StartAktuellesPläne des Bundesumweltministers: Pharmafirmen sollen für Wasserreinigung zahlen

Pläne des Bundesumweltministers: Pharmafirmen sollen für Wasserreinigung zahlen

Wer bezahlt für die Beseitigung von Medikamenten- und Kosmetikarückständen im Wasser? Der Umweltminister will die Hersteller zur Kasse bitten. Auch Rechenzentren sollen mehr für Wasser zahlen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will verantwortliche Branchen für Wasserverschmutzungen stärker zur Kasse bitten. „Wer unser Wasser verschmutzt, muss auch für die Reinigung aufkommen“, sagte Schneider zum Auftakt der Konferenz „Zukunft=Wasser“ im Bundesumweltministerium.

In den Abwässern befänden sich zunehmend Medikamentenrückstände und andere Mikroschadstoffe, weshalb Milliardenbeträge in den Ausbau einer „vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen“ investiert werden müssten. Pharmafirmen sollten in Zukunft für die Reinigung des Wassers zur Kasse gebeten werden, so Schneider.

Minister will im Zweifel nationale Regelung
Wie das in Deutschland konkret organisiert wird, ist nach Angaben eines Sprechers des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) noch offen, einen Gesetzentwurf gebe es bislang nicht. Vor dem Europäischen Gerichtshof läuft zudem eine Klage Polens gegen die Herstellerverantwortung.

Schneider will dennoch hart bleiben. Er hoffe auf eine EU-Lösung zur finanziellen Beteiligung der Hersteller. „Wenn es sein muss, kann ich mir auch einen nationalen Weg vorstellen“, so der Bundesumweltminister.

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