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Unterstützung von Wasserlaboratorien im südlichen und östlichen Afrika

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Im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit fördert die Physikalisch-Technische Bundesanstalt den Aufbau von nationaler und regionaler Qualitätsinfrastruktur in den Ländern der Southern African DevelopmentCommunity(SADC) und der East African Community(EAC). Da die Qualität des Wassers für den menschlichen Gebrauch zu den wichtigsten Dingen überhaupt gehört und der Zugang zu geeignetem Wasser für alle Menschen zu den unveräußerlichen Menschenrechten gehört, ist ein zentraler Punkt dabei der Aufbau eines Ringversuchs-Systems für Laboratorien in diesen Ländern für die chemische und mikrobiologische Analytik von Wasser. Die bisher durchgeführten 4 Ringversuche zur chemischen Analytikhaben gezeigt, dass viele Laboratorien mit mangelhafter Ausrüstung und fehlenden Chemikalien zu kämpfen haben.
An Ausrüstung werden vor allem grundlegende Geräte wie Photometer, AAS-Geräte, aber auch einfache Laborausrüstung benötigt. Selbstverständlich sind auch Geräte wie Gaschromatographen etc. willkommen.

Falls Sie gebrauchte, aber funktionsfähige(!) Geräte übrig haben und Laboratorien in Afrika helfen möchten, würden wir uns über die Spende sehr freuen. Die PTB ist bereit, bei Bedarf den Transport nach Afrika zu finanzieren. Sie wollen sich persönlich engagieren. Möglich wäre auch eine Patenschaft für ein Labor in diesen Ländern. Sie können dann direkt und gezielt helfen. Interessiert? Dann sprechen Sie uns an oder schreiben uns:

Michael.Koch@iswa.uni-stuttgart.de

Mehr unter:

http://www.iswa.uni-stuttgart.de/ch/aqs/pdf/PT%20Afrika-Flyer.pdf

Mikrobielle Brennstoffzellen

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(GEFÖRDERT DURCH DIE OSWALD SCHULZE-STIFTUNG)

Ende letzten Jahres wurde ein Forschungsvorhaben bei der Oswald Schulze-Stiftung mit dem Thema: „Betrieb und Optimierung der mikrobiellen Brennstoffzellentechnik im Labormaßstab“ eingereicht und bewilligt. Die angesetzte Projektlaufzeit beträgt sechs Monate. Im Rahmen dieses Projektes soll die Technik der mikrobiellen Brennstoffzellen (MBZ) erforscht und weiterentwickelt werden. Bei diesem Verfahren werden unter anaeroben Bedingungen arbeitende Mikroorganismen eingesetzt, welche als Biokatalysatoren dienen. Als mögliches Substrat kommen unter anderem die Kohlenstoffverbindungen des kommunalen Abwassers (CSB) in Frage. Der Vorteil bei diesem Verfahren ist, dass der CSB zur Energiegewinnung genutzt und gleichzeitig aus dem Abwasser eliminiert wird. Die Art der Energiegewinnung wird seit einigen Jahren an diversen internationalen Forschungseinrichtungen untersucht. Bis heute hat sich noch kein standardisierter Reaktoraufbau durchsetzen können und die Literatur liefert eine Vielzahl von unterschiedlichen Reaktorkonfigurationen und Elektrodenmaterialien. Für den biochemischen Prozess sind jedoch in der Regel eine Anode und ein Kathode und eine Membran erforderlich. In dem FuE-Vorhaben wird die Funktionsweise eines Zwei-Kammer-Systems untersucht und optimiert. Diese Art der MBZ wird bei Laboruntersuchungen häufig eingesetzt, da sie als sog. Batchreaktor betrieben werden kann. In der…mehr:

http://www.ruhr-uni-bochum.de/siwawi/Download/Newsletter%20April%202010.pdf

Dr. Arnold : Zukunftsweisendes Projekt

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Dr. Arnold Technische Unternehmensberatung GmbH hat für die Verbandsgemeindewerke Kröv-Bausendorf – an der Mosel und ihren Seitentälern gelegen – erstmals ein GPRS-gestütztes Überwachungssystem realisiert, bei dem drei verschiedene Service-Provider und Funk-DSL-Technologie für die Leittechnik in einem einheitlichen System zusammengeführt sind. Hierdurch konnten 30 Unterstationen im Kanalnetz und in der Trinkwasserversorgung trotz schlechter Funkausleuchtung in das GPRS-Netz integriert und ausgelagerte Arbeitsplätze versorgt werden, obwohl Draht-gebundene DSL-Anschlüsse nicht verfügbar waren.

