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Siedlungsabwässer belasten Meere

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Mit dem Abwasser aus menschlichen Siedlungen können Keime und Stickstoff in die Meere gelangen – selbst wenn das Abwasser zuvor in Kläranlagen aufbereitet wurde. Eine globale Karte zeigt, wo der Handlungsbedarf am größten ist.

Abwässer aus Städten und Dörfern haben einen erheblichen Einfluss auf küstennahe Ökosysteme im Meer. Selbst wenn Klärwerke die meisten Mikroorganismen aus Fäkalien im Abwasser entfernen, bleiben Stickstoffverbindungen…mehr:

https://www.n-tv.de/wissen/Siedlungsabwaesser-belasten-Meere-article22920635.html

https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0258898

Potenzielle Parasiten in der häufigsten Amöbe in Kläranlagen gefunden

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Forschende der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Michael Bonkowski am Institut für Zoologie der Universität zu Köln haben herausgefunden, dass Rhogostoma minus die häufigste Amöbe in Kläranlagen weltweit ist und zudem als Wirt für Legionellales dient. Die in den Amöben identifizierten Legionellales waren bis dato noch unbeschrieben, daher ist nicht klar, ob genau diese Amöben selbst Krankheiten im Menschen verursachen können. Bereits in einem vor kurzem veröffentlichen Artikel derselben Arbeitsgruppe wurde schon gezeigt, dass Rhogostoma auch die gefährlichen Bakterien der Legionellen bewirtet, deren Arten die Legionärskrankheit auslösen. Obwohl Kläranlagen nachweislich gut funktionieren, ist bis heute ein großer Teil der Mikroorganismen in ihnen kaum bekannt. Neben den nützlichen Wasseraufreinigern werden durch Abwässer aber auch Parasiten in Kläranlagen eingeschwemmt. Bis heute ist unklar, wie sie sich im Klärwasser verhalten und wann dadurch eventuell Krankheiten verbreitet werden könnten. Gleiches gilt dafür, wann Legionellales in Klärwerken überhandnehmen und welche Einflüsse dazu führen, dass sie sich stark vermehren. Die Studienergebnisse wurden im Aufsatz „The wastewater protist Rhogostoma minus (Thecofilosea, Rhizaria) is abundant, widespread, and hosts Legionellales” in der Fachzeitschrift Water Research veröffentlicht:

Dr. Kenneth Dumack
kenneth.dumack@uni-koeln.de

Weiterführende Links
www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0043135421007612

Gewässermonitoring aus dem All

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Leuchtturmprojekt BIGFE macht Fernerkundungsdaten für die Erfassung der Wasserqualität in Seen und Flüssen nutzbar

Während Erdbeobachtungssatelliten des europäischen Copernicus-Programms ihre Kreise um die Erde ziehen, senden sie sehr viele Daten. Diese Informationen aus dem All sollen künftig für das Gewässermonitoring der Landesumweltämter nutzbar gemacht werden. Daran arbeiten Forscher:innen im Verbundprojekt „Erfassung der Wasserqualität und Wasserflächenausdehnung von Binnengewässern durch Fernerkundung“ (BIGFE) unter der Federführung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ).

Für das Monitoring von Küstenbereichen der Nord- und Ostsee werden Fernerkundungsdaten bereits routiniert und erfolgreich eingesetzt. Für die Überwachung von Binnengewässern ist das bislang noch nicht der Fall. „Das wollen wir ändern“, sagt der UFZ-Seenforscher Dr. Karsten Rinke. „Die Daten, die die Sentinel-Satelliten des europäischen Copernicus-Programms liefern, sind ein großartiger Datenschatz. Den gilt es für eine künftige Nutzung im Gewässermonitoring durch die Landesbehörden zu heben.“ Karsten Rinke leitet das im Juli gestartete Leuchtturmprojekt BIGFE, das das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Copernicus-Initiative fördert. 

