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Wasserqualität in Deutschlands Flüssen ist es schlecht bestellt

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Der durch die EU-weite Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderte gute chemische und gute ökologische Zustand wird in großen deutschen Gewässern bis 2015 wahrscheinlich nicht erreicht werden können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Koblenz-Landau, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, die nun in der internationalen Fachzeitschrift für Umweltwissenschaften „Environmental Science & Technology“ erschienen ist. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wurden Daten von den vier größten Flüssen Norddeutschlands ausgewertet: Elbe, Weser, Aller und Ems.

„Diese Studie ist weltweit die bislang größte ihrer Art“, erklärt Ralf B. Schäfer, Juniorprofessor am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau. Die Wissenschaftler werteten behördliche Gewässer-Monitoring-Daten aus einem Zeitraum von zehn Jahren von 1994 bis 2004 aus. Ausgewertet werden konnten die Daten erst jetzt dank einer neuen Methode zur Vorhersage der Toxizität von bisher ungetesteten Stoffen. „Spätere Daten lagen aufgrund der Auflösung des niedersächsischen Landesamtes für Ökologie nicht mehr in dem erforderlichen Umfang vor“, so Schäfer. 331 organische Schadstoffe wurden auf ihr Vorkommen und mögliche toxische Effekte hin untersucht. Auf dieser Basis wurde dann die Belastung der Flüsse eingestuft. Das Ergebnis: 257 der im Visier der Wissenschaftler stehenden Stoffe wurden in den Gewässern gefunden, und das zum Teil in Konzentrationen, die akute toxische Effekte auf Gewässerorganismen wahrscheinlich erscheinen lassen. Viele der Substanzen, die schädlich für Gewässerorganismen sind, fallen jedoch nicht unter die von der Europäischen Union als prioritär eingestuften Stoffe, die zur Beurteilung des chemischen Zustandes von Oberflächengewässern im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie herangezogen werden. Lediglich zwei der EU-weiten 33 prioritären Stoffe überschritten die entsprechenden Grenzwerte. Darüber hinaus wurden auch nicht zugelassene Pestizide in den Gewässern nachgewiesen.

„Zwar sind die Trends rückläufig“, so Schäfer. Insgesamt seien die Belastungen beispielsweise durch Pestizide und Industriechemikalien allerdings so hoch, dass die toxischen Auswirkungen auf Flora und Fauna sehr wahrscheinlich seien. „Die Annahme, dass durch die Verdünnung der Chemikalien in großen Gewässern diese nicht so stark beeinträchtigt würden, lässt sich durch diese Ergebnisse widerlegen“, so Peter C. von der Ohe vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Bleiben die Belastungen in den großen Strömen auf dem heutigen Niveau, werden die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie schwer zu realisieren sein, sind sich die Wissenschaftler einig.

Zur Beurteilung der Gewässerkonzentration glichen die Wissenschaftler die Daten aus dem behördlichen Monitoring mit Laborwerten aus Standardtests mit Wasserflöhen, Fischen und Algen ab. „Wir haben teilweise Stoffe in besorgniserregender Konzentration ausgemacht, die in vorliegender Höhe unter Laborbedingungen bei 50 Prozent der Wasserflöhe tödlich wären und zu einer großen Abnahme des Algenbestands führen könnten“, so Schäfer. Auch sei zu beachten, so von der Ohe, dass die verwendeten Monitoringdaten durch punktuelle Probenahme erfasst wurden, Pestizide dagegen eher episodisch auftreten würden und die Belastungen daher in der Praxis zeitweise noch höher sein könnten. Derzeit werde behördliches Gewässermonitoring nur punktuell und aus Kostengründen immer mehr mit Blick auf die 33 prioritären Stoffe durchgeführt, die in der vorliegenden Studie größtenteils keinen Anteil an der Gewässerbelastung hatten. Das größte Risiko würden dagegen andere Substanzen bergen, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Diese sollten zukünftig stärker bei der Gewässerüberwachung in den Blick genommen und die genauen Quellen identifiziert werden.

Die Studie:
Ralf B. Schäfer, Peter C. von der Ohe, Ralph Kühne, Gerrit Schüürmann, Matthias Liess: „Occurence and Toxicity of 331 Organic Pollutants in Large Rivers of North Germany over a Decade (1994 to 2004). http://pubs.acs.org/est
DOI: 10.1021/es2013006

Beteiligte Einrichtungen: Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, Technische Universität Bergakademie Freiberg.

Die Methodenstudie zur Vorhersage von Toxizität
Gerrit Schüürmann, Ralf-Uwe Ebert, and Ralph Kühne, „Quantitative Read-Across for Predicting the Acute Fish Toxicity of Organic Compounds“. http://pubs.acs.org/est DOI: 10.1021/es200361r

Kontakt:
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Institut für Umweltwissenschaften
Jun.-Prof. Dr. Ralf B. Schäfer
Tel.: 06341 280-31536
E-Mail: schaefer-ralf@uni-landau.de

und

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Department Wirkungsorientierte Forschung
Dr. Peter C. von der Ohe
Tel. 0341-235-1581
E-Mail: peter.vonderohe@ufz.de
http://www.ufz.de/index.php?en=14838 Bernd Hegen

Wasserqualität in Deutschlands Flüssen ist es schlecht bestellt

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Der durch die EU-weite Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderte gute chemische und gute ökologische Zustand wird in großen deutschen Gewässern bis 2015 wahrscheinlich nicht erreicht werden können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Koblenz-Landau, des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, die nun in der internationalen Fachzeitschrift für Umweltwissenschaften „Environmental Science & Technology“ erschienen ist. Über einen Zeitraum von zehn Jahren wurden Daten von den vier größten Flüssen Norddeutschlands ausgewertet: Elbe, Weser, Aller und Ems.

