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Hamburg Wasser und Remondis bauen die weltweit erste Recycling-Anlage für Phosphor

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Grundsteinlegung der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage

Hamburg Wasser und Remondis bauen die weltweit erste Recycling-Anlage für Phosphor
HAMBURG WASSER und REMONDIS haben gemeinsam mit Hamburgs Erstem Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, und Hamburgs Umwelt- und Energiesenator, Jens Kerstan, den Grundstein für die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage auf dem Klärwerk Hamburg gelegt. Das Projekt hat internationalen Vorzeigecharakter: In Hamburg wird der lebenswichtige Rohstoff mit dem von REMONDIS entwickelten TetraPhos®-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen. Die Anlage auf dem Klärwerk Hamburg geht 2020 in Betrieb und wird jährlich aus 20.000 Tonnen Klärschlammasche rund 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure produzieren.

Die weltweiten Phosphorvorkommen sind endlich, doch die Nachfrage steigt konstant. Laut dem Umweltbundesamt wird der Bedarf zwischen 2051 und 2092 das Angebot übersteigen. Mit der neuen Recycling-Anlage für Phosphor demonstrieren REMONDIS und HAMBURG WASSER, wie dem nahenden globalen Engpass auf kommunaler Ebene begegnet werden kann: Würden alle deutschen Kläranlagenbetreiber dem Hamburger Beispiel folgen, könnte auf 60 Prozent der Phosphorimporte verzichtet werden.

Derzeit muss Deutschland den Rohstoff vollständig importieren. Zirka 230.000 Tonnen Phosphor pro Jahr werden in Form von Dünger auf die Felder ausgebracht. Der Rohstoff ist essentiell für das Pflanzenwachstum und damit für die gesamte Nahrungsmittelproduktion. Die Rückgewinnung von Phosphor wird damit stetig relevanter. Die deutsche Bundesregierung hat gesetzlich vorgeschrieben, dass Phosphor ab 2029 aus Abwasser zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden muss. HAMBURG WASSER wird der erste kommunale Entsorger sein, der diese Vorgabe mit Hilfe des REMONDIS TetraPhos®-Verfahrens erfüllt. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sagt: „Der Bau der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage ist ein wichtiges Projekt für den Innovationsstandort Hamburg. Die Rückgewinnung verringert die Umweltbelastung und macht einen kostbaren Rohstoff wieder verfügbar. Das Klärwerk Hamburg liefert mit dieser Anlage eine zukunftsweisende Lösung und setzt internationale Maßstäbe.“

„Die Pilotanlage hatte ich 2015 als Weltpremiere hier eingeweiht und war zuversichtlich, dass der Betrieb wirtschaftlich funktionieren würde. Daher freue ich mich sehr, dass diese innovative Technik nun auch im großen Maßstab hier in Hamburg umgesetzt wird. HAMBURG WASSER ist als kommunales Unternehmen ein Taktgeber für Innovation, das sehen wir auch bei der Wärmewende: Mit der geplanten Abwasser-Wärmepumpe und dem Aquifer-Tiefenspeicher an der Dradenau entstehen Anlagen in ganz neuer Größenordnung,“ so Jens Kerstan, Aufsichtsratsvorsitzender HAMBURG WASSER und Umweltsenator. „Deutschland importiert jährlich tausende Tonnen Phosphor, obwohl sich der Stoff in großen Mengen in Klärwerken ansammelt. Phosphor zu recyceln ist ein hervorragendes Beispiel, wie sich mit knappen Ressourcen nachhaltig wirtschaften lässt. Das ist Klima- und Ressourcenschutz im besten Sinne! Wir können stolz darauf sein, was Hamburg und sein städtisches Unternehmen hier schaffen.“

„Im Abwasser finden wir eine riesige und nicht versiegende Energie- und Rohstoffquelle. Unser Ziel ist es, diese bestmöglich zu nutzen. Schon heute gewinnen wir mehr Energie aus dem Abwasser zurück als eine Kleinstadt benötigt. Mit der neuen Phosphor-Recycling-Anlage bauen wir unser Klärwerk jetzt zur urbanen Rohstoffmine aus und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz“, sagt Nathalie Leroy, Geschäftsführerin von HAMBURG WASSER. „Um das energetische Potential des Klärschlamms weiter zu erschließen, vergrößern wir auch unsere Klärschlammverbrennung. Das steigert die Energieproduktion und schafft Entsorgungssicherheit für unsere stetig wachsende Stadt und unsere kommunalen Kooperationspartner.“