Das klassische Monitoring von Binnengewässern gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist bislang mit einem hohen zeitlichen und personellen Aufwand verbunden. Darüber hinaus können die Ergebnisse aus den Untersuchungen vor Ort sowie der Auswertung des Probenmaterials im Labor immer nur einen Ausschnitt und eine kurze Momentaufnahme darstellen. Denn die Messgrößen wie Trübung, Temperatur oder Algenvorkommen können an verschiedenen Stellen eines Sees ganz unterschiedlich ausfallen und sich je nach Wetterlage, Gewässertyp und Einzugsgebiet auch schnell ändern. „Das liegt in den besonderen Eigenschaften von Gewässerökosystemen begründet, die sehr dynamische Systeme darstellen. Bei vielerorts üblicher monatlicher Beprobung können wichtige Episoden wie zum Beispiel Blaualgenblüten einfach übersehen werden. Hinzu kommt die räumliche Heterogenität, die insbesondere die Beurteilung des Zustands mehr als 100 Hektar großer Gewässer schwierig macht, wenn nur einmal in der Mitte des Sees eine Probe genommen wird“, erklärt Karsten Rinke. Die zusätzliche Nutzung von Fernerkundungsdaten könnte in der Kombination mit klassischen Monitoringmaßnahmen die Aussagekraft zum Gewässerzustand deutlich verbessern. „So steuern die Daten aus dem All aktuelle Informationen in höherer räumlicher und zeitlicher Auflösung bei und ermöglichen schnelle Managementreaktionen, wie es etwa bei einem massenhaften Auftreten von Blaualgen an Badestellen angezeigt ist“, sagt er. Satelliten-basierte Informationen können je nach Typ täglich bis wöchentlich bereitgestellt werden und weisen eine räumliche Auflösung zwischen 10 und 300 Metern auf. 

Das UFZ arbeitet in dem Projekt mit dem Institut für Hygiene und Umwelt der Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, dem Institut für Seenforschung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg sowie dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zusammen. Der UFZ-Geowissenschaftler Prof. Kurt Friese koordiniert die Zusammenarbeit mit diesen Projektpartnern sowie weiteren Unternehmen und Behörden. „Landesbehörden aus zwölf Bundesländern stellen als Praxispartner für unsere Untersuchungen umfangreiche Datensätze aus ihren regelmäßigen Gewässeruntersuchungen zur Verfügung, die wir mit Fernerkundungsdaten aus den entsprechenden Zeiträumen in Beziehung setzen und miteinander abgleichen“, sagt Kurt Friese. „Durch die enge Einbindung der Praxispartner erreicht BIGFE eine länderübergreifende, harmonisierte Vorgehensweise in der Fernerkundung unserer Gewässer.“ 

Gewässerdaten von rund 100 Seen, Talsperren und Unterläufen von Fließgewässern führen die Seenforscher:innen hinsichtlich Wasserqualität und Wasserflächenausdehnung mit Fernerkundungsdaten aus den Jahren 2016 bis 2020 zusammen. Gemeinsam mit Fernerkundler:innen der Projektpartner sowie auf Fernerkundung spezialisierte Firmen gehen sie bei der Interpretation der Daten Fragen nach, die für eine künftige Nutzung für das Gewässermonitoring zentral sind: Welche Eigenschaften der Gewässer und welche Gewässertypen lassen sich mithilfe der Fernerkundung besonders gut, welche weniger gut charakterisieren? Wie hoch sind die Genauigkeit und Verlässlichkeit der Fernerkundungsdaten und wo liegen mögliche Fehlerquellen? Wie lässt sich der Mehrwert, der sich mit der Nutzung der Fernerkundung ergibt, in die behördliche Praxis der Gewässerüberwachung integrieren? 

„Das sind einige der wichtigen Fragen, die wir in dem Projekt in den kommenden drei Jahren beantworten möchten“, sagt Rinke. „Das Ziel unseres Forschungsvorhabens ist, auf wissenschaftlicher Basis praxisorientierte Handlungsempfehlungen auszuarbeiten, die die Nutzung von Fernerkundungsdaten für das behördliche Gewässermonitoring ermöglichen. Wir hoffen, dass wir mit BIGFE einen Beitrag leisten können, damit der Datenschatz aus dem All künftig zum etablierten Standard des Gewässermonitorings zählt.“

Weitere Informationen
Prof. Kurt Friese
UFZ-Department Seenforschung
kurt.friese@ufz.de

https://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=43/2021

Energiegewinnung aus Abwasser (POWERSTEP)

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Traveler

Großtechnische Demonstrationsversuche von energiepositiven Klärwerkskonzepten
Der organische Anteil kommunaler Abwässer in Europa enthält eine chemische Energie von insgesamt 87.500 GWh pro Jahr, das entspricht der Leistung von 12 Großkraftwerken. Allerdings benötigen die Verfahrensschritte der heute betriebenen Klärwerke immer noch einen Energieaufwand, der insgesamt in Europa einem Gegenwert von mehr als zwei Großkraftwerken entspricht. Viele Klärwerksbetreiber zielen daher auf eine schrittweise Steigerung der Energieeffizienz, um Energieneutralität zu erreichen. Neuere Studien haben jedoch gezeigt, dass mit innovativen Verfahren, die mit bestehenden Technologien gefahren werden, Kläranlagen tatsächlich durch besserer Ausnutzung der im Abwasser steckenden chemischen Energie zu einer erneuerbaren Energiequelle werden können, ohne dabei die Reinigungsleistung zu beeinträchtigen.