„Diese Studie ist weltweit die bislang größte ihrer Art“, erklärt Ralf B. Schäfer, Juniorprofessor am Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau. Die Wissenschaftler werteten behördliche Gewässer-Monitoring-Daten aus einem Zeitraum von zehn Jahren von 1994 bis 2004 aus. Ausgewertet werden konnten die Daten erst jetzt dank einer neuen Methode zur Vorhersage der Toxizität von bisher ungetesteten Stoffen. „Spätere Daten lagen aufgrund der Auflösung des niedersächsischen Landesamtes für Ökologie nicht mehr in dem erforderlichen Umfang vor“, so Schäfer. 331 organische Schadstoffe wurden auf ihr Vorkommen und mögliche toxische Effekte hin untersucht. Auf dieser Basis wurde dann die Belastung der Flüsse eingestuft. Das Ergebnis: 257 der im Visier der Wissenschaftler stehenden Stoffe wurden in den Gewässern gefunden, und das zum Teil in Konzentrationen, die akute toxische Effekte auf Gewässerorganismen wahrscheinlich erscheinen lassen. Viele der Substanzen, die schädlich für Gewässerorganismen sind, fallen jedoch nicht unter die von der Europäischen Union als prioritär eingestuften Stoffe, die zur Beurteilung des chemischen Zustandes von Oberflächengewässern im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie herangezogen werden. Lediglich zwei der EU-weiten 33 prioritären Stoffe überschritten die entsprechenden Grenzwerte. Darüber hinaus wurden auch nicht zugelassene Pestizide in den Gewässern nachgewiesen.

„Zwar sind die Trends rückläufig“, so Schäfer. Insgesamt seien die Belastungen beispielsweise durch Pestizide und Industriechemikalien allerdings so hoch, dass die toxischen Auswirkungen auf Flora und Fauna sehr wahrscheinlich seien. „Die Annahme, dass durch die Verdünnung der Chemikalien in großen Gewässern diese nicht so stark beeinträchtigt würden, lässt sich durch diese Ergebnisse widerlegen“, so Peter C. von der Ohe vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Bleiben die Belastungen in den großen Strömen auf dem heutigen Niveau, werden die Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie schwer zu realisieren sein, sind sich die Wissenschaftler einig.

Zur Beurteilung der Gewässerkonzentration glichen die Wissenschaftler die Daten aus dem behördlichen Monitoring mit Laborwerten aus Standardtests mit Wasserflöhen, Fischen und Algen ab. „Wir haben teilweise Stoffe in besorgniserregender Konzentration ausgemacht, die in vorliegender Höhe unter Laborbedingungen bei 50 Prozent der Wasserflöhe tödlich wären und zu einer großen Abnahme des Algenbestands führen könnten“, so Schäfer. Auch sei zu beachten, so von der Ohe, dass die verwendeten Monitoringdaten durch punktuelle Probenahme erfasst wurden, Pestizide dagegen eher episodisch auftreten würden und die Belastungen daher in der Praxis zeitweise noch höher sein könnten. Derzeit werde behördliches Gewässermonitoring nur punktuell und aus Kostengründen immer mehr mit Blick auf die 33 prioritären Stoffe durchgeführt, die in der vorliegenden Studie größtenteils keinen Anteil an der Gewässerbelastung hatten. Das größte Risiko würden dagegen andere Substanzen bergen, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Diese sollten zukünftig stärker bei der Gewässerüberwachung in den Blick genommen und die genauen Quellen identifiziert werden.

Die Studie:
Ralf B. Schäfer, Peter C. von der Ohe, Ralph Kühne, Gerrit Schüürmann, Matthias Liess: „Occurence and Toxicity of 331 Organic Pollutants in Large Rivers of North Germany over a Decade (1994 to 2004). http://pubs.acs.org/est
DOI: 10.1021/es2013006

Beteiligte Einrichtungen: Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, Technische Universität Bergakademie Freiberg.

Die Methodenstudie zur Vorhersage von Toxizität
Gerrit Schüürmann, Ralf-Uwe Ebert, and Ralph Kühne, „Quantitative Read-Across for Predicting the Acute Fish Toxicity of Organic Compounds“. http://pubs.acs.org/est DOI: 10.1021/es200361r

Kontakt:
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Institut für Umweltwissenschaften
Jun.-Prof. Dr. Ralf B. Schäfer
Tel.: 06341 280-31536
E-Mail: schaefer-ralf@uni-landau.de

und

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Department Wirkungsorientierte Forschung
Dr. Peter C. von der Ohe
Tel. 0341-235-1581
E-Mail: peter.vonderohe@ufz.de
http://www.ufz.de/index.php?en=14838 Bernd Hegen

Durch die Bank sehr gute Ergebnisse – azv gratuliert Auszubildenden zur bestandenen Prüfung

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Sie können zu Recht stolz sein: Mit einer kleinen Feierstunde wurden heute beim azv Südholstein vier Nachwuchskräfte geehrt. Alle haben ihre Ausbildung bei dem Hetlinger Abwasserunternehmen dieses Jahr erfolgreich beendet.

