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Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

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Forscher geben Empfehlungen für die Überarbeitung der EU-Wasserrahmenrichtlinie

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) soll bis zum Jahr 2019 überarbeitet werden. Bereits jetzt ist der Arbeitsprozess dafür in vollem Gange. Wichtiger Input kommt auch aus der Wissenschaft. In einer aktuellen Studie etwa, die unter Federführung des UFZ entstand, hat ein internationales Forscherteam Empfehlungen formuliert, die die Überwachung, Bewertung und das Management von Schadstoffen verbessern sollen. Veröffentlicht wurde die Studie kürzlich im Fachmagazin Science of the Total Environment.

Wie erreichen wir, dass Europas Gewässer möglichst nur geringfügig durch Schadstoffe belastet werden und Pflanzen und Tieren einen naturnahen Lebensraum bieten?

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie ist seit dem Jahr 2000 in Kraft. Ziel der Richtlinie ist es, dass Flüsse, Seen, Küstengewässer und Grundwasser spätestens bis zum Jahr 2027 einen „guten Zustand“ erreicht haben: Die Gewässer sollen möglichst nur geringfügig durch Schadstoffe belastet sein und Pflanzen und Tieren einen naturnahen Lebensraum bieten. Das Besondere an der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist, dass die Gewässer länderübergreifend – bei Flüssen von der Quelle bis zur Mündung – betrachtet werden. „Das ist in dieser Form weltweit einmalig. Von vielen Ländern wird die Europäische Wasserrahmenrichtlinie deshalb als Vorbild angesehen“, sagt Umweltchemiker Dr. Werner Brack vom UFZ.

Von der Erreichung des Ziels ist Europa jedoch noch weit entfernt. Konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur, zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Oberflächengewässern sowie zur Reduzierung des Eintrags von Nähr- und Schadstoffen, müssten vielerorts wesentlich konsequenter als bislang umgesetzt werden. „Aber auch das Regelwerk selbst hat Schwächen und soll deshalb bis 2019 überarbeitet werden“, sagt Werner Brack. Unter seiner Leitung haben Wissenschaftler des europäischen Forschungsprojekts SOLUTIONS sowie des Europäischen Forschungsnetzwerks NORMAN diese Schwächen genauer unter die Lupe genommen und leiten daraus Empfehlungen für ein verbessertes Schadstoff-Monitoring und Gewässermanagement ab.

Überwachung verbessern
Derzeit sind in der Wasserrahmenrichtlinie 45 Schadstoffe, sogenannte prioritäre Schadstoffe, gelistet. Sie dürfen in einem Gewässer mit guter Wasserqualität nicht oder nur in geringem Maße vorkommen. Demgegenüber stehen allerdings mehr als 100.000 verschiedene chemische Substanzen, die wir täglich benutzen und die in unsere Umwelt und Gewässer gelangen. Die meisten Substanzen werden bei der Bewertung der Gewässerqualität nach der derzeitigen EU-Wasserrahmenrichtlinie also gar nicht berücksichtigt. „Das auf einzelne Schadstoffe orientierte Monitoring ist teuer, ignoriert den größten Teil der Schadstoffe und läuft den eigentlichen Problemen hinterher. Denn die meisten prioritären Schadstoffe sind längst vom Markt und durch andere sehr ähnlich wirkende chemische Substanzen ersetzt. Neue Stoffe auf die Liste zu bekommen, ist ein langwieriger politischer Prozess“, kritisiert Brack.

Außerdem beschränkt sich die Wasserrahmenrichtlinie bislang nur auf die Prüfung von Einzelstoffen. Schadstoffe wirken in der Umwelt aber nicht einzeln, sondern zusammen und können sich in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. „Nicht das Vorkommen eines Schadstoffes ist ausschlaggebend, sondern seine Wirkung im Gewässer“, sagt Brack. Deshalb empfehlen die Wissenschaftler, die Überwachung der Gewässerqualität von der chemischen Analytik einzelner Schadstoffe wo immer möglich auf effektbasierte Methoden – wie etwa biologische Wirkungstests – umzustellen. So würden alle Stoffe mit derselben Wirkung erfasst, auch Stoffgemische. Und teure chemische Analytik wäre nur noch erforderlich, falls bestimmte Wirkschwellen überschritten werden.

