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Klärschlammentsorgung: Gesellschafter der KSV stimmen einer Umschuldung zu

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Am 30.06.2011, also in letzter Minute, stimmten die letzten Gesellschafter einer Umschuldung zu. Die Restschulden bei der Hessischen Landesbank in Höhe von 25,7 Millionen € wurden abgelöst. Jede der beteiligten Kommunen hat dafür selber Kredite aufgenommen. Zinsen und Tilgung für die Kredite werden dann nicht mehr von der KSV direkt zu erbringen sein, die Kommunen selber sind dafür verantwortlich. Bisher musste die KSV jährlich 1,3 Millionen an Zinsen und 1,5 Millionen an Tilgungen aufbringen. Dadurch lässt sich die KSV betriebswirtschaftlich weiter führen, die kommunalen Haushalte werden jetzt direkt belastet. Ohne Umschuldung wäre die KSV pleite gewesen und hätte die am 1.7.2011 fälligen Zins- und Tilgungsraten nicht mehr leisten können.

Eine wundersame Preissenkung wurde auch vorgenommen, so wurde der Entsorgungspreis je Tonne Klärschlamm von 103 € auf nur noch 75 € …mehr:

http://www.windsa.net/categorie-11712075.html

Wahrheitssuche in 200 000 Tonnen Klärschlamm

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Unbescholtener Geschäftsmann oder krimineller Müllentsorger? Für den am Landgericht Cottbus angeklagten Gubener Klaus Peter K. geht es um Freiheit oder Gefängnishaft. Der Prozess gegen ihn kommt nur langsam in Gang.

Was im November 2008 mit einer Razzia durch Beamte des Landeskriminalamtes Brandenburg an mehreren Orten in der Lausitz begann, endete in zwei Anklageschriften. Die wurden am Mittwoch vor der Dritten Großen Strafkammer am Landgericht Cottbus verlesen.

Danach soll der 64-jährige Gubener Klaus Peter K. aus Gewinnsucht von 2003 bis 2008 mehr als 200 000 Tonnen Klärschlamm und Klärschlammkompost illegal zum Verfüllen einer Kiesgrube in …mehr:

http://www.lr-online.de/politik/Tagesthemen-Wahrheitssuche-in-200-000-Tonnen-Klaerschlamm;art1065,3385450

Köln: Erste Großstadt mit Hochwassergefahrenkarten nach neuem EU-Standard

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Nach der Erstveröffentlichung 2004 ist ab sofort eine neue Version der Hochwassergefahrenkarten für das Stadtgebiet Köln im Internet der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR verfügbar. Damit erfüllt und übertrifft Köln bereits vorzeitig die Vorgaben der EU-Richtlinie zur Bewertung und Management von Hochwasserrisiken, welche für Deutschland im Wasserhaushaltsgesetz umgesetzt wurde und seit März 2010 verbindlich ist. Durch eine verbesserte Datengrundlage gegenüber 2004 konnte die Hochwassergefahreninformation für Ereignisse mit niedriger, mittlerer und hoher Eintrittswahrscheinlichkeit zudem aktualisiert und verfeinert werden.

Die Hochwassergefahrenkarten zeigen die Überschwemmungstiefen und -ausbreitungen bei ausgewählten Rheinwasserständen mit und ohne Berücksichtigung der aktuellen Hochwasserschutzanlagen. Dabei wurden die Farbgebung der betroffenen Flächen sowie die Abstufung der Überschwemmungstiefen dem neuen EU-Standard angepasst.

In der neuen Version werden zudem erstmals sogenannte Restrisikoflächen und die Gefährdung durch Grundhochwasser bei einem Hochwasser von 11,90 m Kölner Pegel dargestellt.

Neben den inhaltlichen Neuerungen erwarten den Besucher eine moderne und zeitgemäße Internetpräsenz, welche besonders benutzerfreundlich gestaltet ist.
Die Hochwassergefahrenkarten finden Sie im Internet unter

www.hochwasserinfo-koeln.de

Warendorf: Windkraftanlage auch am Klärwerk?