Bild Ber-Azubi-Aug-11-azv01.jpg  Foto 1:
Erfolgreiche Ausbildung ist Teamarbeit (v.l.n.r.): Tim Plüschau (Personalratsvorsitzender), Ute Hagmaier (Referentin für Umwelt und Bildung), Lutz Altenwerth (Vorstand), Rena Hempel, Mirco Berlinski, Lennart Rohr, Dirk Labuch (Ausbilder Metallwerkstatt), Svenja Hahnkamm (Ausbilderin Produktion), es fehlt: Anne Reimann.

Rena Christin Hempel (25), Lennart Rohr (19), Anne Reimann (23) haben Ende Juni ihre Abschlussprüfung zur Fachkraft für Abwassertechnik absolviert. Bereits Anfang des Jahres hat Mirco Berlinski (21) erfolgreich seine Ausbildung zum Industriemechaniker beendet. Alle vier haben ein gutes Prüfungsergebnis erreicht. Lennart Rohr wurde sogar zur Bestenehrung der Verwaltungs-akademie Bordesholm eingeladen.

Bild Ber-Azubi-Aug-11-azv02.jpg Lutz Altenwerth, Vorstand des azv Südholstein, gratuliert Mirco Berlinski zur bestandenen Abschlussprüfung. Auch Ausbilder Dirk Labuch (r.) ist sichtlich zufrieden. 

„Als kommunales Unternehmen haben wir eine Verantwortung für die Region. Dazu gehört selbst-verständlich auch, dass wir junge Menschen ausbilden. Wir bieten eine qualifizierte Ausbildung, eine gute Betreuung, erwarten aber auch viel von unseren Nachwuchskräften. Das schlägt sich regelmäßig in guten Prüfungsergebnissen nieder“, freut sich Lutz Altenwerth, Vorstand des azv Südholstein. Er überreichte den ehemaligen Azubis ein kleines Präsent und ein Zertifikat für ihre Arbeit als „Energiedetektive“. Dieses Ausbildungsprojekt des azv ist eng mit dem Engagement des Unternehmens im Bereich Umweltbildung verbunden: Als Energiedetektive haben die Nachwuchskräfte Gelegenheit, ihr Ausbildungswissen zu vertiefen und ihr unterschiedliches Fachwissen in eigenen, kleineren Projekten zu verknüpfen. So sollen sie lernen, ganzheitliche Lösungen für Um-weltfragen zu entwickeln.
Im vergangenen Jahr haben die Energiedetektive des azv einen Film über die Zusammenhänge zwischen Abwasserreinigung und Klimawandel gedreht. Zu sehen ist das Video auf der Website des Unternehmens. In der Anfangsphase des Filmprojektes wurden die Auszubildenden von drei Studierenden des Fachbereiches Energie und Umweltmanagement der Universität Flensburg unterstützt. Eine Kooperation, die Früchte trägt: Rena Hempel wird im September ihr Studium in Flensburg beginnen. „Energie und Umwelt sind wichtige Zukunftsthemen, die ich beim azv aus der
Nähe kennen gelernt habe. Das will ich jetzt mit dem Studium zum Ingenieur Energie- und Umweltmanagement weiter vertiefen“, sagt die junge Frau.

Bild Ber-Azubi-Aug-11-azv03.jpg Lutz Altenwerth, Vorstand des azv Südholstein, überrascht die frischgebackenen Fachkräfte mit einem klei-nen Präsent. Rena Hempel und Lennart Rohr freuen sich über die Glückwünsche zur bestandenen Prüfung. 

Azubis mit guter Abschlussprüfung erhalten beim azv grundsätzlich mindestens einen Jahresvertrag, viele bleiben bei dem Unternehmen. Generell sind die Zukunftsaussichten für Fachkräfte im technischen Umweltschutz gut. Aktuell sind beim azv zehn Azubis beschäftigt. Und das Unternehmen sucht bereits wieder Auszubildende zur Fachkraft für Abwassertechnik und zum Elektroniker für Betriebstechnik. Die Ausbildung beginnt im August 2012, Bewerbungen sind noch bis Mitte Oktober möglich.

Nähere Infos dazu auf www.azv.sh.

Leitfaden zur Verminderung des Phosphoreintrags aus Kläranlagen

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Einleitung
Phosphor, im Allgemeinen als Nährstoff bekannt, begünstigt besonders das Pflanzenwachs-tum, deshalb wirkt er im Gewässer eutrophierend – das Algenwachstum wird gesteigert, dessen Auswirkungen vielschichtig sein können. Im Extremfall kommt es zur Sauerstoffarmut im Gewässer mit tödlichen Folgen für Fische und andere Wasserorganismen.

Gemäß dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) zeigen die Ergebnisse aus der Gewässerüberwachung im Rahmen der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie für die Thüringer Gewässer vielfach eine Überschreitung der Zielwerte für die Phosphorkonzentrationen. Neben diffusen Einträgen und auch Mischwasserentlastungen sind vor allem Kläranlagenabläufe für die hohen Phosphor-Konzentrationen in den Oberflächengewässern verantwortlich. Somit besteht ein Handlungsbedarf zur Verminderung des Phosphoreintrags aus Kläranlagen in die Gewässer. Insbesondere kommunale Kläranlagen, die als Punktquellen immerhin bundesweit noch ca. 25 % der P-Einträge beisteuern, können durch optimierten Betrieb, gezielte und/oder weitergehende P-Elimination zur Reduzierung der P-Gehalte im Gewässer beitragen.