Bewertung verbessern
Überarbeitungsbedarf sehen die Forscher auch bei der Bewertung der Gewässerqualität. Bislang ist immer die schlechteste Teilkomponente maßgeblich dafür, ob ein Gewässer in einen guten chemischen oder ökologischen Zustand eingestuft wird – selbst wenn diese wie im Falle von Schadstoffen aus Verbrennungsprozessen durch das Gewässermanagement kaum zu beeinflussen ist. Das führt dazu, dass viele Gewässer auch bei signifikanten Verbesserungen wesentlicher Komponenten die Bewirtschaftungsziele nicht erreichen können. Brack: „Die derzeitige Regelung gibt zu wenig Anreize, Probleme zu beheben und führt in vielen Fällen zu Untätigkeit. Wir schlagen deshalb vor, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität künftig durch eine differenziertere Bewertung belohnt werden.“ Das schließt auch die Schaffung von Anreizen für gutes Monitoring ein. Denn derzeit scheitern viele Mitgliedsländer bereits daran, Schadstoffe regelmäßig zu messen und zu analysieren, deren Überwachung eigentlich vorgeschrieben ist. Und sie werden dafür noch belohnt, denn je weniger sie messen, je seltener sie messen, je schlechter die Analytik ist, desto geringer ist das abgeleitete Risiko und damit der Handlungsbedarf für Reduzierungsmaßnahmen. Die Wissenschaftler schlagen für die neue Wasserrahmenrichtlinie deshalb eine umgekehrte Beweisführung vor: Dort, wo durch unzureichendes Monitoring keine Daten erhoben werden, könnten für die Gewässerbewertung Modellwerte herangezogen werden. So müssten die „Säumigen“ dann mit Messungen nachweisen, dass der tatsächliche Gewässerzustand besser ist als der Vorhergesagte.

Management verbessern
Alleiniges Messen und Bewerten der Gewässerqualität reicht aber nicht aus, um den Zustand eines Gewässers zu verbessern – dem Monitoring müssen entsprechende Maßnahmen folgen. „In unserer aktuellen Studie geben wir Empfehlungen für ein stärker lösungsorientiertes Gewässermanagement, bei dem Überwachung, Bewertung und mögliche Maßnahmen von Anfang an viel enger miteinander verzahnt sein sollten, als dies heute der Fall ist“, sagt Brack.

So stellen beispielsweise Kläranlagenabläufe eine wichtige und vergleichsweise vorhersagbare Quelle von Belastungen in Bächen und Flüssen dar, die zur Überschreitung von Wirkschwellen führen können. Die Autoren schlagen vor, in einem ersten Schritt zu prüfen, inwieweit eine gefundene Schadwirkung des Flusswassers dem entspricht, was aufgrund des Abwasseranteils und des Reinigungsgrades zu erwarten ist. Dann ist eine verbesserte Abwasserbehandlung in der Kläranlage das Mittel der Wahl, um Qualitätsziele zu erreichen. Für den Fall, dass beobachtete Schadwirkungen die Erwartungen übersteigen, empfehlen die Autoren verschiedene Ansätze, um spezifische Schadstoffe und ihre Quellen zu identifizieren und möglichst vor dem Erreichen der Kläranlage zu eliminieren. Dabei sollte der Schwerpunkt darauf liegen, mögliche Alternativen zur Verbesserung der Qualität zu untersuchen, anstatt bei der Festlegung des Gewässerstatus zu verharren. „Dies hilft auch, Lösungsansätze zu finden, mit denen man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen kann“, meint Brack. „So können ausreichend breite und mit Büschen bestandene Randstreifen nicht nur dazu beitragen, den Eintrag an Pflanzenschutzmitteln ins Gewässer zu reduzieren, sondern auch dabei helfen, eine Überdüngung oder zu hohe Temperaturen im Gewässer zu vermeiden. Und sie bieten obendrein ein wertvolles Habitat für viele Tiere und Pflanzen.“

