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Der tödlichen Fischkrankheit PKD auf der Spur

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In der Schweiz, aber auch in ganz Europa und in der USA, befällt ein Parasit Süsswasserfische, vor allem die Forellen. Er ist im Sommer aktiv, wenn das Wasser warm ist, und „schläft“ im Winter. Eine Gruppe Forschender von EPFL, Eawag und Universität Bern haben nun ein mathematisches Modell entwickelt, das Ausbrüche der von diesem Parasiten ausgelösten Nierenkrankheit vorhersagt.

Süsswasserfische sind vom Parasiten Tetracapsuloides bryosalmonae bedroht. Dieser hat keine Auswirkungen auf den Menschen, verursacht aber bei den Fischen die Nierenkrankheit PKD (proliferative kidney disease). Sie ist hochansteckend und kann ganze Fischpopulationen auslöschen. In der Schweiz sind vor allem Saiblings- und Forellenarten betroffen. PKD gilt als einer der Hauptgründe für den Fischrückgang in den letzten Jahrzehnten.
Forschende der EPFL, der Eawag und vom Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern haben drei Jahre lang den Fluss Wigger in den Kantonen Luzern und Aargau untersucht. Anhand der Daten konnten sie ein mathematisches Modell entwickeln, um die Verbreitung des Parasiten zu modellieren und Ausbrüche vorherzusagen. Davon berichteten sie jetzt im Journal „PNAS“.

Komplexer Lebenszyklus
Für ihr epidemologisches Modell mussten die Wissenschaftler den komplizierten Lebenszyklus des Parasiten berücksichtigen: Zunächst befällt der Erreger nämlich Moostierchen (Bryozoa), die an Steinen im Flussbett haften. Sporen des Parasiten gelangen dann in Kiemen und Schleimhäute der Fische, wo die Krankheit ausbricht bevor sie die Nieren befällt. Mutierte Sporen wandern über den Harn der Fische wieder ins Wasser und infizieren erneut Kolonien von Moostierchen.
Der Erreger führt erst bei erhöhten Temperaturen zu Symptomen. Bleiben die Wassertemperaturen mehrere Wochen lang über 15 Grad Celsius, wird die Krankheit tödlich für die Fische, und zwar für wild lebende oder Zuchtfische. Infizierte Tiere, die überleben, können noch über mehrere Sommer Sporen ausscheiden. Das macht das Verständnis und die Modellierung der Krankheit noch komplexer.

Eigene und bereits vorhandene Daten
Von mehreren Abschnitten der Wigger wurden Proben von Fischen genommen, über DNA-Analysen die Dichte der Moostierchen und der Parasiten analysiert sowie hydrologische und geomorphologische Grössen berechnet. Gemäss Luca Carraro vom Ecohydrology-Lab der EPFL scheint sich der Parasit vor allem dort wohl zu fühlen, wo er von der Strömung geschützt ist, in Zwischenräumen im kiesigen Flussschotter – ein Befund, der nun noch an anderen Flüssen überprüft werden soll. Neben den selbst erhobenen Daten berücksichtigt die Modellierung auch zahlreiche vorhandene Daten, etwa zum Klimawandel oder zu den Wassertemperaturen.
Obwohl eine Bekämpfung von PKD zur Zeit nicht möglich ist, erlaubt das nun erstellte Modell eine Vorhersage, wie sich die Parasiten verbreiten und welche DNA-Konzentrationen

http://www.eawag.ch/de/news-agenda/news-plattform/news/news/der-toedlichen-fischkrankheit-pkd-auf-der-spur/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=bdf553dcbc0d59997d9e9ef9be875da0

Schadstoffe im Wasser abbauen: Chemiker der Uni Halle verbessern Verfahren

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Wie sich hartnäckige Schadstoffe im Wasser einfach und kostengünstig abbauen lassen, haben Chemiker der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) herausgefunden. Dafür benötigen die Forscher lediglich eine grüne LED-Leuchte, einen Katalysator und Vitamin C. So können sie eine spezielle Art von Elektronen herstellen, die die Schadstoffe im Wasser zuverlässig zerlegen. Bisher waren dafür komplexe Lasersysteme nötig. Die Studie wurde kürzlich in der internationalen Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ veröffentlicht.

