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Von der Quelle bis ins Meer: Neue Studie zum Weg des Phosphors vom Einzugsgebiet bis in die Ostsee

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Unter Leitung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW) startet jetzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre geförderte Verbundprojekt PhosWaM. Projektziele sind die Identifizierung der Haupteintragsquellen des Gewässerüberdüngung verursachenden Elements Phosphor im Einzugsgebiet des Ostseezuflusses Warnow, die Modellierung und Risikoabschätzung der Belastung sowie die Entwicklung von Maßnahmen zur effektiven Phosphorentlastung im Untersuchungsgebiet. Projektpartner sind die Universität Rostock, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg und das biota-Institut für ökologische Forschung und Planung.

Phosphor ist neben Stickstoff einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe im Wasser und an Land. Um das Pflanzenwachstum zu unterstützen und so den Ertrag zu optimieren, bringen Landwirte Phosphat-Dünger aus, der jedoch teilweise von den Anbauflächen in Gewäs-serökosysteme geschwemmt wird. Auch durch Industrie und Haushaltsabwässer gelangt Phosphor in die Umwelt. Ein Großteil erreicht auf unterschiedlichen Wegen das Meer, wo zu große Phosphormengen erhebliche Umweltprobleme verursachen können: Übermäßiges Wachstum von Phytoplankton führt zur Erhöhung der Wassertrübung sowie zu giftigen Algenblüten, zu akutem Sauerstoffmangel durch Zersetzung von großen Mengen pflanzlicher Biomasse und auf lange Sicht zu einem Verlust der Artenvielfalt.

Auch in der Ostsee zählt Überdüngung mit ihren Folgen zu den größten Umweltproblemen. Der Reduktion des Phosphor-Eintrags muss daher höchste Aufmerksamkeit gelten. Hier setzt das neue, mit insgesamt gut 1,4 Mio. Euro vom BMBF geförderte Verbundprojekt PhosWaM (kurz für „Phosphor von der Quelle bis ins Meer – Integriertes Phosphor- und Wasserressourcen-Management für nachhaltigen Gewässerschutz“) an: Ziel ist, durch Prozess- und Modellstudien die Wissensgrundlage zu Quellen, Transportwegen und Umsatzprozessen von Phosphorverbindungen zu verbessern. Im Fokus der Untersuchungen stehen das Einzugsgebiet der Warnow – mit gut 3.000 km² das zweitgrößte Einzugsgebiet, das in Deutschland in die Ostsee entwässert -, die Unterwarnow sowie die angrenzenden Küstengewässer. Anhand der Ergebnisse, ergänzt durch die Untersuchungen der Effizienz verschiedener beispielhafter Maßnahmen zur Phosphorentlastung, sollen Vorschläge zur Optimierung der Monitoringkonzepte und Maßnahmenprogramme im Sinne der europäischen Gewässerschutzrichtlinien erarbeitet werden. Neben der Zusammenarbeit der vier Hauptprojektpartner ist eine enge Kooperation mit assoziierten Partnern wie den Landesumweltämtern in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zur Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis vorgese-hen. Auch Erfahrungen anderer Ostseeanrainerstaaten fließen über Kooperation mit däni-schen und schwedischen Kollegen in das Projekt ein.

Das Verbundprojekt PhosWaM ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme „Regionales Wasser- essourcen-Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland (ReWaM)“ im Förderschwerpunkt „Nachhaltiges Wassermanagement (NaWaM)“. Das in interdisziplinärer Zusammenarbeit von verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen und Praxispartnern durchgeführte Projekt läuft bis Ende Februar 2019. Ziel der Fördermaßnahme ReWaM ist die Erforschung, Erprobung und Etablierung neuer Ansätze in der Wasserwirtschaft; weiterführende Informationen hierzu finden sich unter http://bmbf.nawam-rewam.de.

Fragen zu PhosWaM beantwortet:
Dr. Inga Krämer, Projektleiterin von PhosWaM
Tel.: 0381 5197-3471 | inga.kraemer@io-warnemuende.de

Das IOW ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der zurzeit 88 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Bund und Länder fördern die Institute gemeinsam. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Institute etwa 18.100 MitarbeiterInnen, davon sind ca. 9.200 WissenschaftlerInnen. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,6 Mrd. Euro. (http://www.leibniz-gemeinschaft.de)

 

 

 

Wir spülen unsere Jungs zum EM-Titel!