Daher wurde im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) von der Technischen Universität Berlin ein Leitfaden zur Verminderung des Phosphoreintrags aus Kläranlagen ausgearbeitet.

Dieser Leitfaden zur P-Elimination auf kommunalen Kläranlagen wurde auf Basis des Standes der Technik erstellt, wobei zusätzlich neueste Erkenntnisse der Wissenschaft eingearbeitet wurden. Für das Betriebspersonal werden zum besseren Verständnis Beispiele aus der Praxis aufgeführt und Hinweise zum Handeln bei Betriebsstörungen gegeben. Im Hinblick eines optimierten Betriebes werden Methoden des Kennzahlenvergleichs (kP -Werte) dargestellt. Mit speziell angefertigten Excel-Arbeitshilfen sollen für die P-Elimination notwendige Berechnungen erleichtert werden.Mehr:

http://www.thueringen.de/de/publikationen/pic/pubdownload1044.pdf

Wien: Start der Tunnelbauarbeiten für neuen Superkanal in der Donaustadt

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Als einen „ökologischen Meilenstein für künftige Generationen“ bezeichnete Umweltstadträtin Ulli Sima den Asperner Sammelkanal Entlaster bei der heutigen Tunnelanstichfeier: „Bis 2013 baut Wien Kanal damit an einer neuen Hauptschlagader der Abwasserentsorgung im 22. Bezirk, der die Abwässer bestehender Siedlungsgebiete und zukünftiger Stadtentwicklungsflächen in Aspern sicher und umweltfreundlich zur ebswien hauptkläranlage transportiert“, erläutert Sima, die sich heute mit Bezirksvorsteher Norbert Scheed vor Ort ein Bild vom Baufortschritt des Superkanals gemacht hat.

1,7 km lang und 1,8 m Durchmesser: Hightech für Aspern
Mittels modernster unterirdischer Bohr- und Presstechnik wird derzeit ein 1,7 Kilometer langer Rohrkanal mit einem Durchmesser von 1,8 Meter unter dem Biberhaufenweg neben der bestehenden Kanalisation errichtet. Am Tiefpunkt des Kanals, in der Raffineriestraße, sorgt ein neues Pumpwerk für die Weiterleitung der Abwässer in Richtung Kläranlage. Die Arbeiten werden rd. 2,5 Jahre dauern, die Fertigstellung ist für Sommer 2013 geplant. Die Gesamtbaukosten dieses Superkanals, der bis zu 4.500 Liter Abwasser pro Sekunde transportieren kann, liegen bei 18,6 Millionen Euro. „Die Kanalisation der umliegenden Gebiete wird künftig im Teilmischsystem betrieben. Das heißt, dass nicht beeinträchtigtes Niederschlagswasser wie Dachwasser dabei aus ökologischen Gründen nicht in die Kanalisation eingeleitet, sondern an Ort und Stelle versickert und seinem natürlichen Kreislauf zugeführt wird“, erläutert Sima.

14 Kanalbauprojekte in der Donaustadt um 76 Millionen Euro
Der Asperner Sammelkanal Entlaster stellt damit das größte und teuerste von insgesamt 14 Kanalbauprojekten in der Donaustadt dar, für die mit einem Investitionsprogramm 2009 der Startschuss gegeben wurde. Das Investitionsprogramm mit einem Bauvolumen von 76 Millionen Euro wurde 2009 in einer wirtschaftlich besonders schwierigen Zeit geschnürt und war ein wichtiger Impuls für die Bauwirtschaft.

Mit dem neuen Transportkanal stellt man sich auch den Anforderungen einer pulsierenden und wachsenden Metropole. „So garantiert der neue Kanal, dass neben der Aufschließung bestehender Siedlungen auch die Abwässer aus zukünftigen Stadtentwicklungsgebieten problemlos entsorgt werden. Alleine die Flächen der geplanten Seestadt Aspern sind so groß wie der 7. und 8. Wiener Gemeindebezirk“, erläutert Bezirksvorsteher Norbert Scheed.

Hohe Anforderungen an die Planer
Neben dem Schmutzwasser aus Haushalt und Gewerbe werden im ASKE auch die belasteten Straßenabwässer der neu anzuschließenden Gebiete eingeleitet. „Dieser Umstand stellt an die Kanalplaner eine besondere Herausforderung, galt es doch, eine leistungsfähige, aber dennoch wirtschaftliche Dimensionierung des Kanals zu finden“, erläutert Andreas Ilmer, Chef von Wien Kanal. Dazu bedienen sich die Spezialisten von Wien Kanal modernster, komplexer hydrodynamischer Abflusssimulationen. Indem verschiedenste Ausbauvarianten mit unterschiedlichsten Niederschlagssituationen überlagert werden, erhält man Abflussszenarien und erkennt sofort die Auswirkungen auf das betrachtete Kanalnetz. Alleine aus dem Einzugsgebiet des Asperner Sammelkanal Entlaster wird nach den Berechnungen von Wien Kanal bei Trockenwetter ein Spitzenabfluss von mehr als 300 Liter pro Sekunde aus Haushalt und Gewerbe abgeleitet. Bei Regenwetter ist es ein Vielfaches dieser Menge, mit dem der neue Transportkanal fertig werden muss. Ohne Kanalnetz würde diese Abwassermenge alle paar Sekunden einen Tankwagen füllen.
Die Planer von Wien Kanal setzen in Zukunft aber auch auf Hightech im Kanal. Kanalnetzbewirtschaftung, also die Steuerung der Wasserströme, gewinnt angesichts der weltweiten Wetterkapriolen immer mehr an Bedeutung. Mit Geschwindigkeitssensoren und Ultraschallpegel ausgerüstet, kann in Echtzeit die Wassermenge im Kanal bestimmt und damit das neue Pumpwerk und die Regulierschieber in den Verbindungsbauwerken zwischen altem und neuem Kanal gezielt gesteuert werden. Ziel der Kanalplaner ist, durch Steuerungsmaßnahmen auch bei Niederschlägen eine gleichmäßige Auslastung des gesamten Kanalnetzes zu erreichen.

