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„Pulveraktivkohle – Welche passt?“

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Fünf bis zehn Gramm Pulveraktivkohle weisen die Oberfläche eines Fussballfeldes auf. Das faszinierende schwarze Pulver kann vielerorts eingesetzt werden, zum Beispiel auf Abwasserreinigungsanlagen, um Mikroverunreinigungen aus dem Abwasser zu eliminieren – und dies immer häufiger. Auf dem Markt sind zahlreiche PAK-Sorten verfügbar, die zwar äusserlich nicht zu unterscheiden sind, aber dennoch unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Dieser Artikel soll Betreiber und Ingenieure bei der Entscheidung unterstützen, welche Pulveraktivkohle für ihr Abwasser optimal ist und wie sie die Qualität neuer Lieferungen überprüfen können. Mehr:

Aktivkohle (AK) kann vielfältig eingesetzt werden – auch und vor allem im Alltag: Sei es als Kohletabletten oder als Aktivkohle-Filter zur Luft- oder Wasseraufbereitung. Zunehmend kommt sie auch auf kommunalen Abwasserreinigungsanlagen (ARA) zur Elimination von Mikroverunreinigungen…mehr:

https://www.micropoll.ch
https://www.micropoll.ch/fileadmin/user_upload/Redaktion/Dokumente/01_Berichte/02_Technische_Verfahren/03_Aktivkohle/FA_Meier_MidRes.pdf

 

 

Strom aus Abwasser: Das Wallis testet mikrobielle Brennstoffzellen

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So wie manche Fische können auch Mikroben elektrischen Strom erzeugen. Sie können im Zuge ihres Stoffwechsels Elektronen «ausatmen». Dieses Phänomen will man sich nun im Wallis zunutze machen – in einer Kläranlage.

An der Kläranlage Châteauneuf-Sitten testen Forschende der Fachhochschule Westschweiz-Wallis eine mikrobielle Brennstoffzelle. …mehr:

https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/strom-aus-abwasser-das-wallis-testet-mikrobielle-brennstoffzellen-134174108
 

 

Gießener Projekt: „Phosphor und Energie aus Klärschlamm“

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„Kein Abfall mehr, sondern Produkt“: THM, Stadtwerke, JLU und Mittelhessische Wasserbetriebe arbeiten bei dem innovativen Projekt zusammen.

Man stelle sich 75 000 Tonnen Klärschlamm vor und was man damit anstellen könnte. Über dieser riesigen Menge braunschwarzer Masse, die bei der Abwasserreinigung entsteht, stecken bereits seit mehreren Jahren Experten aus der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), der Stadtwerke Gießen (SWG), der Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) als Klärwerksbetreiber…mehr:

https://www.mittelhessen.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/giessener-projekt-phosphor-und-energie-aus-klarschlamm_19958552
 

 

1. April: Lügenforscher – Darum lügen wir

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Am 1. April werden wieder Aprilscherze gemacht. Jedes Jahr fallen Menschen auf frei erfundene Geschichten herein. An diesem Tag sind Lügen erlaubt und werden anschließend aufgedeckt. Aber auch an anderen Tagen im Jahr wird gelogen. Warum eigentlich? Ist das immer verwerflich? Und gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern? Diese Fragen beantwortet Dr. Philipp Gerlach, Psychologe und Dozent an der Hochschule Fresenius in Hamburg, im Interview.
Schon Kinder lernen früh: Du darfst nicht lügen. Am 1. April haben wir sozusagen die offizielle Erlaubnis, Unwahrheiten zu verbreiten, um andere damit zu veräppeln. Hier steht sicher die Schadenfreude im Vordergrund. Inwiefern unterscheiden sich Aprilscherze von Lügen?

Der Aprilscherz ist eine spezielle Form der Lüge. Aprilscherze sind gesellschaftlich akzeptiert und dienen i.d.R. nicht dem persönlichen Profit. Man verliert daher auch nicht seinen guten Ruf, wenn man am 1. April jemanden hereinlegt. Ein Grund ist auch, dass Aprilscherze vom Lügner selbst aufgelöst werden („April, April“). Eine solche Auflösung geschieht bei den „üblichen Lügen“ meist nicht durch den Lügner selbst und eher unfreiwillig.