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Für die Berliner Wasserbetriebe ist die Fußball-EM doppelt spannend. Wir fiebern genauso mit wie die Fans, was zur EM ja faktisch alle sind. Und bevor die in der Halbzeit oder nach dem Spiel auf den Spülknopf drücken, lassen wir schon unsere Pumpen hochlaufen. Denn wir wollen nicht nur ein rauschendes Fußballfest, sondern auch, dass es überall druckvoll aus dem Rohr rauscht, wenn ganz Berlin aufs Örtchen eilt.

Wie es in Berlin läuft, zeigen wir in unserem Klassiker, der Spülanalyse. Hier lässt sich das «Wasser-Gebrauchs-Verhalten» fußballaffiner Großstädter am Spültag beobachten und ablesen, was sich bis zur Pause oder bis zum Schluss so anstaut und wie sich das «Grundrauschen» verändert.

Das aktuelle Spülstudio
Erstmals zur Begegnung Deutschland gegen Polen präsentieren wir hier und bei Facebook das weltweit erste «Aktuelle Spülstudio». Thomas Wosch (RadioEins) und Jens Feddern, Chef der Berliner Wasserversorgung, reflektieren Spiel und Spül, fachsimpeln über Pipi-Tasten und erinnern („Schön war´s, gell?“) an steilste Kurven zu Zeiten, als Kuli, Thoelke und zuletzt Lena noch nationale Ereignisse waren.

Spannung und Bierkonsum gehen beim Fußball oft parallel. Wenn dann der Schiri abpfeift, rennen alle aufs Klo und lassen den Wasserabsatz in die Höhe schnellen und Schmutzwasser in die Tiefe rauschen. Dann sind unsere Mitarbeiter großzügig im Geben und hart im Nehmen. Unsere Spülanalyse zeigt die Wassernutzung in Berlin – vor, während und nach dem Spiel.
Sollten Sie im Verlauf der Fußball-EM an den «Spülkurven» aller Deutschland-Spiele interessiert sein, nutzen Sie bitte unser «Spülarchiv», indem Sie den Pfeil links oder rechts im Bild anklicken. Hinter der jeweils aktuellen Netzabgabe befinden sich die archivierten «Spülkurven».
http://www.bwb.de/content/language1/html/7338.php

Fußball-EM auf
www.klassewasser.de

 

 

DWA-Abwassermeisterschaften: die Sieger

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Wer Fußball-Europameister wird, ist noch völlig offen. Die Sieger der DWA-Abwassermeisterschaften wurden dagegen auf der IFAT ermittelt. Bayern, Rheinland-Pfalz und die USA lagen vorn.

Knapp 30 Teams aus Deutschland, Ägypten, Slowenien, den USA und Österreich waren dem Ruf der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) zur dritten Offenen Deutschen Meisterschaft in der Abwassertechnik gefolgt. Sie fand vom 30. Mai bis 2. Juni 2016 in München im Rahmen der IFAT statt. Erstmals waren auch zwei reine Frauenteams am Start. Der Damenmannschaft der Bayerischen Verwaltungsschule (BVS) aus Augsburg, Hof und Aschaffenburg gelang direkt ein guter zweiter Platz in der Disziplin „Prozesskontrolle“. In der Gesamtwertung reichte es für den vierten Platz von insgesamt zwölf Mannschaften.

Die besten Azubis kamen aus Neuwied
In den drei Kategorien Auszubildende, Kanal- und Kläranlagenprofis waren verschiedene Disziplinen zu meistern. Bestes Kläranlagen-Team wurde die zweite BVS-Mannschaft mit Mitgliedern aus Augsburg, Schönberg und Gersthofen. Die Stuttgarter All Stars errangen Silber, die Mannschaft aus den USA schaffte es auf den dritten Platz. Die beste Mannschaft in der Kategorie Auszubildende wurde von den Servicebetrieben Neuwied entsandt, gefolgt von der Stadtentwässerung Nürnberg und Team 2 der Münchener Entwässerungsbetriebe. Insgesamt haben sieben Azubi-Teams am Wettbewerb teilgenommen. Im Wettbewerb der Kanal-Profis, die mit 15 Mannschaften am Start waren, setzte sich das Team aus den USA durch, gefolgt von Nürnberg und Stuttgart auf dem zweiten und dritten Platz.