Wie Untersuchungen im EU-Projekt SOLUTIONS zeigen, erfordert die Verbesserung der Wasserqualität in manchen Fällen auch eine Harmonisierung der vielen Regelwerke zur Umweltqualität und Chemikaliensicherheit auf europäischer und nationaler Ebene mit der Wasserrahmenrichtlinie. Die Wissenschaftler hoffen, dass sie mit ihren Forschungsergebnissen aus SOLUTIONS und NORMAN weitere Lösungsansätze für die Überarbeitung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie liefern – und dadurch einer nachhaltigeren Wassernutzung in Europa den Weg bereiten können.

Das EU-Projekt SOLUTIONS vereinigt 39 Partner aus weltweit 17 Ländern. Es wird bis zum Jahr 2018 mit insgesamt 12 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert. Ziel ist es, Werkzeuge und Modelle zu entwickeln, um den Chemikaliencocktail in Gewässern hinsichtlich seines Risikos zu bewerten. SOLUTIONS entwickelt Methoden, um vorrangig zu behandelnde Stoffe zu erkennen und schlägt Lösungen zu deren Verminderung vor.

Das europäische Forschungsnetzwerk NORMAN fördert die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen Forscherteams verschiedener Länder hinsichtlich der Überwachung von bisher nicht regulierten Stoffen in der Umwelt.

Publikation
Brack W, Dulio V, A?gerstrand M, Allan I, Altenburger R, Brinkmann M, Bunke D, Burgess RM, Cousins I, Escher BI, Herna?ndez FJ, Hewitt LM, Hilscherova? K, Hollender J, Hollert H, Kase R, Klauer B, Lindim C, Lo?pez Herra?ez D, Mie?ge C, Munthe J, O’Toole S, Posthuma L, Ru?del H, Scha?fer RB, Sengl M, Smedes F, van de Meent D, van den Brink PJ, van Gils J, van Wezel AP, Vethaak AD, Vermeirssen E, von der Ohe PC, Vrana B (2017) Towards the review of the European Union Water Framework Directive: Recommendations for more efficient assessment and management of chemical contamination in European surface water resources. Science of the Total Environment. DOI 10.1016/j.scitotenv.2016.10.104 http://dx.doi.org/10.1016/j.scitotenv.2016.10.104

Weitere Informationen:
Die Wasserrahmenrichtlinie – Deutschlands Gewässer 2015:
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/die-wasserrahmenrichtlinie-deutschlands-gewaesser
EU-Projekt SOLUTIONS: www.solutions-project.eu
SOLUTIONS-Film: www.youtube.com/UFZde
Forschungsnetzwerk NORMAN: http://www.norman-network.net/

Kennen sie ihre kleinsten Mitarbeiter?

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Es lohnt sich, regelmäßig nachzusehen ob die Richtigen alle da sind und zu prüfen ob es ihnen auch gut geht.
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Zukunftsperspektiven für Klärschlamm entwickeln: EWL plant interkommunale Zusammenarbeit

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Jährlich fallen in Landaus Kläranlage rund 4.000 Tonnen Klärschlamm an. Darin schlummern eine Menge wertvoller Rohstoffe, z. B. ca. 70 Tonnen Phosphor – aber auch unerwünschte Bestandteile. Um beides künftig sinnvoll managen zu können, prüft der Entsorgungs- und Wirtschaftsbetrieb Landau (EWL) eine Beteiligung an einer interkommunalen Verwertungsgesellschaft. „Mehrere Kommunen aus Rheinland-Pfalz wollen gemeinsam die Herausforderungen der immer strengeren Rahmenbedingungen bewältigen. Deshalb werden wir zeitnah Gespräche über eine mögliche Beteiligung des EWL führen“, erläutert Bürgermeister Dr. Maximilian Ingenthron als EWL-Verwaltungsratsvorsitzender. Geplant ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) zur Klärschlammverwertung.