Was sind überhaupt Lügen? Und wie entstehen sie?
Wie Sie beim Aprilscherz vielleicht bemerkt haben, gibt es verschiedene Formen der Lüge. Die Lügen, die wir untersucht haben, dienen dem persönlichen Profit und werden auch „schwarze Lügen“ genannt. „Schwarze Lügen“ sind oft eine Versuchung: Entweder man sagt die Wahrheit oder man entscheidet sich dagegen, um persönlich zu profitieren, z. B. in Form von Geld, sozialer Anerkennung, mehr Wählerstimmen. Normalerweise birgt jede Lüge aber auch das Risiko aufzufliegen. Langfristig ist es i.d.R. besser, wenn man seinen guten Ruf als ehrlicher Mensch behält. Kurzfristig kann es aber sein, dass man der Versuchung nicht wiederstehen kann.

Manchmal kann es auch schmerzhaft sein, die Wahrheit zu hören. Gibt es auch gerechtfertigte Lügen?
Es gibt neben Aprilscherzen und „schwarzen Lügen“ auch „weiße Lügen“. Das sind Lügen, bei denen beide Seiten von der Lüge profitieren. Nehmen wir an, Sie hatten heute so einen richtig miesen Tag. Nun werden Sie von einer Kassiererin gefragt, wie es Ihnen geht. Die Antwort „ach, ganz gut“ erspart Ihnen und der Kassiererin eine lästige Unterhaltung – auch wenn es sich dabei klar um eine Lüge handelt. „Weiße Lügen“ sind daher auch gesellschaftlich akzeptiert, im Gegensatz zu den „schwarzen Lügen“.

Sie haben in Ihrer Studie herausgefunden, dass Männer mehr lügen als Frauen. Woran liegt das?
Ja stimmt, wir haben 565 Experimente mit über 44.000 Teilnehmern untersucht. Im Schnitt haben Männer mehr „schwarze Lügen“ als Frauen erzählt. Der Unterschied war nicht wahnsinnig groß, aber er war recht eindeutig und über viele Experimente hinweg so zu finden. Es ist unklar, warum es zu diesem Geschlechterunterschied kommt. Es gibt Studien, die zeigen, dass Männer risikobereiter sind als Frauen. Diese Risikobereitschaft könnte erklären, warum Männer eher bereit sind, „schwarze Lügen“ zu erzählen. Eine alternative Erklärung ist, dass Frauen häufig prosozialer sind. Einige Studien zeigen, dass Frauen unehrliches Verhalten vor allem dann scheuen, wenn andere Menschen unter den Folgen ihrer Lüge leiden. Beide Erklärungen sind aber reine Spekulationen. Wir wissen es schier nicht.

Über die Hochschule Fresenius
Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum in New York gehört mit über 13.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Labor-praxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studi-engänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbe-zug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre reakkreditiert.

Weitere Informationen:
http://www.hs-fresenius.de

Was kostet ein Hochwasser?

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Ein Forschungsprojekt der HTW Dresden entwickelt eine neue Methode zur Risikobewertung von Hochwasserschäden.
Das neue Forschungsprojekt „INNOVARU“ an der Fakultät Bauingenieurwesen beschäftigt sich damit, die Kosten von Schäden durch Hochwasser konkret beziffern zu können. INNOVARU steht für „Innovative Vulnerabilitäts- und Risikobewertung urbaner Räume gegenüber Überflutungsereignissen“. In Kooperation mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und der Bauhaus-Universität Weimar soll ein neuartiges Hochwasserschadensinformationsmodell entstehen.