In der Photochemie arbeiten Forscher an der Frage, wie sich mit Licht chemische Reaktionen starten lassen. „Die Idee ist, dass das Licht in ein Molekül eindringt und dort eine Reaktion auslöst“, sagt Chemiker Prof. Dr. Martin Goez von der MLU, dessen Arbeitsgruppe das neue Verfahren entwickelt hat. Von besonderem Interesse sind dabei Elektronen, die durch die Lichtenergie aus ihrer Molekülverbindung im Vitamin C gelöst werden und dann frei im Wasser vorliegen. „Diese sogenannten hydratisierten Elektronen sind extrem reaktionsfreudig und können zum Beispiel dabei helfen Schadstoffe abzubauen. Der Vorteil gegenüber anderen Stoffen ist, dass die Elektronen nach der Reaktion vollständig verschwunden sind, also keine schädlichen Reste zurücklassen“, so Goez weiter. Diese speziellen Elektronen können sogar mit sehr stabilen Stoffen reagieren und diese in ihre einzelnen Bestandteile zerlegen.

Bisher waren teure und komplexe Hochleistungslaser nötig, um diese Art der Elektronen zu erzeugen. Der Einsatz der Anlagen ist auch an strenge Sicherheitsvorkehrungen geknüpft. Die neue Entwicklung der halleschen Chemiker ist dagegen deutlich einfacher und kostengünstiger: „Unser System besteht aus einer handelsüblichen grünen Leuchtdiode, Spuren eines Metallkomplexes als Katalysator und Vitamin C. Dieses Verfahren können Studierende zum Beispiel schon im Anfängerpraktikum umsetzen“, sagt der Chemiker Goez. Die Arbeitsgruppe testete die neue Methode an der Chloressigsäure, einer extrem giftigen und sehr stabilen Substanz. Mit ihrem System konnten die Forscher die Verbindung in ihre unschädlichen Bestandteile zerlegen. Dabei zeigte sich, dass die kostengünstige Alternative der Hallenser genauso viele Elektronen erzeugen konnte wie ein Hochleistungslaser.

Die Entwicklung der Arbeitsgruppe an der MLU eignet sich nicht nur dazu, um etwa schädliche Chloride oder Fluoride abzubauen. Der Ansatz lässt sich auf viele weitere photochemische Reaktionen übertragen, die mit anderen Mitteln nur schwer in Gang zu setzen sind.

Zur Publikation:
R. Naumann, F. Lehmann, M. Goez, Generating Hydrated Electrons for Chemical Syntheses by Using a Green Light-Emitting Diode (LED). Angew. Chem. Int. Ed. 2018, 57, 1078. DOI: 10.1002/anie.201711692
http://pressemitteilungen.pr.uni-halle.de/index.php?modus=pmanzeige&pm_id=2832
 

 

Der Artnachweis aus der Wasserflasche

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Mit der Umwelt-DNA-Analyse werden Gewässerlebewesen nachweisbar, ohne dass sie gefangen werden müssen. Ein Team der Technischen Universität München (TUM) hat erstmals systematisch untersucht, wie verschiedene Umweltfaktoren auf Umwelt-DNA-Analysen wirken. Die Wissenschaftler schaffen damit eine wichtige Grundlage zur standardisierten Verwendung der Methode im Gewässermonitoring.

Beim Erstellen einer Umwelt-DNA-Analyse (eDNA) werden winzige Mengen an DNA, die Organismen ins Wasser abgeben mit modernsten …mehr:

https://www.myscience.de/news/2018/der_artnachweis_aus_der_wasserflasche-2018-tum
 

 

Kennen sie ihre kleinsten Mitarbeiter?