Max Arnold Köttgen, Vorstand der REMONDIS SE & Co. KG erläutert: „Die Rückgewinnung von Phosphor mit dem REMONDIS TetraPhos®-Verfahren trägt dem heutigen Anspruch und unserer gesellschaftlichen Verantwortung zum Ressourcenschutz Rechnung. Das von REMONDIS entwickelte Verfahren ist ein weiteres Beispiel unserer Innovationskraft und zeigt in besonderem Maße, dass Recycling wirtschaftlich ist. Mit dem Verfahren werden wir nicht nur bereits heute gesetzliche Anforderungen der Zukunft umsetzen, sondern auch unsere langjährige Kooperation mit der Freien und Hansestadt Hamburg fortsetzen.“

ANHÄNGE
PRESSEMITTEILUNG-Grundsteinlegung_Phosphor-Recycling-Anlage
https://www.hamburgwasser.de/fileadmin/hhw-presse/2019/190301-PRESSEMITTEILUNG-Grundsteinlegung_Phosphor-Recycling-Anlage.pdf

Grundsteinlegung der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage (Foto)
https://www.hamburgwasser.de/fileadmin/hhw-presse/2019/190301_Grundsteinlegeung_v1_HAMBURG_WASSER.jpg

KONTAKT

PRESSESTELLE
Janne Rumpelt
Konzernkommunikation
Billhorner Deich 2

Forscher erproben neues Verfahren zur Spurenstoffentfernung auf Kläranlagen

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BMBF-Verbundprojekt eloise verknüpft umweltfreundliche Energieerzeugung und Abwasserreinigung.
Mit einem neuen Verfahren wollen Forscher Wasserstoff aus erneuerbaren Energien erzeugen und dabei Mikroschadstoffe wie Arzneimittel und Industriechemikalien aus dem Abwasser entfernen. Die Verfahrenskette aus Elektrolyse zur Produktion von Wasserstoff und ozonbasierter Spurenstoffentfernung soll in einer Pilotanlage auf der Kläranlage Kaiserslautern erprobt werden. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte zweijährige Verbundprojekt eloise, das kürzlich gestartet ist, wird von fünf Partnern aus Wasserwirtschaft und Wissenschaft durchgeführt: Wupperverbandgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft mbH, Anleg GmbH, DBI Gas- und Umwelttechnik GMBH, Kaufmann Umwelttechnik GmbH und Technische Universität Kaiserslautern.

Die Produktion von Wasserstoff ist ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Bei der Elektrolyse von Wasser mittels regenerativ erzeugtem Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen fällt neben „grünem“ Wasserstoff als Abfallprodukt jedoch in hohem Maße Sauerstoff an, der bisher nicht genutzt wird. Das Projekt eloise will daher die Bereiche Energieerzeugung und Abwasserreinigung in einem neuen Ansatz miteinander verknüpfen. Der erzeugte Sauerstoff soll hierbei als Grundstoff für die Herstellung von Ozon verwendet werden. Dieses setzen die Forscher ein, um Mikroschadstoffe wie Arzneimittel und Industriechemikalien aus Abwasser zu entfernen. Ziel ist es, eine abgestimmte Verfahrenskette von der Elektrolyse über die ozonbasierte Spurenstoffentfernung bis zur nachgeschalteten biologischen Beseitigung möglicher schädlicher Substanzen, die bei der Ozonierung entstehen, zu schaffen und dabei erneuerbare Energien zu nutzen. Mit dem Projekt soll die grundsätzliche Machbarkeit der Verfahrenskette untersucht und diese auf ihr Wertschöpfungspotenzial überprüft werden.

Am Standort der Kläranlage Kaiserslautern werden die Projektpartner hierfür eine halbtechnische Pilotanlage aufbauen und betreiben. Die in der Praxis untersuchten Verfahrenskomponenten werden zudem modelltechnisch abgebildet, um die Wechselwirkungen zwischen der regenerativen Energieerzeugung, die durch hohe Dynamik und schwankende Überschüsse gekennzeichnet ist, und der ebenfalls dynamischen Abwasserreinigung zu untersuchen. Die Verfahrenskette wird sowohl insgesamt als auch in den Einzelkomponenten nutzbar sein. Mit ca. 10.000 kommunalen Kläranlagen allein in Deutschland versprechen sich die Verbundpartner ein sehr großes Marktpotenzial für eine spätere technische Nutzung.
Das Verbundprojekt „eloise – Innovative Verfahrenskette zur Spurenstoffelimination auf kommunalen Kläranlagen“ ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Klimaschutz“, Anwendungsbereich „Nachhaltiges Wassermanagement“. Die Maßnahme gehört zum BMBF-Programm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA³).