Hydroschildmaschine bohrt Tunnelquerschnitt
Der Asperner Sammelkanal Entlaster wird mit einem unterirdischen Rohrvortriebsverfahren hergestellt. Dabei wird der rund 1,7 Kilometer lange Tunnelkanal von zwei Schächten aus aufgefahren. Mit einer sogenannten „Hydroschildmaschine“ wird der Tunnelquerschnitt mit einem Durchmesser von 2,2 Meter gebohrt. Am Kopf der Maschine ist das gewaltige Schneidrad montiert, das für den Abbau des Bodenmaterials sorgt. Angetrieben wird die Bohrmaschine über gewaltige Pressen, die mit einem Druck von bis zu 6.500 Tonnen Fertigteilrohre ins Erdreich nachschieben und so den Bohrkopf weiter vorantreiben.

Die Geschichte der Kanalisation in Aspern
In den Jahren 1975/76 wurde der Asperner Sammelkanal als Schmutzwasserkanal für das GM-Werk in Aspern errichtet. Damit der Kanal die beiden Altarme der Donau, das „Mühlwasser“ und die „Alte Naufahrt“ unterqueren konnte, wurden damals auch zwei Pumpwerke am „Schilfweg“ und „Steinspornweg“ errichtet. Durch den Anschluss von rd. 1.200 Haushalten an das öffentliche Kanalnetz, die bisher über Senkgruben entsorgt wurden sowie die bevorstehende Erschließung des ehemaligen Flugfeldes Aspern, wurde ein Ausbau des bisherigen Sammelkanals erforderlich.

Wien Kanal – Die Abwasserprofis
Das Kanalnetz der Stadt Wien ist mehr als 2.400 Kilometer lang. Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich im Einsatz und arbeiten daran, das Kanalnetz funktionsfähig und sauber zu halten. Täglich wird etwa eine halbe Milliarde Liter Abwasser sicher und umweltgerecht zur ebswien hauptkläranlage in Wien Simmering transportiert.

Emschergenossenschaft: PILLS-Kläranlage geht in Gelsenkirchen an den Start

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Offizielle Inbetriebnahme am Marienhospital: Neue Anlage ist europaweit einmalig in ihrer Art

Gelsenkirchen. Die Spezialkläranlage, die am Marienhospital im Rahmen des EU-Projekts „PILLS“ (Pharmaceutical Input and Elimination from Local Sources) entstanden ist, wurde am Freitag, 22. Juli, offiziell in Betrieb genommen. Dr. Jochen Stemplewski (Vorstandsvorsitzender der EMSCHERGENOSSENSCHAFT), Peter Weingarten (Geschäftsführer des Marienhospitals), Udo Paschedag (Staatssekretär aus dem NRW-Umweltministerium) und Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski gaben den Startschuss für das europaweit einmalige Klärwerk, das künftig die Krankenhaus-Abwässer von Spurenstoffen befreien soll.
Die bei dem europäischen Kooperationsprojekt federführende EMSCHERGENOSSENSCHAFT hat die Kläranlage in den vergangenen 20 Monaten direkt auf dem Gelände des Marienhospitals in Gelsenkirchen gebaut, also unmittelbar an einem sogenannten „hot spot“, wo vermehrt Spurenstoffe ins Abwasser eingeleitet werden.

Der Betrieb der Kläranlage, die neben einer mechanischen und biologischen Klärung über weitergehende Reinigungsstufen wie Membranfiltration, Ozonung und Aktivkohlefiltration verfügt, soll Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit einer solchen Vorbehandlungsanlage liefern. Über Spurenstoffe im Abwasser wird in der Öffentlichkeit viel diskutiert – besonders, seit die Analytik seit wenigen Jahren auch geringe Konzentrationen nachweisen kann. Über ihre Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen weiß man auch heute noch nicht genug. Fakt ist jedoch: Dort, wo diese Stoffe in hohen Dosen auftreten, sollte eine Zuleitung ins Abwasser vermieden werden. Zu solchen „hot spots“ können zum Beispiel Krankenhäuser gehören, deren Abwässer einen hohen Anteil von Arzneimittelrückständen und Röntgenkontrastmitteln enthalten.

