StartAktuellesAbwasseranalyse und Drogen – eine europäische Studie in mehreren Städten

Abwasseranalyse und Drogen – eine europäische Studie in mehreren Städten

Abwasseruntersuchungen in europäischen Städten
Im Jahr 2010 wurde ein europaweites Netzwerk (Sewage analysis CORe group – Europe, kurz: SCORE) gegründet. Ziel war es, die Methoden der Abwasseranalyse zu vereinheitlichen und internationale Studien durch ein gemeinsames Protokoll zu koordinieren. Die erste Aktivität der SCORE-Gruppe war eine europaweite Untersuchung im Jahr 2011, die in 19 europäischen Städten durchgeführt wurde. Sie ermöglichte erstmals eine abwasserbasierte Analyse regionaler Unterschiede beim Konsum illegaler Drogen in Europa.

Zwischen 2024 und 2025 nahm die im Abwasser europäischer Städte nachgewiesene Fracht des Kokain-Metaboliten Benzoylecgonin (BE) insgesamt um 22 % zu. Die stadtbezogenen Abwasserdaten deuten darauf hin, dass der Kokainkonsum im Westen und Süden Europas am höchsten ist – insbesondere in Städten in Belgien, den Niederlanden und Spanien. In der Mehrheit der Städte in Osteuropa wurden hingegen niedrige Werte verzeichnet, wobei die aktuellsten Daten auch hier Anzeichen für einen Anstieg zeigen.

Bei den im Abwasser europäischer Städte nachgewiesenen Frachten von Amphetamin und Methamphetamin zeigten sich zwischen 2024 und 2025 insgesamt nur geringe Unterschiede. Die Amphetamin-Frachten variierten zwischen den untersuchten Standorten erheblich; die höchsten Werte wurden in Städten in Nord- und Mitteleuropa gemessen. In südeuropäischen Städten waren die Amphetamin-Werte deutlich niedriger, wenngleich die aktuellsten Daten auch hier erste Anzeichen für einen Anstieg erkennen lassen. Die höchsten Frachten wurden in Städten in Norwegen, Schweden, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und Deutschland festgestellt.

Der Konsum von Methamphetamin – der in den meisten Städten generell niedrig ist und historisch gesehen vor allem in Tschechien und der Slowakei konzentriert war – ließ sich auch in den Abwasserdaten aus Deutschland, Litauen, Norwegen, der Türkei, Spanien, Zypern und den Niederlanden nachweisen. An anderen Standorten waren die Methamphetamin-Frachten im Abwasser sehr gering, wobei die aktuellsten Daten jedoch auf einen Anstieg in Städten in Mittel- und Nordeuropa hindeuten.

Zwischen 2024 und 2025 gingen die im Abwasser europäischer Städte nachgewiesenen MDMA-Frachten insgesamt um fast 16 % zurück. Die höchsten MDMA-Frachten wurden in Städten in Belgien, Spanien und den Niederlanden gemessen. Im Zeitraum von 2024 bis 2025 blieben die Gesamtmengen an Cannabis-Metaboliten, die im Abwasser europäischer Städte nachgewiesen wurden, stabil. Die höchsten Konzentrationen des Cannabis-Metaboliten THC-COOH wurden in Städten in den Niederlanden, Deutschland und Slowenien festgestellt.

Von 2024 bis 2025 nahmen die Gesamtmengen an Ketamin, die im Abwasser europäischer Städte nachgewiesen wurden, um fast 41 % zu. Die höchsten Mengen an Ketamin wurden in Städten in Belgien, Deutschland und den Niederlanden verzeichnet.

Quelle: https://www.euda.europa.eu/publications/pods/waste-water-analysis_en#level-3-section1