Das neue System ersetzt die Telefonwählnetz-gestützte Fernwirktechnik Siemens SINAUT ST 1 und nutzt weiterhin die vorhandene Hardware Siemens S5-100 in den Unterstationen. Die Prozesswerte aus den S5-100-Stationen der lokalen Automatisierung werden in den web-Connector der Firma Baade ausgelesen und per GPRS kontinuierlich an die Leitstellenzentrale übertragen. In der Zentrale
wurde die Leitstellensoftware iFIX der GE-Fanuc mit dem Berichtssystem ACRON eingesetzt, zusammen mit dem Baade M2M-Manager zur Kommunikationssteuerung zu den Unterstationen. Zwei außenliegende Arbeitsplätze in einem Klärwerk und in der Verwaltung sind über Satelliten-DSL an die Zentrale angeschlossen.

Durch die weitgehende Nutzung der vorhandenen Hardware in den Unterstationen ergaben sich Kosten- und Zeiteinsparungen bei der Migration durch Vereinfachungen bei Test und Inbetriebnahme sowie eine vereinfachte Generierung.

Trotz der ungünstigen topografischen Verhältnisse konnte durch die Kombination unterschiedlicher Service-Provider (mit unterschiedlichen SIM-Karten) eine flächendeckende Erreichbarkeit der Unterstationen mit einem einheitlichen GPRS-gestützten Fernwirk-Kommunikationssystem erreicht werden.

Quelle: http://www.dr-arnold-tub.de/aktuell/zukunftsweisendes-projekt.html

Rechtsverordnungen zum Wasserhaushaltsgesetz

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Die Bundesregierung bereitet derzeit vier Rechtsverordnungen auf Grundlage von § 23 Wasserhaushaltsgesetz vor. Dies sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser am 23. März 2010 in ihrer Antwort auf die Frage einer Bundestagsabgeordneten (Bundestags-Drucksache 17/1248, Fragen 111/112). Im Einzelnen sind vorgesehen: Rechtsverordnung zum Schutz des Grundwassers (soll möglichst noch vor der parlamentarischen Sommerpause 2010 verabschiedet werden), Rechtsverordnung zum Schutz der Oberflächengewässer (in Vorbereitung in einem Bund-Länder-Arbeitskreis, mit der Verabschiedung ist im dritten Quartal 2010 zu rechnen), Rechtsverordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (derzeit laufen die Schlussberatungen für den Referentenentwurf, Verabschiedung bis Ende 2010), Rechtsverordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (geplante Verabschiedung im Jahr 2011).

Mit der letztgenannten Richtlinie sollen schon existierende Regelungen in der Abwasserverordnung aufgrund des § 7a WHG a. F. überarbeitet und an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden. Besonderer Wert wird dabei auf die Beachtung medienübergreifender Auswirkungen gelegt. In die Regelung sollen auch Anforderungen zur Anlagenüberwachung integriert werden. An zwei Beispielen (Metallverarbeitung, Papiererzeugung) werden Vorschläge für die entsprechenden Regelungen erarbeitet.

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/012/1701248.pdf

Einfluss der Kanalreinigung auf Spülstoßfrachten in Mischwassersystemen

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Lange, Ruben Laurids; Orth, Hermann; Bosseler, Bert; Schlüter, Marco; Wichern, Marc;

Die Einführung einer bedarfsorientierten Reinigungsstrategie bietet für Kommunen, die ihr Kanalnetz unabhängig vom Ablagerungszustand alle zwei Jahre oder öfter komplett reinigen, Potential für hohe Kosteneinsparungen. Weitgehend unbekannt ist jedoch, inwiefern eine Veränderung (in der Regel eine Verlängerung) der Reinigungsintervalle negative Auswirkungen, bspw. durch erhöhte Schmutzfrachtentlastungen aus dem Kanalnetz in die Gewässer, hat. Für die untersuchten Einzugsgebiete zeigte sich, dass die Menge der im Mischwasserabfluss transportierten Schmutzfrachten maßgeblich von Einflussgrößen wie den Einzugsgebietseigenschaften oder der Dauer der Trockenperiode vor einem Regenereignis …mehr:

http://www.baufachinformation.de/zeitschriftenartikel.jsp?z=2010029011203

Artikel aus der Zeitschrift: GWF Wasser Abwasser
ISSN: 0016-3651
Jg.: 151, Nr.1, 2010
Seite 84-91, Abb.,Tab.,Lit.

Der Einfluss von Natriumionen auf das Absetzverhalten von Belebtschlammflocken

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Einleitung
Das Belebtschlammverfahren ist das am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Reinigung kommunaler Abwässer. Die Qualität des Ablaufwassers ist sehr stark von der Effizienz der Fest/Flüssig-Trennung im Nachklärbecken abhängig. Diese ist nur hoch, wenn die Bildung von Belebtschlammflocken im Belebungsbecken ungestört funktioniert.
Belebtschlammflocken bestehen aus:
→   lebenden Mikroorganismen (Bakterien, Protozoen und Mehrzeller),
→   toten Mikroorganismen,
→   extrazellulären polymeren Substanzen (EPS),
→   anorganischen Bestandteilen.

Die mikrobielle EPS ist der wichtigste Bestandteil für die Flockenbildung. Die Biopolymere haben funktionelle Gruppen wie Hydroxyl-, Carboxyl- und Phosphatgruppen, die die negativ geladenen Oberflächen der Bakterien über so genannte „Brücken“ verbinden.

