regelparameter (Sauerstoffeintragszeit,
Denitrifikation und Nitrifikation). Zudem sollte durch weitere
Eingriffe die Substratzufuhr erhöht werden, um dadurch
möglicherweise den Betrieb zu stabilisieren.
Zuerst wurde im Jahre 2005 die Phosphatfällung durch
Umstellung und Veränderung der Pumpensteuerung verbessert.
Daraufhin konnte der einzuhaltende Phosphatwert von
1,5 mg/l auf 1,2 mg/l reduziert werden. Diese Reduzierung
erspart dem Verband ca. 4000 € Abwasserabgabe pro Jahr. Mehr unter:

http://www.kan.at/upload/medialibrary/KA-Betriebs-Info2-2009.pdf

Das Schlammvolumen verdünnt und unverdünnt

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Beobachtungen auf dem Klärwerk Coburg

Michaela Jörg
Klärwerk Coburg

In Phasen mit zunehmendem Schlammvolumen konnte auf dem Klärwerk
Coburg eine deutliche Diskrepanz zwischen der Schlammvolumenmessung
mittels Verdünnungsmethode und der unverdünnten Messung festgestellt
werden. Die Verdünnungsmethode ergab hier bei hoher Fädigkeit des Belebtschlamms
deutlich zu niedrige Werte, die zu einer folgenreichen Fehleinschätzung
der Betriebsstabilität führen könnten. Ist die Verdünnungsmethode…mehr unter:

http://www.die-wasserlinse.de/download/ausgabe_0909/vompraktiker.pdf

Abwasser als Dünger auf den Feldern

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Abfallanstalt will Kompostwerk-Umweltproblem mit Hilfe der Landwirtschaft lösen.

GÖRSCHEN. Seit der Umstellung des Betriebs auf eine Vergärungstechnologie ist das Kompostwerk der heutigen Anstalt öffentlichen Rechts Abfallwirtschaft Sachsen-Anhalt Süd (AW) ein Umweltproblemfall. Genauer gesagt, sein Abwasser. Wurde doch festgestellt, dass die in die öffentliche Kanalisation fließende Brühe nicht nur zu viele feste Schmutzbestandteile sowie mineralische Stoffe enthielt, sondern auch die Einleitgrenzwerte des Abwasserzweckverbands Weißenfels für Stickstoff- und Phosphorverbindungen regelmäßig überschritt. Durch Einsatz eines so genannten Dekanters – er soll Feststoffe aus dem Abwasser entfernen – konnte man das Problem auch nicht in den Griff bekommen. Denn die mineralischen Bestandteile im Abwasser, so informierte jüngst Gundram Mock, amtierender Anstaltsvorstand, den AW-Verwaltungsrat, stellen nach wie vor eine zu hohe Belastung für eine Einleitung ins öffentlich Weißenfelser Abwassernetz dar.

Zur endgültigen Lösung der Abwasserfrage wurden verschiedene Entsorgungsmöglichkeiten untersucht. So die Errichtung einer eigenen Kläranlage mit biologischer Abwasserbehandlung im Kompostwerk, …mehr unter:

http://www.naumburger-tageblatt.de/ntb/ContentServer?pagename=ntb/page&atype=ksArtikel&aid=1237373786410&openMenu=1037634251521&calledPageId=1037634251521&listid=994342720546

1,7 Millionen Euro für Fremdwasserentflechtung im Saarland

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Das Ministerium für Umwelt fördert die Fremdwasserentflechtung im Saarland über das Förderprogramm  „Aktion Wasserzeichen“ mit rund 1,7 Millionen Euro. Von den Fördermitteln profitieren diesmal die Gemeinden Bous, Freisen, Kleinblittersdorf, Mettlach, Nonnweiler, Perl, Püttlingen und Rehlingen-Siersburg sowie die Städte Lebach, Merzig und St. Wendel. In den letzten 10 Jahren wurden mit diesem Programm insgesamt über 600 Maßnahmen mit Zuschüssen von etwa 95 Mio. Euro gefördert.

Das so genannte Fremdwasser (also das  unbeabsichtigt in die Kanalisation eindringende Grund- oder Regenwasser ) macht einen großen Anteil der Abwassermenge aus, obwohl es der Reinigung  in Kläranlagen eigentlich nicht bedarf. Dass dieses Wasser dennoch zu dem zu reinigenden Abwasser gelangt, ist ökonomisch und ökologisch problematisch. Denn wäre das Fremd- und Regenwasser nicht in den Abwasserkanälen, könnten diese wirtschaftlicher  gebaut werden, und die Kläranlagen hätten eine geringere Menge an zu reinigendem Wasser zu bewältigen, was Reinigungskosten erspart.