https://www.fona.de/de/forscher-erproben-neues-verfahren-zur-spurenstoffentfernung-auf-klaeranlagen-24324.html

Aus der EU-Lettland

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Lettland: Klärschlamm ausgetreten – Ostsee in Lettland mit schwefelhaltigem Schlamm verschmutzt

Nach einem Unfall in einer Kläranlage in Lettland sind große Mengen schadstoffhaltiger Abfälle in die Ostsee gelangt.
Das Gesundheitsamt schloss mehrere Strände und verhängte ein Badeverbot. Nach Angaben der Behörden in der Hafenstadt Liepaja waren mindestens 1.250 Tonnen schwefelhaltiger Schlamm ausgetreten, nachdem die Wand einer Kläranlage…mehr:
https://www.deutschlandfunk.de/ostsee-in-lettland-mit-schwefelhaltigem-schlamm-verschmutzt-106.html

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EU-Kommission fordert Lettland und Litauen nachdrücklich auf, die Behandlung ihrer Abwässer zu verbessern

Die Kommission hat im Januar 2019 beschlossen, eine mit Gründen versehene Stellungnahme an Lettland und Litauen zu richten, da die Länder nicht für eine sachgerechte Sammlung und Behandlung des kommunalen Abwassers sämtlicher Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern gesorgt hätten, wie es die Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser verlangt. Die Kommission ist der Auffassung, dass 14 Gemeinden in Lettland und 54 Gemeinden in Litauen gegen mehrere Bestimmungen der Richtlinie verstoßen. Beide Länder müssen zudem nähere Angaben zu den Anforderungen an Kanalisation, Einleitungen aus Kläranlagen, Industrieabwässer und Referenzmethoden für die Überwachung und Bewertung der Ergebnisse machen. Beide Länder haben zwei Monate Zeit, um Abhilfe zu schaffen. Andernfalls kann die Kommission beim Gerichtshof der Europäischen Union Klage einreichen.

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Fallstudien zeigen Machbarkeit der Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft

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Hydroponische Anbauverfahren mit speziell aufbereitetem Abwasser sind Gegenstand des Forschungsprojekts HypoWave. Diese optimierte Variante wird seit Herbst 2016 in einer Pilotanlage auf der Kläranlage Hattorf bei Wolfsburg erprobt. Erste Fallstudien zeigen nun die Machbarkeit dieser wasser- und nährstoffeffizienten landwirtschaftlichen Produktion. Beispielhaft an zwei Regionen – dem Landkreis Gifhorn in Niedersachsen und der Gemeinde Raeren in Belgien – wird demonstriert, wie die angepasste Aufbereitung und Wiederverwendung von kommunalem Abwasser für den hydroponischen Gemüse- und Schnittblumenanbau gelingen kann. „Für kleinere Gemeinden von 500 bzw. 1650 Einwohnerwerte kann hier auf 3600 bzw. 6000 m² eine wirtschaftliche Produktion erzielt werden“, sagt Marius Mohr, Koordinator der Fallstudien vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Die dreijährige Laufzeit von HypoWave endet am 31. August 2019.

Weiterführende Links
www.hypowave.de
Fallstudie „Nutzung des Ablaufs eines Klärteichs zur Gemüseproduktion im Landkreis Gifhorn“
Fallstudie „Modulares Wasser- und Nährstoffrecycling zur Schnittblumenproduktion in der Gemeinde Raeren, Belgien“

http://www.gfa-news.de/webcode.html?wc=20190207_001

 

 

„Aktionstag Starkregen“ – Fachtagung informiert über effektives Risikomanagement

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Zuletzt gingen sie im Sommer vergangenen Jahres über Baden-Württemberg nieder: Unwetterartige Regengüsse, die überall im Land zu dramatischen Überschwemmungen führten und aufzeigten, welchen Risiken Kommunen, aber auch Einzelpersonen durch Starkregen ausgesetzt sind. Das Land Baden-Württemberg reagierte und gab für das kommunale Starkregen-Risikomanagement einen Leitfaden heraus; auch fördert das Land die Umsetzung von Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit der Erstellung von Gefahrenkarten. Dennoch gibt es nach wie vor Unsicherheiten im Umgang mit Starkregen und einem effektiven Risikomanagement.