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Es lohnt sich, regelmäßig nachzusehen ob die Richtigen alle da sind und zu prüfen ob es ihnen auch gut geht.
Das regelmäßige mikroskopische Bild erfreut sich meist keiner allzu großen Begeisterung. Ein gerade erschienenes Buch bietet wertvolle Unterstützung, klar gegliedert in die Kapitel:

• Biologie des Belebtschlamms
• Mikroskopische Belebtschlammanalyse
• Praktische Fadenbakterienbestimmung
• Umfassende Belebtschlammuntersuchung und Schlussfolgerungen

Auf 146 übersichtlichen Tafeln werden die einzelnen Mikroorganismen mit charakteristischen Fotos und detaillierten Beschreibungen dargestellt, so dass man sie leicht und eindeutig bestimmen kann. Die Auswirkungen der unterschiedlichen Mikroorganismen auf den Belebtschlamm sind praxisnah beschrieben.

Eine interaktive CD veranschaulicht mit umfangreichem Bild- und Videomaterial die charakteristischen Eigenschaften der im Buch beschriebenen Mikroorganismen. Dadurch wird die Bestimmung sehr viel leichter und einfacher.

Hier finden Sie weitere Informationen. 

Innsbrucker Abfall-und Ressourcentag 2018

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Zum bereits dritten Mal veranstaltete der ÖWAV am 8. Februar 2018, in Kooperation mit der Universität Innsbruck und dem Land Tirol, den Innsbrucker Abfall-und Ressourcentag. Im fachlichen Austausch mit der Leiterin des Instituts für Infrastruktur und Vizerektorin der Universität Innsbruck, Frau Univ.-Prof. Anke Bockreis, wurden zahlreiche interessante Projekte aus den Fachgebieten Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement der Universität Innsbruck im Laufe des Tages vorgestellt.

Bereits bei den begrüßenden Worten durch DI Rudolf Neurauter (Land Tirol) und DI Reinhard Oberguggenberger (IKB) wurden die kommenden Herausforderungen einer modernen Recyclingwirtschaft aufgezeigt und auf die Leitthemen der diesjährigen Tagung – Klärschlammstrategien unterschiedlicher Regionen, Entwicklungen zur Phosphorrückgewinnung sowie Erfahrungen zur Co-Vergärung – verwiesen.

Der erste Tagungsblock stand ganz im Zeichen der Phosphorrückgewinnung aus kommunalem Klärschlamm. Einen guten Überblick hierzu bot ein umfassender Vortrag zur möglichen Nutzung vorhandener Phosphorquellen im kommunalen Abwasser. In diesem Vortrag wurden nicht nur unterschiedlichste Verfahren der Phosphorrückgewinnung kurz dargestellt, sondern vor allem auch auf aktuelle Aktivitäten, Entwicklungen und Plattformen zum Phosphorrecycling (https://phosphorusplatform.eu/espp-members) hingewiesen. Interessant war auch der Folgevortrag über das Potenzial des Klärschlamms für die Düngemittelherstellung, welcher nicht nur einen aktuellen Ausblick lieferte, sondern auch erste Versuche und Überlegungen der Düngemittelindustrie zur Nutzung kommunaler Klärschlämme in den 90er Jahren beleuchtete. Bei einem Blick über die Bundesgrenzen hinaus konnte seitens des Bayrischen Landesamtes für Umwelt die Klärschlammstrategie in Bayern dargestellt werden. Gestützt von der kürzlich kundgemachten deutschen Klärschlammverordnung wird hier bereits ein dreistufiges Klärschlammkonzept bis 2030 umgesetzt. Bereits jetzt werden rund 25% der kommunalen Klärschlämme in Bayern in Mono-Verbrennungsanlagen behandelt. Ergänzend zu diesem Block wurde auch die Möglichkeit der Klärschlammpyrolyse als dezentrales Verwertungskonzept vorgestellt und beleuchtet.