„Die über das Förderprogramm „Aktion Wasserzeichen“ finanzierten Maßnahmen nutzen also nicht nur der Umwelt“, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. „Weil die Menge des Fremdwassers in den Abwassersystemen reduziert wird, kann die Konzentration des Abwassers in den Kläranlagen stabil gehalten werden. Das verbessert die Wirkungsweise der Kläranlagen und schont damit den Geldbeutel der saarländischen Gebührenzahler. Gleichzeitig stellt die Förderung der Maßnahmen ein Beitrag der Landesregierung zur Stützung der Konjunktur dar.“

Folgende Projekte zur Fremdwasserentflechtung werden vom Ministerium für Umwelt gefördert:

  • In der Gemeinde Kleinblittersdorf wird die Entflechtung des St. Agatha Brunnen in Auersmacher mit ca. 49.700 Euro gefördert.
    Die Stadt Lebach erhält für die Fremdwasserentflechtung im Bereich der Steinstraße in Alschbach rund 213.600 Euro und für den Bau eines Regenüberlaufs in der Pestalozzistraße in Steinbach rund 63.800 Euro.
    Die Stadt Merzig erhält für die Erstellung einer Niederschlagswasserbewirtschaftungsstudie für die Stadtteile Silwingen und Monddorf rund 11.500 Euro, für Maßnahmen zur Fremdwasserentflechtung in Büdingen rund 114.100 Euro.
    In der Gemeinde Perl wird die Einleitung von Oberflächenwasser aus dem Bereich Schengen-Lyzeum in den Gehannesbour mit rund 210.800 Euro gefördert.
    Die Gemeinde Nonnweiler erhält für die Erneuerung von Entwässerungsanlagen in der Ringwallstraße in Otzenhausen rund 229.100 Euro und für den Neubau eines Regenüberlaufbauwerks in der Ringwallstraße in Otzenhausen rund 62.100 Euro.
    Die Stadt Püttlingen erhält für die Fremdwasserentflechtung im Bereich Sprenger Straße in Köllerbach rund 48.700 Euro.
    Die Stadt St. Wendel erhält für die Fremdwasserentflechtung im Bereich Im Adsack in Niederkirchen rund 16.300 Euro.
    Die Gemeinde Bous wird für die Ableitung von Oberflächenwasser aus dem Außengebiet A 8 im Bereich Derler Straße mit rund 196.400 Euro gefördert.
    In der Gemeinde Freisen werden für die Fremdwasserentflechtung in der Schmiedestraße in Eitzweiler rund 76.000 Euro zur Verfügung gestellt.
    Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg erhält für die Teilentflechtung von Außengebieten sowie den Rückbau des Regenüberlaufs Auf der Göll in Eimersdorf rund 49.000 Euro, für die Entflechtung der Außengebiete A4, A1.2 und A1.1 im Gemeindebezirk Gerlfangen rund 259.900 Euro, für die Fremdwasserentflechtung Zum Tunnel/Waldwieser Straße in Biringen rund 72.300 Euro, für die Erstellung einer Niederschlagswasserbewirtschaftungsstudie für den Ortsteil Fremersdorf rund 7.000 Euro und für die Entflechtung der Außengebiete A4 – Am Hanfberg in Oberesch rund 89.200 Euro.
    Die Gemeinde Mettlach wird bei der Erstellung einer Niederschlagsbewirtschaftungsstudie für den Ortsteil Orscholz mit rund 12.400 Euro unterstützt.

Hintergrundinformationen:
Die „Aktion Wasserzeichen – Förderprogramm zur Regenwasserbewirtschaftung“ ist ein Programm des Saarländischen Ministeriums für Umwelt, mit dem die Gemeinden und Städte des Saarlandes bei ihren Bemühungen, Fremdwasser von reinigungsbedürftigem Abwasser zu trennen, finanziell unterstützt werden.

Gefördert werden:
– 65 Prozent der Kosten für lokale Maßnahmen zur Entflechtung des Fremd – und Regenwassers. 
– 15 Prozent der Zuschüsse für Bürgerprogramme, bei denen die Kommunen die Nutzung und Versickerung von Regenwasser (z.B. durch Gründächer) in Privathaushalten fördern.

Quelle: http://www.saarland.de/7302_50401.htm