Talente fördern, Standards setzen
Mit dem Berufswettbewerb für Fachkräfte der Abwassertechnik, den die DWA alle zwei Jahre während der Umweltmesse IFAT ausrichtet, möchte der Verband junge Talente fördern, Qualitätsstandards setzen und zugleich etwas gegen den Fachkräftemangel tun. Außer Konkurrenz nahm auch Stefan Rummel teil, Geschäftsführer der Messe München. „Als Geschäftsführer darf man wirklich alles ausprobieren“, so sein Fazit. „Unter anderem so einen Kanaleinstieg und ich bedanke mich noch einmal ganz herzlich bei der DWA und bei euch Profis, dass ihr mir das mal gezeigt habt, dass ich das mal erleben durfte.“
Auch DWA-Präsident Otto Schaaf würdigt den Einsatz der Teams: „Die Abläufe in unseren Abwasseranlagen müssen auf allen Ebenen gut funktionieren. Dazu brauchen wir top Personal.“ Das Engagement der DWA für Aus- und Weiterbildung und insbesondere die Wettbewerbe seien ein wichtiger Baustein für die Sicherung von Qualität, so Schaaf. Denn: „Spaß und Motivation verbinden sich im sportlichen Wettstreit zu einem besonderen Erlebnis im Miteinander der verschiedenen Teams“.

18 internationale Teams
An der erstmals ausgetragenen World University Challenge der DWA nahmen 18 Teams aus dem In- und Ausland teil. Ergebnis: Die besten Nachwuchs-Ingenieure kommen aus Indonesien, dem Iran und – von der Universität Stuttgart. In den drei Disziplinen „Management der Wasserwirtschaft / Begutachtung“, „Integriertes Wasserressourcen-Management“ und „Messen-Steuer-Regeln“ mussten sie ihr Können in der Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Wasser unter Beweis stellen. Die World University Challenge ist ein Wettbewerb findet an allen Standorten der Umweltmesse IFAT statt. 2015 wurde die Hochschulmeisterschaft in Shanghai (China) und Mumbai (Indien) ausgetragen, im nächsten Jahr sollen Johannesburg (Südafrika) und Ankara (Türkei) hinzukommen. Die Gewinnerteams aus dem Ausland treten dann auf der jeweils nächstfolgenden deutschen IFAT zur Hochschul-Weltmeisterschaft gegen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem deutschsprachigen beziehungsweise europäischen Raum an. Anfang Juni war dies in München der Fall.

Die vierte Offene Deutsche Meisterschaft in der Abwassertechnik ist im Rahmen der nächsten IFAT geplant, vom 14. bis zum 18. Mai 2018

https://www.gwf-wasser.de/aktuell/veranstaltungen/15-06-2016-dwa-abwassermeisterschaften-die-sieger
 

 

Minikamera zeigt Abwasserkanal aus Ratten-Sicht

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Unter Freiburg verlaufen 1300 Kilometer Abwasserrohre. Diese werden regelmäßig durch Minikameras kontrolliert, die an einem ferngesteuerten Auto befestigt sind. Die fremde – nicht unbewohnte – Welt im Video.

zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=0CiVx0FqyEI

 

Euro2016: Nach dem Spiel ist vor dem Spül

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Nachspül auf bwb.de mit Spülanalysen und dem „Aktuellen Spülstudio“

Nach dem Spiel ist vor dem Spül. Für die Berliner Wasserbetriebe ist die Fußball-EM doppelt spannend. Wir fiebern genauso mit wie die Fans, was zur EM ja faktisch alle sind. Und bevor die in der Halbzeit oder nach dem Spiel auf den Spülknopf drücken lassen wir schon unsere Pumpen hochlaufen. Denn wir wollen nicht nur ein rauschendes Fußballfest, sondern auch, dass es überall druckvoll aus dem Rohr rauscht, wenn ganz Berlin aufs Örtchen eilt.

Wie das läuft, das zeigen wir in unserem Klassiker, der Spülanalyse auf www.bwb.de. Dort lässt sich das Wasser-Gebrauchs-Verhalten fußballaffiner Großstädter am Spültag beobachten und ablesen, was sich bis zur Pause oder bis zum Schluss so anstaut und wie sich das „Grundrauschen“ verändert.