Ziel des Projekts POWERSTEP ist, solche neuartigen Konzepte für jeden wesentlichen Prozessschritt im Industriemaßstab zu demonstrieren und energiepositive Kläranlagen mit den derzeit verfügbaren Technologien zu konzipieren.

Die folgenden Prozesse werden in sechs umfassenden Fallstudien an Standorten in vier europäischen Ländern demonstriert werden:
1. verbesserte Kohlenstoffextraktion (Vorfiltration oder Biosorption)
2. innovative Stickstoffentfernungsverfahren (verbesserte Steuerung, Deammonifikation des Hauptstroms, Wasserlinsen-Bioreaktor)
3. Power to-Gas-Technologie (Nachrüstung auf Biogas) in Verbindung mit intelligentem Stromnetz
4. Energiegewinnung aus Abwärme (thermoelektrische Systeme zur Energierückgewinnung in BHKWs, Dampf-Kreislauf nach Rankine, Wärmespeicherkonzepte)
5. innovative Prozesswasseraufbereitung (Nitritation, MBR-Ammoniakstrippung).

Die Auswertungen bezüglich der einzelnen Technologien sollen in integrative Aktivitäten münden wie bspw. Modellierung und Planung von Behandlungssystemen, umfassendes Energie- und Wärmemanagement, CO2-Bilanz, Optionen für integrierte Konzepte sowie weitreichende Dissemination.

POWERSTEP wird neuartige Konzepte und Behandlungsmaßnahmen für Kläranlagen aufzeigen und realisieren, die künftig einen Netto-Energiegewinn erzeugen sollen.
Das Verbundvorhaben POWERSTEP wurde im Sommer 2018 abgeschlossen.

Zusammenfassung von Projektergebnissen in sechs Sprachen (EU-Cordis-Datenbank)
Projekt-Webseite
POWERSTEP-Video
Powerstep bei Watershare: IWA2018 in Tokyo
Alle Projekt-Reports

Publikationen
Eine Auswahl an Projekt-Publikationen ist über diesen LINK abrufbar.

https://www.kompetenz-wasser.de/de/project/powerstep/

Projekt NOWATER: Übergabe des ersten Moduls des technischen Demonstrators an die Universität der Bundeswehr München

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Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ geförderten Projekts NOWATER wurde ein 1 m3- Trinkwasseranhänger entwickelt und vom Projektpartner teckons GmbH für den Versuchsbetrieb an die Professur für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität der Bundeswehr München übergeben. Der Anhänger soll die hygienischen Anforderungen der Trinkwasserverordnung auch im Geländeeinsatz erfüllen und verfügt unter anderem über eine integrierte Förderanlage, die automatisch betrieben werden kann. Er ist für einen Einsatz bei Temperaturen von bis zu -25 °C ausgelegt.
Der Anhänger ist Teil des Demonstrators zur Aufbereitung und Einspeisung von Ersatz- bzw. Notwasser im Falle eines Ausfalls der leitungsgebundenen Wasserversorgung. Die einzelnen Module des Demonstrators werden an der Universität der Bundeswehr München einem umfangreichen Versuchsbetrieb unterzogen und evaluiert.

https://www.unibw.de/wasserwesen/swa/aktuelle-nachrichten/demonstrator-1

Projekt MikroModell gibt Impulse für die Nationale Wasserstrategie

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Im Januar 2016 startete das sächsische Verbundprojekt MikroModell. Mit umfangreichen Ergebnissen wurde es nun abgeschlossen. Unter Federführung der Technischen Universität Dresden wurden vier Produkte entwickelt, die folgende Zielstellungen verfolgen:

Im Januar 2016 startete das sächsische Verbundprojekt MikroModell. Mit umfangreichen Ergebnissen wurde es nun abgeschlossen. Unter Federführung der Technischen Universität Dresden wurden vier Produkte entwickelt, die folgende Zielstellungen verfolgen:
– die Entwicklung eines Stoffflussmodells zur Beschreibung des Eintrags von Mikroschadstoffen in die Gewässer,
– die Erarbeitung eines Leitfadens mit Empfehlungen zur lokalen und regionalen Minderung von Mikroschadstoffen,
– eine Bestandsaufnahme rechtlicher Rahmenbedingungen und Darstellung ihrer Handlungsspielräume sowie
– eine transparente, zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit, um Bürger, Verwaltung und Politik für das Thema zu sensibilisieren.