Das Teilvorhaben an der HTW Dresden verfolgt dabei einen physikalisch-wirkungsanalytischen Ansatz: Es wird prognostiziert, welche Gebäudeschäden bei einem hohen Wasseraufkommen und entsprechenden Fließgeschwindigkeiten entstehen. Somit wird es möglich, objektgenaue Bewertungen abzugeben und die entstehenden Kosten im Voraus zu ermitteln. Auch für größere überflutungsgefährdete Gebiete gibt es Ansätze: Durch (halb-)automatisierte Klassifikationsverfahren wird es möglich, den besonders gefährdeten Gebäudebestand zu differenzieren und somit zeitaufwändige Ortsbegehungen zu reduzieren. Die pilothafte Erprobung dieses gekoppelten Hochwasserschadensinformationsmodells ist in den Untersuchungsgebieten Grimma, Pirna und Freital vorgesehen.

Insbesondere Landesfachbehörden und Ingenieurbüros, die im Hochwasserrisikomanagement tätig sind, können von dieser Methode der Risikobewertung profitieren Aber auch Versicherungen und Immobiliendienstleister, die sich mit Grundstücks- und Gebäudewerten sowie Schadenersatz nach Hochwasser beschäftigen, könnten zukünftig nach objektiveren Kriterien bewerten.

„Wir müssen uns in Sachsen – aber auch bundesweit – immer wieder den Risiken von Hochwasser stellen. Im entsprechenden Risikomanagement sollte daher auf möglichst wissenschaftsfundierte und objektive Kriterien zurückgegriffen werden. Ich freue mich, dass die HTW Dresden gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern dazu einen Beitrag leisten kann.“, so der Prorektor für Forschung und Entwicklung, Professor Knut Schmidtke.
Das Projekt unter Leitung von Dr. Thomas Naumann, Professor für Baukonstruktion läuft bis Ende 2021 und wird mit rund 260.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung Forschung (BMBF) gefördert.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Fakultät Bauingenieurwesen
Prof. Dr. Thomas Naumann
thomas.naumann@htw-dresden.de

Weitere Informationen:
http://www.htw-dresden.de

Zum Tag des Wassers am 22.3.: Digitalisierung im Wassersektor meistern mit praxisnaher Forschung

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Ob als Lebensmittel oder in der Landwirtschaft, ob für die Reinigung oder in der Logistik: Wasser und mit ihm die Wasserbranche ist für die alle Lebensbereiche erfassende Digitalisierung ein Schlüsselelement.

„Für einen fließenden Übergang der Branche ins Zeitalter der Digitalisierung liefern die Forschungsinstitute der Zuse-Gemeinschaft mit ihrer Expertise wertvolle Antworten. Ihre Arbeit erlangt durch den Stellenwert von Wasser auf Energie-, Logistik- und Rohstoffmärkten ebenso wie durch die Auswirkungen des Klimawandels erhöhte Aktualität“, erklärt der Präsident der Zuse-Gemeinschaft, Dr. Ralf-Uwe Bauer, anlässlich des Tages des Wassers.

Wasser ist ein Medium, das elektrischen Strom ebenso wie Stoffe in den Boden und Verkehrsströme leitet. Dass Kanäle und Flüsse als Verkehrsadern künftig noch stärker pulsieren könnten, darauf deutet ein aktuelles Projekt des RIF Institut für Forschung und Transfer hin. Das Dortmunder Forschungsteam untersucht gemeinsam mit dem Duisburger Institut DST, wie eine dezentral gesteuerte Binnenschifffahrt für bedarfsorientierte und umweltgerechtere Mobilität sorgen kann. Kern des Projekts: Die Forschenden ermitteln anhand von Güterströmen einerseits und technischer Innovationen andererseits, inwieweit künftig wieder verstärkt kleinere Schiffe beim Lastentransport zum Zuge kommen können. „Die Chancen von Elektromobilität und autonomem Transport bieten in Kombination mit freien Kapazitäten in kleineren Häfen und Kanälen nahe der Ballungsräume an Rhein und Ruhr ideale Voraussetzungen für neue Logistiklösungen auf dem Wasser, die digitales Know-how mit den Vorzügen vorhandener Infrastruktur verbinden“, erklärt RIF-Geschäftsführer Michael Saal.