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Die Zahl der Windkrafträder rund um Warendorf dürfte weiter wachsen. Nachdem die Mikrogasturbinen des Warendorfer Klärwerks deutlich früher in die Gewinnzone fahren als erwartet, wird jetzt überlegt, auch noch eine Windkraftanlage in Neuwarendorf zu errichten.
Das wurde im Betriebsausschuss des Abwasserwerks diskutiert, ohne allerdings eine konkrete Entscheidung zu treffen. So weit wie möglich mit selbst erzeugtem Strom autark sein – das ist das von der Betriebsleitung definierte Ziel des Abwasserwerks. 2007 wurde für gut 422 000 Euro eine Anlage zur Erzeugung von elektrischer Energie angeschafft, die ihre Kilowattstunden aus Faulgas erzeugt. Dank Faulgas Kilowatt ernten !

Mit dieser Kraft-Wärme-Kopplung könne der eigene Strom- und Wärmebedarf des Klärwerks zu etwa 43 Prozent gedeckt werden. Unter dem Strich zeige sich, dass die Anlage effektiv arbeitet, was zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeitsprognose führe, so Ralf Bücker, Stellvertretender Betriebsleiter des Abwasserwerks. Nach aktualisierten Berechnungen werde der „Break-Even-Point“, der Zeitpunkt, zu dem die Anlage mehr Geld einbringt als Ausgaben verursacht, bereits im Jahr 2017 erreicht und nicht erst 2020, wie bei der damaligen Kaufentscheidung zunächst konservativ angenommen.
Energiewende bringt Rückenwind !

Ermuntert durch diesen Erfolg, er sowohl dem Umweltschutz dient als auch der Wirtschaftlichkeit des Abwasserbetriebs, wird nun bereits über eine Ausweitung des Konzepts zur Nutzung regenerativer Energien nachgedacht. So schlug Betriebsleiter und Baudirektor Oliver Knaup vor, Möglichkeiten zur Errichtung einer Windkraftanlage …mehr:
http://www.aw-waf.de/city_info/webaccessibility/index.cfm?region_id=411&waid=310&design_id=0&item_id=849052&modul_id=33&record_id=42973&keyword=0&eps=20&cat=0

Kläranlagen: Vom Energiefresser zum Kraftwerk

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Radiosendung auch zum anhören

Unser Abwasser zu reinigen, braucht viel Energie: Kläranlagen benötigen etwa gleich viel Strom wie die gesamte öffentliche Beleuchtung. Andererseits produzieren Kläranlagen mit ihrem Biogas auch Strom – und zwar zweieinhalb mal mehr als alle Solaranlagen in der Schweiz. Noch reicht die Stromproduktion aber nicht aus, um den eigenen Bedarf zu decken.

Bis Kläranlagen gleich viel Strom produzieren, wie sie verbrauchen, könne es noch 20 bis 30 Jahre dauern, sagt Ernst A. Müller, Leiter des nationalen Programms «EnergieSchweiz für Infrastrukturanlagen». Viele Kläranlagen könnten ihren Energieverbrauch aber gut um 20 bis 40 Prozent senken und bei der Stromproduktion zulegen, sagt Müller.

Wie sich eine Kläranlage in ein Kraftwerk verwandelt, zeigt das Beispiel der ARA Morgenthal in der Region Arbon am Bodensee. Wer wissen will, wie die Energiebilanz der Kläranlage am eigenen Wohnort aussieht, findet möglicherweise Angaben im Geschäftsbericht, andernfalls kann man nachfragen.

Die Sendung vom 20.5.2011 können Sie unter
http://www.drs3.ch/www/de/drs3/sendungen/espresso/2649.bt10179681.html
anhören

Grabenlose Kanalsanierungen – Eine Alternative zum Neubau?

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Der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute hat am 19./20.05.2011 das VSA-Kanalisationsforum 2011 durchgeführt.