Erstmals zur Begegnung Deutschland-Polen senden wir auf bwb.de und Facebook zu ausgewählten Spielen am Folgetag das weltweit erste „Aktuelle Spülstudio“. Thomas Wosch (RadioEins) und Jens Feddern, Chef der Berliner Wasserversorgung, reflektieren Spiel und Spül, fachsimpeln über Pipi-Tasten und erinnern („Schön war´s gell?“) an steilste Kurven zu Zeiten, als Kuli, Thoelke und zuletzt Lena noch nationale Ereignisse waren.

Wenn der Schiri pfeift, geben wir alles
Spannung und Bierkonsum gehen beim Fußball oft parallel. Wenn dann der Schiri abpfeift, rennen alle aufs Klo und lassen den Wasserabsatz in die Höhe schnellen und Schmutzwasser in die Tiefe rauschen. Dann sind unsere Mitarbeiter großzügig im Geben und hart im Nehmen. Unsere Spülanalyse zeigt die Wassernutzung in Berlin – vor, während und nach dem Spiel. Beim WM-Finale 2014, als Deutschland Argentinien mit 1:0 schlug, vervierfachten sich die Spülstände zur Pause und nach 90 Minuten.

Selbst die Verlängerungspause war damals noch für eine Verdoppelung gut. Der Spültrieb hält allerdings nur wenige Minuten, so lange, bis die Blasen leer und die Spülkästen wieder voll sind. Aber er ist so heftig, dass die Druckautomatik in den Wasserwerken überfordert wäre, weshalb dann in den Schaltwarten von Hand gesteuert wird – mit dem linken Auge am Druck- und Mengenmesser und mit dem rechten Auge am Fernsehschirm.
Die Spülanalyse wartet auch mit Vergleichsspülanalysen von der EM 2012 und der WM 2014 auf:

www.bwb.de/spuelanalyse sowie auf www.facebook.com/BerlinerWasserbetriebe.
http://www.bwb.de/content/language1/html/299_17816.php

 

 

 

Hannovers Kanalisation – Arbeit unter dem Asphalt | Wie geht das?

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Ein anspruchsvoller Arbeitsplatz in von Ratten und Keimen bewohnten Röhren: Hannovers Kanalisation.
Der Film begleitet Kanalarbeiter in die faszinierende Welt unter dem Asphalt.

Ein Film des Norddeutschen Rundfunks (NDR).
https://www.youtube.com/watch?v=cjr-mkBZJRs

 

Kreidesilo zu verkaufen!

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Die Kläranlage Moosburg verkauft Ihr Kreidesilo.
Haben Sie Interesse?

Technische Daten:
Alter:  7 Jahre 
Volumen:  60 m³
Typ:  Standzargen-Silo; Werkstoff: Stahl 
Filter:  Taschenfilter mit motorischer Abreinigung 
Füllstandsmessung:  Drehflügelmelder 
Schneckenlänge:  6,25 m; Dosierung in 2 Gerinne möglich

Für weitere Informationen (Silozeichung etc.) wenden Sie sich bitte an:

Huber Michael
Technischer Geschäftsführer
Kläranlage Moosburg GmbH
Neustadtstr. 100
85368 Moosburg

Telefon: 08761 / 72 181-11
Telefax: 08761 / 72 181-22
Mobil: 0170 / 2307284

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Konzertierte Kanalreinigungsaktion

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Gullygestank geht alle an: Land nimmt Berliner in die Pflicht
Den Berlinern stinkt es. Seit Jahren führen unangenehme Kanalgerüche insbesondere im Sommer bei den Berliner Wasserbetrieben nicht nur zu Kundenbeschwerden, sondern auch zu steigendem Aufwand für Gegenmaßnahmen. Deshalb haben sich nun das Land Berlin, die Bezirke und die Wasserbetriebe dazu abgestimmt, die Bürger stärker in die Pflicht zu nehmen. Dafür werden erstmals vom 2. Mai bis 16. September 2016 WC-Spülzeiten eingeführt, die künftig in den Sommermonaten für bessere Berliner Luft sorgen sollen. Damit die reinigende Wirkung unter Tage verstärkt wird, soll dies künftig bezirksweise und konzertiert geschehen.
Diese Spülzeiten, die tabellarisch hier www.bwb.de/spuelzeiten veröffentlicht sind, sollen morgens und abends für einen Schwall in den Kanälen sorgen, der Dreck und stehendes Wasser mit sich nimmt. „Wir bitten die Berlinerinnen und Berliner, in dieser Zeit einmal ihre Toilette zu spülen – egal ob sie zuvor benutzt wurde oder nicht und mit voller Kraft, also nicht mit der Spartaste“, sagt Ronald Sewer, Cheftechniker der Berliner Kanalisation. „Das verhindert Geruch und Korrosion, erspart teure Gegenmaßnahmen und nützt damit letztlich allen.“