Belebtschlammflockenbildung
Vor allem zweiwertige Kationen überbrücken die negativ geladenen Enden der EPS und verbinden sie so mit den Oberflächen der Mikroorganismen.

Bild 43652Natrium1.jpg
1Braune Kreise: organische Partikel; schwarze Kreuze: anorganische Partikel; schwarze Linien: EPS; rote Striche: negative Ladungen an der EPS 

Die Ladung, Größe und der Durchmesser der Hydrathülle der Kationen bestimmt deren „Bindevermögen“. Wenn die Größe der Ionen zunimmt, nimmt die Dicke der Hydrathülle ab. Große Ionen mit hoher Ladung und dünner Hydrathülle können leichter die negativ geladenen Oberflächen der Mikroorganismen mit den negativ geladenen Enden der EPS verbinden als kleine Ionen mit niedriger Ladung und dicker Hydrathülle. Bezüglich der Flockulationskraft der Kationen ergibt sich folgende Reihenfolge: 

                                   Ca2+ > Mg2+ > K+ > Na+

Flockenzerfall durch Natriumionen
Natrium ist ein vergleichsweise schlechter Flockenbildner, weil es nur einwertig geladen ist, klein ist und die dickste Hydrathülle hat. Bei vielen Untersuchungen des Einflusses von Ionen auf die Belebtschlammstruktur (siehe Literaturliste) konnte gezeigt werden, dass vor allem Natrium einen negativen Einfluss auf die Schlammstruktur hat. Die Zugabe von einwertigen Kationen führt mit steigender Konzentration zu einer vermehrten Verdrängung von zweiwertigen Kationen durch Ionentausch und nachfolgend zu Flockenzerfall.
Vor allem in der kalten Jahreszeit, bei längeren Niederschlagsperioden oder Schneeschmelze führt der hohe Mischwasserzufluss auf vielen Kläranlagen zu einer Abreicherung von Calciumionen aus den Belebtschlammflocken in das umgebende Abwasser. Infolge dessen wird der Flockenzusammenhalt im Laufe des Winters stark geschwächt. Wenn in dieser Zeit zusätzlich erhöhte Natriumfrachten im Kläranlagenzulauf (z.B. nach Streusalzeinsatz) auftreten, kommt es – häufig von einem Tag auf den anderen – zu einer deutlichen Verschlechterung der Belebtschlammflockenbildung.
Folgende Abbildung 2 zeigt, wie deutlich Natriumionen z.B. die Flockenstabilität (gemessen als Scherstabilität) schädigen (weitere Parameter siehe Kara et.al.):

Bild Natrium2.jpg
Der Grund dafür ist, dass es zu einem Ionentausch in den Belebtschlammflocken kommt, bei dem die in den Flocken befindlichen Calciumionen durch die von außen kommenden Natriumionen verdrängt werden. Da Natriumionen wesentlich schlechter für den Flockenzusammenhalt sind als Calciumionen, wird der Belebtschlamm in der Folge deutlich feiner, leichter und scherempfindlicher.

Dieser Zustand bessert sich erst wieder von allein, wenn eine längere Trockenwetterperiode eintritt, in der sich die Belebtschlammflocken wieder mit Calcium anreichern können. Das Calcium stammt überwiegend aus der Wasserhärte (= Ca/Mg-Gehalt) des Trinkwassers und diese kommt bei Trockenwetter weitgehend unverdünnt auf der Kläranlage an, so dass die Calciumkonzentration im Abwasser höher als in den Flocken ist. Dann können sich die Belebtschlammflocken wieder mit Calcium anreichern.

Problematische Einleiter
Probleme mit der Belebtschlammflockenbildung sind besonders ausgeprägt, wenn das Einzugsgebiet einer Kläranlage in einem Gebiet mit „weichem“ Trinkwasser liegt (Wasserhärte 1-10) und zusätzlich von industriellen Einleitern hohe Natriumfrachten eingeleitet werden. In diesem Fall ist die Belebtschlammflockenbildung zumeist ganzjährig beeinträchtigt. Folgende Industriezweige liefern hohe Natriumfrachten:

1. Betriebe , die Lebensmittel herstellen oder verarbeiten, z.B. Molkereien, Schlachthöfe,     Fischverarbeiter, Feinkosthersteller, Konservenfabriken, Gemüseverarbeiter, Ölmühlen,      Gewürzfabriken etc.. Diese Betriebe setzen natriumhaltige Laugen und Tenside zur Reinigung ihrer Fertigungsanlagen ein. Insbesondere Natronlauge (NaOH) ist ein preiswertes und sehr     leistungsfähiges Entfettungsmittel.
2. Betriebe, die Natronlauge zur Neutralisation saurer Abwässer einsetzen. Das sind häufig ebenfalls Lebensmittelbetriebe wie unter (1), aber auch Getränkehersteller, Brauereien, Gerbereien, Metallverarbeiter etc.
3. Betriebe, die natrium- oder kochsalz(NaCl)-haltige Produkte herstellen oder verarbeiten, wie Tensidhersteller, Gewürzfabriken, Düngemittelfirmen, aber auch Autobahnmeistereien mit Streusalzverladung.
4. Deponiesickerwasser

Typische Natriumwerte auf Kläranlagen
Folgende Tabelle 1 zeigt typische Kationenkonzentrationen im Ablauf von 64 verschiedenen kommunalen Kläranlagen (ohne Deponien) sowie Beispiele für Kläranlagen mit Einleitern der oben angegebenen Kategorien 1-4.