Gesetzeskonform handeln
Hintergrund für die Überlegungen sind das Düngegesetz und eine ganze Reihe an Verordnungen, die die Handhabung von Nährstoffen in der Umwelt regeln. Unter Nährstoffen versteht man neben mineralischen und organischen Düngemitteln auch Klärschlamm, der heute bereits nur unter bestimmten Auflagen in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden darf. Belastungen mit Schwermetallen oder Halogenverbindungen führen zwingend zur Verbrennung des Klärschlamms. „Im vergangenen Jahr mussten wir genau aus diesem Grund nahezu den kompletten Landauer Klärschlamm verbrennen“, berichtet EWL-Vorstandsvorsitzender Bernhard Eck. Kapazitäten dafür sind in der Region aber rar, weshalb die Stadt Mainz derzeit eine spezielle Verbrennungsanlage errichtet. Diese wird dann auch der neuen Klärschlammverordnung gerecht, die das Bundeskabinett Mitte Januar auf den Weg gebracht hat. „Wenn der EWL-Verwaltungsrat in seiner nächsten Sitzung die interkommunale Zusammenarbeit befürwortet, können wir die künftige Ausgestaltung mitbestimmen“, hält Bernhard Eck fest. Eine Beteiligung an der neuen Gesellschaft sei dann ein weiterer Schritt.

Phosphat-Trennung ab 2029
Ebenfalls Einfluss auf die Überlegungen hat die Verpflichtung zur Phosphatseparierung aus den Klärschlämmen. Das Element Phosphor brauchen Pflanzen zum Wachsen, weshalb es Bestandteil von Düngemitteln ist. Gelangt es aber als Phosphatverbindung unkontrolliert in die Umwelt, kann es dort Probleme verursachen. Die Separierung muss bis zum Jahr 2029 in Landau umgesetzt werden, nur kleinere Kläranlagen können mit einer verlängerten Übergangsfrist rechnen. Die interkommunale Zusammenarbeit könnte dann sowohl die Trennung der Phosphate aus dem Klärschlamm als auch die Vermarktung als Pflanzennährstoff übernehmen. „Das ist ein wichtiger Punkt, denn weltweit schwinden die Ressourcen. Hier gilt es auch im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu handeln und Verantwortung übernehmen“, so Dr. Maximilian Ingenthron.

http://www.ew-landau.de/index.phtml?object=tx|1804.834.1&ModID=255&FID=
 

 

Die energieeffiziente Kläranlage im Spiegel der energierechtlichen Regelungen

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Vortrag von Dr.-Ing. Gerhard Seibert-Erling,
setacon GmbH, Frechen

beim Umweltinnovationsprogramm
Förderschwerpunkt „Energieeffiziente Abwasseranlagen“
Workshop am 3./4. November 2016
im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)  

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Weltraum-Bärtierchen: Zäh über Generationen

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Tardigraden, besser bekannt als Bärtierchen, können bei tiefsten Minusgraden überleben und sind auch gegen starke Hitze und Strahlung gefeit. Wie sie mit den lebensfeindlichen Bedingungen des Weltalls klarkommen, untersuchen Dr. Ralph O. Schill von der Universität Stuttgart sowie Wissenschaftler der schwedischen Kristianstad Universität, der Universität Stockholm und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Rahmen des Weltraumprojekt TARDIS (Tardigrades in Space Project). Neueste Erkenntnisse zeigen: Die Reparaturmechanismen in den Zellen der Kleinstlebewesen arbeiten so effektiv, dass auch die Nachkommen der „Weltraumbären“ sich normal entwickeln.

Bärtierchen überdauern höchst unwirtliche Bedingungen meist in einem tönnchenförmigen Ruhestadium, in dem sie den Stoffwechsel einstellen und keine Zeichen des Lebens mehr nachweisbar sind. Sobald die Umweltbedingungen besser werden, kehren die Tiere binnen einer halben Stunde zum aktiven Leben zurück. Um die Mechanismen hinter den beachtenswerten Fähigkeiten dieser kleinen Tiere zu untersuchen, starteten die Bärtierchen des Zoologen Ralph Schill im September 2007 im Rahmen der FOTON-M3-Mission von Baikonur (Kasachstan) aus mit einer Rakete für zehn Tage in den Weltraum. Der Satellit drehte sich mit dem Experiment in 270 Kilometern Höhe 189 Mal um die Erde, wobei die Bärtierchen im getrockneten Zustand, der so genannten Kryptobiose, direkt dem Vakuum und je nach Experiment verschiedenen Strahlungen ausgesetzt waren.