Die Hochschule Biberach (HBC) bietet nun einen Aktionstag „Starkregen“ an (21. März 2019). Das ganztägige Seminar soll über das Thema Starkregen und den Umgang damit informieren. Dabei geht es vor allem auf die Begebenheiten in Baden-Württemberg und speziell in der Region Oberschwaben ein. Die Veranstaltung ist eine Plattform für all diejenigen, die Lösungen entwickeln wollen im Umgang mit Starkregen – ob in Kommunen, Landkreisen, Ingenieur- oder Planungsbüros. Der Veranstalter – das Institut für Geo und Umwelt an der HBC – bietet mit dem Seminar eine Plattform für Austausch und Wissenstransfer. die Seminarleiter – Professor Dr.-Ing. Gerhard Haimerl und Professorin Dr.-Ing. Ulrike Zettl (beide aus dem Studiengang Bauingenieurwesen) -wollen mit den TeilnehmerInnen diskutieren, wer von Starkregen betroffen und sogar dadurch gefährdet ist, welche Maßnahmen und Konzepte greifen und wie sie praktisch umgesetzt werden können. Der „Aktionstag Starkregen“ wird auch aufzeigen, welche fachlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden und auf welche Herausforderungen sich Kommunen, Landkreise und Ingenieurbüros einstellen müssen.

Für die ganztägige Veranstaltung hat die Hochschule Biberach zahlreiche Fachleute als Referenten gewonnen, die aus allen für das Thema relevanten Bereichen kommen- etwa aus dem Regierungspräsidium Tübingen, der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) und den Biberacher Ämtern für Wasserwirtschaft sowie Brand- und Katastrophenschutz. Vertreter von Ingenieurbüros und Gemeinden werden ebenso von ihren Erfahrungen aus durchgeführten Projekten berichten wie Professoren der HBC aus den Gebieten Geotechnik und Wasserbau.

Das Seminar findet an der Hochschule Biberach statt; Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr-Ing. Gerhard Haimerl

Weitere Informationen:
http://www.hochschule-biberach.de/starkregen

Neuer Wasserfilter entfernt Mikroplastik mit lasergebohrten Kleinstlöchern

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Mikroplastik – das sind winzige Teilchen in unserem Abwasser. Sie herauszufiltern, stellt die Abwasserbetriebe vor große Herausforderungen. Eine Gruppe von fünf Partnern aus Industrie und Forschung will jetzt einen neuen Filter entwickeln, der mit lasergebohrten Löchern bis zu 10 Mikrometer kleine Partikel effizient auch bei großen Wassermengen herausfiltert.

Mehr:
https://www.fona.de/de/neuer-wasserfilter-entfernt-mikroplastik-mit-lasergebohrten-kleinstloechern-24256.html
 

 

Durch Abwasserreinigung Nährstoffe gewinnen

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Wie man Algen zum Gewässerschutz und zur Rückgewinnung von Phosphor einsetzen kann, untersucht ein Team der TH Mittelhessen. Das Forschungsvorhaben trägt den Titel „Algenbiotechnologie in Abwasserreinigungsanlagen – Phosphorrecycling und Energiegewinnung“. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 725.000 Euro gefördert. Projektleiter ist Prof. Dr. Ulf Theilen, Sprecher des Kompetenzzentrums für Energie- und Umweltsystemtechnik (ZEuUS) der THM.

Phosphor ist ein wertvoller Stoff, der in vielerlei Verbindungen für das biologische Wachstum und damit auch zur Produktion von Nahrungsmitteln gebraucht wird. Sein Vorkommen ist begrenzt. Zugleich handelt es sich dabei um eine Substanz, die – als Folge landwirtschaftlicher Düngung – unsere Gewässer belastet. So erklärt sich der wissenschaftlich-technologische Ansatz, Phosphorverbindungen aus anfallendem Abwasser zurückzugewinnen, um sie in Kreisläufen zu nutzen.