Maßnahmen sind abhängig von lokalen Gegebenheiten
Es konnte gezeigt werden, dass die Effektivität einer Maßnahme stark abhängig von lokalen Gegebenheiten ist – pauschale Lösungen wie der Ausbau aller großen Kläranlagen stellt keineswegs zwingend die effektivste Lösung dar. Das Stoffflussmodell wurde beispielhaft auf zwei pharmazeutische Stoffe kalibriert (Carbamazepin und Gabapentin). Denkbar ist jedoch bei entsprechender Datenbasis auch eine Ausrichtung auf andere Stoffe. Das Stoffflussmodell kann auch in anderen Regionen zur Bewertung der sinnvollsten Schutzmaßnahmen für Oberflächengewässer genutzt werden.

Hierzu erklärt Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): „Mit dem digitalen Werkzeug MikroModell und entsprechender Daten können Klärwerksbetreiber entscheiden, ob das Klärwerk angesichts der spezifischen ökologischen Empfindlichkeit des Vorfluters eine vierte Reinigungsstufe benötigt oder nicht.“

Öffentlichkeitsarbeit hilft Medikamenteneintrag zu mindern
Auch im Bereich der projektbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit wurden im Dialog mit unterschiedlichen Akteuren gute Möglichkeiten zur Reduktion von Mikroschadstoffen identifiziert, die zudem noch einen synergetischen Nutzen für alle Beteiligten und natürlich auch den Gewässerschutz schaffen. So lieferte der Dialog mit Mediziner*innen aus dem Universitätsklinikum Dresden die Erkenntnis, dass eine patientenindividuelle Medikamentenkommissionierung (Unit Dose-Konzept), aber vor allem die Beratung durch Stationsapotheker*innen eine Einsparung der verabreichten Medikamentenmengen von rund 20 Prozent erzielen konnte. Das spart nicht nur Kosten und kommt der Gesundheit der Patient*innen zugute, sondern reduziert auch den Eintrag von pharmazeutischen Stoffen in die Gewässer. Ein Ansatz, der den Gewässern im gesamten Bundesgebiet zugutekommen könnte…mehr:

https://gwf-wasser.de/forschung-und-entwicklung/projekt-mikromodell-gibt-impulse-fuer-die-nationale-wasserstrategie/

Autor:
Sina Ruhwedel

RENNEBERG Produkte u. Service

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Untere Harzstraße  15
37539  Bad Grund am Harz

Tel.:     05327 / 8597-166
Fax:     05327 / 84973
Mobil:  0160 / 979 979 97
E-Mail: info@renneberg-produkte.de
Web:  www.psa-absturzsicherung.de

Sensibilisierung vor Ort durch 3M Fall Protection Demo-Van
Die 3M Demo-Fahrzeuge präsentieren Ihren Mitarbeitern überzeugende Lösungen für das sichere Arbeiten in der Höhe.
Unsere Partner kommen mit 3M Demo Fahrzeugen zu Ihnen und zeigen Ihnen effektive Absturzsicherungen vor Ort.
Dabei können Sie die Ausrüstungsgegenstände auch selbst ausprobieren.
Mobile 3M Sturztestanlagen vermitteln die beim Sturz auftretenden Kräfte sehr eindrücklich und realitätsnah.
Dank modernster Virtual-Reality-Technologie können die Teilnehmer in einem sicheren und kontrollierten Umfeld einen möglichen Fall aus der Höhe nahezu live erleben – was jedes Mal ein beeindruckendes Highlight ist.