Mit dem PILLS-Projekt wird erstmalig eine dezentrale Behandlungsanlage an einem Krankenhaus zur gezielten Spurenstoffelimination großtechnisch umsetzt. Die rund 200 Kubikmeter Abwässer, die pro Tag im Marienhospital mit seinen rund 560 Planbetten, rund 75.000 Patienten pro Jahr und 1200 Mitarbeitern anfallen, werden aktuell in die städtische Kanalisation eingeleitet. Diese mündet in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses in den Schwarzbach, der derzeit noch als offener Schmutzwasserlauf betrieben wird. Im Zuge des Umbaus des Emscher-Systems wird auch dieser Bach entflochten und als dann abwasserfreies Gewässer ökologisch verbessert.

Die PILLS-Kläranlage arbeitet in mehreren Stufen, bis das Wasser gereinigt wieder austreten kann. In der ersten Phase kommt eine biologische Membranfiltration zur Verwendung, bei der das Abwasser von organischen Stoffen befreit wird. Das nun fast schon klare Wasser wird in der zweiten Stufe mit Ozon behandelt. Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel, das bestehende Spurenstoffe gezielt „aufbricht“. Um sicherzustellen, dass keine Medikamentenrückstände im Abwasser verbleiben, erfolgt in der dritten Phase der Klärung eine so genannte Aktivkohlefiltration.

Aktivkohle in Pulverform wirkt als effizienter Absorbierstoff, an dem auch die letzten Arzneimittelreste haften bleiben. Mit einem Filter werden die Kohlepartikel und damit auch die Spurenstoffe in der PILLS-Kläranlage zurückgehalten, während das nun saubere Wasser erst in den Schwarzbach und dann später in die Emscher fließen kann.

Die PILLS-Kläranlage ist auf einem rund 250 Quadratmeter großen Grundstück errichtet worden, das vom Gelsenkirchener Marienhospital zur Verfügung gestellt wurde. Die Projektkosten betragen rund zwei Millionen Euro.

Hintergrundinformationen:
Sechs Partner aus sechs europäischen Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande, Schweiz) arbeiten im Rahmen des PILLS-Projekts zusammen. Es hat eine Laufzeit bis Dezember 2011 und ein Budget von insgesamt zirka acht Millionen Euro. Die Hälfte davon steuern die Partner bei, die andere Hälfte kommt von der Europäischen Union (EU) und wird im Rahmen des INTERREG IV B-Programms der EU gefördert.

Weitere Informationen zu PILLS gibt es auch im Internet auf der Webseite www.pills-project.eu.
Quelle: http://www.eglv.de/wasserportal/meta/presse/presseinformationen/presseinformationen-detail/article/pills-klaeranlage-geht-in-gelsenkirchen-an-den-start.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=287&cHash=066e573ab4

„Automation in der Abwasserwirtschaft“: Verleihung des Industriepreises bei Gemeinschaftstagung von DWA und VDI

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Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG sponsert Preis in Höhe von 2.500 EUR

Erstmalig wird auf der Abendveranstaltung der Fachtagung „Mess- und Regelungstechnik in abwassertechnischen Anlagen“ der Industriepreis „Automation in der Abwasserwirtschaft“ verliehen, mit dem eine hervorragende Diplom- oder Masterarbeit an der Schnittstelle von Siedlungswasserwirtschaft und Automatisierung ausgezeichnet wird. Die Bewerbungsfrist zur Einreichung wurde bis zum 31.08.2011 verlängert.

Die gemeinsam mit der VDI/VDE Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik durchgeführte Fachtagung ist die 8. Veranstaltung einer Reihe, die in interdisziplinärer Sichtweise von Planern und Betreibern abwassertechnischer Anlagen und von Experten der Automatisierungstechnik praxisrelevante Aspekte der Automation abwassertechnischer Systeme beleuchtet.

Nach fünf erfolgreichen Tagungen in der historischen Stadthalle Wuppertal findet die Veranstaltung 2011 erstmalig in Fulda statt. Das Tagungsspektrum umfasst den Engineering-Prozess von EMSR-Lösungen ebenso wie aktuelle Entwicklungen in der Mess-, Kommunikations- und Leittechnik, wobei die zunehmende Durchdringung mit Methoden der IT-Welt deutlich wird. Besondere Beachtung finden Fragen der Wirtschaftlichkeit und der Sicherheit der Automation. Das ca. 20 Vorträge umfassende Programm wird durch Posterbeiträge und eine begleitende Fachausstellung ergänzt.

Die Tagung behandelt die Schwerpunkte:
• Investitionskosten vs. Automation: Chancen und Anforderungen an die Projektsteuerung
• Integrale Leittechnik – Vernetzung vom Feldgerät bis zum Instandhaltungsprogramm
• Funktechnologien in der Anwendung, Fernüberwachung, Kommunikationssysteme
• Trends in der Messtechnik – intelligente Sensoren
• Netzersatzanlagen und flexible Aggregatverwendung
• LifeCycle-Management und Migration in der Automation
• Automatisierung der biologischen Trübwasserbehandlung
• Regelungskonzepte im Kläranlagen- und Kanalnetzbetrieb – vom Entwurf bis zur Realisierung
• Nutzen, Wirtschaftlichkeits-, Energie- und Sicherheitsaspekte
Erstmalig wird bei der Tagung der Industriepreis „Automation in der Abwasserwirtschaft“ verliehen. Der im Jahr 2011 zu verleihende Preis ist mit 2.500 EUR dotiert und wird diesmal vom Unternehmen Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG gesponsert.