Prof. Theilens Team kann bei dem aktuellen Forschungsvorhaben auf eigene Erfahrungen aus einem hessischen Pilotprojekt zur „Phosphor-Elimination durch Mikroalgen“ zurückgreifen. Ein Versuchsbetrieb auf der Kläranlage von Rotenburg an der Fulda leistete 2015-17 die Vorarbeit, an die nun in größerem Maßstab und mit erweiterter Aufgabenstellung angeknüpft wird. Dabei geht es um Untersuchungen zu zwei Schwerpunkten: Um die „Nährstoffelimination“, also das Entfernen der in Abwässern enthaltenen Phosphor- und Stickstoffreste per Algeneinsatz, und um die Nutzung der Algenbiomasse in einem Recyclingprozess. Ziel ist es, auf diesem Weg ein Konzept für die großtechnische Anwendung zu entwickeln.

Mit dem Projekt, das vier Jahre lang durch das BMBF-Programm „IngenieurNachwuchs“ gefördert wird, ist ein wissenschaftlicher Qualifizierungsauftrag verbunden. Eine Absolventin und ein Absolvent der Technischen Hochschule Mittelhessen werden ihre Dissertationen über Teilaspekte der Gesamtthematik schreiben. Partner der THM bei den Promotionsverfahren ist die Bauhaus-Universität Weimar.

An der Betreuung der Doktoranden beteiligen sich auch das Forschungszentrum Jülich und das Ingenieurbüro „Unger ingenieure Darmstadt“. Außerdem sind als mittelhessische Partner auf dem Feld der betrieblichen Praxis der Zweckverband Lollar-Staufenberg und der Abwasserverband Lauter-Wetter eingebunden. Während des Vorhabens werden in den Klärwerken Lollar und Ober-Bessingen Pilotanlagen installiert, um das Einsatzspektrum der Algen zu testen.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
ulf.theilen@bau.thm.de

Arbeitsaufgabe in Leitwarten entscheidend für visuelle Darstellung

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BAuA-Bericht gibt Empfehlungen für belastungsoptimierte Gestaltung

Dortmund – Das Augenmerk von Operateuren in Leitwarten kann sich auf vielfältige Aufgaben richten. Ob Überwachung von Produktionsstraßen, die Regelung des Verkehrs oder die Koordination eines Feuerwehreinsatzes – in Leitwarten laufen viele Informationen, überwiegend in Form von Bildern, zusammen. Dabei eröffnet die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie beständig neue Möglichkeiten der bildlichen Darstellung und der Aufbereitung von Daten. Grenzen setzt nicht zuletzt die Angemessenheit der Aufgaben hinsichtlich der menschlichen Wahrnehmung und Informationsverarbeitung. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersuchte in einem Forschungsprojekt, inwieweit Technologien und Darstellungsmöglichkeiten von Videos zum Einsatz in Leitwarten geeignet sind und wie sich diese auf die mentale Beanspruchung von Operateuren auswirken. Der jetzt veröffentlichte Bericht „Videoaufnahmen in Leitwarten: Belastungs- und Beanspruchungsanalyse…mehr:

https://www.baua.de/DE/Services/Presse/Pressemitteilungen/2019/01/pm003-19.html

Gegen die Fluten

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Studierende der TH Bingen haben in rheinland-pfälzischen Kommunen untersucht, wie hoch das Risiko für Schäden durch Starkregen ist. Nun haben sie ihre Ergebnisse bereits in der vierten Verbandsgemeinde vorgestellt.

Bäche, die zu reißenden Flüssen werden, vollgelaufene Keller oder umgerissene Bäume: Die Folgen von Starkregenereignissen können auch solche Bewohnerinnen und Bewohner treffen, die nicht unmittelbar an einem Flusslauf wohnen. Für welche Regionen die Gefahr besonders hoch ist, haben Studierende der Technischen Hochschule (TH) Bingen in vier Verbandsgemeinden untersucht: Nieder-Olm, Rhein-Nahe, Langenlonsheim und Rhein-Selz. Für die letztere Verbandsgemeinde wurden nun die Ergebnisse vorgestellt. Die Studierenden der Studiengänge Umweltschutz sowie Klimaschutz und Klimaanpassung haben die verschiedenen Parameter untersucht, die bei der Risikoanalyse von Starkregenfolgen wichtig sind: Wie sind das Klima und insbesondere der Niederschlag in der Region und inwiefern haben sie sich verändert? Was sind die geografischen und städtebaulichen Gegebenheiten, wie erfolgt die Landnutzung und wie hoch ist beispielsweise die Erosion in den vorhandenen Ackerflächen? Für das Projekt analysierten die Studierenden die topografischen Karten und erkundeten bei Exkursionen die Bedingungen. Denn viele Faktoren können erst an Ort und Stelle genau bestimmt werden. Dabei wurden sie jeweils von Ortskundigen unterstützt, zum Beispiel der Feuerwehr oder Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden. Anschließend analysierten sie die Risiken am Computer. Die Studierenden empfehlen auf Grundlage der Analysen dann ganz konkrete Maßnahmen für die jeweilige Region.