Elektrolyse befreit von Medikamenten-Rückständen
Als Teil der Daseinsvorsorge ist die Wasserwirtschaft bei Umwelt- und Gesundheitsschutz gefordert. In Deutschland sind laut Umweltbundesamt nur rund 8 Prozent der knapp 10.000 Gewässer in gutem oder sehr gutem ökologischen Zustand. Wie sich problematische Spurenstoffe aus Abwässern entfernen lassen, untersucht aktuell die Gesellschaft zur Förderung der naturwissenschaftlich-technischen Forschung in Berlin-Adlershof (GNF). Die Forschenden sind Rückständen von Arzneimitteln auf der Spur, so Röntgenkontrastmitteln. Im Wasserkreislauf wirken sich solche Kontrastmittel schädlich aus. Das wollen die GNF-Forschenden verhindern: Über einen Elektrolyseschritt und mit Hilfe von ultravioletter Strahlung haben sie vielversprechende Ergebnisse zum Abbau der Spurenstoffe erzielt. „Während Kontrastmitteln wie der im Röntgen häufig eingesetzten Amidotri-zoesäure selbst mit dem Einsatz von Ozon und Aktivkohlefiltern nicht beizukommen ist, können wir sie mit der Elektrolyse sehr gut bekämpfen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die bevorstehenden Feldtests unsere im Labor erzielten Ergebnisse bestätigen“, sagt der GNF-Vorsitzende Dr. Frank-Marc Krüger.

Simulationssoftware für Kläranlagen
Dass Digitalisierung in der Wasserwirtschaft nicht als disruptiver, sondern auch als organischer, dynamischer Prozess verstanden werden kann, zeigt das Institut für Automation und Kommunikation (ifak) aus Magdeburg. Mit der im ifak entwickelte Simulationssoftware SIMBA kann bereits seit mehr als 20 Jahren das dynamische Verhalten von Kläranlagen und Abwassersystemen analysiert werden. Mit SIMBA lassen sich u.a. Abläufe in Kläranlagen simulieren, die sowohl die Verfahrens- und Maschinentechnik als auch die Automatisierung abbilden. So ermöglicht SIMBA eine ganzheitliche Analyse von Kanalnetz, Kläranlage, Schlammbehandlung, Fließgewässer und Automatisierung. „Die Computersimulation komplexer technischer Systeme wird zunehmend zum Standardwerkzeug zur Verfahrensoptimierung und zur ganzheitlichen Bewertung von Automatisierungsprozessen“, sagt Dr. Jens Alex, Abteilungsleiter Geschäftsfeld Wasser und Energie im ifak.

„Die Institute der Zuse-Gemeinschaft sind nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch als kompetente Berater und Dienstleister unterwegs. Für die Wasserwirtschaft und andere Branchen liefern sie kostbare Lösungen rund um die Digitalisierung. Die Bundesregierung muss diese Stärken der praxisnahen Forschung durch eine verbesserte Förderung honorieren“, fordert Dr. Bauer.

Über die Zuse-Gemeinschaft
Die Zuse-Gemeinschaft vertritt die Interessen gemeinnütziger, privatwirtschaftlich organisierter Industrieforschungseinrichtungen. Dem technologie- und branchenoffenen Verband gehören bundesweit über 70 Institute an. Als praxisnahe und kreative Ideengeber des deutschen Mittelstandes übersetzen sie die Erkenntnisse der Wissenschaft in anwendbare Technologien und bereiten so den Boden für Innovationen, die den deutschen Mittelstand weltweit erfolgreich machen.

Impressum
Deutsche Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse e.V. || Geschäftsführerin Dr. Annette Treffkorn || Invalidenstr. 34 || 10115 Berlin || Tel: 030 440 62 74 || Fax: 030 440 62 97 || E-Mail: info@zuse-gemeinschaft.de Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg VR: 34276 B V.i.S.d.P.: Dr. Annette Treffkorn

Mit künstlicher Intelligenz unterwegs im Kanalsystem

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Innovationspreis für Simulationswerkzeug zur Kanalalterung verliehen
Die Berliner Wasserbetriebe und das Kompetenzzentrum Wasser Berlin haben ein Modellwerkzeug entwickelt, mit dem sich die Alterung von Abwasserkanälen simulieren lässt. Erstmals haben Forscher beider Häuser datenbasierte statistische Verfahren mit künstlicher Intelligenz verbunden. Mit dem Ergebnis lassen sich Investitionen deutlich genauer steuern. Dafür wurden sie nun mit dem renommierten Innovationspreis des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ausgezeichnet.