Folgende Demos sind möglich:
• Sturztests
• Rettung: Praktische Vorführungen in vielfältigen Arbeitsumgebungen
• Absturzsicherung für Werkzeuge
• Einführung in Höhensicherungsgeräte
• Grundlegende Richtlinien für das Arbeiten in der Höhe

Erfahren Sie mehr…unter www.psa-absturzsicherung.de

Alle Infos zum Beruf: Fachkraft – Abwassertechnik

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Tagesablauf Fachkraft – Abwassertechnik

Hallo, ich heiße Lukas!
Ich bin Fachkraft für Abwassertechnik in einem Klärwerk. Hier muss ich mich mit Mechanik, Elektronik und naturwissenschaftlichen Vorgängen auskennen. Heute zeige ich dir, welche Tätigkeiten typisch für meine Ausbildung sind!

Tagesabschnitte
6:00 – 8:00 Uhr:Anlagen von der Leitwarte aus überwachen
8:00 – 10:00 Uhr:Rundgang machen
10:00 – 11:00 Uhr:Abwasserproben entnehmen
11:00 – 12:00 Uhr:Proben analysieren
12:00 – 13:00 Uhr:Fehleranalyse an Schaltschrank durchführen
13:00 – 14:00 Uhr:Pumpe reparieren

Meinen Arbeitstag beginne ich auf der Leitwarte. Zuvor muss ich aber durch den sogenannten Schwarz-Weiß-Bereich. Im Weißbereich ziehe ich meine Privatkleidung aus und gehe dann durch den Duschraum in den Schwarzbereich, wo ich mir meine Arbeitskleidung anziehe. Danach gehe ich auf die Leitwarte. Von dort aus kann ich die Anlagen, für die ich zuständig bin, steuern und überwachen. Auf meinen Monitoren sehe ich nach, ob ich irgendwo Störungen beheben muss und was sonst noch zu tun ist.

https://planet-beruf.de/schuelerinnen/berufe-finden/a-z/ausbildungsberufe-f/fachkraft-abwassertechnik
https://planet-beruf.de/schuelerinnen/berufe-finden/tagesablaeufe/tagesablauf-fachkraft-abwassertechnik

Metastudie zur Digitalisierung der D-A-CH-Wasserbranche

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Wie steht es um die Digitalisierung in der Wasserwirtschaft? Was macht Digitalisierungsprojekte erfolgreich und was erschwert ihre Realisierung? Das sind nur einige der Fragen, auf die Water-Exe4.0, eine Metastudie bearbeitet von Forscherinnen und Forschern der Hochschule Hof, Antworten gibt. Wohl stehen die Menschen in erster Reihe bei den Erfolgsfaktoren: die Kompetenz der Mitarbeiter sowie die des Projektleiters.

Die ersten Ergebnisse von WaterExe4.0, einem vom deutschen Bundesministerium für Forschung und Entwicklung geförderten Projekt, dessen Forschung sich auf die D-A-CH–Region, also Deutschland, Österreich und Schweiz bezieht, liegen vor. Dazu wurden rund 700 Projekte, Produkte und Dienstleistungen der Wasserwirtschaft mit digitalem Inhalt analysiert: publizierte Forschungsvorhaben, verfügbare Informationen zu Industrieprodukten und -lösungen sowie Veröffentlichungen zu kommunalen Praxisbeispielen. Zudem wurden eine quantitative Umfrage mit 120 Teilnehmern durchgeführt sowie 30 Experten interviewt.

Auf welche Bereiche verteilen sich die erfassten Digitalisierungselemente?
Mit ca. 60% punkten die Wasserver- und Abwasserentsorgung. Am seltensten wurden Lösungen gefunden, die speziell für die Klärschlammbehandlung entwickelt worden waren. Etwa gleich verteilt mit je ca. 15% sind die Anwendungsfelder Gewässer, Regen- und Brauchwasser.
Von den analysierten Digitalisierungslementen wurden ca. zwei Drittel den Unternehmen zugeordnet und ein Viertel der Forschung. Nur 11% befinden sich in den Betrieben der Wasserwirtschaft, was auf ein starkes Ungleichgewicht bei Angebot …

…mehr: https://www.aquaetgas.ch/wasser/trinkwasser-grundwasser/20210528_metastudie-zur-digitalisierung-der-d-a-ch-wasserbranche/

 

Schaufenster Bioökonomie: Dünger aus Bioabfällen und häuslichen Abwässern

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Projekt mit Beteiligung der Uni Hohenheim will Nährstoffpartnerschaften zwischen Stadt und Land etablieren und Stoff-Kreisläufe durch moderne Verwertungsverfahren schließen.