Ausgezeichnet wird eine hervorragende Diplom- oder Masterarbeit, die thematisch an der Schnittstelle von Abwasserwirtschaft und Automatisierung angesiedelt ist. Eine Industriebeteilligung bei der Arbeit ist nicht Voraussetzung und Absolventen von Universitäten und Hochschulen können ihre Arbeit gleichermaßen einreichen. Einreichungstermin ist der 31. August 2011.

Die Teilnahmebedingungen finden Sie unter:
http://www.de.endress.com/eh/sc/europe/dach/de/home.nsf/?Open&DirectURL=FCCA5C134569BE3CC12578860027C92E&ns_campaign=mixed&ns_channel=nl_umwelt&ns_source=nr21&ns_linkname=firma&ns_fee=0

Der Preis wird zusammen mit einer Urkunde bei der Abendveranstaltung der Fachtagung übergeben. Die Preisträgerin oder der Preisträger wird eingeladen und gebeten, die prämierte Arbeit in Form einer allgemeinverständlichen Kurzpräsentation vorzustellen.

Hochwasserschutz auf der IFAT ENTSORGA 2012: Überschwemmungen besser überstehen

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Hochwassergefahr – auch und gerade für Abwasserbehandlungsanlagen – steigt
IFAT ENTSORGA 2012 legt erneut einen Fokus aus das Thema Küsten- und Hochwasserschutz
Pumpen, Armaturen und die ganze Welt der abwassertechnischen Produkte, Systeme und Dienstleistungen sind seit jeher zentrale Ausstellungsbereiche der internationalen Umwelttechnologiemesse IFAT ENTSORGA, die vom 7. bis 11. Mai 2012 in München, stattfindet. Seit 2008 gehört auch der Küsten- und Hochwasserschutz zu den festen Themen der IFAT ENTSORGA. Zurecht – gewinnt dieser Bereich doch immer mehr an Bedeutung:

So werden künftig Hochwasser, wie sie Deutschland heute im Durchschnitt alle 50 Jahre erlebt, alle 25 Jahre eintreten. Das ist eines der Ergebnisse einer Klimastudie, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammen mit Forschern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Freien Universität Berlin und der Universität Köln im Mai dieses Jahres präsentierte. In der Folge rechnen die Versicherer mit einer drastischen Erhöhung der Schäden durch Flussüberschwemmungen und Sturzfluten bis zum Ende des Jahrhunderts: Die finstersten Prognosen lassen sogar eine Verdreifachung erwarten. Von welchen Kosten dann auszugehen ist, zeigt ein vergleichender Blick auf das Elbe-Donau-Hochwasser im Jahr 2002. Damals zahlten die Versicherungen nach Angabe des GDV 1,8 Milliarden Euro an die Geschädigten aus. Der volkswirtschaftliche Schaden lag bei mehr als elf Milliarden Euro.

Um die Folgen der Überflutungen zu mindern, hat die Versicherungswirtschaft einen Forderungskatalog aufgestellt, der unter anderem eine Anpassung der Entwässerungssysteme verlangt. Auch die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) betont die Bedeutung der Hochwasservorsorge bei Abwasseranlagen. So könnten durch vom Hochwasser geflutete Kanäle oder durch hochwasserbedingte Abflussbehinderungen tiefer liegende Gebiete direkt gefährdet werden. Viele Kanalnetzbetreiber reagieren auf die Herausforderungen künftiger Starkregen und Hochwassersituationen mit dem Bau von Rückhaltebecken, Stauraumkanälen, Absperreinrichtungen oder Hochwasserpumpwerken.

Ein weiteres Risiko geht von überfluteten Kläranlagen aus. Durch ein Überspülen der Klärbecken kann ungeklärtes Abwasser in den Vorfluter gelangen mit unabsehbaren Folgen für die Umwelt. Um dem vorzubeugen, umgibt zum Beispiel das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf das Klärwerk Straubing derzeit mit einem insgesamt 2,4 Kilometer langen Ringdeich. Der Schutzwall gegen die Donau, die in diesem Abschnitt fast jedes Jahr Hochwasser führt, wird nur an einer einzigen Stelle durch eine Zufahrtstraße unterbrochen. Diese „Schwachstelle“ wird im Hochwasserfall mit einem Aluminium-Deichbalkenverschluss abgeschottet. Das rund neun Millionen Euro teure Projekt soll im Herbst 2012 abgeschlossen sein.

Neben der Umwelt gilt es auch, die materiellen Werte der Abwasserwirtschaft selbst – also Technik und Bauten – gegen die Fluten zu schützen. Beispielsweise zerstörte im August 2010 in der Oberlausitz ein Extremhochwasser zwei Kläranlagen der Süd-Oberlausitzer Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft mbH. Eine davon wird gar nicht mehr aufgebaut, das hier zuvor behandelte Abwasser wird zukünftig zu einer anderen Kläranlage übergeleitet. Auf der zweiten Anlage in Zittau ist ein Schaden von rund 13 Millionen Euro entstanden. Hier laufen aktuell die Planungen für einen verbesserten Hochwasserschutz. Dazu zählen konzeptionelle Maßnahmen, wie das Höherlegen der elektro- und steuertechnischen Anlagen, sowie neue technische Lösungen, wie die Anschaffung von Pumpentechnik, die schadlos überflutet werden kann.