Das Vakuum steckten die Stuttgarter „Bären“ damals ohne bedeutsame Verluste weg. Die lebensfeindliche Gesamtstrahlung im Weltraum, die sich aus dem kompletten UV-Spektrum, ionisierender Strahlung und kosmischer Strahlung zusammensetzt, überlebten immerhin zwei Prozent. Und wenn die Bärtierchen im Vakuum nur der UV-A und UV-B Strahlung ausgesetzt waren, überlebte weit über die Hälfte aller Tiere das Weltraumabenteuer unbeschadet. Zurück auf der Erde und mit Wasser versorgt, gingen die meisten sofort der Nahrungsaufnahme nach und legten Eier.
Um diese Nachkommen der Weltraumtiere geht es in einer jetzt neu erschienen Arbeit.*) Dabei zeigte sich, dass auch mehrere Generationen später keine offensichtliche Schädigungen der Tiere, ein verändertes Verhalten oder zeitliche Veränderungen in der Entwicklung festgestellt werden konnten. Die Bärtierchen scheinen in der Lage zu sein, der „make or break“-Regel zu folgen. Diese besagt, dass die zellulären Schäden durch den Weltraumausflug entweder auf effiziente Weise repariert wurden und sich dann alle Nachkommen normal entwickeln können. Oder die Schäden sind tödlich, so dass erst gar keine Fortpflanzung mehr stattfinden kann. Schädigende Mutationen werden nicht weitervererbt.

Die Wissenschaftler wollen diese Reparaturmechanismen nun weiter erforschen und besser verstehen. Eines Tages, so die Hoffnung, sollen sie auf biomedizinische Fragestellungen, etwa im Bereich von Biobanken, übertragen werden.
Ralph Schill erforscht das Leben der Moos- und Wasserbewohner schon seit fast 15 Jahren. Im Rahmen vieler nationaler und internationaler Forschungsprojekte beschäftigt er sich mit den dynamischen Prozessen, die den zähen Winzlingen das Überleben ermöglicht. „Von den im Lauf der Jahrmillionen optimal an ihren Lebensraum angepassten Bärtierchen und ihren Fähigkeiten können wir viel über die Natur des Lebens lernen“, so Schill, „und wir erwarten auch in Zukunft spannende Erkenntnisse darüber, wie die Tiere ihre Zellen und Zellbestandteile schützen und auch reparieren.“

*)Originalpublikation: K. INGEMAR JÖNSSON, RALPH O. SCHILL, ELKE RABBOW, PETRA RETTBERG und MATS HARMS-RINGDAHL (2016). The fate of the TARDIS offspring: no intergenerational effects of space exposure. Zoological Journal of the Linnean Society, Volume 178, Issue 4, 178: 924-930, doi: 10.1111/zoj.12499

Weitere Informationen:
apl. Prof. Dr. Ralph O. Schill, Universität Stuttgart, Institut für Biomaterialien und biomolekulare Systeme, Tel. +49 (0) 1727304726, E-Mail: ralph.schill@bio.uni-stuttgart.de
Andrea Mayer-Grenu Abteilung Hochschulkommunikation
Universität Stuttgart
https://idw-online.de/de/news665005

Drogen im Abwasser: Das wäre geklärt

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Das Abwasser in europäischen Städten verrät so einiges. Forscher können durch Proben zum Beispiel herausfinden, wie es um den Drogenkonsum der Bewohner steht.

Kläranlagen zählen gemeinhin nicht zu den Orten, an denen sich gesellschaftliche Veränderungen dingfest machen lassen. Es sei denn, man zieht Abwasserproben, sucht nach bestimmten Substanzen und Biomarkern, analysiert diese mit dem Massenspektrometer – und findet so heraus, was die Menschen in einer Stadt so tun oder auch lassen. Etwa, wie viel Rauschgift sie nehmen.