Immer knapper werdende Rohstoffe, die Herausforderungen des Klimawandels und eine ständig wachsende Weltbevölkerung: Langfristig führt kein Weg daran vorbei, die vorhandenen Ressourcen nachhaltiger und effizienter zu nutzen. Gelingen kann dies unter anderem, wenn Nähr- und Wertstoff-Kreisläufe in der landwirtschaftlichen Produktion wieder geschlossen werden und alle Rohstoffe und Produkte möglichst lange im Einsatz bleiben. Dazu gehört es auch Reststoffe als wertvolle Rohstoffquelle zu sehen. Mit der Aufgabe, innovative Verwertungsverfahren für Bioabfälle und häusliche Abwässer zu entwickeln und so die Stoff-Kreisläufe zwischen Stadt und Land wieder zu schließen, beschäftigt sich das Kooperationsprojekt RUN. Im Rahmen des BMBF-Programms „Agrarsysteme der Zukunft“ erhalten die Forschungsteams der Universität Hohenheim in Stuttgart rund 680.000 Euro an Fördermitteln. Das macht RUN zu einem Schwergewicht der Forschung.

Rund dreiviertel der Deutschen leben in Städten und verbrauchen dort Lebensmittel, die auf dem Land erzeugt wurden. Auf diese Weise sind Produktionsketten entstanden, bei denen Nähr- und Wertstoffe von einem Ort zum anderen transportiert werden und schließlich zum größten Teil mit Abfällen und Abwasser verloren gehen.

Hier setzt das Kooperationsprojekt RUN an. RUN steht für Rural Urban Nutrient Partnership, also Nährstoffgemeinschaften zwischen Stadt und Land. In diesem interdisziplinären Forschungsprojekt verfolgen Partner aus Wissenschaft und Praxis das langfristige Ziel, Agrarsysteme nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten und Ressourcen sowie Energie einzusparen.

Das braucht neue technische, städtebauliche und logistische Strukturen, bei denen die Trennung, Aufbereitung, Umwandlung sowie die Rückführung der Nährstoffe in den Kreislauf auf verschiedenen Ebenen Hand in Hand gehen. Aber auch ein verändertes Konsumverhalten der Gesellschaft ist dafür notwendig.

Kreisläufe schließen, Ressourcen schonen, Stadt und Land miteinander verbinden
Kernidee von RUN ist es, aus Bioabfällen und häuslichem Abwasser die darin enthaltenen Nährstoffe zu gewinnen, um aus ihnen Düngemittel oder auch recycelbare Bioplastikfolie und Pflanzenkohle herzustellen. Also Produkte, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden können, um zum Beispiel Obst und Gemüse anzubauen.

Dieses wird auf dem Wochenmarkt in der Stadt verkauft, von den Bewohnern verarbeitet und gegessen. Dabei fallen wieder nutzbarer Abfall und Abwasser an. Auf diese Weise entsteht zwischen Landwirten und Stadtbewohnern ein Kreislaufsystem, bei dem wertvolle Nähr- und Wertstoffe mehrfach genutzt werden.

Design-Dünger und Pflanzenkohle im Test
Bevor es jedoch soweit ist, müssen zunächst einmal die notwendigen Techniken entwickelt werden. Dazu testen Forschende von der Universität Stuttgart zunächst in Laborversuchen verschiedene Methoden der Rückgewinnung und Aufbereitung von Bio-Abfällen und häuslichem Abwasser.

Heraus kommen so genannte Design-Dünger und Pflanzenkohle, die anschließend von Dr. Sabine Zikeli vom Zentrum Ökologischer Landbau Universität Hohenheim (ZÖLUH) und ihrem Team untersucht werden: „Als Dünger entstehen vor allem Struvite, die in erster Linie Phosphat, Magnesium und Ammonium enthalten, die dem Klärschlamm entzogen wurden.“

„Die Reste des Klärschlamms werden durch Verkohlung zu Pflanzenkohle. Diese ist sehr porös und kann in ihren Hohlräumen Wasser und Nährstoffe speichern, die sie dann bei Bedarf an die Pflanzen abgibt“, erklärt Dr. Zikeli weiter.