Erstmalig organisiert die Messe München einen Gemeinschaftsstand „Küsten- und Hochwasserschutz“. Weitere Informationen hierzu sowie Anmeldeunterlagen erhalten interessierte Unternehmen unter der Telefonnummer 089 – 949 20260 oder per E-Mail:
georg.moller@messe-muenchen.de

Weitere Informationen unter www.ifat.de

Ressourcenschutz durch Phosphatrecycling – Tagung am 22. September 2011 in Duisburg

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Phosphor ist ein für Menschen, Tiere und Pflanzen lebensnotwendiger Nährstoff. Da die Rohphosphatvorräte eng begrenzt sind, ist das Recycling von Phosphaten aus Abfällen erforderlich. Phosphate können zum Beispiel aus den Aschen der Klärschlammverbrennung oder direkt in der Kläranlage zurückgewonnen werden.

Das Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen führt zum Thema „Ressourcenschutz durch Phosphatrecycling“ eine Tagung durch. Sie ist der Auftakt zur Entwicklung einer Phosphatrecycling-Strategie für das Land Nordrhein-Westfalen. Diese Strategie ist ein wichtiger Beitrag zur ökologischen Abfallwirtschaft und damit zu einer konsequenten Kreislaufführung…mehr:

http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/presse/presse_aktuell/termin_110922.php

Entwicklung des hybriden modellunabhängigen Kalibrierungswerkzeuges CALIMERO

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Vor der Umsetzung umfangreicher Investitionen werden in einer Vielzahl technischer Sparten wie beispielsweise der Siedlungsentwässerung Computermodelle für die Bewertung etwaiger Baumaßnahmen verwendet. So kann ermittelt werden wie das vorhandene Kapital möglichst gut eingesetzt werden kann. Beispielsweise kann ermittelt werden durch welche Baumaßnahmen am Kanal die Gewässerqualität der Flusse verbessert wird, in welchen Stadtgebieten bei starken Regenereignisse eine Überflutung wahrscheinlich ist bzw. wie diese durch Ausbaumaßnahmen verhindert werden können. Genauso wird eine Kläranlage vor einem Neubau oder Umbau am Computer entworfen und simuliert um zu bestimmen welche Beckengröße für die Einhaltung des geforderten Wirkungsgrades notwendig ist. Die Anwendung von Softwaremodellen ist Stand der Technik und auch in den einschlägigen Regelwerken vorgeschrieben. Zur Berechnung stehen die unterschiedlichsten Softwareprodukte zur Verfügung.

Derartige Modelle müssen jeweils neu für das betrachtete Gebiet erstellt werden und hängen von der Bevölkerungsdichte, der Versiegelung von Flächen (durch Straßen, Parkplätze usw.), der lokalen Regencharakteristik und den klimatischen Bedingungen ab. Die dafür notwendigen Daten müssen im Zuge von Messkampagnen erfasst werden. Für die Erhebung des Anteils der versiegelten Flächen werden beispielweise Luftbildaufnahmen ausgewertet. Doch eine derartige Datenerfassung ist zwangsweise immer mit Fehlern behaftet. Zusätzlich ist ein Modell auch immer eine Vereinfachung der Realität und nicht alle Einflüsse können berücksichtigt werden. Beispielsweise ist es nicht möglich die örtliche Verteilung aller unter-schiedlichen Bodenarten zu erheben um zu errechnen welcher Anteil des Niederschlags versickert und welcher zum Abfluss kommt.

Ein Modell muss daher immer kalibriert werden um die Unsicherheiten in der Datenerfassung auszugleichen. Dafür werden parallel zu den Messungen der Modelleingangsdaten (z.B. Regen) auch Messungen der Resultate (z.B. Abflüsse oder Wasserstände im Kanal) durchgeführt. Die gemessenen Kalibrierungsdaten werden mit den Simulationsergebnissen verglichen und die Modellparameter werden entsprechend angepasst um eine möglichst gute Übereinstimmung von Mess- und Simulationsdaten zu erreichen.

Werden aber uncharakteristische (im Sinne von ungewöhnlich/speziell) Ereignisse für die Kalibrierung verwendet, so wird dadurch eine Kalibrierung unmöglich gemacht. Beispielsweise werden Regendaten nur an bestimmten Punkten durch Regenschreiber aufgezeichnet, in Realität ist der Niederschlag jedoch über das Gebiet räumlich verteilt. Im Extremfall könnte ein starker örtlich begrenzter Gewitterregen nur im Gebiet der Niederschlagsaufzeichnung niedergehen, während es im üblichen Gebiet nicht regnet. Solche Einflüsse können nie voll-ständig abgebildet werden und derartige nichtaussagekräftige Ereignisse müssen im Zuge der Kalibrierung identifiziert und eliminiert werden.

In diesem Projekt soll das Werkzeug CALIMERO entwickelt werden, das das hohe Wissen des Anwenders über ein System (z.B. Topographie, Schwachstellen, Erfahrung über die Genauigkeit von Messmethoden, Glaubwürdigkeit von Daten) berücksichtigt und automatisch die Bestimmung der Kalibrierungsparameter übernimmt. Zusätzlich werden nur geeignete aussagekräftige Zeiträume für die Kalibrierung verwendet. Durch einen flexiblen Aufbau soll CALIMERO mit einer Vielzahl unterschiedlicher Softwareprodukte zusammenarbeiten …mehr:

Universität Innsbruck: http://www.uibk.ac.at/umwelttechnik/research/iut/calimero_web.pdf