Elke Hietel, Professorin für Landschaftspflege, Landschafts- und Stadtplanung an der TH Bingen, betreut das Projekt gemeinsam mit Oleg Panferov, Professor für Klimawandel und Klimaschutz. Hietel betont: „Starkregenereignisse werden nicht nur häufiger, sie werden auch intensiver. Der Grund ist, dass es wärmer wird. Warme Luft kann mehr Wasser speichern, das sich dann als Starkregen entlädt. Außerdem kann nach einer langen Trockenphase auch ein normaler Regen zu einem Extremereignis werden – vor allem dann, wenn die Böden ausgetrocknet sind.“ Für Stadt versus Acker lassen sich die Empfehlungen recht klar zusammenfassen: Bei Starkregen muss das Wasser in Städten und Dörfern sehr schnell und konzentriert durch die Siedlungen abfließen. Nur so können größere Schäden an der Infrastruktur oder an Häusern vermieden werden. Für die landwirtschaftlichen Flächen gilt dagegen: Äcker sollten als Zwischenspeicher genutzt werden, auf denen das Wasser langsam und breit versickern kann. Die anthropogenen, also die menschengemachten Gegebenheiten verstärken ganz klar die Folgen von Starkregen maßgeblich. Zum Beispiel die Begradigung von Bachläufen, eine ungünstige Anlage von Straßen und Abflüssen oder fehlkonstruierte Häuser, die den Eintritt von Wasser begünstigen.

Für die Studierenden ist das Projekt eine gute Gelegenheit, in einem interessanten Berufsfeld zu arbeiten. Dr. Stefan Cludius, leitender staatlicher Beamter beim Kreis Mainz-Bingen und zuständig für den Katastrophenschutz, begrüßt die Arbeiten: „Die Studierenden können mit ihrem Studium anderen ganz praktisch helfen. Die Themen in den Studiengängen Umwelt- und Klimaschutz sind hochaktuell.“ Initiiert wurde das studentische Projekt von der TH Bingen gemeinsam mit der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Das Interesse der Gemeinden ist anhaltend hoch, denn das Bewusstsein für diese Gefahr steigt angesichts von Ereignissen wie in Stromberg 2016 deutlich an. Cludius freut sich über die studentischen Arbeiten und betont, dass das Interesse an einer weiteren erfolgreichen Zusammenarbeit groß sei.

Professor Panferov bestätigt: „Eins gilt für alle Gemeinden – Risikogebiete gibt es überall, wenngleich sie auch unterschiedlich verteilt sind. Wichtig ist es, dass sich die Städte und Gemeinden frühzeitig damit beschäftigen – bevor der Ernstfall eintritt.“ Die Ergebnisse der Studien stellen erste Voruntersuchungen dar, weitere Analysen und Planungen müssen dann in den Verbandsgemeinden folgen.

Bei Interesse können auch andere Gemeinden bei dem Projekt mitmachen (Kontakt: e.hietel@th-bingen.de, o.panferov@th-bingen.de).

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Elke Hietel
Professorin für Landschaftspflege, Landschafts- und Stadtplanung
www.th-bingen.de/person/elke-hietel

Prof. Dr. Oleg Panferov
Professor für Klimawandel, Klimaschutz
www.th-bingen.de/person/oleg-panferov

Weitere Informationen:
http://www.th-bingen.de

Gewässer genetisch überwachen: neues Video

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Im Interreg-Projekt SYNAQUA (SYNérgie transfrontalière pour la bio-surveillance et la préservation des écosystèmes AQUAtiques) arbeiten Projektpartner aus der Schweiz und aus Frankreich daran, genetische Methoden zur biologischen Überwachung von Oberflächengewässern zu etablieren. Dieser innovative Ansatz basiert auf der direkten Bestimmung von Bioindikator-Organismen in Gewässern auf der Basis von DNA-Sequenzen wie genetischen Barcodes. Im Projekt werden Kieselalgen und Olichaeten eingesetzt. Mehr:

https://www.oekotoxzentrum.ch/news-publikationen/news/gewaesser-genetisch-ueberwachen-neues-video/