Bild Natrium3.jpg

In der Praxis zeigt sich, das die Belebtschlammflockenbildung etwa ab einem Ca/Na-Verhältnis
von < 0,6 problematisch wird. Dann kommt es im Kläranlagenbetrieb zur Verschlechterung folgender Parameter:
– Absetzgeschwindigkeit der Belebtschlammflocken im Nachklärbecken
– Scherstabilität der Belebtschlammflocken (Flockenzerfall beim Pumpen)
– Sichttiefe und Trübung im Nachklärbecken (Flockenzerfall)
– CSB- und P-Konzentrationen im Ablauf (Flockenzerfall)
– Standzeiten der Probenaufbereitung von Online-Messgeräten (Membranen verstopfen)
– Filterlaufzeiten der Flockungsfiltrationen
– Fällmittelverbrauch
– Flockungshilfsmittelverbrauch bei der Überschussschlammeindickung.

In Abhängigkeit davon, ob das Ca/Na-Verhältnis dauerhaft ungünstig ist oder durch ein einmaliges Ereignis verschlechtert wurde, sind die Gegenmaßnahmen zu wählen.
Nach einem einmaligen Natriumeintrag ist ein kurzfristiger Kreide- oder Kalkeinsatz zu empfehlen. Auch die Substitution von NaCl durch MgCl2 oder CaCl2 als Streusalz kann Abhilfe bringen.
Bei dauerhaft ungünstigen Ca/Na-Verhältnissen ist entweder ein dauerhafter Calciumzusatz oder eine Limitierung der Natriumeinleitungen notwendig. So kann z.B. geprüft werden, ob der Einsatz von NaOH zur Neutralisation durch Kalkhydrat oder Kreide ersetzt werden kann.

Labormessungen
Hat man den Verdacht, dass der oben beschriebene Problemkreis auf der eigenen Kläranlage eine Rolle spielen könnte, bekommt man schnell den Wunsch, die relevanten Kationen Ca2+/Mg2+/K+ und Na+ sowie Cl- selbst vor Ort mit geeigneten Betriebsmethoden zu messen.
Für Ca2+/Mg2+/K+ und Cl- gibt es Küvettentests:
Ca/Mg: LCK 327
K LCK 328
Cl LCK 311

Aber Natriumionen können nicht photometrisch bestimmt werden. Dafür eignet sich nach unseren Erfahrungen die ionenselektive Sonde der Fa. Hach-Lange.

Für die Messung benötigt man
– (Multi-Funktions-) Messgerät (z.B. Hach HQ 40d multi)
– Natriumionen-selektive Elektrode
– Standardlösung
– Spüllösung
– Ionenstärkeregulator

Bild Natrium4.jpg

Vor Beginn der Messung werden 25 ml der Standardlösung mit 1 Beutel Ionenstärkeregulator vermischt und gemessen. Dabei soll ein Wert von 100 ± 10 mg Na/l herauskommen. Danach wird die Sonde gespült (25 ml Spüllösung + Ionenstärkeregulator).
Nachfolgend können die Wasserproben gemessen werden, wobei wiederum 25 ml Probe mit je 1 Beutel Ionenstärkeregulator gemischt werden. Zur Absicherung der Werte gegen Matrixeinflüsse eignen sich vor allem Verdünnungsreihen.
Bei unseren Messungen im Medium „Ablaufwasser“ kommunaler und industrieller Kläranlagen gab es im Messbereich zwischen 20 und 3000 mg Na/l keine nachweisbaren Störeinflüsse, so dass man davon ausgehen kann, dass das Messverfahren für diese Anwendung sehr gut geeignet ist.
Es ist durchaus empfehlenswert, bei bekanntem, dauerhaft erhöhtem Natriumeintrag oder wiederkehrenden kurzfristigen Beeinträchtigungen der Belebtschlammflockenstruktur regelmäßige Na-Messungen durchzuführen. Das gilt insbesondere dann, wenn man feststellt, dass

die Belebtschlammflocken sich schlecht absetzen, obwohl unter dem Mikroskop keine Fadenbakterien zu sehen sind.
der Fällmittelverbrauch für die P-Elimination bei ß-Werten > 1,2 liegt (Natrium verzögert   Fällungsreaktionen deutlich)
der Flockungshilfsmittelverbrauch für die Überschussschlammeindickung oder die   Faulschlammentwässerung vergleichsweise hoch ist,
die Schlammentwässerungsergebnisse vergleichsweise schlecht sind.