Die Präsentationen der Vorträge sind unter den VSA-Verbandsberichten nachzulesen.

Die Themen der einzelnen Vorträge:
Öffentlichkeitsarbeit, Einsatz von Medien zur Überzeugung der Kommunalpolitik
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_06_HF_Sterchi.pdf
Entwicklung und Herausforderungen für die Abwasserreinigungsanlagen ARA
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_00d_MI_Wiederkehr.pdf
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_17_HF_Hostettler.pdf
Dichtheitsprüfungen an Abwasseranlagen
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_08_HF_Moeckli.pdf
Einbezug der Grundstücksentwässerung bei der Umsetzung von GEP-Massnahmen
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_04_HF_Kuenzler.pdf
Qualitätssicherung durch Schulung
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_03_HF_Nater.pdf
Grabenlose Renovation als Alternative zum Neubau
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_02_HF_Graenicher.pdf
Liner Technologien: GFK, das Mass aller Dinge?
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_11_HF_Schmuck.pdf
Diskussionsforum zum neuen GEP-Musterpflichtenheft
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_18a_HF_Hasler.pdf
Die VSA – Richtlinien
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_07_HF_Bruehlmann.pdf
Sanierung begehbarer Kanäle
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_16_HF_Boerrnert.pdf
Wärmeentnahme aus Kanalisationen eine innovative Idee zur Energieeinsparung
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_14_HF_Kobel.pdf
Kooperationsstrategie Grundstückentwässerung der Gemeinde Köniz
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_18b_HF_Ammann.pdf
Mindestwandstärken und Statik von Schlauchlinern
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_10_HF_Wuermli.pdf
Methoden zur Betonprüfung bei begehbaren Kanälen
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_15_HF_Niederhauser.pdf
Zustandserfassung der Grundstücksentwässerung- Möglichkeiten und Grenzen
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_05_HF_Vogel.pdf
Auswirkungen der gezielten Qualitätssicherung bei der Kanalsanierung mit Schlauchlining
http://www.neu.vsa.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Verbandsberichte/2011_604-/606_12_HF_Homann.pdf

http://www.neu.vsa.ch/de/publikationen/verbandsberichte/

Intelligentes Wasser: ein erster Schritt in Richtung Smart Citys

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Die Wassernetze werden intelligent und für die Energieversorger weltweit genauso interessant wie die „Smart Grids“. Viele große französische Unternehmen wie Suez, Veolia, Schneider Electric und Orange haben bereits starkes Interesse für diesen Bereich bekundet.

Verschiedene Partnerschaftsverträge wurden schon unterzeichnet. Das amerikanische Marktforschungsinstitut Pike Research geht davon aus, dass bis 2018 weltweit 800 Millionen intelligente Wasser-Zähler (Smart Meter) installiert werden und IBM rechnet bis 2015 mit einem Wachstum des Marktes für intelligentes Wasser auf 20 Milliarden Dollar.

Kürzlich haben Suez-Environnement und General Electric beschlossen, ihre Kompetenzen zusammenzulegen. Der auf 2 Jahre angelegte, verlängerbare Vertrag sieht eine Zusammenarbeit in F&E vor und zielt auf die Entwicklung innovativer Lösungen für Wassernetze und Wasseraufbereitungsanlagen ab, insbesondere im Hinblick auf die wachsenden Städte weltweit. Die Untersuchungen werden sich zunächst auf Frankreich und China konzentrieren.
Seit März 2011 arbeiten Veolia Water und Orange zusammen. Sie haben das Joint Venture „m2o city“ gegründet. Es handelt sich hierbei um die Erfassung aller Daten einer Stadt (Verbrauch und Umweltdaten) über einen Smart Meter. Diese Technik wurde von Veolia bereits als Wasser-Zähler entwickelt. Sie funktioniert über ein hocheffizientes Funknetz.