Design-Dünger müssen effizient und sicher sein
Um immer gleichbleibende und kontrollierte Bedingungen zu haben, arbeitet sie im Gewächshaus mit Pflanzen in Töpfen: „Wir nutzen Weidelgras für unsere Versuche. Das hat zum Beispiel gegenüber Salat den Vorteil, dass wir es mehrfach ernten können, denn manche Düngemittel lösen sich im Boden nur langsam auf und geben ihre Nährstoffe erst nach und nach frei.“

Dazu schneiden die Forschenden einfach die Blätter der Pflanzen ab. Das Gras wächst dann einfach nach. So können sie zu verschiedenen Erntezeitpunkten erfassen, wie viel Nährstoffe die Pflanzen aufgenommen haben und wie sich ihre Biomasse verändert hat. Daraus lässt sich die Verfügbarkeit der Nährstoffe berechnen und die Effizienz der Design-Dünger bestimmen. Das Team ermittelt dabei auch, ob eventuell auch unerwünschte Substanzen, wie Schadstoffe, von den Pflanzen aufgenommen werden.

Denn die Design-Dünger müssen natürlich in der Landwirtschaft bedenkenlos eingesetzt werden können. „Struvite haben den Vorteil, dass sie sehr sauber sind und so gut wie keine Verunreinigungen beispielsweise mit Schwermetallen enthalten“, weiß Dr. Zikeli. „Und natürlich unterliegen auch diese Dünger der geltenden Düngemittel-Verordnung.“

Mehrheit der Landwirte sieht Kreislaufidee positiv
Dass das Thema Sicherheit auch eine große Rolle bei den Landwirten spielt, kann auch apl. Prof. Dr. Christian Lippert vom Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Hohenheim bestätigen: „Für die Landwirte ist es wichtig, dass der Dünger frei von Schadstoffen, Schwermetallen und bakteriellen Verunreinigungen ist – und natürlich seine Aufgabe erfüllt, Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.“

„Grundsätzlich steht die Mehrheit der befragten Landwirte der Idee, Nährstoffe aus häuslichem Abwasser und Küchenabfällen zu gewinnen, positiv gegenüber“, so das Resümee eines Workshops zu Projektbeginn. Allerdings blieben auch noch eine Reihe von Fragen zu klären, angefangen bei der Qualität über den Preis bis hin zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Dünger. Denn ohne die ließe sich das produzierte Obst und Gemüse nicht verkaufen.

Im Reallabor den Dialog zwischen allen Beteiligten fördern
Aus diesem Grund soll bei RUN nicht ausschließlich in Forschungslaboren geforscht werden, sondern das Projekt soll als Reallabor umgesetzt werden: „Geplant ist eine Recyclinganlage als Pilotanlage und Demonstrator in einem echten Stadtquartier auszuprobieren“, erklärt Carolin Callenius vom Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherung und Ökosysteme der Universität Hohenheim. „Damit lassen sich die Laborversuche einerseits in einem größeren Maßstab auf der Ebene eines Stadtquartiers testen und andererseits kann man die Kreislaufidee so unter Echtzeitbedingungen auf deren Praxistauglichkeit hin untersuchen.“

Ausgangspunkt sind die „Grundmaterialien“ häuslicher Bioabfall und häusliche Abwässer. An der Frage nach geeigneten innovativen Logistiksystemen zum Transport der Stoffströme wird noch geforscht. Aussichtsreich scheint aktuell aber, einen Zerkleinerungsapparat für Küchenabfälle direkt in den Haushalten zu installieren und den Abtransport der Abfälle mit Unterdruckleitungen zu lösen. Diese würden dann auch das Abwasser abführen. Für den Stoffstrom von Grünabfällen, die ebenfalls gesammelt und aufbereitet werden sollen, gibt es eine andere Idee: Ein On-Demand Service durch lokale Paketlieferdienste ist dafür angedacht.

Ein zusätzlich eingerichteter Informations- und Erfahrungsraum soll die Forschung von RUN für Bürgerinnen und Bürger erlebbar und begreifbar machen. Hier werden von der Nährstofferzeugung in den Haushalten bis zur Wiederverwendung in der Landwirtschaft alle Aspekte des Nährstoffrecyclings dargestellt und vermittelt. In Dialogveranstaltungen sollen Fragen, Anliegen und Bedürfnisse der Bevölkerung beantwortet werden und in die Projektplanung einfließen.

Eine Pilotanlage mit ergänzendem Erfahrungsraum ist sehr wichtig für den Erfolg des Projekts: Die Kooperationspartner können im stetigen Austausch mit allen Beteiligten, wie Landwirten, Ingenieuren, Stadtplanern, Verwaltungen, Entscheidungsträgern in Ministerien und Bürgern mögliche Bedürfnisse, Anforderungen oder Hemmnisse erkennen, die gegenüber Produkten aus recycelten Abfällen und Abwasser bestehen könnten.