– die Belebtschlammflocken sich schlecht absetzen, obwohl unter dem Mikroskop keine Fadenbakterien    zu sehen sind.
– der Fällmittelverbrauch für die P-Elimination bei ß-Werten > 1,2 liegt (Natrium verzögert    Fällungsreaktionen deutlich)
– der Flockungshilfsmittelverbrauch für die Überschussschlammeindickung oder die    Faulschlammentwässerung vergleichsweise hoch ist,
– die Schlammentwässerungsergebnisse vergleichsweise schlecht sind.

In diesen Fällen steht der Aufwand für die regelmäßige Natriummessung in keinem Verhältnis zu den erzielbaren Einsparungen.

Mainz, den 18.6.2010
K. Sölter

Autorin:
Bioserve GmbH
Kirsten Sölter
Rheinhessenstraße 9a
55129 Mainz

Tel.: 06131-28 910-16
Fax: 06131-28 910-17
soelter@bioserve-gmbh.de

Literatur: 

1. Sölter, K.: Ursachen für schlecht absetzbare Belebtschlammflocken und was man dagegen tun kann; Vortrag für den Erfahrungsaustausch der Obleute norddeutscher Kläranlagen am 4./5. Mai 2010 in Lüneburg
2. Kara, F. et al: Monovalent cations and their influence on activated sludge floc chemistry, structure and physical characteristics; Biotechnology and Bioengineering Volume 100, No. 2, June 1, 2008, Seite 231-238   
3. Wilen, B.-M. et.al.: Influence of flocculation and settling properties of activated sludge in relation to secondary settler performance, Wat. Sci. Tech, Vol. 54, No. 1, 2006, Seite 147-155 
4. Jarvis, P. et. al.: The duplicity of floc strength, Wat. Sci. Tech, Vol. 50, No. 12, 2004, Seite 63-70 
5. Jin, B. et. al.: Impacts of morphological, physical and chemical properties of sludge flocs on dewaterability of activated sludge; Chemical Engineering Journal 98 (2004); Seite 115-126 
6. Tixier, N. et. al.: Effect of pH and ionic environment changes on interparticle interactions affecting activated sludge flocs – a rheological approach, Environmental technology, Vol. 24, 2003, Seite 971-978 
7. Novak, J.T. et.al: Floc structure and the role of cations, Wat. Sci. Tech, Vol. 44, No. 10, 2001, Seite 209-213 
8. Biggs, C.A. et. al. Activated sludge flocculation: direct determination of the effect of calcium ions, Wat. Sci. Tech, Vol. 43, No. 11, 2001, Seite 75-80 
9. Cousin, C.P.: Effect of calcium ion concentrations on the structure of activated sludge flocs, Environmental technology, Vol. 20, 1999, Seite 1129-1138 
10. Hänel, K. 1986: Biologische Abwasserreinigung mit Belebtschlamm, VEB Gustav Fischer Verlag Jena, ISBN 3-334-00023- 
11. Murthy, S.N. et al: Monitoring cations to predict and improve activated sludge settling and dewatering properties of industrial wastewaters; Wat. Sci. Tech., Vol. 38, No.3, 1998, Seite 119-126 
12. Murthy, S.N. et al: Influence of cations on activated sludge effluent quality, Annual conference and exposition – water environment federation, No. 455, 1998, Seite 309-324 
13. Novak, J.T. et. Al.: Cations and activated sludge characteristics, 12th Annual residuals and biosolids management conference, 12-15 Juli, 1998, Washington 
14. Zita, A. et. al.: Effect of ionic strength on Bacterial adhesion and stability of flocs in wastewater activated sludge system, Appl. and Environm. Microbiology, Vol. 60, No. 9, Sept. 1994, Seite 3041-3048 

Bericht: Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) bei der Klärschlammtrocknung

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Es werden Durchführung und Ergebnisse eines Trocknungsversuchs von Klärschlamm bei verschiedenen Temperaturen beschrieben. Der eingesetzte Klärschlamm wies erhöhte Gehalte an Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) auf. Ziel des Versuchs war die Bestimmung der Flüchtigkeit von PFOS bei verschiedenen Trockentemperaturen.
Eine relevante Flüchtigkeit von PFOS konnte ab einer Trocknungstemperatur von 60 °C festgestellt werden. Aus Vorsorgegründen wird empfohlen, künftig in Klärschlammtrocknungsanlagen ohne geeignete Abgasreinigungseinrichtung nur Klärschlämme bis zu einem Höchstgehalt von 125 µg/kg Trockensubstanz an Perfluorierten Tensiden (PFT) einzusetzen. Höher belastete Klärschlämme sollten in entwässerter Form direkt thermisch entsorgt werden.

http://www.bestellen.bayern.de/application/applstarter?APPL=STMUGV&DIR=stmugv&ACTIONxSETVAL(index.htm,APGxNODENR:15007,USERxBODYURL:artdtl.htm,AARTxNR:lfu_abfall_00173)=X