Von 7 Millionen Tarifkunden in Frankreich insgesamt hat Veolia bereits 1 Millionen Kunden mit Fernzähleinrichtungen ausgestattet, wobei nur 25% davon intelligente Zähler sind. Diese Smart Meter können nicht nur Lecks im Wassernetz erkennen, sondern auch kontinuierlich den Wasserverbrauch messen. „Das ist ein erster Schritt in Richtung intelligente Städte („Smart Citys“)“, so Marc Reneaume, stellvertretender Generaldirektor von Veolia Water.

Mit dem größten Wassernetz Europas bedarf Paris einer besonderen Überwachung. Zu diesem Zweck hat Veolia ein System bereitgestellt, dass mit Druckflussmessern und Drucksensoren ausgestattet ist, die Chlortemperatur misst, Schwebstoffe ermittelt, etc. Zur Analyse der Ergebnisse greift Veolia auf zwei hochentwickelte Softwarelösungen zurück: Mosare und Vision. Ziel ist es herauszufinden, welche Zonen des Netzes vorrangig repariert werden müssen und ob eine Reparatur ausreicht oder das Teilstück ausgewechselt werden muss. Veolia beschäftigt sich ebenfalls mit meteorologischen Phänomenen, um die Kapazitäten der Wasseraufbereitungsanlagen zu optimieren. „Die jüngsten Dürrekatastrophen in Frankreich haben uns gezeigt, wie wichtig ein effizientes Wassermanagement ist“, erklärt Marc Reneaume.

Vor kurzem wurde auch eine internationale Initiative gegründet – SWAN. Schneider Electric, IBM, Talis und 15 weitere Unternehmen trafen sich am 17. Mai 2011 in Paris, um das Projekt gemeinsam zu starten. Das Swan-Projekt (Smart WAter Networks) zielt darauf ab, die Effizienz der Netzwerke zu verbessern. Gegenwärtig werden die Wasserverluste im Verteilungsnetz der Industrieländer auf 20% geschätzt. Schneider Electric arbeitet bereits in den USA an diesem Problem und kann bereits Lösungen anbieten, bei denen 30% der Energiekosten bei der Wasseraufbereitung eingespart werden.
„Das Management von Wassernetzen wird, genau wie die erzeugte Datenmenge, immer komplexer. Aus diesem Grund müssen wir als Wasserunternehmen gemeinsam an intelligenten Lösungen arbeiten“, sagte der Vorsitzende des Forums Guy Horowitz (auch Vizepräsident für Marketing der Firma Tadaku- Water Infrastructure Monitoring).
Künftig müssen intelligente Energie- und Wassernetze parallel entwickelt werden.

Weitere Informationen über das internationale Netzwerk Swan finden Sie unter:
http://www.swan-forum.com/ – Tel: (UK): +44-(0)-20-81-44-81-46 – E-Mail: info@swan-forum.com

Quellen:
– Partnerschaft Suez/GE, „Eau : Suez Environnement et GE Energy s’associent pour l’avenir“
Enviro 2B – 26/05/2011 – http://www.enviro2b.com/2011/05/26/eau-suez-environnement-et-ge-energy-sassocien…;
– Partnerschaft Veolia/Orange, „Orange et Veolia surfent sur la vague de la „smartwater““, La Tribune.fr -28/03/2011 – http://www.latribune.fr/green-business/l-actualite/20110328trib000611295/orange-… und Pressemitteilung von Orange – 28/03/2011 – http://www.veolia.com/fr/medias/communiques/veolia-eau-orange-m2o-city.htm
– Smart Water in Frankreich, „Les réseaux d’eau deviennent intelligents“, Le Figaro – 25/05/2011 – http://www.lefigaro.fr/conso/2011/05/25/05007-20110525ARTFIG00662-les-reseaux-d-…
– Schneider Electric veranstaltet das erste Treffen von internationalen Wasserexperten, Pressemitteilung von Schneider Electric – 17/05/2011 (Englisch) –
http://www2.schneider-electric.com/documents/press-releases/en/shared/2011/05/CP…