Noch vor gut zehn Jahren wurde das Verfahren als Marotte einiger Wissenschaftler belächelt. Inzwischen liefert…mehr:
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/abwasser-laesst-auf-drogenkonsum-schliessen-14572809.html

Forscher wollen Salz aus Industrieabwasser wiederverwerten

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Covestro sucht zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft nach neuen Wegen zur möglichst umweltfreundlichen Rückgewinnung von Salz und Wasser aus Industrieabwasser. In einem Forschungsprojekt unter Führung des Leverkusener Werkstoffherstellers soll das aufbereitete Salz sowie das gereinigte Abwasser für Elektrolyseverfahren zur Chlorgewinnung genutzt werden.

Leverkusen – In vielen industriellen Prozessen fallen beträchtliche Mengen an Abwasser mit sehr hohen Salzkonzentrationen an. Gelangen sie in Gewässer, stellt dies eine Umweltbelastung dar – besonders für Flüsse und Seen, die für die Trinkwasseraufbereitung genutzt werden. Daher besteht Handlungsbedarf, um neue umweltfreundliche und ökonomisch tragfähige Verfahren zur Aufbereitung und Nutzung von solchem Abwasser zu entwickeln.

In dem neuen Verbundprojekt „Re-Salt“ wollen die Forscher das Salz aus Industrieabwässern wiederverwerten. „Ein wichtiges Ziel des Vorhabens ist es, im Zuge der Aufbereitung der Salzlösungen den Salzgehalt so umweltfreundlich wie möglich zu erhöhen“, sagt Projektkoordinatorin Yuliya Schiesser aus der Prozessforschung von Covestro. Dazu soll unter anderem Abwärme aus den benachbarten Produktionsanlagen genutzt werden. „Unser Ziel ist es, dass am Ende nicht nur die Kunststoffbranche, sondern auch andere Industriezweige ihren Nutzen davon haben“, erklärt Schiesser.

http://www.process.vogel.de/forscher-wollen-salz-aus-industrieabwasser-wiederverwerten-a-570759/?cmp=nl-254&uuid=1DC4B9E7-1718-4A70-B3EA-0C6A17F0F654
 

 

Rezeptur aus der Nanowelt für saubereres Trinkwasser

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Zu viel Gülle, zu viele Düngemittel: An vielen Orten in Deutschland beeinträchtigt die intensive Landwirtschaft die Wasserqualität. Die Nitratwerte im Grundwasser sind zu hoch. Ein Forscherteam der Jacobs University um den Chemiker Prof. Dr. Ulrich Kortz hat jetzt im Labor einen neuen Weg gefunden, wie die Nitratbelastung im Wasser reduziert werden kann – mithilfe von sogenannten Polyoxometallaten, kurz: POMs.

POMs sind Geschöpfe der Nanowelt. Es handelt sich um molekulare Metall-Sauerstoff-Verbindungen, die im Labor mithilfe der Reaktion von verschiedenen Substanzen in Wasser hergestellt werden, oftmals unter erstaunlich simplen Bedingungen. Der Chemieprofessor Ulrich Kortz und sein Team gehören zu den weltweit führenden auf dem Gebiet der Synthese neuartiger POMs. Von einer „magischen Rezeptur“, spricht Kortz, wenn es darum geht die exakten Synthesebedingungen für ein POM zu identifizieren, welches robust und lösungsstabil ist.

In dem konkreten Fall haben die Forscher mit einem bestimmten POM gearbeitet, welches eine vakante Stelle in der Gerüststruktur aufweist. Diese Vakanz haben sie systematisch mit verschiedenen Metallatomen gefüllt, und dann untersucht, wie die so angereicherten POMs den elektrokatalytischen Abbau von Nitrat in Wasser beeinflussen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die POMs mit Kobalt und Zink eher unauffällig blieben. Der Einbau von Kupfer oder Nickel erwies sich jedoch als ausgesprochen effektiv: Das nickelhaltige POM senkte den Nitratgehalt um den Faktor 4, und das kupferhaltige POM sogar um den Faktor 50.

