Montag, Oktober 26, 2020
Start Fachwissen Kanal und Entwässerung Entwicklung von Prüfverfahren für Anlagen zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung im Trennverfahren

Entwicklung von Prüfverfahren für Anlagen zur dezentralen Niederschlagswasserbehandlung im Trennverfahren

Projektlaufzeit: 1.10.2008-31.05.2010

Bearbeiter:
Prof. Dr.-Ing. Theo G. Schmitt, PD Dr.-Ing. habil. Antje Welker, Dipl.-Ing. Martina Dierschke

Zur Reduzierung der Umweltbelastungen aus Niederschlagsabflüssen sollen mit einem Anhang Niederschlagswasser zur Abwasserverordnung bundeseinheitliche Anforderungen zur Behandlung verschmutzter Niederschlagsabflüsse vor Einleitung ins Grundwasser (Versickerung) oder in oberirdische Gewässer formuliert werden. Neuere Untersuchungen zur Aufschlüsselung der Eintragspfade umweltrelevanter Schmutz- und Schadstoffe weisen sämtlich einen erheblichen Anteil der Niederschlagsabflüsse aus Siedlungen aus. Die derzeit im Entwurf vorliegenden Anforderungen beziehen sich auf entwässerungstechnisch neu zu erschließende Gebiete und weisen als übergeordnete Zielsetzung den weitgehenden Erhalt des lokalen Wasserhaushalts aus. Damit kommt dezentral ausgerichteten Konzepten der Regenwasserbewirtschaftung mit ortsnahem Rückhalt und – soweit erforderlich – Behandlung der Niederschlagsabflüsse vor Ort eine besondere Bedeutung zu. Aufgrund der besonderen Gegebenheiten der mit Niederschlagsabflüssen beschickten dezentralen Anlagen ist keine Überwachung von Ablaufwerten der Behandlungsanlagen im Betrieb vorgesehen. Zur Sicherstellung ihrer Wirksamkeit entsprechend den geltenden Anforderungen soll für standardisierbare Behandlungsanlagen eine bauaufsichtliche Zulassung erteilt werden. Die Entwicklung von Prüfverfahren als Grundlage zur bauaufsichtlichen Zulassung für standardisierbare Anlagen ist Gegenstand des Vorhabens. Es umfasst die Konzeption der Prüfverfahren für unterschiedliche Anlagen, Wirkmechanismen, Herkunft der Niederschlagsabflüsse und Zielpunkte der Einleitung (Grundwasser, oberirdische Gewässer) Für die Prüfung werden geeignete Stoffparameter ausgewählt sowie repräsentative Belastungsspektren zur Beschickung der Anlagen definiert. Weitere Bestandteile des Vorhabens sind Vorgaben zur Gestaltung des Prüfstandes, zur Vorbereitung des Beschickungswassers, zur Durchführung der Beschickungen und Messungen, zur Qualitätssicherung des Prüfvorgangs, u.a. zur Reproduzierbarkeit der Prüfergebnisse, sowie Hinweise für Planung, Bau und Betrieb der Anlagen. Die Verifizierung der hier erarbeiteten Prüfverfahren an eigens zu entwickelnden Laborprüfständen soll in einer zweiten Projektphase erfolgen.

Finanzierende Institution(en): Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück
Partner-Institution(en): FH Münster, Labor für Wasserbau und Wasserwirtschaft, Institut für Wasserforschung GmbH, Dortmund

Quelle: http://gandalf.arubi.uni-kl.de/index.php?link=projekte&parea=1&pid=0154