Wenn etwas kaputt geht, was wir jeden Tag dringend brauchen, ist das ärgerlich, überraschend, mitunter sogar katastrophal. Meistens ist es aber vor allem eines: teuer. Das gilt auch für eine der unsichtbaren Lebensadern unserer Stadt: die mehr als 9.600 Kilometer lange Kanalisation. Zumal Schäden am Kanal nicht sofort sichtbar werden. Anhaltspunkte für Reparaturen oder Investitionen liefern bisher statistische Angaben zu Schäden sowie Daten aus der Kamera-Inspektion.

Neues Prognoseinstrument ermöglicht bessere Steuerung von Investitionen
Jetzt – und das ist neu für die Branche – haben Forscher des Kompetenzzentrums Wasser Berlin und der Berliner Wasserbetriebe aus der Kombination und Weiterentwicklung statisti-scher Modelle mit künstlicher Intelligenz und vielen echten Daten ein Prognoseinstrument für die Kanalalterung entwickelt: SEMA-Berlin. „Mit diesem neuen Tool können wir Investitionen und Instandhaltungen deutlich besser steuern und den Zustand der Kanalisation langfristig erhalten oder gar verbessern“, erklärt Wasserbetriebe-Finanzvorstand Frank Bruckmann, der sich sehr über den am 11. März verliehenen Innovationspreis des VKU freut. Der Innovationspreis zeichnet „herausragende Innovationen kommunaler Unternehmen“ aus und wird alle zwei Jahre verliehen, SEMA – ein Kürzel aus der englischen Übersetzung von Kanalalterungsmodell für Strategien des Asset-Managements – basiert auf mehr als 140.000 echten Berliner Datensätzen. Gefüttert mit Informationen über den Kanal selbst wie Alter, Material, Gefälle, Abwasser- und Bodentyp, der Verkehrsbelastung, der Nähe zu Bäumen und noch ein paar weiteren Einflussgrößen errechnet es sehr genau, wie sich der Zustand der einzelnen Kanäle im Netz in den kommenden Jahrzehnten entwickeln wird und welche Sanierungslängen erforderlich sind, damit es auch künftig ordentlich funktioniert. Damit geht es deutlich über bisherige statistische Modelle hinaus, die das Netz in seiner Gesamtheit und nicht im Detail betrachten.

Scheinbar, so könnte man aus der puren Addition der bisher bekannten Daten schlussfolgern, liegt der ideale, weil am wenigsten gealterte Kanal mindestens vier Meter tief im Spandauer Sandboden, ist gemauert, hat einen Innendurchmesser von einem Meter, führt Schmutzwasser und über ihm wachsen keine Bäume. Dieses auf Statistik fußende Klischee stimmt im Großen und Ganzen, im Detail aber eben auch oft nicht. Hier setzt SEMA-Berlin mit maschinellem Lernen auf. Bei der Vorhersage auf Haltungsebene – das ist der oft zwischen 30 und 50 Meter lange Bereich eines Kanals zwischen zwei Schächten – erreicht das Modell schon jetzt etwa 80 % der Genauigkeit einer Kamerainspektion und kann den Zustand sanierungsbedürftiger Haltungen in zwei von drei Fällen richtigrichtig prognostizieren.

AUZUKA verbessert Basis für SEMA-Berlin mit automatisierter Zustandsanalyse
Dafür wird der SEMA-Berlin-Prototyp jetzt bei den Berliner Wasserbetrieben trainiert. Dabei wird das Modell stetig klüger – auch weil es dank des Forschungsprojektes AUZUKA mit immer präziseren Daten gefüttert wird. AUZUKA schafft – wie sein Name sagt – die Voraussetzungen für eine automatische Zustandsanalyse und Klassifikation des Kanalnetzes durch virtuelle Begehung. Unter Leitung der Berliner Wasserbetrieben wurde dafür im Verbund mit neun Institutionen eine den neuen Stand der Technik definierende Technik-Kette vom Kanalinspektionsroboter bis zur automatischen Bild-Auswertesoftware entwickelt, die Kanalschäden schneller, sicherer, positionsgenauer und eben auch unermüdlich erkennt und klassifiziert.
Und ebenso wie SEMA lernt auch AUZUKA mit jedem neuen Datensatz dazu.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Mathias.Riechel@Kompetenz-wasser.de