Ein Informationsblatt unter dem Slogan „Frage nicht, was Dein Kanal für Dich tun kann, frage, was Du für Deinen Kanal tun kannst“ wird in sieben Sprachen aufgelegt und in Schulen, Bürgerämtern und anderen öffentlichen Stellen verteilt.

Ursache des Gestanks ist Fäulnis im Abwasser, das immer weniger wird und deshalb immer länger in der Kanalisation dümpelt. Den stinkenden Schwefelverbindungen rücken die Wasserbetriebe auf verschiedenen Arten zu Leibe: Sie hängen Deos in den Kanal, bauen Kanäle um und Geruchsfilter ein, dosieren Salze, die die Zersetzungen verhindern, und sie spülen mit jeder Menge Wasser. Das alles kostet viel Geld – bis zu 3 Millionen Euro pro Jahr. Und es löst das Problem oft nur vorübergehend.

Mehr Hintergrund dazu:
http://www.bwb.de/spuelzeiten
http://www.welt.de/wirtschaft/article152318777/Die-verkannte-Gefahr-der-supersparsamen-Waschmaschine.html

 

 

 

Gewässer stärker belastet als bislang angenommen

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Gewässer sind Senken und binden daher Schadstoffe besonders gut. Um auch geringe toxische Konzentrationen im Wasser nachzuweisen, sollten Wachstum und Schwimmverhalten von Kleinkrebsen und Mini-Schnecken für eine ökotoxikologische Bewertung hinzugezogen werden. Zu diesem Schluss kommt eine Wissenschaftlerin der TUM, die in Kooperation mit der Universität von Kalifornien in Davis mehrere Studien dazu durchgeführt hat. Sie belegt außerdem, dass es aussagekräftiger ist, mehrere Schadsubstanzen parallel an verschiedenen aquatischen Arten zu überprüfen als nur Einzeltoxizitätstests durchzuführen.

Wenn ein Ruderfusskrebs nicht richtig wächst, kann dies seine Fortpflanzung gefährden. Und wenn er sich nicht normal bewegen kann, flüchtet er nicht vor Feinden oder sich ändernden Temperaturen, was schlussendlich einen tödlichen Ausgang nimmt. Das nennt die Forschung subletale Effekte. Jedoch die gängigen Methoden der Pestizidanalysen und damit verbundene Risikobewertung betrachten weltweit nur die letalen (tödlichen) Effekte. Drei Studien, die in „Ecotoxicology“, „Environmental Science and Pollution Research“ und „Environmental Toxicology and Chemistry“ veröffentlicht wurden, zeigen erstmals die subletalen Effekte an Schwimmverhalten und Wachstum auf, die weit verbreitete Pestizide an den beobachteten Tieren hervorrufen. Die Ergebnisse weisen außerdem daraufhin, dass die Stoffe über Wochen die Unterwasserwelt beeinflussen, selbst wenn sie mit gängigen Methoden schon nicht mehr nachweisbar sind.

Pestizide sind erst im Kombi-Pack besonders toxisch
Weiterer Faktor ist die Mischung der Pestizide: „Wir haben die Insektizide nicht einzeln betrachtet, sondern als Mischung, um die Wechselwirkung untereinander zu untersuchen“, erklärt Erstautorin Dr. Simone Hasenbein. „Außerdem haben wir mehrere Arten in dem belasteten Gewässer beobachtet, auch die weniger gängigen bei solchen Tests wie etwa Mini-Schnecken und Ruderfusskrebse.“

Die Tests fanden über zehn Tage im Labor als auch über sechs Monate im Freiland statt. Für zwölf von 15 kleinen wirbellosen Tierarten und zehn von 16 Krebstierarten wurden schließlich signifikant negative Effekte durch die Kombination der Pestizidbelastung im Wasser festgestellt. „Zusätzlich wurde berücksichtigt, wie lange das Insektizid im Wasser nachgewiesen werden konnte“, erläutert Dr. Hasenbein die Methode – „so war einer der drei Stoffe noch nach sechs Wochen nachweisbar.“

Kombination von Studienreihen liefert eindeutiges Ergebnis
• Die Labortests lieferten einerseits den Hinweis, bei welchen Konzentrationen die Schadstoffe das Wachstum und Schwimmverhalten der Lebewesen beeinflussen.
• Die Freilandstudien konnten die Langzeiteffekte auf ein ganzes Ökosystem, sein Nahrungsnetz und seine Gesellschaftsstrukturen belegen.