Mit der roten Karte zum Sieg

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Tübinger Wirtschaftswissenschaftler haben herausgefunden, dass ein Platzverweis die Chancen eines bestraften Fußballteams sogar verbessern kann
Noch zwanzig Minuten zu spielen. Die Heimmannschaft hat sich als stark erwiesen, die Gäste sind in Bedrängnis. Und dann passiert, was die Gäste am wenigsten gebrauchen können: Der Schiedsrichter pfeift und zeigt ihnen die rote Karte. Mit nur zehn Spielern stehen sie dem Heimteam gegenüber. Zwanzig Minuten später ist die Überraschung da, sowohl in den Rängen wie auf dem Spielfeld: Die Gäste haben sich mit ihrer geschrumpften Mannschaft noch verbessert, die Gastgeber lassen enttäuscht die Ohren hängen.

Zehn Spieler schaffen es besser als elf – ist an diesem alten Fußballmythos etwas dran? Diese Frage haben sich vier Wirtschaftswissenschaftler der Universität Tübingen gestellt. Mario Mechtel und Tobias Brändle vom Lehrstuhl für Finanzwissenschaft (Prof. Dr. Laszlo Goerke) haben sich mit Agnes Stribeck und Karin Vetter vom Lehrstuhl für Personal und Organisation (Prof. Dr. Kerstin Pull) zu einem Gemeinschaftsprojekt zusammengetan und den Spielverlauf von 3060 Spielen der Bundesligazeiten 1999/2000 bis 2008/2009 ausgewertet. In dieser Zeit zählten sie insgesamt 672 Platzverweise.

„Als große Fußballfans hat uns die Frage interessiert, ob an dem bekannten Fußballmythos, dass zehn Spieler besser sind als elf, wirklich etwas dran ist“, so Mario Mechtel. Ein aktuelles Beispiel für diesen Mythos sei das Halbfinal-Rückspiel der Champions League-Saison 2008/2009 zwischen dem FC Chelsea und dem FC Barcelona. Den Katalanen gelang nach dem Platzverweis gegen ihren Linksverteidiger Eric Abidal in Unterzahl noch der Ausgleichstreffer, der auf Grund des Hinspielergebnisses gleichbedeutend war mit dem Einzug in das Finale. Die jüngste Fußballgeschichte habe denn auch gleich ein Beispiel parat: „Hätte Luis Suárez, Nationalspieler Uruguays, nicht in der 120. Minute des Viertelfinals gegen Ghana den Ball mit der Hand von der eigenen Torlinie gekratzt – ihm wäre der folgende Platzverweis zwar erspart geblieben, sein Team allerdings hätte durch das entscheidende (von ihm aber verhinderte) Tor den Heimflug antreten müssen.“

Das Ergebnis der Studie ist differenziert, aber statistisch gut abgesichert: Eine Gastmannschaft kann in der Tat von einem Platzverweis – sei es die rote Karte oder eine wiederholte gelbe Karte – profitieren. Voraussetzung ist aber, dass die Mannschaft nur noch höchstens 20 Minuten in reduzierter Besetzung spielen muss. Sonst hält das bestrafte Gastteam nicht durch. Etwas anders sieht es für Heimmannschaften aus: Sie können von einer roten Karten überhaupt nicht profitieren. Eine personelle Schwächung schlägt sich mit großer Wahrscheinlichkeit negativ im Spielergebnis nieder.

Die vier Tübinger Wissenschaftler sind nicht die ersten, die solch eine Analyse vorgenommen haben. Doch im Unterschied zu anderen Forschern haben sie in ihre statistische Analyse zwei weitere wichtige Faktoren einbezogen: die Stärke der beiden Teams, gemessen an ihren Ergebnissen im Verlauf der jeweiligen Saison, und die Stärke der Teams bei Heimspielen. So konnten sie besonders gut zwischen Heim- und Auswärtsspielen unterscheiden, und außerdem erlaubte das Verfahren, Korrekturen für den Fall in die Analyse einzubauen, dass zwei Teams mit sehr unterschiedlicher Stärke aufeinandertrafen. Zudem berücksichtigen die vier Tübinger Forscher auch die Verläufe von Spielen ohne Platzverweise, um statistisch untersuchen zu können, ob die gefundenen Effekte wirklich von den Platzverweisen stammen oder durch andere Einflüsse erklärbar sind. Tobias Brändle: „Aus der bloßen Beobachtung heraus, dass eine Mannschaft in Unterzahl noch zwei Gegentore bekommen hat, kann man nicht sagen, ob diese wirklich durch den Platzverweis induziert waren. Wir versuchen durch unsere Analyse auch zu berücksichtigen, wie ein Spiel ohne Hinausstellung ausgegangen wäre – daher untersuchen wir auch Spiele ohne Platzverweise. So können wir einen kausalen Zusammenhang zwischen Platzverweis und Spielergebnis herleiten.“