Von einem „hochinteressanten Resultat“ spricht Grundlagenforscher Kortz. Er setzt auch deshalb große Hoffnungen in die Methode, weil die Nitratreduktion mithilfe von POMs weniger Kohlendioxid emittiert als herkömmliche Verfahren, also umweltfreundlicher ist. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob und wie sich die Methode zielsicher im Alltag einsetzen lässt.

Die Nitratbelastung im Grundwasser ist ein seit langem bekanntes Problem in Deutschland. Laut dem Nitratbericht 2016 der Bundesregierung weisen fast ein Drittel der Messstellen für die Grundwasserqualität zu hohe Nitratwerte auf. Verantwortlich dafür ist vor allem der übermäßige Einsatz von Stickstoffdüngern in der Landwirtschaft. Ist das Grundwasser zu stark mit Nitrat belastet, muss es für die Trinkwasserversorgung verdünnt oder das Nitrat technisch reduziert beziehungsweise beseitigt werden. Der erlaubte Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter.

Kortz und sein internationales Team, zu dem auch Wissenschaftler aus China, Indien, Libanon, Pakistan, Simbabwe und Japan gehören, haben ihre Ergebnisse jüngst in dem European Journal of Inorganic Chemistry veröffentlicht. Wie diese POMs entwickelt und für diese Anwendung maßgeschneidert wurden, zeigt auch sehr anschaulich ein kurzer Film unter: https://vimeo.com/198758996

Weitere Informationen:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ejic.201601354/epdf
http://ukortz.user.jacobs-university.de
http://www.jacobs-university.de

Fragen beantwortet:
Ulrich Kortz | Professor für Chemie
u.kortz@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3235

Über die Jacobs University:
Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Vorbereitungs-, Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.

Kontakt:
Thomas Joppig | Brand Management, Marketing & Communications
t.joppig@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4504

 

 

Naturnahe Verfahren zur Wasserwiederverwendung

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Oldenburg. Kann man Wasser recyceln? Im Verbundprojekt „TrinkWave“ erforschen Oldenburger Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus ganz Deutschland das Prinzip der naturnahen Wasseraufbereitung – um eine ausreichende Trinkwasserversorgung auch in Zeiten zunehmender globaler Trockenheit zu ermöglichen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt unter Leitung der Technischen Universität München mit mehr als drei Millionen Euro im Rahmen der Fördermaßnahme WavE. An die Universität Oldenburg fließen davon rund 240.000 Euro. Hier ist TrinkWave in der Arbeitsgruppe Hydrogeologie und Landschaftswasserhaushalt von Prof. Dr. Gudrun Massmann angesiedelt.

Das Trinkwasser in Deutschland wird überwiegend aus den Grundwasservorkommen gewonnen, die sich unter der Erde gebildet haben – hauptsächlich in Kies- und Sandschichten. Das Grundwasser ist besonders geschützt, es ist beispielsweise verboten, geklärtes Abwasser direkt einzuführen. „Wir sind hierzulande noch weit davon entfernt, aus Abwasser Trinkwasser zu gewinnen“, stellt Massmann klar.

Doch in Zeiten des Klimawandels sei es wichtig, bereits heute alternative und energieeffiziente Möglichkeiten der Wasserwiederverwendung zu erforschen. So wollen die Wissenschaftler des Verbundprojekts – aufbauend auf langjährigen Erfahrungen in der Grundwasserbewirtschaftung – verstehen, wie die natürliche Reinigung des Wassers im Untergrund genau funktioniert. Die Wissenschaftler erforschen zudem, wie der Mensch diese Prozesse künftig gezielt zur Aufbereitung von Abwasser in naturnahen technischen Systemen nutzen könnte.