Erst in der Kombination aller Ergebnisse können die negativen Effekte auf aquatische Ökosysteme eingeordnet werden. Da die beobachteten Kleinstlebewesen weitaus länger von den Pestiziden beeinflusst werden, als diese Stoffe nachweisbar sind, lässt dies zudem die Folgerung zu, dass die Gewässer weitaus stärker belastet sind, als bislang immer nachgewiesen werden konnte.

Subletale Effekte als Alarmsignale
Ein wichtiger Indikator dafür sind die an Schwimmverhalten, Wachstum oder Gewicht festzustellenden Veränderungen der Tiere, die am Ende zu ihrem Tod führen (subletal). Doch eine dafür gültige Skala, ab welchem Punkt beispielsweise eine Wachstumsverzögerung für das Tier tödlich endet, gibt es bislang nicht. Studienautorin Dr. Hasenbein fordert daher genau das: „Es müssen subletale Endpunkte in die Methoden der Gewässer- und Pestizidüberwachung einfließen, um auch bei niedrigen Pestizidkonzentrationen in Gewässern die langfristigen negativen Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme rechtzeitig zu detektieren“, sagt die Wissenschaftlerin.

„Eine Krebs-Population, die einer geringen Schadstoffbelastung ausgesetzt ist, könnte anfälliger sein für invasive Arten, eine sich ändernde Wassertemperatur oder einen anderen Salzgehalt, weil die permanente geringe Pestizidbelastung den Stress der Tiere erhöht.“ Dies ist besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels ein wichtiger Aspekt, und sollte daher zukünftig in ökotoxikologischen Bewertungen berücksichtigt werden.

Publikationen:
Hasenbein S, Lawler SP, Geist J, Connon RE.: A long-term assessment of pesticide mixture effects on aquatic invertebrate communities. Environmental Toxicology and Chemistry, 13.11.2015. DOI: 10.1002/etc.3187
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/etc.3187/full

Hasenbein S, Connon RE, Lawler SP, Geist J.: A comparison of the sublethal and lethal toxicity of four pesticides in Hyalella azteca and Chironomus dilutus, Environmental Science and Pollution Research International, 2015 Aug;22(15):11327-39. doi: 10.1007/s11356-015-4374-1. http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs11356-015-4374-1

Hasenbein S, Lawler SP, Geist J, Connon RE: The use of growth and behavioral endpoints to assess the effects of pesticide mixtures upon aquatic organisms. Ecotoxicology 24:746-759, 29.01.2015. DOI: 10.1007/s10646-015-1420-1
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25630500

Kontakt:
Dr. Simone Hasenbein
Technische Universität München
Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie/
University of California Davis, Dept. of Anatomy, Physiology and Cell Biology
Tel: +1 530 752 3141
E-Mail: shasenbein@ucdavis.edu

Prof. Dr. Jürgen Geist
Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie
Department für Ökologie und Ökosystemmanagement
Mühlenweg 22
D-85354 Freising
Tel.: +49/8161/71.3947
E-Mail: geist@wzw.tum.de

 

 

 

Tiermehl als Phosphorquelle

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Die Abfälle von Schlachthöfen werden zu Tiermehl verarbeitet und anschließend verfüttert oder verbrannt. Allerdings könnte man dieses Mehl besser nutzen: Es enthält Phosphor, ein knappes Mineral, das als Düngemittel dient. Eine neue Anlage verbrennt das Pulver so, dass die Asche als Rohstoff für Phosphordünger dienen könnte.