Das teilweise überraschende Ergebnis beleuchten die Forscher in ihrer Arbeit im Lichte verschiedener theoretischer Ansätze aus der Ökonomie. Einerseits führt die Hinausstellung eines Spielers zu einer suboptimalen Zusammensetzung der Mannschaft, da die verbleibenden Spieler dessen Rolle übernehmen müssen. Andererseits ruft ein Platzverweis einen Motivationseffekt bei den verbleibenden Spielern hervor. Jeder von ihnen muss nun mehr Verantwortung übernehmen und kann sich weniger gut hinter seinen Mitspielern verstecken. Des Weiteren müssen sowohl die dezimierte als auch die gegnerische Mannschaft ihre Taktik und Spielart an die neue Situation anpassen. Diese Anpassung sollte tendenziell derjenigen Mannschaft leichter gelingen, die die einfachere Aufgabe zu erfüllen hat.

Und woher kommt es, dass Gastgeber und Gäste so unterschiedlich auf eine Bestrafung reagieren? Auch dafür haben die Wissenschaftler eine Erklärung. Empirische Analysen zeigen, dass Auswärtsmannschaften im Durchschnitt defensiver auftreten als Heimteams. Dabei wird es in der Regel als leichter eingestuft, kompakt zu verteidigen, als selbst das Spiel machen zu müssen. Die Anpassung an die neue Spielsituation nach dem Platzverweis sollte daher Auswärtsmannschaften besser gelingen als Heimmannschaften. Die Heimmannschaft hat deswegen keinen Spielraum mehr, eine Schwächung durch zusätzliche Motivation auszugleichen. Der positive Motivationseffekt macht jedoch auch die geschwächten Gäste nur für eine begrenzte Zeit zu Überfliegern. Trifft sie die Strafe früher als in der siebzigsten Minute, können sie ihre personelle Unterlegenheit nicht bis zum Ende durch mehr Einsatz ausgleichen.

Im Übrigen sind die Auswirkungen eines Platzverweises auf das Spielergebnis unabhängig von der Zuschauerzahl und der Frage, ob es sich um ein Derby handelt.

Aus der Untersuchung lasse sich, …mehr: Die Studie ist abrufbar unter http://ssrn.com/abstract=1571867

Kontakt:
Diplom-Volkswirt Mario Mechtel
Universität Tübingen, Lehrstuhl für VWL, insb. Finanzwissenschaft
Tel: 0 70 71 – 29 – 7 81 82; Fax: 0 70 71 – 29 – 55 90

Michael Seifert, Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

Biologische Reinigung bei schwermetall- und sulfathaltigen Industrie-Abwässern effektiv

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Kassel. Giftige Industrie-Abwässer kostengünstiger, umweltschonend und effektiver zu reinigen als bisher gebräuchliche Verfahren erlaubt eine mehrfach patentierte Erfindung aus der Universität Kassel. Mit einem Festbett-Bioreaktor und Sulfat reduzierenden Bakterien kann das neue biochemische Reinigungsverfahren saure und sulfathaltige Waschwässer, etwa aus Bergwerken, vor Ort reinigen. Das ist nicht nur zu rund 30 Prozent geringeren Kosten als bisher möglich – es fallen auch keine Reststoffe mehr an, die auf Sonderdeponien entsorgt werden müssen. Stattdessen entstehen Produkte, die für andere Industrieprozesse wieder verwendet werden können.

In vielen Industriebetrieben wie Müllverbrennungsanlagen, Kohlekraftwerken und Bergwerken fallen bei der Produktion hochkonzentrierte schwermetall- und sulfathaltige, stark saure Abwässer an, beispielsweise auch bei der Rauchgasentschwefelung. Die bisher bekannten chemischen Verfahren (Nassverfahren) zur Reinigung von schwefel- und schwermetallhaltigen Lösungen, bei denen etwa Kalkmilch (Kalkhydrat) zur Elimination von Schwermetallionen wie Cadmium, Quecksilber, Zink, Chrom oder Kupfer verwendet wird, haben Nachteile: Es entsteht eine große Menge von synthetischem Gips, der Schwermetalle und andere giftige Stoffe beinhaltet. Daher muss er teuer auf Sondermülldeponien entsorgt werden.

Im Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft am Fachbereich Bauingenieurwesen der Universität Kassel unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Franz-Bernd Frechen mit seinem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr.-Ing. Waldemar Dinkel wurde nun ein biochemisches Verfahren entwickelt, das in einem geregelten, doppelten Reaktionskreislauf die Schwermetalle aus Waschsäure ausfällt und Säure gewinnt, die im Reinigungsprozess eines Industriebetriebes wieder eingesetzt werden kann. Auch der Metallschlamm, der nach der Waschsäurereinigung übrig bleibt, ist wieder verwertbar. Er besteht überwiegend aus Metallsulfid, also einer chemischen Verbindung, in der Metalle auch in der Natur überwiegend zu finden sind.