Redakteurin:
Edith Chezel, edith.chezel@diplomatie.gouv.fr, www.wissenschaft-frankreich.de

Doppeldecker-Filter säubert Wasser ohne Chemikalien

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Aktive Membranen im Filter können Grundwasser effektiv von giftigen Pestiziden und Lösungsmitteln befreien

Lexington (USA) – Mithilfe von Zucker, Enzymen und Eisen lässt sich Grundwasser effektiv von Pestiziden und giftigen Lösungsmitteln befreien. Dieser neue Ansatz zur Wasserreinigung könnte die bisher üblichen Umwelt belastenden Chemikalien überflüssig machen, berichten US-amerikanische Forscher. Sie packten die hilfreichen Substanzen geschickt zwischen zwei Aktiv-Membranen. Damit erreichten sie in Testläufen eine effiziente Entgiftung des Wassers. Auch während der Reaktion entstehen keine belastenden Nebenprodukte, schreiben die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1101144108). Der Einsatz der kostengünstigen Filter ist nicht nur für Entwicklungsländer interessant, auch in Industrieländern wie den USA ist Grundwasser unter Müllhalden mit organischen Schadstoffen belastet. Obendrein könnte die neue Filtertechnik auch genutzt werden, um Bakterien oder Viren im Wasser zu vernichten.
„Zugang zu sicherem Trinkwasser zu schaffen gilt als eine – und möglicherweise wichtigste – Herausforderung für Forscher im 21. Jahrhundert“, schreibt das Team um Scott R. Lewis und Dibakar Bhattacharyya von der University of Kentucky. Viele derzeitige Methoden, um belastete Wasserquellen wieder zu nutzen, seien Chemikalien-intensiv, Energie-intensiv und erfordern eine Nachbehandlung, weil unerwünschte Nebenprodukte entstünden. Das Team aus Chemikern, Biochemikern und Materialforschern hingegen suchte die einfache Lösung, die umweltverträglich und auch ohne hohen Druck sauber filterte.

Zwtl: Enzyme und Nanostrukturen.

Bei den Versuchen erkannten die Forscher, dass ihr Filtersystem aus zwei sogenannten reaktiven Membranen mit speziell bestückten Nanoporen das belastete Wasser effizient entgiften kann. An der oberen Membran erzeugen Enzyme aus Glukose unter anderem Wasserstoffperoxid, das dann als chemischer Reaktionspartner für die organischen Schadstoffe bereitsteht. Die untere, eisenhaltige Membran hilft dann, die chemischen Oxidationsreaktionen zu vollenden, indem sie das Peroxid zu effektiven freien Radikalen wandelt, Enzyme immobilisiert und Eisen-Nanopartikel synthetisiert. Am Ende sind die schädlichen Substanzen im Wasser durch einfaches Durchlaufen des Filters schnell und effizient in unschädliche Bestandteile zerlegt.

Im Testlauf mischte das Team das häufig in belastetem Grundwasser vorkommende und als krebserregend geltende Trichlorphenol ins Wasser: Nach dem Filtern war seine Menge deutlich reduziert, berichten die Forscher. Sie zeigten auch die Wirksamkeit ihrer Filtersubstanzen gegen das potenziell krebserregende Trichloräthylen (TCE), das aus Giftmülldeponien austreten kann. Nach dem Erfolg gegen organische Schadstoffe halten Lewis und Bhattacharyya jetzt auch den Einsatz ihrer nanostrukturierten Doppelmembranen für andere Reinigungszwecke für möglich: Passende Substanzen im Filter könnten vermutlich auch Bakterien im Wasser abtöten und Viren unschädlich machen.