Leberwurst, Salami, Steak – die Deutschen essen viel Fleisch. Nicht alle Teile vom Rind und vom Schwein landen dabei auf dem Teller. Zähne, Hufe, Knochen, Augen etwa bleiben übrig und werden zu Tiermehl verarbeitet. Allein in Deutschland fallen mehr als 200 000 Tonnen jährlich an. Die gemahlenen Überbleibsel werden zum Teil wieder an Tiere verfüttert. Der Rest – der etwa aus Augen und Hirn besteht, die die Erreger von BSE enthalten könnten – wird in Müllverbrennungsanlagen gemeinsam mit anderem Abfall verbrannt.

Dünger für die Landwirtschaft
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg schlagen einen anderen Weg vor: »Wir verbrennen das Tiermehl auf spezielle Weise, so dass wir daraus ein wichtiges Mineral zurückgewinnen können«, erläutert Patric Heidecke, Wissenschaftler am IFF. Denn der Rohstoff enthält etwa drei bis vier Prozent Phosphor, ein Mineral also, das nicht unbegrenzt zur Verfügung steht und teuer ist. Man braucht es vor allem als Dünger in der Landwirtschaft. In der Asche beträgt der Phosphoranteil bis zu 16 Prozent. Das ist so viel wie in natürlichen Lagerstätten, die sich vor allem in China, Marokko und den USA befinden. »Die Asche könnte – ebenso wie das phosphorhaltige Material, das in den Lagerstätten gewonnen wird – zu Düngemittel weiterverarbeitet werden«, sagt Heidecke. »Rein rechnerisch lässt sich damit rund fünf Prozent des jährlichen Phosphat-Düngemittelbedarfs in Deutschland ersetzen.«

Schwermetalle von der Asche trennen
Zwar wird das Tiermehl auch heute schon teilweise verbrannt. Allerdings mischt man es dafür mit anderen Brennstoffen. Das führt einerseits dazu, dass der Phosphor in der entstehenden Asche verdünnt ist, andererseits gelangen über die anderen Materialien auch unerwünschte Stoffe in die Asche. Ein weiteres Problem: Das Nebenprodukt enthält Schwermetalle wie Quecksilber und Blei, die später nicht mit auf dem Feld landen dürfen. In der Asche aus den Müllverbrennungsanlagen sind diese Schadstoffe jedoch enthalten.

All dies haben die Forscher bei ihrer Entwicklung berücksichtigt. Das Prinzip: Sie füllen das Tiermehl in eine 850 Grad Celsius heiße Wirbelschichtanlage. Von unten strömt kontinuierlich Luft in eine Brennkammer und vermischt das Mehl mit heißem Quarzsand. Die Masse zündet, und die organischen Partikel verbrennen vollständig. Die Wärme wird abgeführt, sie kann entweder direkt genutzt oder zu Strom umgewandelt werden. Das entstehende Verbrennungsgas, das aufgrund der Luftwirbel auch einen Großteil der Asche enthält, wird in den Ausbrandzyklon geleitet. Dieser trennt die gute, saubere Asche von der schlechten, in der sich die giftigen Schwermetalle befinden. Dafür bremsen die Forscher den Luftstrom ab. Die Asche sinkt auf den Boden, während die Schwermetalle und Ascheteilchen, die kleiner als einen Zehntel Millimeter sind, in der Luft verbleiben. Sie werden später abgeschieden und entsorgt.

Erste kommerzielle Anlage geplant
Welche Parameter müssen bei der Verbrennung eingestellt werden, damit einerseits möglichst viel Wärme erzeugt wird und sich andererseits keine unerwünschten Schadstoffe wie Stickoxide bilden? Dies haben die Forscher in einer breit angelegten Messreihe untersucht. Die Wissenschaftler nutzen eine Wirbelschichtanlage, die etwa vier Meter hoch ist und eine Leistung von 150 Kilowatt erbringt. »Es ließe sich jedoch auch problemlos eine Anlage von zehn Megawatt Leistung realisieren«, sagt Heidecke. Nun wollen sie die erste kommerzielle Anlage bei einem Praxispartner errichten. »In zehn Jahren«, da ist sich der Experte sicher, »wird sich dieses Konzept durchgesetzt haben, da es sich neben dem Brennstoff Tiermehl auch für Klärschlamm eignet.« Zwar ist es momentan noch erlaubt, Klärschlamm als Dünger auf den Feldern auszubringen. Doch der Schlamm enthält Schwermetalle sowie Nitrat, durch das Gewässer umkippen können.

Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2015/Dezember/tiermehl-als-phosphorquelle.html