Nachrichten von Verbänden 2019

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Oktober 2019
bde PREVENT Waste Alliance gegründet – BDE und Mitgliedsunternehmen dabei 
März 2019
bdew Zahl der Woche / 83 Prozent… 

PREVENT Waste Alliance gegründet – BDE und Mitgliedsunternehmen dabei

„Kreislaufwirtschaft muss in den nächsten Jahren das Top-Thema auf der internationalen Agenda werden“, forderte der Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V., Peter Kurth, anlässlich des Starts der PREVENT Waste Alliance am Donnerstag in Berlin.

„Mit Blick auf die weltweite Entwicklung von Konsum und Produktion wird immer klarer, dass wir den Ressourcenschutz weiter verstärken und noch intensiver auf Nachhaltigkeit setzen müssen. Wir müssen deshalb den Abfall noch mehr als Rohstoff begreifen. Darin liegt der Schlüssel zur Circular Economy“, so Kurth weiter. Zu den 31 Gründungsmitgliedern dieser Vereinigung gehören neben dem BDE mit den Unternehmen GreenCycle, Remondis, Umicore, Suez und Duales System Deutschland (DSD) auch fünf Mitgliedsunternehmen des Verbandes.

Ziel des Bündnisses sind neben der weltweiten Transformation der linearen Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft unter anderem auch Maßnahmen zur Verminderung des Abfalls und Anstrengungen zum Stopp von Schadstoffbelastungen durch Abfälle. Die Gründungsveranstaltung eröffnete der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller.

„Wir begrüßen nachdrücklich die Gründung dieser Allianz und danken Herrn Minister Dr. Müller für sein vielfältiges Engagement rund um die Kreislaufwirtschaft. Jetzt gilt es, dass dieses Bündnis schnell weitere Partner findet. Die Koalition hat beschlossen, dass in dieser Legislaturperiode die internationale Kreislaufwirtschaft der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Zusammenarbeit werden muss. Die Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und des Bundesumweltministeriums ist ein wichtiger Schritt bei diesen Bemühungen“, sagte der BDE-Präsident.

Nach den Worten Kurths entwickelten die Mittelschichten weltweit ein Konsumverhalten, das ähnliche Abfallströme wie in Europa hervorbringe. Daher gelte es nun verstärkt zum einen in diesen Ländern kreislauffähige Abfallstrukturen zu etablieren, zum anderen aber auch internationale Partnerschaften für den Export von Recyclingrohstoffen zu schaffen. Zudem müssten illegale Abfalltransporte auf internationalen Wegen stärker bekämpft und auch strafrechtlich verfolgt werden.

„Natürlich lassen sich westeuropäische Strukturen nicht ohne Weiteres auf Schwellenländer in Asien oder Afrika übertragen. Es ist aber notwendig und auch sinnvoll, Strukturen der Kreislaufwirtschaft in diesen Ländern modulartig zu entwickeln und aufzubauen. Ein Instrument dazu ist die PPREVENT Waste Alliance“, so Kurth abschließend.

Kontakt
Bernhard Schodrowski

Leiter Kommunikation, Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 30 5900335-20
E-Mail: schodrowski@bde.de

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Zahl der Woche / 83 Prozent…

… der Deutschen trinken regelmäßig oder gelegentlich Leitungswasser

Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts prolytics im Auftrag des BDEW. Neben Leitungswasser „pur aus dem Hahn“ fällt hierunter auch aufgesprudeltes und mit Sirup versetztes Wasser. Pro Person und Woche liegt der geschätzte Leitungswassergebrauch zum Trinken bei durchschnittlich neun Litern.