Quelle: http://www.techportal.de/de/21/2/news,public,newsdetail_public/1/date_submission+DESC/,,,,/1496/

Wasseraufbereitungsanlage als Kunstobjekt in Venedig

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Trinkwasser ist ein Thema, das die Menschen auf vielerlei Weise interessiert und persönlich berührt. Die Künstlerin Ayşe Erkmen hat Wasser daher in den Mittelpunkt ihres Kunstprojekts gestellt, das im Rahmen des türkischen Beitrags zur diesjährigen Kunst-Biennale in Venedig gezeigt wird. Eine Wasseraufbereitungsanlage von Berkefeld/VWS Deutschland, bildet den Mittelpunkt ihrer Präsentation unter dem Titel „Plan B“. Durch die miteinander verbundenen Komponenten der Anlage wird in einem Ausstellungsraum Wasser aus dem Kanal aufbereitet.

Von Juni bis November 2011 findet die 54. internationale Kunstausstellung in Venedig statt. Die renommierte, türkische Künstlerin Ayşe Erkmen setzt dort eine mobile Wasseraufbereitungsanlage vom Typ BERU 4000/800 für ihr Kunstobjekt ein. Die nach einem von der Künstlerin definierten Schema eingefärbten Anlagenkomponenten sind für sechs Monate in einem 300 m² großen Raum in Betrieb (Bild links). „Das ist ein sehr außergewöhnliches Projekt für uns. Wir freuen uns, dass wir mit unserer Technik diese faszinierende Idee von Ayşe Erkmen unterstützen dürfen“, so VWS-Projektmanager Christoph von Helldorff. Die Anlage BERU 4000/800, die unter anderem im letzten Jahr in den Hochwassergebieten in Sachsen eingesetzt wurde, besteht aus einer Vorfiltration mit rückspülbaren Scheibenfiltern, Ultrafiltration und Umkehrosmose und kann rund 4.000 Liter Trinkwasser pro Stunde liefern. Nach der Filtration wird das Trinkwasser zurück in den Kanal gegeben.

Ayşe Erkmen gestaltet mit der Anlage den Pavillon der Türkei. Mit der Installation unter dem Titel „Plan B“ will sie die komplexe Beziehung zwischen Stadt und Wasser inszenieren. Gleichzeitig soll so der Wasserkreislauf analog zum menschlichen Blutkreislauf dargestellt werden, wie die Künstlerin auf einer Pressekonferenz in Istanbul erklärte. Der Pavillon der Türkei auf der Biennale wird von der Istanbul Stiftung für Kunst und Kultur (IKSV) organisiert , gesponsert von FIAT, unter der Schirmherrschaft des Türkischen Außenministeriums und realisiert mit der Unterstützung des Promotions Fonds des Türkischen Ministerpräsidialamtes.

Ayşe Erkmen wurde 1949 in Istanbul geboren und studierte an der staatlichen Kunstakademie Istanbul Bildhauerei. 1977 machte sie den Abschluss im Fach Skulptur. 1993 bekam sie ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdiensts in Berlin. Ihre Hauptaufmerksamkeit gilt heute Skulpturen, Objekten, Installationen und Interventionen.
Berkefeld fimiert als VWS Deutschland GmbH, einem Mitglied der German Water Partnership. Das Tochterunternehmen von Veolia Water Solutions & Technologies entwickelt und produziert bereits seit Jahrzehnten mobile Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung, die von Hilfsorganisationen oder Militär weltweit eingesetzt werden. Mit den Anlagen werden beispielsweise Flüchtlinge oder Betroffene von Naturkatastrophen oder kriegerischen Auseinandersetzungen mit Trinkwasser versorgt. Unter anderem nach dem Erdbeben in Haiti oder nach der Flutkatastrophe in Pakistan kamen derartigen Anlagen zum Einsatz.