Diese werden dann frühzeitig in die Forschung einbezogen, so dass gesellschaftlich tragfähige Lösungen erarbeitet werden können. Denn am Ende sollen alle einen Nutzen aus dem Kreislauf ziehen und ihn langfristig mittragen.

HINTERGRUND: Rural Urban Nutrient Partnership (RUN) ‒ Nährstoffgemeinschaften für eine zukunftsfähige Landwirtschaft
RUN ist eines von acht Projekten des Forschungsvorhabens „Agrarsysteme der Zukunft“ im Rahmen der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit insgesamt 4,2 Mio. Euro gefördert, davon über 680.000 Euro für die Universität Hohenheim. Projektstart war der 1. April 2019. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

Die Koordination des Projekts liegt in der Hand von Prof. Dr.-Ing. Martin Kranert vom Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart (ISWA). Weitere Projektpartner sind die TU Kaiserlautern, die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Thünen-Institut in Braunschweig sowie zwei beratende Ingenieurbüros als Praxispartner und zwei assoziierte Partner.

HINTERGRUND: Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherung und Ökosysteme
Das Zentrum verfolgt das Ziel, einen Beitrag zur Verbesserung der globalen Ernährungssicherung zu leisten. Es unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Entwicklung und Umsetzung von innovativen und effektiven Forschungsinitiativen zur Ernährungssicherung und Hungerbekämpfung mit einem besonderen Fokus auf entwicklungsorientierter Forschung.

HINTERGRUND: Schwergewichte der Forschung
33,8 Millionen Euro an Drittmitteln akquirierten Wissenschaftler der Universität Hohenheim 2020 für Forschung und Lehre. In loser Folge präsentiert die Reihe „Schwergewichte der Forschung“ herausragende Forschungsprojekte mit einem finanziellen Volumen von mindestens 350.000 Euro für apparative Forschung bzw. 150.000 Euro für nicht-apparative Forschung.

HINTERGRUND: Wissenschaftsjahr 2020|21 – Bioökonomie
In den Jahren 2020 und 2021 steht das Wissenschaftsjahr im Zeichen der Bioökonomie – und damit einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaftsweise. Es geht darum, natürliche Stoffe und Ressourcen nachhaltig und innovativ zu produzieren und zu nutzen und so fossile und mineralische Rohstoffe zu ersetzen, Produkte umweltverträglicher herzustellen und biologische Ressourcen zu schonen. Das ist in Zeiten des Klimawandels, einer wachsenden Weltbevölkerung und eines drastischen Artenrückgangs mehr denn je notwendig. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgerichtete Wissenschaftsjahr Bioökonomie rückt das Thema ins Rampenlicht.

Die Bioökonomie ist das Leitthema der Universität Hohenheim in Forschung und Lehre. Sie verbindet die agrarwissenschaftliche, die naturwissenschaftliche sowie die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät. Im Wissenschaftsjahr Bioökonomie informiert die Universität Hohenheim in zahlreichen Veranstaltungen Fachwelt und Öffentlichkeit zum Thema.

Wissenschaftsjahr 2020|21 BMBF: https://www.wissenschaftsjahr.de/2020-21
#Wissenschaftsjahr #DasistBioökonomie

Wissenschaftsjahr 2020|21 Hohenheim: https://www.uni-hohenheim.de/wissenschaftsjahr-2020-2021-biooekonomie

Bioökonomie an der Universität Hohenheim: https://biooekonomie.uni-hohenheim.de

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Sabine Zikeli, Universität Hohenheim, Zentrum Ökologischer Landbau Universität Hohenheim (ZÖLUH), T +49 (0)711 459-23248, E sabine.zikeli@uni-hohenheim.de

apl. Prof. Dr. Christian Lippert, Universität Hohenheim, Fachgebiet Produktionstheorie und Ressourcenökonomik im Agrarbereich
T +49 (0)711 459-22560, E christian.Lippert@uni-hohenheim.de

Carolin Callenius, Universität Hohenheim, Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherung und Ökosysteme
T +49 (0)711 459-23472, E carolin.callenius@uni-hohenheim.de

Yvonne Zahumensky, Universität Hohenheim, Forschungszentrum für Globale Ernährungssicherung und Ökosysteme
T +49 (0)711 459-22632, E yvonne.zahumensky@uni-hohenheim.de