Die Grundlagen für dieses Verfahren wurden im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Staatlichen erdöltechnischen Universität Ufa in Russland erarbeitet. Herzstück des Reinigungsverfahrens, das bereits zwei Patente für Europa und Russland erhalten hat und für zwei weitere angemeldet wurde, ist ein Festbett-Bioreaktor, in dem mit Glycerin gefütterte Bakterien ihre Arbeit verrichten: Sie „verdauen“ verdünntes sulfathaltiges Abwasser und produzieren auf biochemischem Weg Sulfid. So wird Schwefelwasserstoff (H2S) erzeugt.
In einem weiteren Reaktor wird der Schwefelwasserstoff mit Luft oder Stickstoff aus dem Abwasser gestrippt und in einen dritten Behälter mit stark konzentriertem Abwasser überführt. Mit Hilfe des Schwefelwasserstoffs werden dort die Schwermetallionen gebunden und fast vollständig ausgefällt.

Dank des entwickelten Bioreaktors habe man im Laborversuch 99,9 Prozent des Zinks im Abwasser ausfällen und 64 Prozent des Sulfats reduzieren können, sagt Dr. Dinkel. Der Wissenschaftler, der früher an der Universität in Ufa gelehrt hat und seit 1997 an der Universität Kassel forscht, hat durch Experimente herausgefunden, in welchem Säuremilieu und bis zu welcher Konzentration von Schwermetallen im Abwasser die Sulfat reduzierenden Bakterien die optimale Menge von Sulfiden produzieren.

Die Grundlagen dieses neuartigen biologischen Reinigungsverfahrens sind bereits während eines mit 175.000 € von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten zweijährigen Kooperationsprojekts mit der – mit der Kasseler Uni seit Jahren befreundeten – erdöltechnischen Universität Ufa in Russland gelegt worden, das vor sieben Jahren startete. So stammen die Sulfatreduzierenden Bakterien für den Kasseler Bioreaktor beispielsweise aus dem Abwasserteich des Erdölverarbeitungswerks Ufa. Die Russen sind an kostengünstigen Techniken zur Abwasserreinigung interessiert, da es in dieser Region viele Bergbau- und Erdölbetriebe gibt.

Frechen sieht die wirtschaftlichen Chancen der Erfindung aus Kassel vor allem im Bergbau und bei Müllverbrennungsanlagen. Das Fachgebiet habe ein auf Bergwerke zugeschnittenes Verfahren entwickelt und im Labor getestet, das kostengünstiger und effektiver als die bisher gebräuchlichen Verfahren saure und sulfathaltige Waschwässer vor Ort reinige. Das jährliche Betriebskosten-Einsparpotential schätzt Frechen auf bis zu 30 Prozent. Ein Bergwerksbetrieb könne so jedes Jahr Millionen Euro einsparen. Dr. Dinkel sieht auch Einsatzchancen in anderen Industriebetrieben, z.B. in der Galvanik, wo Schwermetallionen und Sulfate zum Einsatz kommen. Das Reinigungssystem unterbiete schon jetzt deutlich die zulässigen Einleitungsgrenzwerte für Industrieabwässer. Mit einer weiteren Verschärfung der europäischen Umweltschutzvorschriften werde die Erfindung aus Kassel für die Unternehmen immer interessanter.

Christine Mandel, Abt. Kommunikation und Internationales
Universität Kassel

Info
Prof. Dr.-Ing. Franz-Bernd Frechen
Dr.-Ing. Waldemar Dinkel
e-mail wdinkel@uni-kassel.de
Universität Kassel
Fachbereich Bauingenieurwesen
Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft

„Mozart für Mikroben“

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Einsatz des NATURSCHALLWANDLER – Systems in der Abwasserreinigung

Der NATURSCHALLWANDLER ist ein neuartiges Akustiksystem, welches im Unterschied
zu herkömmlichen Lautsprechern (Boxen) über eine natürliche Abstrahlcharakteristik
verfügt. In der Natur breiten sich Schallwellen von einem Punkt ausgehend in alle
Richtungen gleichzeitig und nahezu drucklos aus. Der NATURSCHALLWANDLER
erzeugt und sendet Schallwellen, die in ihrer Wirkung
auf Organismen den natürlichen
Schallwellen und deren zugrundeliegenden
Gesetzmäßigkeiten entsprechen. Bei einer Beschallung
mit harmonischen Frequenzmustern (Naturklänge,
harmonische Musik) kann eine Wirkung auf die
Abbauleistung des Belebtschlammes beobachtet werden.
Wir führen dies auf eine positive Regulierung der
Membranaktivität , der Organisat ion und der
Milieubedingungen der Mikroorganismen zurück.
Die Stoffwechselleistung und die Sauerstoffverwertung erhöhen sich und damit der aerobe
Abbau von organischen Stoffen. Die Anpassung der Mikrobengemeinschaft an die
Nährstoffsituation imAbwasser wird beschleunigt.
Dieses Verfahren hat die MUNDUS GmbH 2009 in Österreich erstmals in
Abwasserreinigungsanlagen erprobt und angewendet.
Mehr:

http://www.mundus-gmbh.de/klaeranlagen.phtml