Quelle: http://www.germanwaterpartnership.de/index.php?option=com_content&view=article&id=746&Itemid=73&lang=de

Landgericht Bonn verneint Gleichwertigkeit der Angebote

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Zur Meldung „Rechtsstreit zwischen Güteschutz Kanalbau und Zertifzierung Bau“ in KA 5/2011, Seite 421, die auf einer Pressemitteilung der Zertifizierung Bau e. V. beruhte, gab der Güteschutz Kanalbau folgende Erklärung ab:

„Öffentliche Auftraggeber und Auftragnehmer haben mit der Gütesicherung Kanalbau differenzierte Anforderungen an die Qualifikation ausführender Unternehmen formuliert. Diese gemeinsam definierten Anforderungen haben Auftraggeber zur Grundlage ihrer Vergabe gemacht.
Auftraggeber legen Wert auf Neutralität bei der Prüfung, ob Unternehmen diese Anforderungen erfüllen. Die Bewertung der Bietereignung stellt allerhöchste Ansprüche an die Unparteilichkeit der Organisation, die mit dieser Bewertung befasst ist. Daher sind sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer Mitglied in der Gütegemeinschaft Kanalbau. Es besteht damit ein grundlegender struktureller Unterschied zwischen der Gütesicherung RAL-GZ 961 und anderen Zertifizierungen in diesem Bereich.
Die Gütegemeinschaft Kanalbau hat Auftraggeber schriftlich über diese Unterschiede der Gütesicherung Kanalbau zur ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ der Zertifizierung Bau e. V. informiert. Die Zertifizierung Bau e. V. hatte daraufhin versucht, weite Teile dieses Schreibens gerichtlich untersagen zu lassen. Das Landgericht Bonn hat in der Verhandlung am 30. März 2011 klargestellt, dass diese Klage zum weit überwiegenden Teil unbegründet ist und die Gütegemeinschaft Kanalbau weiter darauf hinweisen darf, dass das Angebot der Zertifizierung Bau e. V. nicht gleichwertig der Gütesicherung RAL-GZ 961 ist.
Nach Ansicht des Gerichts konnte sich die Prüfung der Gleichwertigkeit von ‚Gütesicherung Kanalbau‘ und ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ der Zertifizierung Bau e. V. darauf beschränken, ob die ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ in formaler Hinsicht den von RAL-GZ 961 vorgegebenen Strukturmerkmalen entspricht. Das Landgericht Bonn hat insoweit die Gleichwertigkeit der beiden Angebote verneint. Nach der Verhandlung ist die Gütegemeinschaft Kanalbau weiterhin nicht gehindert, wie folgt zu informieren: Das Angebot ‚Fremdüberwachung Kanalbau‘ der Zertifizierung Bau e. V. ist nicht gleichwertig mit der Gütesicherung Kanalbau. Es erfüllt nicht die Anforderungen der Gütesicherung RAL-GZ 961.

Dem ist so, weil das, was Auftraggeber wollen und mit ihren Anforderungen an die Eignung und technische Leistungsfähigkeit voraussetzen, nicht erfüllt ist:
• Güte- und Prüfbestimmungen, beschlossen mit paritätischen Stimmen von Auftraggebern und Auftragnehmern,
• vom RAL anerkannter Güteausschuss; dieser ist besetzt mit Vertretern der Auftraggeber und Auftragnehmer,
• vom Güteausschuss beauftragte Prüfingenieure; dieses sichert die einheitliche Qualität der Prüfungen,
• Vorlage aller Prüfberichte im Güteausschuss, mit transparenter und jederzeit nachvollziehbarer Beschlussfassung.

Ebenfalls kann die Gütegemeinschaft Kanalbau weiter darauf hinweisen, dass es sich bei der von der Zertifizierung Bau e. V. angebotenen ‚Fremdüberwachung im Kanalbau‘ um eine Prüfung und Überwachung von Lieferanten (Auftragnehmern) durch eine Organisation der Lieferanten (Auftragnehmer) handelt.
In dem auf Vorschlag des Gerichts geschlossenen Vergleich hat sich der Güteschutz Kanalbau lediglich verpflichtet, die fehlende Gleichwertigkeit beider Systeme künftig nicht mit Hinweis auf DIN EN 1610, Nr. 15 und Anhang C zu begründen. Das Gericht war der Auffassung, dass hierin keine zwingenden Anforderungen an Systeme zur Eignungsprüfung formuliert sind.“

Quelle: DWA Korrespondenz Abwasser Heft 6 2011