Im Anschluss wurde in einem informativen Vortrag des Abwasserverbandes Hall in Tirol – Fritzens zu den Praxiserfahrungen mit Co-Vergärung übergeleitet. In diesem Zusammenhang folgte die Vorstellung aktueller Projekte der Universität Innsbruck, wie z.B. ARAFERM – Aufbereitung von Substraten und Abtrennung von Störstoffen, aber auch die intensive Auseinandersetzung mit und die Optimierung von Hydrozyklonen zur verbesserten und selektiven Störstoffabscheidung bei der Co-Vergärung, mit erheblichen Verbesserungen in deren Effizienz bei ersten großtechnischen Versuchen.

In einem Vergleich unterschiedlicher Verfahren zur Rückgewinnung von Bioenergie aus Speisefetten (Veresterung zu Biodiesel, Verstromung in einem BHKW oder Vergärung als Co-Substrat in einer Biogasanlage) wurde nicht nur die notwendige und unabdingliche Nutzung von Altspeisefetten als Energiequelle hervorgehoben, sondern in diesem Zusammenhang auch auf die Wichtigkeit einer Verbesserung der Wartung von Fettabscheidern hingewiesen. Auch der letzte Block des diesjährigen Innsbrucker Abfall- und Ressourcentages stand ganz im Zeichen der Energiewirtschaft und der bedarfsgerechten Energiebereitstellung durch Co-Vergärung. So wurden unterschiedlichste Strategien und Entwicklungen aufgezeigt und eine flexible Methan- und Wasserstofferzeugung durch Co-Vergärung im Detail besprochen.

https://www.oewav.at/Page.aspx?target=308869

Da haben wir den Salat: Erste Ernte aus aufbereitetem Abwasser im Forschungsprojekt HypoWave

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Salatpflanzen nur mit gereinigtem Abwasser versorgen und eine hochwertige Ernte erzielen – geht das? Im Forschungsprojekt „HypoWave“ wurden erstmals Setzlinge in einem hydroponischen Verfahren angepflanzt und mit speziell aufbereitetem Bewässerungswasser aus einer Kläranlage versorgt. Die Ernte aus dem bisherigen Anbau zeigt erste gute Ergebnisse für die Umsetzbarkeit. Vor dem Hintergrund des hohen Wasserverbrauchs in der Landwirtschaft setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt auf eine wassersparende Pflanzenproduktion.

Dazu werden in einem Gewächshaus auf der HypoWave-Pilotanlage bei Wolfsburg seit Sommer 2017 Salatsetzlinge in einem hydroponischen Verfahren angebaut. Die Setzlinge kommen in ihren Pflanzengefäßen ohne Erde aus, dadurch versickert kein Bewässerungswasser in den Boden und es verdunstet weniger. Das macht die hydroponische Pflanzenproduktion zu einem wassersparenden Anbauverfahren. Das Forschungsprojekt HypoWave zielt darauf, die Effizienz dieser Anbauform noch zu erhöhen, indem speziell aufbereitetes Wasser aus kommunalem Abwasser verwendet wird.

Mit der Wiederverwendung von Wasser kann nicht nur die Ressource geschützt werden. Auch die im Abwasser enthaltenen Nährstoffe bieten sich für ein gesundes Pflanzenwachstum an. „Die ersten Ergebnisse zeigen, dass schon bei geringer Nährstoffzufuhr ein gutes Wachstum der Salatpflanzen erzielt werden kann“, sagt Projektleiter Thomas Dockhorn vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der TU Braunschweig. „Wir konnten fast alle notwendigen Nährstoffe, wie Stickstoff und Phosphor, aus dem Abwasser bereitstellen und unerwünschte Stoffe reduzieren.“ Mit Blick auf einen effizienten Nährstoffeinsatz sei das ein gutes Ergebnis.

Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft schont die Ressource
In der kommenden Vegetationsperiode soll das System durch technische Anpassungen der Abwasserbehandlungsstufen noch weiter optimiert werden. Zudem werden die Analysen möglicher organischer Spurenstoffe und mikrobiologische Untersuchungen zur Keimbelastung weitergeführt. Das interdisziplinäre Forschungsteam wird sich auch mit der Frage beschäftigen, wie effizient bei dieser Form der Bewirtschaftung die Ressource Wasser genutzt werden kann. „Durch die Verwendung von Abwasser und die Vermeidung von Wasserverlusten durch Versickern und Verdunsten können wir den Druck auf die Ressource im doppelten Sinne reduzieren“, sagt Thomas Dockhorn. Das sei nicht unerheblich mit Blick auf den weltweiten Wasserverbrauch in der Landwirtschaft, der bei bis zu 70 Prozent liegt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Forschungsprojekts gilt der Vorbereitung für die praktische Anwendung. In Zeiten des Klimawandels und steigender Wasserknappheit werden neue, ressourcenschonende Produktionsverfahren weltweit attraktiv. „Eine technische Innovation alleine ist aber nicht überlebensfähig ohne die notwendigen Rahmenbedingungen und ohne neue Geschäftsmodelle“, sagt Projektkoordinatorin Martina Winker vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt. „Wir entwickeln deshalb schon in der Projektlaufzeit tragfähige Kooperationsformen zwischen Siedlungswasserwirtschaft und Landwirtschaft für diese spezielle Variante der Pflanzenproduktion.“ Hierfür werden zur Übertragung des Konzepts Fallstudien in Deutschland, Belgien und Portugal durchgeführt.

Über das Forschungsprojekt HypoWave
Das Verbundprojekt „Einsatz hydroponischer Systeme zur ressourceneffizienten landwirt-schaftlichen Wasserwiederverwendung (HypoWave)“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Maßnahme WavE gefördert. Die Projektpartner im Forschungsverbund unter der Leitung der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISWW), sind das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, die Universität Hohenheim (UHOH), der Abwasserverband Braunschweig (AVB), WEB – Wolfsburger Entwässerungsbetriebe, ACS-Umwelttechnik GMBH & Co. KG, aquadrat ingenieure (a2i), aquatectura – studios for regenerative landscapes, aquatune – Dr. Gebhardt & Co. GmbH, BIOTEC Biologische Naturverpackungen GmbH und Co. KG sowie Xylem Services GmbH (Xylem). Die dreijährige Laufzeit von HypoWave endet am 31. August 2019.

Projektleitung
Technische Universität Braunschweig, Institut für Siedlungswasserwirtschaft
Prof. Dr.-Ing. Thomas Dockhorn
Pockelsstr. 2a
38106 Braunschweig
Tel. +49 531 391-7937
t.dockhorn@tu-braunschweig.de
www.tu-braunschweig.de/isww

Weitere Informationen:
Ausführliche Informationen zum Forschungsprojekt unter www.hypowave.de
Zudem finden Sie Bildmaterial zu Ihrer Verwendung unter https://www.flickr.com/photos/102295333@N04/albums/72157688518183561

Quelle: https://idw-online.de/de/news689473

BEW-Seminar: Behandlung und Ableitung von gewerblichen und industriellen Abwässern

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Rechtsgrundlagen – Technische Möglichkeiten – Praxisumsetzung
10.-12. April 2018 sowie 4.-6. September 2018, BEW-Bildungszentrum Essen

Die nachhaltige und effiziente Behandlung und Ableitung gewerblicher und industrieller Abwässer stellt Unternehmen vor große technische und wirtschaftliche Herausforderungen.

In dieser Veranstaltung werden Ihnen umfassende und fachübergreifende Aspekte zum richtigen Umgang mit industriellen und gewerblichen Abwässern vermittelt. Hierbei wird der Fokus darauf gesetzt, das erlernte Wissen in der Praxis bei der Planung, der Genehmigung und dem Betrieb umzusetzen.