Der Fokus des Oldenburger Teams um Massmann liegt dabei auf den Strömungen und der Verbesserung der Wasserqualität im Untergrund, die sie in naturnahen Pilotanlagen nachahmen: Vereinfacht ausgedrückt fließt das Wasser durch Sandschichten und wird dabei unter anderem von Mikroorganismen gereinigt. Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, was bei diesem natürlichen Vorgang genau passiert. „Wir simulieren am Computer, wie das Wasser strömt, wie dabei Inhaltsstoffe transportiert werden und welche Reaktionen dabei stattfinden“, erklärt die Hydrogeologin. Dieses tiefere Verständnis der natürlichen Reinigungsprozesse sei wichtig, um einschätzen zu können, wie und unter welchen Bedingungen der Mensch Abwasser überhaupt zur Trinkwasserversorgung einsetzen könnte und welche Techniken dafür benötigt würden.

An dem Projekt „TrinkWave: Planungsoptionen und Technologien der Wasserwiederverwendung zur Stützung der Trinkwasserversorgung in urbanen Wasserkreisläufen“ sind neben der Universität Oldenburg unter anderem folgende Institutionen beteiligt: Technische Universität München (Koordinator/Sprecher), Technische Universität Berlin, Universität Bayreuth, Bundesanstalt für Gewässerkunde, TZW/DVGW-Technologiezentrum Wasser, Umweltbundesamt und die Berliner Wasserbetriebe.

http://www.fona.de/de/naturnahe-verfahren-zur-wasserwiederverwendung-21777.html

 

 

 

Erfolgreicher Auftakt für #REIMSCHEISSER – Erste Gewinner erhalten Preise

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Die Resonanz der Medien war sehr positiv. Regionale Zeitungen, Radio und Fernsehen berichteten ausführlich über den Wettbewerb und seine Hintergründe. In den sozialen Medien verbreitete sich die Information ebenfalls ausgesprochen schnell. So erreichte die Meldung auf der Facebookseite der Stadtentwässerung Dresden rund 10.000 Aufrufe.

Die Stadtentwässerung Dresden startete letzte Woche den „Reimscheißer“-Wettbewerb. Es ist der Auftakt für die Kampagne „Kein Müll ins Klo“, mit der die Stadtentwässerung gegen steigende Müllmengen im Abwasser kämpft. (Weitere Infos zum Kampagnenstart am 20. Januar 2017 finden Sie hier -> Link).
Die Resonanz der Medien war sehr positiv. Regionale Zeitungen, Radio und Fernsehen berichteten ausführlich über den Wettbewerb und seine Hintergründe. In den sozialen Medien verbreitete sich die Information ebenfalls ausgesprochen schnell. So erreichte die Meldung auf der Facebookseite der Stadtentwässerung Dresden rund 10.000 Aufrufe.
60 neue Reime trafen bereits in der ersten Woche ein und sind zum großen Teil auf der Website www.kein-muell-ins-klo.de veröffentlicht.

Am Freitag, dem 27. Januar 2017 wurden von einer fünfköpfigen Jury der Stadtentwässerung Dresden erstmalig drei Reime gekürt. Und das sind die Gewinnersprüche:

Ohrenstab und Wattebausch
halten einen kleinen Plausch.
„Der Mensch hat wirklich eine Macke –
wir landen immer in der Kacke.
Er begreift es wirklich nicht –
das Klo braucht diese Scheiße nicht.“
Hör aus dem Rohr die Scheiße fluchen:
„Ein Putztuch hat hier nichts zu suchen.“
Nach dem Sport zu zweit im Bette
Kondome nicht in die Toilette.

Der Wettbewerb läuft noch bis zum 17. März 2017. Bis dahin können weitere Reime eingesendet werden: über Facebook und Twitter mit dem Hashtag #Reimscheisser oder auf der Facebook-Seite der Kampagne „Kein Müll ins Klo“ oder per Mail an reimscheisser@se-dresden.de

Jeweils freitags werden weitere Wochengewinner ermittelt. Sie erhalten einen Wochenpreis und sind automatisch für die Ermittlung der Hauptpreisträger zum Weltwassertag (22. März 2017) nominiert. Dort winkt als erster Preis eine Fahrt mit dem Grillboot für 10 Personen, als zweiter Preis ein Schlauchboot für 5 Personen und als dritter Preis Tickets für das Erlebnisbad Tropical Island.