Befragt nach den Gründen, aus denen sie Leitungswasser trinken, geben 80,4 Prozent der Befragten an, dass die hohe Qualität des Leitungswassers eine große Rolle spielt. Für 70,8 Prozent der Befragten ist auch der Umweltaspekt von zentraler Bedeutung. Gut die Hälfte der Befragten (54,4 Prozent) schätzen den günstigen Preis des Leitungswassers, in Deutschland liegt dieser bei durchschnittlich 0,2 Cent pro Liter. Leitungswasser ist damit nicht nur ein streng kontrolliertes, sondern auch günstiges Lebensmittel.

BDEW-Hauptgeschäftsführer Martin Weyand begrüßt die Beliebtheit des deutschen Leitungswassers als Lebensmittel: „Das Trinkwasser aus dem Hahn ist ein hervorragendes Lebensmittel von herausragender Qualität und steht allen Haushalten rund um die Uhr zur Verfügung.“

Grafik: https://www.bdew.de/media/documents/PI_20190313_ZdW_Grafik_83-Prozent-trinken-Leitungswasser.pdf

Quelle: bdew

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Arbeitskräftebedarf und -angebot bis 2025

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Wie groß könnte künftig der Bedarf an Arbeitskräften in bestimmten Berufsfeldern sein, und wie hoch wird das Angebot voraussichtlich ausfallen? Das Bonner Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg haben gemeinsam neue Modellrechnungen zur Entwicklung des Arbeitsmarktes bis zum Jahr 2025 unter dem Titel „Beruf und Qualifikation in der Zukunft“ als Buch veröffentlicht. Insbesondere bei den Fachkräften auf der mittleren Qualifikationsebene droht ein wesentlicher Engpass, da dem nahezu gleichbleibenden Bedarf an Beschäftigten bis 2025 ein zunächst bis 2015 leicht, danach aber rasanter Rückgang der Erwerbspersonen mit entsprechenden Qualifikationen gegenübersteht. Zudem scheidet ab dem Jahr 2020 eine steigende Zahl von Fachkräften aus dem Erwerbsleben aus. So könnte sich bis zum Jahr 2025 ein Mangel in einer Größenordnung von rund 1,8 Millionen Erwerbspersonen ergeben. Unter anderem wird es in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu Engpässen kommen, da gerade diese Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt sind.

www.qube-projekt.de
www.bibb.de

Hamburg Wasser und Remondis bauen die weltweit erste Recycling-Anlage für Phosphor

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Grundsteinlegung der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage

Hamburg Wasser und Remondis bauen die weltweit erste Recycling-Anlage für Phosphor
HAMBURG WASSER und REMONDIS haben gemeinsam mit Hamburgs Erstem Bürgermeister, Dr. Peter Tschentscher, und Hamburgs Umwelt- und Energiesenator, Jens Kerstan, den Grundstein für die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage auf dem Klärwerk Hamburg gelegt. Das Projekt hat internationalen Vorzeigecharakter: In Hamburg wird der lebenswichtige Rohstoff mit dem von REMONDIS entwickelten TetraPhos®-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen. Die Anlage auf dem Klärwerk Hamburg geht 2020 in Betrieb und wird jährlich aus 20.000 Tonnen Klärschlammasche rund 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure produzieren.

Die weltweiten Phosphorvorkommen sind endlich, doch die Nachfrage steigt konstant. Laut dem Umweltbundesamt wird der Bedarf zwischen 2051 und 2092 das Angebot übersteigen. Mit der neuen Recycling-Anlage für Phosphor demonstrieren REMONDIS und HAMBURG WASSER, wie dem nahenden globalen Engpass auf kommunaler Ebene begegnet werden kann: Würden alle deutschen Kläranlagenbetreiber dem Hamburger Beispiel folgen, könnte auf 60 Prozent der Phosphorimporte verzichtet werden.

Derzeit muss Deutschland den Rohstoff vollständig importieren. Zirka 230.000 Tonnen Phosphor pro Jahr werden in Form von Dünger auf die Felder ausgebracht. Der Rohstoff ist essentiell für das Pflanzenwachstum und damit für die gesamte Nahrungsmittelproduktion. Die Rückgewinnung von Phosphor wird damit stetig relevanter. Die deutsche Bundesregierung hat gesetzlich vorgeschrieben, dass Phosphor ab 2029 aus Abwasser zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden muss. HAMBURG WASSER wird der erste kommunale Entsorger sein, der diese Vorgabe mit Hilfe des REMONDIS TetraPhos®-Verfahrens erfüllt. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm.

Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher sagt: „Der Bau der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage ist ein wichtiges Projekt für den Innovationsstandort Hamburg. Die Rückgewinnung verringert die Umweltbelastung und macht einen kostbaren Rohstoff wieder verfügbar. Das Klärwerk Hamburg liefert mit dieser Anlage eine zukunftsweisende Lösung und setzt internationale Maßstäbe.“

„Die Pilotanlage hatte ich 2015 als Weltpremiere hier eingeweiht und war zuversichtlich, dass der Betrieb wirtschaftlich funktionieren würde. Daher freue ich mich sehr, dass diese innovative Technik nun auch im großen Maßstab hier in Hamburg umgesetzt wird. HAMBURG WASSER ist als kommunales Unternehmen ein Taktgeber für Innovation, das sehen wir auch bei der Wärmewende: Mit der geplanten Abwasser-Wärmepumpe und dem Aquifer-Tiefenspeicher an der Dradenau entstehen Anlagen in ganz neuer Größenordnung,“ so Jens Kerstan, Aufsichtsratsvorsitzender HAMBURG WASSER und Umweltsenator. „Deutschland importiert jährlich tausende Tonnen Phosphor, obwohl sich der Stoff in großen Mengen in Klärwerken ansammelt. Phosphor zu recyceln ist ein hervorragendes Beispiel, wie sich mit knappen Ressourcen nachhaltig wirtschaften lässt. Das ist Klima- und Ressourcenschutz im besten Sinne! Wir können stolz darauf sein, was Hamburg und sein städtisches Unternehmen hier schaffen.“

„Im Abwasser finden wir eine riesige und nicht versiegende Energie- und Rohstoffquelle. Unser Ziel ist es, diese bestmöglich zu nutzen. Schon heute gewinnen wir mehr Energie aus dem Abwasser zurück als eine Kleinstadt benötigt. Mit der neuen Phosphor-Recycling-Anlage bauen wir unser Klärwerk jetzt zur urbanen Rohstoffmine aus und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz“, sagt Nathalie Leroy, Geschäftsführerin von HAMBURG WASSER. „Um das energetische Potential des Klärschlamms weiter zu erschließen, vergrößern wir auch unsere Klärschlammverbrennung. Das steigert die Energieproduktion und schafft Entsorgungssicherheit für unsere stetig wachsende Stadt und unsere kommunalen Kooperationspartner.“

Max Arnold Köttgen, Vorstand der REMONDIS SE & Co. KG erläutert: „Die Rückgewinnung von Phosphor mit dem REMONDIS TetraPhos®-Verfahren trägt dem heutigen Anspruch und unserer gesellschaftlichen Verantwortung zum Ressourcenschutz Rechnung. Das von REMONDIS entwickelte Verfahren ist ein weiteres Beispiel unserer Innovationskraft und zeigt in besonderem Maße, dass Recycling wirtschaftlich ist. Mit dem Verfahren werden wir nicht nur bereits heute gesetzliche Anforderungen der Zukunft umsetzen, sondern auch unsere langjährige Kooperation mit der Freien und Hansestadt Hamburg fortsetzen.“

ANHÄNGE
PRESSEMITTEILUNG-Grundsteinlegung_Phosphor-Recycling-Anlage
https://www.hamburgwasser.de/fileadmin/hhw-presse/2019/190301-PRESSEMITTEILUNG-Grundsteinlegung_Phosphor-Recycling-Anlage.pdf

Grundsteinlegung der Hamburger Phosphor-Recycling-Anlage (Foto)
https://www.hamburgwasser.de/fileadmin/hhw-presse/2019/190301_Grundsteinlegeung_v1_HAMBURG_WASSER.jpg

KONTAKT

PRESSESTELLE
Janne Rumpelt
Konzernkommunikation
Billhorner Deich 2