So werden die Vermeidung und die Behandlung von Abwässern in unterschiedlichen Branchen, wie z.B. der Lebensmittelindustrie, der Chemieindustrie oder der metallverarbeitenden Industrie, erläutert. Unterschiedlichste technische Maßnahmen und Verfahrenstechniken zur Abwasserbehandlung werden hierbei ausführlich vorgestellt und erklärt.

Lernen Sie mit Hilfe dieser Veranstaltung, die Herausforderungen, vor die Sie der Umgang mit gewerblichen und industriellen Abwässern stellt, zu meistern und erhalten Sie einen umfangreichen Überblick über die rechtlichen und technischen Anforderungen an eine wirtschaftliche und effektive Abwasserbehandlung. Sie haben bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit, Fragestellungen aus Ihrem beruflichen Alltag mit praxiserprobten und erfahrenen Referenten und den anderen Teilnehmern/-innen zu diskutieren und so Problemlösungen zu entwickeln.

Weitere Informationen:
Internet: www.bew.de/wd003
E-Mail: daniel.scholten@bew.de
Telefon: 0201/8406-831

Planung und Entscheidung für eine vierte Reinigungsstufe auf kommunalen Kläranlagen /Fragebogen

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Welche Einflussfaktoren spielen bei der Verfahrenswahl für eine MV-Stufe eine Rolle?
Die Universität der Bundeswehr München (Institut Wasserwesen) hat dazu einen Fragebogen „Planung und Entscheidung für eine vierte Reinigungsstufe auf kommunalen Kläranlagen“ erstellt.
Das Ausfüllen dauert ca. 15 Minuten.

Kontakt:
sascha.roedel spam@xeiro.ch

unibw.de

Quelle:
https://www.micropoll.ch/aktuell/

Zum Fragebogen:
https://umfragen2.w3.rz.unibw-muenchen.de/DSP2/formulare/4RS/index.htm

 

 

Multiresistente Keime in Frankfurter Gewässern

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Händewaschen empfohlen
Mit einem neuen Verfahren hat Frankfurt alle Fließgewässer im Stadtgebiet testen lassen – und dabei auch Erreger gefunden, bei denen Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Auslöser war ein Mann, der betrunken in einen Bach stürzte.

Im April hatte ein Patient im Frankfurter Uni-Klinikum Mitpatienten mit einem lebensbedrohlichen Keim angesteckt. Die Intensivstation war zeitweise …mehr:

https://www.op-online.de/region/frankfurt/multiresistente-keime-frankfurter-gewaessern-9442610.html

Benchmarking – Ziel: mehr Wasser- und Abwasserunternehmen zu einer Teilnahme an den Leistungsvergleichen zu motivieren

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Die Klein-Arbeitsgruppe Benchmarking der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat ihren Bericht über Benchmarking abgeschlossen.

Kern dieses Berichtes sind Vorschläge um mehr Wasser- und Abwasserunternehmen zu einer Teilnahme an den Leistungsvergleichen zu motivieren. Vorgesehen ist ein Beschluss-Umlaufverfahren in der LAWA-Vollversammlung sowie in der Umweltministerkonferenz (UMK).

Der LAWA-Vollversammlung wird vom zuständigen Ausschuss empfohlen, den Bericht „Empfehlungen der LAWA zur Erhöhung der Anzahl der teilnehmenden Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen am Benchmarking“ zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. Der LAWA-Vorsitz solle den Bericht der UMK mit der Bitte um Kenntnisnahme zuzuleiten.

Zentrale Punkte des Berichts
Der Bericht stellt dar, wie viele Projektrunden in welchem Bundesland stattgefunden haben und wie hoch die prozentuale Abdeckung der Jahreswasserabgabe bzw. Einwohnerwerte in dem jeweiligen Bundesland in der aktuellen Projektrunde ist. Hier setzte sich der BDEW mehrfach für eine korrekte Darstellung der Projekte ein und lieferte Informationen, z. B. zu dem hessischen Verbände-Projekt aus 2005.

BDEW nahm als Gast regelmäßig an der Klein-AG teil und konnte im Verlauf der eineinhalbjährigen Diskussion die Idee einer Landeserklärung Benchmarking einbringen. Diese soll vom jeweiligen Umwelt-, Wirtschafts- und Innenministerium sowie den jeweiligen Landesorganisationen der kommunalen Spitzenverbände und der Fachverbände (BDEW, DVGW, VKU etc.) unterzeichnet werden.

Dieser Vorstoß findet sich nun als „Ländervereinbarung“ im Bericht wieder: „So könnten beispielsweise Ländervereinbarungen den Nukleus für weitere Maßnahmen zur Förderung der Teilnahme an Benchmarking-Projekten bilden. In Vereinbarungen der Länder mit den zu beteiligenden Verbänden können geeignete Maßnahmen festgelegt und Details zur Kommunikationsstrategie vereinbart werden.“

Lange hatte die Klein-AG über die Frage diskutiert, ab welcher Unternehmensgröße Wasserver- und Abwasserentsorger verpflichtend an den Leistungsvergleichen teilnehmen sollten. Im Ergebnis heißt es nun im Bericht: „Eine ambitionierte Zielgröße ist daher, dass 80 Prozent der Wasserabgabe bzw. der an die öffentliche Abwasserbehandlung angeschlossenen Einwohner eines Bundeslandes durch Benchmarking-Aktivitäten abgedeckt werden.“

Angesichts des 80-Prozent-Zieles ist die Branche gut beraten, ihre umfangreichen Aktivitäten weiter zu intensivieren.

Eine Übersicht über den Stand 2015 gibt das Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft
http://www.bdew.de/wasser-abwasser/branchenbild-deutsche-wasserwirtschaft-2015/

Weitere Empfehlungen des Berichts
Die LAWA-Klein-AG regt an, im jeweiligen Bundesland eine Kommunikationsstrategie zu Benchmarking auszuarbeiten. Hierzu könnten zählen: „Werbeaktivitäten“ wie Auftakt- und Abschlussveranstaltungen, offene Briefe und Motivationsschreiben.

Weiterhin werden empfohlen: Informationsveranstaltungen, auch zu „Grundlagen des Benchmarkings“, sowie spezifische Erfahrungsaustauschgespräche auf freiwilliger Basis. Die vorhandenen Basismodule würden einen überschaubaren Arbeitsaufwand gewährleisten.

Die Entwicklung praxisorientierter Leitfäden zur Erfassung, Auswertung und Dokumentation von Kosten- und Betriebsdaten könne zudem kleinere Unternehmen unterstützen, die für Benchmarking relevanten Eingangsgrößen bereitzustellen, um beispielsweise Ursache-Wirkungszusammenhänge besser erkennen zu können. Auch hierfür seien ggfs. Schulungen anzubieten, so der Bericht.

Die Kommunen und kommunale Spitzenverbände sowie die Fachverbände der Wasserwirtschaft werden in dem Bericht als Akteure adressiert. Auch den großen Unternehmen wird eine Vorbildfunktion zugewiesen.
Im Projektverlauf hatte Bayern besonders die kleinen Wasserversorger im Fokus, für die im Bericht nun die Vorteile einer Teilnahme an einem Benchmarking-Projekt dargestellt werden.

Hintergrund der LAWA-Aktivitäten war ein Beschluss der Konferenz der Umweltministerkonferenz vom November 2015 sowie ein Gespräch der LAWA, an dem BDEW teilgenommen hatte. Die Umweltministerkonferenz ist der Zusammenschluss der Umweltminister/innen der Länder, das Bundesumweltministerium ist Gast. Der BDEW hatte regelmäßig über den Fortgang berichtet.

Bewertung
Für Benchmarking-Kenner bietet der Bericht viel Bekanntes. Für Einsteiger ist er sehr wertvoll: Die Branche muss ihre Anstrengungen intensivieren. Der BDEW wird den Bericht zur Verfügung stellen, sobald er öffentlich ist.

https://www.bdew.de/wasser-abwasser/benchmarking/